Deutsch-Didaktiker stoßen Debatte um die Erstschrift an: Wie sollen Kinder Schreiben lernen?

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KARLSRUHE/SIEGEN. Wie wichtig sind Verbindungen zwischen Buchstaben, damit Kinder das Handschreiben erlernen? Eine Gruppe von Deutschdidaktikern hat eine Debatte um die richtige Erstschrift angestoßen.

Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis, letztlich die schulischen Leistungen insgesamt. Soweit sind sich die meisten Experten und Praktiker einig.

Dennoch kommt dem Schreibenlernen in den meisten Lehrplänen nur ein geringer Stellenwert zu. Schon eine Stunde schreibmotorisches Training pro Woche reicht Studien zufolge aus, damit Kinder signifikant besser und schneller schreiben lernen. Doch dazu bleibt in der Schule in der Regel keine Zeit. Vielmehr beklagen Lehrer, dass sehr häufig zu wenig Zeit für die individuelle Förderung und das Üben des Handschreibens Zeit bleibe.

Schulausgangsschrift (nach 1968), von der Arbeitsgruppe Schrift in der Schule bevorzugte Variante. Bild: Renate Tost / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0) [bearbeitet]
Erst im April hatte der VBE und das gemeinnützige Schreibmotorik Institut in einer Umfrage ermittelt, das mehr als jedes dritte Grundschulkind (37 Prozent) Probleme, eine gut lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln. Lehrer an weiterführenden Schulen sehen sogar bei 43 Prozent der Schüler Mängel (News4teachers berichtete).

Ursache des Problems sind aus Sicht vieler Pädagogen vor allem zu wenig Routine, schlechte Motorik und Koordination sowie Konzentrationsprobleme. Neun von zehn Lehrern bekunden, dass sich Feinmotorik und Schreibmotorik der Schüler „verschlechtert“ oder „sehr verschlechtert“ hätten. Dafür sprechen auch Untersuchungen zum Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Glaubt man der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts, ist jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig.

Einer Gruppe von Deutsch-Didaktikern und Pädagogen um den emeritierten Germanistik-Professor Wolfgang Steinig und Dr. Viola Oehme von der Universität Siegen ist es indes gelungen, von anderer Seite eine Debatte anzustoßen. In einem „Siegener Erklärung“ betitelten Papier plädieren sie als „Arbeitsgruppe ‚Schrift in der Schule’“ für die konsequente Anwendung der DDR-Ausgangsschrift – offiziell „Schulausgangsschrift“ (SAS) – als Erstschrift von Grundschülern. Mit einer Online-Petition untermauern sie ihre Forderung zusätzlich.

Jedes Kind müsse zuerst eine verbundene Handschrift lernen, denn Kinder müssten die entsprechenden Bewegungsmuster üben, um ihre Feinmotorik zu schulen. Ein Beginn mit fließenden Schreibspuren und Schriftelementen fördere eine kontrollierte Bewegungskoordination und sei damit eine wichtige Voraussetzung für gelingendes Schreiben, so die Erklärung.

Die SAS verbinde die Vorteile von Vereinfachter Ausgangsschrift und Lateinischer Ausgangsschrift, ohne deren Nachteile. Orientiere sich die Vereinfachte Ausgangsschrift  an einer nur gedachten Mittellinie, erscheine die Lateinische Ausgangsschrift mit ihren verschnörkelten Großbuchstaben nicht mehr zeitgemäß. Das Schreibenlernen mittels unverbundener Druckbuchstaben lehnt die Arbeitsgruppe ebenso ab, wie die modifizierte „Grundschrift“ mit zehn verbundenen Kleinbuchstaben. Eine geläufige Schrift entstehe so nur schwer. Der spätere Übergang von der Druckschrift zur verbundenen Schrift sei überdies heikel.

Eine gänzlich andere Sicht vertreten dagegen Experten wie Wolfgang Menzel. Verbundene Schriften seien prinzipiell schwerer zu erlernen, erläutert der emeritierte Schreibdidaktiker in einem Beitrag für die Zeitschrift „Grundschule“. Ein konsequent verbundenes Schreiben gebe es gar nicht, bei längeren Wörtern setzten Schreiber vielmehr gar die ganze Hand weiter. Eine verbundene Handschrift vermittle nur dem Leser den Eindruck, flüssig geschrieben zu sein, für den Schreiber sei die Verbindung hingegen eine zusätzliche Belastung.

Aus Menzels Sicht sei es ein Irrtum, das Schreiben unverbundener Buchstaben mit „Druckschrift“ gleichzusetzen. Was dabei als Lücke sichtbar würde, seien vielmehr in der Bewegung „Verbindungen ohne Spur“.

Die Karlsruher Pädagogin Birgitta Reddig-Korn verweist auf einen weiteren Zusammenhang. „Den Anfangsunterricht nicht allein mit Druckschrift zu beginnen, wäre ein Rückschritt“, so die Dozentin der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Die Druckschrift sei die einfacher zu lesende Schrift. Und da Lesen- und Schreibenlernen eng zusammen gehörten, solle die Druckschrift auch die erste Lese- und Schreibschrift bleiben.

Hamburger Druckschrift (Grundschrift). Die erste Leseschrift sollte auch die erste Schreibschrift sein, findet Birgitta Reddig-Korn. Bild: Hamburger Schulbehörde / Wikimedia Commons (p.d.)

Lesen und Schreiben von Beginn an mit zwei unterschiedlichen Systemen zu lernen, mache ein schon schwieriges Unterfangen nur komplizierter. Es habe sich vielmehr bewährt, den gezielten Schriftspracherwerb zunächst mit unverbundenen Druckbuchstaben einzuleiten. Und dann, wenn der Leselern-Prozess weitgehend abgeschlossen sei, ein Schrift einzuführen, die zu einer persönlichen Handschrift entwickelt werden könne.

Über eines sind sich die Debattanten indes einig: Die Entwicklung einer lesbaren persönlichen Handschrift erfordert Zeit, Übung und individuelle Anleitung. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse im Unterricht genügend Zeit zur Verfügung stehen.

Der Didaktik und Praxis des Schreibenlernens müsse zudem in der Lehrerausbildung ein hoher Stellenwert zukommen. Denn Kinder individuell auf dem Weg zur eigenen Handschrift zu unterstützen, formuliert Birgitta Reddig-Korn, sei auf jeden Fall sehr zeitintensiv, aber absolut notwendig. Und: „Der Erfolg einer Methode hängt vor allem auch von der Kompetenz, der Motivation und der Überzeugungen der Lehrerinnen und Lehrer ab“. (zab)

Hier geht es zur „Siegener Erklärung zur Schrift in der Schule“.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Interview: “Das Tippen am Computer kann das Handschreiben nicht ersetzen”

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22 KOMMENTARE

  1. Wo bitte soll die bei Wikipedia abgebildete lateinische Ausgangsschrift bei den Großbuchstaben verschnörkelter sein als das, was oben im Bild gezeigt ist? Im Artikel wird es behauptet. Die Unterschiede sind winzig und betreffen eigentlich nur das „ß“, das „t“ und den Querstrich beim „Z“. Im übrigen findet man bei Wikipedia, dass auch Österreich und die Schweiz es für nötig hielten, eigene Varianten in ihre Schulen zu bringen. Wie wäre es denn mal mit einer im ganzen deutschen Sprachraum einheitlichen Ausgangsschrift in den Schulen? Wenn das so weitergeht, hat bald jedes Dorf eine eigene Schrift.

    • Lieber Carsten 60,
      vielen Dank für ihren Hinweis, es geht im Artikel um die überarbeitete Version der Schulausgangsschrift, die ab 1968 zum Einsatz gekommen ist. Das Bild im Artikel hatte leider die ältere Version gezeigt. Mit dem jetzigen Bild wird der Unterschied deutlich.

      • Wie sollen derartige Buchstaben zu einer verbundenen Schrift verknüpft werden, wo die kleinen Buchstaben kaum Anknüpfungspunkte bieten, und so sollen die Grundschüler aus diesen Buchstaben ohne eine strukturierte Hilfen selbstständig eine eigene Handschrift aus diesen Buchstaben entwickeln.
        Dieses Unterfangen ist sehr schwer möglich, die Praxis zeigt es. Man greift auf rhetorische Argumentationshilfen der „Luftverbindung“ zurück. Das erfordert ein ständiges Absetzen und auch ein neues Ansetzen auch in den Silben selbst.
        Insgesamt wird dadurch der Schreibfluss verlangsamt, der Schüler wird dazu verleitet auflautierend zu schreiben.
        Der Misserfolg dieses Schrifttyps ist absehbar.

    • Bei den derzeitigen Schreiblernpraktiken in unseren Grundschulen hier kriegt jedes Kind seine eigene Schrift, die nur schwer von anderen zu lesen ist.

  2. Die Wissenschaftler sollten zumindest teilweise aus ihrem Elfenbeinturm heraus in die Praxis gehen. …

    Ich persönlich kenne die SAS und die VAS und ich sehne mich für die Kinder nach der SAS zurück, weil sie den Schreibfluss nicht wie bei der VAS ständig unterbricht oder gar zu unsinnigen und deshalb später unlesbaren Schleifen wie beim kleinen „e“ führt.
    Auch erlebte ich „in alten Zeiten“ nie, dass durch das sofortige Schreiben mit der Schreibschrift das Lesenlernen erschwert wurde. Vielleicht lag es auch mit daran, dass wir noch ausreichend Zeit zum Üben beider Schriftverarbeitungen hatten?
    Jedenfalls erlebte ich nun wiederholt, dass den Kindern das spätere Umstellen auf die Schreibschrift eine unnötige Hürde darstellte, da sie ja bereits einen anderen Schreib“Fluss“ verinnerlicht hatten.
    Ein anderes Argument gegen Schreiben mit der Buchschrift!=Druckschrift ist die Erfahrung , dass Kinder, die später in meine Klassen kamen und bisher nur Druckschrift kannten, nach dem Erlernen der Schreibschrift deutlich lesbarer schrieben. Rein statistisch gesehen kann das kein Zufall sein.
    Sicher gibt es Kinder, denen ich aufgrund motorischer Probleme die Alternative ermögliche. Aufgrund solcher Ausnahmen aber gleich allen Kindern die nur scheinbar einfachere Druckschrift- oder VAS-Variante aufs Auge zu drücken, halte ich persönlich für nicht verantwortbar.
    … So, nun können sich die Kritiker an meiner Erfahrung gerne aufreiben – oder vielleicht sachlich antworten. Letzteres wäre uns allen dienlicher.

  3. Ich plädiere für die sogenannte Schulausgangsschrift (SAS), die aus der ehemaligen DDR stammt. Sie ist einfach, formschön und ohne unnötige Schnörkel.

    • Also wenn Sie die oben abgebildete von 1968 meinen, dann muss ich widersprechen. Die Kleinbuchstaben sind ja ganz ähnlich wie bei der LA, aber die Großbuchstaben sind nur teilweise gelungen. Das ganze ist z.B. stark nach rechts geneigt, mehr als bei anderen Schriften. Das „A“ sieht nur zum Abgewöhnen aus, wie sollen Linkshänder denn das schreiben? Das „N“ sieht aus, als würde es jeden Moment umkippen und auf die Nase fallen. Unlogisch ist, dass „F“, „H“ und „K“ praktisch wie Druckbuchstaben dastehen und ein Absetzen erfordern, aber das „E“ in einem Zug geschrieben werden kann. Formschön oder nicht ist natürlich Geschmackssache.
      Kuriosität am Rande: Das „ß“ geht auf sehr alte Vorlagen zurück, als man nach einem langes „s“ direkt ein „z“ anschloss mit einem Schnörkel nach unten. Das war dann das „sz“. Ein heutiges „ß“ sieht dagegen oft wie ein griechisches Beta aus.

  4. Zum Thema einer von der Pädagogin Frau Reddig-Korn beschworenen, vermeintlichen engen Verbindung des Erlernens des Lesens und des Schreibens konstatierten Krina Moll, Karin Landerl und Winfried Kain bereits 2009 :
    „Da aktuelle Forschungsbefunde aufzeigen, dass die Lese- und die Rechtschreibleistung unabhängig voneinander beeinträchtigt sein können, kommt der Diagnose beider Teilbereiche der schriftsprachlichen Entwicklung besondere Bedeutung zu.“
    Und Christian Klicpera und Barbara Klicpera-Gasteiger beschreiben die Dynamik des Wechselspiels zwischen der sich ausbildenden Lese- und Rechtschreibfähigkeit folgender Maßen : „Obwohl beide Fähigkeiten in ähnlicher Weise von spezifischen Fertigkeiten abhängen, ist anzunehmen, dass diese Teilfertigkeiten durch das Üben des Lesens und Schreibens in unterschiedlicher Weise fortentwickelt werden.“

    Beide Fähigkeiten müssen also einzeln gezielt mit eigenen Lerneinheiten eingeübt werden.
    Die von Brügelmann, dem Grundschulverband und anderen Gleichgesinnten geforderte Verbindung zwischen Lesen-und Schreibenlernen, und dieses Unterfangen erfolgt dann noch im selbst gesteuerten und eigen initiativen Erwerb beider Teilkompetenzen, bringt eher nur bescheidene Ergebnisse, siehe die desaströsen Vergleichsstudien der Bundesländer.
    Im Lesen ist dies erkennbar an der starken Verbreitung der niedrigen Kompetenzstufe des langsamen Dechiffrierens ohne eine Automatisierung, beim Schreiben macht sich das bemerkbar an der vielfach geübten Anwendung eigener Schreibstrategien mit eigenartigen Schreibregeln durch die Schüler, wobei beide Ergebnisse durch diese Pädagogik der Selbstalphabetisierung befördert werden.
    Lesen erlernt man durch Lesen, Schreiben erlernt man durch Schreiben.

    • Schrifttypen, die ein ständiges Absetzen und ein neues Ansetzen erforderlich machen, sind keine verbundenen Schrifttypen, da ein verbundener Bewegungsablauf beim Schreiben der kleinsten Spracheinheiten, der Silbe, bei diesen Schrifttypen nicht in einem Zug möglich ist, ohne das ein Absetzen erfolgt.
      Damit werden diese Schrifttypen der Verbindung zu einer in Silben gegliederten Sprach- und Schrifteinheit allenfalls nur in rhetorischer Weise gerecht, wie dies bei der „Argumentation“ einer „Luft verbundenen Schrift“ zum Ausdruck kommt.
      Und so wurde und wird nur auf dem Boden einer rhetorisch sprachlichen Finesse, eine Bewerbung für derartige Schrifttypen vollführt.
      Viel Spaß wünsche ich beim Verbinden der Buchstaben, die ein Verbinden in der Spracheinheit der Silbe unmöglich macht.
      Die entsprechenden Experten haben ihre Lernmaterialien vorauseilend auf diesen Schrifttyp umgestellt und der Grundschulverband rührt kräftig die Werbetrommel für die Grundschrift.
      Im Internet kann man dazu unter Grundschrift.info- Ungereimtheiten-Zweifelhaftes zu den wissenschaftlichen Methoden sich einiges erlesen und aneignen.

    • Falls Sie das hier noch lesen hätte ich eine Frage. Wir leben in Bayern und unsere Tochter hat vor 4 Jahren die VA lernen müssen und dadurch ein absolut unleserliches Schriftergebnis erzielt. Nur ihrem Fleiß ist es zu verdanken, dass sie in der 3. Klasse zu Hause die SAS neu gelernt hat und jetzt eine „passable“ Schrift hat. Lediglich das Schleifen S und das tendentiell eher eckige Schreiben war ihr nicht mehr abzugewöhnen. 🙁 Nun ist unser Sohn in der gleichen Grundschule und lernt seit dieser Woche auch wieder die VA. Wir haben das Gespräch mit der Lehrerin gesucht um ihr mitzuteilen, dass wir möchten, dass unser Sohn von Anfang an die SAS lernt und wir auch bereit sind, ihm diese selbst beizubringen (als Ergotherapeutin kann ich das) aber sie ist völlig entsetzt und besteht darauf, dass er die VA lernt UND schreibt. :-O

      Nun zu meiner Frage: Kann sie meinen Sohn überhaupt dazu zwingen? Die SAS ist seit dem LP Plus ja anerkannt in Bayern. Bleibt das meinem Sohn dann nicht letztendlich selbst überlassen? Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. 🙂

      • @ Einalem Machen Sie ernsthaft eine Schriftart für das unleserliche Ergebnis einer Schreibenden verantwortlich? Nach dieser Logik dürfte niemand die VA beherrschen, was offensichtlich aber nicht der Fall ist. Ihre Kritik an der VA halte ich für ansatzweise nachvollziehbar, wesentlich kritischer sehe ich jedoch ihr häusliches Engagement, mit dem Sie Ihre Kinder in einen Loyalitätskonflikt bringen. Schreiben lernen sollte primär Freude bereiten und fern von schulischem „Zwang“ bzw. mütterlichem Ehrgeiz angesiedelt sein.

      • @Einalem
        Ich kann Ihre Worte gut verstehen und finde auch nicht, dass sie von „mütterlichem Ehrgeiz“ geleitet sind. Sie begründen ja Ihre Motive.
        Wenn Ihre Kritik an der VA nachvollziehbar ist, und das ist sie für mich allemal, würde ich mir auch Sorgen machen um die unleserliche Schrift meines Kindes, zumal Ihre Beobachtung sich mit meiner als Lehrerin deckt. Auch unsere Schule ist wieder von ihr abgerückt, weil die VA bei vielen Kindern tatsächlich zu einer unordentlichen Krakelei führte, die schlecht zu lesen war.
        Die Schrift wäre doch mal ein Thema für einen Elternabend.
        Das Gespräch mit der Lehrerin zu Schulbeginn Ihres Sohnes finde ich gut und kann die Reaktion der Lehrkraft schwer nachvollziehen.

        Ich verstehe auch nicht, wenn jemand behauptet, Sie brächten „Ihre Kinder in einen Loyalitätskonflikt“, wenn Sie ihnen zu Hause die SAS beibringen. Wenn Sie damit gute Erfahrungen bei Ihrer Tochter gemacht haben und die Lehrerin ein gutes Ergebnis bei Ihrem Sohn beobachtet, sehe ich kein Hindernis, es mit der SAS zu versuchen.
        War die Lehrerin nur entsetzt oder begründete sie auch ihre strikte Ablehnung?

      • @Einalem
        Ich habe es zufällig gelesen. Jede Schule entscheidet per Konferenzbeschluss, welche Schriftart in der Schule eingeführt wird und welche dann für alle verbindlich ist. Ihre Schule hat sich anscheinend für die VA entschieden, dann lernen und schreiben auch alle Kinder in der VA.
        Auch an meiner Schule gibt es unterschiedliche Meinungen zur Schrift. Es gibt durchaus KollegInnen, die Gründe haben, weshalb sie die VA bevorzugen. Anscheinend ist die Erlernbarkeit in 1/2 leichter.
        Man kann auch mit der VA schön schreiben. Meine Meinung ist nach wie vor, dass Schüler mit der VA zu früh zu schnell schreiben und diese zum unleserlichen, eckigen Schnellschreiben verleitet. Schreibt man die VA am Anfang langsam und bewusst und passt das Schreibtempo dem Schreibkönnen an, dann kann man auch die VA ordentlich und lesbar schreiben. Ihre Aufgabe wäre also eher, darauf zu schauen, dass Ihr Sohn die VA langsam und genau schreibt.
        Es werden irgendwann ab dem 3. Schuljahr individuelle Schreibentwicklungen zugelassen, dann kann man versuchen, Buchstaben, die einem schwer fallen, auch anders zu schreiben. Mir gefallen z.B. bei der SAS die i- Striche und die geraden Aufstriche beim großen V, W und U nicht. Ich empfehle den 3. und 4. Klässlern i- Punkte und Aufstriche mit Bögen. 😉
        Schön bei der VA ist das kleine z, schrecklich finde ich, dass die kleinen Buchstaben nicht von unten angefangen werden und die n und m keine gleichmäßigen runden Bögen haben. Ansonsten haben beide Schriften ihre gemeinsamen Schwachpunkte, wie z.B. das kleine r und v, die genau geschrieben werden müssen.

  5. Zitat:
    „In einem „Siegener Erklärung“ betitelten Papier plädieren sie als „Arbeitsgruppe ‚Schrift in der Schule’“ für die konsequente Anwendung der DDR-Ausgangsschrift – offiziell „Schulausgangsschrift“ (SAS) – als Erstschrift von Grundschülern. Mit einer Online-Petition untermauern sie ihre Forderung zusätzlich.“

    Ich dachte, es handelt sich bei den Didaktikern um Wissenschaftler. Warum untermauern diese ihre Forderungen nicht mit Studien oder Feldversuchen sondern mit Online-Petitionen???

  6. Zitat:
    „Der Didaktik und Praxis des Schreibenlernens müsse zudem in der Lehrerausbildung ein hoher Stellenwert zukommen.“

    Wenn sich, wie in diesem Artikel gezeigt, nicht mal die (vermeintlichen) Experten einige sind, geschweige denn auf Untersuchungen verweisen können.
    Warum werden nicht einfach Grundschullehrer_innen, die schon viele Moden mitmachen mussten gefragt, womit diese die besten Erfahrungen gemacht haben? Das wäre zu einfach und die Didaktiker könnten nicht mehr in ihren Theorien schwelgen.

  7. SAS erlernen und anwenden – warum wird alles so verkompliziert? Die sehr guten Erfahrungen aus DDR -Zeiten sind auch heute nicht überholt. Natürlich gehört etwas Übung dazu,aber das ist doch normal.

  8. Es heißt wohl auch „unterschreiben“ und nicht „unterdrucken“.- Es ist sehr verständich,
    wenn die Kleinkinder in der Grundschulzeit mit Hilfe der verblödenden Digitalisierung
    werden die Kinder auf das Adler-Suchsystem mit 2 Fingern eingeübt.
    Es ist natürlich logisch, daß die Tafeln keine normale Schreibschrift wiedergeben,
    sondern auf Druckbuchstaben programmert sind. Digitalisierung heißt aber auch
    Arbeitslosigkeit und Spezialisierung. Durch das Ausrüsten der Schulen mit digitalen
    Endgeräten werden die 4 größten US-Digitalfirmen bei ihren Steuermodellen
    unterstützt. Wenn ein großer Teil der Jugend nicht mehr ausbildungsfähig ist,
    liegt das wohl auch an den Grundvoraussetzungen in der frühen Kindheit.
    Schreibschrift hat etwas mit Feingefühl zu tun. Kommunikation beschränkt sich
    heute nur noch auf Tippen – hat aber mit Schreiben nichts mehr zu tun.
    Nicht umsonst sollen Bewerbungen und Testamente mit der Hand und in Schreibschrift geschrieben werden. Die Mengenlehre war vor Jahren schon ein
    dämlicher und völlig überflüssiger Versuch an den Schülern. Es gibt da einige
    Gehirnforscher, die ganz gewiß nicht völlig sinnlose Erkenntnisse vertreten.

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