Studie: Nicht alle Schulen tragen die Inklusion mit – vor allem Gymnasien klinken sich aus

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JENA. Noch immer tun sich das deutsche Bildungssystem und seine Akteure schwer mit dem Thema Inklusion. In Jena haben Forscher über mehrere Jahre den Inklusionsprozess begleitet. Nicht alle Schulen tragen die Bemühungen mit – wofür es keinen nachvollziehbaren Grund gibt, meinen die Wissenschaftler.

Erziehungswissenschaftlerinnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Humboldt-Universität Berlin haben innerhalb zweier Projekte über sechs Jahre hinweg genauer beobachtet, wie die Stadt Jena und ihre Schulen die Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf angehen.

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Die meisten Lehrer in Jena standen der Inklusion sehr offen gegenüber. Foto: U.S. Air Force photo / Staff Sgt. Carolyn Viss (p.d.)

„Jena ist in vielerlei Hinsicht Vorreiter, was Inklusion angeht“, sagt Bärbel Kracke von der Friedrich-Schiller-Universität. „Allein schon, dass sich die Zuständigen 2011 wissenschaftliche Expertise ins Boot geholt haben, um zu hinterfragen, wie das Thema an Jenaer Schulen behandelt wird – und mit welcher Qualität –, macht deutlich, welchen Stellenwert sie dem Thema beimessen.“ Damals lernten bereits 60 Prozent aller Schüler mit Lernbeeinträchtigungen in allgemeinen Schulen. Inzwischen sind es sogar 90 Prozent.

Bei ihren Untersuchungen haben die Expertinnen festgestellt, dass Inklusion auch in Jena durchaus nicht von allen Schulen getragen wird, sondern dass es besonders engagierte Einrichtungen gibt, die sich dem Thema sehr intensiv widmen. So seien beispielsweise vor allem die Thüringer Gemeinschaftsschulen eine wichtige Anlaufstelle, da hier Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse gemeinsam lernen können und somit ein stabiles Umfeld ohne Schulwechsel gegeben ist.

Gymnasien hingegen verweigerten sich größtenteils der Aufnahme von Schülern mit Lernbeeinträchtigungen und begründen dies mit dem höheren Leistungsanspruch. Doch will Bärbel Kracke das nicht gelten lassen: „Wissenschaftliche Studien sagen ganz klar, dass die schulische Leistung von Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf nicht leiden an Schulen, die inklusiv auch andere Kinder betreuen“, sagt die pädagogische Psychologin. „Im Gegenteil dazu zeigen andere Untersuchungen, dass die Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen dadurch gefördert wird.“

Schule sollte nach Krackes Meinung immer offen sein für die soziale Vielfalt der Gesellschaft, um die Integration unserer hochkomplexen Gesellschaft zu stärken. Außerdem sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Schüler mit Lernbeeinträchtigungen vom Lernumfeld einer allgemeinen Schule profitieren und beispielsweise häufiger befähigt werden, eine Berufsausbildung zu absolvieren.

„Es gibt viele Schulen hier, die sich dem Thema sehr aktiv zugewandt haben, die Konzepte entwickeln und umsetzen. Und es gibt einige wenige, die sich leider immer noch verweigern“, sagt Kracke. „Die meisten Lehrerinnen und Lehrer stehen dem Thema sehr offen gegenüber. Wir haben in unseren Gesprächen häufig gehört, dass sie es gar nicht als so wichtig empfinden, umfassend theoretisch auf Inklusion vorbereitet zu sein. Viel wichtiger sei es, sich einem Kind mit besonderem Förderbedarf zu öffnen, sich auf die Herausforderung einzulassen, gut mit den Eltern zu kommunizieren und stetig zielgerichtet fortzubilden – dann kommt alles andere während des Machens.“

Insgesamt führten die Erziehungswissenschaftlerinnen Interviews mit etwa 140 Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. „Wir haben mit Schulleiterinnen und -leitern, Lehrerinnen und Lehrern, Sonderpädagoginnen und -pädagogen sowie mit Eltern gesprochen und darüber hinaus den Unterricht an fast allen Schulen beobachtet“, berichtet Krackes Mitarbeiterin Stefanie Czempiel.

Die Herangehensweise Jenas im Bereich Inklusion hat Modellcharakter für andere Kommunen, bestätigten Vertreter des Deutschen Städtetages während der Tagung zum Projektabschluss. Ihr Erfolg sei vor allem der Sensibilität der Verwaltung gegenüber dem Thema zu verdanken. „Zudem investiert die Stadt viel Geld in Schulbegleitung, die zum einen die Kinder mit Hilfebedarf unterstützen und zum anderen in systemischer Funktion eine gesamte Klasse bereichern kann“, sagt Kracke. Zudem treffe sich ein Kreis aus Akteuren der Verwaltung und der Universität regelmäßig, um Prozesse auszuwerten und weitere mögliche Initiativen auf den Weg zu bringen. Eine Koordinierungsstelle innerhalb der Stadt zur Unterstützung von Eltern mit Kindern mit besonderem Förderbedarf während der gesamten Bildungsbiographie wäre darüber hinaus empfehlenswert. (pm)

Die Studienergebnisse sind im Sammelband „Schulische Inklusion in der Kommune“ (Waxmann Verlag, Münster/New York 2019, 350 Seiten, 37,90 Euro, ISBN 978-3-8309-3991-7) veröffentlicht.

Gymnasien kneifen bei der Inklusion (wie eine Abfrage des NRW-Schulministeriums zeigt)

 

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31 KOMMENTARE

  1. „Wissenschaftliche Studien sagen ganz klar, dass die schulische Leistung von Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf nicht leiden an Schulen, die inklusiv auch andere Kinder betreuen“

    Die Studien und ihr Setting möchte ich sehen. Ich akzeptiere die Ergebnisse erst, wenn auch mindestens die 8. Klassen an Gymnasien untersucht wurden.

    • Ich brauche keine Gefälligkeitsstudien ohne mangelnde Ergebnisoffenheit – egal zu welcher Seite. Mir genügt, wenn viele Lehrer und auch Eltern feststellen, dass die Inklusion bei Weitem nicht das hält, was im Vorfeld versprochen wurde, und dass man sich händeringend die Förderschulen zurückwünscht.

  2. “Zudem investiert die Stadt viel Geld in Schulbegleitung, die zum einen die Kinder mit Hilfebedarf unterstützen und zum anderen in systemischer Funktion eine gesamte Klasse bereichern kann”.

    Ich weiß ja nicht, ob es in Jena anders ist als in anderen Kommunen aber grundsätzlich ist das Wort “kann” in dem Zusammenhang richtig gewählt, denn meistens gilt:
    1. Schulbegleitungen bekommt man nicht auf freiwilliger Basis der Stadt, sondern sie werden eher dazu verdonnert.
    2. Schulbegleitungen bekommt häufig nur jemand, der es auch absolut in jeder Hinsicht nötig hat.
    3. Schulbegleitungen sind lediglich für ein einziges Kind zuständig und nicht für die Klasse. Ich hab erst eine Schulbegleitung erlebt, die Interesse daran, sich auch für andere Kinder zu engagieren.
    4. Als Schulbegleitungen werden ungelernte Kräfte eingesetzt, die noch dazu äußerst schlecht bezahlt werden. Ebenso, wie es sehr bereichernd sein kann, kann es auch manchmal wie mit einem 31. Schüler sein.

    • Kommunen gehen dazu über, Pool-Lösungen anzubieten, das bedeutet, dass die Schulbegleitung in einer Klasse für mehrere Kinder mit Bedarf zuständig ist.
      Dabei geht es zuallererst ums SPAREN,
      manchmal kann das Modell auch sinnvoll sein, nicht aber, wenn die SuS die Einzelfallhilfe wirklich dringend und vor allem ständig nötig haben.

      • Ich verstehe nicht, weshalb Lehrer bei so einer Vorgehensweise der Kommunen noch immer die Inklusion in der aktuellen Version verteidigen.

  3. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Schüler mit Lernbeeinträchtigungen vom Lernumfeld profitieren durch und inklusives Lernen bessere Ergebnisse erzielen, während die soziale Kompetenz der nicht beeinträchtigten Schüler steigt, wird inhaltlich von Frau Kracke in rhetorisch geschickter Weise vorgetragen, Quellenangaben werden nicht gemacht, der Umfang derartiger Stichproben dürfte sich auf Kleinststudien und Feldstudien, sowie Einzeluntersuchungen stützen. Das die beeinträchtigten Schüler in den Klassen trotzdem als Sonderlinge wahrgenommen und behandelt werden, kommt der Wissenschaftlerin nicht in den Sinn, und natürlich haben die Gymnasiallehrer mal wieder die falsche Einstellung zur Inklusion, es fehlt mal wieder der Willen dazu derartige Menschenrechte durchzusetzen, auch wenn es gegen den Willen der Eltern ist.
    Da lob ich mir mein NRW oder Bayern und beneide die Bremer, Berliner und die Niedersachsen, wo doch da alles so gut mit der vielbeschworenen Inklusion läuft.

    • Sie schwören doch immer auf Studien…
      aber weil Ihnen die Veröffentlichungen von Professorinnen nicht passen,
      soll nun doch lieber der Elternwille gelten?

      Das sollte man in anderen Fachbereichen an Universitäten auch mal vorschlagen,
      wobei man bedenken muss, dass sich Eltern ganz unterschiedliche Beschulung für ihre Kinder wünschen, ALLE wünschen sich aber gute Bedingungen.

      Wir fordern gute Bedingungen für die Beschulung von Kindern, auch derer mit Beeinträchtigungen.
      Sie selbst wählen für Ihre Kinder eine Schule, bei der Ihnen der Betreuungsschlüssel und die Förderung besser vorkommen.
      Im Artikel wird beschrieben, dass sich eine Stadt engagiert, wissenschaftliche Begleitung ermöglicht und gegen den Trend bessere Bedingungen für Inklusion schafft, indem Schulbegleitungen zugestanden werden, die nicht allein als Einzelfallhilfe, sondern zusätzlich auch systemisch eingesetzt werden.

      Danke an diejenigen in Jena, die sich professionell der Herausforderung stellen und gute Bedingungen für das Gelingen von Inklusion zur Verfügung stellen oder durch Forschungen unterstreichen!

  4. Viel wichtiger sei es, sich einem Kind mit besonderem Förderbedarf zu öffnen, sich auf die Herausforderung einzulassen, gut mit den Eltern zu kommunizieren und stetig zielgerichtet fortzubilden – dann kommt alles andere während des Machens.“….Achso. Bei 30 Schülern auch im Gymnasium kein Ding.

    • Genau. Und weil das kein Ding ist, sollten die Grundschullehrer das auch so ironisch handhaben, wie Sie es geschrieben haben.

  5. Will die Redaktion von News4teachers.de tatsächlich über Inklusion diskutieren? Mir kommt der Versuch leider etwas unbeholfen daher. Man schafft es nicht einmal im Artikel, beide Geschlechter anzusprechen. Momentan wird nur über Inklusion von Schülern gesprochen. Mädchen sind ausgeschlossen oder wieder nur mitgemeint? Wie soll denn Inklusion funktionieren, wenn nicht einmal Verständnis für die Gleichstellung der Geschlechter aufgebracht wird. Hier sollte dringend ein Umdenken erfolgen! Die Bemühungen um Inklusion kommen auf diese Weise ziemlich halbherzig daher!

    • Wenn das das eklatanteste Problem der Inklusion wäre, hätten wir keine wirklichen Probleme mehr damit. Die Finanzierung, das (ausgebildete und anständig bezahlte) Personal, vernünftig fortgebildete Lehrer, der Umgang mit den Regelschülern in Inklusionsklassen gerade ab Klasse 8 usw. sind völlig ungeklärt. Die Kommunen bauen Rollstuhlrampen und verpflichten am liebsten Arbeitslose als 1€-Jobber zu Inklusionshelfern. Den Rest sollen die nicht fortgebildeten Lehrer einfach so erledigen.

    • Werte Hendrike Kunert, die Redaktion hat es durchaus geschafft, zwei Geschlechter anzusprechen: Da steht im 2.Absatz: “So seien beispielsweise vor allem die Thüringer Gemeinschaftsschulen eine wichtige Anlaufstelle, da hier Schülerinnen(!!) und Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse gemeinsam lernen können und somit ein stabiles Umfeld ohne Schulwechsel gegeben ist.” Zudem ist wiederholt von Expertinnen und Lehrerinnen die Rede, daher kann ich Ihren Vorwurf nicht nachvollziehen. Übrigens drücken Sie mit Ihrer Forderung, “BEIDE GESCHLECHTER” anzusprechen, unmissverständlich aus, dass es nur zwei Geschlechter gäbe. Ist das nun ein inklusionsgerechter Ansatz? Ansonsten gebe ich PLUS recht: Die wahren Probleme finden sich anderswo.

      • Sie hat die weiblichen Schüler zweimal angesprochen, nämlich als Schüler und noch einmal als Schülerinnen. Dafür hat sie aber die Intersexe bei der Aufzählung weggelassen. Welch ein Fauxpas.
        Mon Dieu.

        • Ich hatte meine Ironie so diskret wie möglich in meine Replik einfließen lassen, aus Gründen…(Plus hat alles Wichtige schon geschrieben.)

    • Sehr geehrte Frau Kunert, der feministischen Sprachkritik ist es gelungen, eine Eigenschaft der deutschen Sprache vergessen zu machen: “Schüler” im Plural ist nie ein geschlechtsspezifischer Begriff gewesen. Ebenso wie bei Hörern, Schriftstellern, Studenten sind auch bei Schülern immer weibliche wie männliche Menschen gemeint. Erst durch die sprachlichen Kapriolen der “Gender”-Aktivisten mit Binnen-I, Geschlechterdoppelnennung (wie etwa: Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler), Gendersternchen-Schreibweisen usw. beginnt sich in der akademischen Bevölkerung die Meinung auszubreiten, es seien nur Männer gemeint, wenn z.B. von Wissenschaftlern oder Wählern die Rede ist. Wenn Sie aber beliebige längere Texte analysieren, stellen Sie leicht fest, dass die ursprüngliche, natürliche, kürzere Sprechweise irgendwann zum Vorschein kommt, selbst wenn jemand, um seine politische Überzeugung oder seine Ergebenheit gegenüber dem Sprachfeminismus zu demonstrieren, brav die Doppelbenennung zelebriert.

        • Klar.
          Deshalb stehen Priesterinnen in der katholischen Kirche am Altar, vollziehen die Taufe und segnen die Hostien.
          Amen!

          • Ich habe den Begriff “Lehrer” immer für beide Geschlechter gesehen.
            In der katholischen Kirche gibt es “Helfer” in der Kirche, da meint man auch beide Geschlechter.
            Wo es immer Unterschiede gab, war zwischen Priester und Priesterinnen. In meinen Augen ist das reiner Sprachgebrauch, den man nicht durch zwanghafte zusätzliche weibliche Formen verkomplizieren muss. Ich sehe es von der rein sprachlichen Seite her.
            Ich habe mich als Frau nie diskriminiert gefühlt, egal wie die Begriffe waren. Zusätzlich erfundene weibliche Begriffe machen die Emanzipation auch nicht besser. Wichtig ist doch, wie Gleichberechtigung gelebt wird. Und da geht es um Dinge wie Gleichberechtigung in der Partnerschaft und im Beruf. Und da fehlt es teilweise noch, wenn man liest, wie sexistisch manche Frauen angegangen werden.

          • In der evangelischen Landeskirche Westfalen gibt es seit 1974 Frauen, die als Pfarrer arbeiten. Es wäre auch möglich, dass Intersexe das Amt ausüben, ebenso wie Homophile, denn niemand wird in der evangelischen Landeskirche auf Grund seiner sexuellen Orientierung ausgegrenzt.

    • @Hendryke Kunert
      Aus welchem Paralleluniversum sprechen Sie zu uns ?
      Verwenden sie gerne Doppellungen von Wortbegriffen, deren grammatikalisches Geschlecht sich vor Ihrem geistigen Hintergrund als ein sexuelles Geschlecht sich darstellt, das grammatikalische Geschlecht nicht mehr als ein sprachliches Gebilde, das niemanden ausgrenzt oder gar ausschließt, denn es schließt eben alle Personenkreise mit ein, sogar den Intersex.
      Sexistische Sprachveränderungen dienen nicht gerade einem besseren Verständnis von Texten, denn sie verlängern Texte unnötig, wo doch die meisten von uns Abkürzungen verwenden, und dann werden Begriffe in ihrer Beschreibung unklarer und unschärfer.
      Und wo bitte bleibt nach ihrer Logik der Intersex, wenn Sie sich auf derartige Sprachneuerungen wie Schülerinnen und Schüler einlassen, wo der Begriff des Schülers alle sexuellen Geschlechter einschließt. Um mehr Klarheit zu schaffen ?
      Dieser neuartige Sprachgebrauch klingt schon bald so irrational wie die irreale Scheinwelt der zeitreisenden Salafisten aus dem fernen Libyen, die sich ständig ihrer selbst geschaffenen Gottheit erinnern, um diese ständig in ihre surreale Lebenswirklichkeit als festen Bestandteil einzubinden, um sich in diesem selbst gewählten Gefängnis masochistisch anmutenden Regeln unterzuordnen.
      Die Mitbürger denken auch ständig an das selbst gewählte höhere Wesen, das sehr ungnädig mit den Freiheiten seiner unterwürfigen Menschen umgeht.

  6. Wie viele Inklusions-Schüler (damit sind nicht die gemeint, die ausschließlich körperliche Behinderungen haben) schaffen es von ihren schulischen Leistungen her aufs Gymnasium?
    Dass auf Gemeinschafts-Schulen mehr Inklusionskinder sind, liegt ja schon im Namen. So lange es aber verschiedene Schulformen gibt werden Inklusionskinder eher auf den Schulen landen, an denen die Leistungsanforderungen nicht so hoch sind – wären sie sonst Inklusionskinder?

    • Es geht doch gar nicht generell um _zielgleiche_, sondern eben auch um _zieldifferente_ Beschulung und dies gilt tatsächlich für alle Schulformen.
      Auch in der Grundschule und auch in der Hauptschule erreichen die Inklusionskinder mit zieldifferenter Beschulung die sonst üblichen Leistungsanforderungen nicht, genau deshalb haben sie ja den Unterstützungsbedarf und andere Vorgaben.
      Aber man könnte gerne auch mal aufschlüsseln, wie viele _zielgleich_ beschulte Inklusionskinder auf die eine oder andere Schulform gehen und wie viele _zieldifferent_ beschulte.

      • Sehr geehrte Fachfrau des Grundschulverbands !
        Eine differenzierte zieldifferente Differenzierung differiert differenzialdiagnostisch divergierend in zieldifferenzierten Zielergebnissen, und somit ergibt diese divergierende Differenzierung differierende Gruppendifferenzierungsergebnisse.
        Jetzt differenzieren Sie mal die divergierenden Differenzierungsergebnisse nach Kriterien der Divergenz, die diese differierenden Ergebnisse erklären.
        Sollte das einem zu Denken geben. Ich meine nein.

        • Sehr geehrter davaluierender Arzt und Vater,

          offenbar detestieren Sie diagnostisch determiniertes Demonstrieren und dementieren detestabel die Determination sowie direktive Determinanten, um deterministisch determinatives Denken zu deteriorieren, Deviierende zu devalvieren detto die Determinologisierung zu determinieren.

          Eine spezialisierte Therapie fürs eigne Kind zu verlangen, dabei aber auf Anamnese und Diagnose verzichten zu wollen, passt nicht zusammen.

          • Sehr geehrte Fachreferentin des Grundschulverbands !
            Methoden der schülergesteuerten Selbstalphabetisierung und des Spracherfahrungsansatzes sind nicht im Geringsten die geeigneten Mittel, um Schülern mit diversen kognitiven, sprachlichen, psychomotorischen und auditiven Defiziten eine nachhaltige Automatisierung im Lesen und Schreiben oder gar der Mathematik beizubringen.
            Die Kritik an den beschriebenen Methoden mit einer Diffamierung der Lehrer gleichzusetzen spricht nicht gerade für die Fähigkeit Kritik an selbst favorisierten Methoden auszuhalten oder diese zu ertragen.
            Ich danke Ihnen ausdrücklich für den mir und anderen Kritikern entgegengebrachten menschlichen Respekt.

          • Sie konstruieren Zerrbilder der Methodik, spulen sie immer und immer wieder ab und unterstellen deren Gebrauch Lehrkräften, deren Unterricht Sie nie gesehen haben, deren Vorbereitung Sie nicht kennen, deren Handeln Sie nicht einschätzen können.

            Es schreiben genügend Grundschullehrkräfte hier, die alle gemeinsam nie einen solchen Unterricht gehalten haben und diesen auch nicht einmal vom Hörensagen kennen – mich eingeschlossen, ausgenommen die von Ihnen konstruierten Beiträge.

            Tritt man Ihnen entgegen, wird man persönlich angegriffen, die Fachkenntnis in Abrede gestellt, Unterstellungen vorgenommen, das eigene Wort in Frage gestellt und immer wieder wird vorgehalten, dass die Lehrkräfte dieses Zerrbild der Methodik nicht sehen oder nicht laut zugeben würden.

            Hinweise auf Methodenvielfalt, ganz andere Ansätze, deutliche Worte hinsichtlich des Vorgehens bleiben seit Jahren von Ihnen unbeachtet oder werden wiederum in das von Ihnen konstruierte und vielfach wiederholte Zerrbild eingegliedert. Mit an Tatsachen oder Methoden orientierter Kritik hat das wenig zu tun.
            Was man auch schreibt: Am Ende bleiben Sie in Ihrem Zerrbild verhaftet und wettern noch und noch dagegen!

            Da ja irgendjemand diese Zerrbild-Methoden in irgendwelchen Klassen unterrichten müsste, stellen Sie KollegInnen an den Pranger … und gleich alle anderen Grundschullehrkräfte unter Generalverdacht.

            Ich schätze die Kolleginnen und Kollegen in den Grundschulen, die täglich die Arbeit mit den SuS zur Alphabetisierung wie auch zum frühen Mathematikunterricht auf sich nehmen und dies über Jahrzehnte leisten und ihr Vorgehen immer aufs Neue hinterfragen und der Lerngruppe entsprechend anpassen.

            Ob sie freier oder enger dabei führen und arbeiten, ob sie in großen oder kleinen Klassen, in Eingangsstufen oder jahrgangsweise mit Kindern mit oder ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Schwächen oder Beeinträchtigungen, mit oder ohne Unterstützung in der Inklusion arbeiten, bei allen, die ich in meiner Umgebung, beim Hospitieren und über 4teachers kennengelernt habe, weiß ich, dass sie sehr engagiert sind, genau diagnostizieren und die Kinder durchaus in ihrer Entwicklung im Blick haben und differenziert unterstützen.
            Ein Dank an alle KollegInnen, die sich in dieser Beschreibung wiederfinden: Ihr seid großartig!

          • Sehr geehrte Fachvertreterin des Grundschulverbandes !
            Sie sind die einzige Kommentatorin hier im Forum, die vehement die Anwendung der Methoden des Spracherfahrungsansatzes/ lernwegorientiertes Lernen bestreitet.
            Da aber diese Methodik Eingang in die Fachdidaktischen Hinweise Deutsch für Grundschulen des Landes NRW gefunden hat und dort unter dem Hinweis auf Frau Brinkmann dort aufgeführt sind, darf man Gewiss sein, dass diese Methoden auch zur Anwendung kommen.
            Es ist somit zu konstatieren, dass sie entweder hier bewusst die Leser falsch informieren und uns alle für dumm verkaufen wollen, oder es selbst nicht wissen, was bedeuten würde, dass Sie selbst keine praktizierende Grundschullehrerin sind.
            Wie gesagt, denn selbst in den Fachdidaktischen Hinweisen für Grundschullehrer des Landes NRW sind diese Methoden aufgeführt, werden dort empfohlen, was ihren Behauptungen ebenso widerspricht, wie die praktische Anwendung des Spracherfahrungsansatzes in der ersten und zweiten Klasse, denn die Rechtschreibwerkstatt des Norbert Sommer-Stumpenhorst findet nach wie vor Anwendung in der täglichen Praxis.
            Und dessen Materialien basieren auf dem Spracherfahrungsansatz.

            Mein ausdrücklicher Dank gilt den vielen Grundschullehrerinnen, die sich längst anderen Methoden zugewendet haben und in ihrer täglichen Arbeit sich auf die praktische Anwendung von linguistisch fundierten Methoden der Sprachvermittlung stützen.

  7. Eine zieldifferente Differenzierung divergiert zieldifferenziert im Differenzierungsergebnis, so die Differenzierung differenziert divergierende Zielgruppen differenziert einbezieht.
    Eine zieldifferent orientierte Kritik der Zieldifferenzierung differiert zieldifferenziert bei differierend betrachteter Zielbewertung, so die differierenden Zielkriterien divergierend zielstrukturell bewertet werden.
    Sollte uns das zu Denken geben. Ich meine nein.

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