Unis wollen mehr Aufmerksamkeit für kleine Fächer

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FRANKFURT/MAIN. Nach dem Motto «klein, aber oho» wollen hessische Universitäten sogenannte Orchideenfächer stärker in den Blick rücken. Motto: Auch kleine Fächer mit wenigen Studenten und Professuren wie Afrikanistik oder Keltologie haben ihre Daseinsberechtigung. Um ihre Bekanntheit zu erhöhen, planen die Unis von Frankfurt, Gießen und Marburg im kommenden Wintersemester «Kleine-Fächer-Wochen» mit Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen oder Film- und Theateraufführungen.

Auch kleine Orchideenfächer haben nach Ansicht vieler Hochschullehrer ihre Daseinsberechtigung. Bild: Anonymes Gemälde (17. Jhdt) / Wikimedia Commons (p. d.)

Kleine Fächer «liefern einen wesentlichen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen, bieten vielfältige Studienmöglichkeiten und ein breites Feld beruflicher Perspektiven», so die Hochschulen. Das hessische Wissenschaftsministerium sprach von einer «elementaren Funktion» für die Wissenschaftslandschaft.

Der Erhalt von «Orchideenfächern» stand in der Vergangenheit immer mal wieder zur Diskussion. Um kleine geisteswissenschaftliche Fächer dauerhaft zu erhalten, wurden in Hessen vor mehr als zehn Jahren an den Unis von Gießen, Marburg und Frankfurt regionale Zentren mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten gegründet.

Dem Ministerium seien derzeit keine Überlegungen von Hochschulen bekannt, kleine Fächer schließen zu wollen, teilte ein Sprecher weiter mit. Sollte es entsprechende Überlegungen geben, müsste die Hochschule einen Antrag stellen. «Wir würden dann wie schon 2006 mit der betroffenen Hochschule in Gespräche darüber eintreten, wie sich das Angebot erhalten ließe, möglicherweise auch wie bei der Zentrenbildung in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen.» (dpa)

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1 KOMMENTAR

  1. „Kleine Fächer“ sind absolut wichtig. LEIDER gehört in diese Katagorie – man will es nicht vermuten – auch die Deutschdidaktik, die (obwohl total wichtig und auch bis zur Schmerzgrenze ausgelastet) nicht an jeder Uni/Hochschule mit Grundschullehrerausbildung mit wenigsten einer Professur vertreten ist! Unter Umständen gibt es keine einzige – und es herrscht Lehrkräftemangel!!! Über die sog. Qualitätsoffensive der Bundesregierung werden fast ausschließlich Mitarbeiterstellen finanziert, über die dann die gesamte Ausbildung laufen soll. Erstaunlicherweise gibt es hier viel zu wenig Protest! Wenn die Schülerleistungen in den nächsten großen Studien weiter absacken (Prognose: sicherlich wird das so sein), dann ist die Aufregung wieder groß …

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