GEW findet Debatte um Sprachkenntnisse von Grundschülern populistisch

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LEIPZIG. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen findet die Debatte um Sprachkenntnisse von Grundschülern populistisch und fordert mehr Sachlichkeit. «In Sachsen gibt es sehr erprobte Konzepte für die sprachliche Förderung von Kindern sowohl in der Grundschule als auch in der Kita im Rahmen des Sächsischen Bildungsplans», erklärte GEW-Chefin Uschi Kruse am Freitag in Leipzig. Das sächsische Integrationskonzept sehe an Stelle von separierten DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) eine individuelle, schrittweise Integration von Mädchen und Jungen mit ausländischen Wurzeln in die Regelklasse vor.

Gibt’s keinen Platz für Flüchtlingskinder an deutschen Grundschulen? Der Vorschlag, sie bei Sprachmängeln erst einmal auszusondern, sorgt für Widerspruch. Foto: Shutterstock

Problematisch sei es allerdings, wenn Schulen in Stadtvierteln mit einem hohen Anteil armer und bildungsferner Familien noch Verantwortung für geflüchtete Kinder und Jugendliche übernehmen, hieß es. Diese Schulen würden bereits einen sehr hohen Anteil von Kindern mit besonderen Förderbedarfen integrieren. Bei der Verteilung von Ressourcen müsse das berücksichtigt werden.

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Die GEW fordert daher die Einführung eines Sozialindexes, damit Schulen mit besonderen pädagogischen Aufgaben durch Zuweisung von zusätzlichem Geld ausreichend unterstützt werden.

Die Debatte um Sprachkenntnisse hatte der CDU-Politiker Carsten Linnemann ausgelöst: «Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen», sagte er kürzlich in einem Interview und schlug für betroffene Kinder eine Vorschulpflicht vor. dpa

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