Schwesig unter Druck, zusätzliche Lehrer zu gewinnen

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SCHWERIN. Es wird schwieriger, neue Lehrer zu finden – auch in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat deshalb unlängst “A13” für Grundschullehrer durchgewunken (News4teachers berichtete). Über bessere Bezahlung und Reformen im Studium soll gegengesteuert werden. Opposition und Wirtschaft verlangen ein höheres Tempo.

Schulpolitik ist eine ihrer größten Baustellen: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Foto: Olaf Kosinsky / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat ein Maßnahmepaket gegen den Lehrermangel und die hohen Abbrecherquoten im Lehramtsstudium angekündigt. Ein wichtiger Baustein des «Aktionsplans Lehrerbildung und Lehrergewinnung» soll die bessere Bezahlung der Grundschullehrer ab dem Schuljahr 2020/21 sein. Ihre Arbeit soll künftig genauso vergütet werden wie an der Regionalschule oder am Gymnasium. Das werde 18 Millionen Euro pro Jahr kosten, sagte Martin.

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Außerdem soll die Ausbildung der Lehrer an den Universitäten praxisnäher werden, mit Gelegenheit für Praktika schon während des Studiums. Den Hochschulen sei ermöglicht worden, mehr Personal für die Lehrerbildung einzustellen. Die ersten Wochen des Studiums sollen, anders als in der Vergangenheit, für Lehramtsstudenten besonders und mit speziellen Informationen für ihr Studium organisiert werden.

Dozenten sollen außerdem künftig in Fachvorlesungen stets den Lehramtsstudenten im Saal darlegen, was der Stoff für ihren Beruf bedeutet. Lehramtsstudenten besuchen teilweise dieselben Vorlesungen wie Mathematik-, Physik-, Biologie- oder Chemiestudenten. Ähnliches hatte Martins Amtsvorgängerin Birgit Hesse (SPD) bereits im Frühjahr angekündigt.

Mit Fachleuten sollen mögliche Änderungen im Lehramtsstudium besprochen werden, um die hohe Abbrecherquote zu senken, sagte Martin weiter. Allerdings erscheint dies nicht ganz einfach. Einerseits dürfe es nicht sein, dass angehende Lehrer an Prüfungen scheitern, deren Inhalt sie in der Schule nicht brauchen werden. Andererseits müsse der wissenschaftliche Anspruch im Lehramtsstudium gegeben bleiben, sagte sie.

Knapp 1000 Abiturienten beginnen pro Jahr im Nordosten ein Lehramtsstudium, nicht einmal die Hälfte kommt dabei auch ans Ziel. Einer im Vorjahr veröffentlichten Studie zufolge schließt nur etwa ein Viertel der angehenden Regionalschullehrer das Studium ab. Ein weiteres Viertel wechselt die Schulart, etwa die Hälfte gibt auf.

Der aktuelle Zustand der Lehrerbildung in MV gibt immer wieder Anlass zur Kritik. Der Fraktionsvorsitzenden der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, gehen die geplanten Reformen zu langsam. «Es müssen unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um das Lehramtsstudium wieder zu einem echten Lehrerstudium zu machen», forderte sie.

Auch die Wirtschaft fordert ein energischeres Vorgehen. «Was seit Jahrzehnten – trotz bekannter Zahlen zu Renteneintritten sowie Krankenständen von Lehrkräften – versäumt wurde: MV braucht dringend ein schlüssiges Konzept zur Deckung des Lehrerbedarfs der Zukunft», sagte die Geschäftsführerin für Berufsbildung beim Arbeitgeberverband VUMV, Joyce Müller-Harms. «Der von der Ministerin skizzierte Aktionsplan «Lehrerbildung und Lehrergewinnung» kann nur ein erster Schritt sein.» Der Unterrichtsausfall an den beruflichen Schulen von mittlerweile 7,7 Prozent sei dramatisch und zeuge nicht von Weitsicht des verantwortlichen Ministeriums.

Das neue Schuljahr ist nach Worten von Ministerin Martin geordnet angelaufen. Bis zum ersten Schultag seien 651 neue Lehrer eingestellt worden, für weitere 107 liefen die Einstellungsverfahren. Allerdings stelle sich die Gewinnung neuer Lehrkräfte bundesweit zunehmend schwierig dar. In Mecklenburg-Vorpommern werde zudem im kommenden Jahrzehnt ein großer Teil der Lehrer in den Ruhestand gehen. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Vielleicht sollte MeVo schon mal so langsam “A 14 für alle” avisieren (ja, 14!). Wenn alle A 13 zahlen und verbeamten, worin soll dann noch der Vorteil bestehen, nach MeVo zu kommen bzw. dort zu bleiben?

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