Initiative gegen Lehrermangel will Volksbegehren starten

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MAGDEBURG. Eine Initiative gegen den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt sieht ihre Forderungen bislang nicht erfüllt und will deshalb ein Volksbegehren starten. Die Aktivitäten und Reaktionen der Landesregierung und des Bildungsministeriums seien seit der Sammlung von 100.000 Unterschriften vor knapp zwei Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben, teilte das Bündnis «Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!» am Freitag mit. Deshalb wolle das Bündnis nun in die Offensive gehen. Die Ideen und Inhalte sowie den zeitlichen Rahmen wollen die Beteiligten am kommenden Dienstag in Magdeburg vorstellen.

Neue Schulmöbel können Schadstoffe freisetzen. Foto: hpeguk / flickr (CC BY 2.0)
Der Lehrermangel führt im ganzen Land zu Unmut. Foto: hpeguk / flickr (CC BY 2.0)

Bei einem Volksbegehren haben die Wahlberechtigten die Möglichkeit, die Gesetzesinitiative zu ergreifen. Voraussetzung ist laut dem Landtag zunächst ein Antrag bei der Landesregierung auf Durchführung des Volksbegehrens mit der Unterstützung von 6000 Bürgern per Unterschrift. Wenn es als rechtlich zulässig eingestuft sei, müsse es von mindestens neun Prozent der Wahlberechtigten unterstützt werden. Der Landtag muss dann über den eingebrachten Gesetzentwurf beraten. dpa

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34 KOMMENTARE

  1. Und was soll das Volksbegehren bringen, wenn sich immer weniger finden, die sich als Lehrer ausbilden lassen wollen?
    Da muss in der Gesellschaft erst einmal ein Umdenken dem Lehrerberuf gegenüber stattfinden, die Zusammenarbeit zwischen Schule, Schüler und Elternhaus auf gutem Boden gedeihen und die äußeren Bedingungen entlastet werden.
    Ich hätte gerne einmal Vorschläge von außen, die den Beruf des Lehrers entstressen! Allem voran Vorschläge zur Reduzierung des emotionalen Stress, verursacht durch respektlosen Umgang Lehrern gegenüber. Dazu kommt noch die Vielfalt der Verwaltungsaufgaben und die Verpflichtung alle naselang Konzepte zu erstellen und schulinterne Ziele wie in einer Planwirtschaft zu erreichen, die den Arbeitseinsatz über die Maßen strapazieren.
    Wie kann man junge Leute dieser überhaupt noch in den Beruf locken? Für viele ist BWL und Co. attraktiver. Das ist heute eine andere Denkweise über einen Lebensentwurf. Früher waren eher die Berufe gefragt, die viel mit Menschen zu tun haben, heute ist es umgekehrt. In meinen Augen hat das mit der gesamtgesellschaftlichen Denkweise zu tun.
    Um für den Beruf wieder zu begeistern, müsste man eine Grundsanierung auf allen Gebieten machen.

    • Genaugenommen finden sich aber nicht immer weniger, die Lehrer werden wollen. Genaugenommen wurde auch dieser öffentliche Bereich jahrzehntelang kaputtgespart, um den Bürgern mehr netto vom Brutto zu ermöglichen, was sich in Wahlaussichten und -entscheidungen niederschlug.

      Überall, wo jetzt Ausbildungsplätze wieder mehr eingerichtet werden, gibt es keinen Mangel an Bewerbern. Die Einstellungsperspektive ist so gut wie nie – auch wenn es im Schnitt 7 Jahre dauern wird. Dass der aktuelle Lehrermangel nicht dafür genutzt wurde, um Arbeitsbedingungen wie von Ihnen, ysnp, beschrieben, deutlich zu verbessern, liegt auch an Leuten wie Ihnen, ysnp, die nach mehr Gehalt schrien und behaupteten, damit werde alles besser.

      • Da, wo Ausbildungsplätze eingerichtet sind, gibt es durchaus Mangel an Bewerbern. Die Betriebe finden keine Auszubildenden, vor allem dort, wo die Bedingungen des Berufes wenig Vorzüge haben, also z.B. das frühe Aufstehen beim Bäcker oder anderes.
        Den Betrieben fällt es schwer, mehr Lohn zu zahlen, aber sie locken mit Reisen, mit Unterstützung beim Führerschein uvm.

        Dass der Lehrermangel an denen liegen würde, die gerechterweise A13 für eine Arbeit mit entsprechender Ausbildung fordern, hat mit der Ausbildungskapazität wenig zu tun und hat zudem einen Denkfehler: Die Lehrkräfte stellen zwar seit Jahrzehnten diese Forderung, sie erhalten das Geld aber nicht.
        Wiederholt der Hinweis darauf, dass genau dieser Vorwurf nicht zielführend ist, sondern den verbesserten Bedingungen zuwider läuft.

        Warum sollte ich mich für einen Beruf entscheiden, in dem die KollgeInnen die Arbeit nicht anerkennen wollen, sondern unermüdlich vorhalten, dass diese Arbeit trotz entsprechender Ausbildung nicht gerecht vergütet werden muss?
        Warum soll ich mich für einen Beruf entscheiden, in dem KollegInnen nicht gemeinsam für bessere Bedingungen eintreten, sondern lieber einigen von ihnen Vorhaltungen machen?

        • @ Palim, es geht aber in diesem Falle nicht darum, dass Berufstätige, die für ihre Arbeit schlecht bezahlt werden oder einfach zu wenig erhalten, gerechterweise mehr verlangen. Es geht darum, dass Gutverdiener mit rund 4000,- brutto Einstiegsgehalt als Besserverdienende auf rund 5000,- brutto kommen wollen und dafür soll “die Allgemeinheit” mit ihrer Steuerleistung blechen, also eben auch all jene, die (Durchschnittsgehalt) nur 2000,- Euro brutto verdienen. Das ist der kleine, aber feine Unterschied.

          Unten schreibt D.Orie vom NC und mehrfach konnte man von abgelehnten Lehramtsstudenten lesen, weil die Ausbildungsplätze nicht reichen. Das Problem ist, dass Sie immer nur sich selbst sehen und ihre eigenen Vorteile für sich, egal, was das für Auswirkungen auf andere hat. Ein solidarisches Miteinander geht anders.

          Wo es herkommen soll, wenn alle mehr verdienen, aber auch weniger Steuern leisten oder wo das eingespart oder wieder “hereingeholt” werden soll, konnten Sie nie schlüssig erklären. Das interessiert Sie ja eben auch nicht. Hauptsache, Sie bekommen mehr und Ihnen geht es gut.

          • Es ist für mich ebenso erstaunlich, dass gerade Sie sich anscheinend eher für das “solidarische Miteinander” berufen fühlen, wo es Ihnen doch einzig und allein darum geht, dass es Ihnen und Ihresgleichen besser geht als den anderen und Gutverdiener zu Besserverdienern werden, egal, woher das Geld dafür kommt (Stichwort Branchenegoismus).

          • Besserverdienend? Neid kommt man nicht geschenkt, den muss man sich schon verdienen.

            In Deutschland ist eines stark zu bemängeln, das Lohnabstandsgebot. Da die tariflich vereinbarten Entgelte im europäischen und vor allem im internationalen Vergleich äußerst gering sind, ist auch der Abstand zwischen den einzelnen Tarifgruppen marginal. Hinzu kommt dass ab den “goldenen Siebzigern” im Bereich des ÖD die unteren Lohngruppen gestrichen worden sind. “Arbeiter” im ÖD (A1 bis A4) gibt es kaum noch. Der überwiegende Teil der Beschäftigten, sowohl Angestellte als auch Beamte, wird im mittleren und im gehobenen Dienst beschäftigt. Der Anteil der Beschäftigten im höheren Dienst ist verhältnismäßig gering.

            Die Besonderheit anderer Teile des ÖD im Gegensatz zum Lehramt ist die Vielzahl von Beschäftigten in einem “Übergangsamt”, die zu A13/E13 eingestuft sind. D.h., sie sind Beschäftigte des gehobenen Dienstes, werden aber mit A13/E13 – der Eingangsbesoldung für den höheren Dienst – vergütet.

            Auch wenn hier immer wieder behauptet wird, dass die Eingruppierung in den gehobenen Dienst niemanden davon abhielte, ein Lehramt im Bereich der Primarstufe oder der Sekundarstufe I auf zu nehmen, ist die Vorstellung A12/E12 bis ans Ende aller Tage zu erhalten, wenn nicht ein Beförderungsstelle oder eine Funktionsstelle angestrebt wird, wenig attraktiv. Und die Zahl der Beförderungsstellen ist im Gegensatz zu den GY und beruflichen Schulen im Bereich GS, HS, RS und anderen Schulformen der SekI sehr, sehr gering.

            Selbst an Gesamtschulen in NRW gibt es deutlich mehr – sowohl absolut als auch relativ gesehen – Beförderungsämter für Lehrkräfte der SekI+II als für solche der SekI.

            Da mit Hinweis auf außertariflich Beschäftigte zur Begründung der Vergütungshöhe grundsätzlich darauf hingewiesen wird, dass diese als “Anerkennung” für die geleisteten Dienste zu sehen ist und den “(Mehr-)Wert” widerspiegelt, den der Empfänger der Vergütung für das Unternehmen/die Gesellschaft schafft, ist es doch kein Wunder, wenn Lehrkräfte des gehobenen Dienstes mit Verweis auf die geänderten Studienregelungen, eine höhere Eingruppierung verlangen.

            Lässt sich der Unterschied zwischen durchschnittlicher Vergütung in Ost und West noch mit der unterschiedlichen Produktivität in diesen Tarifbereichen erklären, versagt dieser erklärungsversuch aber im Vergleich zwischen Lehrkräften der GS und des GY.

            Auf die Benachteiligung von Tarifbeschäftigten im TV-L bzw. TVöD möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen nach zu denken.

          • @ dicke bank,

            was Sie aber immer gerne unter den Teppich kehren (wir wissen ja alle, warum), ist, dass das Durchschnittsgehalt in Deutschland derzeit rund 3000,- Euro beträgt (Ost: rund 2700,-; West: rund 3400). Leider kann ich die Grafik nicht verlinken, aber Sie belegen ja auch nie etwas!

            D.h. Lehrer verdienen mit einem Einstiegsgehalt (!) von rund 4000,- Euro also nicht schlecht, sondern gut. Wenn sie wie in Berlin auf gut 5000,- Euro kommen, verdienen sie sehr gut. Und wir sprechen hier – außer im Falle von Berlin – von Einstiegsgehältern!!! (in Berlin kann es dann neu noch die Erfahrungsstufe 6 und die Brennpunktzulage geben)

            Von Neid reden in der Regel die, die ihre finanziellen und sonstigen Vorteilen gegenüber anderen weiterhin ungeniert und unangetastet und unhinterfragt genießen möchten. Ist man selber nicht auf dieser “Sonnenseite”, dann redet man von Gerechtigkeit. So ist das halt. Wie ich immer sage: Die Leute wollen maximal verdienen; minimal Steuern zahlen und möglichst alles vom Staat erstattet bekommen.

            Solidarisches Miteinander geht eben anders! Das Klima macht es vor! Die Klimaprobleme lösen wir auch nur gemeinsam. Klima macht an den Grenzen nicht Halt. Armut in anderen Ländern auch nicht. Die kommt dann zu uns (personell). Selber schuld, könnte man sagen.

          • Oben nannte ich bei Durchschnittsgehalt eine andere Zahl. Das war nicht das Durchschnittsgehalt, sondern Millionen, die weniger als 2000,- Euro monatlich verdienen.

            (Aber Hauptsache, die Lehrer bekommen alls A/E 13! Das ist kein solidarisches Miteinander, Palim, das ist vielleicht ein “solidarische Für-die-Lehrer-ander”. Mehr aber nicht.)

          • @ dicke bank,

            ach ja, Sie sind mir noch die Antwort auf die Frage schuldig, ob Lehrergehälter auch wieder sinken dürfen/sollen/müssen, wenn die Lebenshaltungskosten sinken (z.B. durch Deckelung der Mieten auf 30% des Haushaltseinkommens, wie in Berlin geplant).

            Oder darf man das, was man erst wegen der hohen Lebenshaltungskosten brauchte, dann bei niedrigeren Lebenshaltungskosten einfach für sich behalten? Hat man halt Glück gehabt. 🙂 Bezahlen tuns ja die anderen (Steuergelder). Die sollen doch aber auch sinken, weil sie viel zu hoch seien?!?

          • “Besserverdienend? Neid kommt man nicht geschenkt, den muss man sich schon verdienen.”

            Wo kommt denn der Hinweis auf Neid her?
            Neid würde bedeuten, dass man jemandem etwas nicht gönnt.
            SekII-LuL erhalten nach Master + 2. Examen eine Anstellung zu A13.
            Darauf muss man nicht neidisch sein. Warum sollte man?
            Ich kenne niemanden, der den SekII-LuL diesen Status wegnehmen wollen würde.

            GS-und SekI-LuL erhalten nach Matster + 2. Examen keine Anstellung zu A13. Das darf man ungerecht finden.
            Warum sollte man diese Ungerechtigkeit hinnehmen?

            Ist man an anderer Stelle auch bereit, die Ungerechtigkeit, die einen selbst nicht belangt, hinzunehmen?

          • @mückenfuß – mein Gehalt ist kein Äquivalent zu den Lebenshaltungskosten, ich erhalte es, weil ich es wert bin. Und da ich mehr wert bin – eben E13. Würde ich weniger bekommen, würde ich kündigen. Woanders lässt sich mit meiner Dopelqualifikation eben mehr verdienen.

    • @ysnp
      Sie schrieben: “Früher waren eher die Berufe gefragt, die viel mit Menschen zu tun haben, heute ist es umgekehrt. In meinen Augen hat das mit der gesamtgesellschaftlichen Denkweise zu tun.”
      Dasselbe habe ich auch schon gedacht.
      Heute wird lieber darüber palavert, was andere oder “der Staat” doch alles Gutes und Hilfreiches an den Menschen tun müssten. Man selbst hält sich privat und beruflich fein raus aus diesen Tätigkeiten, möchte jedoch per edlem Lippenbekenntnis unbedingt zu den Leuten gehören, die als sozial engagiert und am Schicksal der Mitmenschen interessiert gelten. Dabei kommen regelrechte Überbietungswettkämpfe an Forderungen heraus, die man selbst ja nicht erfüllen muss, dafür aber umso dreister an andere, z. B. auch Lehrer, stellen kann.
      Mir geht diese faule und selbstgefällige Frömmelei fürchterlich auf die Nerven. Oft ist sie sogar aggressiv und beleidigend jenen Menschen gegenüber, die Gutes tun anstatt großkotzig darüber zu reden, was getan werden müsste.

      • Ihr Kommentar gefällt mir. Es stimmt: Deutschland ist eine Nation von edlen Klugscheißern geworden, die sich mit hohlem Edelgeschwätz “verdient” machen wollen und erschreckend beleidigend werden, wenn ihnen jemand die Tour vermasselt.

  2. Das ist eine gute und wichtige Initiative! Da bin ich dabei. Entgegen Ysnps-Meinung sehe und weiß ich, dass es viele Studieninteressierte gibt, d. h. der strenge NC muss weg und die Studienkapazitäten müssen ausgebaut werden – aber nicht nur mit wiss, Mitarbeitern. Kennt jemand eigentlich eine genaue Übersicht über die Zahlen der abgelehnten Studienbewerber?

  3. @ Mückenfuß: Aber “der Allgemeinheit” steht es doch frei, auch diesen in ihren Augen so gut bezahlten Beruf zu ergreifen. Es ist ja nicht so, dass es ein Privileg darauf gibt. Das Problem ist, dass der Lehrerberuf für viele nicht mehr attraktiv ist, das Festsitzen auf A12 ist einer der Gründe. GS-Lehrerinnen können in BY auf A13 aufsteigen bei entsprechender Qualifikation und werden dann aber bei einem Bundeslandwechsel wieder abgestuft. Dieser Umgang mit Lehrern und das Sich-nicht-wehren-können tun auch der Attraktivität nicht gut.

    • Liegt daran, dass die anderen Länder eben keine GS-Stellen zu A13 ausschreiben dürfen. Die Vergütung hängt ja von der Planstelle und nicht vom Bewerber um die Planstelle ab. Wenn sich innerhalb NRW jemand mit A13/E13 auf eine A12-Stelle bewirbt, erhält er auch nur A12. Gynasiallehrkräfte, die an Realschulen in NRW eingesetzt sind, bekommen A12, da sie ja keinen Unterricht in der GOSt geben und kein Abitur abnehmen. Anders an Sekundar- und Gesamtschulen, an diesen Schulformen gibt es Planstellen für A13-Lehrkräfte des höheren Dienstes.

      Die einzige Ausnahme sind die als Lehrkräfte der SekI+II, die an GS vorübergehend eingesetzt sind. Diese erhalten während der Grundschulzeit A13 dafür, dass sie “Nebenfächer” – kein D, kein M – unterrichten.

      • Bei uns erhalten die Gymnasiallehrkräfte, die an die Grundschulen abgeordnet sind, weiter ihr Gehalt, also A13 aufwärts,
        das Deputat wird angepasst, sofern es sich um eine oberhälftige Beschäftigung handelt müssen dann insgesamt 28 Unterrichtsstunden erteilt werden, ggf. auch alle an der Grundschule.

        Diese Lehrkräfte unterrichten möglichst ihre studierten Fächer, also u.a. Deutsch oder Mathematik, in Absprache auch Neigungsfächer, also alles.

        • @ Palim, dass man bei Abordnung an ein anderes Lehramt seine alten Bezüge behält, hat wohl etwas mit “Bestandsschutz” zu tun. Vermute ich. Es geht auch anders, wurde in Brandenburg vor Jahren ein Gymnasiallehrer an einer Grundschule eingestellt (Neueinstellung), bekam er auch ein Grundschullehrergehalt.

          Inzwischen bekommen sie dort auch alle A 13. (entspricht wahrscheinlich A 12 in Niedersachsen???)

    • @ Missisippi, das ist sowas von falsch und – wie ich finde – von oben herab. Wie soll denn jeder (!?) Lehrer werden, wenn es einen NC bzw. oft genug nicht genug Studienplätze gab/gibt? Und warum spielt es jetzt für Sie keine Rolle mehr, welche Voraussetzungen man mitbringt. Es kann aben nicht jeder Lehrer werden. Und man kann auch andere Berufe ergreifen, wenn man gut verdienen will. Das ist doch ein Quatsch-Argument.

      Außerdem stimmt ja Ihre Behauptung nicht, dass es an Grundschullehrern mangelt, weil die “nur” A/E 12 bekommen statt A/E 13. Alle, die jetzt Lehrer sind, beweisen das, denn sie begannen ihre Berufsausbildung, als es noch kein A/E 13 für GS-Lehrer gab. Alle, die noch in der Lehramtsausbildung stecken, beweisen das – außer vielleicht welche, die in den letzten Jahren anfingen und in Berlin, Brandenburg, MeVo arbeiten wollen. Alle anderen wussten/wissen auch nicht, ob sie jemals A/E 13 bekommen werden. Die Signale dazu sind sehr widersprüchlich. Es reicht von Versprechungen bis zu Absagen. Gehen dann alle diese neuen Lehrer nach Berlin, Brandenburg, MeVo? Wir werden sehen.

      Übringens, A 13 in MeVo bringt genauso viel wie A 12 in Baden-Württemberg. Wenn man in BaWü dann also auch das Allheilmittel A 13 für GS-Lehrer durchgesetzt hat, wo ist dann die Gerechtigkeit gegenüber den Lehrern in MeVo? Ah, dann können die ja alle nach BaWü gehen? Warum haben die das nicht längst schon getan? Sie wären alle verbeamtet worden. Schon lange.

      Man sieht, diese Argumentation sind sowas von falsch……. Falscher geht’s gar nicht.

      • @ Mückenfuß:

        Gehaltstabelle: Brutto- und Nettogehälter pro Monat von Grundschullehrer(in) A12 / E11 je Bundesland zum Berufseinstieg
        Bundesland Bruttogehalt Nettogehalt** Bemerkungen*
        Baden- Württemberg 3.533,38 € 2.779,50 €
        Bayern 3.439,75 € 2.720,60 € JSZ 65 %, Dienstanfänger 70 %
        Berlin*** 4.613,36 € 2.589,94 € nur Tarifbeschäftigte! ***
        Brandenburg 3.403,13 € 2.697,43 € kein Ehegattenzuschlag
        Bremen 3.402,36 € 2.697,01 €
        Hamburg 3.540,79 € 2.784,10 € JSZ 300 € je Kind im Dez.
        Hessen 3.358,17 € 2.668,91 €
        Mecklenburg- Vorpommern 3.200,21 € 2.567,84 € JSZ A12: 33,3% ; A13: 29,4%
        Tarifbeschäftigte wie Sachsen
        Niedersachsen 3.427,53 € 2.712,87 €
        Nordrhein-Westfalen 3.459,71 € 2.733,18 €
        Rheinland-Pfalz 3.191,65 € 2.562,26 €
        Saarland 3.218,67 € 2.579,70 €
        Sachsen**** 3.442,05 € 2.073,51 € nur Tarifbeschäftigte! ****
        Sachsen-Anhalt 3.278,56 € 2.618,13 € JSZ 400€
        Tarifbeschäftigte wie Sachsen
        Schleswig-Holstein 3.410,15 € 2.701,90 €
        Thüringen 3.282,70 € 2.620,79 € Tarifbeschäftigte wie Sachsen

        Die Einstiegsgehälter für Grundschullehrer sind niedriger, als von Ihnen behauptet. 4500€ brutto gibt es hier in BaWü nach 20 Berufsjahren. So gesehen müssten Sie allen Besserverdienern vorwerfen, dass ihr Gehalt auf Kosten der Allgemeinheit geht, wie Sie oben schrieben. Auf die anderen Lehrämter gibt/gab es keinen NC. So hätte eben doch jeder (mit Abitur) dies studieren können.

        • Es kommt wohl immer darauf an, auf welche Zahlen man sich stützt und wie man sie interpretiert. Ich habe mir meine Zahlen nicht ausgedacht. Laut dieser Übersicht bekommen Grundschullehrer in MeVo mit A 13 rund 3600,- Euro brutto. Das entspricht inetwa A 12 eines Grundschullehrers in BaWü.

          Gleich die erste Tabelle (Angaben für 2018/19):
          https://www.oeffentlichen-dienst.de/news/69-gehalt/300-grundschullehrer-gehalt-lehrergehalt.html

          Woher Sie Ihre Zahlen haben, Missisippi, bleiben Sie uns leider schuldig, sodass wir das nicht überprüfen können, warum bei Ihnen etwas anderes steht. Falsch ist es auf alle Fälle, denn in Berlin werden Grundschullehrer seit 2018 mit A/E 13 und Erfahrungsstufe 5 eingestellt, was laut dieser Übersicht rund 5300,- Euro brutto ausmacht.

          https://www.berlin.de/sen/bildung/fachkraefte/einstellungen/lehrkraefte/

          Es ist nervig, dass Angaben als falsch bezeichnet werden und etwas dagegen “präsentiert” wird, aber man kann nicht prüfen, wie es zu den unterschiedlichen Angaben kommt. IHRE ZAHLEN sind falsch?!? Verlinken Sie bitte Ihre Quelle!!!

          Ich habe auch nicht gesagt, dass Besserverdienende sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, wie Sie es nun gerne entstellen, sondern dass manche die Lösung gegen den Lehrermangel darin sehen, aus Gutverdienern Besserverdiener zu machen und dass das hilft, bestreite ich und habe ich unten in den Daten zu Studienabbrechern und mangelnden Ausbildungsplätzen belegt.

        • Achso, ja, mit meinen rund (!) 4000,- Euro brutto bei den Grundschullehrern hatte ich etwas stark aufgerundet. Ok, das räume ich ein. Aber es ändert doch nichts an der Kernaussage, dass es manchen Lehrer gut verdienen und deutlich mehr als der Durchschnitt und dass es manchen hier nur darum geht, noch mehr zu verdienen und dass das erstens nicht das ist, was wir gegen die Bildungsmisere und die Arbeitsbelastungen brauchen und zweitens nicht das ist, was den Lehrermangel verursacht hat, ihn also auch nicht beseitigen kann.

          DARUM gehts doch!

          (Es wird langsam wieder sehr unübersichtlich mit den Kommentaren.)

      • https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsentgelt/einstiegsgehalt

        Bei diesem Link sieht man, dass LehrerInnen auch nicht mehr verdienen, als andere Akademiker und das (laut H. Mückenfuß) auf Kosten der Allgemeinheit.
        Herr Mückenfuß oben: “Es geht darum, dass Gutverdiener mit rund 4000,- brutto Einstiegsgehalt als Besserverdienende auf rund 5000,- brutto kommen wollen und dafür soll “die Allgemeinheit” mit ihrer Steuerleistung blechen, also eben auch all jene, die (Durchschnittsgehalt) nur 2000,- Euro brutto verdienen. Das ist der kleine, aber feine Unterschied.”

        Auch bei anderen Akademikern (und wohl vielen Berufen) gibt es ein Nord-Süd, Ost-Westgefälle, was ja immer von Herrn Mückenfuß als Benachteiligung der Ostlehrer angeführt wird (A13 im Osten entspräche A12 im Westen).

        • Was dieser Link belegen soll, verstehe ich nicht. Ich habe Links gebracht, die konkret Lehrergehälter belegen. Manche davon bringe ich seit Jahren. Warum weigern Sie sich, diese zur Kenntnis zu nehmen? Mit welcher Kompetenz bezeichnen Sie diese Angaben womöglich als falsch?

          Ich bin nicht der, der über zu niedrige Lehrergehälter jammert und ich bin nicht der, der sein Gehalt an dem Gehalt jener Akademiker misst, die noch mehr verdienen. Ich bin im Gegenteil immer sehr zufrieden mit meinem Gehalt und ich finde, dass Lehrer aller Schularten gut verdienen. Anders als Sie finde ich Unterschiede je nach Lehramt gerechtfertigt.

          Unterschiede je nach Region/Bundesland finde ich viel fragwürdiger als Unterschiede je nach Lehramt. Aber mein Thema ist das gar nicht, denn ich akzeptiere ja Unterschiede. Sie und andere hingegen wettern gegen die Unterschiede zwischen den Lehrämtern mit dem Argument vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Aber bei den Unterschieden je nach Region/Bundesland interessiert Sie dieses Argument plötzlich doch nicht mehr. Da finden Sie Unterschiede dann doch gerechtfertigt, mindestens normal, weil “das nunmal so ist”. (Das lese sich aus Ihrem letzten Absatz heraus.) Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist also gar nicht so wichtig für Sie, sondern lediglich “mehr Geld für mich”.

          • Zitat: “… was ja immer von Herrn Mückenfuß als Benachteiligung der Ostlehrer angeführt wird (A13 im Osten entspräche A12 im Westen)”

            Es wäre schon schön, missisippi, wenn Sie mich korrekt zitieren bzw. wiedergeben, das sollte eigentlich jeder Akademiker beherrschen, zumal das Grundlage jeder seriösen Diskussion ist, ich schrieb von Grundschullehrern und ich schrieb von MeVo und BaWü.

            Den Link, aus dem das hervorgeht, habe ich oben eingefügt.

        • Generell werden Beschäftigte des ÖD vom Steuerzahler bezahlt. Sie verrichten ja auch Aufgaben für die Allgemeinheit. Da die Bezahlung im ÖD weit hinter der der “freien Wirtschaft2 hinterher hinkt, hat der ÖD eben entsprechende Probleme qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Die nicht besetzten Planstellen bzw. die in den letzten Jahrzehnten mit einem kw-Vermerk belegten Planstellen, die dazu führen, dass Aufgaben nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden können, sprechen doch Bände.

  4. @Redaktion
    Wäre es möglich, einmal zu recherchieren (oder sind der Redaktion Quellen bekannt), wie viele Studierwillige in welchen Lehrämtern bei Studienbeginn in Ermangelung von Studienplätzen bzw. aufgrund des NC zurückgewiesen werden? Ich finde diesbezüglich keine Quellen.
    Es wäre interessant zu wissen, wie hoch die Diskrepanz zwischen Studierwilligen und tatsächlich Studierenden in den Lehrämtern und Studienfächern ist, wo ein Mangel vorherrscht und ob es die überhaupt gibt, wie hier einige meinen.

    • Kann ich mir gut vorstellen. Der Median des monatlichen Nettoäquivalenzeinkommens liegt bei rund 2000€. Dank Schichtzulagen, Boni, Urlaubsgelt usw. dürften Automonteure bei Audi nach hinreichend vielen Arbeitsjahren das schaffen.

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