Künstliche Intelligenz: Mehrheit der Schüler weiß nicht, was Maschinelles Lernen ist

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BERLIN. Von der potenziellen Lösung der großen Menschheitsprobleme, bis hin zu Weltuntergangsfantasien – das Meinungsspektrum im Hinblick auf künstliche Intelligenz ist weit gesteckt. Mit einer Jugendaktion versucht das BMBF im Rahmen des aktuellen Wissenschaftsjahrs die Behandlung des Themas im Schulunterricht zu fördern, ausgerechnet mit einem klassischen Brettspiel.

72 Prozent der deutschen Jugendlichen fühlt sich im Schulunterricht schlecht über Künstliche Intelligenz (KI) informiert; mehr als die Hälfte (54 Prozent) kann das Prinzip des Maschinellen Lernens nicht erklären. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

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Ein Brettspiel soll es richten. Die Jugendaktion zum aktuellen Wissenschaftsjahr mache Technologie transparent und schaffe so Vertrauen und Kompetenz, meint Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Für die Umfrage wurden 750 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren befragt. 86 Prozent von ihnen wünschten sich dass das Thema KI und die damit verbundenen Entwicklungen umfangreicher als bisher im Schulunterricht behandelt würden.

„Wir müssen sicherstellen, dass gerade Kinder und Jugendliche an wichtige Zukunftsthemen herangeführt werden“, betonte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek angesichts der Ergebnisse. Mit einer Jugendaktion zum aktuellen Wissenschaftsjahr – 2019 unter dem Motto „künstliche Intelligenz“ – sollen daher Lehrer motiviert und unterstützt werden, das Thema in den Unterricht einzubeziehen. Neben Lehr- und Arbeitsmaterialien, bietet die Aktion, nachdem die ursprüngliche Version bereits vergriffen sei, eine Anleitung zum Bau eines Brettspiels, das es Lehrern erleichtern soll, „Maschinelles Lernen“ als Teilgebiet der KI nachvollziehbar aufzubereiten.

Neben der Förderung der deutschen KI-Forschung sei es Karliczek ein besonderes Anliegen, die Gesellschaft bei der Entwicklung dieser Zukunftstechnologie miteinzubeziehen, heißt es in einer Pressemeldung des Miniteriums zum Spiel. „Mit den Lehr- und Arbeitsmaterialien können Jugendliche entdecken, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung im Bereich KI leisten. Gleichzeitig sollen sie auch kritisch reflektieren, wie wir als Gesellschaft KI nutzen wollen“, so die Ministerin.

• BMBF-Webseite zur Jugendaktion

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5 KOMMENTARE

  1. Künstliche Intelligenz: Mehrheit der deutschen *Journalisten* weiß nicht, was Maschinelles Lernen ist.

    Angesichts der Flut an sinnfreien Artikeln zu dem Thema ist es ehrlich gesagt nicht verwunderlich, wenn die Jugend nicht weiss, was sie sich unter Machine Learning vorzustellen hat. Die Artikel (ausser in Fachmedien) sind komisch verquirlte Weltuntergangs- oder Erlösungsphatasien das Autors zusammengemixt mit Folgen aus Star Trek, an die der Autor sich zufällig bruchstückhaft erinnert, die aber nächste Woche ganz bestimmt wahr werden…

    • Selbst als Informatiklehrer bin ich kein ausgewiesener Experte dafür und mehr als die Grundlagen habe ich mir dazu nicht angeeignet. Insofern sollte man dies im Informatikunterricht oberflächlich thematisieren, da die meisten Lehrkräfte dies gar nicht beurteilen können und dieses Thema rasant im Wandel ist.

      Ich persönlich versuche die Themen KI und Robotik einzubringen und zu zeigen, was dort heute möglich ist bzw. nicht möglich ist. ABER: mir ist ganz wichtig auch die rasanten Entwicklungen deutlich zu machen. Sieht man sich dazu den Fortschritt von Boston Dynamics in den letzten 3-4 Jahren an, wird einem dabei schon mulmig.

      Ich stimme ihnen zu, dass da oft viel phantasiert wird, aber man sollte dennoch den SuS ehrlich aufzeigen, welche Veränderungen gerade die Themen KI und Robotik auf den Arbeitsmarkt haben werden. Wenn wir heutzutage z.B. Schüler ermutigen in die Logistik zu gehen, muss man sich schon fragen, inwiefern das ein guter Ratschlag ist.

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