Studierende aus dem Ausland bei Wohnungssuche im Nachteil

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BERLIN. Lange Wartelisten, steigende Mieten: Studienanfänger haben es in Berlin nicht leicht, eine Wohnung zu finden. Eine Gruppe ist besonders von dem Mangel an günstigen Wohnungen betroffen.

Zwei Wochen vor Semesterbeginn warten rund 4200 Studierende in Berlin auf einen Wohnheimplatz. Von der Knappheit des Angebots an Zimmern und Wohnungen in Berlin sind vor allem Interessenten aus dem Ausland betroffen. «Ein Großteil unserer Bewerber sind internationale Studierende», berichtete eine Sprecherin des Studierendenwerks. Drei von vier Wohnheim-Bewohnern seien nicht aus Deutschland. Berlin baut gerade 5000 neue Wohnheimplätze – nicht genug nach Ansicht des Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach (SPD). Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Freien Universität forderte mehr preiswerte Wohnungen in der Stadt.

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Begehrt und knapp: Ein Zimmer im Studentenwohnheim. Foto: heipei /flickr (CC BY-SA 2.0)
Begehrt und knapp: Ein Zimmer im Studentenwohnheim. Foto: heipei /flickr (CC BY-SA 2.0)

Berlin sei unter Studierenden ein sehr nachgefragter Studienort, berichtete der Sprecher der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Matthias Kuder. Inzwischen komme jeder dritte Studienanfänger aus dem Ausland. Zudem sei die Zahl der Studierenden in den vergangenen Jahren in der Stadt deutlich gestiegen: Waren es 2009 noch rund 140 000, besuchten 2018 mehr als 192 000 Studierende die Hochschulen der Stadt.

Um für die vielen Studienanfänger ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen, beschloss der Berliner Senat im Jahr 2015, zusätzlich 5000 Wohnplätze zu schaffen. Davon seien bis jetzt 740 fertiggestellt worden, sagte Senatssprecher Kuder. 1060 befänden sich im Bau, rund 3640 seien in der konkreten Bauplanungsphase. Das Studierendenwerk baute ebenfalls aus: Unter anderem seien im Dauerwaldweg 50 neue Plätze eingerichtet worden, 86 in der Mollwitzstraße. Zwar gibt es auch private Angebote. Allerdings seien die vergleichsweise teuer, bemängelte der Asta der Freien Universität.

Über 1000 Studenten im Norden warten auf Wohnraumplätze

Laut Senatsverwaltung sind die Wohnheimplätze bei Studierenden sehr beliebt. Rund 9200 davon gebe es zurzeit. 241 Euro kostet ein Wohnheimzimmer im Schnitt, berichtete das Studierendenwerk. Wie die Sprecherin sagte, müssten Studierende für ein normales WG-Zimmer häufig fast doppelt so viel zahlen. Diese Einschätzung bestätigt der Mieterverein: 400 Euro und damit 32 Prozent ihres Einkommens koste Studierende die Miete im Schnitt, hieß es in einer Mitteilung. In den neugebauten Studentenwohnungen der Stadt liegt der Preis laut Senat für eine Ein-Zimmer-Wohnung zwischen 250 und 390 Euro.

Auf die Wohnheimplätze sind nach Angaben des Asta gerade auch viele Studierende aus dem Ausland angewiesen. Sie würden von Vermietern und Hausverwaltungen kategorisch ausgeschlossen, berichtete Robert Jung, Referent für Hochschulpolitik des Asta FU Berlin. «Gerade für sie sind soziale Wohnraumanbieter unablässig.» Auch das Studierendenwerk sieht internationale Studierende im Nachteil, da sie keine Bekannten oder Freunde in der Stadt haben.

Der Asta forderte, mehr günstige öffentliche Wohnungen zu bauen. Das sei nicht nur für die Studierenden aus dem Ausland, sondern auch für Studierende aus einkommensschwachen Familien gut. Die Bafög-Wohnpauschale wurde kürzlich von der Bundesregierung auf 325 Euro erhöht, der Berliner Senat habe sich für 400 Euro eingesetzt, berichtete Kuder. Berlins städtische Wohnungsbaugesellschaften wollen künftig bei Neubauvorhaben rund sechs Prozent der Wohnungen an Studierende vermieten. Staatssekretär Steffen Krach begrüßte dies und forderte: «Berlin muss nicht nur schneller, sondern künftig auch mehr als die zusätzlichen 5000 Einheiten bauen.» (Lukas Dubro, dpa)

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