Corona-Krise: Fast alle Kitas und Schulen in Deutschland schließen – wer kümmert sich jetzt um Millionen von Kindern?

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BERLIN. Millionen Eltern, Kinder und Jugendliche in Deutschland müssen sich auf eine beispiellose Situation in der Geschichte der Bundesrepublik einstellen. Bis auf Mecklenburg-Vorpommern, wo am Samstag das Regierungskabinett in einer Sondersitzung tagt, und Sachsen, wo Eltern zunächst nur der Schulbesuch freigestellt wird, haben sich jetzt alle Bundesländer für die schnelle Schließung ihrer Schulen und Kitas entschieden. Der Bundeselternrat bringt eine Prioritätenliste ins Spiel, auf die Angehörige bestimmter Berufsgruppen genommen werden sollen – damit deren Kinder in Notgruppen betreut werden. Tatsächlich haben bereits einige Bundesländer solche Maßnahmen angekündigt.

Millionen von Eltern in Deutschland haben ab der kommenden Woche ein Problem mehr. Foto: Shutterstock

Aus Sorge vor Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wollen praktisch alle Bundesländer die Schulen und Kitas von kommenden Montag an schließen. Am Vormittag entschieden sich das Saarland, Bayern, Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen zu dem Schritt. Später kamen noch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg,  Sachsen-Anhalt und Thüringen hinzu. Hessen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz entschieden sich am Spätnachmittag. Die Länder wollen die Epidemie damit verlangsamen. Es ist damit zu rechnen, dass sich auch Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern dieser Entscheidung anschließen. Millionen Eltern in Deutschland müssen sich nun Gedanken machen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen.

Sachsen will ab kommenden Montag wegen des Coronavirus die Schulpflicht aussetzen. Die Kinder können demnach zu Hause bleiben, eine Betreuung an Schulen wird sichergestellt, war am Freitag aus Regierungskreisen zu erfahren. Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Der genaue Zeitpunkt von Schließungen soll dann im Laufe der kommenden Woche entschieden werden.

Bayern ordnete am Freitag eine Schließung aller Schulen, Kindergärten und Kitas ab Montag bis zum Beginn der Osterferien an. Damit sind in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen. Eine solche Regelung hatte zuvor als erstes Bundesland auch das Saarland getroffen. Bayern kündigte darüber hinaus einen Notfallplan für die Betreuung bestimmter Kinder an. «Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischem Berufen tätig sind», sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Schulen und Kitas in Baden-Württemberg werden von Dienstag an geschlossen. Sie sollen erst nach den Osterferien wieder öffnen, entschied das Kabinett am Freitag in Stuttgart. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) versprach, alle anstehenden Abschlussprüfungen zu gewährleisten. Man werde sich deshalb mit den Schulen verständigen. «Die Schülerinnen und Schüler werden keinen Nachteil erleiden», sagte die Ministerin. Am Montag finde der Schulbetrieb noch regulär statt, um einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Dann werde man die Schüler informieren und etwa Hausaufgaben besprechen für die Kinder bis nach den Osterferien. Eisenmann sprach von einem «Kraftakt» für Land und Gesellschaft.

Die Schulpflicht in Hessen wird bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Die Schulen bleiben zwar offen – aber nur, um Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von medizinischem Personal zu ermöglichen, so erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier. Das Abitur könne abgelegt werden – unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung. Kitas würden geschlossen, auch hier gelte eine Extraregelung für Kinder von medizinischem Personal.

Rheinland-Pfalz wird ab Montag die Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien (17. April) schließen. Das berichtet die „Allgemeine Zeitung“. Über eine Notfallbetreuung solle sichergestellt werden, dass Berufsgruppen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Infrastruktur gebraucht würden, trotzdem ihrer Arbeit nachgehen können, erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Überall dort, wo es möglich sei, seien Eltern gebeten, eine Betreuung außerhalb der Schulen und Kitas zu organisieren. „Da, wo das nicht geht, dort gibt es eine Notbetreuung“, versprach Hubig. Für die Lehrer bestehe weiterhin Dienst- und Anwesenheitspflicht. Sie sollen laut Bericht die Notbetreuung übernehmen und Schüler zu Hause mit Unterrichtsmaterialien versorgen.

Allein in NRW sind 2,5 Millionen Kinder betroffen

Auch Bremen schließt von Montag an alle Schulen und Kitas, wie die Landesregierungen mitteilte. Für Schleswig-Holstein gilt: Schulen und Kitas bleiben bis zum Ende der Schulferien am 19. April geschlossen. An weiterführenden Schulen sollen alle Abschlussprüfungen, insbesondere die Abiturprüfungen, auf die vorgesehenen Alternativtermine nach den Osterferien verlegt werden. Ziel der Landesregierung ist es, dass alle Schüler ihre Prüfungen absolvieren und ihre Abschlüsse im laufenden Schuljahr erreichen können. Für Kinder der Schulklassen 1 bis 6 soll zunächst bis Mittwoch weiterhin eine Betreuung in den Schulen ermöglicht werden, wenn folgende Voraussetzungen zutreffen: Beide Eltern arbeiten oder ein alleinerziehender Elternteil arbeitet in einem Bereich, der für die Aufrechterhaltung der wichtigen Infrastrukturen notwendig ist, und diese Eltern können keine Alternativ-Betreuung ihrer Kinder organisieren.

Die Schulen und Kitas in Hamburg stellen ab Montag bis zum 29. März den Regelbetrieb ein. Es sei nicht auszuschließen, dass die Maßnahme verlängert werde, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) laut NDR-Bericht. Eine Notbetreuung für Eltern, die aus besonderen Gründen darauf angewiesen sind, werde in der Zeit von 8 bis 16 Uhr für Kinder unter 14 Jahren sichergestellt, erklärte er. Außerdem gelte sie auch für Kinder mit Behinderungen, weil hier ein besonderer Bedarf vorliege. Die Lehrkräfte und Beschäftigten würden gebeten, am Montag pünktlich und planmäßig zu erscheinen, soweit sie nicht zuvor in einem Risikogebiet gewesen seien. Am ersten Schultag würden in der Schule Kommunikationsketten vorbereitet, um sicherzustellen, dass die Schülerinnen und Schüler zu Hause lernen können.

Niedersachsen will sich ebenfalls anschließen. Von Montag an bleiben Schulen und Kindertagesstätten dort zunächst für fünf Wochen bis zum 18. April geschlossen, der Zeitraum beinhaltet die Osterferien. Für Kinder von Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge wird es eine Notbetreuung geben. Die Regelung gilt für Kinder bis zur achten Klasse. Schüler haben unterrichtsfrei, ein Online-Unterricht ist nicht geplant. Schulfahrten werden bis zu den Sommerferien gestoppt, ebenso Besuche ausländischer Schülergruppen.

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In Berlin stellen nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) ab Montag Schulen und Kitas «stufenweise ihren Betrieb ein». Begonnen werden soll mit den Oberstufenzentren. Der reguläre Schulunterricht in Brandenburg soll ab Mittwoch ausgesetzt werden. Es werde in den Bildungseinrichtungen vorerst keinen Unterricht und keine Betreuung mehr geben, teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Potsdam mit. In den Kommunen soll den Angaben zufolge eine Notbetreuung für Kinder organisiert werden, deren Eltern in wichtigen Bereichen tätig sind.

Die Zeit am Montag und Dienstag können die Lehrkräfte laut Landesregierung nutzen, um Tages- und Wochenpläne für die Schüler zu erstellen so berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Kinder und Jugendlichen könnten dann direkt oder digital mit Aufgaben versorgt und Lehrstoffe so durchgearbeitet werden. „Die Abiturprüfungen werden auch 2020 abgelegt werden können“, betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Demnach sollen die Schüler allerdings die Möglichkeit haben, statt der regulären Prüfungstermine im April direkt die Nachschreibetermine im Mai zu nutzen.

Bis zum Ende der Osterferien am 13. April haben Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt keinen Unterricht an den Schulen. Alle Abschlussprüfungen, insbesondere die Abiturprüfungen, werden auf die vorgesehen Termine für Nachprüfungen nach den Osterferien verlegt.

Auch in anderen Bundesländern wurde am Freitag über flächendeckende Schulschließungen beraten – und dann entschieden. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte im Vorfeld einer Kabinettssitzung, wenn es dazu käme, wären im bevölkerungsreichsten Bundesland auf einen Schlag 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche ohne geregelte Betreuung.

Am frühen Nachmittag kam dann die Bestätigung durch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Er teilte mit: In Nordrhein-Westfalen schließen wegen des Coronavirus ab Montag alle Schulen. Am Montag und Dienstag stünden aber in den Schulen Lehrer bereit, um die Betreuung sicherzustellen. «Die schlechteste Betreuungsform ist, Kinder dann zu den Großeltern zu geben», sagte Laschet. Die Eltern sollten die Übergangstage nutzen, um die Betreuung der Kinder zu organisieren. Wegen der Coronavirus-Krise werden laut Laschet die Osterferien vorgezogen. Die Schulen bleiben bis zum 19. April dicht. An die Abiturienten gerichtet sagte Laschet, dass alle geplanten und nötigen Prüfungen wie etwa Vorklausuren «regulär» abgeschlossen werden könnten.

GEW: Fernunterricht in der Fläche unmöglich

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf die Probleme, die flächendeckende Schulschließungen mit sich bringen. Ein solcher Schritt würde Eltern betreffen, die dann in Kliniken, in der Pflege oder Arztpraxen fehlen würden, sagte die SPD-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung. «Häufig springen die Großeltern bei der Betreuung ein. Damit würden die Älteren gerade aber umso mehr gefährdet.»

Der Bundeselternrat forderte mit Blick auf die anstehenden Schulschließungen in Deutschland Unterstützung für die Eltern bei der Kinderbetreuung. «Hierbei muss eine Prioritätenliste erstellt werden, welche Berufsgruppen vorrangig Anspruch haben, um das öffentliche Leben und die Versorgung aufrechtzuerhalten», sagte der Vorsitzende des Elternrats, Stephan Wassmuth. Die Rahmenbedingungen dafür müssten bundesweit gleich sein und Entscheider vor Ort müssten sich auf klare Handlungsanweisungen verlassen können. Der Staat stehe hier in der Pflicht. «Wir alle müssen in dieser schwierigen Phase unsere Einzelinteressen zum Wohle unserer Gesellschaft zurückstellen.»

Eltern sollen verstärkt im Homeoffice arbeiten

Die Arbeitgeber zeigen sich angesichts bevorstehender flächendeckender Schließungen von Kitas und Schulen in Deutschland offen dafür, dass Arbeitnehmer verstärkt von zu Hause aus arbeiten. «In Anbetracht der jetzigen Situation sollte mobiles Arbeiten von daheim aus dort eingesetzt und möglich gemacht werden, wo es sinnvoll ist und wo es die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erleichtert», hieß es auf Nachfrage bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Ein solches Vorgehen sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) betrachtet die Entwicklung mit Sorge. Klar sei, dass die Schließungen eine große Belastung für die Familien seien, sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann in Berlin. Auf der anderen Seite sei ein Ausgleich des entfallenen Unterrichts nur schwer möglich. «Die Schulen in Deutschland sind nicht flächendeckend darauf vorbereitet, Fernunterricht zu erteilen.» In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt – einschließlich Berufsschulen – rund 43.000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und 820.000 Lehrern. dpa

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28 KOMMENTARE

  1. Wenn der Zustand der Schulschließungen eintritt, so wird ein Großteil des medizinischen Personals nicht mehr seiner schlecht bezahlten Berufung nachgehen können, da die Betreuung der eigenen Kinder vorgeht.

    • Dafür will man dann ja Betreuung anbieten, gibt es bloß noch nicht, während die Betroffenen quasi ab so fort zu Hause bleiben müssen. Bedenkt man aber, das dann in vielen Familien nur ein Elternteil einer priorisierten Berufsgruppe angehört, so wird dort dann sicherlich erwartet, das der nicht priorisierte Elternteil zu Hause bleibt, nur wenn das dann der Hauptverdiener ist, ist das wirtschaftlich unzumutbar. Wenn also auf ein Einkommen verzichtet werden muss (der Arbeitgeber muss dafür ja nicht zahlen und der Staat will es auch nicht), dann auf das geringere! Und das wird oft das priorisierte sein.
      Überdies muss der Arbeitgeber einen nur zwei Tage zur Suche einer Ersatz-Betreuung freistellen (die sich für Millionen von Kindern aber garantiert nicht finden lässt, es gibt ja schon ohne regulär viel zu wenig), wer danach nicht wieder erscheint, riskiert eine Kündigung. Da das aber für beide Elternteile gleich gilt, wird wohl eher der geringer Verdienende das Risiko eingehen.

      Die meisten Firmen sind derzeit eben so wenig auf die Situation vorbereitet. Einfach außerplanmäßig einen Monat dicht machen? Schwierig. Dabei auch noch den Lohn fortzahlen? Das wird kaum eine Firma wollen und viele sich eben so wenig leisten können, wie die dann zwangsbeurlaubten Mitarbeiter mal eben auf ein Monatseinkommen verzichten können. Und dann ist die Gefahr ja wahrscheinlich noch nicht vorbei und es könnte in die Verlängerung gehen…

      Jeder kann verstehen, das eine um sich greifende Epidemie die Wirtschaft ruinieren kann, aber das schon quasi präventiv zu machen???
      Jetzt schon mehr Existenzen gefährden und mehr wirtschaftlichen Schaden anrichten, als es dieser Virus aller Wahrscheinlichkeit nach je tun wird?

      Und klar zeigt China immer wieder gerne, das das alles ganz einfach geht, zumindest, solange den Verantwortlichen die betroffenen Menschen und deren Schicksal ziemlich egal sind (und sein können) und Kritik einfach unter 60 Tonnen auf Ketten begraben wird (erinnert sich noch jemand daran?). So will bei uns aber niemand behandelt werden.

      COVID-19 ist ein Risiko, aber für die meisten von uns geringer als sich jeden Tag in den Berufsverkehr begeben zu müssen. Millionen Eltern, die der Arbeit fern bleiben müssen sind dagegen ein sicherer Schaden!
      In China (dort geht die Zahl der Neuerkrankungen inzwischen zurück) sind bislang rund 3160 Menschen gestorben – von über 1300 Millionen. Würde für Deutschland also etwa 200 Tote bedeuten, etwas weniger als die letzte Grippewelle. Sicher, das wären 200 zu viel. Aber das gilt auch für die über 3000 Verkehrstoten jährlich!
      Gut, so betrachtet werden diese Aktionen tatsächlich etliche Leben retten, nämlich all jener Menschen, die sonst auf dem Schul-/Arbeitsweg oder dem von/zur nächsten Großveranstaltung tödlich verunfallt wären.
      Nur ist das ja nicht das eigentliche Ziel, diese Toten sind ja längst akzeptiert, dafür will niemand sein Leben derart einschränken – warum also wegen einer Krankheit, die aller Voraussicht nach weniger Menschenleben fordern wird, als jede Grippewelle?

      Vermutlich weil die Medien immer gerne Panik verbreiten und neue Krankheiten eignen sich dafür besonders gut (im Gegensatz zum nachweislich gefährlicheren Straßenverkehr).
      Und weil die Entscheider für unterlassene Aktionen zur Rechenschaft gezogen werden (können), für die wirtschaftlichen Kollateralschäden ihrer Aktionen aber garantiert nicht belangt werden. Daher sind solche Entscheidungen zwangsläufig vorprogrammiert.

      • Genau so läuft es! wer im Gesundheitswesen arbeitet, hat halt immer die A-Karte! Hessen hat die Entscheidung am Freitag um 18:00 Uhr verkündet, übers Wochenende konnte man eigentlich gar nichts machen und heute morgen hatte ich um 07:00 Uhr Dienstbeginn. Alleinerziehend aber mit gemeinsamem Sorgerecht – tja, leider keine Betreuung!
        Arbeitgeber: tja, Kinderbetreuung ist Privatsache! Sie können ja Urlaub nehmen, notfalls unbezahlt!
        Kindsvater: dein Problem….
        Vielleicht sollte ich mein Kind einfach an meinen Arbeitsplatz (Krankenhaus) mitnehmen?
        Liebe Politiker – 500 Billionen Euro Hilfe für die Wirtschaft – aber Eltern und besonders Alleinerziehende zahlen die Zeche?
        Die nächste Wahl kommt bestimmt….

  2. Für die Kinder von medizinischem Personal, Feuerwehrleuten usw. wird eine Notbetreuung bereitgestellt. Das weiß ich, da ich selbst an einer Schule arbeite, die von der Schließung ab Montag betroffen ist. Für die Betreuung werden die Lehrkräfte eingesetzt.

    • Ich arbeite im Krankenhaus und nichts von dem, was sie da beschreiben haben die Verantwortlichen auf dem Schirm. Wir hatten als Familie bereits das Erlebnis, dass beide Eltern gleichzeitig Nachdienst ableisten durften bei miserablem Nachtdienstzuschlag.
      Da muss dann einmal, wie so oft, die Großmutter einspringen und die Kinder betreuen, wenn die Ehefrau Nachtschicht hatte und ich morgens in die Arbeit gehe.
      Dazu sage ich ausdrücklich Danke.
      Aber man ist schließlich selbst schuld, denn normalerweise sind die Kinder schon groß.

      • Doch, für Niedersachsen ist es z.B. genau so verfügt und betrifft SchülerInnen bis Klasse 8,
        dabei jedoch die regulären Betreuungszeiten, die sonst auch gewährt werden.

    • Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und wird auch bis Montag sicher nicht „auf die Beine gestellt“ sein!

  3. Die Entscheidung der Landesregierung in NRW, elektiv geplante Operationen generell abzusetzen, ist unangemessen hart und ungerechtfertigt in Anbetracht der in den vergangenen 10 Jahren erfolgten Umstellung des Gesundheitssystem auf ein rein diagnosebezogenes Endgeldsystem für die Krankenhäuser.

    Herr Karl Lauterbach und andere selbsternannte Gesundheitsexperten haben das System in ein sehr unsicheres Endgeldsystem überführt, das die Krankenhäuser darauf trimmt, möglichst viele Leistungen zu erbringen und über den Vergleichsdruck der Einzelleistungen der Häuser miteinander, treppenartig die Endgeldwerte von Jahr zu Jahr nach unten zu drücken, weil der Durchschnittswert der verglichenen Häuser den endgeldwerten Erlös festlegt.
    Somit machen die Krankenhäuser zwangsweise Defizite, die über dem Durchschnittswert liegende Leistungen erbringen.

    Man entzieht jetzt zusätzlich akut den Krankenhäusern Geld, ähnlich wie dies durch den Ausbruch der Norovirus-Epidemie vor zwei Jahren der Fall, weil viele elektive Eingriffe verschoben werden mussten.
    Ein Großteil der Krankenhäuser wird durch die Absetzung und die Verschiebung der elektiven Eingriffe in seiner Existenzgrundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb zusätzlich gefährdet , da das etabliert DRG-System allein auf leistungsbezogen Endgeldzahlungen beruht, die jetzt entfallen werden.
    Schon heute schreibt der Großteil der Krankenhäuser rote Zahlen, und dies geschieht, obwohl gewaltige Anstrengungen in Richtung einer von der Politik geforderten Spezialisierung erfolgt sind.
    Ganz davon abgesehen, dass die Intensivkapazitäten und das geeignet geschulte Personal für derartige beatmungspflichtigen Erkrankungen entweder gar nicht vorhanden ist (orthopädische Fachkliniken etc.) oder weil jetzt schon zu wenig ausgebildetes Personal vorhanden ist, da der Beruf der Krankenschwester finanziell und arbeitszeitlich (Wochenend- Feiertagsdienste, Wechselschicht, Nachtarbeit, an mindestens 2 bis drei Wochenenden im Monat arbeiten etc.)für die meisten Mitbürger eine undenkbar berufliche Perspektive darstellt.
    Da helfen auch keine heroischen Appelle an die Solidarität der Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitssystems weiter.
    Es fehlt in Folge des über Jahre hinweg bestandenen Kostendrucks auf die Krankenhäuser Personal, das einfach eingespart und weggespart wurde, da mehr Geld in Leistungen gesteckt wurde, dies erfolgte bedingt durch das DRG-System, statt die Mittel für die Pflege auszugeben, um sich wirtschaftlich zu refinanzieren.
    Im Moment läuft die Rationalisierungswelle dahin, dass die labormedizinischen Einrichtungen Zusammengelegt werden, und somit kleineren Häusern eigene Labore entzogen werden, was die Bereitstellung von Blutkonserven für Notfalleingriffe um mindestens eine bis anderthalb Stunden verzögert.

    • Nachdem am Vorabend in einer gemeinsamen Erklärung die Kanzlerin und Herr Söder erklärt hatten, dass es zunächst einmal keine Schulschließungen geben werde und die Bundesländer sich diesem Votum angeschlossen hatten, kippte ein Bundesland nachdem anderen diese Entscheidung, nachdem der Virologe Kekulé erklärt hatte, dass Corona-Ferien alternativlos seien – dann brachen alle Dämme.
      Warum man sich nicht auf die Meinung der Experten des Robert-Koch-Institutes weiter stützte sondern auf die Meinung eines Einzelnen, dies bleibt wohl dieser von emotionalem Unbehagen getragenen Urangst dieser ministeriellen Entscheidungsträger geschuldet.

      Jedenfalls brach in dieser Nacht das Chaos der Entscheidungen über jene hinein, und so wurden diese Entscheidungen in hektischer Betriebsamkeit nacheinander gefällt, ohne dass es einen einzige Schule als Keimzelle eines Ausbruchherdes gäbe, geschweige denn, dass durch diese Maßnahme die Epidemie zum jetzigen Zeitpunkt eingegrenzt werden könnte.

      Das ist wahrer Aktionismus in Reinkultur, der getragen ist von der Angst, durch eine zu späte, aber drastische Entscheidung gegenüber der Öffentlichkeit, sich Bahn brach und erst einmal den Kultusministern Luft verschaffte und den durch die mediale Berichterstattung geschaffenen öffentlichen Druck vom Kessel nahm.
      Förderales Chaos mit Dominoeffekt, was dazu führt hat, dass alle Bundesländer nacheinander umkippen, und sich nun ungeahnte Möglichkeiten der privaten Organisation der Kinderbetreuung ergeben, mit dem zeitweisen Rückzug von Elternteilen aus dem Berufsleben.

      • Ich weiß ja nicht, welche PK Sie gesehen haben… Die Aussage war deutlich: Die Bundesregierung kann keine flächendeckenden Schulschließungen anordnen, da Schule Ländersache ist. Der seit längerem von der Regierung beratend hinzu gezogene Virologe Prof. Dr. Drosten habe in den Beratungen erklärt, dass er seine Meinung bzgl. Schließungen auf Grund der aktuellen Entwicklungen geändert habe und nun doch diese Schließungen anraten müsse. Und Herr Söder hat deutlich formuliert, dass er am nächsten Morgen mit seinem Kabinett über Schließungen in Bayern entscheide und davon ausgehe, dass andere, vor allem die großen, Bundesländer dieser Entscheidung folgen werden. Niemand hat davon gesprochen, dass Schulschließungen vom Tisch wären. Hier von Aktionismus zu sprechen halte ich daher für extrem unangebracht. Zudem können Sie sich gern mal in den Nachbarländern „ umschauen“. Außer Holland melden alle angrenzenden Nachbarländer entsprechende Regelungen, und auch, wenn es niemand hören will: Dies wird erst der Anfang sein, wenn wir ein Chaos wie in Italien vermeiden wollen.

        • Natürlich ist Schulpolitik Ländersache !
          Trotzdem hatte man sich miteinander abgesprochen- dann kam das Statement von jemandem, der vorschlägt, dass die Lehrer jetzt alternative Unterrichtsmethoden entwickeln sollen, damit sie ihre Schüler unterrichten können.
          Da stellt man sich dann schon die Frage, warum plötzlich alles anders entschieden wurde.
          Im Übrigen betrachte und kommentiere die Situation vor hier vor Ort und in Deutschland und nicht irgendwo anders in Europa.
          Die erforderlichen Maßnahmen wurden von den Verantwortlichen bisher alle folgerichtig und vorausschauend umgesetzt, die generelle Schließung aller Schulen hätte ich zu einem späteren Zeitpunkt nach den Osterferien in Betracht gezogen.
          Diese Maßnahme dient mehr der Beruhigung der Bevölkerung und soll wohl jedem den Ernst der Lage vermitteln, zumal im privaten Umfeld zu hören war, dass Mitmenschen ihre Urlaubsreisen ins Ausland, darunter auch Südtirol, zum jetzigen Zeitpunkt nicht stornieren wollten.

          • Angesichts dessen, dass die meisten BL offenbar sehr ähnliches mit nahezu gleichen Wortlauten verlauten lassen, habe ich durchaus den Eindruck, dass man sich zwar nicht bundesweit geeinigt hat, aber doch recht genau Schritte abgewägt und besprochen hat:
            – die Schulen und KiTa werden in den meisten BL zeitnah geschlossen
            – in einigen BL scheint Zeit gegeben zu werden, Kinder und Eltern zu informieren und mit Materialien zu versorgen
            – es gibt in vielen BL eine Notbetreuung für Kinder der Eltern, die bestimmten Berufen arbeiten

            Ja, in manchen BL wäre es schön gewesen, einen weiteren Tag für Organisation und Information zu haben.
            Das ist nun aber zu spät und man muss sich anderweitig organisieren.

          • Schön, dann lehnen sie sich doch jetzt einmal beruhigt zurück, denn schließlich ist ja anscheinend das Richtige von höchster Stelle aus unternommen worden, um die Pandemie einzudämmen.

            Schön für sie, es sind keine infektionsgefährdenden Schüler mehr da, die Epidemie wird jetzt an der Schulfront gestoppt und jetzt ist ja erst einmal etwas beschlossen worden, und die Eltern müssen eben einmal selber sehen, wie sie mit der beruflichen Doppelbelastung klar kommen-Beruf und Schulunterricht zu Hause.

            Das außergewöhnliche und hamsterartige Kaufverhalten der Mitbürger, die außergewöhnlichen Diebstähle von Desinfektionsmitteln und Hygieneprodukten aus Kliniken und das unverändert ungebrochene Flugreiseverhalten in südliche Urlaubsgebiete zeigen uns doch, dass jetzt alles geregelt ist.
            Man kann einfach weiter machen wie bisher.
            Schön dass alles geregelt ist !

          • Sie finden Panik wenig angebracht und verbreiten Sie dann gleichzeitig wieder selbst.

            Tatsächlich habe ich mich heute zurückgelehnt und die Sonne genossen. Und ja, das hätte ich sonst vielleicht weniger gemacht, mein WE ist selten „frei“.
            Die Informationen kamen recht spät, so habe ich mich Donnerstagabend drangesetzt und das Kollegium hat vorsorglich Pläne erstellt, die noch vor dem Wochenende vorsorglich verteilten werden konnten, und am Freitag war nicht eher Schluss, als bis die notwendigen Informationen auf den möglichen Kanälen eingestellt waren.

            Geschlossene Schulen bedeuten nicht, dass man als Lehrkraft keine Aufgaben hätte. Die einen sind ab Montag zur Notbetreuung eingeteilt, die nächsten kümmern sich um Digitales, die übrigen werden zu außerunterrichtlichen Aufgaben eingeteilt, von denen es mehr als genug gibt.

            In NRW sind am Montag und Dienstag die Schulen auf jeden Fall noch geöffnet. Sie können also Ihre Kinder dahin schicken, wenn Sie keine andere Betreuungsmöglichkeit sehen.
            Zudem wurde auch für NRW die Notbetreuung bereits angekündigt, die die Schulen sicherlich bis Mittwoch organisieren müssen:
            „Die Einstellung des Schulbetriebes darf nicht dazu führen, dass Eltern, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen – insbesondere im Gesundheitswesen – arbeiten, wegen der Betreuung ihrer Kinder im Dienst ausfallen. Deshalb muss in den Schulen während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein entsprechendes Betreuungsangebot vorbereitet werden. Hiervon werden insbesondere die Kinder in den Klassen 1 bis 6 erfasst.“ (Quelle: SchulMail des MSB NRW)
            Demnach können SIE sich vielleicht mal entspannt zurücklehnen und aufhören, falsche Angaben zu verbreiten.

            Angesichts dessen, dass Ihnen ja sonst der Unterricht in der Schule nicht zusagt, die Methoden nicht stimmen, die Vorgehensweisen nie die richtigen zu sein scheinen und Sie ohnehin Ihre Kinder selbst zu Hause zusätzlich unterrichten, weil Sie dabei Ihre persönlichen Erfolge sehen, machen Sie jetzt ganz schön viel Wind.

            Niemand hat Diebstähle gut geheißen, öffentliche Veranstaltungen sind zu großen Teilen abgesagt, Flüge werden gestrichen und Hotels geschlossen. Darunter würde ich nicht fassen, dass alle weitermachen, wie bisher.

            Dass damit alles geregelt ist, hat niemand behauptet, vermutlich wird man nun abwarten, ob diese Maßnahmen greifen und danach entscheiden, wie es weitergeht.

      • Die ersten, die sich zur Schul-/Kitaschließungen entschieden haben, waren die Saarländer. Denen war klar, dass bei der hohen Zahl von Pendlern aus der Region Grande Est nach Deutschland, die in Frankreich als (Hoch-)Riskogebiet eingestuft ist, eine Ausbreitung des Virus zu erheblichen Komplikationen in der Gesundheitsversorgung des saarlandes führen würde.
        Dem bayrischen Ministerpräsidenten muss ebenfalls klar gewesen sein, dass es der bayrischen Bevölkerung nicht zu vermitteln gewesen wäre, dass zwar in Österreich die Skigebiete geschlossen werden, in Bayern aber Business as usual an den Schulen befohlen werden sollte.

  4. Schule ist eine Bildungs- und keine Betreuungseinrichtung.

    Die Föderalismusdiskussion ist nicht hilfreich. Es gibt nichts, was die länder nicht besser könnten als der Bund. Die Länder haben vor allem nämlich das Personal – selbst die Polizeien sind Landesbehörden. Es ist in Krisenzeiten aus meiner Sicht eher besser, dass die Verantwortung für den Gesundheitsschutz und den Katastrophenschutz auf der örtlichen, kommunalen Ebene liegt und somit Oberbürgermeister und Landräte die tatsächlich Verantwortlichen sind.

    Zur Zeit wird nur der gesellschaftliche Widerspruch aufgezeigt, die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind auf eine haarte Probe gestellt. Eltern sollten in aller erster Linie für ihren Nachwuchs und nicht für die Firma da sein. Arbeit ist Mittel zum Zweck, aber kein Selbstzweck. Diejenigen, die bei jeder Gelegenheit auf das GG pochen, um ihre Rechte als Eltern (Das Recht zur Erziehung liegt in erster Linie bei den Eltern.) einzufordern, werden in der jetzigen Situation damit konfrontiert, dasss dieses recht eben auch an die Pflicht zur Erziehung und Betreuung der Kinder geknüpft ist.

    Ich persönlich freue mich schon auf die Elterngespräche nach den Osterferien. Die Aussage, dass der eigene Nachwuchs dieses oder jene „Verhaltensoriginalität“ zuhause noch nie an den Tag gelegt habe, wird sich nicht mehr so leicht aufrecht erhalten lassen.

    Und für die Poltiker zeigt isch jetzt, was eigentlich damit gemeint ist, dass die Familie die keimzelle der Gesellschaft ist. Vor allem zeigt sich eben auch, wie begrenzt der Einfluss der Politik ist. Hinzu kommt die alte militärische Weisheit, dass jeder Plan den ersten Kontakt mit dem feind nicht übersteht. Auf Gut-Deutsch, die Pläne zum Gesundheitsschutz etc. müssen in der jetzigen Situation Tag für Tag angepasst werden. Die in den Schubladen liegenden Pläne sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt worden sind

  5. Spahn ist doch einer der wenigen, die tatsächlich Kompetenz beweisen, indem sie für ihre Forderungen auch Ausgleiche in Aussicht stellen. Jede OP, die verschoben werden KANN, wird finanziell ausgeglichen heißt es heute. Insofern täte es sicherlich gut, wenn jeder erstmal abwartet, wie stark er wirklich persönlich (egal ob im Medizinbereich, im Wirtschaftsbereich oder eben in der Bildung und privat) betroffen ist.

    Alles andere ist reines aufspielen.

    • Jens Spahn hatte die Idee, pensionierte Ärzte in den Beruf zurückzuholen – tolle Idee.
      Seit Jahren ist der Klinikbetrieb nur noch durch die Einstellung von Ärzten aus Südosteuropa und aus den aktiven Kriegsgebieten aufrechtzuerhalten.
      Warum werden nicht mehr Ärzte ausgebildete in Deutschland ausgebildet und warum arbeiten so viele Ärztinnen in Teilzeit ?

        • Eine nahe Verwandte ist zur Zeit in einer Rea-Klinik in Aachen.
          Die meist älteren Patienten werden dort regelmäßig von ihren Angehörigen aus der Klinik heraus zum Essen geholt und in die Stadt gefahren, um mit diesen in den überfüllten Cafés und Restaurants zu speisen.
          Dieses Verhalten geht gar nicht, denn auf diese Weise kann sich das Virus ungehindert Übertragenwerden und Menschen mit Risikoerkrankungen infizieren, die dann schließlich unser Gesundheitssystem auf Grund der steilen Ansteckungswelle vollkommen überfordern können.
          Die Folgen von einem derartigen Zustand kann man in Mailand und der Lombardei sehen, wo die Triage angewandt wird, weil nicht genügend Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen, das Personal knapp ist und somit selektioniert werden muss.

          • Deshalb sind jetzt Besuche in den Gesundheitseinrichtungen weitestgehend verboten worden
            und Schulen seit heute geschlossen
            und weitere Verbote und Schließungen für morgen früh angeordnet worden.

            … und je mehr Menschen meinen, dass sie sich dennoch außerhalb der Wohnung tummeln und treffen müssen, desto realistischer wird eine Ausgangssperre.

      • Gehört die Teilzeit nicht zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“?
        Den Müttern wurde sie doch immer unter diesem Stichwort als Lockmittel fürs Berufsleben schmackhaft gemacht.
        Und jetzt soll sie nur Sparzwang sein und Schuld daran, dass „so viele Ärztinnen in Teilzeit“ arbeiten?
        Auch Lehrerinnen waren doch viele Jahre lang für die Teilzeit dankbar und haben sie nur zu gerne beantragt. Auch für sie war die Teilzeit nicht Sparzwang, sondern dankbar angenommenes Geschenk.
        Man kann nicht alles, was schief läuft (siehe auch Inklusion!!) mit mangelnden Staatsausgaben begründen, Palim. Das ist dann doch zu einfach und lenkt nur ab von den hauptsächlichen Ursachen.

  6. Ich bin selber Lehrerin. Ich wüsste gern wer auf meine zwei kleinen Kinder aufpasst wenn ich Anwesenheitspflicht in der Schule habe. Das ist von vorn bis hinten nicht durchdacht.

    • Da ist die Frage, wie systemrelevant das ist, aber eine Lösung wird zu finden sein:
      – Die Kinder kommen mit zum Dienstort, in Absprache mit der SL.
      – Die SL verteilt die Betreuungsaufgabe auf andere LuL und gibt dir dafür andere Aufgaben, ggf. kannst du selbst jemanden fragen, der zum Tausch bereit ist.
      – Die SL bescheinigt dir, dass du eingeteilt bist und die eigenen Kinder nicht mitbringen darfst. Damit gehst du zur SL/ Kita-Leitung deiner Kinder und bittest um Notbetreuung.

      Dass man vorher prüft, ob es andere Möglichkeiten gibt, halte ich für selbstverständlich.

    • Kann man eigene Kinder in die Schule mitnehmen? Natürlich ist nicht alles durchdacht! Den Fall hatten wir ja noch nicht.

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