Coronavirus: Viele Lehrer in Angst – GEW-Landeschefin: „Kirche im Dorf lassen“

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STUTTGART. Die baden-württembergische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, ist überrascht von den Ängsten der Lehrkräfte vor dem Coronavirus. «Zunächst habe ich gedacht, sie gehen entspannt in die Schule», sagte Moritz am Montag dem Südwestrundfunk. «Mich haben über das Wochenende aber einige Mails erreicht, die von „extremer Angst“ und von „Katastrophenlage“ in Baden-Württemberg sprechen. Das hat mich angesichts der Situation doch überrascht.»

Das Coronavirus – hier eine Illustration – hält die Schulen in Atem. Illustration: Shutterstock

Zuvor hatte das Kultusministerium Lehrer, Schüler, Kita-Kinder und Erzieher zum Ende der Faschingsferien aufgefordert, vorerst zu Hause zu bleiben, sollten sie in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet des Coronavirus gewesen sein. Das Robert Koch-Institut in Berlin zählt zu diesen Regionen unter anderem die gesamte Region Lombardei in Norditalien. Eine Sprecherin des Kultusministeriums sagte am Montag, es gebe noch keinen Überblick darüber, wie viele Lehrer und Schüler den Schulen ferngeblieben seien.

Alle Schulen schließen? „Unangebracht“

Sie halte es für unangebracht, nun sicherheitshalber alle baden-württembergischen Schulen zu schließen, sagte die GEW-Landesvorsitzende weiter. Es gehe vor allem um die Lehrkräfte und Schüler, die in der Lombardei gewesen seien. «Das sind lediglich Einzelfälle», sagte Moritz. Wenig wahrscheinlich sei zudem, dass Menschen aus Deutschland in den Faschingsferien für nur eine Woche in den Risikogebieten Chinas oder Südkoreas gewesen seien. «Deswegen sollten wir wirklich die Kirche im Dorf lassen», befand Moritz. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Ich habe tatsächlich auch Respekt, aber deshalb kann man doch, ohne einen Verdacht nicht das ganze öffentliche Leben einstellen. Alle anderen Menschen müssen ja auch arbeiten gehen, damit die komplette Infrastruktur meines Lebens funktioniert.
    Man kann es ja nicht ändern, natürlich hätte ich Corona lieber später als früher, aber deshalb will ich mich nicht zu Hause einsperren, wenn ich nicht mal in Quarantäne muss. Schlimm genug, falls dieser Fall irgendwann eintritt, und ich hier 14 Tage nicht raus dürfte.

  2. Apropos schlimm: Am Coronavirus sind bisher knapp 400 Menschen gestorben. Jeden Tag verhungern 120 000 Menschen weltweit und in Deutschland gibt’s bislang 170 Todesopfer, die von Rechtsradikalen ermordet wurden. Seltsam, dass Panik sich so unverhältnismäßig einseitig verbreiten lässt.

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