Handelskammer beklagt: Lehrer müssen digital oft im Graubereich arbeiten

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BERLIN. Berlins Schulen brauchen nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) dringend bessere Voraussetzungen für digitales Lernen. Dass Lehrer über private Accounts kommunizieren müssten, sei ein Unding.

Es ruckelt beim digitalen Unterricht – nicht nur in Berlin. Foto: Shutterstock

Während der aktuellen Schulschließung wegen der Corona-Pandemie gebe es keinen unmittelbaren persönlichen Kontakt zwischen Schüler und Lehrern mehr. «Es steht vollkommen außer Frage, dass hierdurch Teile des Unterrichtsstoffes nicht oder eingeschränkt vermittelt werden können», meinte Jan Pörksen, Geschäftsführer Bildung und Beruf bei der IHK Berlin. «Doch wenn alle Beteiligten mehr die Möglichkeiten und weniger die Probleme sehen, können wir im Hinblick auf den Digitalisierungsgrad der Bildung sogar gestärkt aus der Krise gehen.»

Dafür sei aber der schnelle Ausbau der Infrastruktur nötig, sagte Pörksen. Außerdem müssten Lehrerinnen und Lehrer technisch und fachlich auf einen Stand gebracht werden, der es ihnen überhaupt ermöglicht, digital zu lehren. Dafür müsse der Senat sorgen, forderte Pörksen.

Sinnvoll sei zum Beispiel die Kapazitäten des virtuellen «Lernraums Berlin» deutlich auszuweiten. «Bisher wurde der „Lernraum Berlin“ von engagierten Lehrkräften mit wenigen Abordnungsstunden betreut», erklärte Pörksen. Während der Schulschließungen sollten diese Lehrer vollständig für diese Aufgabe freigestellt werden.

Lehrer arbeiten im Graubereich

Ein anderer Punkt sei die Ausstattung der Lehrer. «Wenn es ihnen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist, außerhalb des Landesnetzes auf ihre Dienst-E-Mail-Konten zuzugreifen, braucht es pragmatische Lösungen», forderte Pörksen. «Wir können uns ja nicht darauf verlassen, dass sich die Lehrer permanent in einen Graubereich begeben und sämtliche Kommunikation über private Accounts und Endgeräte läuft.» dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Nun ja, Lehrer können zwar das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen, aber nur ein bisschen. Bei mir werden bei Anschaffungen für das Zimmer (Schreibtisch, PC usw.) bis zu 40% der Maximalpauschale von 1250 Euro anerkannt, nicht mehr.
    Aus dem Grund investiere ich auch nicht mehr in eine technisch ausgereifte Aussttattung. Auch wenn der Dienstherr davon ausgeht. Mein Dienstrechner selbst ist nach 12 Jahren letztes jahr ausgetauscht worden gegen ein GErät, dass erst fünf Jahre alt ist. Da sieht man eigentlich, was erwartebar ist und erwartet wird.

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