Gebauer prüft Einsatz von allen Lehrern im Präsenzunterricht – auf Risikogruppen soll keine Rücksicht mehr genommen werden

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DÜSSELDORF. Im Turbogang möchte die schwarz-gelbe Landesregierung die Schulen in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Dazu braucht sie möglichst alle der rund 200.000 Lehrkräfte im Land. Grundsätzliche Befreiungen vom Präsenzunterricht soll es für keine Risikogruppe mehr geben. Einen Testballon gibt es dafür bereits: Für die anstehenden mündlichen Prüfungen hat das Ministerium ausdrücklich ältere und vorerkrankte Lehrkräfte sowie Schwangere und stillende Lehrerinnen in die Schulen beordert.

Forsch voran: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer .Foto: FDP NRW

An den nordrhein-westfälischen Schulen sollen vorerkrankte und ältere Lehrkräfte künftig trotz Corona-Pandemie nicht länger grundsätzlich vom Präsenzunterricht ausgenommen werden. Neue Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sähen keine grundsätzlichen Einsatzbeschränkungen für bestimmte Altersgruppen oder Vorerkrankungen vor, erläuterte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in Düsseldorf.

Deshalb solle so schnell wie möglich und auf jeden Fall noch vor den Sommerferien im Konsens mit Betroffenen und ihren Interessenvertretern neu definiert werden, wer für Präsenzunterricht einsetzbar sei. Im Zweifel könne jeder, der sich wegen der Pandemie dazu nicht in der Lage sehe, eine arbeitsmedizinische Begutachtung wählen.

Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu Risikogruppen unverändert

In den aktuellen Hinweisen des Robert-Koch-Instituts zu Risikogruppen für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf (Stand: 13. Mai) sind allerdings keine Änderungen vermerkt. Nach wie vor heißt es dort: „Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Insbesondere ältere Menschen können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwerer erkranken (Immunseneszenz).“ Weiter wird dort ausgeführt: „Auch verschiedene Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen scheinen das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.“

In einem Rechtsgutachten, das die GEW anlässlich der Coronakrise zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Schulen, erstellen ließ, heißt es: „Besonders gefährdete Risikogruppen müssen gegen die speziell sie bedrohenden Gefahren geschützt werden‘ – so eindeutig ist die unionsrechtliche Vorgabe in Artikel 15 der RL 89/391/EWG, der Rahmenrichtlinie für den Arbeitsschutz, die bis heute als ‚Grundgesetz des betrieblichen Arbeitsschutzes‘ gilt.“ Wer gehört zur Risikogruppe? Der Gutachter, der Jurist Prof. Wolfhard Kohte von der Universität Halle-Wittenberg, verweist auf die Liste des Robert-Koch-Instituts. In der Mehrzahl der Bundesländer sei diese für die Bestimmung der Risikogruppen übernommen worden. Das sei im Grundsatz auch sachgerecht, so befindet der Jurist. (News4teachers stellt das Rechtsgutachten ausführlich vor – hier geht es zu dem Bericht.)

GEW: Das Land hat eine Fürsorgepflicht für seine Lehrer

Die GEW schlussfolgert daraus: „Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht! Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Risikogruppen zu schützen und sie über ihre Rechte zu informieren. Dazu gehört auch, Risikogruppen gemeinsam mit den Interessenvertretungen zu definieren.“

Die NRW-Schulministerin ficht das nicht an. «Ziel der Landesregierung bleibt, dass wir so schnell wie möglich in den Regelbetrieb zurückkehren», bekräftigte Gebauer. Dafür sei die Ausschöpfung aller möglichen personellen Ressourcen Voraussetzung.

Wegen der bisherigen Einsatzbeschränkungen für Pädagogen ab 60 Jahren beziehungsweise mit Vorerkrankungen seien derzeit knapp 30 Prozent der insgesamt rund 200.000 Lehrkräfte nicht im Präsenzunterricht, berichtete die Ministerin. Das Schulministerium hatte kürzlich korrigiert, dass auch sie jedoch verpflichtet seien, an mündlichen Prüfungen teilzunehmen (News4teachers berichtete ausführlich auch darüber – hier geht es zu der Story). Danach hatte es Kritik von SPD, Grünen und Lehrergewerkschaften gehagelt. Gerichtliche Verfahren dagegen seien dem Ministerium bislang aber nicht bekannt geworden, sagte Staatssekretär Mathias Richter – offenbar ist das Ermunterung genug, um jetzt jede Rücksicht auf Riskogruppen in der Lehrerschaft fahren zu lassen. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Schulleitungen und Lehrkräfte sind fassungslos über ihren Dienstherrn, die Landesregierung“

 

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90 KOMMENTARE

  1. Selbst wenn sie denn alle wieder hinter das Pult bekommt, wo kriegt sie die zusätzlichen Räumlichkeiten her? Die Abstands- und Hygieneregeln kann sie nicht außer Kraft setzen.

    Und bitte nicht die Mär von außerschulischen Lernorten. Zum einen wer trägt die Kosten für die Fahrten, und zum anderen schein nicht bekannt zu sein, dass Unterrichtsgänge in der Regel von mindestens zwei Lehrkräften begleitet werden sollen, wobei eine Lehrkraft weiblich zu sein hat. Hinzukommt dass seit Anfang März alle Schulfahrten, Wandertage und Exkursionen vom Ministerium untersagt sind.
    Den Deutschuntericht in einem geschlossenen Theater finde ich natürlich auch sehr spannend. Alternativ könnte man mit den SuS natürlich auch im Rahmen eines Sozialprojektes einen Besuch in einem nahegelegenen Altenheim machen oder im Zuge der Berufsorientierung die Intensivstation eines Allgemeinkrankenhauses besuchen.

  2. Interessant. Erst wird alles heruntergefahren, Risikogruppen eingerichtet und alles so formuliert, dass es gefährlich ist. Jetzt wirkt es so, als ob alles wieder gut ist und wir schnellstmöglich wieder in den Alltag zurückkehren können. Medizinisch sind wir aber, trotz einiger Erfolge, noch nicht wirklich weiter als am 13.03. Einerseits gibt es eine Einschätzung des RKI, die das ausweist und andererseits soll es doch nicht so gefährlich sein? Woher nimmt man dieses Wissen soetwas auszuhebeln. Der dzt. Unterricht ist ja ebenfalls nur eine problematische Maßnahme, die den SuS und LuL einiges abverlangt. Außerdem machen die Risikogruppen ja nicht nichts, sondern ebenfalls Homeschooling.

    • Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass – zumindest bei uns – die Risikogruppen mit ihrem Distanzlernen deutlich weniger arbeiten. Mein Tag ist derzeit rappelvoll: Ab 7. 15 Uhr den Präsenzraum vorbereiten, ab 8.00 Uhr die Kinder durchs Haus lotsen, 8.15 Uhr bis 11.45 Uhr Unterricht inklusive Pausenaufsicht, 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr Tagesbesprechung mit dem Präsenzteam, anschließend Rückmeldung an den Risokoklassenlehrer. Dann heim, kurze Mittagspause, 14.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr Fernbetreuung der eigenen Klasse und Vorbereitung auf den nächsten Präsenztag – sprich, ich habe derzeit etwa 10-Stunden-Tage ( eigentlich habe ich nur eine 3/4-Stelle!), das hat keine LK im Homeoffice. Insofern wäre ich schon froh, wenn der Präsenzunterricht auf mehr Schultern verteilt werden könnte.

      • @Marie
        „dass – zumindest bei uns – die Risikogruppen mit ihrem Distanzlernen deutlich weniger arbeiten.“

        Bei uns ist das anders. Wir hatten mit Schulschließung auf Anraten unserer Schulleitung eine Art Arbeitstagebuch geführt und unsere Zeiten festgehalten. Anfangs sollten wir das eher machen, um unser Gehalt zu legitimieren, damit wir blöden Unterstellungen entgegentreten können. Vorletzte Woche viel miteinander verglichen. Klassenleiter und Lehrer der Prüfungsklassen kamen relativ am schlechtesten weg (obwohl wir alle über Budget arbeiten). Deshalb haben wir entschieden und den Eltern auch so kommuniziert, dass mit Einsetzen der Präsenztage für weitere Klassenstufen einige Ansprachen/bestimmte Anfragen im Fach Z nicht mehr an die Person des Klassenlehrers, der sonst der Fachlehrer ist, zu richten sind, sondern an xy. (Man kennt sich doch in der Fachschaft und hat eh Absprachen). Einigen Kollegen fällt es schwer loszulassen, aber die ersten Tage hat das recht gut funktioniert.
        Wer als Risikolehrer weiterhin ausschließlich von zu Hause aus arbeitet oder von einem Schulraum solo (Wir haben Kollegen, da gibt es zu Hause auf dem Dorf keinen belastbaren Internetanschluss. Da ist selbst das Schneckeninternet der Schule schneller.), der übernimmt halt einige in der Fernbetreuung. Es sind nun auch mehrheitlich diese Kollegen, die Materialien zu den betr. Schülern 7. und 8. (noch keine Präsenz in der Schule) bringen/holen und vor der Haustür Fragen beantworten. Bei den Familien ist Technik ja nun nicht vom Himmel gefallen. Klar, je höher die Klassenstufe, je fremder das Fach, desto schwierieger die Gesprächshilfe. Doch es ist oft so, dass der Schüler sich einfach die Fragestellung falsch erlesen hat oder unsicher ist. Da kann auch ein Fachfremder helfen und dem FL eine kurze Notiz schreiben. Der FL sollte dann entsprechend generös ohne pedantische Allüren die Schülerarbeit auswerten. Ansonsten ist nach unserer Erfahrung momentan v. a. wichtig, dass wir überhaupt für die Schüler da sind und Aufmerksamkeit zeigen. Sie dürfen sich nicht alleine fühlen. Und einige sollten sich nicht unbeobachtet fühlen …

        Von der FS Geo mit mehreren Kurz-vor-der-Rente-Kollegen und Vorerkrankten weiß ich, dass sie sich nach Themen aufgeteilt haben. Präsenz macht nur der einzige jüngere Kollege für jede Klasse der 5./6. und bald 7. mit umfangreicheren Aufgaben bis zur nächsten bzw. übernächsten Woche (zu einem Thema). Der ist nun aus dem Fernunterricht komplett raus. Einer Klasse zugeordnet ist jeweils ein zweiter (Risiko-)Kollege für Rückfragen/Hilfe dazu online und telefonisch. Der behandelt außerdem noch ein ergänzendes, passendes kleineres Thema. Schüler haben nun zwei Fachlehrer für Geo. Na und? Ist nicht toll, aber auch kein Untergang. Die Schüler und Eltern haben Ansprechpartner, lernen etwas und kommen ein paar Schrittchen vorwärts. Dass sie nun auch ihre sozialen Fragen/Erzählungen nur an den zweiten FL loswerden können, daran gewöhnen sich Eltern sehr schnell. Hauptsache, es ist überhaupt jemand für sie da.
        Die Last ist für uns alle groß. Mit Kollegialität lässt sie sich wenigstens untereinander verteilen.

        Ganz ehrlich, Marie. Wenn solch/ähnlich kollegiale Absprachen bei Ihnen an der Schule nicht möglich sind … ich würde an Ihrer Stelle irgendwo den Cut ansetzen. Ich selbst komme bei 75%-Gehalt grundsätzlich auch im Regelbetrieb auf Vollzeit entsprechende Wochen. Aber dann ist auch Feierabend. Ich achte auch jetzt darauf, nur max. +25% zu arbeiten. Irgendwo ist Schluss mit lustig.
        Wichtig erachte ich lediglich, dass ich den Eltern entsprechend kommuniziere.
        Nach meiner Erfahrung gibt es viel Einsehen (trotz bei uns sozialem Brennpunkt), solange man begründet, was geht und was nicht geht. Ja, einige Brüller gibt es. Das kennen wir auch vom Regelbetrieb. Gedächtnisprotokoll gleich anschließend. Kommunzieren mit Kollegen, hinterlegen für Schulleitung. Ins Gedächtnis, mit welchen Elternhäusern ich gut und sehr gut zusammenarbeite. Rücken geradestrecken. Ich bin kein Popanz!

        • Wir haben ähnliche Absprachen getroffen.
          Diejenigen, die derzeit (noch) nicht im Präsenzunterricht stecken, übernehmen andere Aufgaben im Schulgbäude (Aufgaben der Sekretärin z.B.) oder zu Hause.
          Dazu gehören auch Absprachen zur Übernahme von Korrekturen aus den Klassen, die noch zu Hause sind oder die bereits im Unterricht sitzen, Einstellen von Aufgaben in den digitalen Möglichkeiten, Aufgaben hinsichtlich Planung und Vorbereitung der Präsenzphasen uvm.
          Ansonsten sind bei uns die meisten Abordnungen abgezogen und diejenigen, die noch zur Verfügung stehen, sind alle Klassenlehrkraft. Die Vorbereitung des Materials für zu Hause braucht viel Zeit, noch schwieriger und zeitaufwändiger zeigt sich in manchen Klassen das Erreichen der Familien.

    • Niemand wird diesen Wahnsinn stoppen. Ich habe die Befürchtung, dass nach den Sommerferien die Schulen wieder öffnen werden, als sei nichts gewesen. Wer sich ansteckt und erkrankt oder stirbt, hat halt Pech gehabt. Oder wäre aus Sicht der Leugner sowieso bald an irgendwas anderem gestorben.

      • Da fehlen einem.doch die Worte….schön, dass ihr Lehrer bei vollem Gehalt das Distanzlernen ewig beibehalten wollt selbst wenn die Zahlen zurückgehen. Das wird nicht funktionieren…was wenn alle anderen Berufsgruppen genauso bequem und feige wären? Bleiben wir alle bis 2021 oder 2022 zu Hause…, Juchhu.

        • Was ist ihre Motivation in einem Lehrerforum die Lehrer als Berufsgruppe pauschal und anonym zu beleidigen? Ihr Kommentar zeugt von allergrößter Unkenntnis über den Arbeitsumfang und die derzeitigen Arbeitsbedingungen. Bitte inforieren Sie sich, bevor Sie derartige Aussagen tätigen. Und unterlassen Sie Beleidigungen.

        • …sagen Leute, die sich hinter einem feigen Pseudonym verstecken. Wie üblich beim Lehrerbashing. Ob es nun das Beamtentum oder nun das volle Gehalt ist, die Argumente kommen immer nur von denjenigen, die offenbar zu doof waren bei der Berufswahl. Wer hindert einen Lehrer zu werden und auch alle die tollen Vorteile zu „genießen“? Auf geht’s, satt nur zu murren! Ich als Lehrer sitze jedenfalls täglich locker 10 Stunden am Rechner für das „bequeme“ und „feige“ Distanzlernen. Aber psssst, nicht weitersagen, könnte Weltbilder zerstören…

        • Warten Sie einmal die wirtschaftliche Entwicklung ab. Die Agentur für Arbeitet rechnet wie andere auch damit, dass 21, 22 und in den Folgejahren noch viele nicht wieder an ihren derzeitigen Arbeitsplatz zurückkehren werden und zuhause bleiben müssen. – Und das liegt nicht daran, dass die Arbeitsplatzinhaber derzeit ihre Kinder nicht zur Schule schicken können.

        • @H.K. und ähnliche Antworten:
          immer das Gleiche, die Leute mit Sozialneid, die noch ihre eigenen Schulprobleme vor sich hertragen…

  3. Frage: Werden nun Voraussezzungen für eine Remonstration erfüllt, weil Gesetzte gebrochen werden?

  4. Gebauer weiß also Dinge vom RKI von dem das RKI nichts weiß. Wenn ich mich als Teil der Risikogruppe nach RKI-Liste infiziere, könnte ich Gebauer wegen fahrlässiger Körperverletzung verklagen?

  5. Im Gesundheitswesen wurden Pflegekräfte die schon in Rente sind angeschrieben ob sie im Ernstfall wieder zurück in die Krankenhäuser kommen können um dort an der Patientenversorgung mit helfen zu können! Meines Wissens ist man dann mindestens 63 Jahre! Sind Lehrkräfte andere Menschen?

    • Die wurden aber gefragt, hatten also die Möglichkeit, nein zu sagen. Frau Gebauer legt aber einfach fest und stellt veränderte RKI-Empfehlungen in den Raum, die es gar nicht gibt. Nebenbei bemerkt, beim RKI beginnt das Risikoalter bereits ab 50, nicht erst ab 60.

    • Ja feigere, realitätsfremdere, egoistischere. Das Lehrergehalt läuft ja endlos weiter, egal wie viel man arbeitet, ob man sich solidarisch zeigt und seinen Part erfüllt (Präsenz) auch wenn dabei ein Restrisiko besteht oder ob man sich monatelang zuhause versteckt.

      • Verbeamtete Lehrkräfte bekommen überhaupt kein Gehalt.
        Und bei Tarifbeschäftigten endet die Gehaltszahlung mit Beendigung des Vertrages bzw. dem Eintritt in die Rente.

      • „[…] egal wie viel man arbeitet, ob man sich solidarisch zeigt und seinen Part erfüllt (Präsenz) […]“

        Achse, also ist Präsenz DAS Maß für „arbeitet“ oder „arbeitet nicht“?! Interessant, dann ist also jeder, der im Homeoffice arbeitet, jemand der nicht arbeitet und sich zu Hause versteckt? Gut, dass es Menschen gibt, die das mal erklären. Dann wundert einen auch nix mehr, wenn man sich die Proteste anguckt…

    • Die Frage: Ist das cool oder ist das dumm, das Risikogruppen( Vermutlich nur Ü60 und wahrscheinlich freiwillig) an die Krankenhäuser geholt worden wären ? – In Deutschland ist der Knall durch konsequenten Lockdown ausgeblieben. Aber #wirbleibenzuhause #zusammenhalten sind jetzt abgesagt! Diejenige oder Derjenige (auch Schüler) mit guten Immunsystem gewinnt.

      Und ja: Man hätte die Krise auch nutzen können um mit dem Schulsystem im 21.ten Jahrhundert anzukommen. Das scheint aber definitiv nicht der politische Wille zu sein.

      • In Italien waren die Krankenhäuser durch ihre fehlende Abschottung der Ausgangspunkt der meisten Infektionscluster.
        Außerdem sind die Patienten vielfach viel zu spät in den Krankenhäusern aufgenommen worden, Quarantäebestimmungen wurden durch eine Vielzahl an fehlinformierten Individuen unterlaufen und gebrochen, sodass diese die alten Verwandten zu Hause besuchten.
        Außerdem fehlten durch jahrelange Sparmaßnahmen bedingt im Gesundheitssystem Beatmungskapazitäten, um die Vielzahl an schwer Erkrankten angemessen versorgen zu können.
        In den USA ist ein Großteil gar nicht krankenversichert, sodass diese erst viel zu spät einer medizinischen Behandlung zugeführt wurden, bzw. viel zu spät an Beatmungseinheiten angeschlossen wurden, wodurch die Letalität noch einmal anstieg.

        • Wenn Fehlinformation und ein schlecht aufgestelltes Gesundheitssystem maßgeblich an der Ausbreitung von Krankheiten beteiligt sind, sollte man beides bekämpfen und vermeiden!

          Das schließt ein, dass man Maßnahmen zur Eindämmung klar kommuniziert und deren Beachtung einfordert.
          Alle weiteren Verordnungen sollten sich daran orientieren und darauf abgestimmt sein.

        • „Außerdem fehlten durch jahrelange Sparmaßnahmen bedingt im Gesundheitssystem Beatmungskapazitäten, um die Vielzahl an schwer Erkrankten angemessen versorgen zu können“

          Trifft für den Süden und daraus folgend für den Durchschnitt in ganz Italien zu, nicht aber für den Norden des Landes, der dem Rest Europas vergleichbare Strukturen – auch im Gesundheitssystem – hat.

          • Italien hat 5.100 Beatmungsplätze bei ca. 57.000.000 Einwohnern, Deutschland hat 24.000 Beatmungsplätze bei 81.000.000 Einwohnern.
            Es wurde in Italien in den vergangenen Jahren unter dem Abbau von Intensivbetten und Intensivbeatmungskapazitäten massiv im Gesundheitswesen eingespart, das was Deutschland durch die Aufrechterhaltung der DRG-Systems mit dem permanenten Kostendruck noch bevorsteht, denn das System wurde jetzt nicht etwa ausgesetzt.
            Es wird durch die fehlenden Einnahmen als Folge des Anstiegs der Kurzarbeit mit massiven Lohneinkommen zu einem noch stärkeren Kostendruck durch die Krankenkassen auf die Krankenhäuser kommen.

      • Wessen politischer Wille?

        Der Bund hat keine Zuständigkeit.
        Die Länder sind politisch zuständig und können Vorgaben machen.
        Die Kommunen sind als Sachaufwandsträger zuständig, die Konzepte des Landes zur Digitalisierung umzusetzen.

        Selbst wenn der Bund die Endgeräte sowie die Infrastruktur bezahlt, die Länder die Lizenzen finanzieren und die Medienkonzepte der einzelnen Schulen gutheißen, müssen die Kommunen ihren Eigenanteil sowie die dauerhafte Finanzierung der Personalkosten für die IT-Mitarbeiter oder die Kosten der externen Anbieter für die Wartung und Administration stemmen. Ist eine Kommune in der Haushaltssicherung, genehmigt die Kommunalaufsicht des Landes diese zusätzlichen Haushaltsmittel nicht oder verlangt höhere Hebesätze für die Grund- oder Gewerbesteuer, um den Haushalt auszugleichen. Bei hebesätzen von 800% verliert der Großteil der Wohnbevölkerung das Interesse an der Digitalisierung der Schulen.

    • @Baumann Michael
      Ihr Vergleich hinkt an zwei Stellen.

      1.) Die angeschriebenen Pflegekräfte konnten/können ja oder nein sagen. Das trifft BIS JETZT auch auf die Risikogruppen der Lehrer zu, soll in NRW nun ABGESCHAFFT werden.

      2.) Ganz oft wird so getan, als ob die PflegerInnen-Risikokräfte direkt ans Bett der Covid-19-Patienten einkehren. Was für ein Quatsch. Die angeschriebenen Pflegekräfte sollten und, soweit mir aus den öffentlichen Aussagen der Krankenhäuser bekannt, wurden auch dort eingesetzt, wo Nichtcoronainfizierte auf den Stationen bzw. bei Arbeitszusammenschlüssen in den Häusern zu behandeln sind. Dennoch ist dort der Arbeit mit Nichtinfizierten angepasste Schutzkleidung vorgesehen, ergänzt durch andere Schutzmaßnahmen wie Verlegungsminimierung, Besuchsverbote etc.
      ———————-
      Diese blöden Vergleiche mit dem Aufwiegen von Berufsgruppen erinnern mich zu einen an Renommiergehabe: Wer trägt den Beutel mit den meisten Flaschen und ächzt am lautesten … Zum anderen sollte Mensch sich meines Erachtens mal durch den Kopf gehen lassen, wem es nützt, dass Volk ganz schnell darauf verweist: Da gibt es eine Gruppe, der geht es aber noch schlechter. Setz deshalb deine Ansprüche aus!

      Man könnte auch sagen:
      * Ein erheblicher Teil der Lokführer in den aktuell 452 Eisenbahnunternehmen in D hat miese Arbeitsbedingungen, doch den Dozenten in Integrationskursen geht es noch schlechter. Eine ganze Reihe ist so prekär beschäftigt, dass sie arbeitend HartzIV beantragen muss oder die Krankenversicherung weglässt. – Da ist noch Luft nach unten für die betroffenen Lokführer.

      * Lehrer haben hinsichtlich den Erfordernissen der ihnen aufgedrückten Ziele mies ausgestattete Einrichtungen und eine zu hohe Arbeitsverdichtung mit immer neuen Aufgaben …, doch Schlachter haben noch schlechtere Arbeitsbedingungen – Da ist noch Luft nach unten für die betroffenen Lehrer.

      WEM NÜTZT ES?

      • Dss ist doch Quatsch. Das reguläre Rentenalter bei Ärzten und Pflegekräften liegt bei 67 Jahren, für ältere Jahrgänge gestaffelt …i zwischen aber auch bei 66 Jahren. ALLE Ärzte und Pfleger .60, 61,62,63,64,65 Jahren arbeiten ganz normal weiter . Es gibt keine Altergrebze ab der man bei vollen Bezügen zuhause bleiben kann. Dann würde nämlich die medizinische Versorgung nicht mehr sichergestellt werden können. Auch nicht für die lieben Lehrer.
        Genauso kann die Schulversorgung nicht sichergestellt werden wenn jetzt plötzlich alle ab 60 oder mit bisschen Asthma meinen zuhause bleiben zu können. Und Fernunterricht bis es irgendwann (oder auch nicht) eine Impfung gibt wird nicht funktionieren. Gerade bei den Grundschülern müssen alles die Eltern übernehmen, die können sich lesen nicht am iPad alleine beibringen.
        Also wieso sollten Lehrer alleine eine Sonderposition haben, die es für sie zwar bequem macht aber für die Schüler und Eltern viele Probleme schafft? Und dann auch noch jammern….die Arbeit sei so viel

        • @H
          Baumann Michael warf in den Raum „Im Gesundheitswesen wurden Pflegekräfte die schon in Rente sind angeschrieben ob sie im Ernstfall wieder zurück in die Krankenhäuser kommen können um dort an der Patientenversorgung mit helfen zu können!“

          Daruf bezog sich mein Kommentar.

          Zu Ihrem „Quatsch“ jedoch: Die Berichte darüber, dass in den KH Vorkehrungen und wo schon akut, auch Umsetzungen stattgefunden haben, die waren wohl allesamt Lügen?

          Und wenn schon unbedingt ein Vergleich, dann mal schauen und nachdenken: Patienten in einem KH lassen sich genausowenig zur Einhaltung von Regeln bewegen wie Pubertierende in Gruppen, die mal den Max zeigen müssen? Oder Jüngere in Gruppen, die sich selbst einfach ihrer Natur entsprechend vergessen?

          Zur Erinnerung: Wir Lehrer haben keine Ferien! Wir arbeiten!

  6. Mit Überraschung und Entsetzen verfolge ich den Zick- Zack- Kurs der Regierung und wünsche mir einfach nur, dass Laschet und Gebauer 25,5 Stunden unterrichten und mal die Realität wahrnehmen. Geschützt alleine im Büro und im Garten in Aachen sieht die Welt anders aus.

  7. Diese Ministerin ist doch eine immobilienmaklerin… Und ihr Chef ist Herr Laschet, der Ober-Lockerer. Der Kurs ist klar, was bleibt ist verweigern und klagen bis der Kessel platzt. Oder krank werden, ggfs sogar sterben. Einfach aber wahr:)

  8. Letztendlich kann auch Frau Gebauer den Arbeitsschutz nicht völlig negieren.
    Es soll ja individuell geprüft werden. Ergo sollte jeder Betroffene einen Antrag auf individuelle Gefährdungsprüfung stellen. Dafür ist der Bad verantwortlich, genau wie es bei allen Schwangeren automatisch abläuft.
    Allerdings dürfte der Bad dann monatelang ausgebucht sein ;-).

  9. Arbeitsschutz ist wichtig. Aber denken die Lehrer auch an Ihre Schüler, die hier die Verlierer sind? Und wenn ich hier lese, dass die Eltern auch ein bisschen was lernen ist das meines Erachtens an Arroganz nicht zu überbieten. Was hier seit den Schulschließungen als Lernen auf Distanz „angeboten“ wird, ist ein Witz. Jede Woche dürfen an der GS meines Kindes die Eltern alles für die nächste Woche ausdrucken, jeden Tag Präsenzunterricht am Küchentisch machen. Dazu bitte aber noch die eigene Arbeit erledigen (ja nicht in allen Familien hat Mutti nix anderes zu tun als sich aufopferungsvoll im 50iger Jahre Outfit auch noch klaglos als unbezahlte Lehrkraft devot dem System unterzuordnen). Wird der Unterricht, wofür ich als Mutter keinen Cent sehe, auch kein beschissenes Kopiergeld (ja wir drucken alles selbst zu Hause aus… So 100 Arbeitsblätter in 4 Fächern wtl.) um die Arbeitsfähigkeit meines Kindes sicher zustellen. Risikogruppen bei aktuell ca. 16 000 Infizierten in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern.. Nagut bleibt zu Hause bei vollem Lohnausgleich, es gibt ja noch die ein oder anderen blöden Viren mehr denen ihr damit entkommt (Schüler, Eltern, Arbeit) .
    Schaut euch mal Neuseeland an… Da gibt’s echten Fernunterricht durch die Lehrer. Ja oh wunder, es gibt die technischen Möglichkeiten… Aber es ist ja viel zu einfach aufgrund von fehlenden Entscheidungen Anderer (warten auf den Dienstherren…) oder dem bösen Datenschutz, sich nicht per Schalte an die eigene Klasse zu wenden und Satzzeichen beizubringen. Telefonisch sich mit den einzelnen Schülern auszutauschen usw… Wenn wir als Eltern weiterhin mit einem weiteren Job belastet werden, so erwarte ich hier auch eine entsprechende Bezahlung. Meines Erachtens ist das alles nur noch lächerlich. Aber eine Ahnung wie es als Eltern ist, wenn man neben dem stressigen Alltag auch noch die Arbeit als Lehrer machen MUSS, die Freunden und den Sportverein ersetzen soll und das nicht nur temporär sondern bitte schön bis es einen Impfstoff gibt, der dann aber nicht verpflichtend sein wird und schon gar nicht erprobt ist. Andererseits könnte ich meinem Kind natürlich auch die viel beschriebenen Coronaferien erlauben und unseren Alltag somit ein wenig entlasten. Wen würde es jucken? Ich sehe schwarz für mehrere Generationen. Ich erwarte einen Fernunterricht, digitale Begleitung und ein Lernen auf Distanz als Selbstverständlichkeit für alle Kinder! Die heutigen Kinder wachsen als digital Natives auf, die können das! Ihr Lehrer auch? Und wenn Ihr es nicht könnt, habt Ihr die verdammte Pflicht es schnellst möglich zu lernen. Fordert das Geld aus dem Digitalpackt an. Schreibt ein Konzept und setzt es um. Seid mutig und geht voran, sodass die Zukunft unseres Landes sieht und von euch tatsächlich lernt! Und zwar wie man hier die Krise meistern kann und nicht wie man sich am besten versteckt vor Allem!

    • Es sind nicht meine Schüler, es sind die Kinder ihrer Eltern. Wer von wem unterrichtet wird entscheidet die UV, die die SL erstellt.
      Ob die Bedingungen, unter denen die Ü60-Lehrkräfte eingesetzt werden können, erfüllt sind, entscheidet allein die BAD GmbH. Für amtsärztliche Befunde sind die staatlichen Gesundheitsämter zuständig. Und die sind an die Empfehlungen des RKI gebunden.

      Btw auch wenn Y.G. mehr Lehrkräfte an die Schulen zurück bringt, hat sie dennoch keine zusätzlichen Räume sowie zusätzliche Unterrichtszeiten. Der Ganztagsunterricht findet weiterhin nicht statt und einen Schichtbetrieb will sie nicht, genauso wie eine wechselnde Zusammensetzung der Lerngruppen im Zuge der Fachleistungs- und Neigungsdifferenzierung. Und das Abstandsgebot, das zu halben bzw. gedrittelten Klassen führt kann sie nicht aushebeln.

      Mehr als 5 Schulstunden je Wochentag und Lerngruppe geht auch nicht, da ansonsten ein Anspruch auf MAV besteht.

    • Es ist langsam müßig, Leuten, die nur schimpfen wollen, zu erklären, dass die Lehrer oft nichts tun können. Gelder aus dem Digitalpakt kann z. B. nur der Schulträger beantragen. Aber eigentlich geht es wohl eher um Pauschalschelte, als um sachgerechte, fundierte Diskussion.

    • Sie erwarten eine ganze Menge.
      Die Kinder sind laut Ihrer Aussage in der Lage, selbstständig Fernunterricht zu bewältigen. Offenbar hat Ihre Familie die notwendige Ausstattung hierzu.
      Gleichzeitig sind Ihnen aber die Druckkosten zu hoch und sie begleiten Ihre Kinder beim Bearbeiten der Aufgaben, die also doch nicht selbstständig erledigt werden.

      Wenn Ihre Erwartungen an Lehrkräfte und Schule so hoch sind, die Belastung im häuslichen Umfeld aber überhand nimmt, haben Sie sicherlich selbst schon längst den Kontakt zu den Lehrkräften Ihrer Kinder gesucht und sich mit diesen ausgetauscht, warum oder woran es in der Schule Ihrer Kinder hapert, oder angemerkt, dass die gestellten Aufgaben zu schwierig erscheinen.

      Die Pflichten der Lehrkräfte sind generell und auch derzeit vielfältig. Dabei steht den Lehrkräften das zur Verfügung, was das Land als Arbeitgeber und die Kommune als Schulträger zur Verfügung stellen. Leider empfinden Lehrkräfte das häufig als unzureichend, äußern diese seit Jahren erfolglos und finanzieren viel zu häufig Materialien und Arbeitsgeräte selbst. Schön, wenn auch Sie zu dem Schluss kommen, dass dies keinen Bestand haben sollte, sondern Land und Kommune zeitnah gemeinsam für eine weitaus bessere Ausstattung sorgen sollten.
      Warum dabei allerdings der Datenschutz missachtet werden soll, erklärt sich mir nicht. Vielleicht sind ja andere Gesetze auch nicht so wichtig und jedermann kann sich in Ihrem Haus am Mehl und Toilettenpapier bedienen? Um beim Datenschutz zu bleiben: Lehrkräfte könnten auch die Zeugnisse öffentlich zu Abholung auslegen. Datenschutz? Wer braucht das schon!

    • „Ich erwarte einen Fernunterricht, digitale Begleitung und ein Lernen auf Distanz als Selbstverständlichkeit für alle Kinder!“ Ich erwarte eine Ausstattung der Kinder, die einen Fernunterricht erlaubt, der alle Kinder erreicht. Ich erwarte Eltern, denen es nicht egal ist, ob ihr Kind arbeitet, obwohl ich mehrfach telefoniere, vorbeifahre etc. Ich erwarte in der Schule ein vorhandenes WLAN, das es mir ermöglicht, meinen Digitalunterricht mit schulischen Geräten aus dem Klassenzimmer zu halten und nicht mit privaten Geräten über das heimische WLAN. Ich könnte diese Erwartungsliste noch ein wenig weiter schreiben, aber damit ist nun mal leider keinem geholfen.
      Noch einmal: es geht nicht darum, dass Lehrer nicht zurück in die Schulen wollen, es geht hier aktuell darum, dass es ganz klare Bedingungen für den Arbeitsschutz gibt, die Frau Gebauer mal eben so aushebeln will – ohne, dass sich das zur ursprünglichen Erstellung dieser Bedingungen herangezogene RKI irgendwie anders positioniert hat. Und selbst wenn sie damit durchkommt, werden Abstandsregeln auch weiter gelten, was nichts anderes bedeutet, als dass nach wie vor maximal eine halbe Klasse anwesend sein darf. DARÜBER sollte sich endlich mal jemand Gedanken machen. Das nächste Schuljahr kommt nämlich stets schneller, als man denkt und dafür brauchen Schulen ( und Eltern) Planungssicherheit – und zwar nicht erst zwei Tage vor Unterrichtsbeginn.

    • Wieder so ein Bild- Kommentar. Populistische Argumente rausholen, ohne die Zuständigkeiten zu kennen. Wieso sollte ich als Lehrer Gesetze brechen, immer mit der Gefahr, verklagt zu werden? Meine Schüler würden sagen: Meine Daten auf dem privaten Rechner: Anzeige raus! Schulbuchseite digitalisiert, ohne Erlaubnis des Verlages: Anzeige raus! Privater Rechner im Schulgebäude an den Strom anschließen: Anzeige raus! So könnte ich ewig weitermachen. Und übrigens: Konzept ist vorhanden, Geräte beantragt: seit 14 Monaten nichts mehr gehört.
      Soviel dazu.

    • Ich weiß nicht, von wem Sie da reden, aber die Grundschullehrer in Sachsen-Anhalt stehen jeden Tag in der Schule vor den Schülern. Von Montag bis Freitag. Alle Klassen sind geteilt worden, sie werden gestaffelt unterrichtet. Dazu kommt die Notbetreuungsgruppe. Das ist der Präsenzunterricht. Digitales Lernen wird dann zu Hause nach dem Präsenzunterricht vorbereitet und kontrolliert. In den Ferien bieten wir Notbetreuung (jeden Tag) und Lernangebote für schwache Schüler an. Wir haben seit Beginn der Pandemie durchgearbeitet. Achja, und schulpflichtige Kinder haben viele Lehrer auch, die Hilfe bei ihren Lernaufträgen für zu Hause brauchen.

    • Ja, liebe Sabine, es ist eine Zumutung! Da entscheidet man sich für das tolle Familienidyll mit Kind, Auto und Hund…. doch was ist das??!! Jetzt kommt plötzlich eine Pandemie daher und ich habe keine Möglichkeit mehr MEIN Kind beim Staat zur Vollzeitbetreuung abzuladen??!! Man hat mir doch versprochen ich könnte alles haben!! Das perfekte Kind, die perfekte Karriere, etc. alles gleichzeitig!
      UNVERSCHÄMTHEIT! Wen kann ich denn jetzt nur für meine dumme Lage verantwortlich machen??

      Au ja, warte, das gibt es welche, die haben sich bei der Berufswahl Gedanken gemacht und einen relativ sicheren Job ergriffen, wegen dem sie aber auf viele andere Privilegien verzichten, anstatt einen weniger krisenfesten Job zu machen. Die sind nun abgesichert und ich nicht – wie unfair!!! Die sind Schuld, die machen eh nix. Super Argument!

      Sarkasmus beiseite – Ich glaube es wird in dieser Welt nichts mehr daraus, den Leuten beizubringen, dass Lehrer/in ein verdammt harter Job ist. Ja, es gibt schwarze Schafe, die weniger Aufwand betreiben, aber seid doch ehrlich! Die gibt es in jeder Branche!

      Und was den „echten“ Fernunterricht angeht: Ich habe selten so viele, Entschuldigung, dämliche Fragen und Probleme von Elternseite gehört, was die grundsätzliche Bedienung von elektronischen Geräten angeht. Das ist nicht zu fassen. Und da heißt es immer „die Lehrer können digital nix“… Den Eltern müsste ich momentan das Ding noch anschalten, so „native“ sind die. Und von den Kids auch nur wenige. An nem Smartphone CandyCrush zu spielen ist keine digitale Kompetenz! Die meisten Kids können an einem Computer oder in Programmen zum Arbeiten mal so GAR NIX, auch wenn es immer behauptet wird.

      Ich mach gern ne „Schalte“, damit sie nicht mehr Eltern sein müssen, kein Problem! Aber dann ist es Ihre verdammte Pflicht, dass ihr Kind eine vernünftige Leitung und ein Gerät zum Arbeiten zur Verfügung hat, das nicht „Handy“ heißt! DANN können wir gerne reden. Es wäre dann auch nicht nötig jeden Furz auszudrucken, denn dann könnte man mit dem Gerät ja auch digital arbeiten.

      Dann erzählen Sie das aber bitte auch mal den Leuten, die WIR auch im Blick haben, die kein Geld dafür haben, mal eben ihre Kinder perfekt auszustatten, die dann nicht „an der Schalte teilnehmen können“.

      PS: Der Digitalpakt stellt übrigens auch keine Mittel für Schülergeräte!

      Aber halten Sie durch, ich bin sicher, wir können bald wieder die Verantwortung für Ihren Nachwuchs übernehmen, so wie es in den Hochglanzfamilienprospekten beschrieben wird.

    • Sparen Sie sich die Mühe. Die Lehrer hier leben in ihrer idyllischen Beamtenblase und werden aus der auch nicht rauskommen . Völlig überzogene Panik gepaart mit der Erkenntnis, dass es doch sehr bequem ist komplett zuhause zu bleiben und Aufgaben per Mail zu verschicken ….Das andere Menschen doch auch nicht zuhause verstecken können bis es eine Impfung gibt geht nicht in deren Kopf

      • Können Sie sich Folgendes vorstellen?
        Eine angestellte Lehrerin ist seit über 40 Jahren im Schuldienst. Sie ist nun 63 Jahre alt und macht Präsenz- und Onlineunterricht. Mit Eltern, Schülern und Kollegen ist sie in Kontakt. Sie korrigiert analog und digital. Bei Letzterem kommt ihr ein privat angeschafftes neues Endgerät zugute. Vor langer Zeit hörte sie im Studium das Wort „Lehrerethos“. Und Punkt.

      • Armer Gerd, kleiner Tipp: Im nächsten Leben einfach auch Beamter werden. Hilft ungemein bei Neiddebatten, wenn man nen Hauch Ahnung hat wovon man spricht…

  10. Du meine Güte, armes Deutschland.

    Seit längerem verfolge und beteilige ich mich an den in diesem Forum geführten Diskussionen rund um das Thema Schule.

    Jedoch bleibe ich nunmehr sprachlos. Ehrlich gesagt frage ich mich, wo wir uns als Gesellschaft hin entwickeln.

    So war der der Ausgangspunkt der gesamten Pandemie-Strategien doch Krankenhauskapazitäten zu schonen und Risikopatienten zu schützen. Ersteres ist in Deutschland doch geglückt. Ansonsten könnten wir gar nicht diese ermüdenden Diskussionen um die angeblich verfehlten Entscheidungen des Lockdowns führen. Ich empfinde diese Diskussion mehr als beschämend. Anstatt alle froh und dankbar wären, Zustände wie in Italien oder Spanien oder USA verhindert zu haben und stolz darauf zu sein als Gesellschaft für unsere Gemeinschaft und Gesellschaft ein wirklich gutes Ergebnis erzielt zu haben, beginnen wir hier einen Krieg gegen die schwächsten in unserer Gesellschaft zu führen.

    Es sind doch die Risikopatienten und insbesondere nun die Akteure der Schule (nicht nur Lehrer sondern auch Schüler und deren vorerkrankten Angehörigen), die jetzt bewusst geopfert werden sollen?!

    Die Infektionszahlen entwickeln sich zum Glück derzeit nach unten. Dabei bin ich mir persönlich noch nicht sicher, ob dies auch der Tatsache geschuldet sein könnte, dass wir hier bewusst hinter das Licht geführt werden und schlicht weniger getestet wird, damit die gefürchteten Obergrenzen nicht erreicht werden… (nicht meine Erfindung und keine Verschwörungstheorie!)

    Bedingt durch die Wetterlage und den Aufenthalt in gelüfteten Räumen und der Tatsache, dass viele Menschen eben nicht in der Schule sondern im Homeoffice waren, haben wir dieses Zwischenziel erreicht.
    Wie klargestellt ist, wird das Virus über die Aerosole beim Sprechen, lauten Sprechen, Singen und Atmen verteilt. Fakt bleibt auch, dass Menschen, die noch keine Symptome haben als Virus-Überträger in Frage kommen. Es gibt sogenannte Spreader, wobei auch noch nicht in Gänze geklärt ist, welche Personen – und Altersgruppe dazu zählt. Es handelt sich bei dem Corona-Virus insgesamt um einen hochansteckenden Erreger.
    Das bedeutet spätestens im Herbst werden wir mit einer erhöhten Infektionswelle zu rechnen haben. Für diese Prognose braucht man kein Virologe zu sein.

    Jedoch gehen nun bedingt durch den Exit Galopp allen voran angezettelt durch Herrn Laschet mit seinem Gefolge in Form von Frau Gebauer die Entwicklungen in eine Richtung die uns als soziale Wesen aufhorchen lassen müssen.

    Risikopatienten haben doch dieselben Risiken wie zuvor, schwer an Covid -19 zu erkranken, solange es kein Medikament gibt.
    Wie kann es sein, dass Frau Gebauer nun genau diese Gruppe in die Schule schickt? Damit werden alle Akteure der Schule als Versuchskaninchen missbraucht. Lehrer, Schüler und jeweils deren mglw. vorerkrankten Angehörigen.

    Schule ist nicht der Ort, an denen Abstandsregeln und Hygieneregeln oder ein effektiver Infektionsschutz umgesetzt werden könnten. Die Mängel der Vergangenheit können nicht aufgeholt werden. (Thema Schultoiletten, Handwaschmöglichkeiten)

    Die Hygieneempfehlungen (Abstandhalten, Niesetikette, Händewaschen, Distanzierung) sind zudem erfolglos, da unter den Beteiligten in der Schule KEIN Konsens darüber besteht, wie gefährlich die Situation einzuschätzen ist. Daher werden diejenigen, die sich schützen wollen, von denen gefährdet, die die Risiken nicht sehen und entsprechend die Regeln nicht einhalten.

    Wenn ich die Diskussion hier verfolge kann ich auch nicht verstehen, wie hier gegen Lehrer geschossen wird. Zumal diese Diskussion eh völlig verfehlt ist.
    Politik handelt auf dem Rücken der Schulen mit all ihren Teilnehmern seine langjährigen Versäumnisse aus.
    Ganz ehrlich, wieso haben Lehrer kein Recht darauf gesund bleiben zu wollen? Wieso ist es überhaupt verwerflich für sein jeweiliges Recht auf Unversehrtheit in diesen Tagen einzustehen. Wieso geraten Risikopatienten, die eh schon genug Probleme in dieser Zeit haben, hier an den Pranger und müssen sich am besten noch dafür entschuldigen, dass Sie gerade als Teil der Leistungsgesellschaft ausfallen?

    Frau Gebauer: Wer nicht mit der Zeit geht – muss mit der Zeit gehen!
    Es ist genau jetzt der Zeitpunkt, an dem das Schulsystem überdacht werden muss. Alte Strukturen müssen neuen Überlegungen weichen. In jedem guten Management wird so verfahren.
    Nur Schule bleibt antiquiert nicht zuletzt durch ihre schlechte Führungsliga der Landespolitik. Wie sollte unsere Schulpolitik auch gut werden? So hat Frau Gebauer geebnet durch die politische Karriere Ihres Vaters (Wolfgang Leirich) seines Zeichens damals Schuldezernent von Köln, den Weg in die FDP und somit als Ministerin gefunden. Ihre Qualifikationen für diese Tätigkeit bleiben bei Betrachtung ihrer Vita mehr als fragwürdig. Auch hier sollte über einen Kompetenzwechsel nachgedacht werden. Wie sich mehr denn je zeigt gehören in diese Positionen Menschen mitdem Anspruch zeitgemäß zu Denken, entscheiden und zu handeln — gefragt sind Weitsicht und Sachverstand.

    Jetzt kann die Forderung nur laut werden den Schulalltag zu entzerren und mit den vorhandenen Ressourcen zu arbeiten und neue Konzepte zu entwickeln.
    Das bedeutet:

    Bildungspflicht anstatt Schulpflicht.
    Ausbau der Notbetreuungen

    Diejenigen Lehrer und Schüler (Eltern) die die Risiken für sich als gering einschätzen nehmen an den Präsenzunterricht nach Vorgaben des Landes teil.
    Diejenigen, die für sich zu einer anderen Einschätzung kommen, haben die Möglichkeit online beschult zu werden, bzw. online zu beschulen.
    Das Konzept der Freiwilligkeit schützt alle Teilnehmer des Schulsystems und entzerrt die momentane Situation, weil weder alle zuhause bleiben, noch alle unter dieser ungeklärten Situation in die Schule wollen.
    Der Präsenzunterricht unter den Vorgaben des jeweiligen Landes ist ein ineffizienter Frontalunterricht. Daher spricht nichts dagegen die Inhalte auch zuhause im Homeschooling z.B. per Webcam zu verfolgen. Dazu müssen die Möglichkeiten der Onlinebeschulung verbessert werden. Nahezu alle Haushalte sind in Besitz mindestens eines Smartphones und / oder eines PC‘s. Diejenigen, die noch keine zuverlässigen Geräte haben, müssen entsprechende Geräte bereit gestellt bekommen.
    Am Ende dieser Phase des Aussetzens der Schulpflicht (bis Medikamente zur Verfügung stehen) könnte über Leistungsstanderhebungen der der schulische Stand der Schüler erfasst und über die Versetzung entschieden werden.
    Wenn der Staat in Zeiten der Pandemie Schüler in die Schule zwingt könnten sowohl ihr Leben als auch ihre Gesundheit bedroht werden. Damit greift die Schulpflicht in die oben genannten Grundrechte der Kinder wie auch dieselben Grundrechte der Lehrer ein.
    Ersparen wir uns doch bitte allen die nervige Diskussion um faule Schüler und feige Lehrer. Darum geht es doch gar nicht. Jeder hat das Recht seine Gesundheit erhalten zu wollen!

    Keiner weiß wie die Sache weiter oder zu Ende geht- aber bedenken sollten wir alle, dass wir sowohl mal alt als auch krank werden könnten. Wobei letzteres nicht unbedingt mit dem Alter zusammenhängen muss. Bevor wir also Risikopatienten in eine derartigen völlig unkoordinierten Schulalltag schicken wollen, denken wir erstmal darüber nach wie es wohl wäre, wenn wir in Folge eines schweren Verlauf mit Covid-19 zu einem Patienten werden mit Spätfolgen. Laut AOK haben 25 % der Bevölkerung Vorerkrankungen und müssen mit einem schweren Verlauf von Covid 19 rechnen. Überraschung, viele wissen noch nicht dass sie dazu gehören…und was auch viele nicht wissen, ist die Auswirkungen von Langzeitfolgen nach einem Infekt. Wer in die Nachbarländer schaut sieht, dass Schweden seine Alten und Kranken zu Gunsten einer fragwürdigen Herdenimmunität opfert. Wollen wir das ernsthaft?
    In Italien bleiben die Schulen bis auf weiteres geschlossen… aber finden Sie selbst heraus weshalb;)

    • In Skandinavien bleiben die Kitas und die Schulen bis einschließlich der 9-Klasse geöffnet.
      Warum wohl ?
      Und, kam es dort zu Massenausbrüchen mit SARS-CoV-2 , wie in der von Herrn Drosten zitierten französchen Schule ?
      Der schwedische Chefepidemiologe Tenell bestreitet Massenausbrüche an schwedischen Schulen, und den örtlichen Entscheidungsträgern bleibt die Entscheidung zu Schulschließungen vorbehalten.
      Dieser Einzelfall konnte aber durch Herrn Drosten uns allen demonstrieren, dass eben nur 2,7 % der Kinder unter 15 Jahren in dieser französischen Schule positiv auf das SARS-CoV-2 Virus getestet wurden, während alle darüber liegenden Altersgruppen (Lehrer und Schüler) um die 40 % positiv getestet wurden.

      Es sind zum einen epidemiologische Gründe, die deutlich geringere Übertragung auf niedrigere Altersgruppen in Verbindung mit einer geringeren Erkrankungsrate und Erkrankungsschwere, Gründe der Betreuung der Kinder in Kitas, um die Arbeitsfähigkeit der systemrelevanten Berufsgruppen zu erhalten, die bei uns inzwischen durch eine Nachweisköpenikade in Verbindung mit dem schriftlichen Arbeitszeiten durch den Arbeitgeber, der dieses verweigert, verhindert , die bestehende Doppelbelastung als Arbeitnehmer in deutlicher Mehrarbeit, Tätigkeit als Heimlehrer, sowie eine fehlende Selbstständigkeit dieser Kinder geprägt ist. Oder glaubt hier jemand, dass Grundschüler selbstmotivierend sich selbstständig über einen längeren Zeitraum das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen können ?

  11. Es fällt mir schwer, das alles noch ernst zu nehmen. Zum Einkaufen soll ich eine Maske aufsetzen, der Präsenzunterricht findet ohne statt. Meine eigenen (nicht mehr im Haus lebenden) Kinder und meinen Enkel soll ich möglichst nicht besuchen. Aber fremde Kinder in räumlicher Begrenzung unterrichten.

    Über die Auflagen für den Präsenzunterricht möchte ich mich hier nicht weiter äußern, außer dass sie mehr als deutlich machen, wie wenig man „da oben am grünen Tisch“ von den realen und praktischen Gegebenheiten an den Schulen versteht.
    Das alles gleicht einer Posse!

    • Ich habe dieselbe Frage!
      Deshalb habe Ich einen Vorschlag für das Bildung-amt: Unter die Corona-Pandemie, wir, Eltern und Kinder, sollen die Freiheit und den Recht haben selbst entscheiden ob unsere Kinder zu Schule gehen lassen oder nicht. D.h., die Eltern, die keine Zeit haben um ihre Kinder zu Kümmern und lehren, einfach die Kinder in Schule schicken, aber die Eltern, die gern zu Hause bleiben möchten und ihre Kinder selbst lernen und beibringen können, einfach schicken nicht ihre Kinder zur Schule. Zu Schule oder nicht soll ganz freiwillig sein! Sonst, eine Internet-unterrichten sollen unbedingt anbieten!

  12. Wer hat diese Frau zur Schulministerin gemacht? Was passiert hier gerade? Erst ist die Gesundheit dass Leben so wichtig und nun nicht mehr? Lächerlich dass ganze! Und die ersten neue Infektionen sind bereits da doch komisch dass dies keiner mehr sieht. Nur weiter so bis zum nächsten lockdown armes Deutschland bei solchen Ministern ist der Untergang vorprogrammiert

  13. Bin zwar keine Lehrkraft aber ich weiß von meinen beiden Jungs die dass Gymnasium besuchen dasdie Lehrer alles geben und versuchen zu ermöglichen um ihre Schüler weiterhin Unterrichten und unterstützen zu können!
    Ich habe großes Respekt für alle Lehrer die trotz dieser Situation täglich neues Wissen vermitteln und unterrichten. Somit an alle besser wisser, nur weil die Schulen geschlossen sind sonnen sich die Lehrer nicht im Garten! Ganz im Gegenteil sie bereiten täglich neues Lernmaterial vor und unterrichten nach wie vor per Internet und Web cam ihre Schützlinge! Schande über die jenigen die anonym schreiben und wahrscheinlich selber von Harz4 leben nix machen und über andere herziehen

  14. Als Arzt muss ich sagen: Ich verstehe die Aufregung der Lehrer nicht ganz. Bei der Corona-Pandemie handelt es sich um eine sog. Allgemeingefahr. Wenn der Corona Arbeitsschutzstandard vom BMAS in den Schulen umgesetzt ist, dürfte die Gefahr nicht größer als im Supermarkt oder im Büro sein. Das bedeutet nicht, dass die Gefahr bei 0 % liegt, aber dass liegt Sie bei anderen Berufen auch nicht (Stichwort Arbeitsunfälle).
    Wenn jemand ein so starkes Risiko hat, dass ihm auch die verbliebene Allgemeingefahr nicht zugemutet werden kann, liegt in meinen Augen eine ganz normale Arbeitsunfähigkeit vor. Dies würde bei angestellten Lehrern ab der siebten Woche Krankengeld bedeuten, wie bei allen anderen Berufsgruppen auch. Die beamteten Lehrer haben es hier sogar besser, aber auch bei denen muss man nach eine Weile die allgemeine Dienstfähigkeit in Frage stellen.

    Ich habe Verständnis dafür, dass Risikogruppen am liebsten zu Hause bleiben würden. Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass dies bei vollem Entgeld erfolgen soll.

    • Prinzipiell gebe ich Ihnen auf der Sachebene grundsätzlich recht und auch anderen, die sagen, andere Berufsgruppen müssen auch „normal“ arbeiten.

      ABER: Ein großer Unterschied zur Supermarktkassiererin, zum Büroarbeiter oder der Pflegekraft bzw. Krankenschwester und Ärzten besteht. Im Supermarkt, im Büro, in der Pflege, in der Gastronomie, etc. hat man es i.d.R. mit Erwachsenen zu tun. Diese können sich an die Regeln halten bzw. dazu gebracht werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist das nicht so einfach, v.a. da auch viele Supermärkte und Büros von der Ausstattung her tausendmal besser dastehen als viele Schulen. Jetzt sagen wieder alle, man könne das den Kindern ruhig zutrauen, die können das.

      Nur ein Beispiel aus der Praxis: Wir müssen nun zusätzliche Aufsichten vom Parkplatz, auf dem Weg zur Schule und natürlich im Gebäude bereitstellen und intensivieren, weil die Q1 (Oberstufe!!!) an einem Gymnasium sich aktuell sonst nicht an die Abstandsregeln hält. Soviel dazu.

      Ein weiterer Punkt ist, ja, die Krankenschwester und der Arzt arbeiten „auch nah am Patienten“ und sind viele gefährdeter. Mag sein, aber die verfügen auch i.d.R. über vernünftige Schutzausrüstung. Arbeitsschutz eben. Wenn dies nicht gegeben ist, wäre ich dafür, dass diese Menschen auch nicht einfach weitermachen sollen. Gebt mir an der Schule richtige SCHUTZmasken und dergleichen und es ist okay. Ich würde so aber zur Zeit lieber auf einer Corona-Station arbeiten, mit dem entsprechenden Arbeitsschutz, als in der Schule.

      Ich hätte auch kein Problem in einem Büro an meinem eigenen Schreibtisch zu sitzen mit 2m Abstand zum/r Kollegen/-in. Oder an einer Kasse im Markt. Gar kein Problem. Aber die Situation in einer Schule ist eine andere. Keine wirklich effektiven Schutzmaßnahmen und vielfach kaum oder kein Abstand möglich, plus ggf. unvorsichtige oder uneinsichtige Teenager/Kinder. Das ist nunmal ein Riesenunterschied.

      • Volle Zustimmung! Man stelle sich umgekehrt mal ein Szenario vor, bei dem 25 Jugendliche ohne Mundschutz in den Supermarkt spazieren und keine Abstände einhalten. Das ist das Szenario, das wir in der Schule haben.

      • @Thomas Schultz, ja genau so ist das. Wobei auch noch eine unterschiedliche Risikoeinschätzung der verschiedenen Lehrer ebenfalls zu unterschiedlichen Einhaltung der Hygieneregeln beibden Schülern führt….
        Schule ist gerade jetzt bzw. Im Herbst nicht der Ort, wo all die wunderbaren am Reißbrett und Homeoffice entworfenen Hygienestandards von Theoretikern der Politik, umgesetzt werden könnten.

  15. „Wenn der Corona Arbeitsschutzstandard vom BMAS in den Schulen umgesetzt ist, dürfte die Gefahr nicht größer als im Supermarkt oder im Büro sein.“

    Und wer überprüft das und stellt ein entsprechendes Zertifikat aus? Die Arbeitsschutzstandards an Schulen als Betriebsstätten werden in der Regel nicht eingehalten, was am deutlichsten an den Toiletten, dem baulichen Zustand, den reinigungszuständen, den Arbeitsplätzen etc. sehen kann. Und dieser beschriebene allgemeine schlechte Zustand soll jetzt unter den verschärften Bedingungen einer Pandemie in ausreichendem Maße eingehalten werden? – Finden Sie den fehler selbst.

    • Der „Corona Arbeitsschutzstandard vom BMAS“ wird eben nicht umgesetzt. Sondern er wird „ersetzt“ druch die Pflicht. 1,5m Abstand zu wahren.

    • @dickebank:

      Zu Ihrer Frage wer das überprüft: Die Umsetzung des Arbeitsschutzstandards ist Teil der Gefährdungsbeurteilung. Bei der Gefährdungsbeurteilung ist der Personalrat zu beteiligen ! Von behördlicher Seite findet die Überprüfung durch die Gewerbeaufsicht statt. Dies erfolgt i.d.R. anlassbezogen, also wenn sich jemand beschwert.

      Ganz allgemein. Man kann nicht alle Schulen und alle Lehrer über einen Kamm scheren. Es gibt Schulen mit guten räumlichen Verhältnissen und Schulen mit schlechten V. Das ist aber in der freien Wirtschaft genauso. Wenn ich als Betriebsarzt eine Betriebsbegehung in einer Hinterhofwerksatt mache, dann erlebt man da z.T. sanitären Räumlichkeiten, die zum Weglaufen sind.
      Auch bei den Lehrern gibt es natürlich solche und solche. Als Vater von schulpflichtigen Kindern erlebe ich motivierte Lehrer, die – auch wenn Sie zu Risikogruppe gehören – seit Wochen zumindest attraktiven Online-Unterricht auf die Beine stellen. Es gibt aber auch Lehrer, von denen haben meine Kinder seit Wochen nichts gehört, keine Aufgaben, kein Videokonferenzen … gar nichts. Das sind dann leider oft dieselben Lehrer, die man im Baumarkt trifft und anschließend beim Renovieren Ihres Carports beobachten kann.

      Es ist schon sehr auffällig, dass die Quote der „Risikopatienten“ genau in den Berufen besonders groß ist, in denen das „zu Hause bleiben“ nicht mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist (z.B. Beamte). Die recht schwammige Definition von Risikopatienten trägt dazu ebenfalls bei. Andere Länder (z.B. Österreich) sind viel konkreter, wenn es um die Definition von Risikogruppen geht.

      • Eben darin liegt der Unterschied. Frau Y.G. hat die HPR nur angehört, nicht aber beteiligt, da für die Herstellung der hygienischen Standards ja das Ministerium bzw. das Land nicht zuständig sind. Ebenso ist mit den BPR auf Weisung des MSB verfahren worde.

        Im Prinzip haben wir an Schulen eien Situation wie an den Schlachthöfen. Der Schlachthofbetreiber sagt, Moment mal, die Infizierten sind ja gar nicht meine Mitarbeiter, die sind ja beim Vertragspartner XY angestellt und arbeiten bei mir ja nur als Werkvertragsbeschäftigte. Und für deren Unterbringung und den Weg zur Arbeitsstelle bin ich erst recht nicht verantwortlich.

        Die Kommunen müssen die Schutzstandards an Schulen lediglich für die Schüler*innen herstellen, nicht aber für die Lehrkräfte. Streng genommen stiehlt die Lehrkraft als Landesbediensteter, die sich bei Betreten des kommunalen Schulgebäudes am Desinfektionsmittel bedient, die Kommune, da ja keinerlei vertragliche Verbindung zwischen Lehrkraft und Schule bzw der sie tragenden Kommune besteht. Jede lehrkraft, die an „ihrem Arbeitsplatz“ in der Schule ihr privates Endgerät aufläd, begeht „Stromdiebstahl“ entsprechend einschlägiger Arbeitsgerichtsurteile. In anderen Betrieben sind dafür schon Mitarbeiter gefeuert worden.

  16. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde nicht nur im Gesundheitswesen sondern in NRW vor allem an Schule insbesondere an den Grundschulen und am Personal gespart. Die Sparmaßnahmen unter dem Deckmäntelchen der „individuellen Förderung“, hat zu heterogenen Klassen mit 25 und mehr Kindern mit z.T. erheblichen Förderbedarf geführt. Die damit verbundenen stetig gestiegenen Anforderungen und Belastungen haben die Attraktivität für Berufseinsteiger deutlich geschmälert und zu einem eklatanten Lehrermangel an der GS geführt, wird zur Zt. leider verdrängt und nicht mehr thematisiert. Nun fliegt das Personalmanagment Fr. Gebauer um die Ohren, selbst für Notbetreuung und den reduzierten Präsenzunterricht stehen nicht ausreichend Lehrer zur Verfügung. 18 % aller Infizierten mit Covid-19 kommen ins Krankenhaus, 25 % der Lehrer☆innen gehören zur Risikogruppe: Da ist absehbar wer im KH landet, wenn sich ein Infekt ausbreitet. Maskenpflicht in der Schulklasse wie in jedem Geschäft beim Einkaufen? – Fehlanzeige! In der Schule verbleibt man mehrere Stunden im gleichen Raum, das, was man als Risikogruppe tunlichst vermeidet! Wenn sich der Gesundheitszustand dauerhaft aufgrund eines schweren Verlaufs auch wg. nicht vorhandener Medikamente deutlich verschlechert, liegt der Nachweis beim Lehrer, dass es sich um Berufsunfall handelt. Danke Fr. Gebauer, wenn ich dann als Schwerbehinderte vorzeitig aus dem Schuldienst entlassen werde.

  17. Wie neue Erkenntnisse ja zeigen, wird der Erreger (wie andere Viren bekanntermassen ja auch) über Aerosole und damit über die Atemluft übertragen. Somit würde die Ansteckungsgefahr im Klassenzimmer sich sehr wohl das Risiko einer Ansteckung im Supermarkt übertreffen. Im Supermarkt halten sich Menschen durchschnittlich 15 min auf. Om Klassenräumen findet der Unterricht nach neuen Vorgaben mit 15 Schülern statt. So wie es jedoch scheint, wird ja hier ein neuer ülan verfolgt. Würde mich also nicht wundern, wenn wir nach den Sommerferien hier das schwedische Modell fahren…mit 25-30 Schülern in schlecht belüfteten Räumen aber mit desinfizieren Händen. …das ich nicht lache.
    Mir ist sowieso nicht klar wieso wir für alt bekannte Übertragungswege von Viren neue Studien benötigen, die alt bekanntes bestätigen und immer wieder bestätigen werden. Aber nun sins sie ja da, die neuen Studien. …und es gibt keine wirklichen Neuigkeiten. Auch das neuartige Corona Virus wird wie viele bekannte und erforschte Viren eben auch über die Atemluft und das sprechen übertragen. Das ist nichts neues.
    Auf die Unterrichtsbedingungen im Herbst Winter übertragen, ist wohl logisch was passieren wird und was wir erwarten können.http://blog.pnas.org/2020/04/fluid-dynamics-work-hints-at-whether-spoken-word-can-spread-covid-19/
    Ich finde die gesamte Diskussion sehr mühsam. Risikopatienten haben ihre Situation nicht selbst erfunden oder erschaffen. Zu argumentieren es sei kein erhöhtes Risiko sondern ein Allgemeinrisiko halte ich unter den gegeben Erkenntnissen für zynisch. Mir ist auch egal welcjer veramtlichte Arbeitsschutzstandard dazu herangezogen wird.
    Wenn ich weiss, dass unter bestimmten Bedingungen erhöhte Risiken für meine
    Unversehrtheit bestehen, wäre ich doch dumm mich dem bei der unklaren Gemengelage auszusetzen. Ich sag ja auch nicht zu einem Nichtschwimmer „spring ins Tiefe Wasser das wird schon“. Ossr schicken sie ihr Kind sehenden Auges über eine rote Ampel?
    Zum Thema Lohnausgleich: in dem von mir gefassten Gedanken selbstbestimmt durch diese Krise zu gehen, geht es darum, dass diejenigen, die in den Schulalltag wollen dort hin können. Jedoch diejenigen, so auch Risikopatienten der Lehrerschaft, eben den digitalen Teil der Schule vorantreiben bzw. den Unterricht auf dieser Ebne führen.
    Im übrigen ist die Situation für diejenigen, die in diesen Tagen erhöhte Risiken haben schwer an Covid-19 zu erkranken nicht gerade leicht. Die ganze Geld-Neid Diskussion kann ich aus vielen Gründen nicht nachvollziehen. Die Nachteile eines Menschen, der eh schon krank ist können mit keinem Geld der Welt aufgewogen werden. Daher führen diese Diskussionen vor allem Menschen, die noch vollkommen gesund sind und dieses Gut nicht zu schätzen wissen. Zum Glück werden ja nur sie anderen krank.
    Mir gefällt es nicht, dass unsere Gesellschaft immer einen Sündenbock sucht, der es ja erheblich bessser haben könnte als man selbst. Wir sind nicht in der Lage uns mit den Schwächeren zu solidarisieren und gemeinsam eine Lösung zu finden um die Situation als Gemeinschaft zu überwinden.
    Im Sinne aller Schwachen (bezogen auf das hier diskutierte Thema Schule: Lehrer, Schüler und deren jeweilige Angehörigen) dieser Zeit sollten wir Lösungen suchen, die sich von dem alten seit langem überholungsbedürftigem Schulsystem unterscheiden. Das System Schule muss erneuert werden. Wir können nun mal nicht zurück zum Alten, nur weil es gerade bequem so wäre. Jedem dem das nicht klar werden will, ist nun mal offenbar selbst veraltet. Damit unterstützt er das was er eigentlich kritisiert.
    Ich kann fünf mal hintereinander auf den Fahrstuhlknopf drücken. Ich erhalte deshalb doch kein anderes Ergebnis. Der Fahrstuhl wird deshalb nicht schneller auf meine Etage kommen.
    Es nützt nichts auf das alte System Schule als Aufbewahrungssystem zu pochen, wenn dieses System marode ist und schlicht diesen Ansprüchen nicht genügen kann.
    Wie soll ein System mit minimaler Ausstattung und Innovation diese maximalen Anforderungen erfüllen?
    Unsere Gesellschaft und damit sich Schule befindet sich im Wandel. Die Erkenntnis muss also sein mit dieser Zeit neue Wege zu finden und zu etkennen, dass das alte System vielleicht so einigermaßen zu den damaligen Bedingungen irgendwie funktioniert hat, aber gut war es doch schon lange nicht mehr. Die Unzufriedenheit führt jetzt dazu, dass im speziellen Fall von Schule nun Lehrer mit oder ohne Risiko zum Sündenbock einer Situation gemacht werden, die weder Lehrer oder Schule verursacht haben, noch dass es deren Aufgabe wäre die Lösung für das Wunschdenken der Eltern ihre Kinder dort wie gewohnt abgeben zu können, herbeizuführen.

    …nein ich bin kein Lehrer sondern einfach jemand unbedeutendes, der gerade andere Werte in seinem Leben erkennt und verfolgt als diesen Leistungsterror, der hier gerade eingefordert wird.

    • Die Antwort ist simpler als Sie – @illy – denken. Wir Lehrkräfte haben die Digitalisierung verhindert, da wir egoistischer Weise jeden Monat auf unserem Entgelt bestanden haben. Damit haben wir folgendes verhindert:

      a) eine ausreichende Anzahl an Studienplätzen für Studierende irgendeines Lehramtes,
      b) die Einrichtung von zusätzlichen Professuren (Lehrstühlen) an Hochschulen, die Lehramtsstudierende zum Ersten Staatsexamen befähigen,
      c) eine ausreichende Anzahl von Plätzen an den ZfsL (Studienseminaren), die die LAA und Refis zum Zweiten Staatsexamen führen
      d) eine ausreichende Anzahl von Lehrkräften, die Interesse an einer Funktionsstelle an ihrer jeweiligen Schule haben,
      e) eine entsprechende Ausstattung von Schulen in räumlicher, materieller und finanzieller Hinsicht,
      f) eine ausreichende personelle Aussattung der schueln, damit überhaupt die Soll-Stundenzahl in jedem Jahrgang eingehalten werden kann,
      g) eine den heutigen Erfordernissen entsprechende Aussattung mit IT, womit Hardware, Infrastruktur, Administration, Software sowie methodische und didaktische Vorgaben für einen IT-gestützten Unterricht,
      h) den Erhalt von schulischen Angeboten für Schüler*innen mit speziellen Bedürfnissen,
      i) zeitgemäße analoge und digitale Lehrmittel,
      j) ausreichend nicht-lehrendem Personal sowie multiprofessinellen Teams
      usw.

      Und das alles nur, weil wir – vor allem meine Person – darauf bestanden haben, unserer Ausbildung und gesellschaftlichen Verantwortung entsprechend für die von anderen nicht erbrachten Leistungen vergütet zu werden. Also schuldig im Sinne der Anklage.
      Nach der verurteilung der Unschuldigen können wir dann zur Belobigung der Nicht-Beteiligten übergehen.

      Dabei stellt sich immer wieder die grundlegende Frage zum Thema Partizipation:

      Was sagen eigentlich die Nicht-Betroffenen und völlig Unbeteiligten zum Thema Intelligenz? Womit ich in erster Linie diejenigen meine, die einen Schirm aufspannen bzw den Alu-Hut aufsetzen, wenn ausnahmsweise einmal Hirn vom Himmel geschmissen wird.

      • Schön, dass wir uns zum Thema „Schuldanerkennung“ wenigstens einig sind. Zum Thema : „Such und finde das verloren gegegangene Stück Hirn“ möchte ich im Zusammenhang mit den Entscheidungen und Planungen des NRW Schulministeriums lieber keinen Kommentar hinterlassen.

      • So ist es! Wir – die faulen, trägen und überbezahlten Lehrer, haben es auch nicht anders verdient! Dass wir jetzt alle in die Schule und uns anstecken müssen, ist nur die gerechte Strafe für all unsere Schandtaten! Und Lehrerhassern verschafft sie so ein warmes Gefühl…

        • Was ist dnn, wenn wir auch dahingehend immun werden, während der Rest der Bevölkerung dahinsiecht?

          Vermutlich wird es laufen wie immer. Eltern die vor der Entscheidung stehen, ob sie ihr an einem Infekt erkranktes Kind in die Schule schicken oder nicht, damit es sich zugause auskurieren kann, werden sich im Zweifel für die Schulpflicht entscheiden. Um die Verbreitung von Viren und Bakterien zu optimieren, werden die Kinder mit Krankheitssymptomen in der Nähe des Sekrtariats zur Abholung zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam aufbewahrt.
          Und – oh Wunder – das alles hat Auswirkungen auf die Krankheitszahlen von Lehrkräften, die zu bestimmten Zeiten immer wieder in die Höhe schnellen. Dass die Zahlen im allgemeinen nicht höher sind als in anderen Teilen des öffentlichen Lebens, ist eigentlich erstaunlich, hat aber in der Regel Unterrichtsausfall zur Folge. Allein diese Tatsache berechtigt die Allgemeinheit dann zum Lehrkräfte-bashing.

          Als ich noch in der „freien Wirtschaft“ gearbeitet habe, sind, wenn ich eine AU eingereicht habe, Termine verschoben worden, haben Kolleg*innen nicht-aufschiebbares erledigt, sind Sachen die Zeit hatten, liegen geblieben.
          Wenn ich heute eine AU für zwei Wochen einreiche, sind davon 50 Unterrichtsstunden in 10 Unterichtsgruppen mit durchschnittlich 20 bis 24 SuS betroffen, die entweder vertreten werden oder entfallen. Es gibt vermutlich nicht viele Berufe, die schätzungsweise zweihundert 45- bis 90-minütige Kundenkontakte im Laufe von nur einer Woche mit sich bringen.

          • Die Politik wägt ab: Verscherze ich es mir mit den überforderten Eltern, oder zwinge ich lieber Lehrer, die zu Risikogruppen gehören, in die Schule zurück? Hm… wo gibt es mehr Wählerstimmen zu gewinnen?

    • @Illy:
      Der Verweis auf das „Allgemeinrisiko“ ist kein Zynismus sondern beschreibt die aktuelle Rechtslage. Das ist im Berufsrecht bzw. im Berufskrankheitenrecht nichts neues. Wenn eine Erzieherin mit den Kita-Kindern auf den Spielplatz geht und dort von einer Zecke gestochen/gebissen wird und die Erzieherin eine schwere Borreliose bekommt, liegt dennoch keine Berufskrankheit vor, weil auf die Allgemeingefahr verwiesen wird.

      • Doch es bleibt zynisch sich auf die „aktuelle Rechtslage “ zu berufen, wenn man sich dahinter versteckt ohne seinen eigenen GMV einzuschalten.
        Es ist wie wir ja bei unterschiedlichen öffentlich dargestellten Rechtsfragen beobachten dürfen, die „aktuelle Rechtslage“ weder gerecht noch nachvollziehbar. Nur weil es auf den Entscheidungen akdademischer Gedankenverdrehung beruht, die ebenfalls nach eigenem Ermessen letzlich entscheiden, wird es weder richtiger noch gerechter. Auch wenn es „Recht“ ist, darf jeder den Sinn und die Objektivität die hinter Rechtsentscheidungen stehen selbst hinterfragen und auch in Frage stellen.

        • @Illy:
          Ich kann nicht nachvollziehen, warum es „gerecht“ sein soll, dass der Supermarkt-Kassierer, die Krankenschwester, der Friseur oder die Kindergärtnerin alle zur Arbeit erscheinen und nur die Lehrer sich nicht dazu in der Lage sehen.

          Ich beziehe mich hier gar nicht mal auf Höchstrisikopatienten, sondern eher auf Personen mit leichtem Asthma, gut eingestelltem Diabetes, lange zurückliegender Tumorerkrankung etc. … die profitieren alle von der schwammigen Risikodefinition des RKI, obwohl sie nach Ansicht diverser Fachgesellschaften im In- und Ausland statistisch gesehen überhaupt kein höheres Risiko für einen schweren Verlauf haben.
          Glauben Sie mir, es gibt viele (nicht alle !), die reiten vollkommen unberechtigt auf der Risikowelle. Wenn man als Arzt dann mit der frohen Botschaft kommt, dass das individuelle Risiko gar nicht erhöht ist weil die Krankheit doch nicht so schwer oder gut therapiert ist, dann erntet man eher Enttäuschung als Erleichterung.

          • …. und bei Ihnen waren natürlich statistisch relevante Mengen an Lehrern persönlich vorstellig, nicht wahr!? Oder vorher nehmen Sie ansonsten diese Unterstellungen?

          • Im übrigen wehren sich die Erzieherinnen ebenso gegen diesen Wahnsinn. Lehrer und Erzieher sind nämlich derzeit die einzigen Berufsgruppen, die mit einer relativen großen Anzahl anderer Menschen stundenlang in geschlossenen Räumen und ohne jeglichen Schutz arbeiten sollen.

          • @Arzt
            Sehr geehrter Kollege !
            Leider ist nicht jeder Lehrer bereit, aufgeschlossen für valide wissenschaftliche Erkenntnisse zu sein, wenn diese gegen seine innerste Überzeugung gerichtet sind und gar noch Veränderungen in seinem Leben hervorrufen könnten.
            Da vertraut man in diesen Kreisen lieber auf seine atavistischen Urängste, anstatt durch evidente Belege, eine Beruhigung zu erfahren.

          • Sehr geehrter AvL,

            es reicht jetzt. Wie wir in unserer Berichterstattung immer wieder feststellen, ist die Wirkung von Schul- und Kitaschließiungen auf das Infektionsgeschehen wissenschaftlich durchaus umstritten. Es wurden in den vergangenen Wochen drei große Studien gestartet, um genau diese Frage zu klären, ob und wie stark Kinder das Coronavirus weitertragen – aktuell vom UKE Hamburg. Diese Studien wären sinnlos, wenn die Antworten – wie Sie suggerieren – bereits sonnenklar vorlägen. Das tun sie nicht.

            Wir bitten Sie also zu akzeptieren, dass es durchaus ernstzunehmende Einwände gegen eine schnelle Öffnung von Schulen gibt – und das solche Einwände keineswegs nur von „Lehrern mit atavistischen Urängsten“ vorgebracht werden.

            Über den Stand der Dinge – auch der wissenschaftlichen Diskussion – berichten wir akutell hier: https://www.news4teachers.de/2020/05/aerzte-fordern-kitas-und-schulen-schnell-komplett-wieder-zu-oeffnen-weder-abstandsregeln-noch-schichtunterricht-seien-noetig/

            Mit freundlichem Gruß
            Die Redaktion

          • Hallo, Redaktion,
            Ihre Rügen verstehe ich immer weniger, ebenso die Löschungsbereitschaft bei Kommentaren, die von der Netiquette her völlig in Ordnung sind, Ihnen aber von der Meinung her nicht passen.
            Wir sind ein Kollegium, in dem 3 Lehrkräfte News4teachers kennen und manchmal dort auch kommentieren. Immer häufiger tauschen wir unsere Erfahrungen aus, sind zunehmend frustriert und fragen uns, worauf Sie hinaus wollen und welche Leute bei Ihnen am Werk sind.

          • Lieber Martin,

            unsere Anforderungen an Leserposts sind relativ schlicht. Sie orientieren sich an den gängigen Regeln menschlichen Umgangs miteinander – und am Presserecht. Sie können die Regeln hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/uber-uns/

            Um einen Punkt herauszugreifen: Die Redaktion legt Wert darauf, nur Leserzuschriften zu veröffentlichen, die erkennbar darauf abzielen, einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion des darüberstehenden Artikels zu leisten.

            Lehrer zu Steinzeitmenschen zu erklären, gehört eindeutig nicht in diese Kategorie.

            Mit freundlichem Gruß

            Die Redaktion

          • @Redaktion
            Erstmal danke für die unerwartete Antwort oder Löschung meines Posts!
            Ich hoffe, bin leider aber noch nicht restlos überzeugt, dass Ihr Eingreifen sich wirklich „an den gängigen Regeln menschlichen Umgangs“ orientiert und diese nicht durch eigenwillige Interpretation zu Ungunsten mancher Schreiber/innen von unerwünschter Meinung nur zum Vorwand nimmt.
            Bei nicht wenigen Kommentaren, die wir als immer wieder unterstellungsfreudig und diffamierend empfinden, tut sich nämlich nichts in Rüge oder Löschung.
            Auf jeden Fall rechne ich es Ihnen hoch an, dass Sie meine Kritik veröffentlicht und nicht als „rechtsradikal“ oder sonst etwas Unappetitliches bezeichnet bzw. gelöscht haben.

  18. Wenn Yvonne die Schulen für alle wieder aufmacht, würde ich als erstes die abgesagte Klassenfahrt nachholen. Erstens stärkt die die Klassengemeinschaft und zweitens wird dadurch die Wirtschaft gestärkt …

      • Es sollen doch nicht die Bestattungsinstitute jetzt auch noch zusätzlichen Reibach machen können.

        Nee, ich dachte da mehr an eine einwöchige Klassenfahrt in eine deutsche Großstadt mit Unterbringung in einem Fünf-Sterne-Schuppen und Einzelzimmern für die „lieben Kleinen“, um den Forderungen der DeHoGa nachzukommen und das heimische Hotel- und Gaststättengewerbe zu unterstützen. Zusätzlicher Effekt ist die Entlastung home-schooling gestresster Erziehungsberechtigter mit 100% Kurzarbeit. Die im home-office Arbeitenden können ja ohnehin in absehbarer Zukunft wieder auf Geschäftsreisen oder zum Stempeln in das nächstgelegene Arbeitsamt gehen.

  19. Und wenn Fr.Gebauer gerne das RKI heranzieht, sollte sie auch gelesen haben, das dieses Institut seine Einschätzung zu den Übertragungswegen überarbeitet hat. 50 % der Infektionen erfolgen wohl über Aerosole, da hilft auch der Abstand von 1,50 m in der Klasse und häufiges Händewaschen nichts, siehe auch:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/covid-19-belastete-troepfchen-machen-geschlossene-raeume-zu-infektionsherden-a-7522885d-7553-4acc-ac5d-ac603552ed06

    • Man vergisst hier immer zu erwähnen, dass die Kinder zum geringsten Teil zu der Verbreitung dieses Virus beitragen und sehr selten daran erkranken (siehe statistische Fallzahlen des RKI).

        • … und das berufsbildende Schulen grundsätzlich Schulen der Sekundarstufe II sind.

          Ist MIS-C jetzt eine SARS-CoV 2 -bedingte Erkrankung von Kindern und Jugendlichen Folge Ihrer – AvL – Einschätzung oder ebn doch nicht?

  20. Heutige Informationen des RKI:

    „Zusammenfassend sprechen die folgenden Faktoren dafür, dass Kinder – wie bei anderen respiratorisch übertragbaren Erkrankungen – relevant zu einer Verbreitung von COVID-19 beitragen:

    – Kinder haben häufig einen asymptomatischen oder sehr milden Verlauf, und werden dement- sprechend oft nicht als SARS-CoV-2-Infizierte erkannt

    – Asymptomatische und präsymptomatische Übertragungen spielen im aktuellen Infektionsgeschehen prozentual eine wichtige Rolle

    – Asymptomatische und präsymptomatische Übertragungen können ohne Schutzmaßnahmen im Alltag nur schwer verhindert werden

    – Vor allem jüngere Kinder können sich nicht in vollem Umfang an kontaktreduzierende und Hygienemaßnahmen halten

    Es besteht damit die Gefahr, dass sich SARS-CoV-2 effektiv unter Kindern und Jugendlichen in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen ausbreitet.“

    Das RKI folgert somit:

    „Schutz von Personen, die ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben: Eine generelle Festlegung ist an dieser Stelle nicht möglich, da der Schweregrad einer Erkrankung und die Begleitumstände mitbeachtet werden müssen. Für Personen, die nach ärztlicher Einschätzung (z. B. aufgrund von schweren immunsuppressiven Erkrankungen) nicht am Schulbetrieb teilnehmen können, sollten unter Vermeidung von Stigmatisierung und Benachteiligung individuelle Lösungen gefunden werden.“

    Diese Aussage ist wird verstärkt durch die „Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf“ des RKI:

    – Für Patienten mit unterdrücktem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie z. B. Cortison) besteht ein höheres Risiko.

    Was sollten Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf beachten

    – Besonders wichtig ist die größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion, zum Beispiel durch allgemeine Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten zu Erkrankten) und weitere Maßnahmen der Kontaktreduktion.

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