Gymnasium muss wegen Corona-Infektion bei Lehrerin schließen – alle Schüler und Lehrer in Quarantäne

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WEIDA. Weil eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde, schließt ein Gymnasium in Weida (Thüringen) für zwei Wochen. Alle Lehrer und Schüler der Schule müssen in Quarantäne. Auch eine Kita in Thüringen wurde geschlossen, weil dort zwei Erzieherinnen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Thüringer Landesregierung hatte sich erst in dieser Woche darauf verständigt, an Kindergärten und Grundschulen ab Montag wieder eine tägliche Betreuung für alle Kinder anzubieten. Die bisherige Abstandsregel gilt dann nicht mehr. Der Thüringer Lehrerverband kritisiert das. 

Der Freistaat Thüringen lässt zum morgigen 13. Juni alle Kontaktbeschränkungen auslaufen – das könnte sich als Fehler erweisen. Foto: Shutterstock

Die positiv auf das Coronavirus getestete Lehrerin habe bis auf Schüler der 12. Klassen mit allen Lehrern und Klassen Kontakt gehabt, teilte das Landratsamt Greiz am Freitag mit. Das Gesundheitsamt in Greiz hat vorsorglich direkt alle Schüler, Lehrer und weitere Mitarbeiter des Gymnasiums bis zum 25. Juni unter Quarantäne gestellt.  «Unabhängig davon, ob jemand Symptome zeigt, beginnen wir heute mit den Abstrichen bei den Lehrern, im Laufe der nächsten Wochen folgen Schüler und weiteres Personal», sagte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU).

Der Landkreis Greiz galt lange als ein «Corona-Hotspot» in Thüringen. Seit Beginn der Pandemie wurden dort laut Zahlen der Staatskanzlei von Freitag 646 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. 46 Menschen, bei denen Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind dort gestorben.

Auch eine Kita in Thüringen wird wegen Corona geschlossen

Ein weiterer aktueller Corona-Fall in Thüringen betrifft eine Kita in Steinbach-Hallenberg. Dort ist derweil eine weitere Erzieherin positiv auf das Virus getestet worden. Die Einrichtung wurde deshalb bis auf weiteres geschlossen, wie das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen am Freitag mitteilte. Zuvor war bereits bei einer Kollegin der Frau das Virus nachgewiesen worden. Da die Kita-Gruppen aber streng voneinander getrennt gewesen seien, wurden nach dem ersten Fall die anderen Gruppen weiter betreut. Für alle Kontaktpersonen der betroffenen Erzieherinnen wurde Quarantäne angeordnet.

Der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands Rolf Busch hatte bereits gestern mehr Schutz für Lehrer, Schüler und Beschäftigte an Schulen gefordert. «Wir brauchen Schutzkonzepte für alle Beteiligten», sagte er in einer Video-Schalte in Erfurt. Eine verlässliche Schule sei wichtig und die Lehrer seien dazu bereit – allerdings nicht in Gänze, wenn Hygieneregeln aufgegeben würden, betonte Busch.

Abstandsregel gilt in Kitas und Schulen ab Montag nicht mehr

So soll die Abstandsregel in den Bildungseinrichtungen ab Montag nicht mehr gelten. An ihre Stelle soll der Grundsatz treten, dass es feste Gruppen und Klassen mit festen Bezugspersonen gibt. Ein Austausch zwischen den Gruppen soll möglichst vermieden werden. Kommt es zu einer Infektion, könnte dann die jeweilige Gruppe in Quarantäne gestellt werden. «Das reicht uns nicht in der jetzigen Situation nicht», sagte Busch.

Er verwies darauf, dass unter anderem im Landtag Plexiglasscheiben installiert worden seien und es in vielen anderen Bereichen Zugangsbeschränkungen zu Räumen gebe. In Schulen sei bislang aber nichts dergleichen angedacht, monierte Busch. News4teachers / mit Material der dpa

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