Vier von fünf Schulleitern fühlen sich in der Corona-Krise alleingelassen

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DÜSSELDORF. Viele Schulleiter fühlen sich nach dem Eindruck der Landeselternschaft der Gymnasien in der Corona-Krise von ihren vorgesetzten Behörden nicht gut informiert und alleingelassen. Eine Umfrage unter den Leitern der 625 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen habe ergeben, dass fehlende Planungssicherheit und mangelnde Konzepte für das kommende Schuljahr beklagt würden, erklärte die Elternvertretung.

Schulleitungen stehen massiv unter Druck. Foto: Shutterstock

„Über 80 % der Gymnasialschulleiter*innen fühlen sich vom Dienstherrn im Stich gelassen, bemängeln fehlende Planungssicherheit, vage Informationspolitik und mangelnde Konzepte für das nächste Schuljahr“, so heißt es in einer Pressemitteilung der Elternorganisation.

Ihr Sprecher Dieter Cohnen sagte, wegen der Corona-bedingten Schulschließungen seit Mitte März seien 40 Prozent des Unterrichts an den weiterführenden Schulen ausgefallen. Die daraus entstehenden Folgen für den Lehrstoff an der Schule und in Prüfungen seien völlig unklar. «Der Schulbetrieb nach den Sommerferien kann nicht so weitergehen wie in normalen Jahren», meinte Cohnen. Das von Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) geführte NRW Schulministerium solle endlich einen Plan vorlegen, wie das Schuljahr laufen könne.

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Keine Antworten auf Fragen zum kommenden Schuljahr

„Unsere Veranlassung, diese Umfrage durchzuführen, waren Fragen, die wir dem Schulministerium mittlerweile seit Wochen stellen, ohne eine Antwort zu erhalten: Wie wird der Unterrichtsstoff des Online-Unterrichts des laufenden Schuljahres nachhaltig bei allen Schülern gesichert? Wie sehen die Unterrichtskonzepte für das kommende Schuljahr aus, da es blauäugig wäre zu glauben, dass der Regelunterricht garantiert ist? Wie sehen Plan B (nur eingeschränkter Präsensunterricht und C („lock down again“ einzelner Schulen) aus?“

Die Schulleitungen der NRW-Gymnasien tappen dabei offensichtlich auch im Dunklen. Mit weit überwiegender Mehrheit hätten die Direktoren die Informations- und Kommunikationspolitik des Schulministeriums in Düsseldorf kritisiert („Wer an den Schulen Entscheidungen zu verantworten hat, wird zu spät informiert, zu ungenau und/oder erhält seine Informationen über die Presse“). Und: Für das kommende Schuljahr seien die Schulen weder mit ausreichend Personal noch mit der erforderlichen Hardware ausgestattet. News4teachers

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