Ärztekammerpräsident plädiert für Unterricht im Schichtbetrieb

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BERLIN. Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. med. Klaus Reinhardt, hält eine Rückkehr der Schulen zum normalen Betrieb im neuen Schuljahr für sinnvoll. «Der Anspruch muss sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern – im Sinne der Kinder», sagte Reinhardt. Allerdings schlägt er „pragmatische Lösungen“ vor, die bislang nicht geplant sind.

Für Unterricht im Schichtbetrieb: Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt. Foto: StagiaireMGIMO / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Bei niedrigen Infektionszahlen hielte er es für verantwortungslos, Schulen geschlossen zu halten, sagte Reinhardt. «Bevor wir etwa große Sportveranstaltungen wieder zulassen, müssen wir es den Kindern ermöglichen, wieder ganz normal zur Schule zu gehen.» Ohne ausreichend Unterricht über einen längeren Zeitraum drohten «enorme Folgeprobleme, etwa in Bezug auf die körperliche und psychische Entwicklung».

Reinhardt sprach sich für pragmatische Lösungen aus, um das Infektionsrisiko zu vermindern, wie eine Bestuhlung mit möglichst großem Abstand, regelmäßiges ausreichendes Lüften oder die Trennung großer Klassen und geteilten Unterricht am Vormittag und Nachmittag, selbst wenn das Mehrarbeit für die Lehrer bedeute.

Die Bundesländer hatten noch vor dem Sommer beschlossen, im neuen Schuljahr wieder in den Regelbetrieb zu wechseln – ohne Abstandsgebot, allerdings auch versehen mit der Einschränkung: «soweit es das Infektionsgeschehen zulässt». Ein Schichtbetrieb in den Schulen ist nicht vorgesehen. dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Wenn man mal die Aussagen ausklammert, die nicht in den Zuständigkeitsbereich dieses Herren gehören, bleibt noch das Infektionsrisiko übrig. Das wurde ja von einigen Ärztelobbys vorher immer abgestritten.

    • Das sind die hochrangigen Herren, die sich selbst maximal schützen und von anderen verlangen, sich einem unkalkulierbaren Risiko auszusetzen. Auf solche Aussagen gebe ich gar nichts.

  2. Wieso Mehrarbeit? Ich muss brutto 25,5 Wochenstunden als Vollzeitbeschäftigter abliefern, drei WS sind Altersermäßigung, verbleiben also noch 22,5 WS. Im Schichtbetrieb kann ich folglich 11 WS im Vormittags- und die gleieche Stundenzahl im Nachmittagsbereich eingesetzt werden. Ich unterrichte von den 25,5 Wochenstunden meiner Vollzeitstelle 11 WS in Fächern der Fächergruppe I (Hauptfächer). Wenn man die restlichen Stunden, die ich Fächer der Fächergruppe II unterrichtet, streicht, kann ich bei halber Kursgröße ohne Überstunden auskommen. Nur das ist politisch nicht gewollt. Bezahlte Überstunden müssten erst einmal genehmigt werden und unbezahlte Überstunden will ich erst recht nicht.

    Sollte Mehrarbeit angeordnet werden, dann will ich Freizeitausgleich – so wie in anderen Branchen des ÖD auch.

  3. “ und geteilten Unterricht am Vormittag und Nachmittag, selbst wenn das Mehrarbeit für die Lehrer bedeute.“

    Wie es wohl wäre, wenn Herr Meidinger als Präsident eines Lehrerverbandes angesichts der Schniefnasen im Herbst und Winter von den Ärzten unentgeltliche Doppelschichten und doppelte Sprechzeiten bei einfacher Abrechnung und ohne Lohn- und Zeitausgleich der Angestellten verlangen würde?
    Hatten nicht gerade erst Kinderärtze vor unsäglichen Praxisorganisationsproblemen im Herbst gewarnt?

    Herr Reinhardt hat womöglich aus dem Blick verloren, dass die Arbeitszeit von Lehrkräften nicht erfasst wird, aber es könnte Kultusminister geben, die sich für die Vorlage bedanken.

  4. Die Depp hat keine Ahung, wovon der redet. Wie kommen die Kinder nachmittags zur Schule und wieder zurück? Die Busse werden ihren Plan nicht entsprechend ändern können, es sind ja nicht plötzlich mehr Busfahrer da. Auch Lehrer können nicht mal eben das Doppelte unterrichten, da geht zeitlich nicht. Von arbeitsrechtlichen Vorgaben hat der Herr auch nichts gehört. Aber einfach mal dummes Zeug reden.

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