Schulen können Laptops verleihen – Karliczek macht Weg frei

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BERLIN. Für den Unterricht daheim in der Corona-Pandemie können Schulen künftig Laptops und Tablets verleihen. Mit ihrer Unterschrift unter der entsprechenden Vereinbarung zwischen Bund und Ländern machte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Weg dafür frei. «Gute Bildung muss auch in herausfordernden Zeiten selbstverständlich sein», erklärte Karliczek (CDU). «Bildungsbiografien sollen durch die Pandemie keine Brüche bekommen.»

Zeigt sich optimistisch: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon
Treibt die Digitalisierung der Schulen voran: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Ende April hatte die große Koalition beschlossen, Schulen wegen der Pandemie 500 Millionen Euro für die Anschaffung von Laptops und Computern zur Verfügung zu stellen. Nun müssen die Länder noch Regelungen für die Beschaffung der Geräte erlassen.

Zwar wollten alle, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Präsenzunterricht zurückkehren können, sagte Karliczek. «Zugleich müssen wir sicherstellen, dass digitaler Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen auch zu Hause möglich ist.»

Vor allem Schüler aus sozial schwachen Familien sollen profitieren

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte, die neue Vereinbarung erleichtere die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern insbesondere aus sozial benachteiligten Haushalten am digitalen Unterricht. «Das ist nicht nur in der aktuellen von der Corona-Epidemie geprägten Situation eine sehr positive Entwicklung, sondern auch für die Bildung in der digitalen Welt allgemein.»

Margit Stumpp, Sprecherin für Bildungspolitik der Grünen-Fraktion, findet es richtig, mithilfe von etwa Computern und Laptops zunehmenden Bildungsungerechtigkeit zu begegnen. Die Geräteausstattung könne aber nur ein erster Schritt sein. Alle Schulen bräuchten unabhängig von der Pandemie unter anderem endlich eine digitale Grundausstattung, «also ein technisches, organisatorisches und pädagogisches Fundament». dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Also sorry, aber das eine Bildungsministerin außer Rand und Band (wann genau hat sie sich zuletzt öffentlich für Universitäten eingesetzt? Also den Orten, für die sie VERANTWORTLICH ist) so derart über den Zaun frisst und die Verteilung von Geld an Schulen nun gefeiert wird, lässt mich fragen, ob ich schlecht geschlafen habe und in einer anderen Welt aufgewacht bin? Das Geld aus dem Digitalidierungspakt wurde kaum abgerufen, die Geräte schafft auch nicht die spätere Hotel-Erbin an, sondern die Länder. Die haben also die Arbeit. Nachhaltig ist das ganze auch nicht. Eine Heldentat war das weniger, eher ein Stück Speck für die Presse.

    An Schulen tropft es Teilweise von der Decke, der Investitionsstau liegt bei über 40 Milliarden Euro. Es ist angeblich kein Geld für Bildung da. Aber Tabletts und Laptops, da geht es auf einmal. Hier läuft etwas mächtig schief. Sinnvoll wäre, wenn der Bund einfach mal auf eine Steuer verzichten würde und dafür im Gegenzug den Ländern das Geld gibt, um diesen Investitionsstau zu beseitigen. Oder den Soli für den Schulbau nutzen. Aber Querdenken ist offenbar nach wie vor unerwünscht.

  2. Is ja nett gemeint… aber nicht zu Ende gedacht…

    Damit Kinder mit Laptops was anderes tun als daddeln, brauchen sie erstmal Lehrer und Unterricht, um Lesen und Schreiben zu lernen.
    In diesem Punkt wäre die erste Investition angesagt. Kommt nur zu spät, jetzt ist die Pandemie da und die Kinder im Zweifelsfall können es eben nicht in der Schule lernen.
    Es wird Kinder geben, die die Geräte nicht nutzen können – mal abgesehen von fehlendem WLAN etc.
    Dienstgeräte der Lehrer sind etwas anderes: unsere Arbeit im Digitalen muss endlich geschützt ablaufen – solange es riesengroße Schulen mit mehreren Standorten und unüberblickbarem Kollegium gibt, muss im Lehrerbereich sicher digital kommuniziert werden können.
    Ansonsten: Kleine, überblickbare Schulen, in denen noch analog miteinander gesprochen werden kann!
    Dann nutzen vielleicht auch Laptops für Kinder etwas, denn die lernen dann besser und können im Idealfall vorher ausreichend lesen und schreiben.
    Vielleicht brauchen wir dann auch gar keine Laptops für Schüler, weil die Infektionsgefahr geringer ist, die Kinder im Dorf wohnen, man ihnen im Zweifel Aufgaben in den Briefkasten werfen kann.

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