Bis zu 51 000 Schüler in Sachsen auf Bedarfsleistungen angewiesen

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DRESDEN. Bildungsgerechtigkeit ist ein großes Thema in Deutschland. Kinder aus sozial schwachen Familien bekommen einen Zuschuss für Lernmaterialien oder auch Klassenausflüge. Das reicht aber nicht, meinen die Linken.

Bis zu 51 000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen waren zuletzt auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes angewiesen. Das machte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) kurz vor dem Schulbeginn in Sachsen publik. Das Paket soll Kindern und Jugendlichen aus Familien mit geringem Einkommen oder Bezug von Sozialleistungen die Möglichkeit geben, Angebote in Schule und Freizeit wahrzunehmen.

Das Bildungs- und Teilhabepaket sieht jährlich 150 Euro für Schulbedarf vor. Foto: silvmedia.de / flickr (CC BY 2.0)

«Das Paket ist vom Ansatz her verfehlt und lässt sich nicht reparieren. Statt realitätsgerechter Förderung durch existenzsichernde Kinderleistungen bietet es bürokratische, kleinliche Einzelleistungen auf Antrag», sagte Zimmermann in Dresden. Dementsprechend bleibe die Inanspruchnahme weit hinter dem Bedarf zurück.

«Nun kommen auch noch die Mehrausgaben durch Corona hinzu. Home Schooling darf nicht dazu führen, dass Kinder armer Eltern noch mehr abgehängt werden», betonte die Politikerin, die im Bundestag den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend leitet. Da niemand wisse, wie sich die Pandemie über den Winter entwickelt, müsse den ärmsten Familien jetzt endlich ernsthaft finanziell geholfen werden.

«Das Bildungs- und Teilhabepaket sieht für ein ganzes Schuljahr gerade einmal 150 Euro für Schulbedarf vor. Mit einmalig weiteren 150 Euro fördert der Bund außerhalb des Pakets nun Leihgeräte, die die Schulen bedürftigen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stellen sollen», erklärte Zimmermann. Jeder wisse aber, dass man davon nicht einmal eine gebrauchte Ausstattung samt Software bezahlen kann.

«Sogar nur lächerliche 15 Euro im Monat stehen für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zur Verfügung, zum Beispiel für den Sportverein oder den Klavierunterricht. Die Bundesregierung hat jeden Bezug zur Realität verloren», schloss Zimmermann ihre Kritik. Man brauche endlich eine realistisch berechnete Grundsicherung für Kinder. (dpa)

Studie: Arme Kinder werden immer weiter abgehängt – Bildungspaket reicht nicht

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2 KOMMENTARE

  1. Tja, bei Kinderarmut schaut halt jeder irgendwie weg. Generell haben Hartz-4-Empfänger keine Lobby, die Kinder also erst recht nicht. Aber solange da niemand aufbegehrt, wird sich auch nichts ändern.

    Als Lehrkraft kannste für sowas nur versuchen ein Auge zu haben und versuchen, die Kinder da zu fördern wo es möglich ist. Das das aber nicht jeder leisten kann, sollte klar sein. Lehrer können nicht alles kitten, vor allem nicht eine völlig kaputte Sozialpolitik.

  2. Differenziert betrachtet reichen die vorgegebenen Gelder schon aus. Diese werden leider häufig zweckentfremdet. Natürlich kann ich nur subjektiv von meiner Klasse berichten, aber bei 19 Kunden, so wie es immer heißt, ist dies leider der Fall.
    Dumm aus der Wäsche schauen aktuell diejenigen, die kein Hartz 4 bekommen und nur wenig über dem Hartz 4 Satz liegen. Die dürfen nämlich alles selbst anschaffen, und das ohne Hilfe und mit weniger netto.

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