„Sicherheitspuffer“: Söder kündigt befristete Maskenpflicht im Unterricht an

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MÜNCHEN. Wenn in einer Woche die Schule in Bayern wieder losgeht, wird sich schnell zeigen, ob die Corona-Zahlen wieder rasant steigen. Masken im Unterricht sollen den Infektionsschutz zum Auftakt verbessern.

«Ich bin sehr zurückhaltend bei Schulen»: Bayerns Regierungschef Markus Söder. Foto: Michael Lucan, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

Nach dem Ende der Sommerferien gilt in Bayerns Schulen zunächst für neun Schultage eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer im Unterricht. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach Beratungen mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern in München mit. Von der Maskenpflicht als «Sicherheitspuffer» seien einzig Grundschüler ausgenommen. Der Unterricht beginnt in Bayern am Dienstag nächster Woche wieder.

Regelbetrieb an den Schulen soll aufrecht erhalten werden

Die Maskenpflicht zum Auftakt des Schuljahres ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an den Schulen auch in der Pandemie aufrecht erhalten werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt. (Über den bayerischen Vier-Stufen-Plan für die Schulen hat News4teachers bereits ausführlich berichtet – hier geht es zu dem Beitrag.)

Sollte in einer Region auch nach den neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Maskenpflicht im Unterricht auch regional begrenzt verlängert oder neu verhängt werden. Ziel sei es, den Regelunterricht auch in der Krise bestmöglich aufrecht zu erhalten. «Wir wollen wieder Schule haben in Bayern», sagte Söder.

Formell wird Bayern sein Schulkonzept in der Kabinettssitzung am Dienstag beschließen. Da an dem Bildungsgipfel in der Staatskanzlei auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) teilgenommen hatte, ist die Zustimmung in der Koalition sicher.

In Nordrhein-Westfalen endet die Maskenpflicht im Unterricht

Der Freistaat geht damit im Kampf gegen das Corona-Infektionen einen ähnlichen Weg wie Nordrhein-Westfalen. Auch hier hatte nach den Ferien für sogar 14 Tage eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gegolten. Nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend jüngst rückläufig waren, endete die Maskenpflicht im Unterricht an diesem Montag.

In Bayern gilt wegen der Pandemie generell eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und an allen Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Verstöße werden mit 250 Euro und im Wiederholungsfall mit 500 Euro geahndet. Der Freistaat setzt zur Prävention der Infektion neben Masken auch auf umfangreiche Tests. dpa

Auf Druck von Merkel: KMK verabschiedet einen Vier-Stufen-Plan für die Schulen, der – je nach Infektionsgeschehen – bis hin zu Schließungen reicht

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10 KOMMENTARE

  1. Das ist ein Witz! Bayern damit keinen Schritt besser als das viel beschimpfte NRW! Keinerlei über ein Schulkonzept mit Abstand, kleinen Gruppen, Lüftungsregelung (CO2 Ampeln) und Luftreinigern.
    Und die Grundschüler/ GS-Lehrer lässt man komplett alleine. Sie sind komplett schutzlos. Nicht mal 9 tägiges Masken Tragen sind sie der bay. Regierung wert. Die neuen Studien über deren ebenso große Virusübertragungslast werden einfach ignoriert. Sie haben auch ein Recht auf Schutz!
    Und weit hinter Baden Württemberg, die Präsenzpflicht aufgehoben haben.

  2. Weil München die 35 Infektionen übersteigt und nach dem bisherigen Vier-Stufen-Plan nächste Woche im Schichtbetrieb hätte starten müssen, setzt man die Grenzen einfach rauf. Maske nicht mehr ab 20, sondern ab 35, Schichtbetrieb erst ab 50. Viele Kreise haben die 20 schon erreicht. Jetzt hat man die Maskenpflicht einfach auf neun Schultage begrenzt, weil man nächste Woche nicht dumm dastehen wollte, indem man 20 Kreise auf Stufe 2 setzt und zwei sogar auf Stufe 3. Sehr geschickt.
    Die Regeln wurden zum Nachteil des Infektionsschutzes geändert.
    Vielen Dank!

  3. Ich bin auch enttäuscht. Nach diesen 9 Schultagen wird der Gesundheitsschutz in Bayern fast auf Null herunter gefahren. Lüften geht kaum, weil die Fenster nur spaltweise zu öffnen sind, Isolierung von Lerngruppen funktioniert an unserer Berufsschule auch nicht und Abstände einhalten ist auch passe. Traurig, wie die Politik versagt.

        • In BW gab es schon einen ziemlichen Aufstand der Eltern als manche Schulen eine Maskenpflicht anordnen wollten. Sie dürfen nicht vergessen, dass es in BW die meisten Walddorfschulen gibt, d.h. wir sind das Land der staatlich genehmigten Impfgegner, Esotheriker und Verschwörungstheoretiker…..oder glauben Sie in den Walddorfschulen wird ab Klasse 5 in den Fluren Maske getragen???? Da gibt es Elterninitiativen die sehr, sehr stark sind, in BW gibt es wohl die größte Walddorfschuldichte…..
          Der Zusammenhalt der Eltern ist hier sehr hoch, Frau Eisenmann darf sich mit vielen Brandbriefen herumschlagen, nein eine Maskenpflicht im Unterricht wird nicht kommen, in der GS sind wir komplett maskenfrei.

  4. Tief enttäuscht von Bayern und Söder. Damit macht Bayern NRW Konkurrenz. Die Grenzwertveränderung auf 50 ist ein Witz. Was ist los in Bayern? Jetzt können alle nur noch hoffen, dass die Zahlen sinken und die Hospitalisierungsrate gering bleibt. Wenn die Zahlen steigen, können sich v.a Grundschullehrer bei den soften Lehrerverbänden und den Eltern bedanken, die den Lehrern ihrer Kinder nicht einmal Minimalschutz zugestehen.

  5. Hat hier ernsthaft jemand etwas anderes erwartet? Wer die PK verfolgt, insbesondere den Antworten auf die Fragen der Journalisten gelauscht hat, dem dürfte klar geworden sein, dass man sich hier auf die anstehende Erkältungssaison vorbereitet.

    Die Grenzwerte dienen nur der Orientierung, wann das Gesundheitsamt mal genauer in die Schulen schauen soll. Sollten die 50 überschritten werden, wird also erstmal geschaut, ob die Schulen überhaupt betroffen sind. Falls ja, wird analysiert, ob und in welcher Schule man überhaupt Maßnahmen ergreifen muss und falls ja, welche.

    Analog soll das nun bei Infektionen funktionieren: wenn ein Fall auftritt, ist noch lange nicht gesagt, dass Klasse und/oder Lehrkräfte in Quarantäne müssen.

    Kurz: es soll keine Störungen und darf praktisch keine Schulschließung geben, wobei die Verantwortung dafür natürlich brav an die Ämter und Schulleiter vor Ort abgeschoben wird.

    Allen Beteiligten wünsche ich viel Spaß im Schutzraum Schule.

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