Studie: Resilienz hilft Schülern gegen wachsende Schulmüdigkeit in der Pubertät

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GREIFSWALD. Viele Schüler entwickeln mit zunehmendem Alter eine stark negative Einstellung zur Schule. Schulen sollten daher die Widerstandsfähigkeit der Jugendlichen gegen negative Erlebnisse gezielt fördern – und auf deren Wohlbefinden achten, hat nun ein deutsch-finnisches Wissenschaftlerteam ermittelt.

Dass die Schule die Bedürfnisse der Schüler erkennt und auf sie eingeht, ist besonders für Schüler in der Adoleszenz wichtig. Foto: Oliver Böhm / Universität Greifswald

Mit zunehmenden Alter erleben Schüler meist einen zunehmenden Leistungsdruck. Besonders in Schulübergangssituationen machen sich viele Sorgen um ihre schulischen Leistungen, was sich negativ auf diese Leistungen auswirken kann.

Auf der anderen Seite beeinflusst schulisches Wohlbefinden Motivation, Lernprozesse und schulische Leistung erwiesenermaßen positiv. Wissenschaftler der Universitäten Greifwald, Ostfinnland und Jyväskylä haben nun im Rahmen einer Umfrage untersucht, inwiefern ein positiver Umgang mit negativen schulischen Erfahrungen und ein Schul- und Klassenklima, das auf Unterstützung und nicht auf Konkurrenz oder Wettbewerb aufbaut, zum schulischen Wohlbefinden beitragen.

Im Sinne einer gezielten Motivations- und Lern-/Leistungsförderung sei es von zentraler Bedeutung, genau zu wissen, wann Schüler sich wohl in ihrer Schule fühlen, so Frances Hoferichter von der Universität Greifswald. Um dies herauszufinden, beantworteten Schüler in der Mitte der 7. Klasse und zu Beginn der 9. Klasse Fragen zu ihrem Stresserleben in der Schule, zu ihrer Schulzufriedenheit, ihrer Einstellung zur Schule, der Qualität der Beziehungen mit ihren Peers, dem wahrgenommenen Schul- und Klassenklima und dem Umgang mit negativen Erfahrungen in der Schule. Insgesamt wurden 1024 finnische Sekundarschüler befragt.

Laut der Studie wirke sich besonders die schulische Widerstandsfähigkeit von Schülern, also der positive Umgang mit negativen schulischen Erfahrungen wie schlechten Noten und Kritik, positiv auf ihre Zufriedenheit mit der Schule aus. Widerstandfähige Schüler stellten sich erfolgreich den schulischen Herausforderungen und sähen die Schule in einem positiven Licht. Darüber hinaus schütze ein positives Klassen- und Schulklima die Schüler vor negativen Schuleinstellungen, die bei den Jugendlichen im Laufe der Schulzeit tendenziell zunähmen. Schüler fühlten sich mit zunehmendem Alter und insbesondere in der Zeit des Schulwechsels von der Grundschule zur weiterführenden Sekundarschule zunehmend weniger wohl in der Schule, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

„Insbesondere in der Adoleszenz sind die Schulen gefordert, die Bedürfnisse der Schüler zu erkennen und auf sie einzugehen, um das schulische Wohlbefinden zu fördern. Sowohl eine gute schulische Widerstandsfähigkeit als auch ein auf Unterstützung aufgebautes Klassen- und Schulklima können in unterschiedlicher Weise zum schulischen Wohlbefinden der beitragen und sie vor den Herausforderungen schützen, denen sie während der Adoleszenz im Zusammenhang mit ihrem bevorstehenden Schulübergang begegnen“, so Frances Hoferichter. (zab, pm)

Schlechtes Schulklima bringt schlechtere Klassenleistungen

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1 KOMMENTAR

  1. Wenn Jugendliche bis Eintritt in die Pubertät und darüber hinaus in Watte gepackt werden, können sie keine Widerstandsfähigkeit entwickeln. Aus Niederlagen, Widerworten, schlechten Noten kann man auch lernen.

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