Hubig weicht Kritik an KMK-Videokonferenz aus („Infektionsgeschen im Blick“)

51

MAINZ. In Mainz gibt es so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Daher werde die Kultusministerkonferenz am Donnerstag und Freitag nicht wie geplant in Mainz zusammenkommen, sondern virtuell, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD), am Montag in Mainz. Sie reagierte auch auf die Kritik daran, dass die Politiker untereinander Abstand halten wollen, aber die Schüler und Lehrer ohne Abstand in den Präsenzunterricht zwingen – ausweichend. 

Antwortet – aber nicht auf die Frage: KMK-Präsidentin Stefanie Hubig. Foto: Georg Banek / Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Innerhalb der vergangenen sieben Tage ist die Zahl der Neuinfektionen auf mehr als 60 pro 100.000 Einwohner geklettert, so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind nach einem neuen Beschluss der Landeshauptstadt deshalb von Dienstag an nur noch für bis zu 50 Menschen erlaubt – und damit nicht für die KMK, wie eine Ministeriumssprecherin sagt.

Ein unverbindlicher Stufenplan soll regeln, welche Schutzmaßnahmen in Schulen gelten

Mit Blick auf die Kritik, dass Kinder und Jugendliche zur Schule gehen und im Unterricht ohne Abstandsregel sitzen müssen, die Kultusminister aber digital tagen, sagte Hubig: «Die Kultusministerinnen und Kultusminister haben die Entwicklung der Infektionen im Blick. Die Hygienepläne der Länder sehen Stufenkonzepte für steigendes Infektionsgeschehen vor.»  Bayern und Sachsen haben als einzige Bundesländer Stufenpläne aufgestellt, die – je nach Infektionsgeschehen – bei bestimmten Schwellenwerten Schutzmaßnahmen in Schulen vorsehen. Die KMK hat einen unverbindlichen Stufenplan ohne solche Schwellenwerte als Rahmen vereinbart (News4teachers berichtet ausführlich darüber, warum dieser Stufenplan Kanzlerin Merkel brüskiert – hier geht es hin.)

„Schule und Kita sind als Ort des Lernens und Lebens wichtig“

Hubig betone: «Die Zeit der Schul- und Kita-Schließungen im Frühjahr haben uns deutlich gezeigt, wie wichtig, Schule und Kita als Ort des Lernens und des Lebens sind.» Dies gelte gerade auch für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Daher bitte sie alle, sich an die Corona-Schutzregeln zu halten und damit ihren Beitrag dafür zu leisten, dass die Kinder und Schüler auch weiter ihr Recht auf Bildung verwirklichen könnten. In Rheinland-Pfalz und den meisten anderen Bundesländern sind derzeit Herbstferien.

Die Absage des Präsenztreffens der KMK hat auch im Leserforum von News4teachers für eine rege Diskussion gesorgt – hier geht es hin. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Offene Fenster reichen: KMK hält trotz Kritik an ihrem „Lüftungskonzept“ fest – Wissenschaftler raten zu Luftfiltern

Anzeige


51 KOMMENTARE

  1. Die Regelung mit den 50 Personen gilt für Veranstaltungen ohne festen Sitzplatz und Kontaktnachverfolgung, also einfach feste Sitzplätze und Kondaktdaten angeben. Ausserdem sind 16 doch weniger als 50 oder gilt das auch nicht mehr? Oder die Veranstaltumg in eine Schule verlegen. Da ist das Virus nicht infektiös und da dürfen sich ganz viele Menschen treffen. Ansonsten: warm anziehen, Decken mitbringen und draussen tagen. Und dann immer noch diese scheinheiligen Apelle an unseren Berufsethos……

    • Und vor den Türen der Veranstaltung können sie doch auch Schilder aufhängen, dass das Virus draußen zu bleiben hat – vielleicht mit so ner Art Verkehrsschild und da drinnen ist das Virus abgebildet.
      Und eben: Wenn die Kultusminister ganz alleine und nichtmehr in Begleitung ihrer Eltern kommen, dann sollte das doch mit der Begrenzung der Teilnehmerzahl klappen.

      Was für eine Videoplattform nutzen die Damen und Herren denn eigentlich? Ich würde vorschlagen ‚BigBlueButton‘ vom Land Hessen – das klappt echt super bis 3 oder 4 Teilnehmer. Gut.. danach muss man halt entweder auf Bild oder Ton verzichten.. Aber vielleicht nehmen die auch irgendeine teure Bezahlplattform – weil sie sich die ganze Zeit sehen und hören wollen.. die feinen Damen und Herren :-/

      Die Schulen und Kitas sind nicht Teil der Lösung – sie sind Teil des Problems! Aber schiebt ruhig alles weiter auf die ‚feierwütigen‘ und die ‚unvernünftigen‘ Jugendlichen und jungen Erwachsenen..

    • „Oder die Veranstaltumg in eine Schule verlegen. Da ist das Virus nicht infektiös und da dürfen sich ganz viele Menschen treffen.“

      Sehr gut.

      Solche Angsthasen. Wie feige ist das? Von Schülern und Lehrern verlangen, ohne Maske, ohne Abstand mit bis zu 32 weiteren Personen in einem Klassenzimmer zu sitzen, und selber will man sich nicht mal in einer riesigen Halle treffen.

      Wie tief kann man moralisch eigentlich als Kultusminister noch sinken?

      • Politikern ist ihre Aussenwirkung egal, so lange die nächsten Wahlen noch weit genug entfernt sind, dass man hoffen darf, dass sich das Wahlvolk an Minderleistungen nicht mehr erinnert. In diesen Zeiten werden zudem eher die gepampert, die vermeintlich Arbeitsplätze sichern. Da ist klar, dass Kinder nicht zu Hause bleiben können. Aber was spricht gegen jeden Tag Schule mit weniger Stunden in zwei Schichten? In unserem Landkreis offenbar die Verfügbarkeit von Busfahrern und Reinigungspersonal. So kann man auch Entscheidungen treffen.

      • Und in Niedersachsen gibt es die Direktive an alle Behördenmitarbeiter nicht mehr an Veranstaltungen mit Lehrkräften teilzunehmen. Die wichtigen Behördenmitarbeiter könnten sich bei den Lehrkräften anstecken.
        Da fällt ein gar nichts mehr zu ein…

        • Gilt das jetzt nur für die dienstlichen gespräche oder dürfen jetzt Behördenmitarbeiter (m/w/d) auch nicht mehr als Elternteil an Sprechtagen in privater Mission mit Lehrkräften sprechen?

          Müssen Ehegatten, bei denen einer im Schuldienst und der andere an anderer Stelle im Landesdienst beschäftigt ist, jetzt getrennte Schlafzimmer nachweisen? Fragen über Fragen, wer blickt da noch durch.

          Und ebsonders wichtig ist ja, dürfen Lehrkräfte mit derart hohem Infektionsrisiko noch privaten Kontakt zu den eigenen Kindern aufnehmen oder reichte es, wenn sie anderer Leute Kinder tagüber gefährden?

  2. Und schon wieder dieses Gerede mit dem „Recht auf Bildung“. Das ist etwas komplett anderes als eine „Präsenzpflicht“!

    Das Recht auf Bildung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit schliessen sich nicht gegenseitig aus. Man muss nur die Brille der PräsenzPFLICHT absetzen und erkennt dann, dass es da diverse Möglichkeiten gibt, wie man beide Rechte zugleich wahren kann.

    Tatsächlich denke ich, dass die SuS momentan angesichts der stark steigenden Infektionszahlen, der Sorge um den Rest ihrer Familie, der ständig drohenden Quarantäne und der starken Einschränkungen durch die Lüfterei nicht sehr viel von ihrem Recht auf Bildung haben. Vermutlich würden viele im Distanzunterricht sogar mehr lernen als unter diesen Umständen und das sogar noch viel sicherer.

    • Na die prinzipielle Frahe ist doch, was ist Bildung. Des weiteren ist zu untersuchen, ob sich Bildungsvermittlung und Schule bzw. Schulpflicht nicht diametral gegenüberstehen.
      Anders gefragt, wie hoch ist der Anteil, den Schule geleistet hat, an der Bildung eines „gebildeten Menschen“. Gibt es Bildungsanteile, die wesentlich sind, die nicht durch Schule vermittelt werden können?
      Kann Schule überhaupt Bildung vermitteln oder lediglich Kompetenzen antrainieren.

      • @dickebank

        Ich bin mir sicher, dass die Leute, die die Gnade der relativ frühen Geburt hatten (= 45+) und noch im Dienst sind, nicht mehr an das Kompetenzgelaber glauben – auch nicht die Traumtänzer, die das anfänglich noch sehr fein fanden und vor Begeisterung in damals noch großen Polonaise-Kohorten ums Pult schunkelten.

        Bildung ist von vorvorgestern für Leute von gestern.

        Und jetzt kann man zwar noch in die Schule rein um Freunde zu treffen, aber aufwärmen geht nicht mehr. Und der Kakao wird auch bald zum Schoko-Eis …

        „Isch over!“ um die „Schwarze Null“ zu zitieren …

        • Aber die „schwarze Null“ hat ja zumindest noch Bildung genossen, während der Kompetenzerwerb der Schulminister eher von einem hohen Maß an Selbst(darstellungs)kompetenz und weniger von inhaltlichen Kompetenzen geprägt sein könnte.

          • @dickebank

            So isses.
            Schöne neue Welt … 😉

            Und die aktuelle Kindergeneration kriegt immerhin noch die geballte Ladung „Fenster auf und Mützen auffe Omme“-Kompetenz mit.

            Was macht eigentlich die Hoffnung?
            Stirbt sie zuletzt?
            Wer sorgt dann für die große Final-Feier?
            Lebt denn der alte Holzmichel noch?

  3. Die KM werden ihre „Hygiene-“ und „Lüftungskonzepte“ so lange stur durchziehen, bis wirklich nichts mehr geht:

    (Hohe Krankenstände (grippale Infekte) von LuL, SuS und sonstigen Schulmitarbeitern, als da wären HausmeisterInnen, SekretärInnen, Ehrenamtliche, SchulbegleiterInnen, PM…., Coronainfektionen mit und ohne Long Covid und möglicherweise mehrfache Quarantäneverordnungen für SuS und/oder LuL und PM, etc…
    Frühzeitige Verrentungen von LuL – ich kenne inzwischen 3, die es wegen der zzt. gegebenen Bedingungen so machen werden).

    Personalmangel und Burnout-Tendenz bei manchen sowieso on top.

    Wenn dann das System „Versuchter Regelbetrieb“ die Grätsche macht, kann man dort oben immer noch sagen:
    „Wir haben wirklich ALLES versucht, sorry, aber es klappt LEIDER nicht“.

    Wer will da den „durchaus bemühten“ und „fürsorglichen“ KM noch einen Vorwurf machen…sie haben doch alles gegeben und sich so irrsinnig viel überlegt…

    Ich bin mir sicher, dass es genau so laufen wird…..

    …und ich hätte im Gegensatz zu den „Corona is´ gar nich so schlimm“- und „Ich WILL unbedingt Regelbetrieb, auch wenn die Atombombe fällt“- Vertretern sehr sehr GERNE UNRECHT!!!

    • Ich werde diese Branche auch u.a. wegen der aktuellen Situation verlassen. Nichts im Leben kann einem eine kaputte Gesundheit wiedergeben. Und nur, weil die …. aka KultusministerInnen glauben, ihrer Beamten (und Angestellten) wie das allerletzte behandeln zu müssen, setze ich nicht meine Gesundheit aufs Spiel. Niedersachsen verliert eine Lehrkraft mehr.

  4. Ob die Kultusminister in ihrer Videokonferenz (wobei draußen mit Decken und warmen Klamotten natürlich eine tolle Vorbildfunktion hätte) endlich mal ernsthaft darüber sprechen wie man das Recht der Kinder und Schüler auf Bildung UND das Recht auf Gesundheitsschutz miteinander vereinbaren kann? Wahrscheinlich noch zu früh … nach sieben Monaten Pandemie.

    • Vielleicht wäre eine realistische Entscheidungsfindung wenn die schulischen Bedingungen vorherrschen, damit man besser bedenken kann, worüber man sich unterhält.
      – Konferenz draußen, da sind in RLP offenbar größere Gruppen erlaubt,
      – nur selbst Mitgebrachtes verzehren,
      – keinen direkten Kontakt zu anderen Behördenmitarbeitenden für die Dauer einer Quarantäne, damit diese sich nicht anstecken.

  5. Wo sind Journalisten, die den Kultusministern die richtigen Fragen stellen. Die Pressekonferenzen sind so weichgespült, dass sich die Kultusminister sehr sicher fühlen.
    Als Bürger hätte ich gerne diese Fragen beantwortet:
    Warum gelten für meine Frau als Lehrerin andere Arbeitsschutzgesetze als für mich? Was ist mit Gleichbehandlung? Warum steht das Recht auf Präsenzunterricht höher als das Recht auf körperliche Unversehrtheit?
    Warum kann man 30 erwachsene Schüler in ein Klassenzimmer stopfen und es gilt nicht als mögliches Superspreader Event?
    Warum verzischt sich die KMK in den virtuellen Raum, wenn sich doch täglich Millionen Schüler in Präsenz treffen?
    Will die KMK provozieren oder schlägt man dem eigenen Personal und den anvertrauten Schülern absichtlich mit Anlauf ins Gesicht?
    Was gedenkt man zu tun, wenn die Infektionszahlen weiter steigen?
    Wie möchte man mit AN umgehen, die mehrere Kinder an verschiedenen Schulen haben und teilweise zum zweiten Mal in Quarantäne sind? Urlaub ist aufgebraucht.
    Wie möchte man Betriebe entschädigen, in die Infektionen aus Schulen getragen werden (durch Eltern oder Lehrlinge)?
    Warum sollten sich Jugendliche in ihrer Freizeit an Beschränkungen halten, wenn sie täglich mit 30 anderen in Viren baden?

          • @Redaktion: mein herzliches Danke, dass Sie in diesen Zeiten mit ‚uns‘ gegen den Strom ankämpfen.
            Leider ducken sich andere Redaktionen und Redakteure weg.
            Anders lassen sich die einseitigen Berichterstattungen nicht erklären.
            Egal welche Pressekonferenz ich verfolge,es werden keine kritischen Fragen zum Thema Schulpolitik gestellt. Die letzte Steilvorlage hat Spahn geliefert….und keiner der Pressevertreter hat die dringenden Fragen zu AHA L gestellt in Bezug auf Schule. …von Laschet möchte ich gar nicht anfangen…
            Ein Schelm wer denkt, das sei bereits angesprochen, was auf einer PK besprochen wird.

          • Außer Lüften kommt nix mehr? Gäbe es neben AHA wenigstens noch ein zweites „L“, dann wären die Schulen wenigstens „HALAL“:) In der jetzigen Form sind sie „haram“.

            (Halal ist ein arabisches Wort und bedeutet „rein“ und „erlaubt“.)

      • Hallo liebe Redaktion von n4t,
        werdet ihr denn zu diesen PKs tatsächlich eingeladen bzw. zugelassen um direkt vor Ort die wichtigen Fragen den richtigen „Experten“ zu stellen???
        Ich wage nämlich zu behaupten, dass dort lediglich zuvor ausgewählte und „eingenordete“ Medienvertreter sitzen und Fragen stellen dürfen…

        • Liebe mama07,

          zum Verständnis von Medienarbeit ist ein kurzer Exkurs notwendig: Pressekonferenzen werden in der Regel nicht von Politikern veranstaltet, sondern von Journalistenvereinigungen wie der Bundespressekonferenz (in den Ländern heißen die entsprechend: Landespressekonferenz). Politiker haben dabei keinen Einfluss auf die Einladungen. Zugangsberechtigt sind die Mitglieder – für uns nehmen in der Regel die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Presseagentur, deren Partner wir sind, an solchen Pressekonferenzen teil. Wir selbst sind nur eine kleine Redaktion, die es auch finanziell nicht stemmen könnte, für jeden Termin quer durch die Republik zu jetten.

          Unsere Fragen stellen wir trotzdem. Wir können jederzeit etwa in den Kultusministerien anrufen und haben im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes Anspruch auf Antworten – wie jeder andere Bürger übrigens auch. Sämtliche in Behörden vorliegenden, nicht-personenbezogenen Daten müssen herausgegeben werden.

          Der Punkt ist ein anderer: Wenn Daten nicht vorliegen, können sie auch nicht herausgegeben werden. Sie müssen auf Anfragen hin auch nicht eigens ermittelt werden. Entsprechend wenig ehrgeizig, so ist jedenfalls unser Eindruck, sind die Landesregierungen derzeit, aktuelle Daten zu Corona-Fällen in Schulen zu sammeln. Herrn Prof. Drosten ist das ja auch schon aufgestoßen: https://www.news4teachers.de/2020/10/versuchen-landesregierungen-das-ausmass-der-corona-infektionen-an-schulen-zu-verschleiern-drosten-fordert-eine-transparente-informationspolitik-ein/

          Und: Ohne Datengrundlage ist eine Berichterstattung natürlich schwierig…

          Dazu kommt noch etwas anderes: Man braucht schon viel Erfahrung und ein gutes Netz von Kontakten, um trotzdem ein realistisches Bild von der aktuellen Situation in der Bildung zeichnen zu können. News4teachers verfügt als Bildungsmagazin darüber – im Gegensatz zu den allermeisten anderen Medien in Deutschland, denen die Schulpolitik mit ihren Zig-Schulformen, 16 Bundesländern, unterschiedlichsten Interessengruppen, sich streitenden Lehrerverbänden etc. schon vor Corona schlicht zu kompliziert geworden war.

          Dafür wird News4teachers von immer mehr Menschen gelesen – aktuell im Schnitt von einer Million im Monat. So klein sind wir also in der Außenwirkung nicht.

          Herzliche Grüße
          Andrej Priboschek

          Herausgeber News4teachers

    • Noch eine Alternative für die KMK: Einfach in Berlin tagen, da geht es ja ganz offensichtlich. Zu schade, dass Frau Merkel die KMs nicht gleich mit eingeladen hat.

  6. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, das alle Schüler, die die den Präsenzunterricht nicht besuchen, auch diejenigen, die wegen einer kritischen Immunerkrankung die Schule, sogar mit ärztlicher Bescheinigung und mit Attest nicht besuchen (Baden-Württemberg) und für die eine Infektion hoch gefährlich wäre, mit amtlichem Schreiben vom Kultusministerium verpflichtet sind, Test und Klassenarbeiten der Klasse im Präsenzunterricht (!) mitzuschreiben! Ein Schreiben der Klassenarbeit, so habe ich gestern als Auskunft erhalten, in einem separaten Raum der Schule (und damit besser geschützt), sei aus Gründen der Aufsichtspflicht und auch der Chancengleichheit, nicht gestattet.

    • Kann ich nicht nachvollziehen! Es gibt immer einen FSJ’tler, der zur Aufsicht eingesetzt werden kann, auch Kollegen mit Freistunden oder (zur Not) die Sekretärin. Bei uns würde das jedenfalls so organisiert werden. Mal davon abgesehen, dass man bei einem Kind, das eine Überprüfung schreibt, nicht per se einen Betrugsversuch voraussetzt. Möglich wäre auch, per Videokonferenz den Schüler virtuell im Klassenzimmer mitschreiben zu lassen. Man sieht doch als Lehrer, ob der Schüler sich auf die Arbeit konzentriert, googelt oder in den Unterlagen „spickt“. Da gibt es unzählige Möglichkeiten, dass Ihr Kind nicht auf Gedeih und Verderb einem Risiko ausgesetzt werden muss. Für Ihr Kind und Ihre Familie ist ein solches Vorgehen jedenfalls besorgniserregend – das tut mir sehr leid. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben alles Gute, bleiben Sie gesund!

      • „Es gibt immer einen FSJ’tler, der zur Aufsicht eingesetzt werden kann, auch Kollegen mit Freistunden oder (zur Not) die Sekretärin.“
        NEIN.
        Gibt es eben nicht.
        Es gibt eine Menge Forderungen, was alles müsste, aber keine vollen Kollegien.
        FSJler gibt es nur an Ganztagsschulen, wenn ein Sportverein den Kopf hinhält.

        Aber es gibt die Vorstellung, dass Lehrkräfte unentwegt Unterricht halten und Aufsicht führen, gleichzeitig bei der Klasse, im Raum bei geöffneten Fenstern UND vor den Toiletten.

        Und ja, man hätte das irgendwie ermöglichen wollen,
        ABER es ist tatsächlich die ehrlichere Antwort zu sagen, dass man es gar nicht KANN, WEIL wirklich niemand Zeit übrig hat.

        Warum bekommen die Schulen keine personelle Unterstützung für Klassenarbeits-Aufsicht, Notbetreuung und Aufsichten?

        • Mein lieber Palim, sie lesen zuweilen Informationen in meine Zeilen, die ich als Über- oder Fehlinterpretation charakterisieren möchte. Es ging mir lediglich darum, diesem Vater ein wenig Mut zuzusprechen und Handlungsalternativen vorzuschlagen. Natürlich weiß ich um die defizitäre personelle Ausstattung – ich muss das, wie Sie, jeden Tag am eigenen Leib erfahren. Aber ich versuche trotzdem, einigermaßen besonnen, sachlich und zielorientiert damit umzugehen. Manchmal reicht Eltern beispielsweise ein Signal, dass man sie ernst nimmt, sie versteht und mit ihnen versucht, an der Lösung zu arbeiten und sich nicht ständig nur um das Problem zu drehen. Trotzdem verstehe ich Ihre Wut, Palim. Wir sitzen alle im selben Hamsterrad.

          • @Bauklötzchen
            @alle

            https://www.news4teachers.de/2020/10/umweltbundesamt-stellt-leitfaden-vor-der-lehrern-das-lueften-erklaert/
            Pit 2020 13. Oktober 2020 um 12:51

            Ja genau.

            Wir Lehrer sind doch gar nicht so faul???
            So langsam nimmt die Sache Fahrt auf …

            Und weil wir uns so lange gefragt haben wo die kritischen Medien/Journalisten sind (Herr Priboschek und sein Team ausgenommen, vielen Dank für Ihre Arbeit!), habe ich mir mal erlaubt, die Sache auch etwas anzukurbeln.

            Auch Lehrer kennen Elternteile in ihrem privaten Umfeld.
            TIPP:
            Diese Elternteile sind prima Multiplikatoren!!!

            Also liebe Lehrer-KollegInnen und besorgte Elternteile und liebe sonstige Mit-Staunende:
            Ab ans Telefon, den Link zu dieser Seite und diesem Artikel weiterleiten.

            Heut mach ich mir kein Abendbrot – heut mach ich mir Gedanken!

          • Es ist nur doof, wenn Ihre Vorschläge rein rechtlich nicht umsetzbar sind. Das Führen einer Aufsicht ist klar geregelt. Auch wer es übernehmen darf. Und das ist leider nicht der von Ihnen erwähnte Personenkreis.

          • Das Führen einer Aufsicht
            a) kann delegiert werden an einen weiteren Personenkreis.
            b) wird tagtäglich in der Mittagsbetreuung von pädagogischen MitarbeiterInnen übernommen, die in manchen BL keine pädagogische Ausbildung vorweisen müssen.
            c) wird im Offenen Ganztag auch an ÜbungsleiterInnen und andere Personen übertragen.

            Wenn das möglich ist, warum sollte das nicht für eine Notbetreuung oder die Hofaufsicht möglich sein?
            Wie kann man dann die Verlässlichkeit über die Mittagsbetreuung oder den offenen Ganztag aufrecht erhalten?

            Vorstellen kann ich mir, dass man diejenigen, die ohnehin im Schulumfeld sind, fragen könnte,
            z.B. die, die im offenen Ganztag arbeiten,
            die Sportangebote und andere AGs anbieten.
            Vielleicht könnten einige von ihnen Gleiches im Rahmen der Notbetreuung am Vormittag anbieten?

            Auch kann ich mir vorstellen, dass es durchaus möglich ist, Eltern einzubinden, die in der Notbetreuung die Aufsicht über weitere Kinder übernehmen oder zu Hause als Tagesmutter für die FreundInnen ihrer eigenen Kinder einspringen.

            Wenn an einer kleinen Schule die bestehenden Vorgaben umgesetzt werden und überall Notbetreuung und Telefondienst und Sprechzeiten am kompletten Vormittag einzurichten sind, bleiben für den Unterricht keine Lehrkräfte übrig.

    • @ besorgter Vater
      Nicht alle Schulen machen das so.
      Meine Tochter ist auch im Homeschooling und macht ihre Klassenarbeiten in einem seperatem Raum. ( Zum Glück)
      Wenn das Kulturministerium das durchdrückt weiß ich auch nicht mehr was ich machen soll….

    • Unglaublich, dass irgendein Test oder irgendeine Klassenarbeit wichtiger sein sollen als die Gesundheit und das Leben der betroffenen SuS.

      Ist der Schulleitung (trägt die Verantwortung für Hygienefragen) denn klar, was für ein Risiko das bedeutet? Wenn sie darauf bestehen, dass das vorerkrankte Kind im Klassenraum mitschreibt, dann müssen sie da halt auch für einen entsprechenden Infektionsschutz sorgen.

  7. Das ist echt ein Armutszeugnis von Deutschen KM. Da sieht man doch wie viel Wert denen die Gesundheit der SuS und LuL ist . Wir trauen seit Schulbeginn nach den Sommerferien, kaum noch die Großeltern zu besuchen. Und von den KM wird das ganze Klein geredet. Es gäbe genug andere Lösungen. Die KM allen voran Frau Stefanie Hubig sollten sich für ihre Schulpolitik schämen . Respektlos ist das.

    • Leider scheint heutzutage die Hauptqualifikation für eine politische Karriere die komplette Abwesenheit jedweden Schamgefühls zu sein. Man kann es damit ja sogar bis zum Präsidenten von Amerika schaffen.

  8. Ja news4teachers stellt schon die richtigen Fragen… nur die Reichweite ist eben begrenzt.
    Sehr begrenzt!

    Ohne BILD und Fernsehen wird das nichts.
    Die scheinen sich aber nicht dafür zu interessieren.

    Warum auch immer.

    Dann hilft nur: „auf die Straße gehen“
    Da war so ein Mädchen in Schweden, dass Freitags immer die Schule „ausfallen ließ“ – hat sich anfangs auch keiner für interessiert…

    Wenn also die Schüler jeden Tag die ersten 2 Stunden demonstrieren (auf dem Schulhof), dann könnte das was werden. Die Temperaturen sind ja ähnlich wie im Gebäude.
    Die Lehrkräfte „unterstützten“ das indem sie nicht wie sonst irgendwelche Drohungen von sich geben, sondern das ganze beaufsichtigen. Sollte dann dienstrechtlich kein Problem sein.
    Ein paar Eltern noch 1-2 mal die Woche vor der Schule…

    Ja und natürlich muss man das an die Presse tragen – jeden Tag!

    Ich könnte mir ja vorstellen, dass nach 14 Tagen Luftfilter bestellt werden.

    Oder anders ausgedrückt: stellt euch vor es ist Schule und keiner geht hin…

    Wird aber nicht passieren… leider!

    • Das ganze heißt dann Projektwoche ist also Unterricht zum Thema Demokratie-Erziehung und endet im besten Fall mit einer Abschlussveranstaltung außerhalb der Bannmeile des jeweiligen Landtages mit entsprechendem Abstand und Mundschutz in der Nähe des zuständigen Ministeriums im Freien, da da besonders gut gelüftet ist. Wie immer werden zum Abschluss einer Projektwoche die Eltern zum Besuch der Präsentation der Ergebnisse ebenfalls in die Landeshauptstadt eingeladen. NRW 2 Mio SuS plus 200.000 Lehrkräfte plus rd. 3 Mio. Erziehungsberechtigte. Wenn die mit Abstand durch die Vöklinger Straße Richtung Staatskanzlei und Landtag ziehen, ist in Dussel-Dorf mehere Tage Verkehrschaos – auch wenn die Umweltspuren freigegeben werden:)

      Schade, dass das vermutlich nicht umgesetzt werden wird:(

  9. Was fällt denen denn noch alles ein.
    Jetzt sollen die Weihnachtsferien verlängert werden, weil es kalt wird.( das weiss man nicht erst seit heute).
    Aber der Winter geht über den Januar sogar bis März/ April. Und dann? Wie geht es dann weiter?
    Auch gleich den Rest der Sommerferien?
    Das K,TM ist so realitätsfremd.
    Ich glaube die wissen gar nicht wie es im arbeitenden Volk so läuft.

  10. „Ja news4teachers stellt schon die richtigen Fragen… nur die Reichweite ist eben begrenzt.
    Sehr begrenzt!

    Ohne BILD und Fernsehen wird das nichts.
    Die scheinen sich aber nicht dafür zu interessieren.

    Warum auch immer. “

    In meine Gedanken schleicht sich so langsam ein ungeheuerlicher Verdacht… Das magische Wort heißt für mich „Maulkorb“ … anders kann ich mir inzwischen nicht erklären, warum sich, außer der Redaktion von 4Teachers, kein einziges Medium öffentlich zu kritisieren wagt!
    Unsere POSTS hier MÜSSTEN TÄGLICH die Redaktionen von BILDungszeitung, FAZ, ZEIT, … und regionalen Tagesblättern fluten. Als Leserbriefe! Die werden dann vielleicht nicht (alle) gedruckt, aber das Meinungsbild einer solidarischen Gemeinschaft könnte dann doch nicht völlig ignoriert werden. Oder doch?

    • Ich vermag nicht mehr zu überblicken, wie oft ich bei „Zeit“, „Welt“ (oh ja, vor allem da!), „Süddeutsche“… versucht habe, einen Kommentar zu posten. Wird nicht durchgelassen.

      Und das ist das Problem: Es wird geschimpft, gebashed, wobei der Fokus immer auf Schuldzuweisungen liegt. Eine sachliche, zielorientierte Streitkultur findet nicht mehr statt. Nur noch schwarz und weiß, Grautöne sind verschwunden. Dass Kommentare/Leserbriefe, die um Objektivität bemüht sind und eben auf diese Grautöne abzielen, nicht mehr zugelassen werden, verwundert da nicht. In Krisen suchen Dumme und Hilflose immer die Schuld und nicht die Lösung. (Stammt nicht von mir, sondern von Loriot).
      Verkauft sich doch auch besser.

      Nehmen wir das Beispiel „Welt“: Außer am Weltlehrertag wurden und werden tendenziöse Artikel und „journalistische“ Kommentare eingestellt, bei deren Lektüre mir zugegebenermaßen schlecht wird. Noch viel übler sind die Kommentare der Leser. Sieht man sich jetzt noch die Menge der Kommentare an, versteht man, dass sich Artikel, die sich um das Thema „Schule“ drehen, besonders gut verkaufen. Deswegen werden diese bereits nach Stunden ihres Erscheinens abopflichtig. Es ist praktisch wie der Goldesel der Tagesblättchen. Dann ist es natürlich doof, wenn Kommentare erscheinen, die kritisch, reflektierend und vielleicht sogar zielorientiert sind. Das ist ja lahm. Die Öffentlichkeit will sich echauffieren, zornig sein, ihren Schuldigen haben – das beruhigt. Alles, was dieser vermeintlichen Katharsis im Wege steht, wird nicht zugelassen.

      Also werden wir hier weiter im geschlossenen Kreis argumentieren und zum Teil tolle Ideen und Lösungsvorschläge erarbeiten. Hier wird ja auch kein Geld damit verdient 😉

  11. Ich habe eben an die Redaktion von RBB geschrieben. Ich fühle mich zunehmend wütend, empört und hilflos sowohl als Lehrerin in einer kleinen internationalen Schule als auch Mutter eines Mädchens, das mit 30 anderen Schüler-innen ohne Abstand und mit wenig Lüften ein Klassenzimmer teilen muss. Wenn wir alle an das Fernsehen und Radio schreiben würden, würde es vielleicht etwas bringen. Ich lese hier seit vielen Wochen die Kommentaren aber sie sind hier nur Verschwendung. Wir müssen uns an die Presse wenden mit unserem Wut und Darstellungen, wie es wirklich in den Schulen abläuft. Entschuldigen Sie bitte einige Fehler. Deutsch ist nicht meine erste Sprache.

  12. Tagsüber als PM an einer Grundschule (zzt. wg. OP
    au-geschrieben u.danach als Angehörige der Risikogruppe vorerst befreit) , arbeite ich abends als Korrektorin bei der hiesigen Lokalpresse.

    Schon vor den Sommerferien hatte ich einen kompetenten Redakteur gebeten, darüber zu schreiben, dass über die mehr als zahlreichen deutschlandweiten Schulschließungen, Quarantäneverordnungen und positiven Fälle an Schulen so gut wie gar nichts in den gängigen Medien erwähnt werde.

    Er zeigte sich sehr interessiert.
    In Folge tat sich…NICHTS!

    Auf meine Nachfrage hierzu, meinte er, er habe das Thema an einen Kollegen weitergegeben.
    Als ich bei diesem nachfragte, erhielt ich folgende Antwort:
    „Davon weiß ich nichts, habe aber auch keine Zeit dafür…ich fahre in einer Woche in den Urlaub“.

    Ich werde demnächst einen neuen Anlauf nehmen und anregen, über die aktuelle Situation an Schulen anders zu schreiben als bisher.

    Bis gestern wurde in der Lokalpresse meiner Stadt noch recht verhalten und nahezu unkritisch über die „Hygiene-“ und „Lüftungskonzepte“ der jeweiligen KM berichtet…

    Viel Hoffnung habe ich nicht…

  13. Natürlich könnte ich auch einen Leserbrief schreiben, den ich in den von „Bauklötzchen“ sehr gut umschriebenen „Grautönen“ (inkl. Lösungsvorschlägen statt Bildungsminister- u. Kommunalpolitikerbashing) formuliere.

    Obwohl ich Mitarbeiterin jener Lokalpresse bin, darf ich das ganz offiziell.

    Jedoch bin ich mir nicht ganz sicher, ob wiederum mein AG Schule das so toll fände…

    (Als vor meiner OP schon freigestellte Risikogruppenangehörige bin ich mir nicht sicher, ob mir dann nicht an meiner eigenen Schule leichter Gegenwind entgegenschlägt).

    Schließlich muss der Leserbrief mit Klarnamen unterzeichnet sein.

    Ob er überhaupt veröffentlicht würde, wäre dann die nächste Frage…

    Man muss schon aufpassen, was man da tut…:/

    Alles nicht so einfach.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here