KMK-Präsidentin lobt die Lehrer – und sich selbst („Praxisnaher Hygieneplan“)

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MAINZ. Die Corona-Infektionszahlen steigen, die Erkältungszeit und der Winter stehen vor der Tür. Ob die Schulen für diese schwierige Zeit nach den Herbstferien ausreichend gewappnet sind, ist umstritten – auch in Rheinland-Pfalz. Lüftungsfragen und Schulbusse stehen im Mittelpunkt einer extrem kontroversen Debatte, die so wohl in allen Bundesländern derzeit geführt wird.

„Sehr gut und ruhig verlaufen“: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig zieht eine positive Bilanz des Schuljahresstarts – verfrüht? Foto: Georg Banek / Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

Das neue Schuljahr ist in Rheinland-Pfalz trotz großer Bedenken nach einhelliger Auffassung recht gut angelaufen. Aber: Die Infektionszahlen steigen deutlich. In dieser Situation beginnen am morgigen Freitag in Rheinland-Pfalz die Herbstferien. Wie wird es danach in den Schulen weiter gehen, wenn sinkende Temperaturen das Lüften erschweren und die Grippesaison dazu kommt? Lüften und das Gedränge in den Schulbussen werden nach Einschätzung von Lehrern und Schülern die größten Herausforderungen sein. Der Philologenverband mahnt das Bildungsministerium, seine Fürsorgepflicht wahrzunehmen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Rück- und Ausblick.

Ist der Start ins neue Schuljahr mit normalem Unterricht gelungen?

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), die auch als KMK-Präsdidentin amtiert, zieht eine positive Bilanz: «Die ersten Wochen des Schuljahres 2020/2021 sind angesichts einer historischen Herausforderung wie der Corona-Pandemie sehr gut und ruhig verlaufen.» Dies sei vor allem den Schulen, Lehrkräften, Schülern, Eltern und der Schulaufsicht zu verdanken. Das Land habe die Schulen aber auch gut auf den Start vorbereitet – unter anderem mit einem «klar strukturierten und praxisnahen Hygieneplan».

Durch häufiges Lüften unter anderem hätten Schulschließungen bislang größtenteils verhindert werden können, sagt Landeselternsprecher Reiner Schladweiler. «Das Schuljahr 2020/21 ist insgesamt, trotz großer Bedenken mehr oder weniger gut gestartet», bilanziert Eric Grabowski von der Landesschülervertretung.

Die Lehrerverbände sehen das kritischer. «Das Experiment verlief mehr oder weniger glimpflich», sagt die Landesvorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz. Die Kultusminister ignorierten jedoch Fakten oder redeten sie weg. So könnten Schüler sehr wohl infiziert werden und die Infektionen auch weitergeben. Der Einsatz mobiler Lüftungsgeräte erhöhe zudem den Gesundheitsschutz erheblich. Ein «Weiter so» an den Schulen werde nur immer tiefer in die Krise führen.

Der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Bold sagt: «Hinter uns liegen turbulente Wochen, die an den Schulen durch das große Engagement der Lehrkräfte und Schulleitungen gut gemeistert werden konnten.» Das Ministerium habe dagegen erst in der letzten Ferienwoche Vorgaben zum Regelbetrieb unter Corona gemacht.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus-Peter Hammer, stellt fest: «Wir können feststellen, dass lokale Ausbrüche gut isoliert und Infektionsketten durchbrochen werden konnten.» Die getroffenen Hygieneregelungen würden bisher insgesamt tragfähig scheinen, so Hammer.

Wie viele Schulen mussten bisher wegen Corona schließen?

Drei Schulen sind derzeit ganz geschlossen, insgesamt mussten sieben Schulen seit Beginn des Präsenzunterrichts im neuen Schuljahr vorübergehend wegen Corona-Infektionen zumachen, heißt es im Bildungsministerium. Dazu kommen 50 Schulen, die teilweise geschlossen wurden. Derzeit seien 99 Schüler und 8 Lehrer infiziert – bei rund 570 000 Menschen in den Schulen.

Ist die Digitalisierung vorangekommen?

Der Landeselternbeirat sieht «noch keinen richtigen Fortschritt auf breiter Basis» bei der Digitalisierung der Schulen. Nur wenige Schulträger seien dem Auftrag so richtig nachgekommen. Zudem gebe es weiterhin technische Probleme. Die Verlegung von Breitband und Glasfaser gehe nur schleppend voran. An vielen Schulen gibt es nach Erkenntnissen der GEW immer noch kein leistungsfähiges Internet. Ein Mix aus normalen Schul- und Heimunterricht bei weiter steigenden Infektionszahlen könne technisch noch immer nicht überall gewährleistet werden, sagt Bold vom VBE.

Die GEW sieht aber auch Fortschritte: «Wir erkennen einen deutlichen Schritt im Ausbau der digitalen Infrastruktur», sagt der Landesvorsitzende Hammer. Positiv sei auch, das rund 56 000 Schüler aus ärmeren Familien sowie etwa 3000 Lehrer im Fernunterricht kostenlos Laptops oder Tablets bekommen. Bald sollten alle Lehrer mit Dienstlaptops ausgestattet werden. Der Schulcampus mit Materialien für digitalen Unterricht werde Anfang 2021 verfügbar sein. Dennoch brauche es schnell tragfähige Konzepte für Fernunterricht und genügend qualifiziertes Personal für Vertretungsunterricht in der Erkältungs- und Grippesaison. Fast 50 Millionen Euro stehen im Nachtragshaushalt für zusätzliches Vertretungspersonal bereit, heißt es im Ministerium.

Infektionsherd Schulbus: Hat sich die Lage verbessert?

Überfüllte Busse haben zu Beginn des Schuljahres für viel Ärger gesorgt und bleiben ein Kritikpunkt. Viele Eltern führen ihre Kinder deshalb mit dem Auto zur Schule, sagt Landeselternsprecher Schladweiler. In einem Schreiben unter anderem an die Landesregierung und den Landkreistag werde «auf die von vielen Eltern als unerhört empfundenen Missstände» hingewiesen. Zur Enge in vielen Bussen kommen Maskenverweigerer. Grabowski von der Landesschülervertretung hat die Erfahrung gemacht: «Wenn man Menschen im Bus daran erinnert, das diese bitte die Maske tragen sollen, bekommt man eher fragwürdige Rückmeldungen.»

Das Land hat auf die Kritik mit einer Bus-Börse reagiert, obwohl die Schülerbeförderung eigentlich kommunale Pflichtaufgabe ist. Die Unterstützung wurde bis Jahresende verlängert, heißt es beim Verband der privaten Verkehrsbetriebe Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz, der die Börse organisiert. Die bislang rund 220 Busse und ein Tagessatz von 300 Euro pro Fahrzeug reichten aber voraussichtlich nicht aus. Das Land bezahle allerdings in begründeten Fällen auch mehr. «Wir sind froh, dass es überhaupt mitfinanziert.» Möglicherweise könnten künftig auch Taxi-Busse eingesetzt werden.

Wie können die Klassenzimmer im Winter gelüftet werden?

Die GEW kritisiert: «Manche Schulträger haben es bisher immer noch nicht geschafft, dafür zu sorgen, dass alle Klassenräume gut gelüftet werden können.» Elternvertreter Schladweiler ergänzt: «Nur wenige Klassenräume verfügen über eine zweite, direkt gegenüberliegende Fensterfront.» Die Türen zu den Klassenräumen sollten Experten zufolge geschlossen bleiben. Schladweiler sieht den Bund in der Pflicht, Geld für mobile Raumlüfter, zusätzliche Unterrichtsräume sowie mehr Lehrkräfte bereitzustellen. Die GEW fordert kleinere Lerngruppen und eine wissenschaftliche Prüfung, ob schlecht gelüftete Räume überhaupt genutzt werden dürfen. Zudem müsse der Kauf von Lüftungsgeräten geprüft werden, die Schulen dürften dabei aber nicht allein gelassen werden.

Wird die Maskenpflicht doch auf den Unterricht ausgeweitet?

Steigende Infektionen bei sinkenden Temperaturen und vergleichsweise großen Klassen: Der Philologenverband sieht aus Infektionsschutzgründen im Moment nur die Möglichkeit, auch im Unterricht flächendeckend Masken zu tragen oder zum Unterricht im wöchentlichen Wechsel zurückzukehren, obwohl beides aus pädagogischen Gesichtspunkten nicht optimal sei und viel Koordinierung erfordere. Grabowski von der Landesschülervertretung sagt: Auf dem Schulhof, wo der Mindestabstand eingehalten werden kann, müssen Masken getragen werden. Nicht aber in den Klassen, wo das nicht gehe. Zudem hielten sich nicht alle Schüler und Lehrer daran. Mancherorts gebe es temporär Maskenpflicht im Unterricht, sagt Bold vom VBE. Das sei richtig und wichtig. Notwendig sei aber eine gewisse Verlässlichkeit. Von Ira Schaible, dpa

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Das KMK-„Lüftungskonzept“ für Schulen: Billig, leicht umsetzbar – und mangelhaft

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27 KOMMENTARE

  1. „Praxisnah“ ist ein ganz tolles Wort. Es scheint hier zu bedeuten: Einfach weitermachen wie bisher ohne teure Investitionen.

    Es bedeutet anscheinend nicht, auch für die LuL und SuS einen Infektionsschutz auf dem gleichen Niveau bereitzustellen, der auch anderenorts gilt (wie beispielsweise in den Schulministerien).

  2. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hat sich seit Schuljahresbeginn am 17.08. verdreifacht, und wenn sie sich das nächste Mal verdreifacht haben wird, korrespondieren dazu aller Wahrscheinlichkeit nach einstellige Außentemperaturen.

    Für diese Prognose muss man kein Zukunftsforscher sein, was daraus folgt, muss man nicht zum tausendsten Mal wiederholen.

    Aber vielleicht ist ja auch im November wieder Sommer und Corona vorbei.

  3. Diese praxisnahen Hygienepläne führen derzeit dazu, dass wir bei 16 bis 18 Grad mit dicken Jacken im Klassenraum sitzen, ständig irgendein Kind wegen Erkältung fehlt, inzwischen auch die Lehrer krank werden – aber jetzt sind ja erst mal Herbstferien, die kann man ja krank auf dem Sofa verbringen, Hauptsache, in 2 Wochen stehen alle wieder parat, um das Märchen vom gelungenen Regelbetrieb aufrecht zu erhalten. Zum Thema Infektionsketten nur so viel: eine benachbarte KiTa wurde wegen eines positiven Falles geschlossen, die Kinder mussten 2 Wochen in Quarantäne. Die älteren Geschwister allerdings durften fröhlich weiter sämtliche Schulen der Stadt besuchen…

    • Das ist allerdings üblich und nachvollziehbar: Die Erstkontakte müssen in Quarantäne, die Zweitkontakte nicht. Wenn die Erstkontakte positiv getestet werden, sind die Zweitkontakte keine solchen mehr und müssen ebenfalls in Quarantäne.
      Diese Regelung erscheint mir durchaus sinnvoll.

      Dass die Schulen nach den Herbstferien unter zunehmend schlechten internen Bedingungen weitermachen sollen wie gehabt, während ‚draußen‘ ein Hotspot nach dem anderen aus dem Boden schießt, darüber kann man nur noch den Kopf schütteln.

      • und den Kopf kann man auch schütteln, wenn man hört, dass die kontaktpersonen gar nicht mehr getestet werden..

      • „ Die Erstkontakte müssen in Quarantäne, die Zweitkontakte nicht.“
        Was araus wird, kann man gerade schön in Hamm beobachten: insgesamt 17 Schulen haben in den letzten drei Wochen Quarantänefälle bzw. Klassen, Jahrgangsstufen und Lehrkräfte in Quarantäne gehabt. Es verbreitet sich immer weiter, immer neue Schulen sind betroffen.
        Da Kinder häufig keinenSymptome zeigen, kann sich das Virus so „undercover“ superspreadermäßig in die Breite verteilen.
        Und ob die zwei Wochen Herbstferien, die die SchülerInnen aller Altersgruppen wohl kaum alleine zuhause verbringen werden, viel Ruhe ins System bringen – man kann es sich wünschen, aber wirklich optimistisch bin ich da nicht.

    • Und nach den Ferien gibt es sicher auch zusätzlich wieder Reiserückkehrer, die was mitbringen. Aber inzwischen gibt es in Dtl. auch genug Infektionsmöglichkeiten. Hoffe nur, dass nicht zu viele aus deutschen Hotspots nach Thüringen einfallen und das Virus mitbringen. Wir machen ja beim Beherbergungsverbot nicht mit. Freuen uns im Moment noch über niedrige Infektionszahlen. Kann sich aber schnell ändern, wie man weiß. Eine Familienfeier kann ausreichen.

  4. Die Schule meines Sohnes hat die Eltern angeschrieben, und darum gebeten, das die Kinder auch Decken mit in den Unterricht bringen können. Schule auf jeden Fall,zur Not mit Decken.
    4052 neue Infektionen in Deutschland heute, und wir reden über Decken. Ein Telefonat mit den zuständigen Mitarbeiter der Stadt für die Schulen, hätte ich mir sparen können. Aussage: alle Maßnahme zum Schutz unserer Kinder sind zu teuer und nicht umzusetzen. Armes Deutschland. Bitte liebe Eltern, denkt doch einen Moment darüber nach, ob ihr eure Kinder weiterhin in die Schule schicken wollt. Lasst sie einfach zu Hause, damit sie gesund bleiben.

    • Unfassbar diese Aussage von dem. Kinder zu Hause lassen damit sie gesund bleiben, schön wärs, aber das was dann von den Schulen kommt: Attestauflagen und solch Mist. Die Eltern alle zusammen in Deutschland müssten den Verantwortlichen ordentlich Dampf machen, den das ist vorsätzliche Körperverletzung an unseren Eltern, Angehörigen etc. Wie lange wollen wir da noch zuschauen???Ich finde es ist an der Zeit etwas zu unternehmen, bevor es zu spät ist.

        • Hallo Frida,
          du bist seit März 2020 die erste die mir zustimmt danke dir. Ich habe seit März mehrmals ans Kultusministerium geschrieben und um Stellungnahme gebeten, wieso man solche Fahrlässigkeit billigend in Kauf nimmt. Rate mal was ich als Antwort erhalten habe: gar keine. Beim Schulamt unseres Kreises haben die den Sachverhalt gleich unter den Teppich gekehrt und mich noch beleidigt. Unfassbar, ich frage mich echt wozu gibt es diese Ämter, wenn doch nur alle wegschauen. Meine Tochter hat sich erst letztes Jahr in der Schule einen Virus eingefangen mit schwerem Verlauf und ich habe Angehörige mit schweren Vorerkrankungen an die 80 Jahre im selben Haushalt leben, also Risikogruppen und in der Schule interessiert es auch keinen. Die Schüler sitzen ohne Abstand und Maske dicht gedrängt, keine festen Gruppen sind vorhanden, alles wie vor Corona als wenn es das nicht gäbe.
          Entschuldige die lange Erläuterung, aber man muss die Vorgeschichte kennen, um zu verstehen, warum ich so fassungslos bin von diesem ganzen Gelaber des Kultusministeriums.
          Ich bin fassungslos, wütend und enttäuscht von dem ganzen System Schule. Ich bin auf der Suche nach Eltern, die wie ich sich das nicht mehr länger bieten lassen wollen. Es geht hier um die Gesundheit und da hört jeglicher Spaß auf. Wir als Eltern haben Rechte, diese werden aber einfach ignoriert-nennt sich Schulpflicht.
          Wenn das Kultusministerium uns Eltern schon zwingt unsere Kinder in der Pandemie in die Schule zu schicken, dann sollten die gefälligst auch dafür die Voraussetzungen schaffen. Das passiert nicht, im Gegenteil es werden Tatsachen und eindringliche Warnungen verdreht dargestellt oder erst gar nicht erwähnt.
          Einfach nur erbärmlich.
          Also wer eine Elterninitiative kennt-ich bin dabei.

      • Wenn die Zahlen weiter so steigen, dürfte das Thema mit dem Attest in wenigen Wochen erledigt sein. Dann wird die Schule und das Ministerium froh sein über jedes Kind, was von sich aus zu Hause bleibt.

        Dass die Aussage „die Schule ist ein sicherer Ort“ nicht zutrifft, dürfte inzwischen jedem Beteiligten klar sein, oder?

    • Schulöffnung und Schulstart gelungen ist lachhaft.4 Tage Schule und dann 200 SCHÜLER und 20 Lehrkräfte in Quarantäne würde natürlich verschwiegen in Hannover.Präsenzunterricht echt erfolgreich bei den Oberstufen von 33 Schulstunden pro Woche sind gerade mal 22 Stunden erfolgt der Rest war Ausfall da Lehrer in Quarantäne müssten zusammen mit Schülern anderer Klassen.

  5. Werde das nicht kommentieren. Hab zu tun. Muss Eimer und Lappen holen und das Mittagessen weg wischen. Das ist mir bei dem Bericht nämlich aus dem Gesicht gefallen.

  6. Lese und höre immer „praxisnah“, „Hygiene“ und „Plan“…
    Praxis – kennen die Verantwortlichen offenbar nicht.
    Wie nah wir uns auf Anweisung von oben in der Praxis kommen müssen, könnten sie wissen…
    Hygiene – seh ich nicht wirklich.
    Und von Plan kann schon gar keine Rede sein.
    Bestenfalls Planspiele ohne Plan…

    Man könnte es auch „Großversuch“ nennen.

    Hypothese: Wenn wir die Augen zu machen, bleibt Corona unsichtbar.
    Versuch: Wir lassen die Schulen im Regelbetrieb.
    Auswertung: Keiner mehr da, der auswerten kann – bzw. keiner traut sich mehr hin, der es könnte…

    Ironie hilft zwar nicht, aber was sonst?

    Es ist seit dem Frühjahr viel Konstruktives vorgeschlagen, aber alles ignoriert worden.
    Lehrer loben hilft niemanden.
    (Warum nur bleibt ein schaler Beigeschmack, wenn Lehrer öffentlich gelobt werden – wird wohl wieder mal heißen: Die machen ihre Arbeit locker, die können sicher noch mehr stemmen!)
    Lehrer anhören und dabei zuhören wär schon ein großer Fortschritt!

    • Ich zucke beim Lehrerloben auch immer unwillkürlich zusammen: Von ‚Helden‘ wird gemeinhin verlangt, dass sie bereit sind, sich zu opfern.

  7. Wieler vom RKI heute:

    Und bei kühlerem Wetter“, so Wielers Appell an die Bürger, „versuchen Sie, die drei Gs zu vermeiden: Die geschlossenen Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre“, was eigentlich vier Gs sind. Jedenfalls könnte so nach Wielers Ansicht die Gleichung aufgehen: „Wenn wir uns alle an diese Regeln halten, können wir Infektionen verhindern – nicht alle, aber einen großen Teil.“

    Super. Klappt in den Schulen bestimmt.

    • In den Schulen werden genau diese vier Gs andauernd nicht eingehalten.

      Sieht drnn niemand die Parallelen zwischen Infektionszahlen und Schulgeschehen?

      Ca. zwei Wochen nach den Schulschließungen gingen die Zahlen runter. Ca. zwei Wochen nach dem Ende der Sommerferien gehen die Zahlen wieder rauf. Zwei Wochen, das ist die Inkubationszeit und die Meldeverzögerung nach Testung.

  8. Man hat immer den Eindruck, Schulen sind irgendwie ausgelagerte Objekte, die mit dem Rest der Gesellschaft nichts zu tun haben. Wo, wenn nicht in der Schule, haben wir all das, was wir eigentlich vermeiden sollen, aber zusätzlich noch ohne AHA… man fasst sich an den Kopf.

  9. Heute erlebt: meine Enkelin, 9 Jahre, ist wegen eines schweren Lungenleidens vom Unterricht befreit. Ihre Schwester in der fünften Klasse und 11 Jahre alt ebenso, da sie eine Corona Infektion ins Haus bringen, und die jüngere Schwester gefährden könnte. Alles offiziell abgesichert. Nun hat die Schule das Mädchen in die Schule „befohlen“, um mit der Klasse, im Klassenraum einen Test zu schreiben. Das sei anders nicht machbar, hieß es. Die Folge ist , dass die ältere zu Hause jetzt isoliert werden muss, um ihre Schwester nicht zu gefährden. Mann sieht: verständnislose Halbwissende befinden sich nicht nur hinter den großen Schreibtischen der Ministerien.

      • Dringend nachfragen, ob der Test nicht in einem anderen Raum geschrieben werden kann.
        Sollte man das ablehnen, dann mit Anwalt. Das muss möglich sein. Notfalls einen Tisch raus in den Gang stellen und dort schreiben.
        Ich würde das Leben meiner Kinder nicht aufs Spiel setzen.

    • Man kann immer wieder krank sein, dass ging auch vor Corona schon. Klausuren müssen nachgeschrieben werden, dazu braucht man Ruhe…hier ist die Chance größer auch Abstand zu anderen zu haben. In der kommenden Zeit kann man das Pech haben, immer wieder für 10 Tage krank zu sein. Macht trotzen die Hausaufgaben und informiert euch über den Stoff. Ich nehme meinen Gesundheitsschutz von Anfang an selbst in die Hand und füge mich nicht. Nutzt die Lücken im System und in den Regeln. Reizt es aus. Tragt die richtigen Masken, die Euch auch schützen, geht kurz wieder zu Schule und seit wieder krank. Das kann nicht jeder, darf kein Faulpelz sein, und muss selbstständig lernen können. Aber Internet und YouTube bieten zu allen Themen meist bessere Tutorials als der Lehrer vor Ort. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.
      Wenn man nicht offen gegen die Schulpflicht wettert, sondern einfach häufig krank ist, bekommt man auch nicht soviel Gegenwind durch die Schule.
      Ich fahre damit gut.

  10. Das neue Lüftungskonzept in RLP ist so praxisnah, dass es ganz vergisst, Hinweise zum Lüften bei Wetterlagen zu geben, bei denen die Fenster einfach zuknallen, es in die Klasse schneit oder regnet und sich die Kinder an den hin- und herschwingenden Fensterflügeln verletzen könnten. Dafür muss dann eben eine Aufsicht eingeteilt werden, die das Schlimmste verhindert. Ich werde Quartier in meinem Klassenraum beziehen, zumal in den Regenpausen auch die Kinder in der Klasse bleiben müssen. Bei geschlossener Tür natürlich, weil es verboten ist, Durchzug über den Flur herzustellen. Alles so praxisnah…

  11. Ich kann die Lügen dieser Frau nicht mehr hören.
    Für wen lügt die das zusammen?
    Schüler, Lehrer und Eltern wissen doch, dass das alles Bullshit ist.
    Wen will sie mit erreichen?

    Aber: solange sich keiner wehrt…

  12. Ich als päd. Mitarbeiterin in der OGS an einer Grundschule und ehemals 8 Jahre lang in der Lehrer-Krankheitsvertretung am Vormittag gewesen, verfolge seit Wochen die unterschiedlichen Berichte sowie die Kommentare bei news4teachers.

    Zu meinem Bekanntenkreis zählen mehrere Lehrerinnen u. päd. MitarbeiterInnen verschiedener Schulformen in unterschiedlichen Städten.

    Ich weise sie seit längerer Zeit auf dieses Forum hin, da auch ich hier Informationen (insbesondere zum Thema Corona) erhielt, die mir bis dato nicht bekannt waren.

    Natürlich gibt es unter genanntem Freundes- und Bekanntenkreis die eher „Unbesorgten“ (alles halb so wild, wird schon gutgehen/ keine „Aluhüte“!),
    ferner die „Weniger-Wissenden“, die jedoch Ihre Ausführungen zum Thema „Schule und Corona“ sehr interessiert aufnehmen und demzufolge besorgt sind…

    Den größten Teil jedoch machen diejenigen Lehrerinnen aus, deren Reaktion auf meine Empfehlung, mal in dieses Forum zu schauen, folgendermaßen ist:
    Ich will lieber gar nicht zu viel wissen, sonst habe ich noch mehr Angst, zur Arbeit zu gehen, als ich eh jetzt schon habe…

    Ich werfe das jetzt nur mal so für alle Forumsteilnehmer in den Raum…

    Desweiteren stelle ich fest, dass die bisher belastbarsten Lehrkräfte an meiner Schule zum jetzigen Zeitpunkt beginnen, in den Widerstand zu gehen mit der Begründung, sie seien nun absolut an ihrer Belastungsgrenze angekommen.

    Vorwiegend angespanntes, mental belastetes und gestresstes Lehrpersonal
    (bestimmt wird es vielen SuS ähnlich gehen) und obendrein ein in Herbst und Winter stattfindender Schulbetrieb bei wahrhaft unangenehmen Temperaturen mit Schals, Mützen und Decken…
    (Da bekomme ich langsam das Kopfkino, das ich jedesmal habe, wenn meine Mutter ihre Erlebnisse aus dem 2. Weltkrieg schildert).

    Ich bin fassungs- und sprachlos ob solcher Ignoranz vonseiten der KM!!!

    Und möge mir jemand bitte genau erklären, was an dem sogenannten „Lüftungskonzept“ überhaupt ein Konzept sein soll!!!

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