Lernstand passabel! Zusatz-Unterricht samstags und in Ferien ist (fast) vom Tisch

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POTSDAM. Wo stehen die Schüler nach den monatelangen Schulschließungen? Befürchtet worden waren große Lernlücken. In Brandenburg war zum Ausgleich bereits zusätzlicher Unterricht im Frühjahr im Gespräch. Das ist nun, nach einer passabel ausgefallenen Lernstandserhebung, vom Tisch. Größere Defizite gibt es in der Sekundarstufe 1 allerdings in einem Kernfach.

Die Lücken, die die Corona-Zwangspause gerissen hat, sind nicht so groß wie befürchtet. Foto: Shutterstock

Trotz der wochenlangen Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie müssen die meisten Brandenburger Schüler nicht noch zusätzlich in ihrer Freizeit pauken. «Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass flächendeckender Unterricht an Samstagen oder in den Ferien nicht notwendig ist», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch zu den Ergebnissen der Lernstands-Erhebungen zu Beginn des Schuljahres. «An einzelnen Schulen kann es das allerdings geben.»

So wollen 28 Grundschulen zusätzliche Lernzeiten an Wochenenden anbieten. Dies werde in jedem Fall mit den Eltern abgesprochen, betonte die Ministerin. Einen Bedarf für Unterricht in den Ferien habe bislang keine Schule angemeldet. «Wir freuen uns, dass die Wochenenden meist den Familien gehören und die Ferien geplant werden können.»

Defizite soll mit einer Erhöhung der Wochenstunden ausgeglichen werden

Der Lernstand wurde in den Grundschulen und in der Sekundarstufe 1 in den Kernfächern wie Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache ermittelt. Dabei zeigten sich die größten Defizite in den Fächern Deutsch und Mathematik, wie die zuständige Referatsleiterin im Bildungsministerium, Birgit Nix, erläuterte. Die Schulen wollen die Defizite mit der Erhöhung der Wochenstunden in den Problemfächern, zusätzlichen Lehrern und freiwilligen Lernangeboten ausgleichen.

Für Vertretungslehrer stellt die Landesregierung in diesem Jahr ein größeres Budget in Höhe von acht Millionen Euro bereit. Außerdem sollen Lehramtsstudenten an den Schulen eingesetzt werden. Dafür hätten sich bereits 450 Interessenten gemeldet, berichtete Nix.

Problemfach: Mathematik – „nicht nur coronabedingt“

Einen besonderen Rückstand meldeten die Schulen in den Klassen der Jahrgangsstufen 9 und 10: Dort zeigten 14,2 Prozent der Schulen Unterstützungsbedarf im Fach Mathematik an, während es bei anderen Kernfächern deutlich weniger waren. «Dieses Problem begleitet uns aber schon länger und ist nicht nur coronabedingt», erklärte Ernst.

Der Landesschülerrat habe gemeldet, dass die Abiturienten die Osterferien selbstständig für die Vorbereitungen auf die Prüfungen nutzen wollten, sagte Ernst. Die Standards für die Abiturprüfungen sollen anders als beim Mittleren Abschluss nicht gesenkt werden. Für diese Prüfung zum Abschluss der Jahrgangsstufe 10 soll der Bewertungsschlüssel etwas kulanter gehandhabt werden. Damit soll Ernst zufolge erreicht werden, dass den Schülern nach den wochenlangen Schulschließungen keine Nachteile entstehen.

«Diese Überprüfung war für die Lehrkräfte ein riesiger Aufwand und ein Kraftakt», betonte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Hoffmann. Es sei gut, dass keine Ferien gestrichen werden müssten und auf flächendeckenden Unterricht am Wochenende verzichtet werden könne. «Wichtig ist aber, dass die Kinder, die Nachholbedarf haben, nun auch die entsprechende Förderung bekommen.» dpa

Studie: Vier von fünf Lehrern beklagen Lerndefizite durch die Corona-Krise

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1 KOMMENTAR

  1. Zitat:
    „Einen besonderen Rückstand meldeten die Schulen in den Klassen der Jahrgangsstufen 9 und 10“
    Zu verdanken sicherlich auch den Aussagen von vielen Kultusministern. Diese überboten sich zu Beginn des Lockdown ja mit Bauchpinseleien und Beruhigungspillen für Eltern und Schüler. Allgemeiner Tenor: „in diesem Schuljahr fällt kein Schüler durch“
    Wie kann man einen 9. oder 10.-Klässer besser demotivieren???

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