Städtetag gegen Schulministerin: Stufenplan für Schulen muss endlich her!

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DÜSSELDORF. Im Streit um Konzepte für den Schulbetrieb bei rasant steigenden Corona-Zahlen hat der Städtetag Nordrhein-Westfalen von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einen landesweit einheitlichen Stufenplan gefordert. «Dass das Schulministerium bisher nur auf Präsenzunterricht besteht und ein Wechselmodell mit Distanzunterricht ablehnt, ist nicht nachzuvollziehen und risikobehaftet», sagte der Vorsitzende des Städtetages Nordrhein-Westfalen, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD).

Schulministerin Yvonne Gebauer möchte dem Wunsch nach regelmäü9gen Pfingstferien für NRW Rechnung tragen. Foto: Harald Krichel / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Unter Druck: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Harald Krichel / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Der Streit um den Schulbetrieb in Solingen zeige, dass es ungelöste Fragen zwischen Städten und Land gebe. «Ich sehe eine erhebliche Unruhe in zahlreichen NRW-Städten über die Haltung des Landes, weil die Regelungen nicht flexibel genug sind», sagte Clausen. Auch wenn die Schulen bisher keine Corona-Hotspots seien, müssten immer häufiger Schüler und Lehrkräfte in Quarantäne.

Städtetag: Kommunen brauchen praxistaugliche Maßnahmen für Schulen, um auf Infektionsgeschehen zu reagieren

Die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung hatte der Stadt Solingen untersagt, die Klassen an den weiterführenden Schulen wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen zu halbieren und die Schüler im Wechsel daheim und in den Schulräumen zu unterrichten. Als Grund hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Bildungsgerechtigkeit genannt (News4teachers berichtete ausführlich über das Verbot von Distanzunterricht in Solingen). Laut Verordnung des NRW-Schulministeriums kann eine Schule erst dann Distanzunterricht beantragen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Die Schulministerin müsse den Städten praxistaugliche Maßnahmen an die Hand geben, damit Schulen auf steigende Infektionszahlen angemessen reagieren können, so Clausen. Hessen und Niedersachsen etwa hätten schon Vorsorge mit einer Stufenregelung getroffen. «Das sollte sich das Land als Vorbild nehmen», sagte Clausen. In Hessen zum Beispiel gebe es je nach Infektionslage vier Stufen von einem angepassten über einen eingeschränkten Regelbetrieb bis hin zu einem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht und schließlich nur Distanzunterricht.

Land missachtet die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Schulen

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner für alle Schulen des betroffenen Gebiets eine generelle Maskenpflicht im Unterricht (also auch in Grundschulen) sowie eine Verkleinerung der Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingehalten werden kann (News4teachers berichtet ausführlich über die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb – hier geht es hin). Das Land Nordrhein-Westfalen hält sich – wie die anderen Bundesländer auch – nicht an die Empfehlungen. News4teachers / mit Material der dpa

Protest! Schulleiter teilt die Klassen trotz Gebauers Verbot (für einen Tag)

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32 KOMMENTARE

  1. Merkwürdig, die „Bildungsgerechtigkeit“ hat die FDP früher auch nicht interessiert, warum heute so vehement?
    Und für die „negativen Auswirkungen“ von Schulschließungen oder Distanzlernen, die immer gerne angeführt werden, wird leider keine Datengrundlage o.ä. genannt und es bleibt damit eine bloße Behauptung. Wurde das in der ersten Hälfte des Jahres untersucht? Wo sind die Untersuchungsergebnisse?
    Behaupten kann man viel. Erinnert irgendwie an Trump.

  2. Wir sind doch bereits über jeden Schutz durch einen Stundenplan hinaus.
    Die Empfehlungen des RKI wurden ignoriert, keine Konzepte zum Gesundheitsschutz geplant noch, dass Gesundheitschutz überhaupt als Option für Gebauer eine Rolle bei ihren unsäglich menschenverachtenden Entscheidungen gespielt hätte.
    Ich zitiere einen Kritiker aus BW, der sinngemäß seinem Ministerpräsidenten sagte: Drehen wir den Spieß mal um. Mir ist es egal, ob sich irgendwer im Landesministerium mit Corona infiziert, daran ggf Langzeit erkrankt oder verstirbt. Hauptsache ich bleibe gesund.
    Diese Grüße sende ich gerne an Frau Gebauer und Herrn Laschet.
    Merken Sie selber…oder?

    Eine Halbierung der Klassen und Lüftungsanlagen sind ein Muss zum Schutz unserer Kinder. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Halbierung der Klassen zu spät und die Lüftungsanlagen können nicht zeitnah geliefert werden.
    Damit ist das einzig akzeptable Angebot der Politik: eine Aussetzung der Präsenzpflicht.
    Damit verbunden werden sich die Kassengrößen automatisch reduzieren, zum Schutz derer die die Schule als Betreuungsangebot brauchen.
    Der Distanzunterricht muss entsprechend der Möglichkeiten stattfinden. Bei den einen wird es besser klappen als bei den anderen. Die Gründe kennen alle.
    Jedoch befinden wir uns immer noch in einer Ausnahmesituation, die Ausnahmeregelungen braucht.

    Wir haben Rechte, die grundgesetzlich verbrieft sind. Daher bestehe ich als Eltern auf unser Recht der Fürsorgepflicht und natürlich unser Recht auf Unversehrtheit.

    • Ich bin absolut bei Ihnen. Habe schon mehrfach an Frau Gebauer geschrieben. Für uns steht das Recht auf körperliche Unversehrtheit höher als das Recht auf Präsenzunterricht um jeden Preis. Nicht die Schüler müssen sterben, aber die, zu denen es u. a. durch die Schüler durch die Gesellschaft getragen wird. Es ist eine absolute Ausnahmesituation. Was, wenn die Zahlen explodieren und die Todeszahlen in die Höhe schnellen? Will sie dafür die Verantwortung übernehmen? Und noch eins zum Schluss : Keiner weiß, welche bleibenden Schäden Kinder, Schülerinnen und Schüler in ein paar Jahren möglicherweise haben werden, wenn sie sich infiziert haben. Was sagt Frau Gebauer dann zu diesen Kindern?

    • Gerechte Lastenteilung zwischen Elternschaft und Kitas + Schulen!

      +Eltern, die es können, begleiten Distanzunterricht durch Lehrende, die wegen Vorerkrankung nicht präsenztauglich sind – für begrenzte Dauer gemäß Umgebungs-Inzidenz
      + Eltern, die es nicht können, haben ihre Kinder in der Schule – in geteilten Klassenräumen – mit Unterstützung durch LehramtsStudis.
      + Im Infektionsfall: Kinder der betroffenen Teilgruppe für 1 Woche unter Beobachtung in der Schule – und danach bis zum nächsten Morgen freiwill. Isolierung zuhause.
      + Kitas mit Gruppentrennung. Kinder bleiben in der Gruppe, aus der ein infiziertes Kind nachhause geschickt wurde – Gruppe wird dreigeteilt, 2 im geteilten GrRaum, dritte im Extraraum (=Kontakt-I-Kinder), für 1 Woche, Unterstützung durch zusätzl. FK+ Eltern (beide schnellgetestet).

  3. So sieht Gebauer also aus, wenn ihr jemand sagt, dass man dringend einen Stufenplan braucht. Kurz vorm Lachanfall.
    Das Bild triggert…

    • Nee, die Aufnahme entstand, als sie als Kölnerin erfahren hat, dass zwar die Veedelszöch nicht aber die Schullzöch ausfallen werden. Die Schullzöch können stattfinden, da die Schulen sichere Orte sind bzw. Kinder keine Treiber der Infektion sind.

      Dreimol Null es Null es Null
      Denn mer woren beim Yvonne’sche en d’r Schull

      Tätä, Tätä, Tsching bumm!

  4. Klassen halbieren wäre schon wegen dem Schulweg gut. Masken und Abstand im Unterricht nützen nix, wenn die Kids sich in den Schulbussen stapeln, Abstand 10cm oder weniger. Nachverfolgung unmöglich. Restaurants etc dicht, aber die Kinder müssen weiter in den aus den Nähten platzenden Bussen fahren weil versetzter Unterricht ja nicht gewünscht wird.
    Sollte man auch mal thematisieren…

  5. @llly: so richtig!
    Ich bin entsetzt und finde keine Worte mehr. Wie kann das möglich sein, dass unsere Gesundheit so wenig Bedeutung hat? Es muss doch möglich sein, gegen diese Ignoranz vorzugehen und unsere Rechte zu wahren?
    Wieso kann ich gezwungen werden, mein Kind täglich in den Präsenzunterricht zu schicken, ohne Rücksicht auf Verluste? Die Zahlen steigen immer weiter, Erkrankungen in Familien von Mitschülern haben keinerlei Einfluss auf die Gruppengröße oder die Distanz der Lernenden.
    In der Klasse meines Sohnes gab es während des Unterrichts Nachricht über die Infektion eines Vaters. Vorsichtsmaßnahme vom Schulleiter: Kinder der Klasse gehen nach Hause und bleiben bis zum negativen Testergebnis des betroffenen Kindes der Schule fern, werden aus der Distanz unterrichtet. Vom Gesundheitsamt wurde dies sofort zurück genommen.
    Statt dessen: Krieg zwischen den Eltern. Der Großteil meint, die Deutscharbeit muss schließlich geschrieben werden. Diejenigen, die nicht mitspielen und ihr Kind nicht in die Schule schicken, werden angeprangert.
    Das das bedeutet, das die infektion an der Schule u.U. weiterverbreitet wird, interessiert die Eltern nicht. Der Schulleiter ist machtlos.
    Weiterhin werden volle Klassen zusammengepfercht und Frau G. lächelt frech in die Kamera und sagt „Nein“.
    Wann kommt denken endlich wieder in Mode?

  6. Corona fällt wieder zu Lasten der Kinder ich finde es unverantwortlich was die Politik mit unseren Kindern macht warum wurden überhaupt die Schulen geöffnet wenn es noch keinen Impfstoff gibt die Kinder tragen das Virus nach Hause dann werden die Eltern und Großeltern angesteckt

  7. „Corona und Schulen: Gesundheitsminister Laumann über die aktuelle Lage, Schulen und geplanten Impfungen

    Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat in der Corona-Pandemie noch kein Signal der Entwarnung gegeben. „Die Zahlen bleiben in besorgniserregender Dimension“, sagte Laumann am Mittwoch in einer Unterrichtung des Landtags. In elf Kreisen und kreisfreien Städten liege der Inzidenzwert bei 100.000 Einwohnern in sieben Tagen über 200. In weiteren 38 Kommunen liege der Inzidenzwert über 100. […]
    Die Landesregierung aber behandele mit ihrer Blockadehaltung etwa bei Vorschlägen für Distanzunterricht in Schulen Lehrer und Bürgermeister wie Gegner, sagte Kutschaty. Sie seien aber keine Gegner, und die SPD-Opposition sei es „zumindest in der Pandemie“ auch nicht. „Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen“, sagte der SPD-Politiker. Die Landesregierung habe sich jedoch etwa beim Streitthema Schulunterricht „verrannt“ und stecke in einer Sackgasse fest.

    Aber: Im Streit um den Schulunterricht angesichts rasant steigender Corona-Zahlen hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einem generellen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht erneut eine Absage erteilt. Erst wenn alle anderen Maßnahmen wie zum Beispiel ein zeitlich versetzter Unterrichtsbeginn ausgeschöpft seien, dann sei es „selbstverständlich“, dass Schulen in ein solches Wechselmodell gehen könnten.

    Das sagte Gebauer heute im Landtag in Düsseldorf. Sie warf der Stadt Solingen vor, mit ihrem Schulsonderweg nur noch die Hälfte der Schüler in den Klassen unterrichten zu wollen. Gebauer hatte der bergischen Stadt zuvor untersagt, Klassen an den weiterführenden Schulen wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen zu halbieren und die Schüler im Wechsel daheim und in den Schulräumen zu unterrichten. Im Landtag sagte die Ministerin, sie könne es nicht allen recht machen. Die Landesregierung habe die Aufgabe, in der „Ausnahmesituation“ der Corona-Pandemie den Infektionsschutz, den gesetzlichen Bildungsauftrag und das Wohl der Kinder gleichermaßen zu garantieren.

    NRW-Familienminister Joachim Stamp sprang seiner FDP-Parteikollegin bei und sagte, die Bildungschancen aller Kinder in NRW müssten „vollumfänglich erhalten“ bleiben. „Jeder Tag ohne Kita oder Schule ist ein verlorener Tag“, sagte der stellvertretende Regierungschef in der hitzigen Debatte. „Flächendeckende Schließungen von Kitas und Schulen wird es mit uns nicht geben.“

    https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/corona-schulen-nrw-minister-karl-josef-laumann-lage-nrw-quarantaene-schueler-lehrer-lueften-90096682.html

    Zeitlich versetzter Unterricht ist oft wegen der Schulbustransporte gar nicht möglich. Und welche anderen Möglichkeiten sollen das denn sein, die angeblich noch nicht ausgeschöpft sind??? Zwiebellook? Und die Phrasen vom „verlorenen Tag“ und „gleichen Bildungschancen“ kann man echt nicht mehr hören.

    • @Leseratte

      Sie liegen absolut richtig.

      Absolut falsch hingegen ist das Gebrabbel von Herrn Stamp:
      „Jeder Tag ohne Kita oder Schule ist ein verlorener Tag“

      Absolut richtig wäre:
      „Jeder Tag ohne Leben oder Gesundheit (weil leichtfertig von machtbessenen und unverantwortlichen Fremden zwangsweise ruiniert) ist ein verlorener Tag.“

  8. Dass ausgerechnet Pit Clausen aus Bielefeld diese sehr sinnvolle Forderung vertritt, verwundert mich. In Bielefeld werden die Empfehlungen des RKI ebenfalls systematisch ignoriert und in einem Infektionsfall nur das betroffene Kind und die unmittelbaren Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. Als Bielefelder Lehrerin fühle ich von Land und Schulträger total verlassen! Herr Clausen, auf diesem Wege herzlichen Dank für die fünf neuen Masken, die es letzte Woche vom Schulträger gab. Wer braucht schon Luftfilter oder eine ausreichende digitale Ausstattung…

  9. Die FDP ist eine reine Wirtschaftspartei! Der Mensch ist in deren Weltbild nur dazu da, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Was erwartet man also von den Gebauers, den Stamps, den Lindners und Kubickis? Hoffentlich schaffen sie die 5-Prozent-Hürde nicht mehr. Ein Menschenleben ist bei ihnen nichts gegen Konzerngewinne!!! Sie werden freiwillig keinen Deut von ihrem Standpunkt abweichen!

    • Aber warum wird dann die FDP nicht wie alle „Wirtschaften“ geschlossen und bekommt 75% der Umfragewerte vom letzten November? Wenn Lindner 75% seines Namens behält, dann verliert er alle Vokale oder beide „N“:-)

  10. Eine Erklärung für die völlig realitätsfernen Maßnahmen bzw. Nichtmaßnahmen ist sicherlich die anstehende Wahl. Herr Laschet hat in Frau Gebauer eine scheinbar devoten Weggefährtin gefunden. Wer ist die größte Wählergruppe von CDU und FDP?
    Menschen aus dem Mittelstand bis höher- danach richten sich die parteipolitischen Entscheidungen.
    Hinzu kommt die altbekannte Tatsache, dass Druck in Hierarchien immer von oben nach unten weitergegeben wird.
    Bundesregierung- Landesregierung- MSB-Kommunen-Schulleitungen-Leherer/innen.
    Und hier müsste die Kette enden!
    Wir dürfen aus professionellen Gründen den Druck nicht an die Schüler/innen weitergeben;
    wollen wir auch auf gar keinen Fall!
    Das Problem ist die extreme bio-psycho-soziale Belastung der wir momentan ausgesetzt sind!
    Nicht jeder hat ein gleich hohes Maß an Resilienz.
    Unbewusst geben wir unsere Überlastung und Ängste an die SUS weiter, die an vielen Stellen selber familiär überbelastet werden.
    Und dann sind wir wieder an dem Punkt, an wem der Druck von ganz oben ausgelassen wird.
    Reine Küchenpsychologie….
    Ich hoffe, dass bei der nächsten Wahl kein/e einzige/r Lehrer/in und kein einziges Elternteil CDU oder FDP wählt!
    In Pandemiezeiten müssten Wahl- und Parteiprogramme der Situation angepasst werden. Dass das nicht passiert, sondern im Gegenteil grob fahrlässig und mit offenen Augen Menschenleben geopfert werden, ist ein Armutszeugnis für unsere Demokratie!!!

    • @Fassungslose Lehrerin

      Sie schreiben:
      „Wir dürfen aus professionellen Gründen den Druck nicht an die Schüler/innen weitergeben;
      wollen wir auch auf gar keinen Fall!“

      Und genau diese Haltung ist zumindest ein Teil des hausgemachten Problems „der LehrerInnen“! (Der Einfachheit verallgemeinere ich jetzt mal.)
      Und genau deswegen werden wir so schamlos ausgenutzt.
      Und genau deswegen werden wir
      – NICHT geschätzt
      – NICHT geschützt
      – SONDERN immer weiter ver**** und unter Druck gesetzt von „Hans und Franz“, von „Dumm und Dümmer“ aus allen Richtungen, aus allen Berufen und aus allen Bereichen der Gesellschaft!

      Und Sie, liebe fassungslose Lehrerin …?
      Es liegt mir völlig fern, Sie persönlich anzugreifen – und auch sonst greife ich hier keine LehrerInnen an, ABER wann wollen/sollen WIR denn unsere Haltung endlich begreifen als:
      EHRENWERT, aber leider DUMM???

      Bekommt man irgendeine Art von Wertschätzung?
      Auch gaaaanz selten nur von Elternseite.
      Noch am ehesten von SuS, obwohl das ja eigentlich total uncool ist, aber einige wenige merken – oft schon ziemlich rasch – nach dem Schulabschluss, dass sie doch einiges falsch gesehen haben. Manchmal aber trotzdem zu spät.
      (Zu spät ist zu spät und bleibt zu spät …!)

      • @Fassungslose Lehrerin 11. November 2020 um 17:42

        Nachtrag:

        Wenn Sie nur schwer aus Ihrer Haut können, ist das nur menschlich, darum versuche ich es mal so:
        „Ich bin doch keine Maschine
        Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut
        Und ich will leben, bis zum letzten Atemzug
        Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern
        Meiner Wut und der Euphorie
        Bin keine Maschine
        Ich leb‘ von Luft und Fantasie“
        … aus dem Song von Tim Bendzko.

    • Ist aber in Thüringen mit ganz anderer Parteikonstellation auch nicht besser. Laut KM Holter : Für Luftfilter gibt es kein geeignetes Förderprogramm, Maskenpflicht im Unterricht ist nicht vorgesehen, Verlängerung der Weihnachtsferien ist nicht nötig, da Omas und Opas nicht durch Kinder gefährdet sind (zumindest war das der Status vor einigen Tagen). Und Ramelow hatte ja vor geraumer Weile ein längeres Gespräch mit dem schwedischen Botschafter und fand den schwedischen Weg überzeugend. Quellen habe ich an anderer Stelle im Forum mehrfach genannt.

  11. Ich finde die Entscheidung gut. Wir können nicht einfach so die Klassen teilen. Bin selbst Lehrer und halte von diesem Einschränkungen. Bei Grippe interessiert das auch bitte einen. Warum jetzt? Jahre noch nie gehört das Kinder und Jugendliche schwere Verläufe haben. Und Lehrer aus Risikogruppen können gerne auf Distanz unterrichten. Dann aber brauchen sie Schulen entsprechendes Equipment. Was vorne und hinten fehlt. Und unsere versprochene Endgerät hat bei uns auch noch kein Lehrer erhalten.
    Also bitte bei präsensunterricht bleiben. Danke Frau gebauer. Aber nicht Danke für das lange Warten auf die Geräte.

      • Ich empfinde es als sehr erfrischend eure Meinungen zu diesem Thema zu lesen. Ich bin Mutter, Nachhilfelehrer (ich mag das Wort nicht) und Lehramtsstudentin für den Primarbereich.

        Wir geben uns alle Mühe die Lehre digital zu absolvieren und es funktioniert. Warum sollte es in Schulen also nicht umsetzbar sein?

        Und als Mutter möchte ich mein Kind vor unnötigem Schaden bewahren. Ich könnte problemlos mein Kind zu Hause weiter beschulen. Und ich empfinde es als sehr dreist, dass die Politik sich über meine „Autorität“ als Elternteil hinwegsetzt und die Gefährdung der Gesundheit meiner Tochter billigend in Kauf nimmt. Noch habe ich die Fürsorgepflicht für mein Kind.

        Und wenn Dozenten der HU (und wir wissen alle, wie chaotisch diese Universität ist) es schaffen eine digitales Studium abzuhalten, sollte es doch möglich sein Klassen zu halbieren, um hier Lehrkräfte und SuS zu schützen.

        Ich bin absolut gegen Präsenzunterricht um jedem Preis. Für mich steht, das gesundheitliche Wohl eines jeden Menschen immer noch an erster Stelle. Alles andere kann man arrangieren, aber die Gesundheit nicht. Ich möchte nicht die Verantwortung tragen müssen, wenn mein Kind jemanden ansteckt und derjenige liegt im schlimmsten Fall im Krankenhaus oder schlimmer noch verstirbt.

        Und viele wissen gar nicht ob ein Risikofaktor vorliegt. Meine Tochter reagiert meist sehr heftig auf Impfungen. Wir hatten bereits zwei Aufenthalte in der Kinderrettungsstelle. Wir hatten bereits Lungenentzündung und Asthma und haben mit viel Kraft alles bekämpft und ausmerzen können. Aber sie ist kein Risikopatient, da sie als geheilt gilt. Schön für unsere Tochter, aber auch ungewiss für uns.

        Frau Gebauer bedenkt nicht die Tragweite ihrer Entscheidungen. Diese Menschen können kaum über ihren eigenen Tellerrand schauen, geschweige denn verantwortungsvolle Entscheidungen mit dieser Reichweite treffen. Ich rate stark davon ab. Ich überlasse die Bildung der Kinder auch keinem Metzger und andersrum genauso. Die Frau hat, für mich persönlich, keine Eignung um überhaupt Bildungsministerin zu sein (als Rechtsfachangestellte und Immobilienkauffrau).

        • @Adrienne Siepert

          Zunächst musste ich schmunzeln:
          „verantwortungsvolle Entscheidungen mit dieser Reichweite treffen. Ich rate stark davon ab. Ich überlasse die Bildung der Kinder auch keinem Metzger und andersrum genauso. Die Frau hat, für mich persönlich, keine Eignung um überhaupt Bildungsministerin zu sein (als Rechtsfachangestellte und Immobilienkauffrau).“

          Aber der Vergleich mit „Metzger“ hat schon was … 😉

      • Liebe(r) Rlke,

        habe bezüglich Benjamins Einlassungen ebenfalls erhebliche Zweifel. Nicht nur wegen gehäufter, auch eklatanter, sprachlicher Schwächen.

        So formuliert keine Lehrkraft in einem Forum, auch nicht, wenn sie sehr in Eile ist. Auch ist das um 20.04 Uhr wohl eher nicht der Fall.

        Zudem gibt man dabei ja schließlich auch eine Art Visitenkarte der Lehrerschaft ab.
        Ein U-Boot???
        Don’t feed the troll!!!

    • @Benjamin

      „Bin selbst Lehrer …“

      Wow.
      Unterrichten Sie das Fach Deutsch?
      Im „präsensunterricht“?

      Die Hoffnung stirbt zuletzt.
      Aber auch „zuletzt“ ist irgendwann …

      • Vielleicht Deutschlehrer in BW;-)))
        Da war doch mal was…

        „Jeder Mensch braucht ein Grundgerüst an Rechtschreibkenntnissen, das ist gar keine Frage. Aber die Bedeutung, Rechtschreibung zu pauken, nimmt ab, weil wir heute ja nur noch selten handschriftlich schreiben“, sagte der Grünen-Politiker [Kretschmann]. Den Grundschulverband hat er auf seiner Seite. Doch CDU und der Rat für deutsche Rechtschreibung widersprechen entschieden.

        Kretschmann, der früher als Chemie- und Biolehrer gearbeitet hatte, sagte, es gebe ja „kluge Geräte“, die Grammatik und Fehler korrigierten. „Ich glaube nicht, dass Rechtschreibung jetzt zu den großen, gravierenden Problemen der Bildungspolitik gehört.“

        https://www.welt.de/politik/deutschland/article205302353/Winfried-Kretschmann-ueber-Rechtschreibung-Es-gibt-kluge-Geraete.html

  12. Tja gib manchen einen Posten schon,fühlen sie sich wie ein Diktator wie vor 80Jahren. Man sieht doch das diese Frau nicht g…. richtig. Im k.. ist. Sorry

  13. @Jörg

    Ich bin ja auch kein Fan von Y.Gebauer …
    Aber:
    Schade, dass Sie in Ihren beiden Posts ( Jörg 11. November 2020 um 22:09 UND Jörg 11. November 2020 um 22:13) so unsachlich werden.

  14. Warten wir mal die Landtagswahlen in NRW ab!
    Beim letzten Mal wurden die Grünen wegen dem Beharren auf G8 abgewatscht, die FDP wird bestimmt Mühe haben 5-Prozentpunkte bei dieser Schulpolitik zu erreichen. Spätestens dann weint auch die Yvonne.

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