Erst hü, jetzt hott: Laschet schwenkt auf harten Corona-Kurs um – und hebt Schulbesuchspflicht auf. Ab Klasse 8 Distanzunterricht

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DÜSSELDORF. Die Weihnachtsferien sollen länger werden, die meisten Geschäfte noch vor Weihnachten schließen: Mit deutlich härteren Maßnahmen will NRW-Ministerpräsident Laschet nun die vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den Griff bekommen – auch an Kitas und Schulen.

Schulpolitischer Zickzack-Kurs: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Foto: Olaf Kosinsky (kosinsky.eu) Licence: CC BY-SA 3.0-de / Wikimedia Commons

Nordrhein-Westfalen schwenkt auf rigorose Kontaktbeschränkungen in Schulen und Kitas um und wirbt für einen harten bundesweit einheitlichen Lockdown. Angesichts fortlaufend ansteigender Corona-Infektions- und Todeszahlen sei jetzt «eine gesamtdeutsche Antwort» nötig, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf. «Wir brauchen eine echte Trendwende für ganz Deutschland.»

Bei Schulen und Kitas legte sich die schwarz-gelbe Landesregierung schon vor der «schnellstmöglich» erwünschten Abstimmung der 16 Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin fest: Schon ab Montag muss niemand mehr seine Kinder zur Schule schicken. An der Schulpflicht werde aber festgehalten, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP).

Die bereits um zwei Tage vorgezogenen Weihnachtsferien werden um weitere zwei Tage verlängert

Konkret bedeutet das: Ab Klasse acht wird der Unterricht grundsätzlich nicht mehr im Klassenzimmer erteilt, sondern auf Distanz. Die Schulen bleiben dennoch bis zum 18. Dezember geöffnet für Schüler der Klassen 1 bis 7 sowie Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Eltern können aber entscheiden, ihre Töchter und Söhne nicht zur Schule zu schicken. «Ich gehe davon aus, dass das sehr viele Eltern machen werden», sagte Laschet. Somit wären Abstände für den Infektionsschutz viel leichter einzuhalten.

Darüber hinaus werden die – bereits um zwei Tage vorgezogenen – Weihnachtsferien um weitere zwei Tage verlängert. Erster Schultag wäre demnach der 11. Januar. Lehrer-Verbände begrüßten die Entscheidung grundsätzlich. Die GEW nannte die vorgestellten Maßnahmen «sinnvoll und unausweichlich». Jetzt benötigten Kitas und Schulen aber «ein abgestimmtes Test- und Quarantänekonzept».

«Das Chaos an den Schulen ist jetzt komplett»

Der VBE stellte fest: «Wieder einmal stellt die kurzfristige Ankündigung über die Aufhebung der Präsenzpflicht und die Umstellung auf den Distanzunterricht die Schulen und die Familien vor immense Herausforderungen.» Der Verband Lehrer NRW nannte die Kommunikation der Landesregierung mit den Schulen «ein Desaster». SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty bilanzierte nach dem langen Streit um Präsenz- und Distanzunterricht: «Das Chaos an den Schulen ist jetzt komplett.» Er forderte, ebenso wie die Grünen, ein langfristiges Handlungskonzept.

Kindergartenkinder sollten möglichst zwischen dem 14. Dezember und dem 10. Januar nicht in die Kita gebracht werden. Familienminister Stamp (FDP) appellierte an alle Eltern, das Angebot nur zu nutzen, wenn es absolut notwendig sei und ihre Kinder ansonsten möglichst zu Hause zu lassen. Grundsätzlich bleiben die Einrichtungen aber offen – soweit sie in dem Zeitraum nicht ohnehin Betriebsferien geplant hatten. Landesweit einheitliche Weihnachtsferien gibt es für Kitas nicht. Stamp hatte Anfang September noch eine «Bildungs- und Betreuungsgarantie für Familien in NRW» abgegeben und betont: «Es wird keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen mehr geben. In meiner Verantwortung wird es nicht mehr zu einem flächendeckenden Lockdown von Bildungseinrichtungen kommen.»

Zurücktreten will Stamp nun aber offenbar nicht. «Wir werden kein Betretungsverbot für Schulen und Kitas aussprechen», versicherte der stellvertretende Ministerpräsident. Die Betreuungsgarantie werde trotz Pandemie aufrechterhalten: Jedes Kind, für das der Kita-Besuch unverzichtbar sei, werde ein Betreuungsangebot bekommen.

Die Ministerin sieht die Schulen für die schnelle Umstellung gut gerüstet

«Alle Schulen bleiben offen, Unterricht findet statt», sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Bisher hatte sie stets betont, es solle trotz der Pandemie möglichst aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit für alle Schüler beim Präsenzunterricht bleiben – sie hatte Wechselunterricht in der Fläche abgelehnt. Nur in Einzelfällen solle «schulscharf» digital unterrichtet werden. Auch die Schulpflicht aufzuheben – wie von der Leopoldina gefordert -, hatte Gebauer noch vorgestern kategorisch ausgeschlossen.

Das ist plötzlich alles Makulatur. Jetzt heißt es: Die Ministerin sieht die Schulen für die schnelle Umstellung gut gerüstet. Der rechtliche Rahmen für Distanzunterricht bestehe schon seit dem Sommer, Lehrer hätten „fachliche und didaktische Hinweise“ zur Verknüpfung von Distanz- und Präsenzunterricht erhalten. Zwar seien weiterhin nicht alle Schüler und Schulen mit digitalen Endgeräten ausgestattet, man sei aber auf einem guten Weg, meinte die FDP-Politikerin. Laut Staatssekretär Mathias Richter ist Distanzunterricht zwar einfacher mit digitalen Endgeräten, er könne aber auch ohne diese erteilt werden.

Für Hotspot-Kommunen mit einer Wocheninzidenz von über 200 – also 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – stehe auch für die Schulen ein Maßnahmenkasten bereit, sagte Gebauer. Dann könne der Sportunterricht ausgesetzt werden, sofern das Fach nicht prüfungsrelevant sei, etwa für das Abitur. Grundschüler könnten auch in Unterricht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet werden. Es sei dann doch die Einführung eines Wechselmodells möglich – aber nur für die Oberstufe – und hier wiederum nicht für Abschlussklassen. Solingen hatte vor Wochen Wechselunterricht für weiterführende Schulen einführen wollen, das Schulministerium untersagte das. News4teachers / mit Material der dpa

Land verbietet Stadt, Empfehlungen des RKI für Schulen zu beachten – Bürgermeister: Für die Folgen ist Gebauer voll verantwortlich

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68 KOMMENTARE

  1. Hier die Schulmail dazu im Original:

    https://www.schulministerium.nrw.de/ministerium/schulverwaltung/schulmail-archiv/archiv-2020/11122020-informationen-zum-angepassten

    Auch darin wird wieder munter die Wahrheit „frisiert“… z.B. dass Schulen angeblich keine Hotspots sind und dass man in besonders betroffenen Gebieten Lösungen entwickelt – wie diese Lösung im Fall Solingen aussah, wissen wir ja: Man hat die entwickelte Lösung schlichtweg verboten. Die Stadt Hagen ist zusammen mit anderen stark betroffenen Städten schon seit längerem in Diskussion mit dem Schulministerium um Lösungen bemüht…bislang anscheinend erfolglos.

    • …nicht kommen sehen???

      Dummes Geschwätz!

      Die Entwicklung war seit Sommer klar….nur Schreiberlinge wie AvL, Jonas Kruse und andere dieser Kategorie erzählten den Leuten hier Märchen.
      Ich habe seit Sommer gewarnt, dass es zu einem vollständigen Lockdown führen wird, wenn sich an der Schulpolitik nichts ändert. Die genannten Schwätzer belegten dies mit Häme……

      • @Stefan2020

        Lieber @Stefan2020,
        das stimmt in allen Punkten.
        Hinzufügen möchte ich, dass Sie zu Ihren Ausführungen in der Regel mehrere Quellen verlinkt haben und diese von Ihnen ständig aktualisiert worden sind.
        (Anders als die ewigen Gegenredner, die zum Teil bis vor wenigen Tagen gerne Studien anführten, die nur Gegenredner selbst kannten, so dass ein Link zu Studien komplett fehlte. Eine weitere beliebte Strategie war, völlig veraltete Links zu verwenden, z. B. aus dem Frühjahr. Der „Hit“ waren bei diesen Gegenrednern Studien, die sich auf den Zeitraum des ersten Lockdowns – also geschlossene Schulen und Kitas – bezogen haben.)
        Und immer noch werden diese Gegenredner nicht müde, sich herausreden zu wollen, genau wie unsere Damen und Herren Minister.

        Lieber @Stefan2020 … „Kannste machen nix“. (Ich komme aus dem Kopfschütteln auch nicht mehr raus.)
        Lassen Sie uns am Ball bleiben.
        Alles Gute für Sie!

      • Ich hatte sie schon richtig vermisst.
        Nun hat mich der Bannstrahl des Experten getroffen, und er hat gesprochen, und so weiß er seine Zuhörerschaft wieder einmal in den Bann seiner Erkenntnisse zu ziehen, die jederman in medizinischen Fachzeitschriften wiederfinden konnte.
        Die Prognose mit den mehrere Millionen kogniv eingeschränkten Bundesbürgern hat sich nicht manifestiert.
        Übriggeblieben ist in dieser Hinsicht das Fatigue-Syndrom. Im Vordergrund stehenaber die pulmonalen und vaskulären Folgeerkrankungen schwerer Verlaufsformen eines ARDS.
        Die vom Experten gewählte Perspektive auf die im Zusammenhang mit der Pandemie auftretenden Probleme ist vom „Experten“sehr einseitig gewählt, aber er hat alles schon vorrausgesehen.
        Es war allen klar, dass sich das Virus bis zur entgültigen Durchimpfung auf Grund der fehlenden Einhaltung der Kontaktbeschränkungen sich wieder ausbreiten könnte.

    • @Stefan2020
      Das Wort Häme ist viell. nicht so glücklich gewählt, aber ich habe beim Lesen der Fortsetzung auch gleich gegrinst.
      Jo, Ironie. Lässt sich KM-Dumpfgeschwätz noch anders ertragen?

  2. Hätte man alles nicht gebraucht, wenn wir seit Herbst im Wechselunterricht wären.
    Diese „Politiker“ widern mich nur noch an.

    • @Unerträglich, unerträglich finde ich hier vor allem auch Sie. Haben Sie sich Ihren Stil bei den Pegida-Anhängern abgeschaut? Fehlt ja nur noch der Vorwurf „Lügenpresse“.

  3. Die von vielen hier vorhergesagte Konsequenz.

    <>

    Halbklasse mit halbierten Unterrichtsstunden sind immer noch die beste Dauerlösung.
    Dann können die Schüler täglich in 2 Schichten wenigstens für ein paar Stunden in die Schule.

    Vielleicht denkt ja jetzt endlich mal jemand darüber nach für die Zeit nach dem Lockdown.

  4. Laschet ist ein Wendehals, wie er im Buche steht. Erst raidkaler Lockerungsprophet, er lässt seine Minister der größten Schmarn ins Ländle hinausposaunen – mit mir wird es das nicht geben, so rau Gebauer, jetzt radikale Lockdownorgien.
    Es sind nicht die Wissenschaftler, die laut Laschet ja mal dies mal das predigen, sondern ein CDU-Mann, der sich peinlicherweise als Kanzlercharakter sieht, der aber selbst vor Ahnungs- und Konzeptlosigkeit nur so strotzt.
    Gut nur, dass er ein anderes Bundesland regiert. Gut so.
    Na ja, wie mag sich jetzt unser hessicher MP fühlen nach seiner Regierungserklärung von gestern??
    Auch nicht besser.

    • @omg

      Ja, der Armin …
      Wahrscheinlich läuft das bei ihm immer noch alles unter der Rubrik „Verstehen Sie Spaß?“. Schade nur, dass ER nichts so richtig versteht, seine Heinzelmännchen und -frauentruppe ebenso.
      Im Eifer des geistigen Gefechts mit sich selber hat er aber glatt vergessen, etwas zu den Küchenbauern zu sagen! Was für ein schusseliger Landesvater, aber sonst ein Guter, ganz bestimmt … Leider sind die Untertanen so undankbar!
      Aber in NRW (Kaaarnevaaal) haben wir ja ein närrisches Dreigestirn bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau – allerdings ist nicht sicher, wie Laschet, Gebauer und Stamp die Rollen untereinander aufgeteilt haben oder ob es da ein rollierendes System gibt.

      • @ Pit 2020
        Danke! Trotz der alles andere als guten Situation musste ich über Ihre Darstellung von Laschet, Gebauer und Stamp als karnevalistisches Dreigestirn im rollierenden System schallend lachen.

          • @dickebank

            Na digital?
            (Früher haben die Klügsten doch auch ihre schönsten Körperteile mit Hilfe des Kopiergerätes dem „breiten“ Publikum präsentiert. Apropos „breit“: Karneval ist doch eh keiner nüchtern?)
            😉

  5. Und wieder dieses Wort: Bildungsgerechtigkeit.
    Das Schlagmichtotargument, erinnert mich immer an „massive voter fraud“. Jetzt muss sie nur noch mit einem Stapel Papier in die Kamera wedeln….
    Bildungsgerechtigkeit ist kein Thema in einer Menschen vernichtenden globalen Pandemie.

    • Ist auch sonst nie ein Thema für die FDP. Bei der Inklusion wird man völlig alleine gelassen und für Benachteiligte ist seit PISA nichts passiert

      • @Blau: Vollste Zustimmung! Wer der FDP das Schulministerium überlässt, entscheidet sich ausdrücklich gegen Bildungsgerechtigkeit. Die FDP hat seinerzeit doch auch die Abschaffung der Schuleinzugsbezirke für Grundschule durchgesetzt, um „Akademikerkinder unter sich“ zu ermöglichen…

      • dito in MV
        Nur hier zeichnet dafür die SPD in Abstimmung mit der CDU verantwortlich.
        Gibt es Unterschiede in unseren Ländern?
        „mach mal Inklusion, Lehrer, aber ohne uns“
        „mach mal Sprachförderung für alle Level gleichzeitig nebenbei, Lehrer, aber ohne uns“
        „mach mal Benachteiligtenförderung für die mit dem Päkkske, Lehrer, aber die Stunden dafür nehmen wir dir weg; die Räume kassieren die Kommunen über Vollknallen der staatlichen Schulen in den Gebieten mit den meisten Benachteiligten ein; aber du hast ja sowieso keine Stunden mehr, brauchste auch keine Räume“

  6. Es ist leider so wie immer, jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, bekommen alle plötzlich „hektische Flecken“.
    Und wenn passiert, was prognostiziert wurde, sind alle überrascht und keiner hat es gewusst.
    Frei nach dem Motto, man hätte uns doch warnen müssen.
    Schade die KM und MP haben zwei wertvolle Monate verschenkt.

    • @Der Brandenburger

      „Schade die KM und MP haben zwei wertvolle Monate verschenkt.“

      Na bitte: Man kann denen ja vieles „andichten“ wie z.B. Ignoranz, Dummheit, Extrem-Egoismus undundund – aber schrappig sind DIE nicht … Beweis: zwei wertvolle Monate verschenkt!
      (Ironie, aber sowas von.)

  7. Traurig und schlimm, dass erst täglich über 500 Menschen in Deutschland sterben müssen, bevor reagiert wird. Voraussichtlich werden die Zahlen in drei Wochen trotz Weihnachten besser sein als jetzt und viele Politiker werden immer noch behaupten, dass Schulen sichere Orte sind Obwohl sie selbst nicht daran glauben, wie der jetzige Aktionismus zeigt.

    • Das ist doch die generelle Strategie: Erst wenn das Infektionsgeschehen an einer Schule nicht mehr beherrschbar ist, gibt es Maßnahmen. Prävention nur (oft zu große) Masken und Lüften.

    • @Lanayah
      Wenn die Zahlen dann – hoffentlich – besser sein werden, kann das „Spielchen“ von vorne losgehen.
      Das „Spielchen“ heißt „Wir hatten doch Recht und darum haben wir Pattex am Po.“ Keiner von denen wird freiwillig ihren/seinen Platz räumen, da wette ich um eine Flasche Desinfektionsmittel und eine FFP2-Maske aus chinesischer Produktion mit gefälschtem Prüfzertifikat …
      🙁

  8. Naja- besser spät als gar nicht.
    Statt nun weiter zu schimpfen, sollten wir uns doch freuen, dass die Rufe nun endlich vernommen wurden und die Vernunft letztlich doch gesiegt hat- Aktionismus hin oder her.
    Klar ist’s absurd, wie planlos das ist.
    Aber das Ergebnis ist doch besser als noch eine Woche „Augen zu und durch!“.

  9. Ich hoffe das jetzt neue Konzepte für alle Schulen entwickelt werden, sonst kommen wir im Februar wieder ins Exponenzielle Wachstum. Es kann nicht sein das kein Kind in Quarantäne getestet wird. Seit wir den ersten Fall an der Grundschule hatten gibt es Wöchentlich einen neuen, das ist kein Zufall, als die Inzidenz höher war hatten wir nichts. Es fing an mit einem Geschwister Kind dessen Bruder oder Schwester in Quarantäne war, übrigens Kita Kind und ungetestet.
    Nur eine Woche Quarantäne, auch nur die Kinder die 2 Tage vor Testung in der Schule waren. Quarantäne nur eine Woche, keine Tests und Geschwister Kinder verteilen munter weiter. So kann es nicht weiter gehen.

      • @Blau

        Liebe(r) @Blau,
        das wäre ja nicht der erste Beschluss, der – aus welchen Gründen auch immer – plötzlich gekippt würde.
        Die Erfahrungen nach den Sommerferien haben das immer wieder und in beinahe (?) allen Bundesländern gezeigt.

    • Also bitte: Immerhin damit unterscheidet er sich doch positiv von den anderen. Nichtstun kann er richtig gut und er bleibt seiner Linie treu. In NRW winden die sich wie weine Schlange mit Hämorrhoiden, in Hessen interessiert man sich ohnehin nicht für anderes außerhalb des Louisenplatzes.

    • Nun, der hessliche MP Buffer fordert heute bundeseinheitliche Regeln, die am Sonntag beschlossen werden sollen. Das kann ja dann nur noch heißen, dass der Bremser Lorz seine gestrigen Absonderungen (selbst ab Inzidenz 200 nur nach Abwägung und Beratung vielleicht als Einzelfallentscheidung Schulschließung oder Distanzunterricht), genau wie seine besserwissenden Kolleginnen Gebauer und Hubig heute, um 180° wenden muss. Verpacken wird er das sicher wieder höchst geschickt. Er ist zwar eine völlige Fehlbesetzung ohne Verantwortungsbewusstsein, versteht es aber immer sehr geschickt seine Unkenntnis zu seinem Vorteil zu nutzen. (Sonst wäre er wohl auch kein KM geworden.)
      Uns ist das aber mittlerweile egal, da wir unseren Sohn in diesem Jahr sowieso nicht mehr in die Virenanstalt(Schule) mit dem Virenexpress(voller Bus) schicken.

  10. Mit Frau Gebauer gebe es keine Aufhebung der Präsenzpflicht, das sei untauglich, was die Leopoldina vorschlage. Nun gibt es genau diese Aufhebung – wann geht Gebauer?

  11. Prävention vor Rehabilitation
    Nicht umsonst ist dies gesetzlich verankert, nur leider im Bildungsbereich nicht.
    Es hat schon Slapstick- Charakter, wie sich Laschet dreht und wendet.
    Und nun versucht er, sich als Retter der Nation darzustellen, indem er fordert…
    Frau Gebauer musste nun gezwungenermaßen einknicken und stellt in der schulmail immer noch die großartigen Leistungen ihres Ministeriums in Lügenmanier dar.
    Ich bin zutiefst erleichtert über den Lockdown.
    Die politischen Wendehals-Manöver dieser Landesregierung empfinde ich jedoch zunehmend als Frechheit und Zumutung!
    Laschet als Kanzler? Gott bewahre!

  12. Das ist kein Hü und auch kein Hott, das ist zum einen die Reaktion auf die aktuelle Corona-Entwicklung und zum anderen die Reaktion auf den öffentlichen Druck.

    Ansonsten wurde gerade wieder in den RTL-Nachrichten gesagt, dass es eher nicht die Schulen selbst sind, die zu den Ansteckungen führen, sondern das Umfeld der Schulen, also z.B. der Weg zur Schule, die vollen Bussen und Bahnen … DAS ist ja eigentlich auch nichts Neues. DAS ist ja schon lange gesagt worden, die Schulen selbst sind keine Infektionsherde.

    • Busse, Bahnen, Wege seien Infektionsherde? Sowas wurde in den RTL-Nachtichten gesagt? Das wird ja immer schlimmer mit den Irreführungen von Bürgern, die bloß keinen Zweifel an der Schulpolitik in Pandemiezeiten und ein falsches Sicherheitsgefühl bekommen sollen – Oka, Menschen (egal, ob Jung oder Alt) sind Infektionsherde und die Luft, die sie einatmen oder die Nieströpfchen oder der Speichelnebel, der über Augen oder Mund eintritt, bilden Übertragungswege! Das Virus bleibt weder in seinem Eigentümer (hier dann Schüler) noch bleibt es wie ein Hund „vor den Schulen draußen“. Und in den Schulen gilt der Infektionsschutz nicht vollumfänglich: die wichtige Abstandsregel und die Kontaktbeschränkungen wurden aufgehoben (sonst wäre Regelunterricht/Betreuung gar nicht möglich gewesen) und andere Maßnahmen sind ebenfalls in Schieflage (untaugliche Masken etwa, Händewaschen…). Das heißt, völlig egal, wo das Virus aufgenommen wurde (vielleicht sogar wirklich im Bus) …es verteilt sich auf andere bei nicht ausreichenden Schutzmaßnahmen ganz leicht unter den Schülern/Lehrern und geht dann auch wieder mit nach Hause…in bis dato virenfrei Haushalte. Einer bringt’s rein, viele tragen’s raus! Aufgrund nicht ausreichender Schutzmaßnahmen sind in Schulen fürs Coronavirus schon fast paradiesische Bedingungen, da es nicht wirklich in seiner Expansion aufgehalten werden kann. Immer noch nicht verstanden?

    • Wie soll das denn effektiv entkoppelt werden, wenn man Schulen in Präsenzpflicht laufen lässt, wie in den letzten Wochen….hier ist endlich Schluss mit dem unverantwortbaren Unsinn….du brauchst nur noch zu nicken Oka….stell dir vor: „All things are connected…“ da ist es egal, wo genau man sich den Infekt zieht…wenn man ihn hat ist es halt sch….!

  13. Ist Frau Gebauer zurückgetreten?
    Sie proklamierte, mit ihr gäbe es keine Aufhebung der Präsenzpflicht.

    Dann sollte sie nun die Konsequenz ziehen und ihren Hut nehmen.

    • Die generelle Präsenzpflicht ist doch gar nicht aufgehoben.

      Die Klassen 1 bis 7 haben ja noch Präsenzpflicht. Hier gilt lediglich die Einschränkung, dass die Eltern ihre Kinder in diesen Jahrgängen vom Schulbesuch abmelden können, sie wechseln dann in das Lernen auf Distanz, das laut Aussagen des MSB kein Digitaunterricht sein muss. D.h. kopierte und mitgegebene Aufgaben für die nächste Woche oder per Email-Anhang verschickte ABs gehen auch.
      Das Problem ist derzeit die benachrichtigung der Eltern, da die Schulmail wie gewohnt am Freitag nach Unterrichtsende die Schulen erreichte. Das vereinfacht den organisatorischen Aufwand für die Schulen natürlich nicht im geringsten.
      Die SuS ab Jahrgang 8 wechseln ab Montag ins „Home-office“ und lernen auf Distanz.

      Grundsätzlich gilt für alle Jahrgänge, dass für nächste Woche angesetzte Klassen-, Kursarbeiten und Oberstufenklausuren – sofern sie nicht verschiebbar sind – in der Schule stattfinden. Für die GOSten gilt, dass am 21. und 22.12. angesetzte Klausuren ebenfalls stattfinden. A diesen beiden Tagen findet für alle Jahrgänge kein Unterricht mehr statt, weser im Präsenzunterricht noch als Lernen auf Distanz. Die Betreuung von Kindern bis Klasse 6 muss aber bis zum 22. 12. gewährleistet werden. Für die Lehrkräfte und Schulleitungen gilt Anwesenheitspflicht im Umfang des derzeit regulär gültigen Stundenplanes bis zum 22.12., erst danach beginnen die festgelegten und im „Amtsblatt“ veröffentlichten Weihnachtsferien in NRW. Ab dem 07.01.2021 gilt für die Lehrkräfte wieder Anwesenheitspflicht, für die SuS enden die weihnachtsferien am 10.01.2021. Wie es dann ab dem 13.01.2021 weitergeht ist derzeit noch offen.

      Das Lernen auf Distanz in den Lerngruppen, die keine Arbeiten mehr schreiben dürfte ablaufen wie in langjähriger Praxis erprobt. in den letzten Unterrichtsstunden der nächsten Woche werden Filme angeguckt – die dazugehörigen Links verschicken die jeweiligen Fachlehrkräfte. Lediglich das Wichteln im Klassenverband am 22.12. im Klassenlehrerunterricht in der 3. und 4. Stunde entfällt aus gegebenem Anlass …

    • @Koogle, kennen Sie noch Konrad Adenauer? Er sagte bekanntlich:

      „Was schert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich daran, weiser zu werden.“

      (Meist wird ja der zweite Teil weggelassen. Eigentlich sinnentstellend!)

  14. Durch die Vermeidung von Quarantäne für ganze Schulklassen und das Verweigern von Tests ohne Symptome kann sich Covid-19 unbemerkt in den Familien ausbreiten.
    Wenige Wochen später gibt es dann die Quittung.

    Das RKI hat zum wiederholten Male durch falsche Empfehlungen die Ausbreitung des Virus gefördert.
    Diesmal mit der Empfehlung Personen ohne Symptome nicht zu testen. Ein gefundenes Fressen für die BildungsministerInnen.

    • Wer sind sie eigentlich und was nehmen sie sich hier wieder einmal frech heraus !
      Sie stellen unter einem Pseudonym die Arbeitsweise des wissenschaftlichen Arbeitskreises des RKI in Frage und unterstellen diesem durch bewusst falsche Empfehlungen die Ausbreitung des Coronavirus befördert zu haben !
      Das sind echte Fake-News, die sie hier verbreiten.

  15. Aufhebung der Präsenzpflicht – na endlich! Beschränkung der Kontakte – wohl nicht wie gewünscht. Bei meinen Drittklässlern hat schon etwa ein Drittel gemeldet, dass das Kind kommt. Sie müssen halt „betreut“ werden…

    • Nachtrag: ist natürlich genau andersherum: nur rund ein Drittel kann zu Hause bleiben. Im übrigen hätte ich mir einen Hinweis gewünscht, dass bitte auch zu Hause und am Nachmittag Kontakte eingeschränkt werden sollen. Bringt ja nix, wenn die Kinder morgens zu Hause sind und sich nachmittags fröhlich quer Beet verabreden.

    • NRW -Schulpflicht bleibt bestehen.
      Aufhebung der Präsenzpflicht (Pflicht anwesend zu sein), aber Präsenz bei Klausur oder Klassenarbeit weiter erforderlich.
      Immer das Kleingedruckte beachten!

  16. Wäre doof für Laschet, wenn durch Schulschliessungen in den anderen Bundesländern die Zahlen unvorhersehbar runtergehen. Dann könnte er ja nicht mehr behaupten, dass die Schulen sicher sind.
    Knall auf Fall is sowieso bei dem Programm.
    Gut, dass ich alle Klassenarbeiten auf frühe Termine gelegt habe. Dieses Vorgehen war irgendwie auch absehbar. Aber besser spät als nie.

  17. Zu früh gefreut: die sogenannten Schulschließungen sehen in der Praxis so aus: von acht Jahrgängen am Gymnasium muss für drei weiterhin Präsenzunterricht angeboten werden. Und wenn die Schülerzahl dafür nicht mehr reicht, dann werden die Reste aus den Klassen bunt gemischt und in der Schule betreut. Und die drei Stufen der Sek2 kommen mindestens alle zwei Tage für Klausuren in die Schule – zum letzten Mal noch am 22. Dezember. De facto ist damit nicht mal die Hälfte der Kinder wirklich aus der Schule und dem Infektionsrisiko genommen. Von den Lehrern ganz zu schweigen, die dürfen jetzt entgegen den erarbeiteten Konzepten gleichzeitig Präsenzunterricht in der Schule und Distanzunterricht anbieten müssen.

    • Wie soll denn sonst jedem Einzelnen ein Leben lang die weltbeste Bildung ermöglicht werden?

      „Wir,“ die FDP „wissen: Das ist ein großes Ziel. Aber wir meinen: Es lohnt sich!
      Daher setzen wir uns dafür ein, dass modernste Bildung in Deutschland zum Standard statt zum Privileg wird. Wir wollen, dass …“
      FDP zum Thema Bildung unter https://www.fdp.de/thema/bildung

  18. Ganz klassisch: Nachdem seit Wochen dementiert wurde, bekommen die Schulen diese Info heute wieder Freitag Nachmittags für den nächsten Montag! Wie soll man denn planen und organisieren? – Die vielen Klausuren sollen aber bis Freitag vor Ort regulär stattfinden – was war nochmal der Grund, warum diese Massnahme angeordnet wurde? Kontaktvermeidung?? Alles völlig irre!

  19. Upps. Der Bund hat doch das Sagen.
    Ausnahmezustand ist wohl das Stichwort.
    Vor der Entmachtung, lieber mal umsetzen.
    Für Gebauer und Stamp heißt das wohl reisefertig zu sein.
    Bleibt zu hoffen, dass Frau Doktor Merkel noch eine Amtszeit dranhängen will.
    Die Jungs müssen noch mal Nachsitzen.

  20. Und Laschet sagt der Wissenschaft jetzt, wie sie ihren Job machen soll- macht es besser als die Leopoldina und gibt ihr Tipps. Und das, nachdem Gebauer, Eisenmann und Konsorten der Leopoldina die Kompetenz abgesprochen haben….
    Vielleicht kann er da Chef werden….
    „Es ist eine Frage, wie man das öffentlich darstellt.“, sagt Laschi im Kölner Treff!
    Und die Schulinfos mal wieder freitags nachmittags zu kommunizieren, ist der Gipfel.

    • „Und die Schulinfos mal wieder freitags nachmittags zu kommunizieren, ist der Gipfel.“ Nicht nur das, wir haben es mal wieder aus einer Pressekonferenz erfahren. Warum soll man die Betroffenen auch mal vorher informieren?? Wo kämen wir denn da hin? Da könnten die sich ja mal vorbereiten… Ich war gestern so fassungslos, als ich die Nachricht auf dem Heimweg gehört habe. Zum einen waren natürlich alle Kinder schon zu Hause, und da Wochenende ist, hatten sie auch kein Material mitgenommen. Zum anderen werden Schulen eben nicht geschlossen, sondern die Verantwortung wird auf die Eltern abgewälzt. Hinterher kann man dann sagen, dass die schuld sind, weil sie ihr Kind geschickt haben. Ganz zu schweigen davon, dass die liebe Landesregierung damit den Lehrern mal schön Zusatzarbeit am Wochenende aufs Auge gedrückt hat. Oder woher soll bis Montag der gewünschte Hybridunterricht kommen??

  21. Das große Desaster an dem Laschetplan ist, dass es wieder keinen Schutz für die LuL gibt. Eltern können ihre Kindern nun zu Hause behalten, aber alle, denen Corona egal ist, werden sie weiterhin schicken. Die LuL haben es dann also primär mit dem Teil der Schülerschaft zu tun, die ohnehin ein viel größeres Risiko hat, das Virus in die Schule zu schleppen, weil die Eltern auch im restlichen Umfeld nicht drauf achten.

    Ich hoffe sehr stark (aber vermutlich vergebens), dass für den Rest der Pandemie die ganze Diskussion um die Schulen nun vom Tisch ist. Falls wir es wirklich schaffen, bis Januar auf <50 zu kommen, wäre es absolut fatal, dann wieder zum Zustand vor dem Lockdown Light zurückzukehren und Schule ohne wirksamen Schutz zu machen. Was dann passiert, ist zu 100% klar, nämlich eine exakte Wiederholung des Geschehens mit wiederum 10000+ Toten.

    Ich habe das seit Monaten vorgeschlagen und schreibe es gerne nochmal: Inzidenz Normalbetrieb, <35: Maskenpflicht für alle, =50 Distanzunterricht für alle. Dazu bundesweite Aufhebung der Präsenzpflicht, denn es kann nicht sein, dass die Eltern gezwungen werden, ein sehr unterschiedliches Risiko einzugehen. Eltern von Grundschulkindern können Mitte 20 sein, sie können aber auch Ende 40 sein. Letztere haben ein wesentlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf, werden aber aktuell gezwungen, sich ebenso wie die Mitte 20 nicht zu schützen. Dazu selbstverständlich Schutz JEGLICHER Art von Risikogruppe ohne jede Diskussion.

  22. NRW wieder einmal einheitlich uneinheitlich.
    Schulpflicht bleibt bestehen.
    Aufhebung der Präsenzpflicht (Pflicht anwesend zu sein), aber Präsenz bei Klausur oder Klassenarbeit weiter erforderlich.

    MOERS: In Absprache mit den kooperierenden Gymnasien in der Moerser Innenstadt wurde beschlossen, die Leistungsüberprüfungen in den Jahrgängen 5-9 in der nächsten Woche (14.-18.12.) auszusetzen. Ebensolches gilt für die Klausuren der Einführungsphase, die in den Januar verschoben werden. Die geplanten Klausuren in der Qualifikationsphase werden allerdings regulär stattfinden.

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