Gastkommentar: Homeschooling oder Präsenzpflicht? Pragmatische Gegenvorschläge

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BERLIN. „Die Situation wurde gefährlich und fahrlässig verschlafen. Aber sie ist nicht ausweglos“ – meint Marina Weisband, ehemalige politische Geschäftsführerin der Piraten-Partei, mit Blick auf den Schulbetrieb nach dem 10. Januar. Die Diplom-Psychologin weiß durchaus, wovon sie redet: Weisband leitet seit 2014 das Projekt „aula“ für digitale Partizipation in der Schule und engagiert sich bei den Grünen für Themen der Digitalen Bildung. In ihrem Gastbeitrag auf News4teachers legt sie dar, worauf die Situation hinausläuft – und was geschehen müsste, um die Bildung in der Pandemie zu retten.

Marina Weisband hat vor zehn Jahren als Geschäftsführerin der Piraten-Partei die deutsche Politik aufgemischt. Foto: privat

Homeschooling oder Präsenzpflicht? Pragmatische Gegenvorschläge

Ich denke nicht, dass die Aufnahme des Regelunterrichts mit Präsenzpflicht am 10. Januar vereinbar mit dem Infektionsgeschehen sein wird. Allerdings sehe ich von den Kultusministerien auch keinerlei Bemühungen, einen Plan B zu entwickeln. Worauf läuft es also hinaus? Entweder Präsenzunterricht ums Verrecken (durchaus buchstäblich) oder chaotisches Homeschooling mit mehr oder weniger gut aufbereiteten Aufgaben für zuhause wie im Mai. In dieser Situation werden Familien gegeneinander ausgespielt. Die einen können es nicht verantworten, ihr Kind und sich dem Risiko eines Unterrichts auszusetzen, der gegen alle Empfehlungen des RKI geht (und nebenbei die Pandemie weiter voran treibt, die Wirtschaft killt, Existenzen vernichtet und so weiter…). Die anderen können es schlicht nicht leisten, ihre Kinder irgendwie parallel zur Arbeit zu betreuen. Sie können keine Lehrtätigkeit übernehmen, haben nicht die Räume, nicht die Geräte, nicht den Internetanschluss. Das ist sehr verständlich.

Was tun? Dass es Alternativen dazu gibt, dass niemand in der Schule ist oder dass alle in der Schule sein müssen, bete ich seit Mai vor. Nicht nur ich. Allein die Grünen NRW stellten dazu Anträge, z. B. im August und im November. Ich publizierte am 1. November lokal in Münster einen Artikel, in dem ich zu Spenden von Luftfilteranlagen für Klassenräume auffordere und die kommunale Vernetzung mit öffentlichen Räumen anrege, in denen Kinder lernen können und dezentral betreut werden. So haben sie Zugang zu Räumen und Betreuung, auch wenn sie nicht physisch zur Schule gehen können. Diesen Monat habe ich das nochmal in diesem Interview mit Stifter-TV ausgeführt (hier geht es zum Video).

Vielleicht kann ein Teil der Schüler*innen in die Schule gehen. Im Januar besser nicht. Aber viele Kinder haben kein eigenes Zimmer, in dem sie lernen können. Oder können zuhause nicht betreut werden. Wohin also gehen? In allen Kommunen stehen derzeit viele Räume leer: Bibliotheken,  Seminarräume der Hochschulen, Gemeinderäumlichkeiten, Büroräume, Kirchliche Räume. In allen diesen Räumen könnten zwei bis drei Kinder gemeinsam arbeiten und betreut werden.

Die Frage der Schule wurde in erster Linie als Frage der Betreuung konzipiert. Kinder brauchen jemanden, der auf sie aufpasst, der aber auch eine Hilfestellung beim Lernen leisten kann. Bildung ist Beziehungsarbeit. Die Stunden der Lehrkräfte zu erhöhen ist keine Option. Dezentrales Personal wird gebraucht. Hier kommen infrage: Eltern einzelner Kinder, die andere Kinder mitbetreuen, Studierende (besonders Lehramt. Besonders die im Praxissemester, deren Aufgabe dem gewidmet werden könnte)

Einige Kinder haben keinen Zugang zu Geräten. In vielen Bundesländern können Sie Anspruch auf ein Gerät zum Distanzlernen haben. Ansonsten helfen private Spenden. Die Koordination könnte auch hier kommunal erfolgen – oder über die Schulen.

Meine heimliche Vermutung, warum diese Art von hybridem, dezentralen Unterricht nicht umgesetzt wird, ist, dass die Aktuer*innen inhaltlich ratlos sind. Wenn die Hälfte der Schüler*innen nicht im Klassenraum ist, oder gar niemand, dann kann nicht einfach analoger Unterricht 1;1 per Zoom übertragen werden. Niemand würde dabei irgendwas lernen. Für Fernunterricht gibt es spezielle Unterrichtsmodi. Die Ministerien haben keine Vorstellung davon, wie guter hybrider Unterricht aussehen könnte und kommunizieren das folglich auch nicht an die Lehrkräfte. Dabei könnten gerade die Ministerien die Konzepte, die es bereits gibt, verbreiten und gezielt Fortbildungen dazu anbieten. Einige dieser Konzepte stellt Philippe Wampfler sehr niedrigschweillig in seiner Serie #digifernunterricht auf Youtube vor. Hier ist seine Einführung in das Thema Hybridunterricht:

Mögliche didaktische Modelle, wie Schüler*innen auf Distanz gut lernen:

  • Lerntandems: Mehrer Schüler*innen lernen zusammen. Eventuell sind einige davon im Präsenzunterricht
  • Lernprodukte: Schüler*innen haben eine Woche Zeit, sich eigentständig tief in Materie einzuarbeiten und irgendeine Art von Produkt (Video, Referat, Website…) zu erstellen
  • Digitale Fishbowl: die im Klassenzimmer anwesenden Schüler*innen arbeiten mit den Schüler*innen zuhause, denen bestimmte Aufgaben zukommen (z.B. Recherche), die den unterricht bereichern.

Wichtig: In der Pandemie sind die Klassen am besten gefahren, die auch sonst relativ selbstständig gearbeitet haben, relativ fachübergreifend, relativ digital. Schlechter ging es denen, die sehr auf Kontrolle, Prüfungen und starre Unterrichtskonzepte gesetzt haben. Aber ersteres sind sowieso merkmale zeitgemäßen und effektiven Lernens. Das Schulsystem muss sich schon lange auf diesen Weg machen. Das jetzt vorzubereiten ist also eine sehr lohnende Investition.

Und wer macht’s? Wer ist nun dafür verantwortlich, in den Kommunen verfügbare Räume zu finden, betreuende Personen zu organisieren und das alles mit den Schulen zu vernetzen? In einer besseren Welt hätten das die Kultusministerien im Sommer gemacht. Oder wenigstens jetzt. Aber danach sieht es nicht aus. Vielleicht weil es Versicherungs- und Haftungsfragen nach sich zieht, mit denen keiner sich so richtig auseinandersetzen will?

Natürlich können wir selbst aktiv werden. Jeder für seine Schule, jeder für seine Kommune. Jedes Unternehmen könnte selbst Gerätespenden anbieten. Wir könnten uns als Zivilgesellschaft dezentral organisieren. Wenn in Krisen die offiziellen Strukturen versagen, müssen wir als Menschen gucken, wie wir zusammenkommen. Es hätte allerdings enorme Vorteile, wenn die Ministerien hier ihre Arbeit machen. Sie können Student*innen im Praxissemester abstellen. Sie können Versicherungsfragen klären. Vor allem könnten sie Hybridunterricht rechtssicher gestalten. Denn was ist die Alternative, wenn eigentlich Präsenzpflicht gilt?

Deshalb ist es, auch jetzt, um fünf vor 12, weiterhin das Anliegen, die Ministerien von diesem Kurs zu überzeugen. Und wie? Empörung auf Twitter funktioniert nicht. Die bleibt wahrscheinlich irgendwo in den Social Media Teams hängen. Wie macht man Ministerien eine Dringlichkeit klar? Briefe! Physische Briefe. Gedruckt oder Handgeschrieben. Per Post gesendet oder gefaxt. In denen sie mit konkreten Handlungsaufforderungen konfrontiert werden. Und zwar haufenweise.

Die Situation wurde gefährlich und fahrlässig verschlafen. Aber sie ist nicht ausweglos. Man braucht Kreativität und Pragmatismus in einer Krise. Aber unsere Gesellschaft ist so reich. Es wäre falsch, diesen Reichtum nicht in den höchsten Dienst zu stellen: in die Bildung der kommenden Generation.

Was sind eure Ideen? Schreibt sie mir in die Kommentare!

Der Beitrag erschien zunächst auf der Homepage von Marina Weisband – hier.

Mitgestalten statt konsumieren! Wie Schülerbeteiligung auch auf Distanz funktioniert

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116 KOMMENTARE

  1. Diese Ammenmärchen, dass die meisten Kinder kein eigenes Zimmer haben, möchte ich nicht mehr lesen. Die meisten Familien in Deutschland bestehen aus Haushalten mit einem Kind. Warum in unserer Gesellschaft immer die kleinste Minderheit von vielleicht einmal 5% als wesentlicher Maßstab für Entscheidungen herangezogen wird, bleibt mir ein Rätsel. Meine Schüler konnten mir noch nicht einmal beantworten, was sie mit eine, bedingungslosen Grundeinkommen von 1.000 Euro monatlich machen würden. Aus meiner Sicht doch ein sichtbares Anzeichen für unsere saturierte Gesellschaft.

    • @Katja1968
      In meiner letzten Klasse hatten mindestens 9 von 26 Kindern kein eigenes Zimmer und somit keinen Platz, um in Ruhe zu lernen.
      Wir gehen oft davon aus, dass es bestimmte Lebensverhältnisse doch gar nicht geben KANN, weil wir von uns auf andere schließen. Hier sind selbst 4 und mehr Kinder in einem Zimmer keine Ausnahme (auf dem Land und nicht in der Stadt!). Viele dieser Kinder sprechen nicht mehr gut Deutsch, wenn sie nach mehreren Wochen zuhause wieder in die Schule kommen. Sie haben dann auch vieles andere wieder verlernt. Das ist sehr mühsam! Für sie zählt jeder Schultag. Die Gesellschaft muss auf diese Kinder Rücksicht nehmen, da sonst langfristig immer größere Probleme geschaffen werden, und zwar für alle.

      • @L.In, ja, das finde ich auch. Katja1968 kennt anscheinend die Lebensverhältnisse etlicher Familien in Deutschland nicht. Es haben nicht alle ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung. Auch in meinen Klassen haben mehrere Kinder kein eigenes Zimmer und dass die meisten Familien nur 1 Kind haben, stimmt doch so auch nicht. Die wenigsten Kinder in meinen Klassen sind Einzelkinder.

        „Jeder 5. bis 10.Jugendliche in Deutschland hat kein eigenes Zimmer, also keine Möglichkeit sich zurückzuziehen um für sich zu sein.“ (Also 10-20% haben kein eigenes Zimmer, wobei die Spanne ja recht groß ist.)
        https://www.praxis-jugendarbeit.de/jugendarbeits-blog/T30-eigenes-Jugendzimmer-schafft-Privatsphaere.html

    • @ Katja1968: Am Schluss des obigen Textes wurde um sinnvolle Vorschläge gebeten-ihr Text ist kontraproduktiv.
      nur zwei Beispiele (was in jedem Jahr Realität war, nach etwa 2000 gehäuft) aus meinem Berufsleben von mehr als 40 Jahren: etwa 2010-dörfliche Kleinstadt, 3. Klasse GS, immer die gleichen 6 Kinder mit nicht oder schlampigen gemachten Hausaufgaben, schmutzigen Heften. Trotz vom SL verbotenen Hausbesuchen: Alle 6 Kinder (1/3 der Klasse) hatte kein eigenes Zimmer, 4 Kinder arbeiteten in der Küche oder neben lautem Fernseher her im „Wohnzimmer“ mit mehreren Personen, die sich laut unterhielten. 2 der Kinder durften und wollten (weil sehr stark geraucht wurde) dort nicht arbeiten und machten ihre Aufgaben auf der Treppe, eines auf der schmutzigen Bodentreppe.
      Zweiter Fall: 2018- 8. Klasse FöS(L). 12 Schüler, davon zufällig wieder 6 ohne eigenes Zimmer (also die halbe Klasse). Ansonsten leider wieder die gleichen Arbeitsverhältnisse zuhause, bei keinem der 6 SuS elterliche Hilfe. Nur in zwei Familien waren einfache PC/Notebook, in einer ein Drucker vorhanden. in diesen beiden Familien gab es auch ein WLAN, sonst bei keinem der Schüler. Fern-Unterricht von meinem PC an die Schüler- Handys per (von KuMi verbotenem) WhatsApp war trotzdem ziemlich produktiv: Arbeitsblätter per Auto oder Post zugestellt, erledigte über Foto an mich zurück, digital korrigiert, per WhatsApp zurück, am Originalblatt überarbeitet, …

      So sieht die Wirklichkeit aus. Sparen Sie sich also besser Ihr Gerede vom Ammenmärchen, im unberechtigten Gefühl einer heilen Welt, und suchen Sie mit nach Lösungen!

      • @ alter Pauker, Jolien M., L. In

        Die nackten Zahlen sprechen aber FÜR Katja:

        „In den Jahren nach 2011 ist die Geburtenziffer in Deutschland gestiegen. 2016 betrug die zusammengefasste Geburtenziffer 1,59 Kinder je Frau – das war das höchste Fertilitätsniveau seit 1972. Im Jahr 2018 lag die Geburtenziffer bei 1,57 (Westdeutschland: 1,58 / Ostdeutschland: 1,60 – jeweils ohne Berlin). Auf der Ebene der Bundesländer lag die Spanne bei der Geburtenziffer im Jahr 2018 zwischen 1,45 in Berlin und 1,62 in Niedersachsen.“

        https://m.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61550/geburten

        Davon ab: Wenn nun nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer hat, kann das in Städten auch durchaus daran liegen, dass eine vierköpfige Familie nur ein Zimmer für die Kinder hat. Im übrigen gilt eine Wohnung damit bereits als überbelegt, wenn die Kinder ein gewisses Alter haben und ein Vermieter ist zur Kündigung berechtigt – wissen nur viele eben nicht.

        Eure Einzelbeispiele der Kinderreichen Familien widerlegen also Katja zunächst nicht, aber:

        Trotzdem schaffen es ja selbst Eltern mit einem Kind häufig nicht, ihrem Kind eine vernünftige Lernumgebung zu bieten. Insofern braucht es so oder so eine bessere Politik für alle und das ist der Punkt, in welchem Katja halt irrt.

        • Also bei den Grundlagen für Mathematik lernt man dann auch, dass 1 Familie mit 3 Kindern und 1 Familie ohne Kinder dazu führt, dass die wunderbare Zahl von „1,5 Kinder pro Familie“ rauskommt. Meist haben die Familien ohne Kinder nach Abzug der notwendigen Fixkosten auch etwas mehr Geld übrig, was dann leider zu der Situation führt, dass bei „mit Kindern“ eher mehrere in 1 Zimmer sind, während die andere Familie eher mehr Platz hat.

      • Ich habe auch FöS(L). Alle Eltern haben im Frühjahr 300 € Kinderbonus für jedes Kind bekommen. Davon haben 80% aller Eltern profitiert, während ich selbst zusätzliche Ausgaben für die Anschaffung weiterer Arbeitsmaterialien hatte. Von 300 € bekommt man ein einfaches Endgerät plus Drucker plus Papier. Oder man druckt vom Handy aus, dann muss man nur einen Drucker plus Papier kaufen. Und einen monatlichen Internetanschluss. Warum haben die Eltern Ihrer und meiner SuS dieses Geld nicht genutzt, um ihren Kindern einen besseren Zugang zu digitalen und analogen Inhalten zu ermöglichen?
        BTW: Die staatlich finanzierten Endgeräte haben einige meiner SuS nur deshalb nicht bekommen, weil sie das vorgefertigte Antragsformular trotz mehrfacher persönlicher Ansprache schlichtweg nicht unterschrieben haben.
        Warum buttern Sie derart selbstausbeuterisch zu? In der Konsequenz muss man sich dann nämlich auch von LuL als „nicht engagiert“ titulieren lassen, wenn man zu alledem nicht (mehr) bereit ist.

    • Ich habe fünf Kinder. Vier gehen in die Schule. Wir haben ein Laptop für alle vier. Wie soll da digitaler Unterricht funktionieren. Ich muss fünf Kinder betreuen und in verschiedenen Altersstufen! Geht’s noch?

        • @ xy: Ihr Kommentar erinnert mich an „wenn ihr kein Brot mehr habt zum essen, dann esst eben Kuchen“. Es ist zutiefst anmaßend und geschmacklos jemandem einen solchen Vorwurf zu machen, wenn man die genauen Lebensumstände des anderen nicht kennt (z. B. Höhe des Elterngeldes sowie des insgesamt verfügbaren Einkommens)

    • Vorschlag: Ferien bis März, April und einfach das Schuljahr nachholen. Die Kriegsgeneration hatte teilweise jahrelang keinen Unterricht und hat trotz dieses unsäglichen Bildungsmangels das Wirtschaftswunder in den 60ern mitbewirkt. Es gibt doch auch noch eine andere Art von Bildung neben der Wissenschaftlichen. Sollen die Kinder zu Hause mal Erziehung durch ihre Familie erfahren, Anstandsregeln, Sozialverhalten, Wertevermittlung lernen, im Haushalt mithelfen etc. Ich muss Katja zustimmen, dass es auch in meiner Klasse überwiegend Wohlstandskinder gibt, die zwar mit allen technischen Geräten ausgestattet sind, aber es nicht schaffen Danke und Bitte zu sagen. Während Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien mit mehreren Geschwistern oft ein weitaus besseres Sozialverhalten aufweisen. Man sollte die Kirche im Dorf und die Kinder einfach mal zu Hause lassen. Sie werden davon nicht krank und bekommen auch keine Langzeitschäden, was im Gegensatz dazu bei Covid passieren kann.

  2. „Die Situation wurde gefährlich und fahrlässig verschlafen. “
    Werden wissenschaftliche Empfehlungen ignoriert oder Gefährdungsbeurteilungen für den Arbeitsplatz oder für SuS an Schulen einfach unterlassen, Arbeitsschutzgesetze ignoriert etc. ist das nicht fahrlässig, sondern wenn wissentlich und willentlich, also planmäßig vorgegangen wird nennt es sich Vorsatz.

  3. Teil 2: Die Risikogruppen werden gerade bei SuS mittlerweile überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Und davon gibt es laut neueren Schulstatistiken nicht wenige.

  4. Die im Artikel genannten Ansätze setzen technische Ausstattung bei den Schülern, aber auch Selbstständigkeit, Motivation, Ehrgeiz, Impulskontrolle oder einfach geschrieben Bildungsnähe und halbwegs homogen zusammengesetzte Klassen voraus. Diesen Idealzustand wird es außerhalb von (echten) Elitegymnasien kaum und selbst da auch nicht durchgehend geben.

    Die Bildungspolitiker müssen mal die schonungslose Wahrheit sagen und die Eltern an ihren Erziehungsauftrag erinnern, der eine größere Rolle spielt, je mehr die Schüler zuhause sind. Ferner müssen sie den Lehrkräften auch den Rücken stärken und sie darin unterstützen, die Versetzungskriterien und das Notenspektrum voll auszureizen, auch wenn es die Versetzungs-, Abschluss- und Abiturquote in den Keller rauschen lässt.

    • Das kann ich so nicht unterschreiben. In meiner Lerngruppe gibt es vom Förderschüler bis zum Gymnasialkind, vom übermotivierten Selbstlerner bis zum (auch pubertätsbedingt) tagesformabhängigen Teilzeitverweigerer alles. Dennoch haben meine Erfahrungen im ersten Lockdown gezeigt, dass mit dem richtigen Schulkonzept auch unter Pandemiebedingungen durchaus ein Lernzuwachs stattfinden und auch die emotionale Verbindung gehalten werden kann.

  5. @Katja1968 31. Dezember 2020 um 13:16
    Das sehe ich ganz ähnlich.
    Ich kenne das aus meiner Kindheit so, dass sich mehrere Kinder 1 Zimmer teilten, durchaus also auch Bruder und Schwester, es konnten 2 – 4 Kinder sein, Doppelstockbetten waren üblich. Zwei Kinder in 1 Zimmer … war schon „besser gestellt“.
    Aber auch Familien in 2,5 Zimmer/50 – 60m² (= tatsächlich gar kein Kinderzimmer) waren keine Seltenheit.
    Unter diesen Bedingungen („Oh Gott – wie menschenunwürdig?!“) haben viele Kinder damals gute (!) Schulabschlüsse, oft Abitur mit gutem (!) Notenschnitt hinbekommen. Hausaufgaben wurden am Küchentisch oder im Wohnzimmer am Couchtisch erledigt, seltsamer Weise ging das sauber/ordentlich UND vollständig – nanu!
    Woran könnte das wohl gelegen haben?
    Richtig, an einer gewissen Grundhaltung: „Wenn ich etwas haben will, dann tue ich SELBST etwas dafür. = Ich stehe auf und hole es mir.“
    Dieses „ICH stehe auf …“ kann man auch buchstäblich so auffassen. Wenn Kinder heute etwas haben wollen, dann erwarten leider viele dieser Kinder, dass jemand anderes aufsteht und sie bedient. (Das können Eltern/Großeltern sein, aber auch Geschwister und in der Schule eben auch MitschülerInnen.)
    Das ist mit Sicherheit nicht in den Genen festgelegt, das ist angelerntes Verhalten aus der frühkindlichen Lebenphase. Wenn es jahrelang so funktioniert hat, warum sollte es dann plötzlich ab dem 6. Lebensjahr nicht mehr funktionieren? Aus Kindersicht ist das verständlich!
    Was Eltern dazu bringt, so etwas zu fördern – trotz sicherlich Beratungsgespräche von Erziehern (da kenne ich einige), erschließt sich mir persönlich nicht (den mir bekannten Erziehern aber auch nicht).
    Und hier schließt nahtlos ein anderer Beitrag an:
    @ georg 31. Dezember 2020 um 13:34
    So isses.
    Leider.
    Leider, weil die Bildungspolitiker nichts dergleichen sagen werden, man will sich ja nicht unbeliebt machen. (Sollen sich halt die LehrerInnen drum kümmern, haben ja sonst nichts zu tun …)

  6. Ja: (fast) alles richtig!
    Aber: Warum wurde das nicht ernsthaft vor 10 Monaten diskutiert?
    Viele dieser Vorschläge lagen von Lehrerseite seit März/April auf dem Tisch!
    Keiner wollte es wissen! Monatelang! Auch die Opposition war zu still!
    Niemand hat offen gegen die m.E. offensichtlichen Fehl- oder Nichtentscheidungen im Bildungsbereich die Initiative ergriffen.
    Lehrer alleine können das nicht durchsetzen.
    Wir fanden kaum Gehör, geschweige denn wirkliche, wirksame Unterstützung. Im Gegenteil, wir wurden von unseren Vorgesetzten obendrein belächelt, belehrt, auf dienstrechtliche Konsequenzen hingewiesen, im besten Falle nur „beruhigt“ (man wisse schon, welche Entscheidungen zu treffen seien).

    Es warten zu viele Menschen einfach ab und hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommt.
    Doch, durch die Fehlentscheidungen der letzten Monate wird es noch schlimmer kommen.
    Auch das war klar.

    Warum hat uns niemand rechtzeitig unterstützt?
    Vielleicht ist es nicht zu spät, aber sehr, sehr spät.
    Und wenn man jetzt das Ruder noch herumreißen will – im Interesse aller – dann müssen für die Schulen endlich tragfähige, langfristige Entscheidungen getroffen werden, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen (Inzidenzwerte etc.) orientieren und sich nicht auf „wird schon“ und „die Lehrer sollen mal machen“ verlassen…

    Den Rest werden die Lehrer dann schon stemmen. Wie immer.
    Aber dazu brauchen wir endlich klare Aussagen, sinnvolle Entscheidungen, die wir auch Kindern und Eltern kommunizieren können, ohne uns lächerlich zu machen oder die Wut der Bevölkerung anzuheizen, die „die Lehrer“ für alles verantwortlich machen, das nicht gut läuft!

  7. Grundsätzlich sind das gute Ansätze. Ich möchte folgende Punkte ergänzen:

    (1) Konzepte können nicht von den KM erarbeitet werden, da diesen das Fachwissen fehlt. Neben der medizinischen Beratung von irgendwelchen Kinderärzten wäre es langsam mal von Bedeutung, sich mit Bildungsexpert*innen sowie LuL (die wissen, wie es an den Schulen läuft) auseinanderzusetzen! Zudem sollte ein Konzept erarbeitet werden, das den Schulen vor Ort Handlungsspielraum bietet! Aber da fehlt seitens der KM ebenfalls der Wille, etwas zu ändern!

    (2) Die Schulen fragen ab, welche Kinder keine digitalen Geräte / Internetzugang haben. Diese können dann entweder Geräte aus der Schule leihen („Leihverträge“) oder in der Schule arbeiten. (ergänzend: ich möchte mich Katja1968 anschließen, denn die meisten haben mittlerweile Internetzugänge und mindestens ein Handy, welches zum Abrufen von digtalen Angeboten und/oder der Teilnahme an Videokonferenzen genügt. Eine Abfrage in meiner Klasse hat ergeben, dass alle digital ausgestattet sind und häufig nur Drucker o.ä. fehlen! Sollten eingige Arbeitsblätter in Papierform vorliegen, würde ich diese meiner Klasse auch persönlich vorbeibringen – aber auch das benötigt Planungszeit in den Schulen, z.B. um „Lernpakete“ mit unterstützenden Materialien zu erstellen! Da es in einigen Stadtteilen / Regionen aber bestimmt auch mehrere Kinder gibt, die keine digitalen Lernmittel besitzen, sollten diese Kinder einen Anspruch erhalten, in der Schule zu arbeiten (ähnlich wie wie bei Notbetreuung vor den Sommerferien sollte dies aber beantragt werden!)

    (3) Eltern in die Pflicht nehmen! Es ist richtig, dass es einigen Eltern nicht möglich ist, neben Homeoffice/Hausarbeit auch noch ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Daher brauchen die Schulen Vorbereitungszeit, um differenzierte Materialien auszuarbeiten, die die Kinder bestenfalls selbstständig bearbeiten können. Außerdem sollte mindestens 3x die Woche (Hauptfächer) Videokonferenzen stattfinden. Zudem lassen sich auch digitale Sprechstunden über Bildungsserver wie iServ o.ä. einrichten, sodass Kinder täglich Fragen stellen können. ABER: Die Eltern müssen mit den Lehrkräften zusammenarbeiten. Wenn die Kinder nicht an Videokonferenzen teilnehmen, sollte dies begründet werden („Entschuldigung“) und zudem sollte es allen Eltern möglich sein, zumindest 1x täglich anhand eines Arbeitsplanes abzuzeichen, dass ihr Kind wirklich gearbeitet hat! Wenn es bei einer bestimmten Aufgabe Schwiergkeiten gibt, kann dies entsprechend im Arbeitsplan eingetragen werden und später während einer Videokonferenz aufgearbeitet werden! Gerne telefoniere ich auch mit einzelenen SuS, um individuelle Probleme zu lösen!

    (4) Bis Mitte Februar/bis Ende des 1. Halbjahres sollten die Inhalte der Nebenfächer (z.B. Erdkunde, Biologie, Geschichte…) gekürzt werden. Auch jetzt schon können anhand der Tests/Projekte/Aufgaben aus der Zeit von August-Dezmber Noten gebildet werden. SuS, die ihre Note noch verbessern möchten, könnten entsprechende Angebote zur Verbesserung erhalten, z.B. Referate, Aufsätze, Collagen, die sie dann einreichen.

    (5) Notbetreuung für diejenigen, die sie wirklich benötigen! Einige der SuS, die bis zum 18.12. bei uns in die Schule gekommen sind, sagten, dass beide Eltern zuhause seien…! Einige Klassen waren bis zum 18.12. fast vollbesetzt!
    Notbetreuung sollte für diejenigen gelten, die unter 12 sind und zuhause keine Aufsicht haben. Zudem sollten diejenigen dazu kommen, die keine digitalen Lernmittel haben (s.o.).

    (6) Für Abschlussjahrgänge müssten Sonderregelungen gelten, z.B. indem sie mehr Online-Unterricht erhalten und ggf. in Kleingruppen von max. 5 an einem Tag in die Schule kommen o.ä. Für die Grundschulen kann ich nichts sagen, da ich hier nicht unterrichte und nicht weiß, was dort in den letzten Monate gut/nicht gut funktioniert hat.

    (7) Die Landesregierungen müssen klar kommunizieren, dass nur ein harter Lockdown, bei dem wirklich alle (bei denen es geht) zuhause bleiben. Nur so kann der Wert schnell unter 25 fallen und wir irgendwann wieder zum Normalzustand übergehen. Eltern und Schulen müssen eng miteinander zusammenarbeiten. Bei Problemfällen Sozialarbeiter einbinden, die Kontakt zu „schwieriegen Eltern“ aufnehmen.

    …es gibt noch so viele weitere Ideen in den Kollegien, aber diese werden leider immer wieder politisch unwirksam gemacht (vgl. Solingen!).

    • Ich möchte noch ergänzen: Auch von einem Smartphone aus (und das hat jeder) ist heutzutage das Ausdrucken von Arbeitsblättern möglich. Ein hierfür geeigneter Drucket ist preiswerter als die 300 Euro, die es pro Kind gab. Man muss dies nur als Eltern auch wollen.

    • Ein guter Beitrag! So könnte es funktionieren!

      Zu Punkt 2:
      Übrigens haben wir in der Grundschule Endgeräte verliehen (wir rüsten gerade unsere digitale Ausstattung mit Ipads auf), der Bedarf war sehr niedrig. Ich glaube auch nicht, dass dies das Problem ist. Wenn überhaupt, sind es der fehlende Drucker und Bedienungsunsichherheiten, zumindest so meine Erfahrung.

      Zu Punkt 5:
      Wir haben auch ein paar wenige, die das ausnutzen und ihre Kinder permanent in der Notbetreuung haben. Man hört nämlich dann von den Kindern, dass die Eltern doch zuhause sind.

      Zu Punkt 7:
      Vielleicht hilft ein kurzer harter Lockdown mit komplettem Distanzunterricht tatsächlich, schneller zu besseren Werten zu kommen und damit schneller wieder in den Normalbetrieb übergehen zu können.
      Wechselunterricht könnte die Sache hinauszögern, zumal in einem Schulvormittag dann ca. 15 Schüler in einem Klassenraum zusammensitzen und Aerosole munter umherschwirren, da man keine Dauerlüftung wie im Sommer machen kann. Im Sommer bis zum frühen Herbst hatten wir ständig die Fenster auf. Jetzt ist die Luft schnell verbraucht. Regelmäßiges Stoßlüften ist zwar besser als nichts, ist aber bei diesen Temperaturen eine Zumutung und verhindert nicht eine Ansteckung.

      Zu Punkt 4:
      Da von normalen Unterrichtsbedingungen nicht die Rede sein kann, muss man die Konsequenzen ziehen und Lehrplaninhalte kürzen. In der Grundschule sollte man auch dieses Schuljahr VERA aussetzen. In den Nebenfächern ist eine Kürzung einfacher, in Deutsch und Mathematik muss man sich sehr genau überlegen, was man kürzen kann, da wird es schwierig.

      • Warum sollte VERA ausgesetzt werden? Ich finde es gerade jetzt wichtig, dass Vergleiche stattfinden. Aus diesen Ergebnissen kann auch nachvollzogen werden, welche Bundesländer, Schule und Lehrer ihre Arbeit gut bzw. schlecht gemacht haben, gerade in der momentanen Situation. So kann festgestellt werden wo nachgestellt werden muss und wer als „Belohnung“ für gut Krisenarbeit Fördergelder erhält. In der späteren Nachbetrachtung der Pandemie halt ich diese Vergleichsarbeiten für unverzichtbar. Auch im Hinblick auf weitere Krisenzeiten.

        • In den vergangenen Jahren dürfte sich wohl herumgesprochen haben – zumindest unter Lehrern, nicht unter Behörden – dass VERA nicht das Diagnoseinstrument ist, was es gerne sein möchte. Zumindest, was die VERA- Arbeiten in der 3. Klasse betrifft.
          Das Abschneiden kann man beeinflussen, indem man explizit auf VERA übt und zwar 2-3 Wochen vorher. Sogar Verlage geben schon Vorbereitungsmaterialien heraus. Und das geht auf Kosten des aktuellen Lernstoffes, der viel wichtiger wäre. Wer nicht übt, hat dann einfach Glück oder Pech, ob er die Themen schon behandelt hat, wie weit sie zurückliegen oder noch nicht. Wer bei VERA alles durchhaben will, riskiert, dass dann gar nichts richtig sitzt und wertvolle Zeit vertan wurde.
          VERA wird uns so verkauft, dass wir die Fördermöglichkeiten der einzelnen Schüler darauf ableiten sollen. Ehrlich gesagt, dazu bin ich Expertin genug, dass ich das auch ohne VERA sehe. Für mich hat VERA nur den Sinn, dass dazu immer wieder neue Aufgabenformate entwickelt werden, die ich dann in Leistungsüberprüfungen einbauen kann und für gewisse Themen neues Übungsmaterial habe.

          • Nachtrag, z.B. VERA Lesen:
            Beim ersten Lockdown hatten wir wenig Kontrolle über die Lesehäufigkeit zuhause. Das hat man am Anfang dieses Schuljahrs deutlich gemerkt.

            Außerdem können bestimmte anspruchsvolle Kompetenzen eigenständiger Denkarbeit, die VERA in vielen Aufgaben einfordert, nur im Präsenzunterricht vermittelt werden, zumindest in der Grundschule, weil man da als Lehrer genau die eigenständige Denkarbeit durch bestimmte Unterrichtsmethoden lenken kann.

        • Vergleiche können gerne stattfinden, tun sie auch:
          Man kann vergleichen, wie viele Kinder einer Schule unter der Armutsgrenze leben,
          wie viele Schulen und Kinder WLan und Endgeräte haben,
          wie viele Zahnschäden haben – ach nein, die Untersuchungen durch das Gesundheitsamt mussten ausgesetzt werden,
          wie viele vor der Einschulung Sprachförderung benötigen – ach nein, die Förderung vor der Einschulung wurde ja eingestampft in Niedersachsen,
          wie viele Unterrichtsstunden durch Hilfskräfte beaufsichtigt werden,
          wie viele Förderschullehrkräfte fehlen…

          Aus diesen Ergebnissen kann auch nachvollzogen werden, welche Lehrkräfte angesichts der Umstände trotz allem Unterricht für alle SchülerInnen realisieren, seit Jahren und auch in der momentanen Situation.
          Die Fördergelder müssen wir dann um ein Vielfaches aufstocken, um die festgestellten Missstände angehen zu können.
          Da dürfen dann die VERA-Gelder auch gerne einfließen. Manche Bundesländer haben diese Tests inzwischen abgesagt und sparen sich Geld und Aufwand.
          Für eine gelungene Lernstandsanalyse warten Lehrkräfte nicht bis Mai, sondern führen sie regelmäßig durch.

    • Nachtrag:
      Punkt 3:
      Verpflichtungen sind ganz wichtig! Bei uns in Bayern war die Teilnahme an den sozusagen freiwillig (wurde vom KM als Angebot kommuniziert) und schon machte ich die Erfahrung, dass nicht alle Schüler die digitalen Aufgaben, wo ich die Rückmeldungen einsehen kann (AntonApp, Padlet) , gemacht haben. Auf die Dringlichkeit hatte ich die Eltern extra hingewiesen.

    • Auch ich finde den Beitrag gut, manches müsste man je nach Alter der Schüler oder Schulformen noch differenzieren.

      Zu Punkt 5:
      „ Notbetreuung für diejenigen, die sie wirklich benötigen! Einige der SuS, die bis zum 18.12. bei uns in die Schule gekommen sind, sagten, dass beide Eltern zuhause seien…! “
      Bei uns waren nun vor Weihnachten für die paar Tage kaum Kinder in der Schule, bei längeren Schulschließungen wäre es ggf. anders.
      Aber auch da ist – wie so oft – von einigen zu beobachten, dass das Wort „Not“ offenbar nicht verstanden wird. Auch gibt es immer wieder Kinder, die nur das Wort „Betreuung“ hören, so wird bei uns in Klasse 1+2 die 1Stunde beaufsichtigte Spielzeit genannt. Das führt dazu, dass Kinder gerne zur „Spielzeit“ kommen möchten, auch wenn es Notbetreuung ist.

      Was ich noch immer nicht verstanden habe: Warum bevorzugt man eine Betreuungszeit mit mehreren Kindern in der Schule, wenn man sich untereinander absprechen könnte mit anderen Familien mit Kindern?
      Vielleicht machen das auch schon sehr viele Familien, sodass die Kinder gemeinsam die gestellten Aufgaben erledigen und im Anschluss zusammen spielen können, wobei immer eine Familie die Kinder aus 1-2 anderen Familien aufnimmt. Da haben die anderen Eltern dann freie Tage für andere Aufgaben und können sich ggf. revanchieren, wenn sie nicht zur Arbeit gehen.

      Vermutlich geht von der Aussage „die Schulen bleiben offen“ ein deutliches Signal aus, dass alles gar nicht so schlimm sei, weil die Kinder sich ja ohnehin in der Schule treffen, dass Unterricht normal stattfände (was nicht der Fall ist) …

      Das führt dazu, dass man sich auch im außerschulischen Bereich nicht strikt an die Regel hält, jeglichen Kontakt zu meiden, sondern immer noch Gründe findet, weshalb man dieses oder jenes mit anderen unternehmen müsste.

    • Zur digitalen Ausstattung ist hinzuzufügen, dass nicht in allen Bundesländern uund Kommunen und Schulen schon Leihgeräte an den Schulen zur Verfügung stehen.
      Eine Ankündigung wird viel zu oft mit einer Umsetzung gleichgesetzt, zeitliche Fristen werden in der Regel nicht gesetzt. „Wir wollen“ oder „wir werden“ bedeutet eben nicht, dass dies innerhalb von 3 Wochen oder 3 Monaten geschieht, das kann auch 3 Jahre oder 30 Jahre bedeuten.
      „Wir haben einen Glasfaseranschluss in der Schule“ bedeutet: er liegt bis ins Schulhaus, angeschlossen wurde er nicht, es geht noch um vertragliche/ finanzielle Details … so kann der Anschluss, der seit etwa 1 Jahr verfügbar wäre, nicht genutzt werden.
      Und der Verweis auf den Digitalpakt bedeutet manchmal auch, dass die Schulen warten müssen, bis alles umgesetzt wird, vorher aber nichts mehr für diesen Bereich erhalten. Die Umsetzung soll bis 2024 erfolgen, das Geld wurde von Beginn an für diesen Zeitraum festgeschrieben.

      Wenn nun die technische Ausstattung auf allen Ebenen gegeben wäre, bleibt das Problem der Nutzer: Es gibt eine Menge Mitmenschen, die mit den Geräten kaum oder gar nicht umgehen können! Gibt es den Begriff „digitale funktionale Analphabeten“ schon? Der Besitz eines Gerätes befähigt einen nicht, es zu nutzen.
      „Die Schulen bleiben offen“ bedeutete für etliche Erziehungsberechtigte auch: Ich muss mich um nichts kümmern, die Schule ist geöffnet und macht das schon. Hilfsangebote wurden gar nicht angenommen und jetzt vor den Ferien hieß es nach Monaten: Wir können ja nicht.

      Es braucht zur Präsenzpflicht eine Informationspflicht, die dazu führt, dass Eltern sich selbst informieren wollen und müssen, Briefe lesen, Mails anschauen, telefonisch erreichbar sind, einmal mehr, wenn Schulen geschlossen sind und Distanzunterricht erfolgen soll. Diese Selbstverständlichkeiten wird man offenbar deutlich formulieren und einfordern müssen.
      Wenn die Schulen differenzierte Aufgaben stellen, kann erwartet werden, dass man sich um diese, das Erhalten, das Erledigen und das Abgeben, auch kümmert.

      • Palim – Die gesamte Elternschaft hatte selber Eltern, Großeltern, Urgroßeltern = die Gesellschaft, wie sie leibt und lebt, nach den „Gegebenheiten“ und dem, was „SelbstistdieFrau und „HilfDirSelbst“ anerkannter Weise daraus machen – eben für sich allein und ohne ernsthafte Gedanken an irgendwelche „Nebenwirkungen“ auf Andere.
        Was sich daraus für Kitas und Schulen ergeben hat, wurde hier am klarsten durch Magistra Furiosa und daskanndochnichtwahrsein beschrieben.
        Ihre Verpflichtungsforderung für Eltern ist deshalb zugleich situationslogisch zutreffend UND gesamtgesellschaftlich vergeblich. Man hat sich im gesamten Geflecht der Arbeitsteilung nun so eingerichtet, wie Sie es vorfinden und handeln müssen= chronische Mangelverwaltung. Und auch ein weltweit aktives, gefährliches VIRUS ist nicht stark genug, daran etwas nachhaltig zu ändern – gut ablesbar an den kleinkarierten Rufen nach schnellstmöglicher Rückkehr zur „Normalität“.
        Was hilft?
        Die konsequente Vertretung der sachgerechten Standards in der Begleitung von Kindern und Eltern in den Betreuungs-, Förderungs- und Bildungsbereichen – am besten konzeptionell zusammengedacht!:
        (a) Gute Arbeit fordert bestimmte Rahmenbedingungen – und unter Pandemiebelastungen ganz bestimmte weitere = die Praktiker*innen formlieren sie in jeder Stadt/Kreis GEMEINSAM.
        (b) Wenn einige Rahmenbedingungen nicht gewährleistet werden, dann wird das Defizit ÖFFENLICH benannt – und die Reduzierung im Arbeitskonzept ebenfalls. = „Dienst nach Vorschrift unter der Maßgabe GUTE ARBEIT“.
        (c) Alternativen entwickeln – und sie konkret angehen. Der Beitrag von Maria Weisband bietet reichlich Material.
        Und mein hier im Forum reichlich beschimpfter Beitrag für das Infektionsmanagement im Fall des Falles ebenso – sprich BEOBACHTUNGSWOCHE.

    • „denn die meisten haben mittlerweile Internetzugänge“ ist vielleicht in Ihrer Schule so…
      Ich erlebe es hier in den Diskussionen immer wieder, dass manche (genauso wie die KuMis) nicht über den Tellerrand des selbst Erlebten hinausschauen können (wollen?).
      Ich habe es schon an Katja1968 geantwortet: Bei den 12 Schülern meiner letzten FöS Klasse hatte ganze 2 Familien Wlan und PC, der Rest nur Handys – kein WLAN, und bei zweien habe ich „dazugebuttert“ mit einer Lidl-Karte, weil die Ressourcen am Handy zu schnell erschöpft waren, für die tägliche WhatsApp-Online-Arbeit.
      Schön wenn es an anderen Stellen besser läuft-aber das Bessere zu verallgemeinern ist Unsinn.
      Wir hätten seit 3 Tagen vor den Ferien in der Schule sogar 20 Notebooks (leider noch nicht eingerichtet, gehe ich ab Montag dran) bekommen, die sind aber nutzlos, weil die SuS zuhause keine WLAN haben-Geringverdiener und Hartz IV Familien tun sich da generell etwas schwer…

      • Unser Schulträger hat das tatsächlich mit bedacht und wollte entsprechende Karten oder Verträge für die Leihgeräte in den Familien organisieren.

    • Ganz genau so ist es. Wir Lehrkräfte sind so flexibel und einfallsreich! Warum lässt man uns nicht individuelle Lösungen entwickeln, für jedes Kind. Wir kennen unsere SuS, ihre Probleme, Bedürfnisse und meistens auch Eltern ganz genau. Und die meisten Eltern, die ich kenne, würden es begrüßen, wenn ihre Kinder nicht in vollgestopften Klassenräumen sitzen müssten, wenn sie sich nicht wieder mal ohne Vorbereitungszeit auf eine Quarantäne einstellen müssten oder auf Unterrichtsausfälle, weil Kollegen in Quarantäne sind…gut vorbereiteter, weil rechtzeitig angekündigter Wechselunterricht kann wesentlich effektiver sein als das.

  8. Ich lese bei Ihnen wiederholt vom „homeschooling“. „homeschooling“ (oder zu Deutsch „Heimunterricht“) ist aber ein festgeprägter Begriff, der Unterricht zu Hause anstelle von Unterricht in der Schule meint, will sagen: keine Schul(präsenz)pflicht. Das ist in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt.

    Aus genau diesem Grunde gibt es seit Corona dieses Begriffswirrwarr (Fernunterricht, Distanzunterricht, Onlineunterricht, Digitalunterricht, saLzH = schulisch angeleitetes Lernen zu Hause …), nur eben nicht „homeschooling“. Vielleicht sollten Sie auch darauf achten, eben „homeschooling“ nicht zu verwenden, denn er impliziert ja, dass da etwas Verbotenes geschieht.

    https://www.goethe.de/de/uun/prs/auf/n19/21701597.html

  9. Vielen Dank dass Sie sich Gedanken gemacht haben.
    Für obere Klassen sind die vorgeschlagenen Hybrid Lösungen sicherlich sinnvoll.

    Für Grundschulen ist nach wie vor meiner Meinung nach die beste Lösung:
    — halbe Klassen
    — 3 Stunden Halbklasse A, danach 3 Stunden Halbklasse B
    — alternativ 1 Tag Halbklasse A, 1Tag Halbklasse B
    — Lehrer u. Lehrerinnen sofort impfen
    — Luftfiltergeräte in den Klassenzimmern
    — Maskenpflicht im Unterricht
    — reduzierter Lehrplan

    Bei wöchentlichem Wechsel müssen die Eltern die Lehrkraft zu 90% ersetzen. Das können Eltern auf Dauer nicht ableisten.

    • Luftfilteranlagen suggerieren eine trügerische Sicherheit, aber Lüften ist viel wirkungsvoller. Da hat die KMK ausnahmsweise mal recht.
      Sonst kann ich voll mitgehen.

      • Wieso suggerieren die eine trügerische Sicherheit? Es gibt doch Tests, dass sie 98 % der Virenlast rausfiltern. Mehr schafft eine FFP2-Maske auch nicht.

      • Das Gegenteil ist der Fall: Lüften suggeriert eine trügerische Sicherheit.
        Wenn von „Lüften“ als sichere Methode ausgegangen wird, müssen alle Klassenräume ausreichend Fensterfläche vorweisen, deren Fenster vollständig zu öffnen sind und dies auch in regelmäßigen Abständen in ausreichender Dauer erfolgt.

        Dann müsste in jedem Raum eine Bestandsaufnahme erfolgen, ob dies der Fall ist und erst DANACH dürften die Räumlichkeiten für den Unterricht freigegeben werden.
        Bis dahin müsste der Unterricht ausfallen.

        Alles andere ist das Vorspielen eines Hygienekonzeptes, das ohne Kosten auskommen soll.

          • Die hessischen Wissenschaftler haben unter sicherlich technisch sauberen Bedingungen getestet und Ergebnisse gesammelt.
            So etwas wie Regenpause oder plötzlich hilfebedürftige SchülerInnen kommen da nicht vor, Schüler fallen nicht aus Fenstern, Fenster sind nicht kaputt oder vernagelt, Wespen und Laubsauger stören den Unterricht nicht und niemand beschwert sich, dass die Temperatur extrem abfällt.

            Es ist so einfach, das Lüften zu befehlen, wenn man meint, damit müsse man sich dann um nichts kümmern.

        • „Lüften“ als sichere Methode !?
          Ein Hygiene- und LüftungsPLAN stellt etwas verbindliches dar, was ein Konzept nie sein kann.
          „Lüften“ mittels gekippten oder weit geöffneten Fenster oder Fenstern je Unterrichtsraum ?
          „Soll“ oder „kann“ ist dabei ebenso konzeptionell. Ohne vorgegebene einheitliche Maßstäbe ist das mit dem „Lüften“ alles Augenwischerei.

          • „Konzept – Plan – 1/4 – 1/2- 3/4 auf – kipp oben – kipp unten – mit oder ohne Gardine“. Habe ich was vergessen?

            Natürlich Stoßlüften, besser noch Querlüften!!

            Den Effekt kann man mit einem CO2-Messgerät mit ppm-Anzeige sofort sehen. Seid doch mal etwas lebensnah!!
            Wenn das nicht geht, dann ist die nächst sichere Variante eine mechanische Lüftungsanlage mit 6-fachem Luftwechsel. Die Raumluft muss gegen Außenluft getauscht werden.

    • Koogle – Ok, wenn für Eltern, die dabei aus nachvollziehbaren Gründen NICHT mitmachen können, ein durchgängiges Präsenzangebot gemacht wird. Was steht dagegen?

      • Ja ein Betreungsangebot wäre erforderlich.
        Nur sollte es dabei nicht zu einer großen Durchmischung kommen.
        Notfalls könnten die betroffenen Kinder in beide Halbklassen eingeteilt werden.
        Frau Weisband hat ja auch gute Vorschläge gemacht, die hier helfen könnten.

        Mir geht es um ein für alle tragbares Grundgerüst das noch 1 Jahr durchgehalten werden kann.

  10. Die im Artikel vorgeschlagenen Lösungen eines guten Hybridunterrichts sind eher für ältere Schüler in der Sekundarstufe geeignet. Für die Grundschule ist das nichts.

    In der Grundschule sehe ich den täglichen Wechsel mit dem für die Gruppe eigenständigem Lernprogramm, das der anderen Gruppe gleicht, weil man ja auf dem gleichen Stand sein möchte, am effektivsten. Da hätte man dann eine gute Kontrolle. Allerdings hätte ich dazu gerne Luftfiltergeräte im Klassenzimmer, Masken werden in Bayern so oder so getragen, die FFP2 Masken habe ich auch schon bekommen.

    Das andere wäre der reine Distanzunterricht. Den könnte man mit Elternmithilfe am Anfang und einem Videokonferenztool für Rücksprachen, Erklärungen usw. sicher jetzt erfahrener gestalten als im Frühjahr. Mit TEAMS habe ich schon Erfahrungen sammeln können – fast alle Kinder waren bei den bislang freiwilligen Terminen anwesend.
    Danke übrigens für den Link von Philippe Wampfler. Er hat noch ganz interessante Videos gemacht von anderen Tools, die man durchaus im Distanzunterricht noch ausprobieren kann.

    • Da, wo es möglich ist, kann man Videokonferenzen nutzen, erreicht man darüber nur einen kleinen Teil der Klasse, ist es nicht möglich, darauf den Unterricht aufzubauen.

      Viele Klassen in den Grundschulen sind das Lernen mit Lernplänen gewohnt, das klappt bei vielen Kindern auch zu Hause.
      Dazu kann man, wenn die Videokonferenz nicht möglich ist, Telefonsprechzeiten anbieten, sodass die Kinder nachfragen können, wenn sie etwas nicht verstehen… das dann aber auch verpflichtend tun sollen und nicht hinterher sagen, sie hätten die Aufgabe nicht gehabt oder nicht verstanden.

      • Am Anfang der Pandemie haben die Lehrer ausschließlich über Elternvertreter mit den Eltern kommuniziert.
        Ebenso die Schulleiter.
        Die Fachlehrer haben sogar zusätzlich noch die Klassenlehrer dazwischen geschaltet.

        Direkte Kommunikation zwischen Lehrkraft und Kindern zuhause sind die absolute Ausnahme.
        Auch heute noch.

        • Was haben Sie denn erwartet und unter welchen Vorstellungen kommen Sie zu Ihrer Annahme?

          Am Anfang der Schulschließungen haben auch wir die Verteiler der Elternvertretungen über WhatsApp genutzt, um Informationen schnell an möglichst viele Eltern geben zu können.
          Lehrkräfte nehmen an den WhatsApp-Gruppen nicht teil. Dazu gibt es Richtlinien des Ministeriums.

          Die Alternative war, Informationen zum Abruf auf die Homepage zu stellen.

          Bis dahin gab es Informationen per Brief in der Schule, was dann nicht mehr möglich war. Die Informationen des Ministeriums erreichen die Lehrkräfte gerne erst, wenn die Schüler schon zu Hause sind und keine Briefe mehr erhalten können. Das hatten wir in den letzten Monaten mehrfach. Die Presse ist gut informiert, die Pressekonferenz findet Freitag um 12 Uhr statt, da stehen die Lehrkräfte in ihren Klassen, bis sie die Kinder nach Hause schicken. Danach können sie sich die Informationen in der Presse zusammensuchen, nach denen Montag der Unterricht gestaltet werden soll und über Wochenende sehen, wie sie alles vorbereiten.
          Wäre jedes Mal ein Tag die Schule zu, damit die Lehrkräfte für erneute Änderungen Arbeitszeit fänden, wären die Schulen häufiger geschlossen.

          Dass aber niemand erreichbar gewesen sei oder gar Lehrkräfte abgetaucht, ist eine meiner Meinung nach verzerrte Darstellung.
          Das Telefon in der Schule funktionierte und war besetzt, der AB ging auch und die Schule hat eine E-Mail-Adresse und sogar auch einen Briefkasten…
          darüber hätte man die Schule und dann auch die Lehrkräfte erreichen können.

          Nicht wenige Lehrkräfte geben auch private Telefonnummern heraus, etwas, das in anderen Berufen eher unüblich ist, aber zur Entgrenzung der Arbeitszeit bei Lehrkräften passt und deshalb umstritten ist.
          Und Lehrkräfte haben auch persönlich Informationsschreiben zu SchülerInnen gebracht.

          Inzwischen haben sehr viel mehr Schulen digitale Möglichkeiten, E-Mails für Lehrkräfte und Schüler, Apps zum Versenden von Informationen…, zum Teil, weil sich Schulträger kurzfristig etwas einfallen lassen haben, zum Teil, weil Lehrkräfte sich selbst gekümmert haben und nicht länger auf die Ankündigungen des Landes oder des Schulträgers gewartet haben.

          Längst nicht alle Länder stellen Plattformen bereit und haben flächendeckend alle Schulen versorgt und eine Ankündigung ist noch lange keine Umsetzung. Da dürfte es auch gerne interaktive Karten geben, wie viele Schulen WLAN nutzen können, Geräte erhalten haben oder zu welchem Prozentsatz die Lernplattformen der Bundesländer zur Verfügung stehen (!) und wie stark sie genutzt werden.
          Sobald ein kostenpflichtiges Angebot eingesetzt wird, muss immer der Schulträger zustimmen und die Gelder bereitstellen.
          Sobald Daten genutzt werden, braucht es entsprechende Unterlagen, die zusammengestellt werden müssen, denn erst nach der Einwilligung der Beteiligten kann man die Programme nutzen.

          Aber daran kann nur teilnehmen, wer ein Endgerät hat und dieses auch zu nutzen weiß.
          Das aber ist beim Telefon auch so.

  11. Also, ich möchte mal etwas grundsätzlich festhalten: Bei den 16 Menschen, die aktuell in Deutschland für Bildung verantwortlich sind und ihren dazugehörigen Chefs, ist das, was wir hier bis zum Frühjahr machen, ohnehin rein kosmetisch. Wir brauchen eine Bildungsrevolution, auch hochwertige (!) Erwachsenenbildung („Mathematik für PolitikerInnen“ zum Beispiel). Und politische Initiativen, damit mehr intelligente, empathische Menschen in die Politik gehen. Dass es für die SchülerInnen auf die paar Monate ankommen soll ist doch absurd! Da braucht ja jemand nur ein paar Monate verliebt sein und schon ists vorbei mit der Bildungsgerechtigkeit … sehr auf Kante genäht, würde ich sagen.
    Deutschland könnte ja zum Beispiel Fernsehen im Originalton mit Untertitel anbieten, da hätten wir das Defizit in Englisch schon mal wettgemacht. Wertschätzung der zahlreichen Muttersprachen der SchülerInnen würde auch helfen, auch den Eltern, die teilweise nicht bildungsfern sind, sondern „deutschfern“. Unser Kind spricht drei Sprachen, aber Unterricht erhält es nur in einer, bei der zweiten muss es so tun als könnte es sie noch nicht, die dritte wird ignoriert.
    Wir müssen grundsätzlich was gegen die enorme Geistlosigkeit unternehmen und gegen die kranke Idee, dass Bildung nichts kosten darf.

  12. Deutlicher kommuniziert werden müssten die Aufgaben der Lehrkräfte.
    Es ist nicht möglich, dass die Lehrkraft jeden Tag mit jedem Kind jede Aufgabe bespricht. Das tut sie im Unterricht auch nicht und Kinder schaffen es, selbst Aufträge zu lesen und selbstständig Aufgaben zu beginnen.

    Die Erwartungshaltung an das Distanzlernen ist recht unterschiedlich. Lehrkräfte, die das eigene Kind nicht direkt beschulen, werden als nicht existent erlebt, unabhängig davon, wie viele andere Aufgaben die Lehrkraft übernimmt oder wie viele Angebote sie stellt.

    Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist auch, dass Kultusministerien ehrlich mit der Arbeitszeit der Lehrkräfte umgehen. Das gelingt jedoch auch ohne Pandemie bisher nicht. Nun führt es dazu, dass Lehrkräfte gleichzeitig Präsenzunterricht und Notbetreuung verrichten sollen, die anderen Schüler per Videokonferenz oder Telefon kontaktieren, das Büro der Schule besetzen und eine Präsenzsprechzeit absolvieren sollen – alles möglichst gleichzeitigen der Zeit zwischen 8 und 13 Uhr – so die zeitlichen Vorgaben des Ministeriums.
    Gleichzeitig liegt die Statistik vor und es ist bekannt, dass angesichts des Lehrkräftemangels zu wenige Lehrkräfte in den Schulen sind und selbst der Präsenzunterricht nur mit Mühe besetzt werden kann. Auch das könnte man viel ehrlicher kommunizieren.

    Wenn Lehrkräfte Unterricht halten, ist genau das gerade ihre Aufgabe. Die Vorbereitung und die weiteren außerunterrichtlichen Aufgaben bestehen auch in der Pandemie, es sei denn, das Ministerium setzt sie aus, hat es aber nicht.

    Alles, was dazu kommt, müsste dazu führen, das Unterricht gestrichen wird:
    Ist das Büro zu besetzen, kann die Lehrkraft in dieser Zeit keinen Unterricht halten – 5 Std am Tag weniger, also eine Klasse zu Hause.
    Muss zusätzlich Notbetreuung gewährt werden, für die keine zusätzlichen Kräfte zur Verfügung stehen, weil die Schule diese auch sonst nicht hat (kein Ganztag, keine Verpflegung, keine Erzieher, kein Hort, keine Hausaufgabenhilfe…), dann muss dieses Personal eingestellt werden – generell – das ist nicht Aufgabe „der Schule“, sondern eine politische Entscheidung und nachfolgend Aufgabe des Landes oder der Kommune.
    Wenn Lehrkräfte nun diese Aufgabe der Notbetreuung übernehmen sollen, fällt Unterricht aus: 5 Stunden am Tag weniger, eine Klasse zu Hause.

    Die Arbeitszeit der Lehrkraft ist in dieser Zeit an die anderen Aufgaben gebunden – 5 Zeitstunden am Tag. Die restliche Arbeitszeit ist theoretisch nicht mehr lang und soll für alle anderen Aufgaben ausreichen: Erarbeiten neuer Aufgaben für das Distanzlernen, Korrektur der Schülerarbeiten und Rückmeldung sowie alle anderen Aufgaben, die sonst anstehen.
    Und ja: Das ist im Alltag ohne Pandemie auch nicht zu schaffen, deshalb leisten so viele Lehrkräfte so viele Überstunden, die niemand zählen möchte.

    • Palim – Analyse total richtig! Aber was folgt daraus? Oben gabs schon einen Beitrag dazu an Ihre Adresse.
      Hier nochmal zugespitzt: „Dienst nach Vorschrift – nach stadtweit abgestimmter Definition, was GUTE ARBEIT ist“. Und dann klar formulierte und ÖFFENTLICH mitgeteilte Abstriche dort, wo es NICHT direkt Kinder und Eltern betrifft.

  13. Wenn Sie von „Präsenzunterricht ums Verrecken (durchaus buchstäblich)“ schreiben, Frau Weisband, wie viele Schüler/innen wurden Ihnen schon genannt, die aufgrund der Teilnahme am Präsenzunterricht „verreckt“ sind?

    • Wirklich nachweisen kann man das nicht, aber ich schätze, dass seit Beginn des Lockdowns light ca. die Hälfte der Toten auf Kosten der ungeschützt offenen Schulen geht. Das sind über 10000.

      Natürlich sind es nicht die Kinder, die hier sterben, sondern (selten) ihre Eltern und vor allem ihre Großeltern. Ebenso die Bewohner von Altenheimen, in die das Virus über die Eltern von Schulkindern gekommen ist. Und all jene, die von diesen Infektionsketten auch erwischt wurden.

      Es ist naiv, eine Pandemie isoliert an einem Ort zu betrachten. Jede Weitergabe des Virus hat Folgen. Vielleicht nicht direkt beim „Empfänger“, sondern erst später, aber all das sind Dinge, die nicht passieren würden, wenn das Virus in der Schule nicht weitergegeben würde.

      • Eine solche Schätzung entbehrt jeglicher Grundlage. Genauso könnten es 10 anstelle von 10000 sein. Das kann keiner wirklich beurteilen. Genauso könnte man argumentieren, dass die offenen Grenzen für alle Corona Todesfälle in D verantwortlich sind, da ja das Virus bei komplett geschlossenen Grenzen nicht herein kommen könnte.

  14. Das schulische Lernen ist in Deutschland komplett veraltet.
    Schule läuft immer noch wie vor 40 Jahren: die Lehrer hangeln sich von Stunde zu Stunde und jeder Lehrer macht, was er meint – wurschtelt also allein vor sich hin.

    Kontrolle gibt es null.

    Ich habe bei den Engländern gelernt, mit Wochenplänen (immer 4 Wochen) zu arbeiten. Da ist alles transparent – die Schüler wissen was sie lernen müssen und können sich selbst aussuchen wann sie was machen.

    Im englischsprachigen Raum ist diese Art des Lernens „Standard“.

    Für den Fernunterricht habe ich die Wochenpläne mit Hinweisen wo man was nachlesen kann und YouTube Videos ergänzt.

    Gute Schüler schaffen das allein. Schlechtere brauchen Unterstützung, die ich in Videokonferenzen gebe – zweimal pro Woche in kleinen Gruppen a 40 Minuten.

    Das ist erfolgreicher als Präsenzunterricht, weil die Schüler nicht miteinander quatschen können und konzentrierter zuhören. Denn für das echte Lernen ist es im Präsenzunterricht viel zu unruhig.

    Im 1. lockdown habe ich damlt mit allen Klassen alles geschafft was im Lehrplan steht.

    Natürlich hat Schule auch eine soziale Funktion und ich finde es auch besser, die Schüler „in echt“ vor mlr zu haben.

    Aber solange es in den Schulen null Arbeitsschutz gibt (das, was der Staat von der Wirtschaft verlangt, leistet er selbst nicht) und die Lehrer erst im 3. Quartal geimpft werden sollen sehe ich nicht ein, meine Gesundheit oder vielleicht sogar mein Leben dafür zu riskieren.

    • Die Lernansätze sind gut und entsprechen eher der Lebenswirklichkeit. Das deutsche Schulsystem ist marode, hierarchisch, veraltet. Viele Lehrer (insb. ältere) verstehen immer noch das Lernen als Notengebung, Bestrafung, Frontalunterricht und Bearbeitung der Arbeitsblätter bzw. der Lehrbuchseiten, und als Still- und Schreibarbeit. Selbstständiges und interessenbezogenes Lernen am PC oder am Smartphone (anhand der Lernsoftwares, Lernvideos, Wikipedia etc), Projektarbeit, Vorträge halten, Unterricht an außerschulischen Orten (Wald, Bauernhof, Museum, Unternehmen, Behörden) wird viel zu wenig praktiziert. In der Pandemie habe ich als Mutter mit akademischem Hintergeund und einem Teilzeitjob festgestellt, dass mein Kind die Schule eigentluch nur für soziales Lernen braucht, ansonsten kann es sich das schulische Allgemeinwissen mit meiner Unterstützung und mithilfe des Internets aneignen. Fazit: die Schulpflicht/Präsenspflicht ist aus meiner Sicht überflüssig und sollte in Bildungspflicht umgewandelt werden. Insbesondere in der Pandemie könnte die Schulpflicht ausgesetzt werden, die Eltern sollten entscheiden können, ob sie ihr Kind mit Maske und mit dem Gesundheitsrisiko in die Schule schicken wollen/müssen oder nicht. Dann würde sich automatisch auch die Schülerzahl in einer Klasse reduzieren. Als Mutter macht mich diese Hilflosigkeit nicht entscheiden zu dürfen, wo und wie mein Kind am besten lernen kann, wahnsinnig.

      • @L.F.: „Viele Lehrer (insb. ältere) verstehen immer noch das Lernen als Notengebung, Bestrafung, Frontalunterricht und Bearbeitung der Arbeitsblätter bzw. der Lehrbuchseiten, und als Still- und Schreibarbeit.“ Zitat Ende.
        Dagegen L.F. möchte ich mich, auch im Namen der anderen, älteren Kollegen, verwahren! Ich bin nun 66 Jahre alt und habe meine Dienstzeit soeben erneut verlängert, in der Hoffnung, noch einmal „normalen“ und lebendigen Unterricht machen du können. Dazu lade ich Sie herzlich ein, ob der Unterricht wirklich aus den, von Ihnen genannten Inhalten Besteht. Ein Glück, dass Sie „als Mutter mit akademischem Hintergrund“ keine Vorurteile haben.

        • Stimme Ihnen voll zu, alter Pauker. Auch ich bin eine ältere Kollegin und sehe keine Unterschiede zwischen den jüngeren KollegInnen und mir, was die methodischen Kompetenzen und Einstellungen – auch digital – betrifft. Das betrifft auch meine anderen älteren KollegInnen an der Schule.

    • Wochenplänen als Orientierung und Überblick über die Lerninhalte sind grundsätzlich sehr sinnvoll. Mein Kind sagte mir, dass es große Sorge hätte, mal 2-3Tage im Unterricht zu fehlen, da die Themen teilweise so schnell abgearbeitet werden. Es wünsche sich mehr Klarheit und Überblick. Das würde die Kinder auch befähigen sich selbstbestimmter Lerninhalte zu erschließen. Und das sollte doch Ziel der Bildungsarbeit sein. Vielfach geht es doch weiterhin nur um das Hinarbeiten auf die nächste Lernzielkontrolle, und dem Erwartungshorizont entsprechend (auswendig) gelernt zu haben. Es ist oft nur traurig, wie sehr die intrinsische Motivation unter Anpassungsdruck, dem durch die Notengebung (nicht als Orientierung-, sondern als Druckmittel) Nachdruck gegeben wird, verkümmert. Es gibt so viele wunderbare kreative Kinder und Jugendliche, die mit ihren (auch unorthodoxen) Gedanken dem Unterricht viele wertvolle Impulse geben könnten. In den großen Lerngruppen bleibt aber kaum Zeit und Raum, darauf einzugehen. Dieses Bildungssystem erschöpft, und es ignoriert nicht erst seit Corona wissenschaftliche (pädagogische und psychologische) Erkenntnisse, die nicht der eigenen Ideologie und dem engen Finanzrahmen entsprechen. Da können noch so viele Vergleichsarbeiten geschrieben. Mehr des Gleichen führt zu keiner Veränderung. Die Bildungspolitik vergleicht sich, vergleicht die Kinder und ist nicht bereit, sich inhaltlich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Sie will wirtschaftlichen Interessen entsprechen und gesellschaftlichen Missständen begegnen, indem Kinder tagsüber in den Bildungseinrichtungen fremdbetreut werden sollen und lässt die Kernaufgabe nebenher laufen. Was dabei aus dem Blick gerät sind die ureigensten Bedürfnisse der Kinder nach Nähe, Anerkennung und persönlicher Wertschätzung als Grundlage einer echten Bindung und Bildung.
      Kind: „Wann wird denn mal aus unserer Perspektive gedacht.“

      (Dies ist eine Kritik an die Bildungspolitik und an dem Bildungssystem, nicht an die Lehrer und auch Erzieher, die sich mit Herzblut täglich an der „Quadratur des Kreises“ abarbeiten müssen.)

    • Ich kann mir so manches vorstellen, was ich in der Schule und für den Unterricht gerne anders hätte.
      Mit Wochenplänen oder Arbeitsplänen wird an sehr vielen Schulen gearbeitet.

      Nicht vorstellen kann ich mir, dass man in der Not auch noch beginnt, komplett neue Systeme zu erdenken und einzusetzen. Alles, was selbstständige Arbeit erfordert, geht nicht von heute auf morgen, da man es Kindern erläutern und vermitteln muss.
      Da reicht es gerade, dass man einiges aus dem Präsenzunterricht in andere Formen bringen muss.

    • Ein Wochenplan bedeutet, dass die Eltern diesen runterbrechen müssen auf einzelne Tage.

      Die Lehrkräfte übertragen damit ihre Aufgabe an die Eltern.
      Ausnahmekinder teilen sich die Aufgaben vielleicht selber ein.
      Die Masse macht die Aufgaben auf den letzten Drücker oder eben gar nicht.

      • Kinder, die Wochenplanarbeit kennen, wissen auch um die Absprache zur Einteilung. Da reicht in der Schule, dass man die Weiterarbeiten ankündigt, manche Kinder benötigen einen Impuls, z.B. „Woran möchtest du heute arbeiten“.
        Neben den Wochen- oder Arbeitsplänen für die Schule kann man solche auch für Hausaufgaben zusammenstellen. So ist der Umgang damit allen bekannt und man kann sich die Aufgaben einteilen, mal mehr machen, mal weniger, weil Arztbesuch, Verabredung oder Hobby an einem Nachmittag mehr Zeit in Anspruch nehmen werden.

        Kinder, die das nicht kennen, benötigen mehr Hilfestellung, die kann man aber auch in einem Arbeitsplan vermerken, indem man Tage kennzeichnet oder Arbeitszeiten vermerkt.

        Auch da ist wieder die Frage berechtigt: Was haben Sie sich denn vorgestellt?

        Mir ist aufgefallen, dass sich Rituale und Arbeitsweisen, die in der Schule selbstverständlich sind, zum Teil nur schwer auf das häusliche Lernen übertragen lassen.
        Gerne kommt es dabei zu Missverständnissen und den Kindern längst bekannte Methoden erscheinen ihnen plötzlich völlig unverständlich.
        Auch die Differenzierung, die auf vielfältigste Weise am Vormittag erfolgt, ist im Distanzlernen nur mit großem Aufwand abbildbar. Vielleicht fällt auch einfach der Aufwand stärker auf, für den Präsenzunterricht stemmt man ihn nämlich auch.
        Ohne die Differenzierung wird es aber nicht möglich sein, die SchülerInnen angemessen zu beschulen. Da muss man – wie sonst auch – jedes Mal abwägen, wie viel Aufwand notwendig, aber auch leistbar ist.

      • „ Die Masse macht die Aufgaben auf den letzten Drücker oder eben gar nicht.“
        Haben Sie das in Ihrer Schulklasse so erlebt?
        Die meisten SchülerInnen sind darum bemüht, die Aufgaben gut zu erledigen und rechtzeitig abzugeben.

        In meiner Wahrnehmung sind es bei verpflichtend gestellten Aufgaben nur einzelne, von denen keine Aufgaben erledigt werden.

        • @Palim
          Ich denke Sie schätzen die Situation weitgehend korrekt ein.
          An der Grundschule gehe ich jedoch von einer großen Beteiligung der Eltern bei den Hausaufgaben aus.
          .
          Nach der Grundschule reduziert sich das.
          Manchmal organisieren die Kinder sogar ihren eigenen Nachhilfeunterricht im Bekanntenkreis für die ganze Klasse. Dank moderner Medien.

          Dennoch, schon Hausaufgaben in der Nachmittagsbetreuung waren, nach allem was ich bisher erlebt habe, ein Vollkatastrophe die in meinem Bekanntenkreis oft zum Wiederholen einer Klasse geführt hat.
          Es gibt wohl eine große Dunkelziffer an Kindern, die Unterstützung bei Hausaufgaben und Selbstorganisation benötigen. Meine Kinder gehören dazu.

          • Nachmittagsbetreuung ist (hier) eine Betreuung, also Aufsicht, über die Kinder.
            Für eine Gruppe in Klassenstärke gibt es eine Aufsicht in dem Raum, wo die Kinder 1 Stunde Zeit haben, ihre Aufgaben zu erledigen.

            „Hausaufgaben-Hilfe“ wäre etwas anderes, vielleicht 4-6 Kinder und jemand, der ihnen hilft, die Aufgaben zu bewältigen. Es wäre schön, wenn dies an jeder Grundschule für die, die es benötigen, realisiert wäre, in der weiterführenden Schule ggf. auch über „Schüler helfen Schülern“.

      • Das kommt auf die Klassenstufe an und wie viele Lehrer an dem Wochenplan beteiligt waren.
        Wenn man alles Stunden in der Grundschule selbst gibt, kann man den Wochenplan fürs Homeschooling so gestalten, dass man diesen schon als Lehrer vorab auf die Tage verteilt. Das haben wir an unserer Schule auch so gemacht. Außerdem sind dann auch die Rückmeldungen terminiert und eine bessere Kontrolle möglich. Das bietet sich schon von der Warte an, dass man im Homeschooling wesentlich mehr Aufgaben zu verteilen hat als in einem Wochenplan im Präsenzunterricht, der keine Tage vorgibt.
        Sollte das eine Grundschule mit ähnlichen Bedingungen gewesen sein, können Sie das ja zurückmelden.

    • Die Schüler, die im Digitalunterricht pennen, die tun das auch im Präsenzunterricht. Als Schüler wäre mir konzentrierter Digi Unterricht lieber gewesen als zig verschwätzte Stunden. Es ist eine naive Illusion, dass Präsenzunterricht das Optimum ist. Für ehrgeizige oder stille Schüler ist Digi sehr viel angenehmer.
      Die Wochenpläne sind eine sehr gute Möglichkeit, selbst die GS Kinder im Umfeld kamen damit gut zurecht, da die Wochenpläne sehr liebevoll aufbereitet waren.
      Was arme Familien betrifft. Man hatte 9 Monate Zeit, um alle bedürftigen Familien auszustatten. In anderen Ländern hat es reibungslos funktioniert. Warum sollten Kinder und Lehrer diesen Dilettantismus jetzt ausbaden?
      Warum nicht Digital und einzelne Präsenztage für Prüfungen oder Besprechungen? Verbunden mit Freistellungspflicht/Kündigungsschutz, wenn die Betreuung von GS Kindern anders nicht machbar ist. Das ist doch die schlimme Wahl, die viele nur noch haben. Job oder die Gesundheit meines Kindes, meiner Familie.
      Deswegen Distanz, so lange bis die Ärzte nicht mehr Alarm schlagen!

      • Präsenzunterricht ist wesentlich mehr als Frontalunterricht wie Digitalunterricht auch mehr ist als nur bei Onlinekonferenzen anwesend zu sein.

  15. Es geht darum qualitativen Online-Unterricht anzubieten mit dem man die Möglichkeit erhöht die Schule offen zu lassen! In welchem Fall haben die Kinder den mehr Nachteile, wenn sie Wechselunterricht (Präsens -und Onlineunterricht) haben oder eingesperrt in Quarantäne zuhause sitzen!?!

    Zitat:“In der Pandemie sind die Klassen am besten gefahren, die auch sonst relativ selbstständig gearbeitet haben, relativ fachübergreifend, relativ digital. Schlechter ging es denen, die sehr auf Kontrolle, Prüfungen und starre Unterrichtskonzepte gesetzt haben. Aber ersteres sind sowieso merkmale zeitgemäßen und effektiven Lernens. Das Schulsystem muss sich schon lange auf diesen Weg machen. Das jetzt vorzubereiten ist also eine sehr lohnende Investition.“

    Sehen wir es als Chance das Unterrichtskonzept zu modernisieren!!
    Verändetung braucht Flexibilität und keinen Altersstarrsinn!

    Bitte unterschreiben und weiterleiten :

    https://www.openpetition.de/petition/unterzeichner/bildungsgerechtigkeit-und-gesundheitsschutz-in-der-pandemie

  16. Ich als Vater weiß das jedes Kind ab der 5 Klasse ein Handy besitzt und zu meißt zusätzlich ein Tablet (es reicht ja ein einfaches für 100€). Damit könnte man prima Fernunterricht durchführen die notwendige Software Zoom oder MSTeams oder oder gibt es für fast umsonst. Leider hat man den Eindruck das die Lehrer oder die Schule das nicht wollen oder können. .. Ein Armutszeugnis für den Bildungsstandort D.

    • Bitte nicht verallgemeinern. Das stimmt so nicht. Es gibt genug andere Äußerungen und Erfahrungen. Oder haben Sie vermehrt von Schulen gelesen, die sich der Digitalisierung verweigern? Das wird ja regelrecht eingefordert, endlich die Voraussetzungen zu schaffen!

    • Eine Anwendung (Anwendungssoftware – auch Anwendungsprogramm, kurz Anwendung oder Applikation) sollte man dann auch anwenden können.
      Sehe ich mir „logineo“ an und prüfe die zahlreichen Beschwerden meiner Kids dazu, fällt schnell auf, daß scheinbar nicht einmal das Wissen der Lehrkräfte besteht oder geschult wurde, wo z. B. ein Termin einzupflegen ist. Btw. mit „moodle“ war es jahrelang nicht anders.
      Dann „Microsoft Office 365“ jetzt an den Start bringen zu wollen, obwohl seit Mitte 2020 nur noch Microsoft 365 (EU-Recht) vertrieben wird, braucht man dann nicht mehr weiter ausführen.
      Eine Baustelle durch eine neue Baustelle zu ersetzen erscheint mir zumindest nicht zielführend.
      Anwendungshandbücher sind auch als Printausgabe da, diese mal zu gebrauchen, sich in ein Thema einzulesen und komplexe Vorgänge „hinter der Bildschirmanzeige“ in einer Software nachvollziehbar zu machen und zu verstehen.
      Gut gemeint ist bei Lernen auf Distanz daher nicht immer auch gut gemacht.
      Aber halt meine subjektiven Erfahrungen und das POSITIVE: Ich weiß auch von Schulen wo es tatsächlich gut funktioniert.

      • Wer hat denn die Programme vorgeschlagen und eingesetzt?

        Wenn die Ministerien seit Jahren ihr Geld gemeinsam in eine gute Lösung gesteckt und diese verbreitet hätten, hätten wir im Frühjahr nicht nur mit Ankündigungen, aber ohne Soft- und Hardware dagestanden.

        Der Vorschlag ist demnach, dass sich diejenigen, die sich so gut auskennen, an der Entwicklung beteiligen, dabei aber die Praxis des Unterrichts und das Alter der SchülerInnen nicht außer Acht lassen.

        Wo möglich können Apps u.a. genutzt werden, vielleicht braucht es dann bei den jüngeren SchülerInnen auch Elternseminare.

        Der andere Vorschlag: Da, wo es noch nicht möglich ist, wird man auf analoge Materialien zurückgreifen müssen, bis es geht. Dann gibt es eben Lesebücher oder Lesetagebücher.

  17. Es ist schade, wenn man ließt, welchen Respekt Lehrer für sich selbst einfordern, aber gegenüber Eltern (die gerne über einen Kamm geschert werden), anderen Berufsgruppen (vorallem den Systemrelevanten) bzw. andersdenkenden Kollegen entgegen bringen. Auf der einen Seite sind es die armen Eltern und Großeltern die bei geöffneter Schule zu Hause infiziert werden und womöglich daran Sterben (im Grunde interessiert es doch keinen, es geht jedem einfach nur um sich selbst = menschlich! ) und zum anderen sind die Eltern zu doof, zu faul, zu einfältig sich mit ihrem Nachwuchs zu Hause richtig zubeschäftigen. Wie viele davon aber so hart arbeiten, auch an Heiligabend und Silvester, vielleicht das Highlight „BESCHERUNG“ mit den Kindern 2 Tage vor- oder nachziehen, kennen Sie nicht. Auch nicht das Gefühl!
    Sie messen sich mit anderen Akademikern, sind gefühlt entsetzt, warum Ihnen nicht so ein Respekt entgegengebracht wird, nur das ist nicht richtig. Er ist nur anders! Jede Berufsgruppe spricht ihre eigene Sprache!
    Genauso unmodern ist die Aussage „früher ging es doch auch“ also wirklich, hat sich das Rad nur außerhalb der Schulen weitergedreht? Man kann SuS, LuL, Elternhaus nicht mit vor 40 Jahren vergleichen – die Schule leider schon und genau das ist das Problem. Wenn die Medizin sich so entwickelt hätte, würden wir heute noch bei jeder kleinen Durchblutungsstörungen das Bein amputieren. Seit nicht so feindselig, diese Artikel inklusive aller Kommentare findet man ganz einfach bei Google News, da schnarrcht keiner einfach so in „eurem“ Chat. Ich habe immer vor meinen Lehrern Respekt gehabt, vermittele das auch meinen Kindern, und meine Kinder lieben ihre Lehrer, vermissen Sie regelrecht, da Sie ihnen, mit ihrem Unterrericht ein Konstante geben und ja, dass gaben LuL ihren SuS schon vor 40, 80 oder 100 Jahren – 2020 war komplett neu und anders.
    Ich wünsche ihnen allen einen guten Start ins neue Jahr, bleiben Sie gesund und vielleicht nehmen wir uns alle mal nicht so wichtig….

    • Tut mir leid, Teile des Kommentars sind für mich schwer nachvollziehbar.
      Als Lehrer braucht es schon eine Akzeptanz der Lehrerrolle, damit den Kindern überhaupt etwas beigebracht werden kann. Lehrer haben doch diese Rolle von der Gesellschaft bekommen. Wenn das nun mehrheitlich abgelehnt wird, dann kann jeder seine Kinder zuhause unterrichten.
      Sagen die Lehrer wirklich verstärkt, „Früher ging es doch auch“? Die Schule hat sich schon längst weiterentwickelt. Wir sind in der Schulentwicklung immer bemüht, Schule an gesellschaftliche Zwänge anzupassen, was im Konkreten heißt, dass wir schauen, wo die Probleme sind und versuchen da entgegenzusteuern. Leider werden wir da zu wenig von der Gesellschaft und Politik unterstützt – im Gegenteil – wir müssen uns manchen von der Politik kommenden Vorgaben beugen.
      Das nur einmal so allgemein geschrieben. Konkretes erfährt man, wenn man z.B. hier die Kommentare der wirklichen Lehrer, die von ihrem Alltag berichten, liest.

    • Chris,
      ich bin kein Lehrer und in meiner Wahrnehmung fordern Lehrer keinen Respekt ein, sondern wollen nur nicht mehr beschimpft werden und den Arbeitsschutz, der ihnen in anderen Berufen auch zustehen würde. Kein anderer AG könnte seine Mitarbeiter mit schäbigen Chinamasken vor 30 Jugendliche stellen. Ich bewundere jeden Lehrer, der das mit sich machen lässt. Das ist tägliches Russisch Roulette, das keiner! von denen, die es anordnen, tun würde. Wären die Kultusminister oder präsenzunterricht fordernden Eltern täglich in Klassen, was glauben Sie wie schnell die Schulen dicht wären?!

  18. Chris – das war überfällig! Sage ich als Großvater und Lernexperte – nicht L.
    EIn gesellschaftliches Problem – hier die PANDEMIEabwehr – wird in dem Maße schwieriger und belastender, je mehr Streit unter den verschiedenen Gruppen der WIRTSKÖRPERN herrscht.
    Eltern – Lehrerinnen und Lehrer – ältere SuS mit eigenen Ideen – ALLE ZUSAMMEN bringen es voran = auf Stadt- und Gemeindebene GEMEINSAM entwickeln u n d MACHEN!!!!

  19. Puhhhh, jetzt kommt wahrscheinlich ein etwas längerer Text.

    Erstmal zu mit: Ich bin Mutter und keine Lehrkraft. Meine Große steht aktuell vor ihrem Fachabitur, mein mittlerer muss sich aktuell um eine neue Ausbildungsstelle kümmern und das Nesthäkchen steht vor dem Übergang an die weiterführende Schule.

    Wie war der Unterricht / die Ausbildung zwischen den Herbst und Weihnachtsferien?
    Die große saß 3mal in Quarantäne wegen Infektionen verschiedener Mitschüler. Sie hat also Aufgaben und Arbeitsmaterial online bekommen, sich überwiegend selbst erarbeitet und den Lehrern gesendet.
    Der Mittlere ( asperger Autist), hat seine Ausbildungsstelle verloren, und muss sich nun neu orientieren. Das gestaltet sich etwas schwierig, da ja Ämter und Hilfsangebote auch kaum noch in normalem Umfang funktionieren, Praktika kaum noch angeboten werden, usw.
    Bei der Kleinen war die Klassenlehrerin erkrankt und die letzten 4,5 Wochen vor den Weihnachtsferien nicht vor Ort in der Schule. Per Email oder Telefon aber immer für Rückfragen erreichbar.

    Von den Kultusministern wird immer betont Präsenzunterricht funktioniert sehr gut in der aktuellen Zeit.
    Meine persönliche Erfahrung ist eine andere. Ist eine Lehrkraft oder ein Mitschüler erkrankt wird zwar nicht mehr die komplette Klasse in Quarantäne geschickt, aber ein Teil. Das hat zum Teil dazu geführt das manche Kinder und Jugendlichen von einer Quarantäne in die nächste geschlittert sind. Im übrigen auch in Kindergärten, wie ich in meinem Umfeld miterleben könnte.
    Ist die Lehrkraft erkrankt findet für diese Vertretung statt, was auch kein Vergleich zu normalem Unterricht ist.
    Durch das ständige Lüften wird immer wieder der Unterricht gestört. Die Klassenräume werden auch kälter als die angeblichen 2 bis 3 Grad die von den Kultusministern immer angeführt werden, es ist zum Teil ein nass-kalter Durchzug. Das führt dazu das die Kinder und Jugendlichen sich ständig mit Jacken und Decken beschäftigen ( an und ausziehen). Auch das stört den Unterricht.
    Dadurch werden zum Teil auch Kinder krank. Diese müssen dann sofort zuhause bleiben und erst 48 Stunden nach symtomfreiheit dürfen sie wieder zum Unterricht. Also auch kein Unterricht.

    Mein Vorschlag :
    Auf die realen Bedürfnisse angepasster Wechseluntericht.
    Geteilte Klassen mit Maskenpflicht für alle Jahrgänge.
    Notbetreuung für Kinder dessen Eltern nachweislich keine Möglichkeit zur Betreuung ihrer Kinder haben. Notbereuung von Kindern die Zuhause nicht gut aufgehoben sind.
    In jeder Schule gibt es Räume die nicht ständig genutzt werden ( Aula, Turnhalle, Kursräume), zur Not Räume in den umgebenden Gemeindezentren nutzen. Dort dann die Kinder vorzugsweise von Lehramtsstudenten betreuen lassen.
    Fächer wie Kunst, Sport, Musik für den Rest des Schuljahres von Plan nehmen und sich auf den Kernunterricht konzentrieren. Im Präsenz dann die Themen den Kindern erklären, Fragen erörtern, die ersten Aufgaben besprechen und die vertiefende Aufgaben auf den Tag zu Hause legen.
    Bei vielen Schulen werden Klassen in der Grundschule mittlerweile von 2 Lehrern betreut, diese sollten dann jeweils die Hälfte der Klasse betreuen. Sollte es dann zu einem Quarantänefall in der Gruppe kommen, geht diese nach Möglichkeit komplett in den Distanzunterricht und die andere Hälfte kann in dieser Zeit täglich zur Schule.

    Das Argument das ja noch kaum ein Kind an Corona gestorben ist, kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Das stimmt vielleicht, aber hat sich schonmal jemand Gedanken gemacht was es mit der Seele eines Kindes macht wenn es das Virus unbemerkt mit nach Hause bringt und daraufhin ein Familienmitglied schwer oder möglicherweise tödlich erkrankt?

    • „Bei vielen Schulen werden Klassen in der Grundschule mittlerweile von 2 Lehrern betreut“
      In welchem Bundesland soll das sein? Das wären ja paradiesische Zustände, was wir schon lange fordern!

      • Komm, ysnp, wir ziehen sofort um und nehmen dann gemeinsam eine Klasse!

        Meine Realität: Wir haben nicht einmal genug Stunden, um den einfachen Stundenplan aller Klassen abdecken zu können, für „Extras“ sind keine Stunden übrig.

    • Man kann nur inständig hoffen, dass das KuMi von Ihren Erfahrungen als 3-fache Mutter liest!

      Vielleicht könnten Sie Ihren Beitrag noch auf den Facebookseiten der Kultusminister/innen teilen. Zumindest für Baden-Württemberg (Frau Susanne Eisenmann) weiß ich, dass eine redaktionell gepflegte Seite gibt.

      Ganz herzlichen Dank, dass Sie Ihre Erfahrung kundtun!

  20. Die meisten Grundschulen haben eine OGS (Ganztagsbetreuung). Warum holt man diese bzw. das Personal nicht mit ins Boot? Bei uns könnten die Klassen geteilt werden. Räume im Ganztagsbereich haben wir genug. Eine Hälfte der Klasse arbeitet dann jeweils betreut von der OGS -Kraft, die andere Hälfte hat „Unterricht“ bei der Lehrkraft, die notwendige Kenntnisse vermittelt, um in der darauffolgenden Stunde mit der OGS Kraft selbständig arbeiten zu können. Wäre so einfach und effektiv. Allerdings müssten die dadurch anfallenden Überstunden in der OGS gezahlt werden. Vielleicht müsste man auch noch auf 1 oder 2 zusätzliche HelferInnen aufstocken. Ich würde mir genau dafür ein Budget für Schulen wünschen. Dann hätten wir das Problem schnell gelöst. Nicht an jeder Schule ist das Gleiche möglich. Es wäre jedoch ein Fortschritt, Schulen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, damit jedes System für sich das Bestmögliche nutzen kann!

    • Ein guter Vorschlag, der wenigstens dort hilft, wo Ganztagsschulen eingerichtet sind und sogar eigene Räume haben.
      An anderen Schulen braucht es weitere Räume, die angemietet werden müssten.

      Dass man dem Personal, das an den Schulen ist, eine Erweiterung der Verträge anbietet und dabei auf Nachteile verzichtet, wäre auch eine gute Möglichkeit gewesen.

      Vielleicht hätte man an allen Schulen auch die Möglichkeit des FSJ eröffnen können, für die dann das Land die Finanzierung trägt, sodass es keine Konstrukte mit Sportvereinen bräuchte. Auch an Halbtagsschulen könnten darüber Angebote eingerichtet werden, die sonst nicht möglich sind.
      Im Alltag wäre es reguläre Hausaufgabenhilfe, während der Pandemie hätte es eine Hausaufgaben-Sprechstunde sein können.

  21. Erst einmal vielen Dank, Frau Weisband, für Ihre Gedanken und Ihr Engagement. Es ist sehr interessant eine solche Debatte zu verfolgen.

    Mir fällt vor allem auf, dass jeder aus einer anderen Perspektive argumentiert und damit die „Schuldigen“ an unterschiedlicher Stelle sucht…
    – die Politik argumentiert hausgemachte Probleme am liebsten weg oder schiebt sie der Opposition in die Schuhe. Die Akteure selbst fragen sie nicht – user-zentrierte Bildungspolitik, häh, ein Wunschtraum. Daher kann man hier eigentlich keine inhaltliche Debatte erwarten. Die Bildungswissenschaften weisen seit Jahrzehnten auf die Probleme hin (Lehrermangel, Notenwahn, Frontalunterricht, Materialdefizite…), die jetzt allen auf die Füße fallen. Klar, dass von dort jetzt keine großen Zugeständnisse kommen, sondern eher Flickwerk im Vordergrund steht.
    – Die Lehrkräfte wiederum diskutieren hier als arbeitendes Individuum, welches sich selbst verteidigen muss, da es ihr Chef nicht tut. Durch Zeitmangel, steigende Schülerheterogenität, vernachlässigten Arbeitsschutz – die Liste ist lang – sprechen hier zutiefst unglückliche Arbeitnehmer. Motivierte Lehrkräfte verhungern zu oft am langen Arm der Ministerien und Behörden. Zugegeben, Kinderschützer sind sie meist auch nicht. Die wenigsten möchten sich der Rolle der Erziehung annehmen, wo sie doch aber nicht nur im Lehrplan verlangt, sondern allein aufgrund der Schuldauer auch nötig ist. Ansonsten wäre die Bezeichnung Pädagoge tatsächlich fehl am Platz. Also alles zusammen eine Aufgabe, der man nicht gerecht werden kann.
    – Eltern wiederum sprechen in der Coronazeit aus der hilflosen Position eh alles hinnehmen zu müssen. Jahrzehnte hat man Eltern mit Schulpflicht und Elternzeit geformt zu Arbeitnehmern, die ihre Kinder schon nach wenigen Jahren in den verantwortungsvollen Schoß des Staates übergeben. Eine Wahl hatte man ohnehin nicht und auch heute nicht. Wenn dann über die Verantwortung der Eltern gesprochen wird, dann muss man im gleichen Atemzug vom Einlösen der Versprechungen reden. Schulpflicht und Lehrplan lesen sich wie ein Gedicht. Schon lange hakt es an der Umsetzung, aber in der Pandemie ist alles vergessen. Arbeiten sollen Eltern aber bitte trotzdem. Zwangsläufig häufig von Zuhause, aber deswegen nicht weniger beschäftigt. Kinderbetreuung und Unterrichten nebenher sind nicht machbar.
    – Ja und die Kinder und Jugendlichen, die fragt eh keiner – sind ja weder Wähler noch Arbeitsgeber oder -nehmer. Würde man sie fragen, würden wir realisieren, dass kindliche Bedürfnisse und Bedingungen normaler Entwicklung, gar der Kinderschutz, stark vernachlässigt wurden. Schule ist aufgrund der Schulpflicht historisch gewachsen nicht nur ein Ort der Wissenvermittlung und Leistungsüberprüfung. Es ist DER Ort im Alltag, an dem Schulpflichtige ihren gleichaltrigen (Lern)Modellen begegnen – von diesen Lernen sie nämlich alles, was sie neben dem Wissen (emotionale, soziale, methodische Kompetenzen) im Leben brauchen. Bis zum Schuleintritt werden sie vom Elternhaus maßgeblich geprägt. Das ändert sich aber mit dem Schuleintritt. Kein digitales Lehrer-Lernformat kann das ersetzen.

    Was heißt das jetzt? Ganz schöne Zwickmühle… Ein Kompromiss wäre Wechselunterricht – Politik muss nichts ändern, Lehrkräfte bekämen zumindest ein wenig Arbeitsschutz, Eltern bisschen Unterstützung und Kinder/ Jugendliche ihr soziales Umfeld. Lieber specken wir den teilweise völlig irrsinnigen Lehrplan ab und realisieren die halbe Präsenz als Distanzlernen.

    Wir müssen langsam anfangen aus der Perspektive derjenigen zu reden, um die es geht: SchülerInnen. Es ist ihnen doch so gut wie nichts geblieben: keine Vereine, keine Cafés und durch Kontaktbeschränkung auch wenige seltene private Treffen. Ein digitales Gerät für Schule, eins zum Freunde treffen und eins für die Unterhaltung wird das nicht richten.
    Ich selbst bin Psychologin, auch Mutter und auch Lehrerin. Da ich mich meiner „Erziehungspflicht“ stelle, habe ich in Coronazeiten meinen Beruf aufgegeben. Jetzt weiß ich aber umso mehr wie es Kindern geht – schlecht. Sie machen alles mit, lachen auch dabei, aber die Konsequenzen für sie sind real: soziale Defizite, Medienabhängigkeit, Bildungsdefizite, Ängste, Schulden so lange sie leben…. Darüber sollten wir auch sprechen.

    • Alles richtig.
      Am Anfang der Pandemie wurden den Kindern sogar die Spielplätze verboten.

      Aus den von Ihnen genannten Gründen plädiere ich für einen täglichen auf die halbe Zeit reduzierten Unterricht in 2 Halbklassen nacheinander.

      So würden die Kinder am wenigsten Schaden nehmen und viele Eltern könnten es eher bewältigen als Unterricht im wöchentlichen Wechsel.

    • Insgesamt finde ich Ihren Kommentar gut, weil er sich die Mühe macht, einmal die verschiedenen Perspektiven aufzuzeigen.

      Eine Anmerkung zum Begriff „Pädagogik“ bzw. „Pädagoge“:
      Dieser Begriff ist sehr komplex und wurde und wird unterschiedlich gedeutet. „Erziehungswissenschaft“ beinhaltet in diesem Sinne das ganze schulische Setting, in dem sich der Lehrer als Pädagoge bewegt. Das bedeutet Stoff für die Schüler in ihrem speziellen entwicklungsabhängigen Kontext aufbereiten, gezielt mit den zur Verfügung stehenden Methoden zu unterrichten, die Motivation nicht vernachlässigen, auf die Schüler eingehen, die Schüler verstehen, die soziale Komponente aufgreifen und vieles mehr. Ein Lehrer arbeitet sein Lehrerleben lang um das alles anzupassen und zu optimieren. Der Lehrerberuf ist nicht auf die soziale Komponente spezialisiert, er ist eher schwerpunktmäßig ein „Schulpädagoge“, wenngleich das heute nicht mehr ausreicht und die anderen pädagogischen Bereiche immer stärker mit einfließen.
      Außerdem muss man zwischen den Schularten unterscheiden, in der Grundschule z.B. fließt sehr viel Soziales mit ein, dem das Klassenlehrerprinzip Rechnung trägt. Spezialisten auf das Soziale sind eigentlich die Sozialpädagogen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dagogik

    • Vielen Dank Juha für den sehr guten Kommentar, der m.E. die verschiedenen Perspektiven gut und obkektiv zusammenfasst. Ich sehe es auch so, dass die Kinder/Schüler als gesellschaftliche Gruppe am meisten von den Folgen der Pandemie betroffen sind, obwohl sie selbst am wenigsten durch eine Erkrankung gefährdet sind. Und ich habe immer wieder den Eindruck, dass die meisten Gruppen (Politiker, Schulämter, Lehrer, Eltern) nur ihre eigenen Interessen durchsetzen möchten und wenig Empathie für die jeweils anderen aufbringen. Wenn ein wirkliches Interesse an der Zukunft der Gesellschaft und an Solidarität bestünde, müsste man doch alles mögliche tun um der aufwachsenden Generation ein möglichst normales Leben und Lernen zu ermöglichen.

  22. .

    Keine Schule ohne offen gezeigtes Gesicht und freies Atmen. Nein zur Maskenpflicht im Unterricht und auf dem Schulhof

    .

    Beim Maskentragen ist ungehinderte Sinneswahrnehmung nicht gegeben, das Kind bekommt weniger mit von der Welt, lernt weniger. Eine heranwachsende verdummte Generation sollten wir uns nicht leisten.

    Menschliche Beziehungen gründen auf verbaler und nonverbaler Kommunikation und Interaktion. Um Beziehungen und Vertrauen aufzubauen, sind eine natürliche Mimik und Gestik bedeutsam und notwendig.

    Die Entstehung moralischer Begriffe und Erfahrungen wie Würde oder Rücksicht erfolgt bei Begegnung von Angesicht zu Angesicht und wird durch maskierte Kontakte mit fehlender Mimik massiv gestört.

    Das eine Maske tragende Kind versteht – oder vielmehr missversteht – sich in erster Linie als Gefahr für andere Kinder und Erwachsene und sieht leider auch die anderen Kinder vorrangig als eine Gesundheitsgefahr an.

    Ein neu in eine Klasse kommendes Kind kennt noch niemanden und sieht sich 27 Augenpaaren gegenüber, 27 kindähnlichen Wesen, die nur dumpf sprechen oder ins Schweigen verfallen sind. Am ersten Schultag einer fünften Klasse begegnen einander 28 Maskenkinder.

    Kindertypische gelegentliche kleinere Atemwegsinfekte wie bei einer simplen Erkältung heilen beim Maskentragen nicht mehr schnell aus. Keime an der Maske können andere Krankheiten verursachen. Neue oder verstärkte, beim Kind vorher bekannte Allergien sind möglich.

    Das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung verändert die Hals- und Kopfhaltung der Schülerin oder des Schülers, was zu Muskelverspannungen führt, die wiederum Kopfschmerzen sowie Wahrnehmungs- und Lernbeeinträchtigungen begünstigen.

    Wut, Verzweiflung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen können Folge des Maskentragens sein.

    Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH) am 15. August 2020

    .

    • Und? Was soll das aussagen?

      Soll das eine Begründung dafür sein, jetzt den Gesundheits- und den Arbeitsschutz weiter zu ignorieren und weitere zehntausende Tote zu erzeugen?

      Oder soll es eine Kritik an der KMK sein, die es bewusst und gegen den Rat von Fachleuten unterlassen hat, für SICHEREN Präsenzunterricht zu sorgen?

      Wenn Präsenzunterricht so wichtig ist, dann muss man dafür sorgen, dass er sicher und unter Beachtung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes stattfindet. Punkt. Das ist möglich und es gibt dazu funktionierende Ansätze. Wenn man das nicht will, dann ist der Präsenzunterricht offenbar doch nicht wichtig. Die KMK wollte das nicht, also ist ihnen der Präsenzunterricht nicht viel wert. Sie sind krachend gescheitert, aber statt das einzugestehen, versuchen sie nun, auf Kosten der Gesundheit und des Lebens anderer doch Präsenzunterricht zu machen.

      DAS ist der Knackpunkt. Es ist Irrsinn, das Versäumnis der KMK jetzt als Rechtfertigung zu nehmen, Präsenzunterricht gegen Gesundheitsschutz abzuwägen. Vernünftigerweise kann die Abwägung nur heissen: Schulen zu ODER Schulen mit ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen öffnen, die WEIT über das hinausgehen, was an Orten gilt, die man freiwillig besucht. Mindestens braucht man Luftfilter (die auch laufen), Abstand durch kleinere Klassen und Plexiglaswände. Wenn man keine Masken will, muss man zudem auch noch alle Verkehrswege so entzerren, dass auch da Abstand und Luftfilterung gegeben sind. All das ist billiger als die Rettung einer Fluggesellschaft.

      • Danke,
        der Beitrag greift auf, was ich auch hätte schreiben wollen.

        Dazu merke ich an, dass Kinder sich sehr schnell an das Gegenüber mit Maske gewöhnen. Was einem im Frühjahr noch komisch vorkam, ist jetzt „normal“, Kinder stellen sich da schneller um.
        Und sie nehmen durchaus Stimmungen und Gefühle wahr, auch mit Masken.

    • Roy: “Wut, Verzweiflung, Konzentrations-störungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen können Folge des Maskentragens sein“. Das Lesen dieses Artikels verursacht bei mir die gleichen Symptome. Die armen Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehens, die ihr ganzes Leben ohne die Vorzüge auskommen müssen, Mimik und Gestik ihres Gegenübers zu erkennen…die müssten ja alle verdummt sein (Ihre Worte) und sozial inkompetent.
      Ich glaube, unsere Kids kriegen das viel besser hin als manche Erwachsenen.

  23. Lasst es doch jeden alleine entscheiden.
    Wer denkt er kann sein Kind zu Hause unterrichten und damit andere Leben und das eigene retten , dem sollten keine Steine im Weg gelegt werden.
    Da wo es nicht geht sollte man die Kinder zur Schule schicken .
    Ich würde meine gerne zu Hause lehren.

    • Ich habe meine dieses Schuljahr zu Hause unterrichtet (Baden Württemberg). Dennoch braucht man ein wenig Unterstützung der Fachlehrer, z.B. bei unklaren Aufgaben in den Büchern, bei Vorbereitungen für Klassenarbeiten (die werden gleichermaßen bewertet wie die der Kinder im Präsenzunterricht). Die Lehrer weigern sich aber vehement gegen eine Unterstützung online. Selbst wenn es sich um höchstens 10-15 Minuten pro Woche handelt, und die Leerstunden diese Zeit locker hergeben würden. Auch ein Schreiben an das Kultusministerium, dass sich die Lehrer doch bitte an die Vorgaben halten sollen, wurde abgewiegelt.
      Ich erteile der Unterstützung im Heimunterricht seitens unserer Schulen eine klare sechs.

      • „und die Leerstunden diese Zeit locker hergeben würden“
        Welche Leerstunden?

        Wenn Lehrer A nicht in Klasse x steht, steht er in Klasse y.
        In dieser Klasse ist Lehrerin B in Klasse x.
        So wechselt man über den Vormittag verteilt, dass alle Klassen versorgt sind.

  24. Meine Erfahrung ist, dass es am Besten ist, tageweise im Wechsel in die Schule zu gehen – in Halbgruppen. Man kann intensiver arbeiten und die Jugendlichen können (und müssen) zu Hause üben. Diese Übungszeit entfällt dann in der Schule.
    Dieses Verfahren klappt auch mit Schülern ohne Laptop und ohne Internet

    • Richtig! Der wöchentliche Wechsel sollte vollkommen als Möglichkeit aus dem Repertoire gestrichen werden – vor allem bei jüngeren Schülern und problematischen Lerngruppen.

    • Auch ich finde es für die Jüngeren einen gute gute Möglichkeit.
      Man sieht sich häufig und hält darüber den Kontakt,
      Neues kann in der Schule vermittelt und gesichert werden,
      Übungen werden in Teilen nach Hause verlagert,
      am darauffolgenden Tag kann man das Erarbeitete besprechen oder einsammeln und gegen andere Aufgaben tauschen, um sich Ergebnisse genauer ansehen zu können.

      Sind nur wenige Kinder in der Klasse, entfällt die Hälfte der Zeit, die fürs Händewaschen, Verteilen, Einsammeln etc. benötigt wird.

      Bleibt aber immernoch die Zwickmühle, wie Schulen ohne ausreichendes oder weiteres Personal eine Notbetreuung realisieren sollen.

    • Hat eben nur den Nachteil, dass Infektionen über die LuL schnell von einer Hälfte in die andere getragen werden können.

      Zudem ist auch eine halbe Klasse bei Inzidenzen über 50 Irrsinn, wenn es keine Luftfilterung bzw. ausreichende maschinelle Lüftung gibt. Gegen das Aerosolproblem hilft die halbierte Klasse nur teilweise.

      Sinnvoller wäre es, mit einer VOLLBREMSUNG mit den Infektionszahlen so weit nach unten zu kommen, dass es ein leichtes ist, da auch zu bleiben. Dann kann man auch wieder über Präsenzunterricht nachdenken.

      Und: JEDE Art von Präsenz (egal, ob voll oder im Wechsel) muss mit einem Wechsel der Teststrategie verbunden werden. Auch da müssen die Vorgaben des RKI eingehalten werden: Ein Fall in der Klasse, dann ALLE in Quarantäne und ALLE testen. Dazu natürlich auch Quarantäne für Eltern und Geschwister, denn sonst gerät das ganze schnell wieder außer Kontrolle.

  25. @Edward von Roy:

    OK, überzeugt!

    Dann riskieren wir doch lieber, dass die Omas und Opas dran glauben müssen! Und die älteren Mütter und Väter können auch weg! Auch ältere Ärzte, Pfleger, Erzieher, Verkäufer, …
    (Ironie aus)

    Da war doch noch was…
    Ach ja, die mutierte Variante befällt bevorzugt auch jüngere Menschen, schon gehört?

    Ihr altes Geschwurbel aus dem Vorjahr können Sie löschen, die Textbausteine entsprechen nicht dem Stand der Wissenschaft.

    Ich könnte mich eimerweise übergeben, wenn ich diesen unausgegorenen Mist immer wieder zu lesen bekomme.

    Mein Wunsch für 2021:
    Funktionierendes Hirn auch endlich für alle Aluhüte!

    • Die mutierte Variante, die in UK für Infektionszahlen über 50.000 am Tag sorgt, wird sich in Deutschland zurückhalten, versprochen!
      Schließlich sind wir das Land der Dichter und Denker, oder waren es einmal, im 19 Jahrhundert.

      Noch haben wir nur wenige Fälle dieses Virus im Land, und, um mit Trump zu sprechen:
      “ It will go away! It’s like a miracle! We have two cases, and in a week – it’s gone!“

      Und zur Not können wir ja weniger testen! Hat ja auch in den USA super geklappt! Bis jetzt ist nur 1,1 Promille der Gesamtbevölkerung an oder mit Corona gestorben.

      (Ironie off)

  26. Es liegt auch zum größten Teil an unfähigen Lehrern, die nicht wissen, oder wissen wollen wie ein vernünftiger Digitalunterricht aussehen kann. Entweder sie sind zu alt, nicht willens oder schlicht zu faul Digitalunterricht zu leisten.
    Bei uns in der Realschule sagte mir die Französischlehrerin wortwörtlich dass sie aus persönlichen Gründen keinen Digitalunterricht abhalten will. In der Privatwirtschaft wäre das mit Arbeitsverweigerung gleichzustellen und ein Kündigungsgrund! Eben diese Lehrerin weigert sich auch einen MNS zu tragen, mit ärztlichem Attest zwar, aber darf ihr Arzt denn entscheiden wen diese Person im Fall der Fälle anstecken darf? Da der MNS nicht zum Eigenschutz sondern zum Fremdschutz bestimmt ist, sollte diese Lehrerin für die Corona Zeit vom Dienst freigestellt werden, um unsere Familien zu schützen.
    Ebenso unser Mathelehrer, der es zwar nicht direkt zugegeben hat, aber sich im Telefonat herausgestellt hat dass auch er unfähig ist Digitalunterricht abzuhalten.
    Alles in allem ist es schändlich was unsere Kultusministerien abliefern. Seit einem Jahr kennt man nun die Gefahr, und alles was gemacht wird ist den Kopf in den Sand zu stecken und auf Präsenzunterricht zu bestehen. Unfassbar, diese Dummheit und Ignoranz!
    Da das was die Schulen an ‚Fernunterricht‘ abliefern vollkommen gegen §1 Schulgesetz verstößt habe ich erst mal alle Noten angezweifelt, und werde diese NICHT anerkennen. Das sollten im Übrigen alle Eltern machen.

    • Michael H.- in jeder meiner Klassen war mindestens eine Person ärztlicherseits „maskenbefreit“ mit Genehmigung der Schulleitung. Ist echt wenig solidarisch gegenüber den Mitschuler*innen und auch den Lehrkräften. Und gleichzeitig live und digital zu unterrichten funktioniert nur, wenn der Unterricht gestreamt wird. Vorrausetzung: Technik ist vorhanden. Meine privaten Endgeräte werde ich dafür sicherlich nicht mehr einsetzen.

    • Auch hier ist wieder die Frage zu stellen: Was haben Sie denn erwartet?

      Offenbar ist es ja so, dass Sie durchaus Kontakt zu Lehrkräften der Schule hatten, mit denen Sie über Französisch und Mathematik sprechen konnten. Es ist also durchaus so, dass die Lehrkräfte für einzelne SchülerInnen und Erziehungsberechtigte erreichbar sind und sich kümmern, Aufgaben stellen und für Rückfragen zur Verfügung stehen, zudem auch Präsenzunterricht abhalten und die damit verbundenen Aufgaben verrichten. Eine Doppelbelastung, die man als solche wahrnehmen und benennen sollte.

      Bei Ihren Telefonaten ging es jedoch nicht allein um die Inhalte oder Fragen zu Aufgaben, sondern auch darum, auf welche Weise Ihrer Meinung nach Unterricht zu erfolgen hätte.

      Ist es eigentlich in der Privatwirtschaft üblich, dass der Kunde die Mittel der Wahl oder einzsetzenden Werkzeuge vorgibt und die Arbeitszeit der MitarbeiterInnen bestimmt, letztlich aber nur die Leistung wahrnimmt (oder bezahlt), bei der er direkt daneben gestanden hat, die also vor Augen des Kunden erfolgte?

      Schlagen Sie dann doch auch gleich vor, mit welchen digitalen Mitteln Ihre Forderungen zu erfüllen sind, und finanzieren diese aus eigener Tasche, denn das sind die Erwartungen, die an Lehrkräfte herangetragen werden.
      Richten Sie es schulweit in Ihrer Freizeit unentgeltlich ein, auch das resultiert aus Ihren Forderungen.

      „Entweder sie sind zu alt, nicht willens oder schlicht zu faul Digitalunterricht zu leisten.“
      Das wird es sein.

    • Ehrlicher Weise muss man sagen, dass jeder Lehrer einen solchen „Mathelehrer“ und eine solche „Französischlehrerin“ kennt.
      Allerdings muss ich auch sagen, dass ich solche Minderleister auch aus meiner langjährigen Tätigkeit in der freien Wirtschaft kenne und in größeren Betrieben kann man die auch nicht einfach so kündigen, die laufen dann bis zur Rente so durch.

      10-15 % der Mitarbeiter in jedem Betrieb/Schule usw. können als Minderleister verbucht werden. Was soll also eine solche Schelte?

  27. Michael H,
    weil es eine unfähige Lehrerin gibt, ist Distanzunterricht per se Mist?
    Pauschalisierungen bringen nichts. Und wenn Sie sich wegen ein paar Noten vor Gericht lächerlich machen wollen, tun Sie das. Auf mich wirkt das bei den Sterbezahlen dieser Tage befremdlich.

  28. Die Lernplattform „Lernraum Berlin“ ist jetzt schon wieder kaum zu erreichen, so dass ich keinen digitalen Unterricht vorbereiten kann. Ab morgen dann fast ganz abgeschaltet wegen „Wartungsarbeiten“. Die hätte man ja vielleicht auch in den Schulferien machen können! Der Digitalunterricht soll ab dem 04.01.2021 in Berlin durchgeführt werden. Der Zusammenbruch der Plattform am Montag ist wohl vorprogrammiert …

    Wie sieht es in den anderen Bundesländern aus?

    • Die Ferien dauern regulär noch bis zum 10.1. an.
      Aber die Niedersächsische Bildungscloud ist noch nicht an viele Schulen „entrollt“, da kann sie gar nicht überlastet sein, weil sie keiner nutzen wird.

      Unser privater Anbieter hat vorgesorgt und offenbar seine Serverkapazitäten extrem ausgebaut.

  29. @ Alla:
    Wenig getestet wurde ja schon vor den Ferien.

    Wir sind also auf einem guten Weg in Richtung Trump-Country!
    Wenn wir jetzt auch noch den aktuellen Rat des großartigsten Präsidenten aller Zeiten befolgen (nur noch testen, wenn sie in der Notaufnahme liegen und kotzen), dann wird’s was!
    So sinken die Zahlen, ganz sicher.

    P.s.: Auch der Klimawandel ist erfunden („It will cool down!“)
    (Ironie off)

  30. Zum Thema Lernplattform: Schulbeginn RLP im Distanzunterricht heute – Moodle seit gestern Nachmittag nur eingeschränkt nutzbar, heute Vormittag de facto gar nicht. Ministerium schreibt von Hacker-Angriffen.
    Andererseits: Zugriffszahlen sind an solchen Tagen erwartungsgemäß sehr hoch, dann klappt’s nicht, man probiert Laptop, Tablet, Handy-App, immer wieder, nochmal, nochmal… ich habe im Minutentakt geklickt, um reinzukommen oder etwas freizuschalten – da braucht es keine Hacker mehr.
    Der Verdacht, dass die Kapazitäten nicht ausreichend waren, bleibt.
    Und auch da wird natürlich von Eltern und anderen wieder auf die unfähigen Schulen / Lehrer geschimpft werden. Wir hatten interne Fortbildungen zu Moodle das ganze Schuljahr über. Allein an den drei letzten Schultagen in RLP, als man die Eltern bat, die Kinder zu Hause zu lassen, gab es mehrere Moodle-Trainings, weil klar war, dass es 2021 mit Fernunterricht losgehen würde. Und heute, am ersten Tag: Dienstmails zeitweise nicht nutzbar, Schulbox zeitweise nicht erreichbar, Moodle: „heute, 4.1., nicht erreichbar“.

  31. Zum eigentlichen Thema:
    Konzepte sind da, wie haben im Frühjahr aus dem Nichts etwas auf die Beine gestellt, die im Artikel und in vielen Kommentaren genannten Vorschläge sind gut. Man müsste nur endlich mal verbindliche, an den RKI-Empfehlungen orientierte Grenzwerte haben, die die Länder / Landkreise dazu zwingen, bei Inzidenz x genau Unterrichtsform Y zu betreiben. Derzeit: Inzidenz? Egal, alle in die Schule.
    Noch ein Nachtrag zu Notbetreuung und Möglichkeiten, Kinder mit ungünstigen häuslichen Voraussetzungen in der Schule arbeiten zu lassen: Schulbusse fahren in RLP derzeit natürlich nicht…. würde ich einem Kind anbieten / raten, in die Schule zu kommen, damit es hier in Ruhe arbeiten kann, müsste es (ländlicher Bereich) von irgendwem gefahren werden. Gerade für die Familien, wo das häusliche Umfeld nicht lernförderlich ist, eher nicht machbar.
    Da müssten auch Elternverbände aktiv werden: Taxigutschein, ein Bus mit Abstands- und Maskenpflicht für alle) für mehrere Kinder / Dörfer… es gäbe Lösungen.

  32. Wir schreiben hier aneinander vorbei.
    jeder geht von sich und seiner Erfahrungswelt aus.

    Frage ist:
    Was soll Schule leisten?
    (Da gibt es in DE keinen Konsens!)
    Aus Sicht der Eltern?
    Aus Sicht der L?
    Aus Sicht der Schüler?
    Aus Sicht der Wirtschaft? usw.

    Was kann Schule überhaupt leisten?
    (Darüber gibt es ebenfalls keinen Konsens!)
    Ist Schule Sozialarbeiter?
    Wieso kann L nicht Laptops für S beantragen?
    usw. usw.

    Hat Schule VOR Corona das geleistet, was Schule leisten sollte?

    Woher kommen Abbrecher?

    Nun mein pers. Beispiel:
    Mann & Frau & 3 Kinder
    MFH (5 Zimmer Wohnung)
    Miete 1200 EUR
    Unsere Jungs teilen sich 1 Zimmer,
    weil wir 1 AZ brauchen!

    Im selben Haus
    gleich geschnittene Wohnungen
    bewohnt durch 3 Ehepaare (65 – 80 J)
    Miete: 650 EUR /M

    Nachbarhaus
    Junge Fam 3 Kinder
    3 Zimmer Wohnung 750 EUR /M

    Wohngstausch wäre sinnvoll
    und war angedacht.
    Aber bei beiden Familien würde Miete steigen…

    Ja. Es gibt Familien mit keinem Kinderzimmer oder halben KiZi.

    In Schule brechen verschiedene Welten aufeinander
    bei SuS und bei LuL.

    Es ist so Vieles im Argen!

    >> Wir brauchen einfach mehr Verständnis und mehr WOHLWOLLEN für einander.

    #SchulenNeuDenken.

  33. Auch hier aus RLP (Mutter und Lehrerin):
    Per Teams war seit gestern alles klar, meine Tochter hat zwei „normale“ Schultage am staatlichen Gymnasium erlebt, inklusive Videokonferenzen mit den jeweiligen Lehrkräften nach Stundenplan.
    Morgen starte ich mit meinem ganz normalem Unterricht an meiner Schule – über Teams – heute wurden noch letzte Materialien vorbereitet.

    Es gibt genug gute Konzepte, an jeder Schule gibt es Menschen, die sich Gedanken machen. Schade ist, dass diese wahrscheinlich guten Konzepte niemals zum Einsatz kommen! Jede Schule müsste „entfesselt“ werden, die Hygieneregeln so gut es nach ihrer Ausstattung geht, umzusetzen. Wenn aber Lehrer helfen wollen und den Bedarf an digitalen Endgeräten in ihrer Klasse abfragen, um diesen Bedarf weiter an die entsprechenden Stellen zu vermitteln und dann mit dem lapidaren Satz von oben, „das sei nicht ihre Aufgabe,“ abgebügelt werden, dann fällt mir dazu nichts mehr ein! Und diese Beispiele lassen sich offensichtlich endlos fortsetzen, was ich von Lehrerfreunden aus anderen Bundesländern mitbekomme. Traurig, aber wahr! Und alles nur, weil wir meinen, in Deutschland das Rad wieder neu erfinden zu müssen, obwohl andere Länder bereits seit Jahren digital lernen!

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