Künftige KMK-Präsidentin Ernst stellt Digital-Unterricht in den Mittelpunkt

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POTSDAM. Mitten in der Corona-Pandemie übernimmt die Brandenburger Bildungsministerin Ernst die Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz. Auch in Zeiten des Fernunterrichts will die SPD-Politikerin die Frage der Qualität nach vorne rücken.

Setzt auf digitale Bildung: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), ab Januar Präsidentin der Kultusministerkonfererenz. Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will die Digitalisierung des Unterrichts in dem Mittelpunkt ihrer Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz (KMK) stellen. «Der Unterricht muss auch mit Einsatz digitaler Mittel gut sein, damit die Kinder etwas lernen», sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen systematisch erforschen, welche Unterrichtsmethoden geeignet sind, um Schülerinnen und Schüler gut zum Lernen zu bringen, auch auf unterschiedlichem Niveau.» Ernst übernimmt am 14. Januar offiziell die Präsidentschaft von der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Ernst will ihren Vorsitz unter das Thema «Lehren und Lernen und guter Unterricht in den Zeiten der digitalen Transformation» stellen.

«Seit dem Pisa-Schock arbeiten wir daran, die Qualität des Lernens in der Schule zu verbessern»

Durch die Corona-Pandemie habe es zeitweise weniger Anträge zu der technischen Ausstattung der Schulen aus dem Digitalpakt des Bundes gegeben, räumte die Bildungsministerin ein. Inzwischen gebe es jedoch eine große Aufholjagd. «Aber die Technik muss ja auch mit guten Inhalten gefüllt werden.» Daher rücke nun die Qualität des Unterrichts in den Fokus. «Seit dem Pisa-Schock arbeiten wir daran, die Qualität des Lernens in der Schule zu verbessern», sagte Ernst. «Das müssen wir stärker mit der digitalen Technik verzahnen.»

Ihre Sorge gelte dabei insbesondere dem Kernfach Mathematik, erklärte die Ministerin. «Da stagnieren wir nach den Studien bei einem nicht so guten Wert.» Neben verstärkten Bemühungen der Forschungseinrichtungen müsse auch die Ausbildung der Lehrer in diesem Punkt verbessert werden. «Wir haben im Moment in Deutschland die Situation, dass man sich damit schmücken kann, von Mathe nix zu verstehen. Das ist eine unglückliche Legitimierung, die auch nach wie vor die jungen Leute erreicht.»

Doch ohne Grundkenntnisse in der Mathematik komme man nicht gut durchs Leben, betonte Ernst. Dies zeige nicht zuletzt die Corona-Pandemie. «Wir schauen auf Statistiken und Steigerungsraten und da braucht man schon Grundkenntnisse in Mathematik, um solche Daten auch verstehen zu können.»

Während der Corona-Pandemie stehe die Frage des Präsenzunterrichts für die Kultusministerkonferenz ganz oben auf der Agenda. «In der KMK sind alle dafür, dass die Schulen möglichst lange offen gehalten werden können», erklärte Ernst. Dazu sei aber eine Gesamtabwägung notwendig. Denn auch die Schulen müssten einen Beitrag zur Reduzierung der Kontakte leisten.

«Wir wollen erreichen, dass die Schüler auch im nächsten Jahr keine großen Nachteile durch die Pandemie haben»

«Aber wir ringen um bestimmte Gruppen: Wir schauen sehr stark auf die Abschlussjahrgänge», betonte Ernst. «Das haben wir auch im Frühjahr gemacht, als wir diese als erste wieder in die Schulen geholt haben.» So hätten die Schüler ihr Abitur, Mittlere Abschlüsse und berufliche Abschlüsse erfolgreich absolvieren können, alleine in Brandenburg über 50,000. «Wir wollen erreichen, dass die Schüler auch im nächsten Jahr keine großen Nachteile durch die Pandemie haben und erfolgreich ihre Abschlüsse machen können», sagte die Ministerin.

Gelitten habe allerdings in diesem Jahr die Berufsorientierung der Jugendlichen. So habe es nur wenige Schülerpraktika in Betrieben gegeben, auch die großen Ausbildungsmessen konnten nicht stattfinden und es gab laut Ernst einen Rückgang an Ausbildungsverträgen in Deutschland. Daher sollen die Folgen der Pandemie für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im März das Thema der KMK sein. «Wir wollen mit der Bundesagentur für Arbeit beraten, wie die Berufsorientierung auch mit anderen Methoden gut stattfindet und wir appellieren an die Betriebe, dass sie in den Ausbildungsanstrengungen nicht nachlassen», kündigte die Ministerin an. «Damit die Jugendlichen auch 2021 nach der Schule eine gute Perspektive haben.» dpa

Von Selbstkritik keine Spur: Hubig tritt von der KMK-Spitze ab – und zieht eine positive Bilanz („Wir waren immer ein Team“)

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43 KOMMENTARE

  1. «Seit dem Pisa-Schock arbeiten wir daran, die Qualität des Lernens in der Schule zu verbessern», sagte Ernst. «Das müssen wir stärker mit der digitalen Technik verzahnen.»

    Dieser Schock hält aber lang an, wenn man bis heute keinen Plan zur Verbesserung hat! Schaut nur nicht auf andere Länder, da könnte man ja was lernen….Schade das Corona diese Lücken im System nicht nur noch deutlicher aufzeigt, sondern verstärkt. Aber die Verantwortlichen werden sicher noch erkennen, dass ausruhen und hoffen, dass sich SuS sowie Lehrer kümmern nicht die Lösung sondern eine Symptom des aktuellen Bildungssystem ist!

  2. Super die Hubig ist weg und auch die anderen16 KMs sollen sich anschließen und verschwinden. 10 Monate haben sie nichts gemacht an den Schulen, außer Kinder und Lehrer psychisch kaputt gemacht. Sogar Lehrer mussten sterben, wegen deren Versagen, denn die gehen über Leichen. Schulen müssen offen bleiben, nur damit sie faulenzen konnten. Gesundheitsschutz steht an erster Stelle meine Damen und Herren. Wenn ihr KMS einen Funken Anstand hättet, würdet ihr 2021 für andere Minister das Feld räumen, die sich für die Gesundheit unserer Kinder und Lehrer einsetzen.

  3. Hoffentlich macht sie es besser für Schüler, Lehrer und die Familien der Schüler, die auch sehr unter der Kommandozentrale Hubig und ihrer Schulpolitik gelitten haben.

  4. Es ist wirklich unglaublich. Worum geht es denn? Ob eine Präsidentschaft erfolgreich war oder wird? Hier geht es um unsere Kinder und deren Lehrkräfte, die gesund durch die Pandemie begleitet werden sollten. Da sollten persönliche Karriere Ambitionen hinten anstehen.

  5. Die GEW und Kultusminister wirken wie ein festgefahrener Verein, dem so langsam ein Licht aufgeht. Späte Erkenntnisse oder das schlechte Gewissen ?

    Monate zuvor gehörte die GEW als Akteur mit zu den größten Auslösern und Verantwortlichen der Pandemie.

    Deren Bildungs- und Pisawahn und Hin und Her Taktieren kam seit Monaten vor der Schutzwürdigkeit der Bürger und war und ist besonders für betroffene Lehrer eine Qual !

    Aber für 16 Lehrer kommt diese Erkenntnis zu spät.

    Diese Akteure tragen nicht nur die Mit-Verantwortung für den Tod der Lehrer, sondern, dass die Pandemie sich durch die erzwungenen und konsequent aufrechterhaltenen Schulbesuche (siehe Berlin) dramatisch im Land verbreitet hat.

    Das Ergebnis einer „bereits im September 2020“ durchgeführten Untersuchung an einer Hamburger Schule von HPI und UKE (vgl. den Link eines vorangegangenem Beitrags) zeigt, –

    Zitat: „Die Infektionen/Übertragungen haben in der Schule stattgefunden. Von den untersuchten und verwertbaren Proben ist eine hohe Anzahl von identischen Genomsequenzen identifiziert worden. Daher ist die überwiegende Mehrzahl der Übertragungen höchstwahrscheinlich auf eine einzige Infektionsquelle zurückzuführen. Die Möglichkeit, dass der Ausbruch aus unabhängigen Einträgen resultiert kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.“ –

    dass diese Verantwortungslosigkeit und Ignoranz dieser Akteure, bereits 16 Lehrern das Leben kostete !

    Corona wirkt als Vorwand, um das seit langem bestehende schlechte Bildungssystem in Deutschland zu kaschieren – woran das wohl liegt ?

    Selbst wenn Schulen und Kitas bis zu einem haben Jahr geschlossen blieben, glaubt man wirklich unsere Kinder würden dann veröden oder verblöden ?

    Nein, ganz im Gegenteil. Sie könnten ihr Wissen schneller und effektiver im Fernunterricht in Kooperation mit digitaler Technik und ausgewählten Schulprogrammen erlangen. Ihr Bildungsspektrum würde wachsen und sich festigen. Schüler können solche Lernansätze schneller umsetzen, als manche ihrer Lehrer.

    Nicht die Schüler sind das Problem, sondern die Festgefahrenheit des deutschen Bildungssystems und die behäbige Einstellung des GEW im Bildungssystem !

    Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn ein Digitaler Fernunterricht über Corona hinaus sich stabilisieren könnte – der Schulfrust könnte sich auflösen. Unsere Kinder könnten digital Erlerntes besser in sich speichern und lebensnaher anwenden. Wären wieder gelöster, zugänglicher und zufriedener. Schulaggressionen würden sich langsam auflösen.
    Unsere Schüler wären offener und inspirativ für weitere Zukunfts- und Lebensperspektiven.

    Warum will oder kann Deutschland das nicht bieten ?

    Weltweite Bildungsmodelle zeigen wie es geht !

  6. Jetzt rückt die Qualität des Unterrichts in den Focus? Na super – da können Sie dann ja mal wieder tolle Positionspapiere und Handreichungen schreiben lassen, die niemand braucht. Vielleicht sollten Sie erst mal die nötige Hard- und Software plus Wartung für die Schulen organisieren. Denn ohne diese können wir Ihre digitale Unterrichtsqualität weiter mit dem Fahrrad zu den Schülern bringen.

  7. „Wir schauen auf Statistiken und Steigerungsraten und da braucht man schon Grundkenntnisse in Mathematik, um solche Daten auch verstehen zu können.»
    Das ist wohl wahr, aber warum haben die KMs uns in den letzten Monaten so permanent mit heruntergerechneten Zahlen in den Präsenzunterricht gezwungen…immer mit der Aussage, dass ja lediglich 0,01% der SuS und 0,03% der KuK von Corona in den Schulen betroffen gewesen seien. Es ging und es wird weiterhin lediglich darum gehen das Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche an Schulen und Kitas aufrecht zu erhalten, damit die Eltern dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Seit wann haben „Herrschende“ Interesse an einem gut gebildeten Volk? Die fangen womöglich noch an, Ansprüche zu stellen, die Lügen der Eliten zu durchschauen, Vorschläge für Alternativkonzepte zu formulieren, die den Entscheidungsträgern allerdings nicht passen und sie daher mantraähnlich ihre verquere Realitätswahrnehmung herunterbeten – entgegen aller Vernunft.
    An meiner Schule gab es unmittelbar vor Weihnachten die lange angekündigten iPads. Tolle Geräte mit technisch umfänglichen Möglichkeiten, wenn die Stadt und ihre IT-Abteilung als Administrator nicht quasi alle sinnvollen Funktionen gesperrt hätte.Keine fachbereichs-sinnvolle Zusatzapp kann installiert werden, externe Datenträger (selbst, wenn sie von Apple sind) werden vom Gerät nicht erkannt, Eingabestifte zum direkten Schreiben / Zeichnen können nicht installiert und damit verwendet werden, der Zugang zu iCloud, Dropbox, das Einrichten von Mailaccounts…? Nichts davon ist möglich.
    Digitalisierung? Ja, bitte, denn das LaD funktioniert mit dem entsprechenden Engagement recht gut – aber dann sollten die neu zur Verfügung gestellten Geräte auch so weit im System geöffnet bleiben, dass sinnvolles Arbeiten damit auch funktioniert.
    Warum sind die Dinger so dermaßen im Funktionsumfang eingeschränkt?? Unsere Chefs und die Schulträger trauen uns KuK an den Schulen keinen verantwortlichen Umgang zu. Konsequenz: ich gebe das Teil zurück und bleibe bei meinem Privatgerät….das kann ich wenigstens so nutzen, wie die Unterrichtspraxis das erfordert. Chance vertan!!! Sehr schade!!!

  8. Soziales Lernen ist viel wichtiger als Wissen – und das fehlt beim digitalen Lernen ! Man sollte auch nicht schwächere Schüler und Schüler mit Konzentationsproblemen vergessen, die mit einem solchen Lernen hoffnungslos überfordert sind – was sich in deren Zukunft negativ auswirkt ! Es ist schlimm, dass Leute, die nie Lehrer waren und das auch nicht gut beurteilen können, den Ton angeben ! Wie oft war irgendetwas Mode, das dann nach einigen Jahren wieder aufgegeben wurde und Schüler und Lehrer nur durcheinandergebracht hat !

    • „Soziales Lernen ist viel wichtiger als Wissen – und das fehlt beim digitalen Lernen !“

      Das halte ich für ein Gerücht. Soziale Kompetenzen erlernt man in erster Linie nicht im Klassenzimmer, sondern in der Familie, unter Freunden, in Vereinen usw. Was die Einhaltung von Regeln, selbständiges Arbeiten aber auch Gruppenarbeit usw. angeht: das funktioniert selbstverständlich auch digital. Natürlich lässt sich nicht alles von heute auf morgen erreichen, aber irgendwann sollte man mal anfangen, das verstaubte Schulsystem zu reformieren.

      • Ich schreibe aus der Sicht einer Grundschullehrerin in Klasse 3/4. Den Einsatz von digitalen Mitteln als Methodenerweiterung (nicht alleinige Methode, ich bin z.B. gegen reine Ipad-Klassen) im Präsenzunterricht finde ich gut.

        Doch auch hier gilt wie für jede andere Methode:
        – Die digitale Methode muss möglichst optimal zum Lerninhalt passen.
        – Sie muss sinnvolle Kompetenzen schulen.
        Inzwischen wird einiges an digitalen Möglichkeiten angeboten, was man nutzen kann. Allerdings muss auch noch vieles verfeinert werden.

        Voraussetzung für den Einsatz – und die ist oft nicht gegeben – wäre eine einfache Umsetzbarkeit. Dafür braucht es Wlan im Klassenzimmer, schnell greifbare Endgeräte wie Tablet oder Ipad für jeden Schüler, so, wie man halt ein Buch herausholt und eine digitale Tafel oder ein Smartboard. Selbstverständlich sollten die Tools, die man nutzt, für die Altersstufe so gut wie selbst erklärbar sein und den Lehrer nicht stundenlange Vorbereitungs- und Nachbereitungsarbeit kosten.

          • Passt ja trotzdem dazu. Ich muss dazusagen, dass ich kein Lehrer bin. Allerdings halte ich den Stellenwert, den man dem Präsenzunterricht bzgl. irgendwelcher Kompetenzen zuschreibt, für reichlich überzogen. Ist halt praktisch, wenn man die Betreuung auf Dritte abwälzen kann.

            In Deutschland stehen wir doch ganz am Anfang der Digitalisierung (nicht nur der Schulen). Es geht dabei nicht darum, alles nur noch auf dem Tablet/Rechner oder aus der Ferne zu machen.

            Ganz im Gegenteil. Die Lehrkraft sollte die 45 Minuten nicht darauf verwenden müssen, Fakten zu transportieren. Das können digitale Medien auch heute schon leisten. Zuhause. Die Zeit wäre wesentlich besser in das Lernen (Vertiefung, Verständnis und Übungen) investiert. Dann auch gerne ohne digitale Endgeräte.

          • Das geht nur ab einem bestimmten Alter. Zuerst muss man in der Grundschule sich die dazu nötigen Kompetenzen erwerben.
            Es ist schwierig zu verallgemeinern.

            Genauso ist es mit dem oben erwähnten Sozialverhalten. Das sehen wir in der heterogenen Grundschule ganz gut. Es gibt Schüler, die lernen das zuhause, es gibt aber welche, denen muss man das in der Schule beibringen. Und die Gruppe, die nicht die nötigen Sozialkompetenzen mitbringt, wird immer größer. Vereine finde ich grundsätzlich gut, sie leisten wertvolle Arbeit. Dass aber alle Vereine ein gutes Sozialverhalten beibringen, bezweifle ich. Gerade einige wettbewerbsorientierten Sportvereine mit entsprechenden ehrgeizigen Trainern machen das bestimmt nicht.

          • Oh, das war nur als Beispiel gedacht, dass Digitalisierung eben nicht bedeutet, die Kinder nur noch Zuhause vor dem Tablet sitzen zu haben. Vielmehr sollte sie als Chance für Verbesserungen gesehen werden und diese können in ganz unterschiedlichen Formen daherkommen. Eine davon ist eben der flipped Classroom in höheren Jahrgangsstufen. Dann wären evtl. auch individuellere Fördermöglichkeiten gegeben.

            Was das Sozialverhalten betrifft, so sage ich nicht, dass die Kinder in Schulen keines lernen würden oder könnten (ist schließlich wie bei den Vereinen nicht an jeder Schule gleich). Aber es wird ja gerade so getan, als ob in der Schule und nur dort die einzig wahren Sozialkompetenzen erlernt werden könnten.

            Wenn Sie feststellen, dass die sozialen Kompetenzen innerhalb der Familien immer weniger transportiert werden, dann sollten doch die Eltern in ihrer Verantwortung wieder mehr gestärkt werden.

  9. Ich unterrichte an einer großen Schule der Sekundarstufe 1, um die 1000 Schüler, 80 Kollegen, und obwohl wir bereits im Frühjahr bestens für digitalen Fernlernunterricht ausgestattet waren, digitalen Unterricht im täglichen Programm hatten, so wünschen wir uns doch Unterricht vor Ort. Und zu den Zahlen: eine Lehrkraft und kaum positiv getestete Schüler seit März…
    Wer immer noch nach Fernunterricht ruft hat entweder keine Kinder, keine Ahnung oder verschließt sich einfach, dass Kinder unter 12 kaum in der Lage sind die Aufgaben alleine zu bewältigen.
    Unterricht Zuhause bedeutet für Eltern bis nachts arbeiten zu müssen… Auch wir haben täglich bis spät nachts unseren Unterricht vorbereitet, da wir tagsüber unsre Kinder betreuen müssten…
    Das Nachbargymnasium hat übrigens sobald eine positiv getestete Person auftrat gleich die ganze Stufe zu Hause gelassen und komischerweise trotzdem ein Vielfaches an positiv getesteten Kindern gehabt… woran das wohl liegen mag….

    • Angesichts der Tatsache, dass die Zahlen an Ihrer Schule so deutlich unter dem Durchschnitt liegen, kann es für Ihre rhetorische Frage wohl nur zwei mögliche Antworten geben: entweder hatten Sie wahnsinniges Glück, oder aber, was ich persönlich für wahrscheinlicher halte, an Ihrer Schule waren die Verantwortlichen schlicht nicht bereit oder in der Lage, sich bei entsprechenden Verdachtsmomenten auch testen zu lassen. Das würde jedenfalls auch gut zu dem passen, was Sie in Ihrer Argumentation hier an Verantwortungslosigkeit an Ihrer Schule erkennen lassen. Wer digitalen Unterricht ordentlich organisiert, der muss weder selbst bis in die Nacht hinein daran sitzen, noch die Arbeit auf die Eltern abwälzen.
      Auch ich wünsche mir lieber Unterricht vor Ort, aber nicht um den Preis von Gesundheit und Leben der Kollegen, Kinder und Eltern.

    • Wer sagt denn, dass Kinder im FernUnterricht Aufgaben alleine bewältigen müssen? Wenn Ihre Schule für den digitalen Unterricht wirklich so gut ausgestattet ist, dann muss dort kein Kind alleine Aufgaben bewältigen. Im gestreamten, virtuellen Klassenraum ist immer eine Lehrkraft ansprechbar. Kein Kind wird sich selbst überlassen.

  10. Unterricht verbessern? Kein Problem, einfach kleinere Klassen, somit mehr Lehrkräfte und vollkommen überfrachtete Lehrpläne ausmisten. Das wäre mal ein Anfang.
    Stattdessen wird wieder, wie in der Lehrerausbildung, auf Brimborium drumherum großen Wert gelegt. Hauptsache ein iPad für jeden Schüler. Bringt zwar nix, aber klingt halt geil.
    Nach Hubig kann es eigentlich auch nicht besser werden, denn es wird ja eine Ahnungslose durch die nächste Ahnungslose ersetzt.

    • „vollkommen überfrachtete Lehrpläne ausmisten“

      Den Gedanken habe ich als Mutter nun schon seit Jahren.

      Bis auf die nötigen Grundkenntnisse ist meiner Meinung nach jeder weitere Lehrstoff beliebig. Wichtiger als die Vermittlung von Fakten ist das Lehren und Anleiten zum selbstbestimmten und selbstständigen Erarbeiten von neuen Themen/Stoffen. Und für Themen, die man nicht allein erarbeiten kann – Lehren, wo und wie man sich die Unterstützung besorgt.

      Denn das Wissen was man als Erwachsener benötigt ist so verschieden und wechselt innerhalb des Lebens auch häufiger mal.

      Meiner Meinung nach ergeben sich durch die Fokussierung auf das Lernen des Lernens auch weitere positive Effekte. Ich erwähne mal nur die Neugier auf neues Wissen. Ein zutiefst menschlicher Wesenszug, den viele viele Menschen im Laufe Ihrer Schullaufbahn aberzogen bekommen.

  11. Bildung steht in Deutschland weiterhin weit hintenan. „Ich kann kein Mathe, hihi.“ – „Fremdsprachen, nichts für mich, hoho.“ – „X kann das gut.“ – „Streber!“
    Bei dieser Einstellung der Erwachsenen – jetzt kommt noch dazu: „Digitalisierung? Pfui, ganz gefährlich!“ – ist es doch kein Wunder, dass Kinder ihren angeborenen Bildungsdurst aberzogen bekommen.
    In anderen Ländern ist mir im Bildungsbereich das Wort „Streber*in“ nie untergekommen. Aber durchaus „A-Student“ (Einserschüler*in). Lasst uns auch darüber nachdenken, wie wir die Bildungsrepublik in den Vordergrund rücken können, Gelder sinnvoll einsetzen und uns nicht immer hinter Wirtschaft & Co. abstellen müssen.

    • Da haben Sie einen wichtigen Punkt benannt. Zum Thema „Streber“ kann ich nur empfehlen, mal bei Google „Streber Schule“ und „Streber Boehnke“ einzugeben (Streber alleine führte bei mir nur zu „Schrebergarten“ 🙂 ). Da steht Erstaunliches, noch über das hinaus, was Sie oben schreiben. Speziell die Studien von Prof. Boehnke haben ergeben, dass gerade Mädchen in Mathematik oft nicht gut sein WOLLEN, weil sie den Strebervorwurf fürchten, der sie ausgrenzen könnte. Aber alle diejenigen, die immer die Mädchen in die MINT-Fächer locken wollen, und auch die Gender-Aktivistinnen haben davon angeblich noch nie was gehört. Ich denke, man WILL das nicht wissen. Jeder in Deutschland kennt den Strebervorwurf, nur die pädagogische Wissenschaft ignoriert ihn weitgehend. Man kann sogar vermuten, dass dieser Vorwurf sich negativ auf die Ergebnisse bei internationalen Tests wie PISA ausgewirkt hat. Es werden ja immer 15-jährige getestet, genau im richtigen Alter für den Strebervorwurf.
      Zusatz: Bei Studenten gibt’s das so nur in schwächerer Form, aber unser Stipendiensystem signalisiert jedenfalls klar: Um ein Stipendium zu bekommen, empfiehlt es sich nicht, fachlich gut zu sein. Man soll entweder bedürftig sein oder aber aktiv bei einer Partei, einer Kirche, den Gewerkschaften usw. Selbst die Studienstiftung hat traditionell die Leute nach Leistung und sog. „sozialem Engagement“ aufgenommen, aber dann das Stipendium nach Bedürftigkeit ausbezahlt. Das sind falsche Signale. Man sollte vielleicht den Strebervorwurf so ächten wie andere abwertende Beschimpfungen auch (etwa „Judenschwein“, „Kümmeltürke“ usw.).

  12. Bis jetzt musste den SuS der Unterrichtsstoff doch auch schon immer mundgerecht serviert werden, jetzt gibt es eben zusätzlich noch ein „Tablett“, damit das servieren zügiger geht.
    Um die SuS da abzuholen, wo sie stehen – und das ist am Ende der Pandemie ganz weit hinten -, ist so eine Servierhilfe doch eine prima Sache:)

  13. Ich schließe der Meinung von Maggi an.Die Kultusminister sollten alle ihren Hut nehmen.ich spreche speziell für Sachsen.ihr Eltern macht euch endlich stark für eure Kinder. Wenn ihr es nicht tut, macht es keiner .Fordert das zügige Impfen der Lehrer.das ist eine Wichtige Voraussetzung für Normalität des Schulbetriebes ab Januar. Mobile Impfteams müssen an Schulen schnell zum Einsatz kommen

    • @Kerstin Thierfelder: „Fordert das zügige Impfen der Lehrer.das ist eine Wichtige Voraussetzung für Normalität des Schulbetriebes ab Januar.“ – Sehr geehrte Frau Thierfelder, bei dieser Forderung sehe ich mehrere Probleme:

      1. Impfstoff ist zunächst nur in geringen Mengen verfügbar und wird – in meinen Augen völlig zu Recht – zuerst denjenigen Personen mit dem höchsten Risiko verabreicht werden. Das sind – man mag es kaum glauben und hier nur zögerlich auszusprechen wagen – nicht die Lehrkräfte, sondern die Alten (>80 Jahre) und ein Teil des medizinischen Personals und der Pflegekräfte.

      2. Es ist unklar, ob der Impfstoff nicht nur schwere Verläufe, sondern auch Infektiosität verhindert. Schlimmstenfalls könnte eine geimpfte Lehrkraft, ohne Symptome zu zeigen und ohne es zu wollen, als Superspreader reihenweise ihre Schüler anstecken. Das ist zwar ein „worst case scenario“ – aber bevor man das nicht sicher ausschließen kann, bedeutet eine Impfung der Lehrkräfte nicht, dass die Schulen gefahrlos geöffnet werden könnten.

      Deshalb kann man auch nicht den Wunsch nach Schulöffnungen als Argument dafür anführen, dass man die Lehrkräfte unbedingt sofort impfen müsse. Schule wird durch eine Impfung der Lehrkräfte zwar für die Lehrkräfte sicher – aber das reicht einfach nicht!

      3. Denn es geht nicht nur um den Schutz der Lehrkräfte! Wenn die Lehrkräfte geimpft werden, können die Schüler sich trotzdem untereinander anstecken. Wenn die Schüler das Virus dann zu Hause in die Familien eintragen, kann die Epidemie ebenfalls außer Kontrolle geraten – vom menschlichen Leid der angesteckten Eltern und Großeltern gar nicht zu reden.

      Tatsächlich scheinen Daten dazu zu fehlen, wie oft ein solcher Eintrag in die Familien durch Schulkinder stattfindet. Lehrkräfte haben zwar mit einer größeren Zahl an Kindern Kontakt als ein Großteil der Eltern. Eltern wiederum haben mit ihren eigenen Kindern intensiveren und längeren Kontakt als Lehrkräfte. Die Annahme, dass Eltern eine höhere Wahrscheinlichkeit als die Lehrkräfte haben, sich bei einem infizierten Kind anzustecken, sofern dieses Kind ihr eigenes ist, ist also nicht von vornherein unlogisch.
      Die neue Virusvariante aus Großbritannien sorgt unter Umständen gerade unter Kindern für mehr Ansteckungen; auch dazu fehlen meines Wissens (noch) belastbare Daten.

      Es tut mir Leid – ich wünschte, es gäbe eine einfache Methode, um Schulen gefahrlos offenhalten zu können. Aber eine Impfung der Lehrkräfte ist zumindest aktuell eben nicht diese Methode.
      Zu guter Letzt: Bitte bachten Sie, dass ich nicht für Schulschließungen eintrete – mein Argument ist lediglich, dass eine vorgezogene Impfung der Lehrkräfte keine gefahrlose Schulöffnung ermöglicht. Will man die Schulen (halbwegs) sicher offenhalten, muss man auf andere Maßnahmen zurückgreifen.

    • „Fordert das zügige Impfen der Lehrer. …. “

      Danke, hier wird mir einmal mehr klar, dass ich meine Menschenrechte mit Bestehen des zweiten Staatsexamens (ja, und mit Eintritt in den viel zu gut bezahlten und mit viel zu viel Freizeit gespickten Schuldienst) ab- oder sogar aufgegeben habe.

      Warum nicht erst die Eltern impfen? Schulen sind sicher!
      (Dass das Quatsch ist, weiß ich – bin ja kein KuMi).

      Alles schreit nach Digitalisierung – wie die FDP. Digital first, Bedenken second.

      Leute, ungesteuertes Digital Learning (suchten, zocken,…) hat Einfluss auf Sozialkompetenzen, die Hirntätigkeit (Manfred Spitzner), Kommunikationsvermögen usw. Es ist nicht das gelobte Land. Es gibt auch Nachteile, bitte bedenken.

      Zur Zeit scheint es eine coronabedingte Not- und Überbrückungsvariante zu sein, die in der Presse viel her macht und sicher den einen oder anderen skrupellosen Hersteller (seltene Erden – Kinderarbeit; Elektroschrott – ab nach Indien) n o c h reicher macht, doch wenn es wirklich um die Kinder geht – die sollten frühestens ab 14 Jahren damit zu tun haben.

      Aber sie haben sich als Babysitter und Schnuller gut etabliert. Was dabei verloren geht ist der ganze zwischenmenschliche Bereich.

      Menschen lernen von Menschen und durch aktives Tun und Vorbildern.

      Ja, ich weiß die Altersgruppen zu unterscheiden.

      Ich bin auch lieber mit meinen Schülern zusammen als mit Geräten, doch wir haben einen ernstzunehmenden Ausnahmezustand. Deswegen leider ein Ja zu digital.

      Lernen lässt sich nachholen, ein Jahr Verlängerung ist möglich, vielleicht sinnvoll. Ob es bezahlbar ist – wer weiß? Pilot müsste man sein.

  14. Ich halte nicht viel von Digitalunterricht. Meiner Meinung nach kann der Präsenzunterricht durch nichts ersetzt werden. Fernunterricht/Distanzunterricht/Onlineunterricht und wie man es noch nennen mag, kann immer nur eine Ergänzung sein und in Corona-Zeiten eine „Notfallvariante“.

    So wie die kleinen Schüler doch meistens „für den Lehrer“ lernen, vor allem, wenn sie ihn mögen, so brauchen auch viele ältere Schüler den Lehrer, der erklärt, hilft, begutachtet, korrigiert, motiviert und auch einfordert.

    • Und all dies kann Fernunterricht/Distanzunterricht/Onlineunterricht – oder wie man ihn auch immer nennen mag – leisten. In einem virtuellen, gestreamten Klassenraum sehen SuS ihre LuL sogar noch besser als im Präsenzunterricht. In Gruppen wird in den sogenannten Break-Räumen gearbeitet. Arbeitsergebnisse können jederzeit hochgeladen oder im virtuellen Klassenraum geteilt werden. Wer glaubt, dass digitaler Unterricht dem Präsenzunterricht nachsteht, der hat nicht verstanden, wie guter digitaler Unterricht funktioniert.

      • Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass alle Ihre Schüler genauso gut im Digitalunterricht arbeiten? Wie alt sind Ihre Schüler denn?
        Reiner Digitalunterricht ist eine Notlösung für Coronazeiten. Aber Digitalunterricht jenseits von einer Pandemie mit Präsenzunterricht gleichzusetzen stelle ich in Frage. Das gelingt vielleicht höchstens bei erwachsenen Schülern.

        • Ja, ich habe diese Erfahrung gemacht. Und ich mache sie immer noch. Ich unterrichte seit der Pandemie nur noch digital. Meine SuS sind alle erwachsen.

    • Megalodon,
      die lieben Kleinen können ihren Lehrer oder Opi dann ja im KH oder am Grab besuchen. Das ist sicher auch eine prägende Erfahrung.

      • Ich habe Megalodons Kommentar nicht als Antwort auf Corona verstanden, sondern als allgemeine Aussage zum Digitalunterricht, wie sie auch von Frau Ernst getätigt wurde.

  15. Zur Mathematik:
    „müsse auch die Ausbildung der Lehrer in diesem Punkt verbessert werden.“
    Diese Aussage wundert mich sehr.
    Sind nicht in den Sekundarstufen die Lehrer dort studierte Mathematiklehrer?

    Von der Grundschule kann ich sagen, dass wir an den Schulen in den letzten 15 – 20 Jahren einen Riesensprung gemacht haben, was die Qualität des Mathematikunterrichts betrifft. Durch das Programm 2000 und später SINUS- Programm, ausgehend von der Uni Dortmund, hat sich die Qualität des Mathematikunterrichts wesentlich verbessert, wurde von verstaubten Aufgaben befreit und hat zu den Grundlagen des Rechnens viele wichtige Elemente, die mathematisches Denken schulen, mit hineingebracht.
    Vielleicht fehlt jüngeren Lehrern der Fokus auf das systematische Aufbauen der Zahlenvorstellung, das geht in manchen Büchern zu schnell und im Studium wird das wahrscheinlich auch nicht so bewusst gemacht, doch das ist nur eine Vermutung von mir.

    • Ich glaube Mathematik/Rechnen hat das Problem, dass man es im normalen Leben nicht mehr braucht. Also ist es für Kinder auch nicht überlebensnotwendig Mathe/Rechnen zu lernen.
      Die meisten sog. „lebensnahen Beispiele“ sind schlicht bei den Haaren herbeigezogen.
      Wofür muss man Coronastatistiken lesen können, die normalen Zahlen reichen doch aus.
      Der Geldverkehr funktioniert auch bargeldlos, also auch dort muss man nichts mehr rechnen.
      Und wenn in der Werbung die Mehrwertsteuer erlassen wird, dann steht der korrigierte Preis auch schon an der Ware.
      Und Grundrechenarten sind mit dem Handy schnell zu erledigen.

      Macht euch ehrlich – gerechnet wird im normalen Leben fast nichts mehr!

      • Das halte ich für einen Trugschluss, dass man Mathematik nicht mehr im Alltag braucht. Viele junge Leute brauchen heutzutage eine Schuldenberatung, vielleicht weil ihnen der Überblick und auch die Einschätzung (Relativierung) der Dimension der Geldausgaben fehlt. Somit sollte schon eine Zahlenvorstellung entwickelt sein.
        Ohne Mathematik hätte keiner eine Ahnung von einer Größen- und Mengenvorstellung, Raum – Lagebeziehungen, Schaubilder lesen, geometrischen Eigenschaften oder die Kenntnis irgendwelcher Maße um ein paar Beispiele zu nennen. Vielleicht wird es später zu abstrakt und alltagsfern – doch vieles aus der Mathematik bildet eine Grundlage für spätere Berufe (auch handwerkliche) oder Studium.

        • Dann fragen Sie doch mal in Ihrer Familie und Bekanntenkreis wann dort das letzte mal im Alltag irgendwas gerechnet wurde.

          Genau für die Ausbildung, genauer nur für die Berufsschule um die Prüfung zu bestehen und wenn der KFZ-Mechatroniker später im Beruf keine Formeln umstellen kann, dann taugt er wohl nichts? Das Handwerker im Beruf viel rechnen trifft nicht zu.
          Leider brauchen zukünftige Ingenieure die Mathematik im Studium auch nur um das Studium zu bestehen. 90 % der Ingenieure rechnen nicht viel rum. I.d.R. nehmen sie die Daten aus technischen Unterlagen oder sie nutzen Branchensoftware. Höhere Mathematik ist dazu nicht notwendig.

          Die meisten Berechnungen lassen sich mit den Grundrechenarten, Prozentrechnung und Dreisatz durchführen.

          Wie ich darauf komme? Ich habe selber eine Ausbildung und ein Ingenieurstudium absolviert.

          • Wie stellen Sie sich dann einen modernen Mathematikunterricht vor?
            Sollte es das Fach gar nicht mehr geben?
            Oder wie sollten die Inhalte sein?

          • Da wundert mich in diesem Land nichts mehr.

            Aber zur Frage: ich rechne fast täglich. Gehe ich z. B. zum Bäcker, dann weiß ich, was ich zu zahlen habe und muss mich nicht darauf verlassen, dass der Betrag, den die Verkäuferin mir nennt, korrekt ist. Und ja, im Kopf, ganz ohne Handy.

            Ich rechne auch Skonti im Kopf aus oder prüfe den angegebenen Grundpreis beim Einkaufen – der oft genug falsch ausgezeichnet ist.

            Und selbst, wer nicht rechnet, kann Aussagen prüfen und beweisen (Logik). Er weiß, was exponentielles Wachstum bedeutet und muss sich nicht auf Aussagen von Politikern und sonstigen Covidioten verlassen. Er weiß, wie Suchmaschinen zu bedienen sind (Mengenlehre) usw.

          • Klaus: Wann haben Sie denn das letzte Mal an einem Reck geturnt? Warum müssen Schüler denn das lernen? Warum muss es überhaupt Sportunterricht geben? Was im Fitness-Studio gemacht wird, ist etwas völlig anderes als im normalen Sportunterricht. Haben Sie mal das gebraucht, was Sie im Religionsunterricht gelernt haben? Was ist mit klassischer Literatur, mit Geschichtskenntnissen, mit Musik und Kunst usw.?
            Was Sie geltend machen („braucht man im praktischen Leben kaum“), wird immer nur gegen die Mathematik gerichtet, nie gegen andere Schulfächer. Dass es sowas wie Allgemeinbildung um ihrer selbst willen geben sollte, blenden Sie völlig aus. Auch Ingenieure sollten ja keine Fachidioten sein, die nur als solche funktionieren. Im übrigen gibt es Gerüchte, Mathematik würde das logische Denken schulen. Bestreiten Sie das? In welchem anderen Schulfach geht es streng logisch zu?

      • Ja, im Alltag rechnet man oft nicht mehr so viel. Ich nehme mich und meine Kinder davon nicht aus. Warum auch. Immer und überall stehen für die Alltagsrechnereien Hilfsmittel zur Verfügung.

        ABER …
        Ich finde es sehr wichtig, dass ein Grundverständnis für Zahlen, Zusammenhänge und das zu erwartende Ergebnis von Berechnungen gelehrt und nach Möglichkeit auch verstanden wird. Denn so fällt es einem auf, wenn man im Alltag bei Berechnungen Fehler gemacht hat und dadurch Ergebnisse zustande kommen, die nicht stimmen können.

    • ysnp: „Von der Grundschule kann ich sagen, dass wir an den Schulen in den letzten 15-20 Jahren einen Riesensprung gemacht haben, was die Qualität des Mathematikunterrichts betrifft.“
      Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Was meinen Sie genau? Gibt es den „Riesensprung“ auch in den Köpfen der Kinder? Hat sich der „Riesensprung“ auch irgendwie in den Statistiken bei VerA 3 oder IGLU bemerkbar gemacht? Ist es nicht so, dass laut offiziellen Tests dennoch nur etwa die Hälfte der SuS die sog. „KMK-Grundschulstandards“ erfüllt, wenn es in die weiterführenden Schulen geht? Selbst Oberstufen-Gymnasiasten rechnen oft das kleine 1×1 mit dem Taschenrechner, was sehr zeitraubend sein kann. Wer das kleine 1×1 richtig verstanden hat, wird es nie im Leben vergessen und braucht daher keinen Taschenrechner dafür. Ich denke, auch das gehört zum „systematischen Aufbauen der Zahlenvorstellung“ dazu

  16. Irgendwann, ich glaube Ende Oktober, stand im Spiegel im Zusammenhang mit Corona, dass es wünschenswert wäre, wenn auch Politiker exponentielles Wachstum verstünden. Merkel als Physikerin versteht es und hat schon frühzeitig gewarnt. Wäre es nach ihr und nicht nach gewissen Ministerpräsidenten gegangen, hätten, hätten wir jetzt wahrscheinlich weniger Coronafälle. Soviel dazu, dass man Mathematik nicht mehr braucht.

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