Wie geht es an den Schulen weiter? Tepe: Stimmung unter Lehrern ist geteilt – viele fühlen sich verraten, andere wollen Präsenzunterricht

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BERLIN. In den meisten Familien kehrt nun erst einmal Weihnachtsruhe ein. Entspannt ins neue Jahr geht es für viele aber diesmal wahrscheinlich nicht. Denn nach den Ferien droht eine Verlängerung des Lockdowns mit Einschränkungen an Schulen und Kitas. Wie ist die Stimmung in der Lehrerschaft? Geteilt – sagt GEW-Chefin Marlis Tepe. Während manche weiterhin auf Präsenzunterricht setzen, fühlen sich andere verraten.

Wie es nach dem 10. Januar in den Schulen weitergeht, weiß niemand so recht. Foto: Shutterstock

Lehrervertreter machen wenig Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien. «Auch wir rechnen nicht damit, dass vollständiger Präsenzunterricht ab dem 11. Januar wieder möglich ist», sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger. Abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen werde es weiterhin eine Phase des Wechselunterrichts mit halbierten Klassen, Hybridunterricht oder auch Phasen des reinen Distanzunterrichts geben müssen.

GEW-Chefin: Schulen müssen nach Ferienende zunächst im Wechselbetrieb laufen

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, geht von weiter steigenden Infektionszahlen aus. «Also ist auch zu befürchten, dass es mit dem Wechselunterricht länger dauern wird», sagte sie. Ihrer Ansicht nach muss es nach den Ferien an den Schulen zunächst in einem solchen Wechselbetrieb weitergehen – also mit Klassenteilung und abwechselndem Unterricht in der Schule und zu Hause. Viele Lehrkräfte hätten damit inzwischen sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Tepe.

Wie die Schulen nach dem 10. Januar ins neue Jahr starten, ist bisher weitgehend offen. Die Kultusminister der Länder wollen darüber am 4. Januar beraten. Einen Tag später werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer nächsten Gesprächsrunde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise voraussichtlich Beschlüsse dazu fassen. Die konkrete Umsetzung liegt dann aber wie immer in den einzelnen Bundesländern, die für ihre Schulen selbst zuständig sind.

Vereinzelt gab es bereits Aussagen dazu, wie es im neuen Jahr weitergehen könnte. So plant etwa Niedersachsen ab 11. Januar bis zum Halbjahresende am 31. Januar für die Klassen 5 bis 12 mit Wechselunterricht, für die Abiturklassen und Grundschulen mit Präsenzunterricht, allerdings für alle Schüler mit Maske im Unterricht. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bereitete die Schulen in einem Brief kurz vor Weihnachten auf drei verschiedene Szenarien im neuen Jahr vor. In dem Stufenmodell würde es im günstigsten Fall landesweiten Präsenzunterricht geben. Gebauer verwies aber zunächst auf die Beratungen der Länder mit Merkel am 5. Januar.

Alles hängt an der Entwicklung der Infektionszahlen. Gehen die nicht runter, werden viele berufstätige Eltern im neuen Jahr wieder vor den inzwischen altbekannten Problemen stehen: Wer soll auf die Kinder aufpassen, wenn diese zu Hause bleiben müssen? Wie soll es mit dem Homeoffice klappen, wenn man sich tagsüber auch um den Nachwuchs kümmern muss? Für Schüler und Lehrer stellt sich außerdem die Frage, ob und wie es inzwischen mit dem Fernunterricht funktioniert. Und immer wieder wird auch die Befürchtung geäußert, dass benachteiligte Kinder durch fehlende Bildungs- und Betreuungsangebote weiter abgehängt werden.

Karliczek: Besonders auf schwächere Schüler achten – die drohen noch weiter zurückzufallen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek rief dazu auf, in den kommenden Monaten besonders auf die schwächeren Schüler zu achten. «Was mir die größten Sorgen macht, ist die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler, die schon ohnehin Probleme in der Schule hatten, in ihrer Entwicklung in den vergangenen Monaten noch weiter zurückgefallen sind», sagte die CDU-Politikerin.

Bei den Schulschließungen im Frühjahr galt vielerorts noch das Prinzip Aufgabenzettel. Inzwischen wurden bedürftige Schüler zwar mit Leihlaptops ausgestattet, aber vor Weihnachten hatte sich gezeigt, dass es trotzdem noch große Probleme mit dem sogenannten Homeschooling gibt: In mehreren Bundesländern waren zum Start des Lockdowns die digitalen Lernplattformen überlastet und ausgefallen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatten zuletzt versichert, Schulen und Kitas würden die ersten Orte sein, die wieder aufmachen. Aber eine klare Prognose kann derzeit keiner geben. Die noch bis Jahresende amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte den Zeitungen der VRM-Gruppe in Mainz: «Mein Ziel ist: So schnell wie möglich so viel Präsenzunterricht wie möglich.» Schüler lernten am besten in der Schule, nicht zu Hause. Ähnlich äußerte sich auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Dienstag in Stuttgart.

Die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Katja Suding, forderte die Kultusminister der Länder dazu auf, «bis zum 10. Januar jeden einzelnen Tag zu nutzen, um langfristige Strategien für den Unterricht unter Corona-Bedingungen zu entwickeln». Die Minister müssten alles dafür tun, möglichst flächendeckend mit geeigneten Schutz- und Hygienemaßnahmen den Präsenzunterricht sicherzustellen.

„Lehrer versuchen, die Quadratur des Kreises zu schaffen“

Das Thema gehört aber zu den umstrittensten in dieser Pandemie. Politisch war im Sommer die Devise ausgegeben worden, möglichst nicht wieder Schulen und Kitas zu schließen oder in einen Schichtbetrieb zu wechseln wie in der ersten Corona-Welle, mit Verweis auf drohende Bildungsverluste und soziale Nachteile für Kinder und Schüler. Bis Mitte Dezember war das weitgehend durchgehalten worden. Je mehr die Infektionszahlen stiegen, desto lauter wurde aber auch die Kritik von Bildungsgewerkschaften, dass der Gesundheitsschutz von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern nicht genug berücksichtigt werde.

Die Stimmung sei geteilt, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe. «Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die sind extrem besorgt, haben Wut und fühlen sich im Grunde genommen auch verraten, weil sie das Gefühl haben, der Staat nimmt seine Fürsorgepflicht nicht wahr.» Sie verwies auch auf den Fall eines Lehrers in Berlin, der kürzlich nach einer Corona-Infektion gestorben war. Daneben gebe es aber auch Kollegen, die vor allem die Wichtigkeit von Präsenzunterricht betonten, fügte Tepe hinzu. Und es gebe diejenigen, die die Dinge hinnähmen, wie sie seien. «Alle versuchen die Quadratur des Kreises zu schaffen, zwischen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dem Rechtsanspruch auf Bildung und dem Gesundheitsschutz.» Von Jörg Ratzsch, dpa

Nach dem Corona-Tod eines 38-jährigen Lehrers: Lauterbach fordert von den Kultusministern, endlich RKI-Empfehlungen einzuhalten

 

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124 KOMMENTARE

  1. Homeschooling für Grundschulen funktioniert nicht in Grundschulen.

    Die Eltern können nicht mit den Kindern 30 Stunden Hausaufgaben pro Woche machen.

    Warum reduziert man nicht den Lehrplan auf die Hälfte?

    Dann kann man die Anzahl der Unterrichtsstunden halbieren.
    Statt 6 Stunden haben die Kinder nur noch 3 Stunden Schule täglich.

    Die Klassen werden geteilt und in 2 Halbklassen jeweils für 3 Stunden nacheinander unterrichtet.

    Ohne zusätzlichen Distanzunterricht.

    Die Lehrer haben keinen Mehraufwand.
    Nur neue Stundenpläne werden benötigt.

    Der versäumte Stoff kann nachgeholt werden wenn Corona vorbei ist.

    Für die Eltern bedeutet dies dass die Kinder zwar täglich weniger Schule haben, aber die nicht auch noch den kompletten Unterricht durchführen müssen.
    Das ist ein großer Unterschied zum Wechselunterricht mit Distanzunterricht.

    • In der Theorie klingt der Vorschlag erst einmal gut. Da entstehen aber Probleme, die gelöst werden müssen:
      1) In der Grundschule unterrichten viele Lehrer, die kein volles Deputat haben und dann hat man wieder das Problem mit wechselnden Personen in einer Gruppe und somit die Ansteckungsgefahr für alle größer ist. Ein Grundschuldeputat hat 28 Stunden. Viele haben ca. 20 Stunden. Wie soll das gehen? Außerdem hat eine Klasse viel weniger Unterricht als 30 Stunden in der Woche. In diesem Modell würden auch generell die Lehrerstunden fehlen.
      2) Man wird viele Kindern in der Notbetreuung haben, die man sowohl räumlich als auch personell schlecht stemmen kann. Ich sehe bei diesem Modell die Kinder der Notbetreuung der anderen Gruppe zusätzlich in meiner Klasse sitzen. So wird das nämlich bei uns gemacht.
      3) Man kann nicht erwarten, dass der Stoff des Schuljahrs in den Hauptfächern in diesem Modell dann sitzt.
      4) Wie soll man den Stoff nachholen? Durch Zusatzstunden?

    • Präsenzunterricht in Gruppen ist eine Möglichkeit, das kann tageweiser Wechsel sein oder 3+3 Std. je Gruppe je Tag.
      Immer aber ist es möglich, den Kindern über Hausaufgaben, die sie sonst auch haben, weitere Übungen zu geben. Das ist an anderen Tagen auch so.
      Damit käme man ein großes Stück weit und könnte einen großen Teil der Curricula vermitteln.
      Für NDS wurden übrigens in D,Ma,SU Themenbereiche gekennzeichnet, die man zunächst auslassen kann, weil sie im Distanzunterricht nur schwer zu vermitteln sind.

      Es gibt Inhalte, die auch in Grundschulen leicht zugänglich sind, anderes möchte man erklären und im gemeinsamen Präsenzunterricht zeigen oder einüben, bevor man erwartet, dass diese Aufgaben selbstständig gelöst werden können. Dazu bräuchte es Präsenzanteile.
      Anderes kann man, vor allem ab Klasse 3, durchaus nach Hause geben und auch über die Distanz vermitteln oder üben lassen. Das ist über ein paar Wochen möglich, wenn mit SchülerInnen vorab selbstständiges Lernen trainiert wurde, wenn Methoden und Herangehensweisen bekannt sind.
      Man würde als Lehrkraft abwägen, was man in Präsenz erarbeitet und was man zu Hause lernen lassen kann.
      Allerdings braucht man dazu ein wenig Vorlauf. Dagegen stehen die vielen Entscheidungen, die am Freitagnachmittag oder am Vorabend getroffen werden und über Nacht umgesetzt sein müssen.
      Warum können Kultusminister nicht mittwochs entscheiden, was montags gilt?

      Letztlich kann man nicht erwarten, dass die Schule mal eben alles löst, schon gar nicht, wenn die Lehrkräfte sich ständig selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen sollen.
      – Eine Ausstattung mit Endgeräten ist bei uns nicht umgesetzt, viele SchülerInnen haben wenige Möglichkeiten.
      – Arbeitsschutz ist nicht vorhanden. Er wird auch sonst nicht beachtet, in der Pandemie fällt es nun vielfach auf und bräuchte ganz andere Maßnahmen. Wenn es so wichtig ist, Schulen offen zu halten, hätte man alles daran setzen sollen, dass dies auch ermöglicht wird.
      – Die Versorgung mit Inhalten wird extrem erschwert, wenn Lehrkräfte selbst in Quarantäne sind, weil man dann keine Abholpakete in den Schulen zusammenstellen kann – man ist ja in Quarantäne.
      – Die verschlafene Digitalisierung ist – bei allen Bemühungen – nicht so schnell aufzuholen. Jedes „die Schulen bleiben offen“ führt auch dazu, dass Eltern (ggf. auch KollegInnen) sich nicht mit digitalen Möglichkeiten beschäftigen. So kommen JETZT Eltern und sagen: „Können wir nicht“, alle anderen Apelle und Hilfsangebote der letzten Monate wurden überhört.

      Besonders ärgerlich finde ich, dass JETZT auf die Benachteiligten geschaut wird und diese vorgeschoben werden. JA, es gibt Kinder, die weit mehr Hilfe benötigen würden. Diese brauchen sie aber nicht erst seit Corona. Wo sind denn die Hilfen? Wenn es so wichtig ist, hätten Schulen längst flächendeckend Angebote, um diese Kinder zu unterstützen, es gäbe Hausaufgabenhilfe und Unterstützung bei anderem. WENN euch das so wichtig ist, dann gebt den Schulen Mittel und Möglichkeiten!
      Vergesst es nicht nach der Pandemie, auch dann brauchen diese Kinder Hilfe.

      JETZT könnte man diese zusätzlichen Kräfte für die Notbetreuung einsetzen, für die es an den Schulen kein zusätzliches Personal gibt. Die in NDS versprochene schlanke Einstellung von Kräften ist ein Hohn, das Verfahren extrem aufwändig, die Bedingungen schließen viele Personen aus.
      Warum konnte man nicht denen, die mittags die Betreuungszeit übernehmen oder die in den Grundschulen für den Vertretungsunterricht eingestellt sind, eine Erweiterung ihrer Verträge zu den normalen Konditionen anbieten?
      Warum konnte man keine Stellen schaffen, sodass die Schulen weitere pädagogische MitarbeiterInnen bekommen. Bis zum Ende der Pandemie kann man dann überlegen, ob sie im Anschluss bei den Hausaufgaben oder in den Klassen unterstützen, AGs anbieten oder Lehrkräfte bei außerunterrichtlichen Aufgaben entlasten.

      Am Ende ein Hinweis, den ich schon einmal geschrieben hatte:
      WENN allen so wichtig ist, dass die Schulen geöffent werden/ bleiben,
      DANN sollte man es entsprechend forcieren:
      Entweder werden Schulen umgehend entsprechend ausgestattet, sodass durch Maßnahmen und Technik eine Verbreitung des Virus über Schulen möglichst minimiert ist,
      oder man kann Schulen erst öffnen, wenn die Inzidenz unter 50 (20?) liegt. Dann müssten sich ALLE mal daran halten, ihre Kontakte einzustellen und sich, soweit es irgend möglich (und beruflich nicht ausgeschlossen) ist, nur noch den Personen aus ihrem eigenen Haushalt physisch zu begegen.
      Alle, die so gerne Challenges oder Gaming nutzen, um sich zu motivieren: Nehmt es als Herausforderung und führt Tagebuch. Es gewinnt, wer am Ende die wenigsten physischen Kontakte hatte.

      • @Palim
        Was Sie geschrieben haben, sollten sich alle Kultusminister + alle Ihre Mitarbeiter bewusst machen und danach handeln.
        Vielen Dank!

    • @Koogle
      Ich habe es schon mehrfach geschrieben: Distanzunterricht in der GS funktioniert tadellos. Ich selber habe schon 5 Wochen so unterrichtet in Klasse 4, die 3er jeweils 2 Wochen während der Quarantäne, 1er und 2er genauso, hier aber in geteilten Gruppen für jeweils 2 Stunden mit gemeinsamem Abschluss um 12 Uhr. Die 3er und 4er hatten von 8 bis 12 Uhr Unterricht, mit Pausen und Stillarbeitsphasen, aber auch mit Buchpräsentationen, mit kleinen Vorträgen , mit Leseübungen, mit Gedichtvorträgen. Das funktioniert wunderbar. Von 13 bis 15 Uhr hat das Ganztagspersonal übernommen und die Hausaufgaben betreut und Spiele angeboten. So konnten auch die Eltern arbeiten gehen, die waren übrigens sehr dankbar.

    • „Warum reduziert man nicht den Lehrplan auf die Hälfte?“

      Das schlagen Sie immer wieder vor. Wie aber sollen die Kinder auf die weiterführende Schule vorbereitet sein, wenn ihnen so viel Stoff fehlt? Das geht nach hinten los!

    • „Warum reduziert man nicht den Lehrplan auf die Hälfte?“

      Das haben Sie hier schon mehrfach vorgeschlagen, aber nicht beantwortet, wann der übrige Stoff nachgeholt werden soll oder wie die Schüler auf die weiterführende Schule vorbereitet sein sollen, wenn ihnen der halbe Stoff fehlt.

  2. Distanzunterricht an Grundschulen bedeutet:

    Die Schulpflicht wird ersetzt durch ein Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder selber zu unterrichten.

    • Das stimmt so nicht. Viele Eltern meinen, mit ihren Kindern Aufgaben bearbeiten zu müssen. Das müssen sie nicht. Die Aufgaben können so gestellt und kommuniziert werden, dass die Kinder sie allein bearbeiten können. Die Eltern müssen ggf. bei der Technik helfen: Mails abrufen, ggf. etwas ausdrucken, bei der Rückmeldung helfen (z.B. Foto mailen). Das gleiche gilt für Hausaufgaben. Viele Eltern meinen, sie müssten daneben sitzen, erzieherisch ein Fehler. Eltern müssen die Kommunikation zwischen Kind und Lehrer/in ermöglichen, ggf. auch telefonisch. Hier hapert es leider teilweise.

        • Die Technik – ganz genau.

          Aber der Witz dabei ist ja auch, dass sich Eltern (nicht alle, ganz gewiss nicht) beschweren, wenn es mit der Technik nicht klappt, sich aber auch unzufrieden zeigen, wenn ihnen die ABs ins Haus geliefert werden.

          Diese können ausgefüllt in einen Karton am Eingang der Schule geworfen werden, was zu umständlich erscheint – vorher wurde fast jedes Kind mit dem Auto in die Schule gefahren – das ging.

          Generell: Man wird es niemals allen recht machen können. Irgendwo gibt es immer den einen oder die eine, bei dem/der es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht klappt. ABER: Müssen deswegen alle anderen hintenüber fallen?

          Habe ich beim letzten Kommentar leider vergessen –
          der originale Riesenzwerg

      • @Lanayah
        Leider funktioniert das nur in der Theorie.
        Lehrer sind wichtig.
        Die Kinder machen die Aufgaben nicht von alleine.
        Vor allem nicht, wenn das Schulsetting fehlt.
        Wer erklärt den Kindern ihre Fehler? Wen fragen Kinder wenn sie etwas nicht verstanden haben?

        Tut mir leid. Distanzunterricht ist Utopie.
        Gerade Lehrer sollten das wissen.
        Vor allem dann, wenn sie selber Grunschulkinder haben.
        Lernschwächere Kinder bleiben völlig auf der Strecke.

        • Alternative wären Hausbesuche durch die Lehrer.
          Jeden Tag 6 Kinder 1 Stunde lang.
          Schließlich sind wir Eltern auch hunderte Kilometer gefahren um Aufgaben abzuholen und hinzubringen.

          • Toll, dann wird das Virus unter Umständen von Haushalt zu Haushalt geschleppt. Dann können auch gleich alle Kinder in die Schule…

          • Hunderte von Kilometern dürften bei Grundschulkindern kaum zusammenkommen, da diese ja wohnortnah beschult werden. Aber nach dieser Logik dürften bei ihrem Vorschlag bei den LuL ja Tausende von Kilometern zusammen kommen. Und das ohne Dienstwagen. Meinen Privat-PKW würde ich hier nicht zur Verfügung stellen. Das Gesundheitsrisiko bei Hausbesuchen fände ich ebenso unzumutbar für alle Beteiligten, wie Präsenzunterricht ohne Schutzmassnahmen. Aufgaben, die abgegeben werden dürfen durchaus fehlerhaft sein und müssen nicht vob Eltern vorkorrigiert werden. Nur dann kann ich erkennen, was das Kind nicht verstanden hat. Braucht es eine Erklärung, kann ich angemailt werden und stelle in dieser besonderen Situation auch meinen privaten Telefonanschluss zur Verfügung.

        • „Lehrer sind wichtig.“
          Ja, Lehrkräften ist das durchaus bewusst.
          Es sind andere, die das jetzt erst merken … oder nicht bemerken wollen.
          Manchen scheint es weiterhin nur um Betreuung zu gehen.

          „Die Kinder machen die Aufgaben nicht von alleine.“
          Auch das ist Lehrkräften bewusst.
          Zum einen werden die Aufgaben abgegeben, digital oder analog, und durch die Lehrkräfte gesichtet oder nachgesehen – je nach Alter der SuS.
          Zum anderen müssen auch Hausaufgaben erledigt werden und Eltern sollten das kontrollieren. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass Eltern neben den Kindern sitzen müssen.

          „Vor allem nicht, wenn das Schulsetting fehlt.“
          Es geht ja nicht um amerikanisches Homeschooling: Die Aufgaben werden durch die Lehrkräfte gestellt. Es gibt zusätzlich Erklärungen in Papierform, Erklärvideos etc.
          Die Lehrkräfte sind den Kindern bekannt, sie wissen, wo die Aufgaben bleiben und wer sie nachguckt.
          Es geht um eine zeitlich befristete Maßnahme in einer Notsituation.

          „Wer erklärt den Kindern ihre Fehler?“
          Die Lehrkräfte, nachdem sie die Aufgaben gesichtet haben. Tatsächlich ist es von Vorteil, wenn man die Ergebnisse zeitnah sehen und eine Rückmeldung geben kann. Da sehe ich einen Mehrwert über digitale Möglichkeiten.

          „Wen fragen Kinder wenn sie etwas nicht verstanden haben?“
          Die Lehrkraft. Es gibt Telefonsprechstunden und digitale Möglichkeiten. Dazu muss man dann auch nicht warten, ob die Lehrkräft mehrfach in der Woche versucht, die Familie zu erreichen, sondern selbst zum Telefon greifen oder eine Mail schreiben.
          Es ist übrigens vergleichbar zum Unterricht: Es gibt Kinder, die melden sich schon und fragen, bevor die Aufgabe verteilt ist, und fragen um Hilfe, andere fragen nie, da muss die Lehrkraft nachhaken oder mehrfach Hilfe anbieten, bis sie ggf. angenommen wird. Hilfe zu suchen und anzunehmen ist etwas, das man lernen muss.

          Womöglich gibt es nicht eine Lösung für alle, es für die verschiedenen Schulformen differenziert zu sehen, ist sicher auch sinnvoll.
          Es könnte für bestimmte SchülerInnen Präsenz-Arbeitsplätze in Schulen geben – MIT Abstand, sodass sie dort ihre aufgetragenen Aufgaben erledigen können.
          Diese Möglichkeit und diese Hilfe bräuchten diese Schüler aber sonst auch. Die Kräfte, deren Notwendigkeit man nun feststellt, könnten mit denen, die stets benachteiligt sind, am Vormittag üben und aufholen, was ihnen in unterschiedlichen Bereichen fehlt. Sie könnten bei den Hausaufgaben unterstützen und Angebote unterbreiten, die die Kinder nicht aufbewahren, sondern in vielerlei Bereichen fördern.
          Immer aber sollte man bedenken: Diese Hilfe brauchen diese SuS auch nach der Pandemie.

          Wem es nur um Betreuung geht:
          In vielen Landesteilen gibt es keinerlei Horte. Aus finanziellen Gründen hat man eine sehr knapp finanzierte Ganztagsschul-Lösung bevorzugt, in der die Kinder beaufsichtigt werden.
          Eine qualifizierte Betreuung bräuchte, wie KiTa, u.a. einen festgelegten Personalschlüssel, Personal mit Qualifizierung, das angemessen entlohnt wird, Räumlichkeiten etc.
          Es gibt bei vielen eine Anspruchshaltung, dass die eigenen Kinder von anderen zu beaufsichtigen sind.
          Fraglich ist, wie hoch die Bereitschaft der Eltern und auch der Wirtschaft ist, dies finanziell zu unterstützen, damit die Betreuung angemessen erfolgen kann.

          • @Palim
            Alles was Sie beschreiben funktioniert so ab der 5.Klasse im Gymnasium aber nicht in der Grundschule.
            Wir mussten immer 30km hin und zurück zur Lehrerin nach Hause fahren um Arbeitshefte zur Korrektur zu bringen und neue Aufgaben abzuholen.
            Es gab keine Kommunikation der Lehrer zu den Kindern.
            Ohne täglichen möglichst visuellen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler funktioniert gar nichts.
            Die neue Lehrerin versuch jetzt noch Defizite aus dem Distanzunterricht vor den Sommerferien aufzuholen.

          • Danke für deine Antworten, Palim! Genau so funktioniert es.

            Ich möchte die Antwort noch erweitern, was wir in den 3. und 4. Klassen an unserer Schule ausprobiert haben:
            „Wen fragen Kinder wenn sie etwas nicht verstanden haben?“
            Wir bleiben am Vormittag online im Videokonferenztool, was die Kinder jederzeit betreten können und ihre Fragen stellen können.
            Oder: Wir machen zu festen Zeiten am Vormittag und zum Ende des Schulvormittags eine Videokonferenz.
            Wichtig ist, dass man einen zeitlichen Rahmen im Distanzunterricht vorgibt und das ist der Schulvormittag.

            Ich finde, man sollte auch davon wegkommen, irgendetwas auszufahren oder abholen zu lassen. Man kann die Arbeitsmaterialien auch digital und wenn erforderlich mit Lösung im pdf Format zur Verfügung stellen. Das kann jeder herunterladen. Dazu gibt es genug Möglichkeiten in den Schultools, die die KMs zur Verfügung stellen und wenn man dem nicht traut, weil sie wieder zusammenbrechen, gibt es andere Möglichkeiten wie die Dropbox, irgendwelche Schulmanager, Teams, Padlet, Clouds in Mailprogrammen usw. oder das direkte Zuschicken über Mail. Das Zurückschicken kann man durch Abfotografieren leicht bewerkstelligen.

          • Es ist unterschiedlich, was möglich ist.
            Sind die Elternhäuser digital schlecht oder gar nicht ausgestattet und aufgestellt, helfen digitale Angebote leider nicht. Schon gar nicht, wenn alles plötzlich anders ist, so wie im Frühjahr von einem Tag auf den anderen.

            Anders sieht es aus, wenn vieles digital möglich ist, dann kann man das natürlich auch nutzen und darüber vieles kommunizieren. Inzwischen haben wir einiges umgesetzt und etliches auch mit Kindern geübt. Tatsächlich finde ich es erheblich einfacher, per Mail oder datenschutzkonformen Messenger asynchron zu schreiben, als mehrere Tage lang Familien telefonisch erreichen zu wollen.

            Der Datenschutz war und ist dabei zu beachten, das hemmt so einiges und nicht jedes Bundesland stellt den Lehrkräften und SchülerInnen tatsächlich Möglichkeiten zur Verfügung … in Nds. spricht man von einer Bildungscloud, die aber noch gar nicht an allen Schulen umgesetzt ist – im Juni war von 750 Schulen die Rede. Zwischen dem, was angekündigt wird (Endgeräte, Digitalpakt, Lern-Management-Systeme), und dem, was in Schulen wirklich ankommt, gibt es einen Unterschied, der je nach Schule beachtlich sein kann. Das ist mit Versprechen vor der Wahl zu vergleichen.

            Warum Eltern, die sonst häufig täglich ihre Kinder in die Schule bringen, nicht 1-2 mal in der Woche Materialien in der Schule abholen oder tauschen können, erschließt sich mir nicht. Zudem hat es bei uns recht gut geklappt – ab Klasse 1.
            Und ja, auch wir Lehrkräfte haben zu Beginn Materialien an die SchülerInnen verteilt.
            Die Rückmeldung ist nicht so schnell und unmittelbar wie beim Präsenzunterricht, das stimmt, aber sie kommt und man kann es Kindern erklären, warum es so ist. Digital geht es schneller und sicherlich ist es für Kinder besser, wenn es unmittelbar erfolgt.

            Erschwerend fand ich den Zickzack-Kurs der KultusministerInnen, ob die Aufgaben verpflichtend zu bearbeiten sein sollten oder nicht.
            Wer das Schließen der Schulen nicht mit „Ferien“ gleichsetzt, sondern Aufgaben gibt, wird zu dem Ergebnis kommen, dass die Schulen nicht monatelang geschlossen waren, sondern dass im Frühjahr ein paar Wochen zu überbrücken waren – neben den echten Ferien. Auch jetzt waren es in meinem Bundesland genau 2 Tage, die vor Weihnachten weggefallen sind.
            Ähnlich sehe ich es mit einem Wechselunterricht:
            Man kann der Meinung sein, dass dabei viel Unterricht ausfällt, wenn man nur die Zeit rechnet, die die Kinder in der Schule verbringen (abzüglich Pausen und Zeiten für das Handewaschen, Regeln besprechen, Lüften). Andererseits läuft der Unterricht anders ab, man konzentriert sich stärker auf das, was unbedingt in Präsenz erfolgen soll und gibt einen großen Teil der Übungen mit nach Hause. So werden zusätzlich zum Präsenzunterricht auch Übungen in der Distanz absolviert.

            Hinsichtlich der verbindlichen Zeiten bin ich uneins. Es mag manchen Kindern Struktur geben, anderen hilft es, dass sie sich am Tag die Zeit freier einteilen können.
            Wochenpläne oder auch Tagespläne sind hilfreich, damit Kinder sich nicht verzetteln, je ungeübter sie darin sind, desto mehr Struktur muss man geben.

            Schwierig fand und finde ich, Angebote und Differenzierung auch für zu Hause mitzugeben. An der Stelle merkt man deutlich, wie vielfältig das Angebot im Präsenzunterricht ist, wie sehr man sich darauf eingestellt hat, allen SchülerInnen in allen Schulstunden entsprechende Lernanreize zu bieten, manches offen und als Angebot, anderes genau auf einzelne SchülerInnen zugeschnitten. Das ist eine Mammutaufgabe, die nicht entlastet wird. Auch das ein Punkt, der sonst gerne ungesehen bleibt und auch ohne Pandemie Anerkennung und entsprechende Ressourcen bräuchte.

            Ich würde mir wünschen, dass die Erwartungshaltung, was durch die Schule in Zeiten der Pandemie alles aufgefangen werden soll, umschlägt dahin, dass gesehen wird, was in den Schulen tagtäglich geleistet werden muss.
            Es müsste mehr Anerkennung erfahren und statt Worthülsen und weiteren Zusatzaufgaben, sollten Schulen die Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit die vielen Aufgaben, die Schulen längst übertragen wurden, tatsächlich leistbar sein können.

          • Bei uns war im letzten Schuljahr sozusagen der Startschuss des Vorantreibens der Digitalisierung, dass Elternrundbriefe (auch von der Klassenleitung) über eine App digital versandt wurden und Krankmeldungen und Abfragen ebenfalls darüber laufen. Am Anfang haben einige Eltern die Notwendigkeit nicht eingesehen und ließen sich die Rundbriefe weiterhin gedruckt geben, aber spätestens bei den Schulschließungen hat sich das geändert. Inzwischen haben alle die Schulapp. Gewohnheiten wurden geändert und Hemmungen abgebaut. Das war auch wirklich nur ein kleiner Schritt, sich bei dieser App zu registrieren. Und darauf kann man aufbauen, der Schritt zur erweiterten digitalen Kommunikation ist nicht mehr so groß.

        • Wenn Lehrer so wichtig sind, dann behandelt sie endlich so. Das bedeutet Arbeitsschutz wie für jeden anderen und Respekt von Eltern, die ansonsten immer nur fordern und moppern. Gehören Sie auch zu dieser Sorte? Die Antwort haben Sie schon gegeben durch Ihren Auftritt hier!

  3. Diese beiden Positionen schließen sich gegenseitig nicht aus:
    Selbstverständlich wäre Präsenzunterricht das Optimum und immer wünschenswert.
    Das würde Lehrer wie Schüler entlasten.
    Andererseits kann man nicht darüber hinwegsehen, dass weder für Schüler noch für Lehrer in der Schule die gleichen Regeln und der gleiche Schutz gelten wie für den Rest der Bevölkerung. Das aber würde ich von meinem Arbeitgeber selbstverständlich erwarten!
    Da diese Erwartung nicht nur nicht erfüllt wird, sondern im Gegenteil unangemessene Gefährdung, absolute Überlastung und obendrein mehr oder weniger verhaltene Vorwürfe (eh nichts richtig machen zu können) vom Arbeitgeber, oft aber auch aus der Gesellschaft im Vordergrund stehen, kann das Vertrauen in den Arbeitgeber, aber auch die wenig solidarische Gesellschaft schon verloren gehen. Ja, man kann sich schon verraten vorkommen.

    Die Quadratur des Kreises wird für jede Stadt, für jede Schulform oder auch jede Schule, vielleicht sogar für einzelne Klassen unterschiedlich aussehen müssen, gerade um sich, unter den gegebenen widrigen Bedigungen bestmöglich, nachhaltig um die Kinder kümmern zu können und die „Bildungsverluste“ so gering wie möglich zu halten.
    Das Bestmögliche können wir aber nur schaffen, wenn wir die Freiheit dazu bekommen.
    Solange die einzige Antwort auf unsere Bedenken „Schulen öffnen“ bleibt und keinerlei wirksame Präventionsmaßnahmen ergriffen werden, wird das Virus sich über die Schulen erneut verbreiten.

    Lehrer brauchen Signale echter Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Expertise!
    Von Achtung vor unserer und der Kinder Arbeit zeugt auch nicht die Tatsache, dass wir bei 10 Grad im Durchzug unterrichten müssen, damit die KM sagen können, sie hätten etwas gegen Infektionen getan.
    Schüler brauchen Signale zur Bedeutung ihres eigenen Handelns, damit sie die Maßnahmen mittragen und nicht privat konterkarieren. „Schule wie immer“ gibt ihnen das falsche Signal. Viele Schüler (und leider auch Eltern) interpretieren es als „alles nicht so schlimm“.

    Mit den Ressourcen muss sorgsamer umgegangen werden:
    Wechselnde, stabile Gruppen, damit Abstand gewahrt und Nachverfolgung möglich wird.
    Feste Zuordnung weniger Lehrer pro Lerngruppe, um die Weiterverbreitung zu vermeiden.
    Notbetreuung über zusätzliches Personal, damit Eltern ihrer Arbeit nachkommen können.
    Ausstattung der Kinder mit Endgeräten, soweit notwendig. Analoge Wochenpläne tun es aber auch und sind für bestimmte Schülergruppen (und auch deren Eltern) besser geeignet.
    Gekürzte Unterrichtszeiten, damit Lehrer die Arbeit schaffen können.
    Aussetzen des Ganztags, damit Pausenzeiten entzerrt werden und Schüler nicht in die Mensa gehen müssen.
    Kürzen der Arbeitspläne, damit der Leistungsdruck rausgenommen wird.

    Mein Vertrauen schwindet mit jeder Aussage der KM, aus der nicht klar zu erkennen ist, dass er/sie weiß, was sie sagt.
    Vertrauen könnte nur dann entstehen, wenn die KM sich endlich ehrlich machen, keine Parolen mehr ausgeben und sich klar an den Empfehlungen der Wissenschaft orientieren würden!
    Alles andere ist wissenschaftlich und menschlich unhaltbar!

  4. Der Zug des Wechselunterrichts ist doch längst abgefahren.
    Aber gerade dieser wird gefordert, weil man sich nicht traut Distanzunterricht zu fordern. Kolleg*innen, die für Präsenzunterricht sind, soll noch einer verstehen. Die haben den Gong wohl nicht gehört.

    Die GEW hat in dieser Pandemie auf ganzer Linie versagt. Wie kann man nur mit solchen Äußerungen an die Öffentlichkeit gehen? Völlig unklar, was die wollen. Ein Teil der Kolleg*innen sei hierfür, der andere Teil dafür, aber der Staat seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Blablabla.
    Und Meidinger ist einfach nicht ernst zu nehmen.Die haben in 10 Monaten Pandemie auch nichts erreicht. Enttäuschend!
    Ohne die Leopoldina säßen wir nach den Ferien bei einer Inzidenz > 600 in vollbesetzten Klassen. Als ob die unsere Vertreter wären.

    Bei solchen Infektionszahlen MUSS Distanzunterricht angeboten werden. Alles andere ist irrsinnig. Auch in Anbetracht der zwei neuen Virusmutationen.

    Eine Gesellschaft, die offene Schulen haben möchte, muss sich privat einschränken. Dies wurde nicht gemacht. Die Chance war mit dem Lockdown-light gegeben. Es hat aber keinen interessiert. Die Chance ist vertan.
    Man kann in so einer Lage nicht das Allroundpackage vom Staat erwarten. Es wurde schon alles gemacht für Familien dieses Landes, sogar Unverantwortliches! Der Berliner Kollege war und bleibt nicht der letzte, wenn der Kurs „Präsenzunterricht“ bleiben sollte.

    • DerechteNorden: Tatsache ist aber nun einmal, dass viele Kolleg*innen Präsenzunterricht wollen. Der Grund dafür wird aber oft nicht genannt. Man fürchtet den sog. Wechselunterricht, der besagt, dass man vormittags die eine Hälfte einer Lerngruppe beschult und nachmittags oder nebenbei oder irgendwie/irgendwann die andere Hälfte digital. Und DAS wäre ziemlich übel. Wenn ich mir überlege, wie viel Zeit ich in der letzten Woche in den Digitalunterricht gesteckt habe, dann schwant mir, was es bedeutet, noch zusätzlich Präsenzunterricht (der zudem noch ca. 1 Std. Pendeln on top beinhaltet) geben zu müssen. Falls der dann wirklich kommen sollte, werde ich mir etwas überlegen müssen, um mich zu schonen. Und das wird dann leider nicht das sein, was man von Lehrkräften erwartet.

      • Um es auf den Punkt zu bringen:
        Etliche Lehrkräfte bevorzugen den Präsenzunterricht an einem Arbeitsplatz ohne Arbeitsschutz,
        weil sie durch den Wechselunterricht noch stärker belastet und benachteiligt werden.

    • Volle Zustimmung. Die Lehrerverbände haben versagt. Kläglich. Sie haben ihre eigenen Mitglieder verraten. Es werden weitere Lehrer sterben, wenn weiter dem Fetisch Präsenzunterricht gehuldigt wird. Die Zeit für Wechselunterricht war im November vorbei.

  5. Schulsenator Ties Rabe aus Hamburg hält sich auch bedeckt und redet nur davon, dass für 3 Szenarien alles vorbereitet wäre.

    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Rabe-Schulbehoerde-auf-drei-Szenarien-vorbereitet,schule2426.html

    Gespannt wäre ich auch das Szenario „komplette Schulöffnung unter besonderen Hygienebestimmungen“. Wenn die besonderen Hygienebestimmungen mal nicht bloss erweiterte Maskenpflicht und Lüftungskonzept bedeuten.

    Für mich ist das Kind einfach nur schon längst in den Brunnen gefallen. Ihrem grundsätzlichem Auftrag für gute kindliche Entwicklung und Bildung können sie nun nicht mehr nachkommen.

    Zu viele Monate wurden mit Verharmlosung, Hoffnung und Mantra-Wiederholungen verschwendet. Entscheidende Vorbereitungen und Verbesserungen für einen möglichst lange funktionierenden Präsenzunterricht wurden nicht angegangen.

    Ob die Schulen weitestgehend bundesweit am 11.01.2021 wieder öffnen? Wer weiß.

    Ich denke und hoffe aber nicht, denn meiner Einschätzung nach sind die Infektionszahlen bis dahin einfach nicht genug gefallen bzw. sind dann vielleicht auch schon wieder im Wachstum. Ja, dass ist eine pessimistische Einschätzung. Eine Haltung, die mich das Leben mit vielen Lektionen gelehrt hat.

    Worin ich mir aber ganz sicher bin. Die Schulen werden wieder viel zu früh in den vollen Präsenzbetrieb mit Präsenzpflicht gehen. Und Investitionen für einen Verbesserung des Infektionsschutzes wurden und werden nicht großflächig angeschoben. Immer weiter nach dem Prinzip Hoffnung (Herrenschutz durch Impfung vor dem nächsten Herbst/Winter).

  6. Ich befürworte den Halbklassenunterricht auch. Mit halben Klassen arbeitet es sich einfach viel entspannter und dadurch auch effektiver. Manche Kinder blühen regelrecht auf. Meiner Meinung nach sollte man angesichts der Corona-Krise gleich das 2. Schulhalbjahr dafür einplanen. Es wird noch Monate dauern, bis ausreichend viele Menschen geimpft sind.

  7. <<<Alles hängt an der Entwicklung der Infektionszahlen. Gehen die nicht runter, werden viele berufstätige Eltern im neuen Jahr wieder vor den inzwischen altbekannten Problemen stehen: Wer soll auf die Kinder aufpassen, wenn diese zu Hause bleiben müssen? Wie soll es mit dem Homeoffice klappen, wenn man sich tagsüber auch um den Nachwuchs kümmern muss? Für Schüler und Lehrer stellt sich außerdem die Frage, ob und wie es inzwischen mit dem Fernunterricht funktioniert. Und immer wieder wird auch die Befürchtung geäußert, dass benachteiligte Kinder durch fehlende Bildungs- und Betreuungsangebote weiter abgehängt werden.<<<

    Und wieder dreht sich alles im Kreis. Da hat die Politik einfach mal wieder geschlafen. Die hatten genug Zeit gehabt sich Gedanken darüber zu machen, wenn die Infektionszahlen wieder steigen.

  8. Wenn die Stimmung geteilt ist und ein Teil der Lehrer sich sogar für Präsenzunterricht ausspricht, dann kapier ich gar nichts mehr. Dann kann man sich jegliche Diskussion und Beschwerde über KM´s auch hier sparen. Gibt es den überhaupt keine Meinungsbildung innerhalb eines Kollegiums. Ich hab das hier schon mal angefragt und schon klar, alle haben viel zu tun, sehen sich nur beim aneinander Vorbeilaufen und vermeiden persönliche Gespräche. Aber man hat doch auch privat Kontakt, tauscht sich über WhatsApp und sonst was aus. Als ich vor einem Jahr an einer Grundschule gearbeitet habe, haben wir uns über allerlei Nichtigkeiten und persönliche Befindlichkeiten ausgetauscht. Und jetzt?? Bei so einer eingreifenden Krise kann man innerhalb eines Kollegiums nicht die Mehrheitliche Meinung herausfinden??? Funktioniert das nur noch anonym auf Foren wie diesen mit zusammen gewürfelten Personen aus unterschiedlichsten Schulen und Bundesländern?

    • Das Infektionsgeschehen ist unterschiedlich. Das ist das Problem. An meiner Schule (Oberstufengymnasium) haben wir viele Fälle und Quarantäne. Wir wollen AHA. An der Schule meiner Kinder wollen Lehrer Präsenz, vermutlich geringes Infektionsgeschehen. Aber Zahlen hierzu nicht veröffentlicht, also unsicher. Bezieht sich dann auf die Aussage des Schulleiters.

    • Meinung in unserem Kollegium: wer keine kleinen Kinder mehr hat, ist für Fernunterricht oder Präsenz mit halben Klassen, die anderen wollen volle Präsenz, weil dann „die eigenen Kinder versorgt sind“. Wenn Lehrer schon so denken, wundert mich nicht, dass Eltern lautstark Präsenz fordern und das als Bildungsgerechtigkeit verkaufen.

      • Und, was schlagen Sie dann vor, wie Leute wie ich z.B. das dann anstellen sollen? Ich unterrichte meinen regulären Stundenplan weiter wie bisher und mache zusätzlich Distanzunterricht für die daheimgebliebene Gruppe. Meine zwei Kinder sind aber auch daheim und damit sind „die eigenen Kinder nicht versorgt“, wie Sie das leicht abfällig in Anführungsstrichen formulieren. In unserer Grundschule gab es bisher keinen einzigen Coronafall, außerdem sind die Klassen sowieso sehr klein. Daher: Ja, ich bin in diesem Fall für Präsenzunterricht, da mein Mann auch im Lockdown und auch danach Vollzeit arbeitet und wir nicht wissen, wie wir das anstellen sollen nach den Ferien.

        Ansonsten bin ich gespannt auf Ihren konstruktiven Vorschlag. Infektionsschutz ist wichtig und muss sein, die Konzepte müssen aber für Eltern auch umsetzbar sein.

    • Hallo mm.
      Da ich Zuhause einen Lehrer, eine Schülerin und mich als Lehrerin (3 komplett unterschiedlichen Schulformen) täglich mitbekomme, habe ich Einiges mitbekommen. Sowohl aus Lehrer-, als auch aus Schüler- und Elternsicht.
      Ich selber spreche seit Monaten vehement für Wechselunterricht. Einmal, da ich seit Monaten nur noch mit täglicher Angst im Nacken unterrichte, zum Anderen, da ich die Wochen vor den Sommerferien als sehr effektiv erlebt habe!
      In meinem Kollegium gibt es niemanden, der sich für vollen Präsenzunterricht ausgesprochen hat. Bei meinen SuS ist die Mehrheit für Wechselunterricht (habe ich per edkimo mal erfragt), da die meisten in großer Sorge bezüglich der mangelnden Hygienekonzepte sind und auch um die Gesundheit ihrer Angehörigen Sorgen machen.
      Es gibt sogar einige SUS, die kompletten Distanzunterricht befürworten, da sie die angstfreie Arbeitsatmosphäre zuhause schätzen.
      Mein Mann selber hätte gerne Wechselunterricht, die Arbeitskollegen/innen, mit denen er enger Kontakt hat auch.
      Meine Tochter kommt zwar gut auch mit Distanzunterricht klar, vermisst aber den direkten Kontakt mit Mitschülern/innen und Lehrern/innen. Auch sie wäre für Wechselunterricht. Ebenso wie die Freunde/innen von ihr, die ich persönlich kenne.
      Unterm Strich kenne ich KEINE Person, die sich bei hohen Infektionszahlen(die haben wir in Dortmund), Präsenzunterricht wünscht.
      Klar, im Regelfall ja. Deswegen gibt es ja Schule.
      Ich könnte mir denken, dass solche Stimmen entweder von Lehrkräften aus Gebieten mit niedrigen Inzidenzen stammen oder tatsächlich von Personen, die sich mit abweichenden Konzepten von der Routine schwer tun. Aus welchem Grund auch immer…

  9. Gesundheit geht vor Präsenzunterricht.
    Wenn der Lockdown verlängert wird, macht das nur mit geschlossenen Schulen Sinn. Sonst haben wir die Situation wie im November und die hat gezeigt, Lockdown light bringt nichts.
    Ich schätze bis zum 10.1. werden die Zahlen nie und nimmer unter 50 sein, das heißt die Schulen müssen vermutlich den ganzen Januar in Distanzlernen gehen. Danach kann man die verschiedenen Szenarien anwenden, aber bitte bundeseinheitlich. Was bei welcher Inszidenzzahl für Maßnahmen gelten müssen. Aber wirklich müssen. Nicht wie bei Gebauer, die das nach Belieben macht, ohne das irgendetwas hilfreiches bei rauskommt.

    Um eine dritte Welle zu vermeiden, bzw. die zweite abebben zu lassen, tippe ich zusammenfassend auf erst Distanzunterricht für Alle ( plus Notbetreuung) und danach Wechselunterricht, der sich bis in den Frühling zieht. Ab dann wird es nach und nach wieder Präsenzunterricht für Alle geben, aber bestenfalls ohne die Pflicht zur Präsenz, damit durch Corona gefährdete Familien, nicht gezwungen sind, ihre Kinder zur vollen Schule zu schicken. Denn diese werden erst spät geimpft. Die Lehrer sollten bereits in Gruppe 2 geimpft werden dürfen.

    • Leider wohl ein großer Irrtum: in NRW gilt für Kinder bis Klasse 7 Präsenz auf Biegen und Brechen, und ich fürchte , selbst die immer noch viel zu hohen Zahlen halten Frau Gebauer nicht davon ab, das durchzuziehen.

      • Und wieder – stell dir vor, es ist Präsenzunterricht und niemand geht hin….

        Eltern, bitte, Lehrer, bitte – zu Hause gesundet man am besten.

        • „Zu Hause gesundet man am besten“ gilt auch für andere Berufe.
          Wollen Sie, dass alles Leben stillgelegt wird?
          Dann denken Sie mal an die Berufszweige, auf die Sie täglich angewiesen sind? Wahrscheinlich würden Sie Zeter und Mordio schreien, wenn diese Leute nicht mehr für Ihre Bedürfnisse da wären und Ihnen sagten: „Wegen Corona bleiben auch wir lieber zu Hause.“

    • @Jens Bochum,
      wahrscheinlich länger als nur Januar, wenn der 50er Wert angestrebt wird. Es geht um mehrere Monate, das sagt die einfache Mathematik. Rechnen Sie es einmal mit einem 0,8 Wochenwert durch.
      Januar wäre selbst mit diesem Wert illusorisch.

  10. Wieder einmal frage ich: Warum wird nicht das getan was möglich ist? Statt über Langzeitstrategien zu diskutieren, sollten sie in Form getesteter technischer Lösungen (Raumluftfilter, Plexiglas) endlich umgesetzt werden. Und zwar jetzt in den Weihnachtsferien!

  11. Frau Tepe von der GEW sagt…. Kann die Gewerkschaft auch fordern, statt immer nur Phrasen von sich zu geben? Wie es im Lehrerzimmer zugeht, wissen doch die Meisten von uns.

  12. Dem allen ist vorausgesetzt, dass das Virus nicht weiter zum Nachteil des Menschen mutiert.
    Eine aggressivere Variante, die auch für jüngere so gefährlich ist, wie jetzt für die alten Menschen, würde auch die Schulpolitik nicht mehr als lapidar abtun können.
    Wir sind mittlerweile bei täglich 900 Toten. Das wird nur solange akzeptiert, weil es vorwiegend alte ( nicht mehr als produktiv geltende) Menschen ü70 trifft. Ginge es flächenweise aber in die Generation der Eltern, Lehrer oder sogar der Schüler, wäre die ganze weg schau Politik nicht mehr vermittelbar.

    Ja es ist nicht so. Kann aber jederzeit so kommen und sollte uns vor Augen führen, dass es in Wirklichkeit um Produktivität und Leistung geht und erst zweitrangig um Gesundheit, Chancengleichheit etc. So ehrlich sollte man sein, wenn man ernsthaft meint, es könne ab Januar mit Präsenzunterricht weitergehen.

  13. Die Infektionszahlen werden bei einem nicht geänderten Verhalten eines jeden einzelnen Mitbürgers weiterhin bei einem R-Wert von über 1, 0 bleiben.
    Und so werden sich die täglichen neuen Infektionszahlen bei 30.000 einpendeln, gefolgt von täglich weiter ansteigenden Patientenzahlen auf den Intensivstationen und unerträglich hohen Todeszahlen von ca. 800 bis 950 einpendeln !
    Dafür kann man nicht die Politik verantwortlich machen, aber jeder einzelne steht in der Pflicht seine persönlichen Kontakte ohne Ausnahme auf ein Minimum einschließlich von Verwandtenbesuchen über die Feiertage zu reduzieren !
    Entsprechend wird man die Schulen nach dem 10.1.2021 auch nicht öffnen können, ohne die Gefahr eines noch weiteren Anstiegs der Infektionszahlen zu bewirken.
    Es wird Zeit, dass die Kultusminister endlich strukturierte Konzepte zur Teilöffnung von Kitas und Schulen vorlegen, damit die Risikogruppen der Schüler nicht noch weiter abgehängt werden.

    • Bei den hohen Infektionen ist Präsenzunterricht nicht möglich. Die Schulen sollten jetzt aufgerüstet werden Lüftungsanlagen, Trennscheiben usw

      • Und genau hier setzt die Verantwortung der Kultusminister für einen weiteren möglichen Anstieg der Coronainfektionen über die Schulen ein, denn bei einer jahresübergreifenden Infektionsrate über die Monate April bis August 2020 von 0,53 % bei den durch die deutschen Kinderkliniken erfassten Infektionen bei neuaufgenommenen Kindern, bedeuteten diese Zahlenwerte umgerechnet einen Wert von 530 Infizierten auf 100.000 Kinder und somit eine deutlich höheren Infektionsrate als diese sich im Moment in einigen sächsischen und thüringischen Corona-Hotspots zahlenmäßig darstellt.

  14. In Bayern gibt es noch eine kleine Verbesserung, wenn sie wahr ist:
    In einer Pressemitteilung habe ich gelesen, dass jetzt die Luftreinigungsgeräte für alle Klassenzimmer gefördert werden sollen.
    https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/11902/nr-158-vom-22-12-2020.html

    Aus der Notsituation muss man das Beste daraus machen. Es ist nur die Frage, was das Beste ist.

    Vielleicht können wir tatsächlich in den Präsenzunterricht mit den Hygienemaßnahmen und vor allem mit den Luftreinigungsgeräten starten. Das wäre allen am liebsten.

    Wenn das Risiko zu groß ist, mache ich ein großes Fragezeichen hinter den Wechselunterrichtund stehe einem Wechselunterricht mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Die Gruppe, die zuhause ist, ist gleichzeitig einfach schlecht zu betreuen, weil die zeitlichen Ressourcen des Lehrers fehlen. Das habe ich schon im Frühjahr gemerkt.
    D.h. nach meiner Erfahrung ist reiner Distanzunterricht besser zu betreuen als der wöchentlichen Wechsel, sodenn alle Schüler mitmachen (das ist nämlich der Stolperstein, hier müsste man „verlorene“ Schüler in die Notbetreuung zwingen.) Als der Wechsel im Frühsommer eingeführt wurde, musste ich meine tägliche Betreuung der Distanzgruppe zurückfahren, weil es nicht mehr zu leisten war. Wir hatten wöchentlichen Wechsel und unsere Schulleitung sagt, dass täglicher Wechsel bei unserer großen Schule nicht zu organisieren sei. Auch jetzt wird wieder im Fall des Falles wöchentlicher Wechsel stattfinden. Viele Schulen der Umgebung werden täglichen Wechsel machen, was ich viel besser finde. Deshalb bin ich dafür, dass zumindest für Grundschulen ein täglicher Wechsel vorgeschrieben wird.

    Ich denke, dass zumindest bei uns reiner Distanzunterricht von den Möglichkeiten her jetzt besser klappen wird. Inzwischen haben wir Erfahrungen mit Teams und nutzen auch vermehrt digitale Möglichkeiten, an Schüler wurden digitale Endgeräte verliehen. Die Voraussetzungen wären von meiner Schule aus wesentlich besser als im Frühjahr. Wir haben unser Wissen wesentlich erweitert und Modelle entwickelt, wie ein Diestanzunterricht gemischt mit digitalen und traditionellen Möglichkeiten aussehen könnte. Allerdings müssen da auch die Eltern mitspielen und darauf schauen, dass ihre Kinder an den Online Möglichkeiten teilnehmen. So wie sie halt darauf geschaut haben, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen. Ehrlich gesagt, es haben doch viele Kinder xbox und Co. Warum jetzt nicht dem Kind ein günstiges Kindertablet kaufen oder sich eben von der Schule etwas leihen? Das Handy der Mama finde ich suboptimal.
    Reiner Distanzunterricht ist zwar etwas umständlich und aufwändig von der Erklärung und von der Kontrolle her – (schon allein, wenn Kinder fotografierte Arbeiten schicken, man sie ausdruckt, korrigiert und wieder zurückschickt) – doch wir sind nicht mehr die „Greenlinge“ vom Frühjahr und haben uns hier weiterentwickelt. Ich wiederhole: Man ist natürlich mehr denn je darauf angewiesen, dass die Eltern mitspielen und dafür sorgen, dass die Kinder an den Dingen teilnehmen und ihre Aufträge erledigen. Bayern hat es richtig gemacht, indem inzwischen per Schulgesetz festgehalten ist, dass die Teilnahme am Distanzunterricht verpflichtend ist und der dort behandelte Stoff vorausgesetzt wird.

    • Ergänzung:
      Manche verschickte Materialien müssen ausgedruckt werden. Auch da gibt es sicher Möglichkeiten, Eltern, die wirklich das Geld nicht dafür haben, mit der Anschaffung eines einfachen Druckers zu unterstützen. Das braucht man so oder so in den höheren Klassen. In meiner letzten Klasse hatten nur ganz wenige Kinder keinen Drucker zuhause.
      Unsere Nachbarhauptschule hat es richtig gemacht: Sie hat schon am Anfang des Schuljahrs vorausgesetzt, dass die Schüler ein geeignetes digitales Endgerät für die Schule hatten (kein Handy) und notfalls eines verliehen. Da wir denselben Schulträger haben, arbeitet sie auch mit Teams.

    • Eigentlich wäre ein Wechselunterricht nicht schwer umzusetzen….wenn man es denn von Seiten der Politik her wollte….Die Schüler könnten und MÜSSTEN ganz einfach über Webcam und diverse Programme am Laptop den Unterricht Live streamen. Fragen könnten jederzeit beantwortet werden und die Technik ist nun mal auch Zukunft. Und mal ehrlich, fast jedes Kind kennt sich doch inzwischen selbst im Kindergartenalter mit einem Handy oder Laptop aus. Also kann dies auch von Grundschulkindern so durchgeführt werden. Da ist dann nicht wirklich mehr viel Hilfe von Eltern nötig und ja…sie haben die Kinder nun auch mal gewollt, also kann man in solch ungewöhnlichen Zeiten auch mal erwarten, dass sie sich um ihre Kinder selbst kümmern….

      • Ich weiß nicht, ob das vom Lernerfolg her wirklich so gut funktioniert in der Grundschule. Ob ein Kind das stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm konzentriert aushalten kann? Als Lehrer braucht auch die Möglichkeit, die Dinge solide zu kontrollieren. An der Grundschule kontrollieren wir normalerweise nämlich so gut wie alles! Das ist schwer leistbar, wenn man gleichzeitig eine Gruppe präsent hat.

        Ich setze im reinen Distanzunterricht zusätzlich auf andere Tools, z.B. die AntonApp, Bookcreator, Tutorials, Padelt und Co. Das kann man dann auch betreuen. Beim Mitstreamen wären solche Dinge schwer zu verwirklichen. Bei einem reinen Distanzunterricht könnte man also methodisch anders (abwechslungsreicher) arbeiten.

        Als Alternative sähe ich den täglichen Wechsel, hier könnte man Aufgaben im Sinn eines Tagesplans für den nächsten Homeschoolingtag schon kopiert mitgeben und ebenso auf digitale Angebote setzen.

      • Vermutlich ist da der Wunsch Vater des Gedankens.
        „Ein Handy in der Familie haben“ und „sich damit auskennen“ sind 2 Paar Schuhe, tatsächlich habe ich gelernt, dass es sehr vielen Eltern (und Kindern) schwer fällt, ein Mailprogramm zu nutzen, eine Foto zu schicken, sich bei einem Lernprogramm anzumelden.
        Nutzt man mehrere, verlieren etliche schnell den Überblick, dabei ist es normal, am Fernseher den Sender zu wechseln oder Streamingdienste zu nutzen.
        Man kann also nicht einfach davon ausgehen, dass das ohnehin jeder kann: dem ist nicht so!

        Ähnlich wie ysnp finde ich auch, dass Distanzunterricht auch auf andere Tools zugreifen kann und asynchrone Möglichkeiten bietet, die sehr hilfreich sind: Erklärvideos, die man mehrfach ansehen kann, bieten die notwendigen Erläuterungen oder Erklärungen, Bilder oder Dokumente zeigen Arbeitsschritte oder Musterlösungen,
        Apps, wie die genannten, helfen beim Üben.

        Dennoch muss man neue digitalen Möglichkeiten kommunizieren und den Umgang damit üben, gerade wenn der Umgang mit dem Handy oder Tablet außerhalb eines einzigen Messengerdienstes nicht bekannt ist.
        Gleichzeitig kann an auf Bewährtes zurückgreifen, digital, wenn bestimmte Programme (Antolin, Mathepirat, Anton o.a.) bereits bekannt sind, oder analog: Arbeitshefte, Aufgaben und Methoden aus dem Unterricht: lesen, schreiben und rechnen gelingt tatsächlich auch ganz gut mit Stift und Papier.

        Ein Trugschluss, der dazu führt, man könne Unterricht streamen, beruht vermutlich darauf, dass sich viele den Unterricht frontal vorstellen. Ja, es gibt weiterhin ein Plenum, Unterrichtsgespräche, Erklärungen und Erläuterungen, aber diese sind nur ein Teil des Unterrichts, der erheblich vielfältiger ist. Hier muss man sehen, was man in welchen Klassenstufen davon in den Distanz- oder Wechselunterricht nehmen kann, was nicht möglich ist und wo sich auch neue Möglichkeiten und Methoden anbieten.

  15. Ab einem gewissen Punkt ist mir dann aber auch die Bildungsgerechtigkeit völlig egal – Als ob die Kinder das Seilspringen nicht vier Wochen später lernen könnten-
    Dann kann ich das Gemeinwohl nicht mehr über mein eigenes Wohl stellen. Sorry!

    So viel Egoismus hab ich mir dann mittlerweile von der Gesellschaft abgeguckt. Traurig, aber wahr!

    • Na ja, unter Bildungsgerechtigkeit verstehe ich nicht das Seilspringen, sondern dass alle Kinder einen Zugang zur Bildung bekommen. Und auf das muss man bei einem Distanzunterricht schauen und Regelungen treffen. Ein Mosaikstein ist die Pflicht, einem Distanzunterricht beizuwohnen und das Festschreiben wie bei uns im Schulgesetz.
      Sportunterricht war bei uns so oder so schon länger nicht mehr möglich.
      Aber ich weiß, was Sie meinen. Auf einige Inhalte in den Fächern kann man sicher verzichten, es wäre zwar schade, aber der Notsituation geschuldet. Das würde ja alle gleichermaßen betreffen.

    • Und Sie haben Recht damit. Bildungsgerechtigkeit ist das Feigenblatt in einer Pandemie mit über 900 Toten täglich. Wo war denn das Interesse an Bildungsgerechtigkeit die Jahre zuvor?

  16. Nehmt es mir nicht übel, aber immer diese Fokussierung auf KINDER….? Es wäre wirklich eine Wohltat, wenn man das mal differenziert betrachten würde!!

    Es gibt im Schulwesen auch noch SuS der Klassenstufen 9/10, gymnasiale Oberstufe und 2,42 Millionen Berufsschüler (16-40 Jahre).

    Wenn das selbstständige Lernen wirklich gefördert werden soll, dann bietet sich ein Wechselmodell/Distanzlernen/Homeschooling förmlich an. Es reduziert die Kontakte, hilft die AHA-L Regeln besser einzuhalten und schützt die Lehrkräfte.

    • Ja, stimmt, oft haben wir alle den Fokus auf die SchülerInnen, die wir selbst in unseren Klassen beschulen.
      Wenn man aber zum Ergebnis kommt, dass sicher ab Klasse 3 Kinder selbstständig Aufgaben bewältigen können, dann sollte man es von älteren SchülerInnen auch erwarten können.

      Ein anderer Aspekt bleiben immer die Benachteiligten, die an den verschiedenen Schulformen oder in unterschiedlichen Bildungsgängen mehr oder weniger stark vertreten sind.

    • Das ist ganz genau mein Problem. An einer weiterführenden Berufsschule haben wir zum Teil Schüler, die älter sind als der Lehrer, dennoch müssen wir uns den Regeln einer Grundschule fügen.

  17. «Was mir die größten Sorgen macht, ist die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler, die schon ohnehin Probleme in der Schule hatten, in ihrer Entwicklung in den vergangenen Monaten noch weiter zurückgefallen sind», sagte die CDU-Politikerin Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

    AHA! Es wird endlich zugegeben, dass es Schülerinnen und Schüler gibt, die schon ohnehin Probleme in der Schule hatten.. s.o. Es ist also bekannt – Juchhuu – und es wurde nichts dageben getan – kleine Klassen, mehr Lehrkräfte, ….. Bekannt ist, was WIR ohnehin schon wissen. Und wogegen wir schon laaaange AbHILFE fordern.

    Auch hier denke ich, ein Jahr länger in der Schule tut gerade diesen Schülern gut. In SH steigt man auf, man wird nicht versetzt. Jeder mit 10 Sechsen im Zeugnis und ohne Wissen und Reife kommt eine Jahrgangsstufe höher. Wiederholen – nein. Nur wenn Weihnachten und Neujahr und der Geburtstag von Frau P. auf einen Tag fallen (ja, inzwischen gibt es da wohl eine kleine Änderung… – ist aber nicht gewollt).

    Verantwortungsvolles Handeln kann man unseren KuMis sicher nicht vorwerfen.

  18. Vor allem sollte man endlich einmal nach dem Alter der Schüler differenzieren. Ältere Schüler und gar Berufsschüler an weiterführenden Berufsschulen können auch schon mal unbeaufsichtigt zu Hause bleiben und lernen. Zumal diese Altersgruppe (mitunter sogar älter als der Lehrer) doch genauso ansteckend sein dürfte…. Und sonst gilt: Die Schulen müssen endlich coronagerecht ausgestattet werden. Zur Zeit wird doch so viel Geld gedruckt (Stichwort Wums), warum kommt nahezu nichts davon in den Schulen an? Wer bezahlt die hohen Heizkosten dieses Winters?

  19. Ja, auch unter Lehrkräften gibt es Menschen mit „interessanten“ Ansichten, jedoch denke ich nicht, dass die Präsenzunterrichtbefürworter*innen tatsächlich alle denken, Corona würde in Schulen nicht weiterverbreitet, sondern sehen nur ihre eigenen Belange. Jemand schrieb hier bereits, dass KuK mit schulpflichtigen Kindern zur Präsenz tendieren. Es gibt aber auch eine Gruppe, die befürchtet, dass es statt des vollen Präsenzunterrichts dann den sog. Wechselunterricht gibt, der – machen wir uns nichts vor – Lehrkräfte dann an den Abgrund treiben würde, nähme man seine Pflicht, allen Kids möglichst gerecht zu werden, auch wirklich ernst. Wenn Wechselunterricht bedeutet, man beschult vormittags die eine Hälfte seiner Lerngruppen und nachmittags die andere, würde man seines Lebens nicht mehr froh.

  20. In den Ferien stecken sich davor Infizierte erst mal innerhalb der Familie an.
    Dann kurieren sich hoffentlich in den Ferien alle wieder aus.

    Das bedeutet, der Schulbeginn am 11.01. Ist ein Reset wo idealerweise kein Schüler und kein Lehrer infiziert ist.
    Genauso wie nach den Sommerferien nur dass damals viele den Virus von ihren Reisen mitgebracht hatten.

    Der Reset sollte sofort mit täglichem Schichtunterricht in Halbklassen und halbierten Unterrichtsstunden für die Schüler beginnen.
    Natürlich mit Maske und noch besser mit Luftfiltergeräten zusätzlich.
    Für ältere Schüler meinetwegen auch im Wechselunterricht.

  21. In Baden-Württemberg wird es nach Frau Eisemanns (Un)Logik wie gehabt ablaufen:

    In Grundschulen normaler Präsenzunterricht ohne Masken und ohne Abstandsgebot. Da Kinder nicht mehr getestet werden gibt es dort auch keine Fälle mehr. Lehrer sind ja durch freiwillige Tests „sicher“.

    In weiterführenden Schulen darf auf Wechselunterricht oder Distanzunterricht umgestellt werden, sobald eine 7-Tages-Inzidenz von mehr als 700 erreicht wird. Dazu muss aber erst der Schulleiter vorm KuMi auf Knien angekrochen kommen und betteln. Die ersten 500 Schulleiter erhalten allerdings erst eine Abmahnung, bis die darauffolgenden 500 Schulleiter ignoriert werden. Danach zeigt man sich vielleicht verhandlungsbereit.

    Infizierte Lehrer werden als Idioten abgestempelt, die sich das Virus in ihrer Freizeit eingefangen haben müssen, Schulen sind ja sicher und nicht Treiber des Infektionsgeschehens.

    Ende 2021 das Weihnachtswunder für Baden-Württemberg, nachdem Kretschmann und/oder Eisenmann einen schweren Infektionsverlauf selbst erlebt haben: Grundschullehrer erhalten endlich abgelaufeneMasken vom ersten Lockdown, aus Datenschutzgründen werden die Abijahrgänge auf den Abschlusszeugnissen der letzten 10 Jahre geschwärzt, damit auch die Pandemiejahrgänge eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und neben den Krankenhäusern konnte bereits die Hälfte der Leichenkühlcontainer wieder abgebaut werden.

    Wer es jetzt nicht glaubt liest sich am besten nächstes Jahr um diese Zeit alles nochmal durch.

  22. Das Bild ist wieder mal typisch: Es zeigt mathematische Formeln an der Tafel, die im normalen Schulunterricht niemals vorkommen. Es geht offensichtlich um komplexe Funktionentheorie (auch an der Universität ein Thema für das dritte oder höhere Semester), aber komplexe Zahlen sind aus den Lehrplänen schon lange gestrichen. Sowas habe ich auch schon in Illustrationen zu PISA-Berichten gesehen. Und wenn es um die Grundschule geht, zeigt man uns meist brave blonde Mädchen, obwohl es doch die Zuwanderung aus aller Welt gibt, mit nicht ganz so braven Jungs.

      • @Bernd
        Da haben Sie schon Recht mit der Kritik. Allerdings glaube ich, dass Carsten60 in seinem Beitag auch noch etwas anderes ausdrücken wollte. Ich rege mich jedes mal wieder über Inklusionsberichte auf, die mit Fotos von Rollifahrern und Kindern mit Downsyndrom bestückt sind. Am besten steht noch einer vom Bauamt daneben und schwadroniert über die tolle Rampe. Es sieht dann mal wieder nach „Stellt euch doch nicht so an!“ aus. Der Schüler mit Asperger oder der verhaltensauffälige Schulverweigerer oder andere zu inkludierende Schüler sind da nie zu sehen. DIESE Kinder brauchen oft viel mehr personelle pädagogische Unterstützung oder Möglichkeiten zu zeitweiser Einzelbetreuung, die nicht vorhanden sind und die Inklusion somit torpediert. Tschuldigung, ich schweife ab.

        • @Achmensch

          Nein, ich finde nicht, dass Sie abschweifen.
          Sie beschreiben ganz treffend den Anteil der Kinder, die einen großen Anteil der Inklusionskinder ausmachen, eben nicht die, die „werbewirksam“ präsentiert werden.
          Und es ist auch richtig, dass genau diese Kinder eben noch viel mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen und damit auch viel mehr „manpower“ in den Schulen (und auch bei der Elternarbeit!!!) benötigen, viel mehr Personal binden – aber die Schulen bekommen das nicht, weil eben das (mit Ausnahme von n4t) in Medien auch kein Thema ist, das „gefeiert“ werden kann. (Man stelle sich in schöner Regelmäßigkeit vor, realistische Beiträge würden auch in Videos hochaggressive Kinder zeigen, die anderen Kindern ernsthaft Angst einjagen, jeden Tag – wenn auch nicht beabsichtigt von diesen Kindern, die sich einfach nicht kontrollieren können. Man würde sich natürlich fragen, wie sich DAS auf die Neuentdeckung des Jahres 2020 – die Bildungsgerechtigkeit – auswirken würde! Man würde sich natürlich fragen, ob man als Erwachsener die nötige Ruhe oder auch nur eine angstfreie Umgebung zum Arbeiten hätte … Man würde sich einfach grundlegend nach dem Sinn der Inklusion fragen, so wie sie derzeit praktiziert wird. Und man würde sich fragen, was mit den Kindern ist, die am anderen Ende der Bandbreite stehen: Die, die immer extrem ruhig sind, auch Unterstützung bräuchten – aber noch mehr „zurückstehen“ – weil sie ja wenigstens niemandem physisch wehtun.)
          Da, wo auch noch SuS dazukommen, die mit verschiedensten Problemen salopp formuliert „unter dem Radar fliegen“ in Hinsicht auf den Inklusionsstatus (weil Eltern das nicht möchten – „Was denken die Nachbarn?“ oder auch schlicht mal wieder aus Kostengründen: Doppelt so viele Inklusionskinder würden jetzt schon, auch bei dürftiger „Förderung“ doppelt so viel kosten!), da halten sich dann womöglich auch nur wenige Kinder einer Schule gewissenhaft an die vielgepriesenen und angeblich funktionierenden Hygienemaßnahmen und -konzepte an Schulen.
          Also passen Ihre Überlegungen ganz treffend zum Thema.

    • Ihre Ansichten stimmen mich traurig, weil sie nicht frei von Vorurteilen sind und SIE so sich selbst den Blick auf die Menschen versperren.
      Die äußeren Merkmale eines Menschen sagen nichts über den sozialen Werdegang und die Erlebniswelten dieser Menschen, die aber alle Lernen und geliebt werden wollen.
      Nehmen sie die Menschen erst einmal so an, wie diese sind, sie werden diese sonst nicht positiv beeinflussen können.

    • Es ging mir nur um die Auswahl der Bilder, und die scheinen mir nicht tendenziös zu sein. Man zeigt einerseits besonders komplizierte mathematische Formeln jenseits der schulischen Realität, vielleicht weil man ausdrücken will, wie die Kinder doch „gequält“ werden. Man zeigt andererseits gerne lächelnde Mädchen, die recht brav aussehen (und oft auch blond sind), aber kaum aggressive oder prügelnde Jungs, von denen in Brandbriefen die Rede ist. An einen Zufall glaube ich da nicht. Das erinnert an die heile Welt der Bilder bei der gewöhnlichen Reklame (pardon: Werbung), die von den PR-Profis ausgewählt werden.

      • Sehr geehrter Carsten60,

        seriöse Medien, die Fotos von Schülerinnen und Schüler veröffentlichen, unterliegen einer wesentlichen Beschränkung: Es verbietet sich, Kinder despektierlich darzustellen, weil damit Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Sich prügelnde Jungen (oder Mädchen) scheiden deshalb als Bildmotive aus.

        Herzliche Grüße
        Die Redaktion

  23. … den Wechselunterricht mit halben Klassen kurz vor den Pfingstferien fand ich recht gut umsetzbar. In der Woche zuhause konnte ich Junior mit in die Arbeit nehmen (arbeite in einem Büro) und er konnte dort seine Arbeitsblätter bearbeiten (oder ich arbeitete zuhause), in der Präsenzwoche hatten unsere GS verglichen zu anderen GS hier etwas längere aber dennoch gestaffelte Unterrichtszeiten, so dass der Weg ins Büro sich auch noch lohnte. Täglich Unterricht in halber Klasse und dafür nur 2-3 Stunden ermöglicht es den wenigsten Arbeitnehmern, wenigstens in dieser kindbetreuten Zeit, auf der Arbeit sinnvoll präsent zu sein. In meinem Fall könnte ich ihn dann auch nicht zur Arbeit mitnehmen, wegen der Präsenz. In der Schulwoche wurde neuer Stoff gelehrt, der dann in der Heimwoche gefestigt wurde. Mir wäre dieses Modell am liebsten, sollte Präsenzunterricht stattfinden müssen.
    Und natürlich endlich die Installation von Abluftgeräten und anderen Schutzkonzepten.
    Bei uns hatte ein Papa ein Papier des MPI mit einem Konzept für eine simple Lüftungsanlage, die von Eltern selbst installiert werden könnte, bei der Schulleitung eingereicht. Mit dem Vorschlag, sich mit anderen Vätern über die Ferien um den Einbau zu kümmern. Die Kosten für das Material hätte der Schulförderverein gerne gezahlt.
    Aber, keine Reaktion seitens Schulleitung etc…

    • „In der Schulwoche wurde neuer Stoff gelehrt, der dann in der Heimwoche gefestigt wurde.“
      Das ist eine Illusion. Man kann nicht in der Grundschule eine Woche lang neuen Stoff machen und ihn eine Woche festigen. Man macht eine Einführungsstunde, evtl. auch kürzer und übt gleich danach, damit man wieder darauf ein neues Detail aufbauen kann. Schließlich haben wir jeden Tag Deutsch und jeden Tag Mathematik.

    • Für mich gibt es nur 2 Alternativen für den Unterricht in Halbklassen:
      – täglich reduzierter Unterricht für ca. 3 Stunden
      – ein Tag Schule, ein Tag zuhause

      Nur so können die Kinder ihre Lehrkräfte so oft wie möglich sehen.
      Nur so kann die Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülern gelingen.

      Man sollte die Eltern befragen, welches Modell sie präferieren.

  24. Wieso wird Schule überhaupt als Dienstleistungsunternehmen betrachtet? Wer Betreuung braucht, sollte jemanden engagieren.
    Wer psychologische Hilfe braucht (wegen der fehlenden sozial-Kontakte), sollte einen Arzt aufsuchen oder Kinder zum Spielen suchen.

    Ich finde, dass wir mit der Beschaffung von Endgeräten (bei uns immerhin IPads der letzten Generation) den Eltern schon wahnsinnig entgegengekommen sind.

    Vielleicht sind die KMs auch die falschen Ansprechpartner für Eltern. Wenn es an der Betreuung hapert, sollten sie sich an das Familienministerium wenden. Da könnte man Boni zur Finanzierung von Betreuern beantragen. Es gibt viele Studenten, die das machen würden. Die haben ja bei geschlossenen Restaurants auch grad keine Jobs.
    Der Vorteil: Studenten machen mit den Kindern alle Aufgaben bis die Eltern wieder zu Hause sind und die Eltern haben abends nichts mehr zu tun.

    Das wäre mit den jetzigen Kontaktbeschränkungen auch wunderbar vereinbar.

  25. Der beste Kommentar, den ich seit langem gelesen habe (dazu zähle ich auch unsere Ganztagsschule bis 16:00 Uhr, den hier bei uns werden Kinder gefördert)
    Für 2021 forderte Kühnert im „Frühstart“ einen stärkeren Fokus auf den Schulunterricht in der Corona-Krise. „Ich finde, es spricht vieles dafür, dass er sehr große Priorität hat.“ Aus der geräumigen Altbauwohnung heraus lasse sich leicht über die Möglichkeiten des Homeschoolings sinnieren. „Das ist aber nicht die Realität für besonders viele Menschen im Land“, so Kühnert. Man habe „sehr konkrete Hinweise“ aus der Wissenschaft, was es für Schüler bedeute, ein halbes oder ganzes Jahr keinen regulären richtigen Schulunterricht gehabt zu haben. „Das sind Defizite, die kriegen wir aus vielen Lebensläufen später nicht mehr raus. Und ich finde, da versündigen wir uns dann auch.“

    • Ben,
      Lebensläufe werden gerade über 900 täglich beendet. Der Lebenslauf von Kindern, die noch Jahrzehnte Zeit haben, alles nachzuholen, ist nicht mehr relevant. Das werden bald auch die bornierten Eltern verstehen, die meinen, dass die Betreuung ihrer Kinder über der Gesundheit aller steht. Das tut sie nicht.

      • @xy:
        Vielen Dank!!!
        Für Ihre unermüdlichen Bemühungen, immer wieder vernünftige Relationen in die Diskussion zu bringen.
        Leider gibt es sehr viele, die nicht in der Lage sind, die Gesamtsituation zu erfassen (oder sie wollen es nicht).
        Und dass letztendlich eher noch üblere Konsequenzen für die Einrichtung Schule zu erwarten sind als wir eh schon befürchten müssen,
        wenn weiter auf dies oder jenes beharrt wird, ist offensichtlich auch immer bei vielen noch lange nicht angekommen.

      • In meinem unmittelbaren Bekanntenkreis gibt es auch Tote – und trotzdem ist der Lebenslauf von Kindern sehr wohl relevant! Ich weiß, welchem Risiko ich mich jeden Tag in der Schule ausgesetzt habe – für die Kinder, und das war genau richtig so. Und hoffentlich ab 11.01. mit geöffneten Grundschulen und soviel Alltag in der Schule wie möglich. Gut ist, dass das Kollegium es genauso sieht.

        • Ihr Heldenmut in allen Ehren. Ob das aber alle Eltern genauso sehen, sei mal dahingestellt. Gefragt werden sie ja nicht – die Schulpflicht zwingt ihre Kinder in die Gefahr, sich und dann ihre Familien anzustecken. Darüber hinaus hat uns der Schulbetrieb die zweite Welle samt Lockdown beschert (was denn sonst? War ja die einzige ungeschützte Großveranstaltung in Deutschland.) Schon mal bei „Ihren“ Kindern nachgefragt, wer Angehörige verloren hat?

          Indem Sie hier öffentlich die Kultusminister in ihrem Kurs bestärken, tragen Sie mit dazu bei, Kinder und Familien in Gefahr zu bringen – ist vielleicht doch nicht ganz so heldenhaft, wie es auf den ersten Blick scheint.

          • Ben scheint vergessen zu haben, dass es bei den Schulschließungen bzw. bei dem vor zwei Monaten notwendigen runterfahren des Betriebs nicht darum geht, sein Leben zu schützen, sondern das vieler anderer Menschen, die meist mit Schule nur indirekt etwas zu tun haben. Eigentlich dachte ich bisher, dass sich das bereits herumgesprochen hätte.
            @Ben: Viele meiner SuS sind leider eher unwillig, sich zuhause ein bisschen reinzuhängen, und für sie wäre Präsenzunterricht de facto das Beste. Für die hätte man zum 2. November meine Präsenz planen können. Leider wurde aber darauf beharrt, dass in Schulen nichts passiert, weil Kids ja nicht ansteckend wären. Und nun haben wir den Salat. Jetzt müssen auch die Kids, für die es wichtig wäre, in die Schule zu kommen, erstmal länger ohne auskommen. Und das eben weil nicht rechtzeitig gehandelt wurde.
            P.S.: Ich persönlich habe auch keine Angst davor, schwer zu erkranken. DARUM geht es aber bene nicht.

          • Kinder können bei uns aussetzen – es gibt auch welche die nicht da sind. Ganz wenig, weil die Eltern sehr froh sind welche Arbeit wir leisten. Nach Klassenquarantäne sind alle Kinder danach gleich wieder da. Weil sie wissen das es ihnen bei uns in der Schule gut geht und wir uns intensiv kümmern. Und ich bin der Meinung, es wurde in den Grundschulen genau richtig gehandelt, zu weiterführenden Schulen kann ich es nicht sagen, weil ich da keinen direkten persönlichen Einblick habe.

        • Ben,
          ob das die vulnerablen Eltern der Kinder auch so sehen, lasse ich dahingestellt. Wenn Sie gerne Ihr Leben in Gefahr bringen, ist das Ihre Sache.

  26. Wer wissen möchte , ob die Schulen ab dem 10.1.2021 überhaupt wieder in den Normalbetrieb gehen können, der sollte täglich in das Dashboard des DIVI-Intensivregister schauen, ob das überhaupt möglich ist.
    Dort sind die Belegungen der Intensivstationen der einzelnen Kreise taggenau abgebildet, und es färben sich zunehmend mehr Kreise rot , was bedeutet, dass ein Aufnahmestop besteht!
    https://experience.arcgis.com/experience/3a132983ad3c4ab8a28704e9addefaba
    Ich glaube bei der jetzigen Entwicklung mit weiterhin täglich 30.000 Neuinfizierten, einem R-Wert von über 1,0 und unerträglich hohen Todeszahlen von 900 ist eine Öffnung ab 10.1.21 ohne feste Regelungen nach RKI/Leopoldina-Vorgaben, und ohne Raumluftfiltern nur bedingt möglich.
    Das zur Zeit stattfindende hektische und panische Einkaufsverhalten verdeutlicht mir, dass es der Politik bisher nicht gelungen ist, die AHA-Regeln bei jedem Einzelnen nachhaltig im Verhalten zu verankern.
    Das fängt bereits beim falschen Gebrauch der Alltagsasken an, setzt sich fort im fehlenden Abstand zueinander, gefolgt von fehlenden Desinfektionsmöglichkeiten vor und nach dem Geschäftsbesuch im Eingangsbereich, anschließendem dichten Gedränge in den Geschäften. Zudem werden häufig zusätzliche kleiner Einkäufe durchgeführt wegen eines eizelnen oder weniger Artikel.
    Da brauchen nur einige wenige Superspreader im Laden zu sein, und schon haben wir wieder ein Spreaderereignis mit nachfolgenden Infektionen.

    • Warum den Präsenzunterricht ab 11.01. überhaupt in Frage stellen?

      Da Schwellenwerte von 50 Neuinfektionen auch bei täglichen Werten von 250 keinerlei Auswirkungen zu Entscheidungen der KM haben wird dann eben verhaltensoriginell der Grenzwert schulscharf kurzfristig neu nach oben gesetzt und alles läuft wie gewohnt sicher am Ort Schule weiter.
      400 % und mehr als wissenschaftlich vertretbare Werte stört doch nicht, sonst müsste es lautstarke Proteste geben, die es bis auf meckern und jammern nicht gibt.
      NRW hat im landesweiten Schnitt den 200er Inzidenzwert bereits erreicht.

      • Bei den derzeitigen Infektionszahlen entspricht ihre Äußerung einer zynischen Offenbahrung.
        Wir haben sehr hohe Infektionszahlen in den Krankenhäusern unter dem Personal, wobei die Familienangehörigen zum großen Teil mitangsteckt werden. Der Mann einer Kollegin aus der Pflege hat im Rahmen von Corona einen Herzinfarkt geschossen.
        Erkrankten Kollegen ging es im Rahmen der Coronainfektion mit rectal gemessenen Temperaturen um 38,5 bis 39,3° über 7 bis 10 Tage in Verbindung mit Husten und Luftnot, Gelenk- Rücken- und Kopfschmerzen,sehr schlecht, wobei die Kinder weitgehend von Symptomen bei einem positven Testergebniss verschont bleiben aber infektiös für andere bleiben . Deshalb erfolgt auch die Quarantäne ganzer Familienverbände.
        Nach wie vor halte ich die vorgeblich nachuntersuchten Masken mit den chinesischen Schriftzügen und dem englischen Zusatzaufdruck „not for medical purposes“ für äußerst bedenklich im klinischen Einsatz.
        Die steigenden Infektionszahlen beim medizinischen Personal stützen unsere Skepsis, sodass es sich empfiehlt, sich mit eigenen Masken aus europäischer Produktion selbst zu versorgen.
        Wir sind maximal beunruhigt.

        • Wenn ich mir Ihren Link von den freien und belegten Betten ansehe, dann fällt mir auf, dass in manchen Bundesländern Landkreise viel besser mit Intensivbetten ausgestattet sind. Das untermauert, dass man bei uns in Bayern die kleinen Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr einschränkt. Auft jeden Fall scheint das Intensivbettangebot in den Landkreisen Bayern geringer zu sein als z. B. in Sachsen.

          • In der Tt wirkt sich der relative Mangel an Intensivbetten in Bayern sich auf die Versorgung in der Fläche mit Intensivbetten aus.
            Sehr viele kommunale Krankenhäuser sind in Bayern in den Besitz der Asklepios-Kliniken, einen privaten Betreiber von Kliniken, übergegangen.
            Durch das DRG-System sind die Krankenhäuser gezwungen, sich zu spezialisieren, um die Einnahmeseite zu verbessern.
            Kinderkliniken und gynäkologische Kliniken bringen am wenigsten ein, die Leistungen werden nicht ausreichend finanziell abgebildet. Eine Geburtshilfe als Beispiel genommen lohnt sich finanziell für den Klinikbetreiber erst ab 1000 Geburten im Jahr, um die Dienste und die Personalkosten finanziell abzudecken.
            Hinzu kommt, dass die Klinikbetreiber bei der Schließung von Krankenhäusern einen finanziellen Ausgleich erhalten, der so eine Entscheidung zur Schließung begünstigt. Da war man in Bayern schneller in der Umsetzung als in Sachsen. Die haben auch noch den günstigeren Tarif-Ost, der sich geringer in den Personalkosten niederschlägt.
            Ich erhoffe mir für Bayern und alle anderen Bundesländer, dass die Grundversorgung für alle Bereiche erhalten bleibt, damit man dort als Bürger und Urlauber eine ausreichende Grundversorgung zur Verfügung hat, um im Bedarfsfall medizinisch entsprechend den medizinischen Leitlinien versorgt werden zu können.

          • Danke für die Antwort!
            Das ist zwar kein Lehrerthema, sollte aber immer wieder in größerem Umfang publiziert werden!
            Das ist viel zu wenigen bewusst!

  27. …und SIE werden uns, besonders die LuL + Kinder der GS am 11.01.2021 ungebremst in den Präsenzunterricht schicken…!?!
    Wer sich (die Kultusministerien) ein dreiviertel Jahr lang vergleichsweise entspannt zurückgelehnt hat, wird nicht ausgerechnet zwischen dem 28. 12. 2020 und dem 04./?/ 05.01.2021 kreativ und konstruktiv „in die Hufe kommen“! (In max. 5 „echten“ Werktagen / Arbeitstagen! Ich unterstelle jetzt, dass sich die Damen und Herren in den letzten Tagen nicht überarbeitet haben. Auch wenn in den Medien die Welle gemacht wird >>> aber ohne Ergebnis!)
    Ich glaube an Weihnachten,aber nicht mehr an den Weihnachtsmann! Und ich fühle mich allmählich kräftig von meinem Arbeitgeber verar…t!

    • Mama51,
      bei über 30.000 Neuinfizierten können sie niemanden in die Schule schicken. Die ITS sind in unserem Landkreis nicht mehr aufnahmefähig und wer immer noch von Schulöffnungen im Januar schwadroniert, stellt sich dann bitteschön vor die Angehörigen, die jemanden verlieren, weil in den Kultusministerien Menschen ohne Realitätsbezug sitzen.
      Andi Scheuer hat seine Plätzchen vom Klinikpersonal schon zurückbekommen. Vielleicht sollten Schulleiter ihre Prämien zurücküberweisen.

      • xy,
        tja, ….Sie werden (hoffentlich nicht!?) am 10 ./ 11. Jan. an meine Prognose denken…
        In den GS wird das Viruswichteln weitergehen

    • „Bildung ist das höchste Gut“ wird täglich beschworen von den Bildungsssessel pupsern. Wie konnte es dann dazu kommen, dass Schulen abbruchreif sind, Lehrermangel herrscht, so gut wie keine Digitalisierung voran kommt und der Bildungsetat geradezu lächerlich ist Vergleich zu anderen Ländern? Wer trägt die Verantwortung? Alles hohle phrasen und Lügen!

  28. Präsenzunterricht bei den Inzidenzwerten? Das ist der reinste Wahnsinn!
    Nds. will immerhin erstmal im Wechselunterricht starten … immerhin… aber mehr wird wohl auch nicht zum Schutz investiert.
    Bayern hatte zu Beginn der Sommerferien einen tollen 4-Stufen-Plan erstellt, dieser sah damals vor (in etwa jedenfalls), dass ab einem Inzidenzwert von 35 der Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Schülern eingehalten werden muss (wenn dies nicht möglich, Wechselunterricht). Aber einem Inzidenzwert von 50 erfolgt die Umstellung auf Distanzunterricht. So einen verbindlichen Stufenplan brauchen wir JETZT für ALLE Schulen.
    Zusätzlich ordentliche Infektionsschutzmaßnahmen: kostenlose FFP2-Masken für Lehrer und Schüler, die zur Risikogruppe gehören, (FFP2-)Masken für Schüler (ich kann die Alltagsmasken nicht mehr sehen, die entweder dauernd unter die Nase rutschen oder wochenlang getragen werden). Dazu Luftfilteranlagen, Aerosolschutzwände (wenn kein Mindestabstand gilt), mehr Kapazitäten im ÖPNV, etc.

    Schulen sollen mit aller Gewalt offen gehalten werden??? Ja, offene Schulen sind wichtig, aber nicht wichtiger als die Gesundheit. Wenn Schulen offen bleiben sollen, dann muss die Bevölkerung aber auch ihren Beitrag leisten und sich in allen Bereichen zurücknehmen… besonders im privaten. Aber das hat ja schon Lockdown Light nicht wirklich geklappt.

    Benachteiligte Schüler werden durch Distanzunterricht noch mehr benachteiligt? Ja, sicher! Aber was tun wir denn momentan im Präsenzunterricht für benachteiligte Schüler, um die Rückstände aus dem letzten Halbjahr oder – um ehrlich zu sein – aus der gesamten Schulzeit aufzuholen? Gar nichts!!!

    Die Aufgaben, die ich meinen Schülern im Präsenzunterricht gestellt habe, waren für alle bearbeitbar… Und wer keinen Drucker hatte, konnte die Aufgaben ins Heft schreiben. Und wir haben zum großen Teile gute Schulbücher, mit denen gearbeitet werden kann/ wird. Distanzunterricht muss doch nicht komplett digital sein. Trotzdem scheiterte die Hälfte der Klasse daran… das ist traurig. Die Aufgaben, die ich zurückbekam, waren eine Katastrophe. Die Schüler durften mir Fotos ihrer Aufgaben zumailen… Entweder standen die Bilder auf dem Kopf oder waren aus einer Entfernung fotografiert worden, in der nichts mehr erkennbar war. Aber ich muss zugeben, von vielen habe ich auch toll eingescannte pdf-Dokumente bekommen oder tolle Fotos.

    Distanzunterricht wird nie einen guten Präsenzunterricht ersetzen, aber wenn wir ehrlich sind… wirklich guten Präsenzunterricht habe ich das letzte Mal im 1. Halbjahr des Schuljahres 2019/ 20 gemacht. Dieses Schuljahr war das leider bisher nicht möglich!!!

    • Stimmt! Das sollte man betonen! Der Präsenzunterricht, den wir seit Mai 2020 machen, ist gerade nicht der Unterricht, den wir normalerweise halten. Das kann ich voll unterstreichen: Guter Präsenzunterricht fand nur noch im 1. Halbjahr des Schuljahrs 2019/20 statt.

  29. Am besten ist dann immer das gejammer derjenigen, die jetzt kurz vor einem Abschlussjahr stehen und sich vehement gegen ein Wiederholungsjahr stemmen, um anschließend ein Gap-year anzutreten. Mir erschließt sich die Logik nicht.

  30. Die Politiker hatten 8 Monate Zeit. Flächendeckend ist nichts passiert, es gibt aber einzelne Schulen mit guten Konzepten.

    Ich habe den Schluss für mich daraus gezogen, dass ich meine Arbeitszeit (50-60 Stunden) ab jetzt die 7 Tage verteile und mir auf dem Handy mit der Stoppuhr die Arbeitszeit erfasse und mir abends in ein Logbuch schreibe.

    Egal welcher Unterricht ab dem 10.1 dann stattfindet, sobald ich an einem Tag im Schnitt (!) mehr als 10 Stunden arbeiten muss, werde ich Überlastungsanzeigen schreiben.

  31. @Jul
    Ganz genau. Die Aufgaben kamen nach beiden Malen Quarantäne teilweise gar nicht, teilweise grauenhaft und teilweise gut erledigt zurück. Genau wie in Zeiten mit Präsenzunterricht übrigens.
    Auch kaum vorstellbar: nach den Erfahrungen mit dem 1. Lockdown im Frühjahr haben nach den Sommerferien trotzdem nur 8 von 25 Schülern einen Drucker. Ich mein, was kostet so ein Ding schon?

      • Ein guter Drucker kostet bei weitem so viel wie eine PS4 oder PS5, machen wir uns mal nichts vor. Es sei denn, man will Tinte in homöopathischen Dosen zu Platinpreisen kaufen.

        Davon aber ab: Fändet ihr es nicht unverschämt, den Eltern bei vorhandener Lernmittelfreiheit vorzuschreiben, dass sie gefälligst in die Technik ihrer Kinder investiere sollen? Und dann auch noch in Drucker, die eigentlich unnötig wären, wenn die Kultusminister ihre Hausaufgaben gemacht hätten?

        Ich kann es Eltern überhaupt nicht verübeln, wenn unterm Weihnachtsbaum eine Playstation liegt und nicht ein Drucker. Oder neue Fußballschuhe. Oder Bücher. Oder ein Baukastensystem. Oder ein Puppenhaus. Oder was auch immer sich das Kind sonst so wünscht.

  32. Bei den Inzidenzwerten und diffusem Infektionsgeschehen geht gar nichts außer Distanzunterricht. Alles andere führt zu weiterer Überlastung der Intensivstationen.

    Leider haben es die KuMis in Deutschland versäumt, digital vorzusorgen – in anderen Ländern klappt das, auch bei Grundschulkindern.

  33. Bei mir läuft alles bestens. A14 Stufe 12, über 5200 € Netto. 99 % Schüler:innenzufriedenheit. Schule und Lernen wird überbewertet. Seid mal entspannter.

  34. Erfolgsquelle,
    Lehrer scheinen sehr seltsame Wesen zu sein. Ich las vor ein paar Minuten in lehrerforen.de, das ich zufällig entdeckt hatte und dort wurde auf Risikogruppenlehrer von Kollegen eingedroschen, dass sie gefälligst in Kleingruppen unterrichten sollten und man ihnen die Bezüge kürzen sollte.
    Lehrer scheinen sich selbst nicht grün zu sein und es überrascht mich nicht mehr, dass es keine Solidarität unter Lehrern gibt, sollten diese gehässigen Beiträge echte Lehrer abbilden. Widerlich.
    Jeder, der noch bei klarem Verstand ist, muss Präsenzunterricht bei diesen Inzidenzen ablehnen. Vielleicht muss man diese Kollegenanpinkler vor sich selbst beschützen, um Schüler und deren Familien zu schützen. Denn diese Lehrer haben nicht verstanden, was ein Virus ist und noch viel weniger, was eine Risikogruppe ausmacht.

    • Endlich habe ich das entsprechende Forum gefunden. Das waren nur einzelne Meinungen, bis auf einen Beitrag differenziert ausgedrückt, da kam mehr Gegenrede als das sg. Eindreschen. Außerdem wurde das schlechte Mangagement diesbezüglich von NRW beschrieben, das dazu führt, dass Lehrer von Schulen abgeordnet werden müssen. Bitte differenziert lesen! Die letzten Beiträge schweifen dann vom Thema ab.

  35. @×y:

    Habe bei lehrer.de kurz mal reingelesen.
    Schön ist das wirklich nicht…

    (Selbst die Sachbearbeiterin meiner Bezügestelle (!!!) meinte, ich als Risikogruppenattestierte sollte doch besser arbeiten gehen, das täte sie als Risikogruppenangehörige schließlich auch. Meine Anmerkung, sie säße ja allein in ihrem Büro, während ich nachmittags von 25 Zweitklässlern umlagert würde, schien sie nicht sonderlich zu interessieren).
    Ich denke, diese Missgunst unter Schulmitarbeitern liegt aber auch teilweise in der Not begründet, weil das System selbst krank ist und kaputtgespart wurde.
    Der eine muss bei Ausfall eines/r KuK Mehrarbeit übernehmen, dies wiederum erzeugt beim Fehlenden das schlechte Gewissen. Das ist auch im normalen Krankheitsfall so. Darum begeben sich kranke LuL oft trotzdem in die Schule.
    Ich glaube, dieses Psychospiel ist von oben sogar willkommen.

    • Wie, die Mitarbeiterin der bezügestelle saß noch in ihrem Büro und nicht im „home-office“?

      Hat da wieder eine obere Landesbehörde die Weisungen ihrer obersten Finanzbehörde nicht gemäß den Beschlüssen des Kabinetts missachtet und alle nicht zwingend erforlichen Tätigkeiten ins Home-office verlegt? Das LBV hat doch in der Regel auch keinen öffentlichen Kundenverkehr mit persönlichen Kontakten. im Normalfall ist die telefonische Erreichbarkeit doch eine unzeitgemäße Katastrophe, so dass Kontakte üblicherweise per Email erfolgen.

      Aber vermutlich ist die Bürokaffeemaschien besser als die heimische.

      • @dickebank:

        Das Telefonat mit der Sachbearbeiterin fand ca kurz nach den Sommerferien statt.
        Keine Ahnung, ob sie von ihrem Büro aus oder aus dem Homeoffice mit mir telefoniert hat….
        Aber ich versteh‘ schon, was Sie sagen möchten…
        😉

  36. @xy,
    es gibt leider zu viele Wasserträger nach oben. Was machen eigentlich die gewählten Personalräte der Schulen? Antwort: Sie schweigen oder……. schweigen. Anrechnungsstunden werden sonst für diese schwere Arbeit gestrichen.

  37. Hallo Kollegen,

    wie wäre es mit einem Streik gegen Präsenz.
    Es liegt auch an uns aber leider ist da kein Zusammenhalt.
    Lehrerverbände kuschen vor der Politik…….

    Übrigens bei uns waren 7 Kinder in der 2 Klasse infiziert, soviel zu Grundschulen………

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