70 Prozent der Schüler von Abschlussklassen sind in der Schule

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SCHWERIN. Die Öffnung der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern für die Abschlussklassen wird von gut zwei Drittel der betroffenen Schüler genutzt. Am Donnerstag nahmen 69,8 Prozent aller Mädchen und Jungen, die in diesem Jahr das Abitur oder die Mittlere Reife anstreben, in den Schulen am Präsenzunterricht teil. Dies teilte das Bildungsministerium in Schwerin mit. Die Schulen sind für die Abschlussklassen seit Wochenbeginn geöffnet, um die Schüler bestmöglich auf die Prüfungen vorzubereiten. Es gibt aber keine Pflicht, das Angebot wahrzunehmen.

Die Klassengröße ist doch ein entscheidender Faktor für die Unterrichtsqualität. Foto: Shutterstock
Die Klassenräume sind gut gefüllt (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Auch die Schüler bis Klasse sechs können in die Schulen kommen, wenn für sie zu Hause keine Betreuung möglich ist. Am Donnerstag waren nach Angaben des Ministeriums 30,3 Prozent der Grundschüler und 14,5 Prozent der Fünft- und Sechstklässler in den Schulen. Die Landesregierung appelliert an die Eltern, im Sinne des Infektionsschutzes möglichst eine Betreuung zu Hause zu ermöglichen.

Die Linke forderte für die Abschlussklassen eine Präsenzpflicht. Die Lehrer müssten derzeit neben dem Präsenzunterricht zur gleichen Zeit die Jugendlichen im Distanzunterricht betreuen. «Diese Zweigleisigkeit erschwert die Arbeit der Lehrkräfte und damit eine vernünftige Prüfungsvorbereitung erheblich», sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg.

Ein Sprecher des Bildungsministeriums entgegnete, eine Präsenzpflicht für die Abschlussklassen sei nicht möglich. «Es gibt einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz, dass die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben ist, dagegen können wir nicht verstoßen.» dpa

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9 KOMMENTARE

  1. Wer bereits heute eine Impfquote über 2 % hat, also 100 % mehr als im Schnitt in Gesamtdeutschland, kann natürlich vorpreschen…

  2. Was ist das für ein Schwachsinn … Kitas und Schulen eigentlich mit Beschluss vom 05.01. bis 31.01. zu , nächster Corona – Gipfel wird vorgezogen , aber zwei Drittel in der Schule . So kann Corona ungestört weiterwüten .

  3. Richtig, ein Freudenfest für das Virus, wenn endlich wieder viele Menschen zusammenkommen.
    Meine Devise wäre gewesen, lieber einmal für vier Wochen RICHTIG runterfahren, schmerzhaft aber ohne Kompromisse.
    Was man mit diesem Pseudo- Lockdown, der wegen nicht ausreichender Wirksamkeit ständig verlängert werden muss, der Wirtschaft und besonders den kleineren Unternehmen antut, ist wirklich nicht mehr nachzuvollziehen, wenn in einigen Bereichen Entscheidungdträger denken, sie stehen außerhalb der Naturgesetze und können sich alles erlauben.
    Akzeptiert endlich, dass dieses Schuljahr abgeschrieben werden kann…..

    • @OMG
      Dann ist es ja nett von Ihnen, wenn Sie als Schulleiter die nachträglichen Atteste der SuS noch akzeptieren.
      Ansonsten gleich einmal ‚0‘ Punkte wegen Leistungsverweigerung eintragen, dass wären doch die eigentlichen Ministerial-Vorgaben für die Abschlussklassen, insbesondere für die Abiturjahrgänge, die von der Schulleitung umzusetzen wären (sind).
      – Und bitte nicht vergessen, die während der Abiturprüfungen in Quarantäne befindlichen SuS noch zu sanktionieren, weil das Attest bzw. die Quarantäneverfügung des GA zu spät kommt -. ** IRONIE **

      Wie kann man diese Massenveranstaltung zulassen, geschehen lassen?
      Wo bleibt die Verantwortung – auch die der Schulleiter -?

      „Wir können der Tatsache nicht ausweichen, dass jede einzelne Handlung, die wir tun, ihre Auswirkung auf das Ganze hat.” A.E. – und er hatte recht!

  4. In Brandenburg gibt es für die Abschlussklassen sogar Präsenzpflicht. Soviel dazu, dass die Präsenzpflicht aufgehoben ist.

  5. Bei uns in Hessen müssen die abschlußklassen in die Schule. Es gibt keine Aussetzung der Präsenzpflicht. Ich finde das eine absolute Frechheit. Warum werden in Hessen die Jugendlichen gezwungen in die Schule zu gehen? Viele würden gerne an der Kontaktbeschränkung teilnehmen werden aber dazu gezwungen zu 15 anderen Familien Kontakt zu haben. Soviele Kontakte sind doch verboten! So nutzt kein Lockdown etwas bzw das ist kein Lockdown. 4 Wochen alles dicht wie im Frühjahr und die Sache ist vorerst wieder unter Kontrolle.

  6. Kann mir bitte nochmal jemand erläutern, warum die älteren Schüler, wo Distanz- und Onlineunterricht kein Problem sein sollte, in die Schule müssen. Diese Jugendlichen wollen ab Sommer studieren oder eine Ausbildung machen, wo sicher Homeoffice und Onlinevorlesungen zu finden sein werden. Statt sie auf diese Situation vorzubereiten, stopft man sie in Klassenzimmer. Statt eigenverantwortliches Lernen zu fordern und fördern..gibt es vorbereiteten Stoff aufbereitet und Häppchenweise. Fazit: unser Schul- und Bildungssystem setzt nicht auf Selbstständigkeit oder Eigenverantwortung… sondern auf Präsenz und Frontal… es klingt irgendwie nach.. das war schon immer so…ist bequem und vertuscht das Nichthandeln der KM.

    • @Crimnic: Ich kann es auch überhaupt nicht verstehen. Die Abiturienten wollen/sollen in zwei, drei Monaten die Abiturprüfungen machen, um danach weltweit studieren zu können. Wer von denen jetzt noch nicht selbstständig für die Prüfungsfächer (mit Betreuung in Distanz) lernen kann, darf gar kein Abitur bekommen!

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