CSU für neues Schulfach Programmieren und digitalere Kitas

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BERLIN. Überlastete Schulserver und Homeschooling mit Aufgaben per E-Mail – das soll es nach dem Willen der CSU künftig nicht mehr geben. Die Landesgruppe setzt auf digitale Bildung schon ab der Kita.

Die CSU im Bundestag fordert Reformen des Bildungswesens, um Schulen und Schüler stärker fit zu machen für die digitale Welt. «In ganz Deutschland muss es flächendeckend die Fächer Programmieren und digitale Wirtschaft geben», heißt es in einer Beschlussvorlage für die CSU-Landesgruppen-Klausur am 6. und 7. Januar. Zudem müsse jedes Fach auch digital unterrichtet werden können. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst berichtete die «Welt am Sonntag» darüber.

Digitalisierung so früh wie möglich. Laut der Beschlussvorlage der CSU-Landesgruppe soll schon in Kitas analoges Spielen und digitales Lernen verbunden werden. Foto: Brad Flickinger / flickr (CC BY 2.0)

Eine bundesweite Bildungs-Plattform solle Videokonferenzen und digitales Lernmanagement ermöglichen, heißt es darin. «Die Plattform des Bundes ist ein offenes Angebot an die Länder, das mit föderalen Infrastrukturen vernetzt werden kann und für alle Bildungsbereiche verfügbar ist.»

Nötig sei ein nationaler Bildungsgipfel von Bund und Ländern zur Digitalisierung. «Es ergibt keinen Sinn, dass jedes Land eine eigene Server- und Cloudlösung entwickelt. Dass der Bund hier unterstützt, ist richtig und notwendig», heißt es im Papier. «Wahr ist aber auch, dass vieles zu langsam oder in zu geringem Maße vor Ort ankommt. Wir wollen deshalb, dass zukünftig Bundesförderungen mit klaren Zeitvorgaben zur Umsetzung verknüpft werden.»

Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen konstatierte «eine Krise des Bildungsföderalismus, die in der Pandemie überdeutlich geworden» sei. Das föderale Bildungssystem sei nicht einmal in der Lage, die fünf Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die Digitalisierung der Schulen auszugeben, kritisierte er in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Ich will den Ländern keine Kompetenzen wegnehmen, aber dieses Systemversagen ist inakzeptabel. Im Ergebnis sind die deutschen Schulen von der Fähigkeit, Online-Unterricht zu erteilen, in allen Aspekten weit entfernt.»

Die CSU will bei der Förderung der digitalen Bildung aber nicht erst in der Schule ansetzen. «Wir wollen Kinder so früh wie möglich an die richtige Nutzung von digitalen Medien heranführen», heiß es – und zwar schon in der Kita. Dazu will sich die CSU für ein Förderprogramm für Kitas mit einem Volumen von einer Milliarde Euro einsetzen. «Gefördert werden sollen damit die Anschaffung von Kameras für die Herstellung von Stop-Motion-Pictures, von Tablets und Apps, VR-Brillen und Konsolen, die analoges Spielen und digitales Lernen verbinden.» (dpa)

Gastkommentar: Homeschooling oder Präsenzpflicht? Pragmatische Gegenvorschläge

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17 KOMMENTARE

  1. Ich kann es langsam nicht mehr hören!
    Die Kinder essen ungesund. -> Wir brauchen ein Schulfach „Ernährung.“
    Die Kinder sind zu frech. -> Wir brauchen ein Schulfach „Benehmen“.
    Jetzt: Die Kinder haben zu wenig Ahnung von Digitalem. -> Wir brauchen ein Schulfach Programmieren.

    Wenn jeder dieser abstrusen Vorstoße sich durchsetzen würde, wäre bald gar keine Zeit mehr für Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch etc., die wohl zweifelsohne deutlich relevanter für eine gute Bildung sind.
    Kinder schon im Kindergartenalter und frühen Grundschulalter stark mit digitalen Medien zu konfrontieren, halte ich für geradezu gefährlich für die gesitige und motorische Entwicklung. Man merkt leider, dass keiner der Kultusminister wirklich Erziehungswissenschaftler oder gar Lehrer ist.

  2. Digitale Bildung in Kita’s. Geht’s noch? Die Kinder müssen spielen. Viele können dies aufgrund ausufernder Mediennutzung gar nicht mehr. Kinder müssen sich mit sich selbst und ihrer Umwelt unmittelbar auseinandersetzen. Sie müssen Körpergefühl und soziale Kompetenz entwickeln. Das sind die Grundlagen menschlicher Entwicklung. Sie brauchen keine digitalen Medien. Diesbezügliche Bildung muss bei den Eltern ansetzen, damit sie wissen wie wichtig der direkte Bezug zu ihrem Kind ist.

  3. KiTas brauchen keine digitale Bildung. Kinder in dem Alter müssen mit ihren Händen arbeiten, sich körperlich bewegen, sich in einer Gemeinschaft einbringen und sich ihr unterordnen lernen. Das setzt natürlich auch Eltern voraus, die sich mit ihren Kindern beschäftigen …

    • Georg – Erster und letzter Satz = ? Mittelsatz d`accord.
      „Kinder brauchen keine digitale Bildung“?
      Kinder brauchen Begleitung für den Umgang mit ALLEM in ihrer Alltagsumgebung. Und zumindest TV/Radio gehören dazu – insbesondere der AUS-Schalter. Und ansonsten die UMschaltung in Kinderprogramme= Auswahlfunktion+Merkmale für „passenden“ Konsum kennenlernen.
      Warum? Weil Handeln und vor allem „Gemeinschaft Lernen“ nur mithilfe der genetisch vorgegebenen BEOBACHTUNGS-Fähigkeit funktionieren. Die ist NICHT abschaltbar! WIE sie gebraucht werden kann – das ist der Kern des Bildungsauftrages, im frühen Alter informell-spielerisch.
      „Eltern …, die sich mit ihren Kindern beschäftigen …“
      Ein Großes Fass mit vielen bedeutsamen Inhalten – hier nur zwei kleine Reflexe zum Thema „Medien“:
      (a) Kleinkinder sind perfekte AUS-Schalter, sprich erfolgreiche Sender von Störsignalen an Eltern mit festgewachsenem Smartphone vor dem Gesicht = Medienerziehung für Eltern….
      (b) Großeltern haben stark erhöhte Chancen, einfach DA zu sein (= Beobachtungsangebot) und freundliche Erklärungen abzugeben für das, was IST und das was GUT ist. Die „jungen Alten“ sind allemal die Babysitter der Nation…

      • Nein, Großeltern haben ihre Pflicht getan, indem sie ihre eigenen Kinder groß und erzogen haben. für die Kinder sind deren Eltern verantwortlich. ZUERST und vor allen Dingen. Wenn die Eltern arbeiten wollen/ müssen, dann ist das deren Sache. Und wenn sie sich in einem politischen System, das seit Jahrzehnten transformiert wird in Richtung Erwerbstätigkeit beider Elternteile, Kinder haben wollen, dann auch.
        Großeltern und Lehrer KÖNNEN betreuen, wenn SIE das WOLLEN. Eine primäre Aufgabe oder gar Pflicht kann es da nicht geben.
        UAwng

        • …und weil die tollen vom Bildungsministerium vorgegebenen Lernplattformen am 1. Schultag erwartungsgemäß abschmieren, meine SuS mir alle aufs private Postfach schreiben, SOFORT von mir eine Antwort bekommen- seit gestern vormittags übrigens nonstop- haben sich ein paar sprachl. Fehlerchen eingeschlichen.
          UAwng

        • RealPetra – gegen welches Gruselplakat schreiben Sie da denn an?!
          Selbstverständlich entscheiden Großeltern selbst, was ihnen wichtig ist! Mir zB. macht es einen Riesenspaß, meine ENkel aufwachsen zu sehen- Und ich weiß es: der ganz andere Zugang zueinander ist eine große Chance für die Kinder – gerade wenn beide Elternteile vollzeit auf Arbeit sind. Ich lebe es – und kenne die Statisitk zur Familienarbeit der Großelterngeneration! Das System >Vollerwerbsarbeit +Kinder< rechnet damit…
          Und dieses System sollen jetzt vorrangig Eltern optimieren, damit des für die Kinder förderlich oder wenigstens erträglich ist?
          Da spielen noch ganz ander Akteure mit – und die sind sehr zufrieden, sich hinter diesem Plakat "Für die Kinder sind deren Eltern verantwortlich. ZUERST und vor allen Dingen" verbergen zu können. Ohne kindgemäße = qualitativ u. quantitativ optimale Ergänzung der ELternfunktion verlieren die Kinder wesentliche Entwicklungschancen.
          Konsequenz:
          entweder die Familienarbeit wird professionalisiert – oder die familienbegleitenden Einrichtungen und Dienste werden drastisch auf Stand gebracht – und das heißt seit 10 Monaten auch PANDEMIEFEST.
          Wollen Sie behaupten, das hätten wir doch? Mit und ohne Corona?
          Ich weiß, wir haben es NICHT – und Eltern allein können es nicht ändern. Großeltern helfen mit, die Lücken notdürftig zu überbrücken.
          Sie, ich, meine junge Elterngeneration, die Erzieher*innen, die LuL – weisen sich gegenseitig ALLEINVERANTWORTUNG zu? Oder wir besinnen uns darauf, dass dieses Jahr in 6 Bundesländern LT-Wahlen anstehen, und Nr. 7 ist die BT-Wahl.
          Sind Sie dabie? Professionelles Berufsbild "Familienarbeit" oder drastischer Ausbau von Kitas und Schulen mit GTBetreuung, sowie allen anderen familienbegleitenden Diensten – ök?

  4. Vom Grundsatz her ist es schön, wenn viele Ideen angedacht werden.
    In der Praxis bzw. für die Praxis ist es noch schöner, wenn eben ein Praxisbezug gegeben ist.

    Bei den Kleinsten ist „digitales Lernen“ vielleicht die nächste Nebelkerze.

    Ich arbeite zwar nicht im Kitabereich, aber dennoch sind die Folgen von Mangelwirtschaft auch noch bei Kindern ab 10 Jahren deutlich zu beobachten.
    Aus dieser Position heraus betrachtet (und Kinder ab 10 können sich teilweise ganz gut dazu äußern, Ü15 können sie es schon sehr differenziert beurteilen und mitteilen) ist es wünschenswert und – ich behaupte jetzt einfach mal – auch sinnvoller, den Personaleinsatz zu erhöhen.
    Ganz klar gesagt: WENIGER Kinder auf 1 Erzieher!
    = mehr Zeit für das einzelne Kind.

    Diese Idee passt dann ja zu dem in den letzten Wochen in Mode gekommenen Postulat/Mantra, dass Lernen unbedingt soziale Bindungen voraussetzt (und angeblich sei DAS ja auch der Grund, warum Kitas und Schulen um jeden Preis offen bleiben sollen).
    Dann muss genau an dieser Stelle jetzt auch investiert werden:
    Personal statt Endgeräte in Kitas (, denn die Endgeräte alleine machen ja bekanntlich nicht die gelungene Digitalisierung).

    In kleinen Gruppen können die Kinder auch untereinander vertrauensvolle Beziehungen aufbauen.

    Weiterhin wichtig:
    Erfahrungen machen, wie sie unendlich vielen Kindergenerationen vorher noch vergönnt waren, wie z. B. einfach mal so und „selbstvergessen“ (das geht nicht im Lärm einer 20er-Gruppe) vor sich hin spielen und eigene Ideen entwickeln.
    In der Matsche spielen – oh ja, also draußen!
    Auch mal Langeweile haben dürfen, denn genau daraus entstehen irgendwann eigene Ideen.
    Lernen, diese Langeweile auch mal auszuhalten.
    Lernen, auch mal Enttäuschungen („Mir fällt aber nichts ein, was ich spielen will“ – Ok, dann fällt dir bestimmt gleich etwas ein … / „Mein Bild sieht doof aus!“ – Ok, dann kannst du vielleicht noch irgendwo etwas dazu malen, damit es dir besser gefällt? …).
    Nicht immer tolle Lernspiele, sondern mal das gute alte Basteln, funktionierte früher gut und analog z.B. mit Papier und Pappe. (Bestimmt geht das heute auch noch?)
    An anderer Stelle erwähnte ich schon mal, dass einige meiner ehemaligen SuS mittlerweile selbst auf die 30 Jahre zugehen und als ErzieherInnen arbeiten, also sind meine Gedanken hier nicht völlig aus der Luft gegriffen.
    Diese ErzieherInnen würden sehr gerne genau so arbeiten, aber die Bedingungen (Personalschlüssel und räumliche Ausstattung) müssen das unbedingt hergeben!

    Digitale Spielzeuge – und nichts anderes kann es in diesem Alter der Kinder sein – sind da nur 1 Spielzeug unter vielen anderen und werden dann auch schnell uninteressant, andere Menschen (Kinder, Erwachsene) sind im sehr jungen Kindesalter unbedingt viel interessanter.

    Und da man jeden Euro nur EINMAL ausgeben kann, sollte man sinnvoll investieren.
    (Vielleicht fängt man auch mal ganz sinnvoll an: Schnelles Internet wäre toll, überall.)

  5. Mumpitz! Polemische von Lobbyisten gesteuerte Forderungen. Was haben digitale Tools in der Kita zu suchen? Vielleicht aus Gründen der Kontinuität für Kinder, die ihre Eltern nur am Handy telefonierend den Kinderwagen schieben und wischen auf dem Spielplatz erlebt haben? Oder sollen dann die Grundschüler die Lernplattformen betreuen und die Schul- Admin machen?
    Wie immer werden Schulfächer gefordert.
    Und munter alles Mögliche zusammengeworfen, was gut klingt.
    Btw. von Entwicklungs- oder Lernpsychologie muss ich im LuL- Forum nichts sagen.
    Morgen geht’s nach den Ferien wieder los- mit den SuS tummelte ich mich seit Neujahr auf unserer Plattform. Was sehne ich den Regelbetrieb herbei….halbe Arbeit, gleiches Geld!

  6. Schön und gut, wenn man aus den Schwierigkeiten lernen will!

    Nur bitte nicht vergessen, dass Kinder erstmal lesen, schreiben, rechnen und denken lernen, Neugier entwickeln und sich in der Realität orientieren müssen, bevor sie digitale Medien wirklich nutzen – nicht nur benutzen – können.
    Auch wenn es veraltet klingen mag: Kinder lernen immer noch am besten mit Kopf, Hand und Herz – nicht mit dem Computer. Der muss Instrument und Mittel zum Zweck bleiben.

    Und bitte nicht vergessen, dass es für all diese Forderungen viel Personal braucht.
    Dies nicht nur, um den Kindern besser als heute die o.g. Grundfertigkeiten zu vermitteln, sondern auch, um die mit digitalen Medien nicht unerheblichen neuen Probleme (Fake News, Mobbing…) in Zukunft adäquat in den Griff bekommen zu können.
    Das alles geht noch mehr als bisher schon weit über die Kernaufgaben und Möglichkeiten der Lehrer hinaus.

    Forderungen und Vorschläge sind immer schön – nur schade, wenn dann wieder der Finanzminister die Hand drauflegt und am Ende leider kein Geld für mehr Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter da ist… oder wenn den Schulen wieder der Schwarze Peter zugeschoben wird, indem man die Hürden so hoch hält, dass eine normale Schule schon am Antrag für die Geräte scheitert.

    • kanndochnichtwahrsein – da haben wir erneut die wiederkehrende Frage: wie die kostenintensiven Rahmenbedingungen durchsetzen gegenüber denen mit den schlauen Konzepten?
      Mein Ansatz: die Zielideen umsetzen in ausformulierte Praxiskonzepte = inkl. Rahmenbedingungen. Und dann klarstellen, was derzeit NICHT geht (= auch tatsächlich nicht TUN) = „Dienst nach Vorschrift einer schulischen Medienbildung“. Dazu die nächsten Entwicklungsschritte bezeichen – wiederum inkl. der zugehörigen Rahmenbedingung.
      Und das immer mit Eltern beraten, direkt und klar mit Schulaufsicht/-verwaltung kommuniziert – und Schritt für Schritt durch die Lokalmedien begleitet = in Wahlkampfzeiten die Chance, Parteiprogramme zu beeinflussen.
      Der Ansatz heißt für mich „Solingen“ – die konsequente Forsetzung heißt „Dienst nach EIGENER Vorschrift“ – zusammen mit den „Willigen“ vor Ort. Das dauert – ist stressig – rechtlich angreifbar – also irgendwie so wie immer, nur produktiver…

  7. „In ganz Deutschland muss es flächendeckend die Fächer Programmieren und digitale Wirtschaft geben», “

    GAD: Hallo, CSU?
    CSU: Ja?
    GAD: Ja, dass Jahr 2010 hat angerufen. Es hätte gerne seine Bildungsplan-Ideen zurück.

    Redet die Bundes-CDU eigentlich mit der Partri in Bayern oder weiß die Weiswurscht mal wider nicht, was die Haxn macht?

    Es gibt in Bayern das Fach Informatik. DIESES Fach sollte landesweit endlich Pflicht werden, nicht so ein schmarn wie „programmieren“. Alle Fachdidaktiker der Informatik sprechen sich gegen programmieren als Fach aus, einfach weil es nur ein kleiner Teil der Informatik ist. Und dann kommt die CSU mit ihren Steinzeitideen um die Ecke.

  8. Wie wäre es wenn die Kinder erst mal sprechen und sozialen Umgang in den Kitas lernen. Oder wie man sich an- und aus- zieht, oh oder vielleicht Umgangsformen wie bitte und danke. Tischmanieren oder einfach nur essen mit geschlossenem Mund, wie man ein Messer benutzt , sich die Nase mit einem Taschentuch putzt und sie nicht bei den Erziehern an den Kleidern abwischt und vieles vieles mehr bevor man sie noch mehr mit dem misst zudröhnt. Oh und Filme wie „Es“ oder „Freddy Krüger“ sind ab 18 Jahren erlaubt und nicht zur Kinderbetreuung gedacht. Es ist Spitze wenn 4 Jährige versuchen den Puppen die Köpfe abzuschneiden.

  9. Während in Silicon Vallye plötzlich Waldorgkindergärten und -schulen etabliert werden, nachdem die Giganten der digitalen Welt ihren eigenen zu früh den Tablets überlassenen Kindern beim Verblöden jahrelang zugeschaut haben, wollen unsere Politiker – ohne jeglichen Verstand der Materie – bereits die nächsten Generationen der Kinder für ihre bildungspolitische Inkompetenz büßen lassen. Reicht es etwa nicht, dass wir immer noch die Scherben der letzten Rechtschreibreform nicht zusammengekehrt haben 🙁
    Man sollte all diese im Bundestag während der Sitzung (falls überhaupt anwesend) an ihren Handys spielenden „Politiker“ für einen Monat zum Unterrichten in die Schulen schicken! Damit sie vor Ort recherchieren können und einen Hauch Ahnung davon bekommen, was umsetzbar ist und was nicht. Wenn sie inkompetent regieren können, werden sie auch ohne Stoffkenntnis unterrichten können, im Sinne der multiprofessionellen Teams => der neueste Trend im personalmangelgeplagten Deutschland.
    Es scheint so zu sein, dass das ehrgeizige Ziel in den Zeiten der Pandemie nicht so sehr die Herdenimmunität, jedoch das Herdenverhalten ist. Jeder, der „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ gesehen hat, ahnt, wohin die Reise geht. Da wollen die besonders ehrgeizigen Politiker dafür sorgen, dass die Kinder überhaupt nicht erst in die Versuchung kommen, selbstständig denken zu wollen: man setzt ihnen virtuelle Brillen auf, beschallt mit dem digitalen Müll, konditioniert auf Dopaminschub beim Pipsen und Blinken (hat vor 100 Jahren bei Pavlovischen Hund wunderbar funktioniert), sorgt dafür, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt, und führt diese willens- und ahnungslose Herde zum Abgrund. Demnächst nützt auch nichts auf neun Kanälen gleichzeitig Ferdinand von Schorsch zu zeigen, wenn bereits jetzt nur 10% der Bevölkerung nachvollziehen könnte, was dieses Experiment uns sagen soll. Die restlichen 90% schauen oder spielen bei „Bauer sucht Frau“, „Frauentausch“, „Bachelor“ und „Hartz aber herzlich“. Die pseudointellektuelle Bildungsmittelschicht wird permanent mit Tatorten, Polizeirufen und SOKOs beschallt und darf zur Abwechslung beim Traumschif sabbern. Und diese Gesellschaft bildet sich ein, dass die Bildung ihr einziger wertvoller Rohstoff ist!!! Wie zynisch!
    Traurig ist, dass die wirklich kompetenten Leute, die im Bildungswesen tätig sind und diesen Zustand ändern könnten, sich lieber auf dieser Seite – wie in einer geschlossenen Sekte – auskotzen, anstatt die noch nicht endgültig verblödete Öffentlichkeit über die auf uns alle unaufhaltsam rollende Katastrophe zu informieren. Und zwar dort draußen.

    • @Oxana Arnold

      Ihr Kommentar ist ein Punktlandung, danke dafür.

      Und Sie haben auch Recht mit Ihrem letzten Absatz, „dort draußen“ informieren.
      Das tue ich seit Jahren und habe mich also auch „dort draußen“ schon oft anätzen lassen, was mich aber auch nicht stoppen konnte.
      „Unke“, „Schwarzmaler“, „Dauerpessimist“ waren da noch die eher freundlichen Anreden/Nachreden, aber man weiß ja, woher es kommt … 😉
      Und manch einer von denen ist mittlerweile sehr ruhig und zurückhaltend geworden. Nur reicht es leider noch nicht zur Kurskorrektur auf persönlicher Ebene.
      Ich hoffe weiter und „unke“ weiter.

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