Lehrer sehen deutliche Lernrückstände – es hapert beim digitalen Unterricht

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STUTTGART. Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer im Land bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, über die die Wochenzeitung «Die Zeit» berichtet. Und: Beim digitalen Unterricht hapert es. Das liegt aber nicht an den Lehrern. 

Ist das Schuljahr verloren? Für einige Schüler wohl schon. Foto: Shutterstock

Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen. Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite.

Lehrer haben für den digitalen Unterricht dazugelernt – bei der Ausstattung hapert es

Der Wechsel im Schulbetrieb aus Präsenzunterricht und Homeschooling während der Corona-Pandemie ist weiterhin eine mühevolle Situation. Dabei haben Lehrkräfte beim Einsatz digitaler Formate und Tools verglichen mit den Schulschließungen im März 2020 erkennbar dazugelernt. Bei der technischen Ausstattung der Schulen ist Deutschland hingegen kaum vorangekommen.

Das zeigen die Ergebnisse der Folgebefragung von Lehrkräften des Deutschen Schulbarometer Spezials, einer repräsentativen Erhebung. Darin gaben jetzt 62 Prozent der Befragten an, digitale Möglichkeiten zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte zu nutzen, zum Beispiel für die Erstellung eigener Erklärvideos. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. Zwar arbeitet die große Mehrheit der Schulen (73 Prozent) inzwischen mit digitalen Lern- und Arbeitsplattformen, doch mit Blick auf die digitale Ausstattung ihrer Schulen sagen immer noch 61 Prozent der Lehrkräfte, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien.

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«Deutschland hängt bei der Digitalisierung der Schulen fünf bis acht Jahre zurück. Das kann man leider nicht in neun Monaten aufholen», kommentierte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die brandenburgische Schulministerin Britta Ernst (SPD), die Umfrage in einem Interview mit der «Zeit». dpa

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59 KOMMENTARE

  1. Ich bin Grundschullehrerin!
    Diese jungen Kinder (zumindest bis Klasse 2) sind überhaupt nicht in der Lage, digital zu lernen. Beziehungsloses Lernen geht nicht!
    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass unsere Kinder letztendlich die größten Verlierer in diesen Pandemiezeiten sein werden! Diejenigen, die es gilt am meisten und besonders zu schützen, genau die werden verlieren … Und warum? Weil immer und immer wieder nur halbherzige „Lösungen“ gesucht werden, keine Leute mit der nötigen Fachkompetenz in Kultusministerkreisen zu finden sind, sondern eher schicke Damen im „Chefjäckchen“, die die Machtposition immer noch auskosten und nicht zuletzt die Verantwortlichen leider nur in Wahlkampfstrukturen denken. Das alles brauchen wir in Zukunft überhaupt nicht! Bitte dran denken, wenn die Wahlen anstehen…

    • Das stimmt nicht! Ich unterrichte schon seit Monaten digital, das geht sehr wohl! Die Kinder sind viel unbeschwerte im Umgang mit Ipad und Laptop und können sich innerhalb kürzester Zeit selbst in Videokonferenz en einloggen, Dateien hochladen, etc. Und der Kontakt zu den Eltern läuft auch, sogar regelmäßiger und unkomplizierter als sonst.

      • Es gibt nicht „die Grundschulkinder“. Manche kommen vielleicht gut zurecht, andere weniger. Wenn ich nicht immer nachhake (zwischen meinen eigenen Vorbereitungen und Konferenzen), würde mein eines Kind nur Unsinn machen, während das andere schon durch ist mit seinem Stoff.

      • Kann ich bestätigen, es läuft sehr gut online in der Grundschule. Klar ist es eine Umstellung, aber an unserer GS war jede Klasse schon mindestens einmal in Quarantäne und ist somit erprobt im Onlineunterricht.

  2. Verstehe ich nicht. Stirbt man an Bildungsmangel? Leidet man daran? Es ist jetzt ein knappes Jahr, dass die Kids nicht mehr so unter Leistungsdruck stehen wie vorher. Sie werden das aushalten, vielleicht lernen sie im Alltagsleben in der Familie mal was anderes, was ebenso wichtig ist: gemeinsames Essen mit der Familie, kochen, Haushalt, Werteerziehung, familiäre Sozialstrukturen. Die meisten kennen nur Mensa und den ganzen Tag Hort. Ja und auch in der Grundschule ist schon Hamsterrad angesagt, spätestens ab der 4., wo Helikoptermütter, Nachhilfelehrer etc. darum kämpfen, dass jedes semibegabte Kind aufs Gymnasium kommt. Die Kriegsgeneration hatte jahrelang keine Schule, hatte viel mehr psychische Belastungen und hat Deutschland wieder aufgebaut.

  3. Ich unterrichte ältere Schüler . Für sie ist das Distanzlernen ein Vorteil . Effektiver geht es nicht . Ich denke , dass der Präsenzunterricht ein Auslaufmodell ist – so wie Bankgeschäfte in der Filiale . Dem trauert auch keiner nach .

    • Gilt auch für viele Grundschüler. Sie beschreiben es als sehr angenehm, dass sie nicht mehrere Stunden pro Tag bei Flughafenlautstärke in schlecht möblierten Räumen zubringen müssen und nicht ständig jemand dazwischenquakt.

    • Ist die korrekte Anwendung von Satzzeichen durch Lehrer auch ein Auslaufmodell?
      Ich als Mutter von Grundschülern würde dem genauso nachtrauern wie viele ältere Menschen den Bankfilialen.

    • Sollte Präsenzunterricht tatsächlich ein Auslaufmodell sein (was ich nicht glaube), so sollte aber auch jedem bewusst sein, dass man dann zukünftig auch Lehrerdienstleistungen aus dem Ausland beziehen kann. Bei Sprachen wäre dies schon jetzt ein Vorteil (native Speaker + günstiger). Aber auch in anderen Fächern würden sich sicher viele sehr gut qualifizierte Kräfte finden, die bei vergleichsweise deutlich geringerem Gehalt Distanzunterricht in hoher Qualität erteilen könnten. In anderen Berufszweigen wie der Informatik ist diese Entwicklung schon seit Jahren zu sehen.

      • Das geht aber bei Sicherheitskräften genauso. Ebenso ist eine örtliche Feuerwehr unnötig. entsprechende Dienstleistungen kann man selbst innerhalb der EU deutlich günstiger einkaufen als diese hier in D selbst zu erbringen.

        • @dickebank: Der Vergleich mit der Feuerwehr oder dem Sicherheitsdienst ist falsch. Denn Klaus L. hatte argumentiert, dass der Präsenzunterricht ein Auslaufmodell (und folglich nicht notwendig) ist. Das sehe ich keinesfalls so, denn Schule und Lernen hat auch viele soziale Aspekte. Ich wollte aber hinweisen wo eine solche Diskussion (Präsenzunterricht auf Dauer abzuschaffen) zwangsläufig hinführen wird. Ein Feuer über Tausend Kilometer geht nicht, Distanzunterricht aber schon.

      • @DerDip

        Die vielgepriesene Beziehungsarbeit fällt dann natürlich weg.
        Dann verzichten wir konsequent auch gleich auf die „Billiglöhner“ aus dem Ausland oder aus Callcentern in aller Welt.
        Alle kriegen dasselbe Lernprogramm aus der Cloud.
        Fertig.
        Und am billigsten, in jeder Hinsicht.
        Aus die Maus.
        Zufrieden?

        • @A. Ich denke, Sie haben mich falsch verstanden. Ich bin ja nicht gegen Präsenzunterricht, ganz im Gegenteil. Mir geht es um die natürlichen Konsequenzen dessen, falls Distanzunterricht zur Normalität erhoben wird. Die Beziehungsarbeit und das soziale macht ja gerade Schule und gemeinsames Lernen aus. Aber ja: Falls es um Lernvideos geht, würde in vielen Fällen jeweils ein ordentliches Video pro Thema für ganz Deutschland reichen. Dafür braucht man nicht Heerscharen an Lehrern die parallel das gleiche aufnehmen. Und bzgl. Billigkräfte: Glauben Sie wirklich, dass die Menschen in anderen Ländern so viel schlechter ausgebildet sind?

          • @DerDip
            Im ersten Teil habe ich Sie tatsächlich falsch verstanden, sorry.
            Im zweiten Teil ist es scheinbar umgekehrt: Bei mir steht ja „Billiglöhner“ in Anführungszeichen. Damit meine ich die schlechte Bezahlung – nicht die Art, wie die Arbeit ausgeführt wird, nicht die Qualität der Ausbildung einer Arbeitskraft.

            „Glauben Sie wirklich, dass die Menschen in anderen Ländern so viel schlechter ausgebildet sind?“
            Und auf die Frage muss ich Ihnen die Antwort schuldig bleiben, aber das war Ihnen schon klar: Niemand kann das für ALLE Menschen in ALLEN anderen Ländern und in ALLEN Berufen.

      • Es wird sich schon deshalb durchsetzen, weil damit Immobilienkosten eingespart werden können – und Reinigungskräfte, Klopapier und Wasser.

    • Doch! Denn es geht nicht nur um Bequemlichkeit, sondern auch um Arbeitsplätze.

      Ja, Anstehen kostet… Zeit. Und genau die fehlt bei den Hamsterrädern, die sich immer schneller drehen.

  4. So sieht es aus, meine Oberstufenschüler kommen mit Distanzlernen auch prima klar. Endlich nicht mehr stundenlang die Maske im Unterricht tragen und nicht mehr frieren, das sind auch Argumente der Schüler.

  5. Gern würd ich meinen Schülern und meinen Kindern nur einen Hauch der Freiheit wünschen, die ich in meiner Kindheit in den 80ern erleben durfte: heimkommen, Schulranzen ins Eck pfeffern, Mamas Essen genießen, mit Liebe gekocht, Hausaufgaben in 20 min erledigen, ohne Elternobservierung, raus gehen, Heuluft atmen und Freiheit, Dorfkinder treffen, ohne Terminkalenderabstimmung, in den Wald gehen, ohne Erwachsenensecurity, ein Versteck bauen, ohne Lanlustanleitung, bloß mit der eigenen Fantasie, Tiere streicheln, in Pfützen springen. Einfach dreckig und stinkig sein dürfen. Und glücklich und frei. Könnt ich bloß meinen durchorganisierten, observierten, konsumierten, übermutterten, keimfreien und leistungsorientierten Schülern ein kleines Stück von meinem Bullerbü geben.

    • Wie oft ich das schon gedacht habe! Aber ich denke, diese Freiheit wird wiederkommen, denn die jungen Erwachsenen Anfang 20, die eine durchorganisierte Kindheit hatten, haben eine andere Lebenseinstellung und Wertevorstellung. Ich bin sehr gespannt und freue mch, was da kommt.

    • Ich war auch in den 80ern Kind und habe mir oft selbst was zu essen gemacht und war früh sehr selbständig, wovon ich bis heute profitiere. Am Abend und am Wochenende gab es natürlich auch was frisch Gekochtes von Mama. Meine Kinder lernen zum Glück, dass auch Papa mal am Herd steht und auch Mama arbeitet. Das Familien-/Lebensmodell meiner Eltern in den 80ern würde ich ansonsten für mich so nicht wollen.
      Dreckig und stinkend kam ich nie nach Hause. Zum Glück.

      • Da haben sie etwas verpasst. Was ich metaphorisch damit ausdrücken wollte : Wir Kinder waren frei, keiner hat uns beaufsichtigt und angeleitet. Passiert unseren heutigen Kindern ab der Kita: Spiel nur unter Erwachsenenaufsicht. Deshalb können sich Kinder heutzutage kaum selbst beschäftigen. Wir mussten unbedingt kreativ sein, hatten kaum Spielzeug , waren absolut selbständig im Denken, Handeln, Tun, mussten mithelfen in Haus und Hof, was uns so gut getan hat. Meiner Kindheit und meinen Eltern, die alles andere als Helikopter waren, aber einfach da- habe ich jegliche Kreativität, Bodenhaftung und Freidenkertum zu verdanken.

        • Ob ich was verpasst habe, kann ich ja für mich selbst beurteilen, das ist ja Ansichtssache und ich sehe das nicht so.

          „Dorfkinder treffen“, „Einfach dreckig und stinkig sein dürfen.“, „Bullerbü“ – hab ich nicht gebraucht und war trotzdem glücklich.

          „durchorganisierten, observierten, konsumierten, übermutterten, keimfreien und leistungsorientierten…“ – hatte ich aber auch nicht und haben auch meine Kinder nicht (im Gegenteil). Da gibt es ja nicht nur s/w.

          Das hat außerdem wenig mit verpassten Lerninhalten zu tun. Die fehlen ja trotzdem, egal ob steriler Haushalt oder nicht.

        • Jawoll.

          Den Kids heute wird gar nicht mehr die Chance gegeben, selber kreativ werden zu müssen, denken zu müssen, Erfahrungen machen zu müssen und zu dürfen.

          Es wird ihnen genau das genommen, was alle fordern…… – kommt mir irgendwie bekannt vor….. Luftfilter gibt’s nicht, fordern wir ja.

    • Auch wenn corona nicht mehr da wäre sieht es heutzutage in den höheren Klassen eher so aus: man kommt um 16 uhr nach hause und sitzt noch ein paar stunden an Hausaufgaben und lernen und das wars dann auch schon wieder mit dem tag.

    • Paradiesisch. War bei uns auch so.

      Und hat „gereicht“ für Studium und Lehrer werden.

      Da muss wohl viel richtig gelaufen sein, in der digilosen Zeit.

        • @Riesenzwerg, möchte jetzt nicht als ewig Gestrige rüberkommen, aber mir tun meine eigenen Kinder und Schüler manchmal leid, weil sie diese Freiheit nicht mehr erfahren. Sie sind so reich, haben Playstation, Fernseher, Computer am Zimmer, aber oft nur WhatsApp zum kommunizieren, sind oft alleine Zuhause, sind so gefangen in all den Verpflichtungen und im Leistungsdruck. Deshalb bin ich auch dafür, Leistungsdruck aus diesem verkorksten Coronaschuljahr raus, keine Tests mehr, wiederholen, vertiefen und für alle dieses Jahr wiederholen. Es gibt ja soviel nachzuholen. Bei meinen Kindern:Tanzkurs, Abschlussfahrten, Leute treffen, einfach ein Stück Jugend und Unbeschwertheit.Das sollten wir den Kindern gönnen, das ist wichtiger als alles andere.

  6. Ich habe 2 Kinder (2. und 4. Klasse). Wir kommen mit dem Homeschooling sehr gut zurecht. Die Kinder lernen strukturiert zu arbeiten, sich gegenseitig zu helfen und sind sehr zufrieden mit der Situation.

  7. Meine Schüler der 3. Klasse haben in Mathe und Deutsch keinen Lernrückstand, allerdings kennen sie selbständiges Arbeiten sehr gut. Wir sind in diesen beiden Fächern im Zeitplan. Und das reicht in einer Pandemie vollkommen für eine Grundschule.
    Im Bereich „Computer“ sind sie viel weiter als es der Lehrplan vorgibt.
    Meine Nichte schreibt Abitur und lernt wunderbar zu Hause.
    Ich weiß nicht, welche Lehrer da befragt wurden, wohl die „Ewignörgler“.

  8. Meine Schüler sind erwachsen. Digitales Lernen klappt super.

    Das digitale Lernen würde allerdings nicht so gut klappen, wenn das Kollegium darauf bestehen würde, Dienst nach Vorschrift zu machen:
    – Wenn das gesamte Kollegium beispielsweise mit den schulischen Dienstrechnern über das schulische Netz agieren wollen würde, würde unser digitaler Unterricht nicht klappen.
    – Ebenfalls würde unser digitaler Unterricht nicht klappen, wenn wir nur 40 Stunden pro Woche arbeiten wollen würden.

    Unser digitaler Unterricht klappt nur deshalb, weil wir alle viele private Ressourcen (Geld und Zeit) einbringen.

    Wenn es Kolleginnen und Kollegen gibt, die dies nicht machen, und auf die Pflichten des jeweiligen Dienstherren verweisen, habe ich für diese Argumentation Verständnis.

  9. Tja, was die Kommentare deutlich zeigen, es liegt wohl doch nicht an der digitalen Ausstattung, sondern an den jeweiligen Lehrern:)
    Ich habe Zuhause einen Sechstklässler der schon immer sehr selbständig war und auch jetzt seine digitalen Aufgaben selber organisiert.
    Aber genau das sind es Aufgaben. Von digitalem Unterricht meilenweit entfernt.
    Gestern las ich den Bericht einer spanischen Lehrerin und mir kamen die Traenen. Mag sein, dass das an einigen Schulen funktioniert, aber sicher nicht mal an 50% ….und leider auch nicht bei allen Lehrern. Sorry, aber wir Eltern erleben doch täglich, wie unterschiedlich selbst an der gleichen Schule digital „unterrichtet“ wird, das Schönzureden bringt nichts.

    Was die Nachkriegsredner angeht… kommen sie mal im 20. Jahrhundert an. Die Menschen von damals wuerden heute bei einem Vorstellungsgespräch keinen Fuss mehr in die Tuer kriegen. Mag gut oder schlecht sein, Fakt ist aber die Ansprüche der Arbeitswelt sind massiv gestiegen. Deutschland braucht und will gut ausgebildete Menschen…dann muss es dafür sorgen, dass seine Kinder auch gut beschult werden. Punkt!
    Ich wehre mich dagegen, dass alle Eltern die Praesenzunterricht fordern faule Idioten sind, die ihre Kinder nicht lieben.
    Ich behaupte ja auch nicht, alle Lehrer hocken lieber daheim, weil sie dann die eigentliche Unterrichtszeit für andere Dinge nutzen können.
    Diese Pandemie wird noch lange andauern, wer den Katastrophenplan mal gelesen hat sind wir am Anfang von Jahr 2 von insgesamt 4.
    Allen die meinen im Sommer ist es vorbei… herzliches Beileid!
    Deswegen müssen JETZT sinnvolle Konzepte her, besonders für die Schulen!

    • Nur ein Beispiel, ich war mit meinen Schülern in der Vorcoronazeit wandern. Einer meiner besten Schüler musste in freier Wildbahn pinkeln. Er wusste sich überhaupt nicht zu helfen. Ich wünsche mir einfach wieder etwas mehr Bodenhaftung und weniger Verwissenschaftlichung bei der Bildung. Gerade absolute Spitzenschüler und Streber scheitern oft am realen Leben, sie können die einfachsten Dinge nicht mehr. Dagegen haben Schüler aus angeblich ungebildeten Haushalten oft eine unglaubliche Sozialkompetenz und Gewandtheit, da sie oft mehrere Geschwister haben, im Haushalt mithelfen müssen. Dieser absolut hohe Bildungsanspruch sollte etwas geerdet werden.

      • Ich kann mich Ihren Kommentaren nur anschließen. Kinder brauchen Freiheit, um sich zu entwickeln. Schule ist wichtig! – halbtags! Das Leben außerhalb der Schule trägt wesentlich mehr zur Menschenbildung bei. Auch, wenn es gute AG’s etc. in der Schule gibt, ist dieses doch ein begrenzter Ort, mit vorgegebenen Angeboten zu festen Zeiten und keinen wirklichen Rückzugsmöglichkeiten. Meine Kinder beneiden mich um die Freiheit meiner Kindheit, auch wenn da sicher nicht alles Gold war. Aber wir waren frei. Hatten unsere Pflichten und selbstgestaltete Freiräume. Wir liefen nebenher. Unserere Eltern vertrauten darauf, dass aus uns wohl was wird. Abitur wurde den „wirklich“ Schlauen gegönnt. Mittlere Bildungsabschlüsse hatten ein gutes Ansehen und gute Berufsaussichten. Leider haben die Kinder heute einen anderen Druck, und das liegt nicht allein an überehrgeizigen Eltern, sondern am ausdünnen der Mittelschicht. Der Wegfall der Realschulen hier in Niedersachsen macht die Tendenz Richtung einer Zweiklassengesellschaft sehr deutlich. Ehemals gute Realschüler sind dann schnell sehr angestrengte Gymnasiasten. Ich würde die heutige Kindheit, als als eine Kindheit unter Druck beschreiben. Anpassungsdruck an wirtschaftliche Bedürfnisee von frühester Kindheit an (vollberufstätige Eltern) und anstreben des bestmöglichen Abschlusses (Abitur), um konkurrieren zu können. Das dreigliedrige System, mit einer viel besseren personellen Ausstattung und sozialem Angebot für Haupschulen, sowie Inklusion +Erhalt der Förderschulen für schutzbedürftig Kinder, würde jedem einzelnen Kind in seinen Bedürfnissen, Fähigkeiten und der besten Nutzung individueller Ressourcen, viel gerechter werden. Durchlässigkeit und Kooperation inklusive. Stattdessen gibt es nett zu lesende Konzeptionen und das Geld wird in den quantitativen Ausbau des (verpflichtenden) Ganztags gesteckt (was viele Eltern gar nicht wollen, aber die werden nicht gehört). Meine Kolleginnen und ich erleben zunehmend mehr Kinder, die massive psychische Auffälligkeiten aufweisen. Wäre interessant, mal die gesellschaftlichen Gesamtkosten dieser Entwicklung zu brechnen, und diese den Kosten eines besseren und wirklich kindgerechten Bildungssystems (kleine Klassen/ Gruppen, Orientierung und Motivation, praktisch tätig sein) entgegenzustellen. Ebenso den Wert und die Verantwortung von Familien, als Kern unserer Demokratie anzuerkennen und zu unterstützen. Aber man fährt in diesem Land bekanntlich ja immer nur auf Sicht. Die Sinnhaftigkeit vorausschauenden Handelns lernt man an den Unis wohl nicht, da wäre ein bischen Mithilfe im Haushalt der Mutter vielleicht doch hilfreich gewesen ☝️.

        (Zur Coronasituation: Gesundheitsschutz vor Präsenzpflicht!!)

    • Bei den heutigen HR-Managern (m/w/d) auch nicht verwunderlich.Die haben ja schon ein Problem mit älteren Berufsbezeichnungen wie Dreher oder Fräser. Das sind eben keine Industriemechaniker oder Mechatroniker, aber schlechter ausgebildet?

      • Sorry, aber wir Eltern erleben doch täglich, wie unterschiedlich selbst an der gleichen Schule digital „unterrichtet“ wird, das Schönzureden bringt nichts.

        Ja klar, jede Schule hat ihr eigenes Konzept und techn. Ausstattung, jedes Bundesland unterschiedliche Plattformen, und auch jede(r) Schüler(in) hat zu Hause unterschiedliche Voraussetzungen (Ausstattung und Unterstützung durch die Eltern, Selbstmanagement und Reife). Natürlich spielen Lehrer auch eine Rolle, keine Frage, aber es sind so viele verschiedene Aspekte, die da mit reinspielen, das hat man einfach nicht in der Hand!
        Einige Schüler(innen) laden fleißig jede einzelne Übung zur Korrektur hoch, andere schaffen nicht mal einen Aufsatz im Monat. Auf Nachfrage keine Reaktion, die Eltern wollen von nichts gewusst haben. So kann man einfach nicht richtig arbeiten, ohne das Rückstände bei einigen entstehen…

      • Das liegt doch nicht an den „heutigen“ HR-Abteilungen. Die sind übrigens bei „heutigen“ Lehrern zur Schule gegangen. Dreher und Fräser wurden vor 30 Jahren sicher gut ausgebildet, nur diese Anforderungen von damals gibt es heute nicht mehr. Sie müssen in CAD, CNC und SPS ausgebildet werden. Ein Dreher der mit seinem Wissen von damals stehengeblieben ist, ist heute wertlos. Den Ausbildungsinhalt eines Mechatronikers hat es früher schlichtweg nicht gegeben. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das ist anders als bei den meisten Lehrern, die noch unterrichten sie vor 30 Jahren.

    • Lesen Sie sich mal die Briefe der einfachen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg durch, überwiegend maximal Volksschüler. Diese Wortgewandtheit erreicht heutzutage so gut wie kein Gymnasiast mehr, geschweige denn Hauptschüler. Die Kopfrechengeschwindigkeit vermutlich auch nicht.

      • Ich bin dafür, dieses kaputte, chaotische Schuljahr in die Tonne zu treten und von vorne zu beginnen. Das fünfte Schuljahr würde nicht vernünftig zu Ende gebracht, das sechste ist auch für die Katz. Damit ist nahezu ein Schuljahr hin.

        Neustart – wie beim PC.

        Und jetzt nur wiederholen und festigen. Buch lesen. Schreiben üben. Die absoluten GRUNDLAGEN halt. Geht auch in Klasse 9.

      • Das ist bitter, aber es stimmt.

        Deswegen Schuljahr aussetzen, neu starten, Grundlagen in der Zeit üben.

        Dazu gehört auch der Wortschatz, der heutzutage nicht mal mehr ein Wortschätzchen ist.

        Grammatik, vollständige Sätze,
        Schönschreiben, Rechtschreibung, lesen, Konzentration, Grundrechenarten, kleine und große 1×1 …

        Das tut auch den Großen gut. Die verzichten nur allzu gerne auf Grammatik, Rechtschreibung, Wortschatz und Sinn.

        • @Riesenzwerg

          „Das tut auch den Großen gut. Die verzichten nur allzu gerne auf Grammatik, Rechtschreibung, Wortschatz und Sinn.“

          Oh, wie wahr!
          Das habe ich heute den ganzen Tag „genießen“ „dürfen“ …
          Echt schade, dass Lehrer oft solche Laaaangweiler sind und ich ein typischer Vertreter der Langweiler-Spezies bin. Jede andere Vollblut-Spaßrakete hätte jetzt bestimmt Lust auf ein kleines Drogen-Experiment zur geistigen Entspannung … 😉

          Aber das würde ja das Grundproblem so wenig verbessern wie die berühmte „Verkaufslackierung“ am „guten“ Gebrauchtwagen.

          Na gut, Tee trinken und … 🙂

    • Wenn diese Pandemie so lange dauert wie der Krieg, wird sich allgemein in der Welt und in der Wirtschaftswelt vieles verändern, weil eben vieles nicht mehr so ist wie es war und weil es dann auch manches nicht mehr geben wird.
      Jetzt ist die Chance für das Bildungssystem neue/andere Wege zu gehen, zwangsläufig werden die ersten Schritt aktuell gegangen oder versucht zu gehen. Natürlich werden und haben unsere Kinder, als „Pioniere“, es in diesem Prozess nicht ganz einfach aber deswegen werden sie nicht „verblöden“.
      Meiner Meinung nach, wird Deutschland insgesamt Probleme bekommen. Da aktuell scheinbar viele fehlplatzierte und profilierungssüchtige Menschen, in Politik und Wirtschaft, an den Stellschrauben sind (z. B. Frau Eisenman).

  10. Unterrichte Schüler im Alter von 16 Jahren + X.
    Wieder alle Befürchtungen läuft unsere Plattform super.
    Die Lehrer der Klassen haben einen Plan gemacht. Laut dem hat jede Klasse pro Tag 1-2 Videokonferenzen mit einem Lehrer. Zusätzlich gibt es feste Zeiten, in welchen die Lehrer für die Schüler per E-Mail oder Chat sofort erreichbar sind um Fragen zu beantworten.
    Ergebnisse der Onlineaufgaben werden kontrolliert.
    Auf Vielfalt wird geachtet. Neben Arbeitsblättern aller Lese im Buch und beantworte folgende Fragen, gibt es auch Infofilme (oh Wunder, auch auf der Plattform), Internetrecherchen, Rechenaufgaben, Projekte mit Zeichnungen, Kreuzworträtsel zum Thema usw.
    Alles wird in den Videokonferenzen besprochen und nach dem Einsammeln auch als Löser an die Schüler verteilt.
    Macht mehr Arbeit als Präsenz Unterricht, aber man überlebt es (im wahrsten Sinne des Wortes!)
    Ich glaube eigentlich nicht, dass die Schüler viel Stoff verpassen.
    Das Problem besteht eigentlich eher für die Lehrer. Alle Absprachen, die sonst so mal schnell im Lehrerzimmer gehen, beanspruchen per Telefon oder E-Mail plötzlich viel mehr Zeit.
    Alle Verwaltung wird doppelt gemacht. Einmal zu Hause und dann in der Schule übertragen, wenn man mal vor Ort ist. Das ist halt der Preis für unsere Gesundheit. Immer noch besser als ein Lappen vor dem Gesicht und ein offenes Fenster in einem Raum mit 25 erwachsenen Menschen.

    • Das ist es ja – wer lernt, verpasst nichts.

      Meine sind digital voll dabei. Kommen – wie in der Schule – unvorbereitet zur ViKo.

      Die, die gearbeitet haben, langweilen sich. Sie sind ja schon fertig. Wie im Unterricht vor Ort.

      Klar gibt es für diese Situation Lösungen.

      • @Schattenläufer
        @Riesenzwerg

        Bei mir gibt es für jede Texteinsendung (individuelle Lösungen, wohlbemerkt!) eine ebensolche schriftliche Rückmeldung.
        Ich setze dabei den Schwerpunkt schon bei der Aufgabenstellung entweder auf die Sprachrichtigkeit oder auf den Inhalt (z.B. methodischer Aufbau, Argumentationsstruktur, …) Individuelle Rückfragen kläre ich per Telefon, das ist quasi Einzelunterricht! MEHR geht nicht! Aber es sind wenige, sehr gezielte und durchdachte Rückfragen, die Bereitschaft zum Selberdenken ist wohl groß bei den SuS, das finde ich prima. Außerdem sind sie von allein auf den Trichter gekommen, sich auch mal untereinander zu helfen … Ich habe allerdings von Anfang an nicht „bemuttert“. (Liebe Mütter, nicht böse sein. 😉 )
        Grundlage können Aufgaben aus dem Buch sein (Warum auch nicht?), aber dort, wo das jetzt nicht passt entwickle ich auch eigene Aufgaben, wofür ich vorher natürlich auch geeignetes Ausgangsmaterial suchen muss. (Es muss ja auch mit einem altersschwachen digitalen Endgerät zugänglich sein.) Videokonferenz ist gar nicht nötig. (Machen wir uns mal nichts vor: Nach wem sehnen sich die SuS im Zweifelsfall bei halbwegs intaktem Sozialleben mehr? … Nach dem Lieblingsbro oder der BFF? … Nee, is klar: Nach dem Lieblingslehrer …)
        Das habe ich aber auch schon vor Corona im Präsenzunterricht so gemacht, Material (DA sind Videos oder Podcasts toll geeignet!) im Netz gesucht und eigene Aufgaben erarbeitet. So kann ich an aktuellen Themen zeitlich viel näher dran sein als jedes Schulbuch.
        Funktioniert und macht mir persönlich auch Spaß …
        Damit ich das alles zeitlich noch handhaben kann, ohne „am Rad zu drehen“, gibt es auch Aufgaben, bei denen ich die Abgaben kontrolliere: Nur wer etwas digital „abgibt“, bekommt auch die Musterlösung bzw. hat das Recht zur Rückfrage.

        Klare Regeln.
        Klarer Ablauf.
        Klappt gut.

        Dennoch gilt:
        Die SuS, die auch in Präsenz nur herumsaßen (, um den Erziehungsberechtigten ein Bußgeld wegen Schwänzens zu ersparen?), sind die SuS, die jetzt „abtauchen“.
        Die SuS, die vorher interessiert waren und sich beteiligt haben, tun das jetzt auch.

        • Ach, vergessen:
          Ich bin an einer weiterführenden Schule.
          (Also ganz deutlich: Zur Situation an Grundschulen habe ich mich NICHT geäußert, weil ich das ja gar nicht qualifiziert tun kann.)

  11. Nein es funktioniert nicht!! Grundschüler brauchen ihren Lehrer vor Ort zum richtigen lernen!
    Das auf dieser Homepage natürlich wieder alle eine anderen Meinung haben ist klar…
    Die kleinsten sind die definitiv die Verlierer der ganzen Pandemie. Zum Einen brauchen Kinder, Kinder! Sie brauchen Freunde um sich herum , denn das soziale Umfeld ist ebenso wichtig!! Und lesen und schreiben und rechnen zu ERlernen bedarf es eine pädagogische Fachkraft und kein PC als Ersatz!

    • Das sehe ich auch so, aber nicht in einer Pandemie.
      Gerade die Kleinen haben noch viel Zeit bis zum Abschluss und – sie haben Zeit zu reifen.

      Die Einschulung erfolgt nach Alter, nicht nach Reife. Das zieht sich durch das ganze Schulleben durch. Sie bleiben „stecken“.

  12. Als Fachlehrer einer beruflichen Schule in Bayern fällt es mir nach einigen Wochen Distanzunterricht immer schwerer die Schüler sinnvoll in Teams zu beschulen. Da im Berufsgrundschuljahr Schüler mit unterschiedlichen Vorkenntnissen zusammen sind, finde ich sehr schwierig den unterschiedlichen Ansprüchen ständig gerecht zu werden.

    Selbst in sehr gut vorbereitete Stunden stoßen viele unserer Schüler bei kleinsten Problemen an ihre Grenzen. Als Lehrer finde ich es unfassbar schwierig die richtigen Antworten auf so unzählige Probleme und Lebensläufe zu haben. Es ist erschreckend mit welchem Niveau Schüler an unsere Schule kommen, von dem Respekt gegenüber der Lehrkraft gar nicht erst zu reden… Besonders negativ fällt mir auf, dass Schüler es nicht mehr gewohnt sind, selbst einfachste Aufgabenstellungen ohne Rückfragen selbstständig zu lösen. Bereits kurze Texte von wenigen Zeilen überfordern viele Schüler beim Beantworten einfachster Fragen.

    Sowohl das Schriftbild, als auch die Bereitschaft sich länger als 5 Minuten mit einem Thema zu befassen sind sinnbildlich für einen kompetenzorientierten Unterricht.

    Ich freue mich wieder darauf „normalen“ Unterricht in der Werkstatt halten zu dürfen!

    • Das Berufsgrundschuljahr war schon immer ein Knochenjob. Diese SuS sind eben sehr leistungsschwach. Präsenzunterricht oder digitaler Unterricht machen da keinen großen Unterschied. Obwohl ich es persönlich vorteilhaft finde, dass sich die SuS beim digitalen Unterricht gegenseitig mehr in Ruhe lassen und die „Diven“ (m/w/d) keine Show abziehen können.

      • Lieber Dietmar, vielen Dank für deine Rückmeldung. Als Knochenjob habe ich es eigentlich noch nie empfunden, jedoch finde ich die Entwicklungen langsam etwas befremdlich, wenn Schüler heutzutage schon dem Lehrer sagen wie sie gerne lernen möchten. Lehrerzentrierter Unterricht mit klaren Ansagen ist fast nicht mehr möglich. Wie soll das im Berufsleben werden?
        Ohne Werbung machen zu wollen möchte ich die Vorträge von Winterhoff empfehlen.

  13. „KMK-Präsidentin: Deutschland hat einen Rückstand beim digitalen Lernen von fünf bis acht Jahren
    «Deutschland hängt bei der Digitalisierung der Schulen fünf bis acht Jahre zurück. Das kann man leider nicht in neun Monaten aufholen», kommentierte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die brandenburgische Schulministerin Britta Ernst (SPD), die Umfrage in einem Interview mit der «Zeit». dpa“

    Ach ne, so was?!?!
    Ob diese Frau gemerkt, dass dieser Schuß auch ein großes Eigentor war!?! Was muss man in der Position als KMK-Präsident*in eigentlich sein? :-@
    Ich habe so meine Zweifel, dass es bei uns in Deutschland auch in Sachen Bildung positiv vorwärts geht. Es sind hier wie auch an anderen Stellen in der Politik, und auch in der Wirtschaft, scheinbar zu viel fehlplazierte und profilierungssüchtige Menschen an den Stellschrauben. Außerdem oder evtl. deswegen (leider auch bei manchem Komentar hier und anderen Magazinen) kann man den Eindruck bekommen, dass es eigentlich eher um die „Aufbewarung“ der Kinder als um die Vermittlung von Wissen geht.
    Durch die aktuelle Situation wäre doch (theoretisch) ernsthaft die Chance gegeben neue/andere Wege in der Bildung zu gehen. Zwagsläufig werden nun die ersten Schritte gegangen oder versucht zu gehen. Für unsere Kinder, als „Pioniere“, ist diese Situation sicher nicht einfach aber deswegen verblöden sie nicht. Wir müssen sie unterstüzen in dem wir ihnen vertrauen und ihnen es zutrauen dass sie es schaffen, für „Hubschraubermentalität“ (und auch das Gegenteil) ist da kein Platz. Ich bin überzeugt, dass es unseren Kindern leichter fällt und sie mit der neuen Sitation besser zurecht kommen und hineinwachsen (den Eindruck habe ich bei meiner Tochter) als wir glauben und sogar wie wir selbst. Sie werden für Ihre Zukunft bestimmt auch keinen großen Schaden haben. Die Unternehmen erleben es schließlich mit, als Ausbildungsbetrieb, durch ihre Mitarbeiter und Chefs haben auch Familien.
    Corona zwingt uns alle zum Umdenken. Je länger Corona in dieser Form unser Leben beeinflusst oder besser gesagt beherrscht, um so mehr wird sich allgemein die Welt und auch die Wirtschaftswelt verändern, weil vieles nicht mehr so sein wird wie es war und es vieles nicht mehr geben wird. Meiner Meinung nach ist keine Zeit mehr um mit alten Gewohnheiten, Komfortzonen, Machtspielchen, ewig langen Diskussionen, Vorwürfen, gegseitige Besserwisserei und und und weiterzumachen. Das können wir uns auch nicht mehr leisten.

  14. Ich bin Mutter von 2 Kindern, 8 und 3 klasse . Bei meinem großen klappt alles reibungslos er organsiert sich selbst. meine Tochter klasse 3 klappt das natürlich nicht und leider fällt ihr einiges sehr schwer. Dies verlängert natürlich täglich die Aufgabenzeit. Was wir nicht schaffen hängt am nächsten Tag an. Wenn wir was weglassen müssen wir es nach dem Lockdown noch nachholen, kennen wir aus dem ersten Lockdown. Mein Mann und ich arbeiten derzeit wegen der hohen Zahlen in Schichten so das immer einer da ist um unser kleines Kind zu betreuen und die Schulaufgaben zu erledigen. Zu außer Essen Kochen Schulaufgaben und Arbeiten kommen wir leider nicht, denn man soll täglich auch noch üben. Vieles im dem Jahr der Pandemie konnte bei unserem Kind nicht gefestigt werden, weil wir sind einfach keine Lehrer und in der Gemeinschaft lernt es sich einfach anders. Ein freiwilliges wiederholen klasse 3 Halbjahr in klasse 2 Halbjahr ist laut Gesetz nicht möglich nun warten wir auf das Ende von klasse 3 um diese zu wiederholen. Wenn sie Schule wieder los geht es im Lehrplan auch Straff weiter, leider. Man wird es trotzdem Schaffen, aber zu welchen Preis.

  15. Ich beobachte schon sehr lange und leider immer mehr, dass viele Kinder schon im Präsenzunterricht nicht lernen. Vormittags müde, nachmittags am Zocken.

    Dann klappt auch digitales Lernen nicht, denn sie wissen gar nicht mehr, wie gelernt wird.

    Außerdem tun die es zu selten, da landen nur Bruchstücke im Kurzzeitgedächtnis, die keinerlei Anschlusssynapsen finden, wo sie andocken können.

    • Sehe ich genau wie du. Die Bereitschaft sich lange mit einem Thema zu beschäftigen ist bei vielen nicht vorhanden. Wenn wir jetzt Schulaufgaben oder Werkstücke von vor 15 Jahren machen würden, wäre es eine Katastrophe. Ich bin noch sehr nahe an meiner eigenen Schulzeit und Arbeitsjahren und wünsche mir eine autoritäre Bildung und Konsequente Sanktionen.

      Aber wir haben auch jedes Jahr fantastische Leute die in ihrem Beruf aufgehen und wunderbare Leistungen abliefern.

    • @Riesenzwerg

      Da kann ich auch zustimmen.

      Allerdings haben Sie einen Punkt außer Acht gelassen:
      „nachmittags am Zocken“ Ja, nachts aber auch, darum vormittags müde bzw. im Beinahe-Schlaf.

      Und „Zocken“ mit „Digital-Natives“ gleichzusetzen ist auch in vielen Medien seit langer Zeit ein großer, böser Denkfehler.
      („Wir müssen uns mal ehrlich machen.“ Jaja …)

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