Niedersachsen will Ferien nicht verschieben – Prüfungen auch nicht

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HANNOVER. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne will trotz Wechselunterrichts und Distanzlernens an den Ferienterminen in Niedersachsen festhalten. Eine Verschiebung der Prüfungen für die Abschlussjahrgänge lehnt er ab.

Die Schulferien in Niedersachsen sollen trotz der Corona-Einschränkungen nicht verschoben werden. «In so einer verrückten Zeit ist man gut beraten, nichts grundsätzlich auszuschließen. Unser Ziel ist aber so viel Verlässlichkeit wie möglich. Dazu gehören die Ferienzeiten», sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover.

Niedersachsens Kultusminister Grant Henrik Tonnne will an Prüfungen und Ferienterminen festhalten. Foto: Foto-AG Melle / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Die Ferien seien «für die Lehrer bitter nötig, aber auch für die Schüler», betonte Tonne. Auch wenn der Großteil der Schüler derzeit zu Hause unterrichtet wird, sei der Distanzunterricht nicht mit Ferien gleichzusetzen. «Das ist jetzt teilweise stressiger, als wenn sie zur Schule gehen würden», sagte der Minister. «Mein Appell ist deshalb, nicht leichtfertig zu sagen, die waren doch zu Hause, die brauchen jetzt keine Ferien. Doch, die brauchen sie dringend.»

Bayern hatte seine Faschingsferien vom 15. bis 19. Februar abgesagt, um in der Zeit Unterricht nachzuholen, der wegen der Pandemie ausgefallen ist. Niedersachsen hat zwei Tage Halbjahresferien am 1. und 2. Februar, Osterferien vom 29. März bis 9. April sowie Ferientage am 14. und 25. Mai. Die Sommerferien beginnen am 22. Juli.

Auch an den Terminen für die Abschlussprüfungen hält die Landesregierung bisher fest. «Eine Absage der Prüfungen halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Das ist eine Debatte zur Unzeit», sagte Tonne. «Die Schüler haben Anspruch auf eine faire Prüfung.»

Der Schulleitungsverband Niedersachsen hatte Mitte Januar gefordert, die Prüfungen abzusagen und auch auf das Sitzenbleiben zu verzichten. Insbesondere bei den Lehrern stieß der Vorschlag allerdings auf Widerstand. Die Lehrer warnten vor «Notabschlüssen», denen es bundesweit an Anerkennung mangeln könne.

Eine Verschiebung der Abiturprüfungen sei «unwahrscheinlich, weil das nur wenige zusätzliche Tage bringen würde», sagte der Kultusminister nun. «Ob es zu Verschiebungen bei den mittleren Abschlüssen kommt, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden.»

Tonne betonte, dass das Land es bereits ermöglicht habe, Inhalte, die nicht im Unterricht behandelt wurden, von den Prüfungen auszunehmen. «Die Schulen erhalten auch bei den zentralen Prüfungen eine größere Auswahl bei den Aufgaben», versicherte der SPD-Politiker.

Für ein «Abschlussprüfungspuzzle» mit mehr Auswahlmöglichkeiten für die Lehrer hatte auch der Landesschülerrat geworben. «Die Lehrer wissen am besten, was ihre Schüler verpasst haben oder nicht», sagte der Vorsitzende Florian Reetz vor einigen Tagen.

Das Kultusministerium rechnet damit, dass von Montag an mehr als 75 Prozent der Schüler zu Hause unterrichtet werden. Für Grundschüler und Abschlussjahrgänge im Wechselunterricht hatte Niedersachsen die Präsenzpflicht vor einigen Tagen aufgehoben – nach langem Ringen mit dem Bund. Minister Tonne hält aber an seiner Einschätzung fest, dass Schulen keine Pandemiebeschleuniger seien. «Meine Aussage hat Bestand: Schulen sind keine Treiber der Pandemie», sagte er.

Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer hatte am Donnerstag beschlossen, dass die Abschlussprüfungen an Schulen und Berufsschulen nach derzeitigen Plänen wie geplant stattfinden sollen. Die Abschlüsse sollen in den Ländern gegenseitig anerkannt und als gleichwertig mit denen anderer Jahrgänge eingestuft werden. Der Beschluss ist allerdings nicht rechtlich bindend. Mecklenburg-Vorpommern hat seine schriftlichen Abiturprüfungen bereits vom 13. auf den 23. April verschoben. (dpa)

Abi- und Abschlussprüfungen sollen stattfinden – notfalls in geschlossenen Schulen

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17 KOMMENTARE

  1. „Auch an den Terminen für die Abschlussprüfungen hält die Landesregierung bisher fest.“

    Na, ob diese wirklich zu halten sind, ist wohl eher stark zu bezweifeln!
    * Die Fallzahlen z.B. in der Region Hannover sinken nicht wirklich, einzelne Gemeinden liegen am 22.01. bei einer 7T-Inzidenz von 275.
    * 22.01.2021
    Mitteilung der Region Hannover:
    Gesundheitsamt überprüft Verdacht auf mutierte Virusform
    Mögliche Verbindung zu vier Kindertagesstätten mit erhöhtem Infektionsgeschehen – sowie einer Schule -.
    https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Gesundheit/Gesundheitsschutz/Coronavirus-in-der-Region-Hannover/Meldungen-zum-Coronavirus/Gesundheitsamt-%C3%BCberpr%C3%BCft-Verdacht-auf-mutierte-Virusform

    Sehr geehrter Herr Tonne,
    es ist bereits JETZT an der ZEIT, sich grundsätzlich mit dem Gedanken zu befassen, dass die Durchführung von Abitur-/Abschlussprüfungen im Pandemiejahr-2021 obsolet sind!!!
    Aussitzen HILFT HIER NICHTS MEHR!
    Kommen Sie endlich Ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den LuL, SuS und deren Familien nach!!!

    – Oder planen Sie noch ein Abschlusspräsent für die Abiturienten während der Abiturprüfungen respektive der anstehenden Vorabiprüfungen OHNE Maskenpflicht in Form von Sars-CoV-2 oder dessen Mutanten? – (Ironie mit Realitätsbezug)

    Ein Blick in den SPIEGEL-ARTIKEL könnte helfen und als Vorlage für Ihr ‚vorausschauendes‘ Handeln dienen.
    https://www.spiegel.de/consent-a-?targetUrl=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpanorama%2Fbildung%2Fcorona-grossbritannien-streicht-abschlusspruefungen-an-schulen-a-47842e35-c5b8-420b-89ab-43ecfac0672a&ref=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

  2. „Meine Aussage hat Bestand: Schulen sind keine Treiber der Pandemie“

    Der Mann hat noch nicht bemerkt, dass der Sommer 2020 und die Zeit der Märchen vorbei ist.

    Das Virus kann sich ausschließlich über Kontakte zwischen Menschen ausbreiten. JEDER Kontakt ist also ein Treiber der Pandemie. Je mehr Kontakte es an einem Ort gibt, desto mehr wird an diesem Ort die Pandemie vorangetrieben.

    Mittlerweile ist auch klar, dass das für sämtliche Altersgruppen gilt. Je jünger die Betroffenen sind, desto seltener entwickeln sie Symptome oder erkranken ernsthaft, aber sie treiben die Pandemie genauso voran wie alle anderen.

  3. Es ist in der Tat so, dass viele Schülerinnen und Schüler aktuell deutlich intensiver arbeiten als wenn sie sich im Unterricht auch mal „ausklinken“ können oder methodische Abwechslung im Präsenzunterricht dafür sorgt, dass eine Unterrichtsstunde als nicht so anstrengend wahrgenommen wird. Fakt ist: Die aktuelle Phase ist nicht nur eine überaus mehrfach belastende Arbeitszeit für die Kollegen, sondern auch eine unfassbar fordernde Zeit für die Schüler. Überhaupt darüber zu diskutieren, Ferien zu canceln ist wahnwitzig, zumal dann – berechtigterweise – über kurz oder lang auch die Tourismusbranche ihre letzten Felle, irgendwas zu retten, davonschwimmen sieht.
    Ich unterrichte aktuell einen 13. Jahrgang im Leistungskurs, ab nächster Woche einige Schüler in Präsenz, andere zuhause. Dies bedeutet eine dreifache Belastung für niedersächsische Kollegen: Distanzlernen für die meisten, Präsenzunterricht in Jg. 13 sowie Distanzunterricht für die 13er, die von der Aussetzung der Präsenzpflicht Gebrauch machen. Und ja, ich habe auch Kinder, die zuhause betreut werden müssen; Kinderkrankentage gibt es für mich nicht, ich bin nämlich nicht gesetzlich versichert. Ich arbeite ca. 10 Zeitstunden am Tag, auch weil ich gar nicht hinterherkommen kann, einigermaßen guten Distanzunterricht anzubieten und brauchbare Rückmeldungen zu geben.
    Darüber zu diskutieren, Prüfungen zu verschieben oder gleich ganz zu streichen, ist ein Schlag ins Gesicht aller Kollegen und Schüler, die auch in der Coronazeit sehr intensiv und leistungsorientiert gearbeitet haben… Dann hätten wir uns den Stress ja schlicht sparen können und hätten nicht unsere Gesundheit in vollen Schulen riskieren müssen, wenn das Primat des Gesundheitsschutzes zumindest privat gelten soll, während es in den Schulen schlichtweg nicht gilt.
    Ich wünsche mir – bei allem, worüber man sich aktuell politisch aufregen kann – also zumindest eine Anerkennung der Leistungen von Kollegen und Schülern, aus dieser Situation das Beste herauszuholen, das ist kein „verlorenes Jahr“, wie so oft behauptet wird, sondern eins, das auch noch andere Dinge gelehrt hat als nur akademische Inhalte. Meine Schüler sind auf die Abiturprüfungen genauso gut vorbereitet wie alle meine Abiturienten zuvor!

  4. @KM TONNE

    Herr Minister,
    nehmen Sie sich ein Beispiel an Israel …..

    NTV-Online 24.01.2021 10:06 Uhr
    +++ 10:06 Israel impft jetzt schon Jugendliche +++
    Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien berichten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden. Am Freitag und Samstag – dem Wochenende in Israel – wurden insgesamt 195.000 Menschen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis.

    .. UND bieten Sie AUCH in Deutschland den 16-18-jährigen Schülern sowie deren LuL JETZT eine Impfung gegen Sars-CoV-2 an, um den „Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an (einem sicheren) Präsenzunterricht in den Schulen zu ermöglichen“ UND NICHT der potentiellen Gefährdung einer Infektion mit dem Virus während der Abiturprüfungstermine OHNE Maskenpflicht auszusetzen!

    • UND bieten Sie AUCH in Deutschland den 16-18-jährigen Schülern sowie deren LuL JETZT eine Impfung gegen Sars-CoV-2 an, um den „Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an (einem sicheren) Präsenzunterricht in den Schulen zu ermöglichen“

      Es gibt überhaupt noch keinen Impfstoff, der für Kinder und Jugendliche zugelassen ist, weil er noch nicht getestet wurde. Sowas zu fordern ist fahrlässig!!!

      Wer sich mal genauer mit der Impfsituation in Israel beschäftigt hat auch gelesen, dass sie vor allem deshalb bevorzugt Impfstoff erhalten, weil sie biontech die Übermittlung sämtlicher impfbezogener Daten zugesichert haben. Man könnte auch sagen… Feldversuch.
      Möchte ich sowas für meine Kinder…sicher nicht!

      • @Dee
        „Es gibt überhaupt noch keinen Impfstoff, der für Kinder und Jugendliche zugelassen ist, weil er noch nicht getestet wurde. Sowas zu fordern ist fahrlässig!!!“

        Bevor Sie rumpoltern, bitte erst einmal in den Zulassungsbestimmungen für den Impfstoff nachlesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!

        DER BIONTECH-IMPSTOFF IST AB 16. JAHREN ZUGELASSEN!
        – nichts anderes habe ich geschrieben! –

        Zitat – Zulassung:
        „Der mRNA-Impfstoff BNT162b2 von BioNTech/Pfizer wurde für die Prävention von COVID-19 unter dem Namen COMIRNATY und der INN Bezeichnung Tozinameran in der EU zugelassen. Die Zulassung gilt für die aktive Immunisierung bei Personen ab dem 16. Lebensjahr zum Schutz vor COVID-19.“
        https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/zulassung-corona-impfstoff-bnt162b2-deutschland

    • Nein, denn Lehrer bekommen zu viel Pensionen, wenn man die nicht impfen lässt… den rest überlasse ich Ihrer Fantasie…

  5. Herr Weil bei Markus Lanz: „Eltern wissen am Besten, was für ihr Kind gut ist“

    Damit rechtfertigt er seine Definition vom Aussetzen der Präsenzpflicht und dem Abwälzen der Entscheidung auf die Eltern!
    Eine Zweitwohnung in Bayern wird immer attraktiver…

  6. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern sagt doch eigentlich das Richtige. Es muss jeweils vor Ort entschieden werden, ob und wie die Schulen wieder öffnen können. Der RKI-Wert von 50 steht dabei nicht zur Debatte. Es kann genauso gut andere Werte zugrunde gelegt werden.

    „Ruf nach schnellerer Öffnung – da, wo es möglich ist

    „Ehrlich“ seien die Aussagen aus Thüringen angesichts der Zahlen im Bundesland, sagte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, im Bericht aus Berlin. „Es muss aber nicht in ganz Deutschland so sein.“ Als Entscheidungsträger sei man es den Kindern schuldig, konkret vor Ort zu schauen und da, wo es von der Infektionslage vertretbar sei, mehr zu ermöglichen als andernorts. Es sei wichtig, gerade Kleineren und Kindern aus bildungsfernen Familien, Möglichkeiten zum Präsenzunterricht zu bieten.“
    https://www.tagesschau.de/inland/schuldebatte-corona-101.html?fbclid=IwAR2cPqh6r7sJuM3_NO056wzJMj9tJlUNUPvoblTHn21LFP3XZPFqQH_MEoI

    • „Es kann genauso gut andere Werte zugrunde gelegt werden.“

      Die sollte man aber VORHER klar kommunizieren und sich nicht immer noch die Hintertür offen halten, das ganze unabhängig vom Infektionsgeschehen zu tun.

      Der Wert 50 ist VIEL zu hoch! Es geht darum, die Ausbreitung der neuen Mutationen zu stoppen und nach Möglichkeit zu verhindern, dass es weitere, noch gefährlichere Mutationen gibt. Das wiederum kann man nicht mit einer Strategie erreichen, die wissend Infektionen in Kauf nimmt.

      Von daher müssen die Schulen so lange zu bleiben, bis man entweder bei Inzidenzen unter 20 angekommen ist oder man muss dafür sorgen, dass es auch bei höheren Inzidenzen kein Ansteckungsrisiko gibt. Das kostet aber viel Geld – da muss man eben entscheiden, ob es einem das wert ist. Wenn ja… machen und dann die Schulen öffnen, wenn nein, dann bleiben sie eben zu.

      Man kann nicht wieder die Not der Eltern gegen den Gesundheitsschutz ausspielen.

    • @fabianBLN:

      Warum machen Sie sich eigentlich die Mühe, hier nonstop die Entscheidungen der KM zu zitieren?

      Ich kann doch direkt die Originaltexte lesen…..ich verstehe diese auch ohne Ihre „Hilfe“,
      und Sie machen Platz für persönliche (!) Kommentare der Forumsteilnehmer.

      Dadurch, dass Sie ununterbrochen die Beschlüsse der KM zitieren bzw. mit Ihren Worten secondhand „übersetzen“, werden diese für mich auch nicht logischer, glaubwürdiger oder überzeugender.

  7. Natürlich nicht..
    Herr Tonne muss ja auch keine Aufsicht in engen Räumen machen

    Im Büro gilt eine ganz andere qm Zahl als in Schulen bei Klausuren unter Abiturbedingungen–
    warum???

    Weil Herr Tonne selber geschützt überall rumsitzt…

  8. Herr Tonne spricht wie ein Trumpist.
    Niedersachsen sieht aus wie einen republikanischen Staat.
    Er ist einen Spalter der Gesellschaft.
    Jetzt gibt es zwei Gruppen v8n Eltern und Grundschulkinder.
    Wieviel Menschen müssen sterben biss dieser Besserwisser ersetzt wird.

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