Schulschließungen? Von wegen. Fast jeder dritte Grundschüler im Präsenzuntericht 

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SCHWERIN. Ein Teil der Eltern kann oder will trotz Corona nicht darauf verzichten, die Kinder in Kita oder Grundschule zu bringen. Ihre Zahl steigt – in Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) appelliert lediglich an Eltern, ihre Kinder nicht zur Schule oder in die Kita zu schicken. Präsenzangebote gibt es weiterhin. 

Hält die Kitas und Schulen offen: Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

Trotz verschärfter Corona-Regeln in einem weiteren Landkreis haben am Montag landesweit fast ein Drittel aller Grundschüler am Präsenzunterricht teilgenommen. Nach aktuellen Daten des Bildungsministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, waren 31,2 Prozent der Erst- bis Viertklässler in der Schule – etwas mehr als vor einer Woche mit 30 Prozent. In den Klassen fünf und sechs sind es jetzt 14,9 Prozent gewesen nach 14 Prozent vor einer Woche.

Kita-Kinder und Schüler bis Klasse sechs können in Mecklenburg-Vorpommern in die Einrichtung oder die Schule gehen

Auch in den Kitas ist die Zahl der betreuten Kinder leicht gestiegen. Nach Angaben des Sozialministeriums vom Dienstag sind derzeit 45,8 Prozent aller Kita- und Hortkinder in den Einrichtungen (Stand: 21. Januar). Vor einer Woche waren es demnach 44,3 Prozent. Dabei gilt: Je kleiner die Kinder, desto eher werden sie gebracht. Von den Krippenkindern sind den Angaben zufolge gut 60 Prozent in der Einrichtung, von den Kindergartenkindern 55 Prozent, von den Hortkindern 28 Prozent. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) betonte, dass viele Eltern auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen seien. Corona-Fälle gebe es zudem nur in wenigen Einrichtungen – aktuell seien 8 der 1500 Kitas und Horte im Land betroffen.

Kita-Kinder und Schüler bis Klasse sechs können in Mecklenburg-Vorpommern in die Einrichtung oder die Schule gehen. Die Landesregierung bittet die Eltern aber, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und seit Montag auch in Ludwigslust-Parchim darf wegen hoher Infektionszahlen nur eine Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen angeboten werden. Ab Mittwoch gilt dies auch in Vorpommern-Greifswald.

Im Präsenzunterricht für die Abschlussklassen sitzen drei von vier Schülern – Tendenz steigend

Am Präsenzunterricht für die Abschlussklassen nahmen den Angaben zufolge am Montag 73,9 Prozent der Schüler teil, die Tendenz ist steigend. Das Angebot richtet sich an alle Schüler im Land, die im Frühjahr die Mittlere Reife oder das Abitur ablegen. Eine Pflicht zur Teilnahme besteht angesichts der Corona-Infektionsgefahr nicht, die Schüler können ihr Pensum auch zu Hause lernen.

Am vollsten waren die Grundschulen am Montag in der Hansestadt Rostock, wo den Daten des Ministeriums zufolge 43,6 Prozent der Erst- bis Viertklässler den Präsenzunterricht besuchten. Rostock hat derzeit die niedrigsten Infektionszahlen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt unter dem Warnwert von 50. Der Wert für MV insgesamt lag am Montag bei 102,4 und die Tendenz zeigte zuletzt nach unten. Sorgen bereiten den Behörden jedoch Mutationen des Coronavirus. Im Landkreis Rostock waren 39,9 Prozent der Grundschüler in der Schule. Am wenigsten waren es im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 20,4 Prozent. dpa

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11 KOMMENTARE

  1. Diese Frau hat den Knall auch nicht gehört. Und die neue Virusvariante kennt Sie auch noch nicht. Das ist wirklich grobe Fahrlässigkeit. Sie sollte sich auch überlegen, ob das der richtige Job für sie ist.

  2. Ich frage mich woher die Zahlen ständig kommen, ich arbeite im Kindergarten und in meinem Landkreis hieß es auch die Kitas sind zu 30% besetzt, wir hatten letzte Woche teilweise zwischen 60 und 80% auslastung und natürlich gibt es kaum Vorona Fälle in Kindergärten und Grundschulen, die Kinder werden ja nicht groß getestet.

  3. Das mit der Systemrelevanz ist so eine Sache.
    Hauptsache, es wird ein Zettel abgegeben…Wenn ich Chef einer Firma bin und mich für unabkömmlich halte, wupps, schon bin ich systemrelevant.
    Wer überprüft das eigentlich auf sachliche Richtigkeit? Und wer würde die Kinder dann nach Hause schicken?
    Mit dem Blick auf Irland , England, Portugal fürchte ich, dass das Virus die vielen Schlupflöcher ausnutzen wird, warum sollte es sich bei uns anders verhalten, als in diesen Ländern?
    Bei uns war da doch am Montag einiges Kopfschütteln und Schulterzucken..

  4. Alle diejenigen die sich darüber beschweren:
    Ihr würdet alle ziemlich alt aussehen, wenn diejenigen zuhause blieben, die gerade ihre Kinder in die Betreuung schicken.
    Angefangen bei den Lehrern selbst (wie sollen die unterrichten – auch remote – wenn Kinder daheim sind).
    Aber auch dein Bäcker um die Ecke hätte keine Mitarbeiter mehr, die dir Brötchen verkaufen.
    In meinem Fall hätte ich keine Mitarbeiter mehr, die sich um die Versorgung der Apotheken im gesamten Kreisgebiet kümmern.
    Stromversorgung und IT Infrastruktur….
    Denkt da mal drüber nach bevor ihr urteilt!

    • Ich kenne leider viele Fälle von Eltern, die einfach nur ihre Ruhe genießen wollen. Sogar Eltern in Elternzeit schicken ihre Kinder in die Kita. Und in manchen Schulen werden mehr Viert- als Erstklässler betreut. Es gibt immer solche und solche.

  5. In unserer Schule (Förderzentrum in Berlin Neukölln) ist jeden Tag Unterricht. Die Schüler kommen einzeln oder in Kleingruppen. Viele meiner Kollegen haben es zusätzlich nicht so mit dem Maske tragen. Wir haben ja auch nur eine Maske vom Senat gestellt bekommen. Es ist zum Verzweifeln.

  6. Sitze gerade mit Schülern in der Notbetreuung.
    Ein Vater zuhause, Kind, Klasse 3, wird hier betreut…. Weil Vater sooo viel telefonieren muss…
    Ich fasse es nicht, dieses Unverständnis, dass es um die Reduzierung der Kontakte geht. Aber die Bequemlichkeit geht vor…. Und wir zahlen den Preis.
    Wie geht ihr in solchen Fällen vor?
    Auch hier ist uns die Politik wieder in den Rücken gefallen, mit ihren unklaren Festlegungen, natürlich zu Ungunsten von uns Lehrern und Erziehern.

  7. Frau Martin ist und bleibt ungeeignet für dieses Amt. Die Kinder werden schlicht und ergreifend nicht getestet, sondern bestenfalls in Quarantäne geschickt. Das erlebe ich als Lehrerin und Mutter seit der ersten Welle so. So kann man sich dann nämlich die Zahlen schön reden. Übrigens verweigern einige Kinderärzte auch gerne Tests, weil es ja nur Schnupfen sei.. finde den Fehler.

  8. @ Tobias,
    Ich kann dir nur beipflichten, oft sind die Eltern sehr gebraucht vielleicht fühlt sich der Eine oder Andere auch mit den Kindern überfordert.
    Jedes Kind was in die Betreuung kommt braucht sie auf seine Weise.
    P.S Die Arzthelferin kann sich die Patienten auch nicht aussuchen.
    Auch die Leute die krank sind möchten Brötchen haben,benötigen Energie und Wasser .
    Selbst Versicherungen werden benötigt.

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