Umfrage bei Familien: Eltern sind mit Kräften am Ende

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HANNOVER. Gut ein Drittel der niedersächsischen Familien mit Kita-Kindern empfindet die aktuelle Corona-Situation laut einer Umfrage als «belastend». Fast 25 Prozent antworteten sogar mit «sehr belastend» auf die Frage nach der derzeitigen Lage, wie die Landeselternvertretung (LEV) am Mittwoch mitteilte. An der Befragung nahmen nach LEV-Angaben vom 13. bis 22. Januar 9761 Eltern aus Niedersachsen teil.

Eltern, die sich ums Homeschooling ihrer Kinder kümmern, können nicht gleichzeitig arbeiten. Foto: Shutterstock

Auf die Frage, wie die Kinder mit der Kontaktbeschränkung klarkommen, seien erschreckend oft Worte wie «schlecht, traurig, Angst und Frust» gefallen. «Hier wird unwahrscheinlich viel von den Familien geschultert, und dass ohne eine Perspektive auf Besserung», sagte die LEV-Vorsitzende Christine Heymann-Splinter. «Die Eltern signalisieren uns ganz klar, dass sie mit Ihren Kräften am Ende sind.»

Als erfreulich bezeichnet die Elternvertretung aber, dass sich der Kontakt zu den Kindern durch die Einrichtungen deutlich verbessert habe. Während im ersten Lockdown noch 25 Prozent der Eltern angegeben hätten, dass kaum bis gar kein Kontakt zur Kita bestehe, seien es im zweiten Lockdown nur noch knapp 9 Prozent. dpa

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40 KOMMENTARE

  1. Das wäre alles einfacher, wenn es ein klares Konzept gäbe und das auch klar kommuniziert wäre. Dann könnte jede(r) mit dem eigenen Handeln beitragen, das Ziel zu erreichen und es wäre absehbar, unter welchen Umständen es welche Öffnungsperspektive gibt.

    Aktuell fährt man auf Sicht und wirft Entscheidungen immer wieder um und verschwendet unglaublich viel Zeit damit, immer wieder Dinge zu diskutieren, die lange verworfen sind (wie das Märchen von den Kindern, die keinen Einfluss auf die Pandemie haben).

    Vorschlag: Harter Lockdown bis Inzidenz kleiner 10. Dann volle Öffnung von allem. Sobald wieder größer 20, harter Lockdown usw.

    Das hätte zur Folge, dass man einen Wechsel aus einigen normalen Wochen und ein bis zwei Wochen Lockdown hätte und das ganze bei sehr niedrigen Opferzahlen. Die Gesamtdurchseuchung wäre sehr gering, die Gesundheitsämter könnten jeden Fall verfolgen und die Dunkelziffer wäre vermutlich auch ganz klein. Damit dauert es dann vermutlich ziemlich lange (siehe Sommer), um von 10 wieder auf 20 zu kommen und umgekehrt geht es von 20 runter auf 10 dann recht schnell. Zudem ließe sich dieser Zustand deutlich besser und länger aushalten als die aktuelle Situation, eben, weil die Einschränkungen vorhersagbar werden.

    • Bitte nachrechnen: in einem Altersheim werden 8 Personen positiv getestet, z.B. 4 Pfleger und 4 Bewohner. In dem Landkreis wohnen 70000 Menschen. Wieviel ist die Inzidenz dann gestiegen? Was ändert jetzt der harte Lockdown?

  2. Was genau wird denn als belastend empfunden?
    … dass die Kinder zuhause ihre Aufgaben erledigen? Dass man helfen muss, sofern man kann?
    … ihre bloße Anwesenheit?
    … dass man gesund kochen sollte
    … dass man ständig gefordert ist
    … dass man Elternschaft konzentriert leben muss……usw….
    Jeder erntet jetzt die Früchte der Erziehung seiner eigenen Kinder. Genau in der derzeitigen Situation offenbart sich alles.
    Jeder hat die Kinder, die er gemacht und verdient hat. Die Zahlen berichten vom Ausmaß der Misere im häuslichen Bereich.
    OH…. ich warte auf die Entrüstung der einen, den Beifall der anderen.
    Das was ich tagtäglich als Lehrerin erlebe, widerspiegelt sich in diesem Beitrag.
    Wer sein Kind ohne Not!!! in die Notbetreuung gibt, weil er es nicht mehr selbst wuppen kann, der hat resigniert und gibt die Verantwortung der Schule.
    Ist doch bequem. Kontaktbeschränkung – egal!
    Heute erst erlebt, Vater des Kindes zuhause, muss aber „sooo viiiel telefonieren“.
    Mir stinkt das.
    Wir baden die Unfähigkeit bestimmter Eltern aus. Und dann dieser Beitrag….

    • @RIKE »Jeder erntet jetzt die Früchte der Erziehung« das sagst auch bei nem/ner 1½ Jährigen? Der beschäftigt sich stundenlang alleine im eigenen Zimmer? Wenn das der Fall sein sollte, würde ich das Jugendamt und nen Psychologen einschalten. Kaspar Hauser lässt grüßen.

      Bist Du schon mal von Deinem Ross abgestiegen und hast die anderen Defizite und Probleme mal betrachtet?
      – fehlende soziale Kontakte bei Einzelkindern ohne Besuch der Kita
      – fehlendes erlernen des Verhaltens in Gesellschaft von Schulkindern in häuslicher Isolation
      – häusliche Gewalt bei sozialschwachen Familien, bei denen die Kinder glücklich sind, in die Schule/den Kindergarten zu gehen

      Was für eine selbstgerechte und arrogante Haltung… Meine Frau ist ebenfalls Lehrkraft, nur Unterricht mit einer 1½ jährigen Tochter auf dem Schoß oder bei mir im Meeting 2h – läuft echt super!

      Ich glaub Du beziehst Dich ausschließlich auf Deine Erfahrung mit einem vielleicht 10 jährigen Kind. Klar, damit geht’s easy. Sind ja aus dem Gröbsten raus. Schon mal gerechnet, wieviel unter 5 Jahre in der Gleichen Misere stecken?

    • Sagt wer? eine kinderlose Lehrerin? Eltern und Kinder baden momentan Unfähigkeit und Ungerechtigkeit der Politik und dauerhaft des Bildungssystems aus!

      Wegen Erziehung: Ich bin froh, dass mein Kind traut sich ein Kind zu sein und er leidet als kontaktfreudiges Einzelkind und Kindergartenkind am Lockdown sehr und ich mit ihm

      Mein Beifall an Hernn Kracht

  3. Ein Konzept wird benötigt aber sicher kein solches und unrealistische Ziele helfen dabei sicher auch nicht. Die Schulen und Kitas gehören sofort geöffnet, man zerstört hier die Zukunft einer ganzen Generation. Die Kinder, die deshalb zu Schaden kommen, haben die Regierenden auf dem Gewissen dazu gehören auch alle die seit 1 Jahr nicht schwimmen lernen durften. Und das Viren mutieren ist schließlich normal und passiert ständig. Nach dieser Logik könnte man niemals mehr öffnen. Im Frühling konnte man lesen dass pro Monat 5 neue Mutationen gefunden werden. Eigentlich ein Grund zur Freude, denn ein Virus dass seinen Wirt umbringt setzt sich nicht durch. Langfristig setzten sich immer die harmlosen Varianten durch, sonst hätten wir z. Bsp. ja immer noch den HongKong Virus von 1969 oder den Asien Virus von 1955. Und dadurch dass die Kinder leiden wird niemand im Altenheim gerettet. Niemand außer Deutschland hat sich die Inzidenz von 50 auf 100.000 in Tagen gesetzt. Da muss man sich doch fragen, wieso man hier nicht in der Lage war innerhalb von 9 Monaten die Gesundheitsämter signifikant zu verstärken.
    Es ist so langsam unerträglich und man kann nur hoffen, dass der Wähler den Regierungsparteien einen Denkzettel verpasst.

    • Die angenommene Möglichkeit einer zerstörtem Zukunft der jetzigen Generation interessiert mich allerdings deutlich weniger als die real existierende Möglichkeit der existenziellen Zerstörung meiner persönlichen Gegenwart.

      Es bedarf entsprechender Maßnahmen, um der jetzigen Situation gerecht zu werden. Ist das derzeitige Problem gelöst, kann man sich möglichen Folgen und den möglichen Konsequenzen für die zukunft zuwenden. Ist eben eine Frage der Priorisierung.

  4. Super Chris, bin da völlig deiner Meinung.
    Wenn das so weitergeht, wird es schlimm enden. Die Kinder/Jugendlichen sind die Leidtragenden. Keine Kontakte zu beiden Großeltern, nur ein Freund/Freundin, kein Kiga, kaum Schule, kein Sport usw. Es gibt keine Gemeinsamkeit, nur Einsamkeit. Die, die keine Kinder haben, wissen nicht, was wir alles jetzt alles wuppen müssen.
    Viren gab es schon immer, wird es immer geben und das ist auch gut so.
    Ich hoffe im Sinne unserer Kinder, dass alles bald ein Ende hat, ansonsten wird diese Generation………..

    • Das ist mal eine neue Variante in der Diskussion: „Viren gab es schon immer, wird es immer geben und das ist auch gut so.“

      Heißt also: Das Coronavirus ungebremst durch Kitas und Schulen laufen zu lassen, ist eigentlich eine Frage des Naturschutzes, schließlich wollen auch Viren existieren – „und das ist auch gut so“. Das überzeugt natürlich…

    • Kriege, Hunger, hohe Sterblichkeitsraten bei Neugeborenen, Pest, Cholera, Sturmfluten usw gab es auch immer schon ….hey Leute, lasst uns doch einfach mit den Schultern zucken und zuschauen, wie diejenigen, die davon weggerafft werden die Reihen dezimieren. Warum Deiche bauen, Medikamente und Vorsorge treffen, Friedensprozesse einleiten bzw Frieden bewahren, anderen was von unserem Reichtum oder auch nur von unserem Essen abgeben…hey, ich bin mit meinen Kindern in der Krise, weil ich die Bratzen an der Backe habe … das war so nicht ausgemacht….wieso soll ich mit denen nach draußen gehen, sie mal in den Arm nehmen, Sozialkompetenzen im Rahmen der Familie einüben, Spielen, Lachen, Kreativität wecken??? Wieso ich???? Dafür muss es doch Institutionen geben, die das übernehmen….ja und natürlich schwadronieren ich dann über Kindesmissbrauch ….

      „Sorry, aber wenn ich so ein dummes Gelaber höre, dann habe ich keine Lust mehr politisch korrekt zu sein. Es gibt mittlerweile Haltungen, die ich nur noch als hochgradig charakterlich deformiert beschreiben kann. Ich will dieses Gejammer nicht mehr hören!!!“

  5. Wenn Eltern ihre Kinder rund um die Uhr betreuen und offensichtlich ,die Früchte ihrer Saat ernten, werden Rufe laut. Was für ein Armutszeugnis. Natürlich verstehe ich, dass es schwierig ist, Haushalt, Homeoffice und mehrere Kinder in verschiedenen Altersstufen. Aber liebe Eltern, ihr habt diese Kinder doch gewollt. Sind jetzt wirklich die Pädagogen dafür verantwortlich, zuständig??? Habt ihr Kinder bekommen,damit wir Arbeit haben???Ist es wirklich die Aufgabe des Staates, eure Kinder zu bilden, zu erziehen, ja zu ernähren? Und sich dann zu beschweren, wenn eure Erwartungen nicht erfüllt werden. Respekt für die,die das sonst für euch tun, sollte man erwarten. Stattdessen wird geklagt,verlangt…attackiert.Sehr schade….

    • Mmh, muss es unbedingt genau diese Schlussfolgerung nach sich ziehen?
      Also, ich bin nach einer 25 km Wanderung im Hochgebirge echt platt. Die Füße tun weh, der Rücken schmerzt. Okay, hab ich mir selbst ausgesucht, hätte ja nicht wandern müssen. Hab ich aber und ich darf auch mal schimpfen, wenn das Wetter plötzlich sauig wurde, die Ausrüstung vielleicht kaputt gegangen ist und der eigentliche Weg leider durch Steinschlag nicht passietbar war und ich 7 km Umweg in Kauf nehmen musste. Da kann ich echt ordentlich schimpfen. Was nicht heißt, dass ich es bereue je wandern zu wollen oder zu blöd dafür bin und mich schlecht vorbereitet habe…

      Hier doch genauso. Ich persönlich habe das Glück eines sehr kulanten Arbeitgebers. Wenn es wegen Homeschooling mal nicht so läuft, dann ist es halt so. Wobei es nicht unbedingt an Kind liegen muss. Da werden von Lehrern Seitenangaben vergessen, die Qualität von Dateien ist so mies, dass man nichts erkennen kann, Dateien lassen sich aufgrund merkwürdiger Formate gar nicht erst öffnen. Aufgabenstellungen brechen mitten im Satz ab. Da hat Kind dann Probleme. Wenn auch sonst sehr diszipliniert. Lehrkräfte nicht erreichbar (über mehr als eine Woche).
      Ich weiß selbst, was die Lehrer gerade stemmen, hab einen daheim (zumindest manchmal, da er lauter Abschlussklassen in Präsenz hat).
      Und selbst bei mir ist ein gewisses Maß erreicht. Es nervt und ist ätzend und ich hätte mir an manchen Stellen auch mehr Fortbildung für Lehrer im Sommer gewünscht (digitaler Unterricht und so). Trotzdem müssen wir da durch. Sch.. ist rs trotzdem.
      Man könnte ja auch böse sagen, “ Augen auf bei der Berufswahl“. Wäre genau das Selbe. Kann man aber auch hier nicht. Kein Lehrer hatte bis vor 12 Monaten diese Situation vor Augen. Keine Mutter und kein Vater, kein Arbeitgeber, niemand konnte sich das vorstellen.
      Und ich finde, jeder darf mal richtig laut SCH… rufen und alles doof finden. Die Lehrer, weil sie in die Schule müssen und ihre Gesundheit riskieren und ewig viel mehr arbeiten, die Eltern, weil es einfach heftig ist alken Ansprüchen gerecht zu werden und dabei noch zu lächeln und due Kinder zu motivieren, die Rentner, weil sie keine Isolation auf ihre alten Tage verdient haben, den, den Erziehern, weil sie extrem hart von Ansteckung betroffen sind, den Pflegenden, etc, etc etc. Ja, selbst die Politiker dürfen das….

    • @Shelly, haben wir Eltern nicht mal das Recht sagen, dass hier einiges Scheiße ist. Ich weiß ja nicht ob Sie Kinder haben. Wir haben einen behinderten Sohn mit frühkindlichen Autismus.24/7 Betreuung und Pflege des Kindes. Und manchmal wünscht man sich mal wieder doch etwas Unterstützung durch den Familienentlastenden Dienst, der keine oder kaum Ressourcenim Moment hat. Also fällt Entlastung weg.

      Und Homeschooling ist mit unserem Kind nun mal schwierig bis gar nicht möglich wegen herausforderdem Verhalten. Ich kann nur Geschichten vorlesen, ihn praktische Sachen lernen lassen und einiges mehr. Leider kann ich ihm auch kein Praktikumsplatz besorgen, weil es zur Zeit verboten ist. Ihn einfach in eine Werkstatt für behinderte Menschen unterbringen als Eigeninitiative geht leider nicht ohne Mithilfe des Staates. Dafür muss ein
      Gutachten erstellt werden, ob er werkstattfähig ist oder nicht. Da wird bestimmt in welche
      Einrichtung er dann kommt. Und dann kommen Sie und sagen, man kümmert sich nicht verantwortlich um seine Kinder. Manche Sachen sind eben einfach nicht so möglich

      • Ich habe 3 Kinder, bin selbst an Corvid erkrankt und natürlich könnte ich das Wort Sch…. mehr als täglich sagen. Ich kann also die Situation im Homeschooling gut nachvollziehen..meine Jüngste ist in der 6. Klasse und auch ich schimpfe auf die nicht funktionierende Beschulung und das sinnlose ausdrucken seitenweise Arbeitsblätter,die sich kein Lehrer anschauen wird…Beschäftigungstherapie..mehr nicht.So gesehen bin ich Schauspieler und versuche, mein Pubertierchen zu motivieren. Mit 12 ist es schwer, ohne Freunde auszukommen, da wäre die gemeinsame Zeit beim spielen angenehmer gewesen. Dank meines Berufes ist mein Kind sogar bei Kindergeburtstagen ausgeladen worden,anderen Eltern ist wohl doch bewusst, in welchem Risikoberuf ich stecke. Es herrscht also bei mir nicht heile Welt. Im übrigen habe ich ein Enkelkind mit Autismus und arbeite ebenfalls mit Kindern mit besonderem Förderbedarf. Ich verstehe alle Eltern,wirklich. Ich möchte aber auch, dass Verständnis für uns Pädagogen gebracht wird,die wie kaum eine andere Berufsgruppe keinen Schutz erleben..gar keinen. Dass KMS uns nicht beachten, tut weh. Aber Eltern müssten uns doch unterstützen und verstehen. Sie sehen doch,dass wir trotz Gefahr eine heile Kitawelt erschaffen..bis man krank wird. Niemand weiß wirklich,woher der Virus kam. Aber er hat viele Erzieher getroffen und krank gemacht. Da wir uns untereinander z.T. nicht mal gesehen haben liegt der Verdacht nahe,dass es die Liebe unserer Kinder war. Es geht nicht um Schuld. Ich sehe vielmehr die Gefahr auch für die Familien der Kinder. Es ist nicht möglich,sich vor unsichtbarer Gefahr zu schützen.Kinder wurden nicht getestet,auch nicht meine.Darum erhöht sich auch für Eltern die Gefahr. Über die spricht niemand.Wir sitzen alle im selben Boot.

  6. Ja, Viren gab es immer
    Ja, ganze Landstriche wurden schon durch Viren menschenleer gefegt
    Ja, Viren mutieren
    Ja, Viren mutieren in Richtung weniger gefährlich und mehr gefährlich
    Ja, man kann sich viel mit pseudowissenschaftlichen Krams auseinandersetzen, um sich in der Überforderung verstanden zu fühlen und alles wieder haben wollen, wie es war
    Ja, für Kinder ist es doof
    Ja,… (beliebig zu ergänzen)

    Aber:

    Ja, es ist auch eine Chance …
    -für Kinder, sich mal anders zu orientieren ohne den ganzen Entertainmentwahnsinn durch Eltern
    -einfach mal eine Zeit auszuhalten, in denen nicht alles toll läuft
    -für Eltern, sich mal anders mit dem Kindern auseinanderzusetzen, als sonst
    -Kinder mehr für Eigen- und Selbstständigkeit zu motivieren
    -… (beliebig zu ergänzen)

    Es ist keine verlorene Generation ( fragt die Großeltern mal danach, was das wirklich bedeutet), auch eine Familie ist ein Team, in dem man lernen kann, sich als Teammitglied einzufügen. Organisation mit mehreren und einem Laptop kann probiert und gelernt werden, mehr Kommunikation ist nötig, um das ganze zu wuppen…
    Es werden jetzt andere Skills gefordert, als die Konsumhaltung in KiTas und Schulen. Selbstverwaltung ist schwer und muss auch gelernt werden. Selbstdisziplin, sich zum Arbeiten ohne Aussendruck zu überwinden, ist gefragt.
    Es gibt im Leben mehr zu lernen, als das was in der Schule vermittelt wird. Aber das muss man auch als Chance und nicht nur als Last begreifen.

    Ja, es ist mühsam aus altem Trott gerissen zu werden. Es nervt, wenn eingespielte Systeme ins Wanken kommen.
    Aber der Schrei nach offenen KiTas und Schulen führ dazu, dass noch Kinder – und mal die Wortwahl aufzugreifen – noch länger leiden.

    Es ist keine bequeme Zeit, für niemanden.

  7. An chris@: Eigentlich ist das Thema „Belastung der Eltern“
    Was sagen Sie konkret dazu?
    Zerstörung der Zukunft einer ganzen Generation?
    Meinen Sie nicht, dass der Gebrauch derartiger Übertreibungen unangemessen ist, nach ein paar Wochen des Lockdowns?
    Schüler haben keinen Schwimmunterricht mehr… Das ist eigentlich Aufgabe der Eltern und die Schwimmhallen sind nicht nur für die schwimmlernenden Kinder geschlossen, sondern z. B. auch für Senioren, die aus anderen Gründen schwimmen gehen. Das ist jetzt eben so!

    An Heike Hölscher@:
    Kinder und Jugendliche sind Leidtragende…. Jammern auf hohem Niveau nenne ich das. Wo konkret leiden Kinder? Wahrscheinlich diese, bei denen es zuhause nicht funktioniert und die Eltern keine gute Basis liefern. Ich kenne keinen meiner Schüler, die da „leiden“ .
    Keinen Spaß, nur Einsamkeit….. Wenn die Eltern das Familienleben abwechslungsreich und sinnerfüllt gestalten, bekommt der Nachwuchs bestimmt nicht das Gefühl von Einsamkeit und von Sichimstichgelassen. Und Spaß gibt’s auch nicht immer im Leben.
    Kein Kontakt zu den Kitas…. Wenn da nicht geschlossen, wegen corona, sind diese Einrichtungen proppevoll!!!!
    Die Erzieher arbeiten dort ohne Schutz. Denkt ihr auch mal an diese „Randerscheinungen“ ???
    Nochmal: Ich ertrage dieses Klagen nicht mehr.
    Eltern sind verdammt noch mal verantwortlich für das Wohl und Wehe ihrer Kinder…
    Und Schulen sind Bildungseinrichtungen und kein Ersatz für inkompetente Eltern, die ihre Kinder dort betreuen lassen. Keine Betreuungseinrichtungen. usw…..
    Es grüßt RIKE (Lehrerin)

  8. An BK-Lehrkraft@:
    Klare Ansage von Ihnen und ein toller Beitrag, ganz in meinem Sinne. Nur, dass Sie es viel besser formulieren können und auf den Punkt gebracht haben. Ich muss daran arbeiten.
    Herzliche Grüße von RIKE

  9. Wir sind beide berufstätig, haben fünf schulpflichtige Kinder und ein Kindergartenkind. Ich gehe momentan nicht arbeiten, dank Kinderkrankengeld und begleite meine Kinder durch die Homeschoolingzeit und ehrlich gesagt genießen wir es. Nicht ständig diese Verpflichtungen…Handball…Gitarre…Reiten. Die Zeit zu uns zu kommen, tut uns allen sehr gut.

  10. HALLO PETER@
    Ich freue mich über Deine Erfahrungen sehr und dass Ihr mit 5 Kindern gut zusammenlebt, zeigt dass es funktionieren kann und Ihr offenbar ein Team seid.
    Ich glaube, etwas hart geschrieben zu haben, aber meine Erfahrungsrealität ist leider mit auch gegenteiligen Erlebnissen behaftet. Und ich kann leider nur in diesem Forum hier meine wirkliche Meinung, die viele meiner Kollegen teilen, anonym kundtun. Ansonsten wäre ich jetzt höchstwahrscheinlich arbeitslos oder schon in der Luft zerrissen von sich auf den Schlips getreten fühlenden Eltern. WIR LEHRER HABEN KEINE LOBBY. Ich wüsste jedenfalls nicht wo.
    Viel Glück und Freude weiterhin.
    Herzliche Grüße RIKE

  11. @Rike: Und so was wird Lehrer, da kann ich nur den Kopf schütteln. Wahrscheinlich hast du keine betreuungspflichtigen Kinder, dann würdest du nicht so reden und denken. Man kann noch so viel Zeit mit den Kindern jetzt intensiv verbringen und genießen, aber den Kontakt zu Gleichaltrigen kann kein Elternteil der Welt ersetzen. Und klar sind die Eltern fürs Schwimmen lernen zuständig, lustig wird es aber wenn man gar keinen Platz im Schwimmkurs bekommt, weil lange Warteliste. Und was ist mit denen, die sich nicht mal eben 100€ für einen Schwimmkurs leisten können. Erst denken, dann reden.

    • Ela oder Ella….merkst du eigentlich noch was??? Diese Art von Die KOLLEGINNEN und KOLLEGEN, die deine Kinder unterrichten’tun mir leid. Jeder Elternsprechtag ist für dich scheinbar ein innerer Reichsparteitag‘ bei dem man dem faulen Pack ansatzlos die Leviten lesen kann. Pfui Deibel

      • Tja, bisher hat sich noch kein Lehrer meiner Kinder über mich beschwert. Aber die haben auch gkpcklicherweise nicht solch eine Art von Lehrer, die so über ihre zu unterrichtenden Kinder und deren Eltern denken. Und by the way…ich kenne viele Lehrer, da ich selbst mit ihnen zusammen arbeite. Also, vielleicht doch mal die Berufswahl überdenken. Denn die Lehrer, die ich kenne, wissen bzw.sehen was wir Eltern hier neben Job und Haushalt und jetzt auch noch Homeschooling alles leisten.

  12. Kein Wort des Verständnisses für Eltern, denen die Situation eben nicht so leicht fällt, aus welchen Gründen auch immer. Kein Wort der Sorge über Ihre Schüler. Stattdessen Häme, Überheblichkeit und Sarkasmus. Absolutes Armutszeugnis.
    Vieles ist leicht gesagt, bei vollen Bezügen im Homeoffice. Zu weit entfernt von der Welt derjenigen, die es nicht so glücklich getroffen haben in dieser Zeit.

  13. Zu sagen das jeder seine Früchte erntet die er gesäht hat, ist unverschämt es zu verallgemeinern. Das was schwierig am homeschooling ist wenn man neben dem Zuhause unterrichten, erklären kontrollieren kochen auch noch nebenbei arbeitet . Und wenn man von der Vollzeitarbeit nachause kommt und dann noch den morgigen vormittagsunterricht erklären muss und die gemachten Hausaufgaben kontrollieren muss dann darf man sich beschweren. der Tag hat nun mal nur 24h . Wenn mann nur “ zuhause“ wäre und sich nur um die kids , Unterricht und Kochen kümmern darf , wäre es nicht so belastend wie wenn mann noch zusätzlich nebenbei 30h oder mehr weiterarbeitet. Also habt etwas Respekt gegenüber den arbeitenden Müttern die nicht „nur “ Zuhause alles wuppen dürfen/müssen.

  14. An Ella@:
    Ich arbeite schon sehr lange als Lehrerin und komme gut zurecht. Sie brauchen den Kopf nicht zu schütteln über meine Art über Eltern von heute zu denken.
    Meine Kinder sind schon erwachsen. Habe alles schon durch und bin selbst durch Höhen und Tiefen gegangen.
    Der fehlende Kontakt zu Gleichaltrigen kann man durch die empfohlene Kohortenregelung abfangen. Ich habe Schüler, die treffen sich mit einem Freund, aber eben nur mit diesem.
    Das Schwimmen haben meine Kinder ohne Schwimmunterricht, Schwimmkurs und ohne finanziellen Aufwand schlicht und ergreifend im Sommer beim Baden in einem See gelernt. Durch meine Zuwendung und Mühe.
    Kommen Eltern heute überhaupt noch auf solche banalsten Lösungen???Schwimmkurs!!!!??? Ich glaub, ich lese nicht richtig.. Auch Kindergeld gibt es für so etwas.
    Kurzum, ich bleibe bei meiner Meinung über die Kompetenzen vieler Eltern von heute und Sie waren die sich auf den Schlips getreten fühlende Mutter. Die (sich) sooo viel leistet, vor allem Urteile über Lehrer, die sich nicht kennt.
    So einfach, wie Sie sich äußern, ist die Problematik nämlich nicht.
    RIKE

  15. Interessant, welche Ansichten hier vertreten werden. Wer keine Kinder hat, sollte sich hier einfach zurückhalten. Und wer Kinder hat, es schafft, sie tagtäglich zu begleiten, weil keine Arbeit anliegt oder der Arbeitgeber kulant ist, herzlichen Glückwunsch. Ich selbst bin Lehrerin am Gymnasium, habe nur kleine Klassen (5 und 6) in Mathe und Physik und die ganz großen Schüler in Mathe, also 11 und 12. Die 12er sollen demnächst Abitur machen. Alle, die Schüler und deren Eltern, verlassen sich auf mich, wollen, dass ich den Unterricht so gestalte, dass die Schüler motiviert sind und die Aufgaben alleine lösen können. Außerdem fordert meine Schulleitung, Onlineunterricht entsprechend des normalen Stundenplans durchzuführen, vorzugsweise in Form von Videokonferenzen. Leider reicht es da nicht, stumm und ohne Bild teilzunehmen, sondern man ist der Leiter dieser Veranstaltung. Die Vorbereitung des Onlineunterrichts dauert dreimal so lang wie normaler Unterricht, wenn man es ansprechend und anspruchsvoll gestalten will, das dann noch mit privater, nicht unbedingt gut geeigneter Technik. Ich bin nicht systemrelevant. Meine Kinder waren zu Hause. Alleine das Beschulen meiner Tochter (1. Klasse) unter der Anleitung ihrer Lehrer nimmt mehrere Stunden mit Pausen in Anspruch. Nebenbei möchte mein dreijähriger Sohn mit mir spielen und meine Nähe. Gleichzeitig werde ich mit E-Mails bombardiert von Schülern, Schulleitung, Kitaleitung, Klassenlehrerin meiner Tochter, neuen Verordnungen und und und. Arbeiten geht tagsüber nicht so richtig, vielleicht etwas Verwaltungskram, wenn die Kinder mal alleine spielen. Nachts hätte ich dann meine Ruhe zum Arbeiten. Ich kann dann aber meist nicht mehr. Wenn die Kinder mal einen oder ein paar mehr Tage bei Oma waren, habe ich von früh zeitig bis spät abends durchgearbeitet, nicht mal geschafft zu essen. Mittlerweile kommen die 11er und 12er wieder in die Schule im Wechselmodell. Damit bin ich systemrelevant und die Kids gehen in die Notbetreuung.

    Ich habe, wie alle anderen Eltern auch, die Möglichkeit, Kinderkrankentage zu nehmen, um nicht arbeiten zu müssen. Aber wer kümmert sich dann um meine Schüler? Wer schreibt sie an, um zu schauen, wie es ihnen geht, ob sie zurecht kommen, sich motivieren können. Wer bringt ihnen Mathe und Physik bei? Die Kollegen, die selbst genug mit ihren Schülern zu tun haben?

    Ich denke, dass es viele Eltern gibt, die eine ähnlich große Verantwortung haben und nicht einfach ihre Arbeit liegen lassen können. Vielleicht besteht auch die Angst, im Wettbewerb nach hinten zu fallen, weil man seine Kinder betreuen muss. Ich glaube aber nicht, dass es richtig ist, Eltern pauschal zu verdammen, die zu Hause gerade überfordert sind und die Betreuung durch Kita und Schule fordern. Ich könnte mir gut vorstellen, den ganzen Tag alleine mit meinen Kids zu verbringen. Aber die Verantwortung meinen Schülern gegenüber und das schlechte Gewissen, dass sich damit einstellen würde, ist zu groß. Man sagt ja immer, dass man es nicht allen Recht machen kann, aber genau das wird von den Eltern jetzt gefordert.

    Und ich kann nochmal sagen, wer keine Kinder hat, kann hier nicht mitreden, weil demjenigen die Vorstellungskraft fehlt.
    Und einfach zu sagen: Selbst schuld, ihr wolltet doch Kinder und damit den Eltern zu unterstellen, sie bekämen nur die Kinder um sie direkt abzugeben, finde ich nicht nur frech und befremdlich, sondern schlichtweg weltfremd.

    Ich wünsche allen Eltern weiterhin viel Kraft! Ihr leistet wirklich sehr viel in dieser Zeit!

  16. @ Ela, wenn du mit Lehrern arbeitest, frag doch mal nach Nachhilfe bei der Rechtschreibung.
    Und nur weil die Lehrer deiner Kinder sich beim Elternsprechtag zurückhalten, denn wir kennen noch sowas wie Anstand, heisst das nicht, dass wir uns nicht unseren Teil denken und deine Kinder bemitleiden. Und kein Lehrer hat Bock auf die Diskussion mir so einer Mutter. Das wäre so, als würde man versuchen Attila… seinen Aluhut weg zu nehmen.
    An alle, die ihre Kinder als Belastung empfinden. Glaubt ihr tatsächlich ihr wart als Kinder anders?! Die eigenen Eltern können die Kinder kaum ertragen, aber sie Fremden zu überlassen ist kein Problem. Und sagt euren Kindern doch ruhig, dass sie für euch eine Zumutung sind. Die freuen sich bestimmt und begleiten euch liebend gern im Alter und geben jederzeit Hilfestellung. Ach, und wenn die eigenen Kinder einem zu viel werden, einfach ab zum Jugendamt und zur Adoption freigeben. Mal ehrlich, das ist doch unverschämt vom Staat zu erwarten, dass man 2 bis 3 von denen aushält. Man soll sich mal vorstellen wie das wäre 30 von denen am Kopp zu haben.

    • Jetzt wird es niveaulos und ich belasse es dabei. Du hast wahrscheinlich keine Kinder und kannst natürlich einfach so daher reden. Ich komme super mit den Lehrern meiner Kinder zurecht, da gab es nie ein böses Wort. Und dass es jetzt vermehrt Eltern gibt, die am Ende ihrer Kräfte sind, weil sie irgendwie Homeschooling, Homeoffice, Haushalt und die Traurigkeit ihrer Kinder auf einmal stemmen müssen, ist mehr als verständlich. Da spricht aber bei weitem keiner davon, die Kinder abzugeben, weil sie ihnen zu anstrengend sind. Es geht einfach darum, dass es unwahrscheinlich kräftezehrend ist, dass die Kinder ihre sozialen Kontakte vermissen, dass sie eben nicht immer nur Mama und Papa um sich haben wollen. Und zu unterstellen, dass meine Kinder eine Zumutung sind, ist unterste Schublade. Um für sie da zu sein, habe ich mittlerweile auch die Krankentage in Anspruch genommen. So viel dazu. Und eine Belastung sind keineswegs die Kinder, sondern die Umstände drum herum, neben der eigenen Arbeit eben noch die Kinder zu versorgen. Wem wird man da gerecht? Den Kindern oder dem AG? Beides funktioniert einfach nicht. Deshalb vielleicht mal die Blickrichtung ändern, und einfach mal gegenseitiges Verständnis zeigen, das könnte schon helfen.

  17. Hallo, ich bin Sozialpädagoge. Welche Lobby habe ich? Eigentlich fühle ich mich in der Schulsozialarbeit wohl, aber als Baldmama von 2 Kindern war es mir zu ungewiss von Jahresvertrag zu Jahresvertrag zu stolpern. Das nenne ich mal Planlosigkeit. Meine Berufsgruppe existiert seit den 1970er Jahren und es wurde bisher nicht geschafft, uns irgendwo einzuordnen. Deshalb habe ich mir was anderes gesucht.
    Zu dem Thema Lockdown und Kinder: Ich bin genervt. Ich liebe mein Kind (4) sehr, aber ich sehe wie es trotz mir und meinem Mann vereinsamt. Den zwischenmenschlichen Kontakt zu gleichaltrigen Kindern und den Erziehern (und Lehrern sowie Trainieren) kann ich nicht ersetzen. Das meinen hier vermutlich vielen Eltern und die offensichtliche Willkürlichkeit durch die Politik. Warum ist der Harz noch offen, aber mein Kind darf nur mit einem festen Freund spielen? Das entzieht sich jeglicher meiner Vorstellungskradt.
    Ich komme aus Sachsen-Anhalt, einem Hochrisikogebiet und dieser dämlichen 15-Km-Regelung.

  18. Als belastend wird empfunden, Berufstätigkeit und Kinderbetreuung gleichzeitig zu stemmen. Jeder, der gerade eigene Kinder hat und arbeiten muss, weiß wovon ich spreche. Wer bitte kann konzentriert seine Arbeit erfüllen, wenn gleichzeitig Kinder im Homeschooling unterstützt werden oder Kitakinder. Kein Kind wird den sich drngesamten Arbeitstag über alleine beschäftigen wollen/ können. Also müssen wir Eltern die Stunden irgendwie morgens, abends oder nachts nacharbeiten. Kochen, Haushalt usw. muss ja auch noch irgendwie organisiert werden. Das bedeutet wenig Schlaf für die Eltern, wenig Zeit für die Kinder. Die Kinder haben keinen/ kaum Kontakt zu anderen Kindern, das fällt ihnen schwer. Besonders, wenn es keine Geschwisterkinder gibt. Zudem können nicht alle Eltern von zu Hause aus arbeiten, dann muss evtl. ein Elternteil alles alleine zu Hause schaffen: Arbeit, Haushalt und Kinder gleichzeitig, während der andere nicht da ist und der Arbeitgeber Angabefristen setzt, wichtige Kunden anrufen, Videokonferenz en stattfinden etc. Alleinerziehende haben diesen Zustand dauerhaft. Nicht für jeden greifen die Kindkrankentage (s. Kind privatversichert). Einzelne Tage schafft man mal zwis hendurch so. Aber wir reden hier von einem Zustand, der über Wochen anhält. Also bitte, wer kein Verständnis hat, dass dies eine Belastung für die Familien zur „Normalsituation“ darstellt, der scheint dieser Situation nicht ausgesetzt zu sein und kann es daher nicht nachempfinden. Außerdem sind wir Eltern keine ausgebildeten Lehrer oder Erzieher. Wir geben unser Bestes, aber wir können doch nicht das ersetzten, was gute Erzieher und Lehrer jeden Tag leisten. Schon garnicht neben einem Job, den wir nebenbei noch machen müssen, um Miete etc. zu zahlen.

  19. Aus dieser Gesprächsrunde verabschiede ich mich in der Hoffnung, richtig alten Staub aufgewirbelt zu zu haben.
    Die Ahnungslosigkeit und Überheblichkeit mit der viele Eltern die Arbeit von uns Lehrern, die zu retten versuchen, was im häuslichen Bereich versäumt wird, missachten und mit Füssen treten, stinkt mir.
    Ich erledige meinen Job nach vorhandenen Kräften und möglichst sorgfältig, wie die meisten von uns.
    Und wenn die Erziehung des Nachwuchses dazu führte, dass derselbe jetzt nicht mehr beherrschbar ist und den ganzen Tag bespaßt werden muss, dann ist das das Ergebnis des Umgangs, unzureichender Forderungen an die Kinder und NUR VON DEN ELTERN ZU VERANTWORTEN.
    Viele Kinder sind derart unselbständig, fordernd, lebensfremd und respektlos, dass man das Gruseln bekommt.
    Dass dies die Realität ist, wissen alle, die nur mal Bus gefahren sind, einkaufen waren, auf einer Party weilten… Überall, wo Kinder in Erscheinung treten. Man erlebt da Dinge, die einem die Sprache verschlagen. Für diese Erkenntnis muss man kein Lehrer sein, der die Allüren der Heranwachsenden tagtäglich in konzentrierter Form erleben und darauf eingehen muss.
    Macht einfach mal die Augen auf, liebe Erziehungsberechtigte, es gibt sehr viel zu tun, auszuhalten und durchzustehen.
    Ich bin dankbar für diesen Ort, meine Sichtweise kundgetan zu haben, ohne dafür abgestraft zu werden. Leider ist auch das Realität. Wäre der Maulkorb nicht immer präsent, wüssten die Eltern wahrscheinlich besser, wo die Defizite liegen.
    Viel Glück für alle.
    RIKE

  20. RIKE
    ich sehe es nicht so kritisch und zynisch wie du. Hast du eigene Kinder oder meinst du nur zu wissen, wie es richtig geht? Ich weiß nicht, wo du unterrichtest, aber ich sehe in den Kindern, die ich unterrichte, mehr als nur den verwöhnten Bengel oder die verzogene Göre von nebenan. Klar, gibt es immer wieder Kinder, die auffallen durch Arroganz, niedriger Toleranzschwelle, Respektlosigkeit oder anderen Eigenschaften und wahrscheinlich wird es ihnen so vorgelebt, aber das sind doch die Wenigsten. Und ich finde schon, dass wir dann dafür da sind, etwas anderes vorzuleben, damit die Kinder sehen, dass es auch anders geht und wer weiß, vielleicht fühlen sie sich damit viel wohler? Ich habe schon oft Wesensänderungen bei Schülern erlebt.

    Wusstest du außerdem, dass sich Kinder im häuslichen Umfeld meist anders benehmen als woanders? Auch die Kinder haben jetzt viele Sorgen und spüren sogar Trauer, weil sie ihre Freunde vermissen und weil sie nicht nur vor dem Rechner sitzen und auch nicht nur mit ihren Eltern zusammen sein wollen. Die naheliegende Variante, diesen Frust herauszulassen, ist es, die eigenen Eltern spüren zu lassen, wie schlecht es ihnen geht. Und wenn sie ausreichend Vertrauen zu ihren Eltern haben, dann machen sie es genau so. Andernfalls lassen sie es dann eben woanders raus. Jetzt kann es aber in dieser Zeit sein, dass die Eltern aufgrund von eigenen Sorgen, Stress wegen der Arbeit, fehlendem Ausgleich und eigenem Frust nicht mehr sensibel genug mit ihren Kindern umgehen können. Das führt zu Konflikten und das wiederum zu noch mehr Stress. Und so erklärt sich vielleicht die Überforderung vieler Eltern derzeit. Das hat nicht zwingend mit Inkompetenz zu tun.

    Ich habe übrigens in meiner bisherigen Zeit als Lehrer (etwas länger als 10 Jahre Dienst) noch nie erlebt, dass Eltern meine Arbeit mit Füßen treten. Vielleicht haben sie mal die Meinung, der Lehrer arbeitet viel zu wenig für das viele Geld. Dann bin ich nicht abgeneigt, diese Eltern einzuladen, mich eine Woche zu begleiten und sich ein Bild davon zu machen.

  21. Hört endlich auf, Euch gegenseitig fertig zu machen! Eltern gegen Lehrer, so ein Blödsinn! Wir sitzen alle im gleichen Boot, wir alle wollen, dass unsere Kinder gut beschult werden können. Es stellt sich nicht primär die Frage, ob Eltern in der Erziehung oder Lehrer im Distanzunterricht versagen, vor allem nicht hinsichtlich der Schuldfrage in Bezug auf den Stress in den Familien, der unzweifelhaft enorm ist. Bitte, lasst uns die Energie bündeln und endlich die Politik zwingen, die Schulen coronasicher zu machen mit Luftfiltern, Abtrennungen, Dchnelltests, damit wir die Schulen endlich öffnen können, ohne dass der Schulbesuch Russisch Roulette gleicht. Das Kostenargument lasse ich nicht gelten: für die Wirtschaft sind problemlos mehrstellige Milliardenbeträge drin. Und die Unmöglichkeit der Beschaffung gilt, ein Jahr nach Beginn der Pandemie, ebenfalls nicht mehr. Also, Politik, mach endlich Ernst mit „offene Schulen sind unser sehnlichster Wunsch“ und werde tätig! Und wir Eltern und Lehrer sollten uns endlich um unserer Kinder willen zusammentun und uns nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen!

    • Sehr gut in Worte gefasst @WiMoKa !! Das ist unser aller Verhängnis…statt zusammen zu argumentieren,wird sich gegenseitig attackiert. Welche große Macht hätten Pädagogen, wenn sie von Eltern unterstützt wären? Schliesslich wollen wir doch Alle das Beste für unsere Kinder. Nur befinden wir uns in einer Pandemie. Schulen sind nicht zu, weil Lehrer keine Lust haben! Erzieher bringen Corona nicht in die Kita, weil sie in ihrer Freizeit unachtsam sind. Kinder zeigen keine Symptome, heißt aber nicht, dass sie immun sind. Dem Virus ist das Alter seines Trägers völlig schnuppe. Trotzdem gibt es in Kitas keine Schutzmaßnahmen, die den Virus beeindrucken. Darum sind die am meisten erkrankte Berufsgruppe Erzieher. Und..Trotzdem ignoriert es die Politik.Auf Kosten aller!! Jedes Kind,das zuhause betreut werden kann, wird geschützt, schützt seine Familie…ja,ok ist auch mal anstrengend…Aber,es bleibt gesund. Jedes Kind,dass in solche Einrichtungen geht,erhöht das Risiko für seine Familie.Also, Eltern….wo bleibt dann euer Schutz?

  22. Moin. Es tut mir leid, aber Eltern und Lehrer sitzen seit Jahrzehnten nicht mehr im gleichen Boot. (Bin seit Ewigkeiten Lehrerin, habe selbst Kinder)
    Dies war immer die Intuition der Lehrer gewesen… mit Eltern zusammenzuarbeiten , aber der Erziehungsstil vieler Eltern, ihre realitätsfernen Forderungen, die Art, wie zuhause über Schule usw. gesprochen wird (das kriegt Lehrer in der Schule 1:1 vom Kind gespiegelt), die fehlende oder übertriebene Fürsorge zuhause, die ihre Kinder vernachlässigt oder zu unselbständigen Persönlichkeiten werden lässt…… führt den Bootsgedanken ad absurdum.
    Ich könnte stundenlang darüber schreiben, sogar eine Masterarbeit oder einfach mal an die Presse. Aber es wird nichts bringen, und ich werde das Forun hier nutzen, um mir ungestraft wenigstens den Kummer von der Seele zu schreiben. Darum geht’s. Um den Maulkorb, darum, dass wir sehenden Auges den Eltern nichts wahrhaft kritisches sagen dürfen. Immer nur toll, läuft alles, ich opferte mich auf…
    Und dann soll ich in einem Boot mit den Eltern sitzen? Nur bei Pflichterfüllung durch Eltern hätten wir jetzt solche „Probleme“ im homeschooling nicht. Und trotzdem klagen viele…. Alle haben ein Dach über Kopf, zu essen, warm… Bla Bla…. Was sollen sie Menschen sagen, die im Flüchtlingslager hocken, die verhungern, keine medizinische Versorgung genießen können.
    Manche sehen nur SICH SELBST. Und sind trotzdem unzufrieden, versagen, fordern nur…
    In ein solches Boot setze ich mich nicht, niemals.
    Und genau das wollte ich nicht, hier nochmal zu diesem Thema schreibe. Hatte mich ja schon verabschiedet. Aber, ich hab diese beschönigenden Beiträge nicht mehr ertragen.
    Die Wurzel des Problems findet man nicht, indem man alle in ein Boot drängt, was eh am Sinken ist.
    Bitte nur mal nachdenken. Eltern sind, bis auf Ausnahmen, die ich auch förmlich genießen durfte, in den allermeisten Fällen keine Partner der Schule, der Lehrer und kommt mir jetzt bitte nicht mit Entrüstung oder Schlimmerem. Alles andere ist Augenwischerei und Heuchelei.
    Ich mache meinen Job gern und schaffe meine Aufgaben auch selbständig.
    Lg RIKE

    • Es tut mir in der Seele weh, dass Sie diese Erfahrung mit Eltern offensichtlich seit Jahren machen. Ich bin seit über 20 Jahren Lehrkraft, allerdings zugegebenermaßen nicht an einer „Brennpunktschule“, sondern am Gymnasium. Vernachlässigung auch in der Erziehung der SuS nehmen wir hier auch wahr, aber sicher bei weitem nicht so massiv wie an anderen Schulformen. Die Eltern sind in den meisten Fällen bemüht, ihre Kinder zu unterstützen.
      Klar erlebe ich derzeit viel Frust von Eltern, die, mit ihren Kindern in Quarantäne oder Homeoffice gezwängt, diese erstmals außerhalb von Urlaub anhaltend 24/7 erleben, und die verzweifeln. Ich hab allerdings nur sehr, sehr selten Eltern, denen der Schulerfolg ihrer Kinder egal ist, und so bietet sich das als kleinste gemeinsame Basis immer an. Wie gesagt, ich weiß, dass ich am Gymnasium privilegiert bin, was die Eltern- und Schülerschaft betrifft. Die Eltern, die hier im Forum mitreden, sind aber meist doch die, denen ihre Kinder wichtig sind (sowas wie mein Lieblingstroll OKA jetzt mal ausgenommen).
      Ich wünsche Ihnen viel Kraft, passen Sie gut auf sich auf.

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