CDU-Spitzenkandidat hält Wegfall der Pfingstferien für überlegenswert

17

BONN. Der CDU-Spitzenkandidat für die rheinland-pfälzische Landtagswahl, Christian Baldauf, hält es für überlegenswert, die einwöchigen Pfingstferien ausfallen zu lassen, wenn die Schulen am 15. Februar noch nicht wieder aufgemacht werden.

Stellt die Pfingstferien zur Diskussion: CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf. Foto: CDU Rheinland-Pfalz

«Denn dann ist die Frage, ob es überhaupt möglich ist, anhand der noch zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit den Lernstoff, der vorgesehen ist, zu vermitteln», sagte Baldauf dem «Bonner General-Anzeiger». Auf die Frage, ob über ein «Zwischenschuljahr» nachgedacht werden müsse, das anders gewertet werde, sagte Baldauf, darüber müsse ernsthaft diskutiert werden, sollten die Schulen auch über Mitte Februar hinaus geschlossen bleiben. Die Pfingstferien dauern vom 25. Mai bis zum 2. Juni.

Der CDU-Politiker sagte, er vermisse einen Plan hinter der Schulpolitik der Landesregierung in der Pandemie. Auch das Thema Digitalisierung sei nicht so weit, wie es sein müsse. «Wir brauchen für die Wirtschaft, die Gesundheit, die Bildung und viele andere Politikbereiche eine einheitliche Plattform für das ganze Land, auf der die Software der einzelnen Behörden laufen kann. Das würde auch den Schulen helfen», wird Baldauf zitiert. dpa

Eltern zeigen Unverständnis: Brauchen Schulen jetzt auch noch Rosenmontag frei?

Anzeige


17 KOMMENTARE

  1. Seien wir doch mal ehrlich: Die bisherigen Ferienregelungen mit Winterferien im Februar, Pfingstferien und stark versetzten Sommer- und Herbstferien dienten doch ohnehin nicht den Kindern, sondern der Touristikindustrie. Warum man generell so kleinlich mit Ferientagen ist, habe ich nie verstanden. In anderen Ländern gibt’s insgesamt mehr Ferien, schon im Nachbarland Belgien, erst recht in Italien. Wenn man jetzt aber Ferien rechnerisch dem Corona-Lockdown zuschlägt, macht das natürlich auch wieder Sinn. Dann gäbe es danach mehr Unterricht, aber auch weniger für die Touristikindustrie.

  2. Dem Christian habe ich neulich bei einer VA schon gesagt, dass das ein populistischer Schmarrn ist- und er weiß das auch. Er weiß, dass er so eine kleine, armselige (sic!) Gelegenheit hat, ins Gespräch zu kommen ein paar Klatscher zu kriegen.
    Ich arbeite als Lehrerin durch, ob das Ferien heißt oder nicht- aber die SuS brauchen die Erholung. DIE ARBEITEN IM FERUNTERRICHT ZUM GRÖßTEN TEIL ALLEIN UND ZWAR MEHR UND LÄNGER ALS IN JEDER PRÄSENZ. Warum tun immer alle so, als hätten die SuS frei? ES IST DOCH SCHULE- NUR EBEN ANDERS!

    • Das kann ich (als Lehrer und Vater) nur unterstützen. Von der Lehrerseite sowieso, aber dass meine Tochter sogar heute, am Sonntag hinsitzt, um ihr Pensum bis zum Beginn der nächsten Woche (Aufgaben abzugeben von Mo bis Mi) überhaupt zu schaffen. Und sie weiß: Ab Montag kommt der nächste Schwung, angekündigt im Konferenzlernen, geschickt per Email. Täglich weit mehr Seiten und Blätter, als das Kopierbudget per ID-Karte in Schulen für den Klassenunterricht teils zulässt.
      Sie hat dadurch für ihre Freizeit, Musizieren, Wolle Spinnen und Lesen kaum noch Zeit und will meistens am Abend, (17 jährig),erschöpft, nur noch ihre Ruhe.

      Als Lehrer schreibe ich: Viele Kinder sind nach ungefähr sechs Wochen, auch wenn normaler Unterricht (ohne Corona) stattfindet erschöpft und zeigen Konzentrationsprobleme, Motivationsschwund und Gereiztheit. Umso mehr jetzt, wo die meisten Möglichkeit zur körperlichen Betätigung und zum Treffen anderer ausfallen.
      Dazu kommen Ängste, Prüfungen nicht zu schaffen, oder (wie ich es gerade erlebe) trotz fleißigstem Arbeiten nicht genug gelernt zu haben und zu wenig zu wissen. Immer auch die Angst vor Corona im Hintergrund, weil die Schüler wöchentlich (2-3-mal/Wo. in letzter Zeit) zu Klassenarbeiten, in den Präsenzrahmen des Klassenzimmer zurückmüssen-trotz Schulschließung (zumindest in Ba-Wü)!

      Auch das ist Stress, Herr Baldauf!

      Aus meiner Sicht (als Elternteil) hier noch ein Appell an alle Kollegen: Bitte verlieren Sie nicht das Augenmaß für die Leistungsfähigkeit der Schüler-die ihre Aufgaben in einem Zuhause erledigen müssen: Mit Glück in Ruhe und mit hilfsbereiten Eltern (die helfen und erklären können), teilweise aber in Unruhe mit Geschwistern, andere vielleicht ohne eigenes Zimmer, ohne Hilfe erwarten zu können und ohne Arbeitsplatz, die im belebten, rauchgeschwängerten Wohnzimmer mit laufender, lauter „Glotze“ und qualmenden Eltern, erledigen müssen. (Nicht übertrieben, das habe ich bei Hausbesuchen erlebt.)

      Ich habe es selbst erfahren müssen und weiß, dass Kollegen aufgegeben haben, normal Aufgaben zu geben, weil immer wieder, endlos Elternbeschwerden kamen, dass es viel zu wenig Aufgaben seien, weil das betreffende Kind schon nach ein-einhalb Stunden (das war Klasse 3!) fertig sei. Folge: Zuschütten der Schüler mit Hausaufgaben und Material, damit Eltern zufrieden sind.

      Vor allem als Vater, der damit gerade kämpft: Bitte, bitte, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Kollegen/Innen: Gestalten Sie die Aufgabenmengen so, dass sievon Kindern und Jugendlichen zu schaffen sind! Möglichst klar gestellt, gut gegliedert und wenn’s geht sogar differenzierend, denn es gibt auch schwache Schüler, die sonst „abhängen“.
      Danke!

  3. Ich würde vorschlagen, dass aufgrund der Corona-Epedemie allen ArbeitnehmerInnen zwei Wochen Urlaub gestrichen werden – vor allem denjenigen, die bisher nicht in Kurzarbeit waren oder auch mehr arbeiten mussten als zu Nicht-Corona-Zeiten.

  4. Zitat:
    „Der CDU-Politiker sagte, er vermisse einen Plan hinter der Schulpolitik der Landesregierung in der Pandemie.“

    Warum ist das in CDU-regierten Ländern nicht anders? Auch diese haben keinen Plan.

  5. Es mag ja in Rheinland-Pfalz anders sein, aber in NRW sind genau 4 Tage Unterricht entfallen. Derzeit arbeiten Schüler und Lehrer am Limit. Da finde ich solche Forderungen nach Ferienverzicht ziemlich unverschämt.

  6. Und der nächste Wichtigtuer, der keine Ahnung hat was in den Schulen momentan los ist, aber meint, seinen Senf auch noch dazugeben zu müssen. Es wird immer unerträglicher.

  7. Streicht doch gleich alle Ferien….nur weil die Politik schläft sollen alle Schüler, Lehrer und Eltern darunter leiden…Faschingsferien in Bayern waren wohl nur der Anfang. Langsam wird es echt unverschämt!!!

  8. Also diese Entscheidung finde ich nicht ok. Viele haben schon in den Winterferien getrennt von Kindern „Urlaub“ gemacht bzw in dem eigentlich zur Erholung gedachten Woche Schulstoff gewälzt und viele brauchen auch einmal die zeitgleiche Auszeit mit Kindern ohne den Schulstress noch im hartverdientem Urlaub zu brauchen. Was soll denn das? Wiederholt das Schuljahr, nehmt den Druck raus für Schüler, Lehrer und Eltern.

  9. Selten so einen Unsinn gehört. Im Distanzunterricht ist es möglich, bedeutend mehr Stoff zu bewältigten als im Präsenzunterricht, da man hier viel zielgerichteter arbeiten kann, keine Konflikte oder Störungen existieren, die Unterricht verhindern.
    Ständig sollen Lehrer mehr arbeiten, sich konstant gleichzeitig weiterbilden, was ja grundsätzlich machbar ist. Aber es kann nicht sein, dass in dieser aktuellen Krise und Belastung Erholungszeiträume einfach gestrichen werden sollen. Schüler und Lehrer, und auch Eltern, leisten momentan Enormes, da tut eine Pause gut und ist verdient.

    Bevor solche sinnfreien Vorschläge von ALLEN Seiten kommen, sollten diese Menschen lieber mal selbst versuchen, was Lehrersein bedeutet, in Distanz und Präsenz. Zwei Wochen im Schuldienst, dann würden viele anders reden

    • Ich stimme zu 100 % zu : Der Distanzunterricht ist definitiv effektiver . So entstehen auch keine ˋ Wissenslücken ´ , das Gegenteil ist der Fall . Deshalb verstehe ich auch nicht , warum die Schulen unbedingt vorschnell geöffnet werden müssen , um damit den Effekt von drei Lockdowns zunichte zu machen . Und die Streichung von freien Tagen ist am allerwenigsten nötig …

  10. Gebt den Kindern eine Stimme!

    Ja, Kinder und Schulen brauchen Pfingstferien! Nicht nur Eltern sind am Limit, sondern auch die Kinder, die zur Zeit genauso ihren Beitrag zur Pandemie leisten, wie wir Erwachsenen. Das darf nicht einfach selbstverständlich hingenommen werden. Es ist eine viel größere Belastung für die Kids und da reicht eine Verschnaufpause nicht; sie brauchen eine Erholungspause. Ja, wir Eltern müssen auch mal an uns denken, aber Kinder sind unsere Zukunft und die dürfen wir auch unter dieser großen Belastung nicht einfach vergessen. Für wen machen wir das Alles denn sonst?
    Also weniger motzen, mehr an unsere Kinder denken; die müssen auch mal Pause machen können. Dafür nehme ich gerne mehr Stress für mich in Kauf. Ich bin keine Übermutter, die den ganzen Tag um ihre Kinder herumgluckt; ich bin diejenige, die sich Noise Cancelling-Kopfhörer aufsetzt und gute Musik anmacht, um dem ständigen „Mama!“ für ein paar Minuten am Tag zu entkommen. Ich möchte aber, dass meine Kinder auch in diesen Zeiten Ferien zum auftanken haben dürfen.
    Also gebt unseren Kindern eine Stimme, auch wenn sie noch nicht wählen dürfen.

    Erich Kästner hat den Kindern eine Stimme gegeben (Die Konferenz der Tiere
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Die_Konferenz_der_Tiere_(Roman) ).

    Von einer Mama, die ihren beiden Töchtern mit gutem Gewissen eine Stimme gibt.

  11. An Ideenreichtum kaum zu überbieten was manch kleines Licht da im Angebot hat… Geniale Nebelkerzen um zu vertuschen dass fast ein Jahr nichts raus kam für die Schulen als ’nichts sehen und nichts hören‘ und hoffen dass es schnell vorbeigeht. Sorry hab das Allheilmittel lüften vergessen… Try walking in my shoes – you’d stumble in my footsteps!

  12. KollegInnen, spart euch die Energie- der Baldauf weiß das, so wie alle PolitikerInnen und Interessenvertretenden wissen, wenn sie ihre populistischen Nebenkerzen brennen.
    Macht das, was ihr für euch persönlich richtig ist.
    Im Radio läuft gerade „Dejavue“ 😉

  13. Ich finde es eine Frechheit wie manche Politiker agieren. Sie sollten mal das Hirn einschalten. Wir sind am Limit im Homeschooling!! Das ist doch kein Urlaub! Das ist Qual.
    Wir Eltern laufen rund, und ich bin kein Lehrer, aber ich muss wie in der Schule den Kindern erklären wie es geht. Die sollten mal lieber drüber nach denken etwas für die Familien zu tun, z.b. Prämien.. Aber Ferien streichen das geht gar nicht!

  14. Wo bleibt denn die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und die Burnout- Prophyxlaxe?

    Wenn gewissenhafte, verantwortungsbewusste SchulleiterInnen und LehrerInnen durch permanentes Arbeiten über lange Zeit ständig weit über ihre Belastungsgrenzen hinausgehen und dann irgendwann „zusammenklappen“ ? Was dann?

    Ersatzleute kann das KuMi nicht schnell mal „backen“ oder herzaubern.
    Es gibt keinen Ersatz!

    LehrerInnen sind keine Unterrichtsroboter- selbst diese brüchten „regelmäßige Wartung“ -,
    sondern Lebewesen aus Fleisch und Blut.

    Und auch unsere SchülerInnen brauchen schließlich Erholungszeit, falls sie all die Arbeitsaufträge, mit denen sie überschüttet werden, immer sorgfältig und pünktlich erledigen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here