Bund-Länder-Gipfel will Perspektive für den Betrieb von Kitas und Schulen geben – ein Stufenplan für Lockerungsschritte ist zu erwarten

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BERLIN. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte einem Langfrist-Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown eigentlich eine Absage erteilt. Die Lage sei zu dynamisch. Doch die Forderungen nach wenigstens einer groben Perspektive für Lockerungen werden lauter. Gestern hat sich auch die Bundeskanzlerin eingeschaltet – und eine längerfristige Strategie zumindest für Schulen und Kitas in Aussicht gestellt. Morgen soll darüber entschieden werden.

Die Bundeskanzlerin ist offenbar gewillt, sich auf einen Stufenplan einzulassen. Foto: Christos S / Shutterstock

Trotz aller Unsicherheiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie plädiert Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller dafür, der Bevölkerung Perspektiven für mögliche Lockerungsschritte aufzuzeigen. «Wir sind in einer kritischen Phase. Zum einen geben die zurückgehenden Infektionszahlen Grund zur Hoffnung, aber die diffusen Informationen und Erkenntnisse zu den Mutanten bereiten uns große Sorgen», sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). «Wir wollen und müssen den Menschen aber eine Perspektive für mögliche Lockerungsschritte geben, wenn dies die Infektionszahlen hergeben.» «Ich erwarte daher von der Bund-Länder-Schalte am Mittwoch, dass wir uns trotz der Unsicherheiten mindestens auf einen gemeinsamen Rahmenplan einigen können, möglichst gekoppelt an Inzidenzen und der Auslastung unserer Intensivmedizin», sagte der SPD-Politiker.

Merkel: Man wolle bei den Beratungen eine Strategie für Schulen und Kitas auf den Weg bringen

Am morgigen Mittwoch wollen der Bund und die Bundesländer bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, wie es weitergeht. Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist bislang bis zum 14. Februar befristet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatten detaillierten Ausstiegsplänen zwar bereits eine Absage erteilt. Das Virus agiere dafür zu dynamisch, argumentierten sie.

Zumindest für die Bildungseinrichtungen soll es aber offenbar doch Perspektiven geben. Man wolle bei den Beratungen eine Strategie für Schulen und Kitas auf den Weg bringen, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums am Montag. Einzelne Bundesländer haben bereits entsprechende Stufenpläne entwickelt. Schleswig-Holstein beispielsweise hatte in der vorvergangenen Woche ein Konzept vorgestellt, dass bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 Wechselunterricht für die Jahrgänge 1 bis 6 und Distanzunterricht für ältere Schüler vorsieht. Erst ab einem Inzidenzwert von stabil unter 35 soll es wieder Regelunterricht geben.

Feststehen dürfte, dass der Lockdown grundsätzlich verlängert wird. Dafür plädierten neben der Bundesregierung zuletzt auch mehrere Ministerpräsidenten. «Momentan sind die Zahlen für große Lockerungen nach wie vor zu hoch. Wir müssen dringend noch weiter runter mit den Neuinfektionen, um auch gegen die gefährlichen Virus-Mutanten gewappnet zu sein», sagte zum Beispiel Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) der «Rheinischen Post». Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Öffnungsschritte darf es erst geben, wenn der Einfluss der Mutationen auf das Infektionsgeschehen beurteilt werden kann. Das ist derzeit noch nicht der Fall.» Viele Bürgerinnen und Bürger erwarteten ein zwischen Bund und Ländern abgestimmtes und konsequentes Vorgehen, «um nach dem aktuellen Rückgang der Infektionszahlen einen erneuten Rückfall im Sinne einer dritten Welle zu verhindern.»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält bei sinkender Corona-Gefahr eine Lockerung in Stufen durchaus für möglich – allerdings nicht mehr im Februar. «Es reicht noch nicht, wir müssen weiter vorsichtig sein», sagte Woidke. «Aufgrund der aktuellen Zahlen halte ich es für erforderlich, dass die bestehenden Einschränkungen im Grundsatz über den 14. Februar bis Ende Februar verlängert werden.» Und dann? «Was zuletzt eingeschränkt wurde, soll wieder zuerst aufmachen. Deshalb haben für mich die Grundschulen Vorrang», sagte Woidke.

Giffey: «Wir haben noch etwa zehn Wochen, die wir überbrücken müssen. Da kann man nicht die Antwort geben: Es bleibt alles zu»

Die baldige Öffnung von Schulen und Kitas ist aus Sicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gleichwohl dringend notwendig, weil die jetzige Belastung im Corona-Lockdown in manchen Familien in Richtung Kindeswohlgefährdung gehe. «Wir haben noch etwa zehn Wochen, die wir überbrücken müssen. Da kann man nicht die Antwort geben: Es bleibt alles zu», sagte die Berliner SPD-Landesvorsitzende am Dienstag im NDR. Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen sagte sie, es könne noch nicht gesagt werden, ob schon kommende Woche Lockerungen kommen. Es müsse aber über zeitnahe Perspektiven gesprochen werden. «Ich werde mich dafür einsetzen», fügte sie an. Der Druck sei enorm. «Wir sehen gerade in sozialen Brennpunkten Verluste an Bildung, depressive Verstimmungen und Vereinsamung. Dem müssen wir entgegentreten.»

Die Schließungen könnten für viele Schüler nach Ansicht von Experten weitreichende negative Folgen haben. Sie führten nicht nur zu Leistungsverlusten, sondern gerade für Kinder «aus bildungsfernen Schichten» sei Schule oft einer der wichtigsten sozialen und emotionalen Bezugspunkte, sagte der PISA-Leiter Andreas Schleicher. Für diese Schüler und kleine Kinder, für die digitales Lernen keine Alternative sei, wüchsen die Risiken «überproportional zur Länge des Lockdowns». Schleicher verwies auf andere Länder: Viele Staaten hätten auch bei schwieriger Infektionslage der Öffnung von Kindergarten und Grundschulen absolute Priorität eingeräumt. «Das heißt, diese Bildungseinrichtungen blieben offen, auch wenn es sonst vielfache Einschränkungen des öffentlichen Lebens gab.» Mit Blick auf das weitere Vorgehen an den Schulen in Deutschland forderte der OECD-Bildungsexperte, dass kleine Kinder und Kinder mit Benachteiligung beim Präsenzunterricht systematisch Vorrang haben müssten.

Lauterbach: Kitas und Grundschulen können öffnen, wenn Lehrer vorrangig geimpft werden

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, er könne sich Öffnungen von Grundschulen und Kitas unter bestimmten Bedingungen vorstellen, um Kinder vor schlimmen Folgeschäden zu bewahren. «Grundschullehrer und Erzieher sollten daher vorrangig geimpft werden, die Schüler müssten medizinische Masken tragen und mindestens einmal pro Woche einen Antigen-Schnelltest machen. Dazu kann dann Wechselunterricht stattfinden», sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal Merkur.de.

Die vorrangige Impfung von Lehrern und Erziehern ist allerdings bereits vom Tisch: Auch nach der am Montag in Kraft getretenen veränderten Corona-Impfverordnung zählen Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte erst zu Gruppe drei – zusammen mit den Über-60-Jährigen, wie aus der Verordnung hervorgeht. News4teachers / mit Material der dpa

Altmaier: Öffnungen möglich – Ostern. Kretschmann: Lockdown light (ohne Schulschließungen) war ein Fehler

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56 KOMMENTARE

  1. Wir wollen nicht gezwungen werden, unser Grundschulkind mit FFP2-Maske in den Unterricht zu schicken, weil wir in der Familie ein erhöhtes Risiko haben. Sogar Merkel ist mit Maske ohne anliegenden Nasenbügel zu sehen. Das ist nicht zumutbar und der Distanzunterricht ist die beste Erfindung seit der SMS.
    Ich möchte auch nicht wie mittlerweile 160.000 SchwedInnen an Long Covid erkranken (Matktforschungsinstitut Novus). In Schweden erkranken daran insbesondere Frauen zwischen 25 und 45, gerade sehr aktive und leistungsstarke Frauen. Lasst uns auf die Wissenschaft hören und zeigen, dass wir wirklich noch ein Bildungsstandort sind: Die Zahlen müssen weiter runter!
    Und wir wollen nicht weiter von der Schule und der Hamburger Schulbehörde schikaniert werden, weil wir unser fröhliches und intelligentes Kind vor den Folgen einer Infektion in der Familie schützen wollen. Ja, wir waren lange eine Ausnahme, aber das macht uns noch lange nicht zu Fernlernern, die die Schule ablehnen. Ist halt ein Intelligenztest und die meisten versagen dabei leider weiterhin.

  2. Abgesehen von den drohenden Mutationen, die auch Jüngere schwerer treffen können, muss man vor ersten Lockerungsschritten auch abwarten bis keine Minusgrade mehr herrschen. Bei offenen Fenstern war es schon im Herbst nicht angenehm, aber im Moment nicht zumutbar.
    Vor März sehe ich keine Perspektive für eine mögliche Öffnung, auch nicht im Wechselmodel. Wie weit die Mutationen schon vorgedrungen sind, kann man jetzt noch gar nicht abschätzen.
    Wahrscheinlich macht es Sinn, erst den Einzelhandel eingeschränkt zu öffnen. Dort kann man kontrolliertet einlassen, der Aufenthalt ist begrenzt und Abstand möglich. Wenn dort dann alles gut geht, kann man auch mit den Schulen im Wechselmodel anfangen.

    Man sagt, Kinder brauchen Schule… Kinder und Lehrer brauchen aber auch Schutz vor Coronamutationen, vor Eiseskälte und dem Gefühl, die Corona- Versuchskaninchen der Nation zu sein.

    • Ich halte den Einzelhandel mit tauglichen Hygienemaßnahmen auch für deutlich besser zu kontrollieren als Schulpräsenz mit politischen Vorwand-Hygienemaßnahmen.

    • Wer denken kann, kommt ausschliesslich zu diesem Ergebnis. Kleinkinder in der Krippe bei ständig geöffneten Fenstern ist Kindeswohlgefährdung!

  3. Im Moment wären Schulöffnungen ein Skandal . Das ˋ Konzept ´ von Frau Karliczek von gestern ist eine Frechheit . Dafür wurden fast 40 Organisationen gebraucht ? Und dann wieder feste Gruppen , Lüften und versetzte Anfangszeiten . Das haben wir schon seit dem Ende der Sommerferien . Wenn das eine Öffnungsperspektive sein soll , bin ich Susanne Eisenmann und Yvonne Gebauer in einer Person .

    • @Klaus Lehmkuhl: „Dafür wurden fast 40 Organisationen gebraucht ?“ – Von Erich Kästner gibt es ein schönes Gedicht über Kollektive mit dem Titel „Kleine Rechenaufgabe“. Die Lektüre dieses Gedichts ist in diesem Kontext sehr empfehlenswert – kurzes Zitat gefällig?

      „Addiert die Null zehntausend Mal! (..) Es bleibt euch keine Wahl: Zum Schluß kommt Null heraus.“

  4. Ok also, ab nun eine neue Spielregel:
    Mitreden und mitbestimmen darf nur noch wer folgende Dinge versteht:

    1) Das Aufbauen einer unsichtbaren Welle durch infektiösere Mutanten und wie man das Entgleisen eben dieser Welle vermeiden kann, vgl. https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-mutante-b117-daten-1.5197700 – Wer in diesen Diagrammen nur bunte Bilder erkennt, mögen schweigen und hoffen, dass anderen ihn/sie gut durchbringen.

    2) Kinder/Jugendliche haben schon immer ihren oftmals asymptomatischen Beitrag am Infektionsgeschehen und der Verbreitung gehabt. Eben weil sie zumindest bei der Wildvariante überwiegend asymptomatisch blieben und nur sehr sporadisch, schließlich im Herbst 2020 in Relation zu den Gesamtfallzahlen fast gar nicht mehr getestet wurden und somit auch kaum/nicht in Quarantäne kamen, trugen und tragen junge Menschen in einem ganz heiklen, unsichtbaren Umfang zu den Infektionszahlen bei. Somit wurden diese Infektionszahlen dann erst wieder – zumindest bisher – v.a. bei Erwachsenen/Älteren sichtbar, da sie Symptome zeigten und getestet wurden. Die asymptomatischen Überträger, die sich in der täglichen Massenveranstaltung Kita/Schule trafen/treffen und infizierten, wurden nicht erfasst, da quasi unsichtbar mangels Symptomen und mangels flächendeckender Testungen. Dazu müssen Kitas/Schulen/Kinder/Jugendliche weder „Treiber“ noch „Spreader“ noch „Hotspots der Pandemie sein oder welche kernigen Begriffe sonst noch erfunden wurden: Ihr ganz durchschnittlicher Beitrag – und selbst unter den Annahme, dass sie womöglich doch mir geringerer Häufigkeit als Erwachsene übertragen – genügt angesichts ihrer schieren Anzahl und ihrer täglichen Massen-Kontakte in Kita/Schule/ÖPNV vollkommen, um in der Gesamtpopulation der Wirtsorganismen – das sind wir – relevant beizutragen zur Infektionsausbreitung und zur Mutanten-Entstehung.

    3) Die „neuen“ Hygienepläne für Kitas/Schulen sind großenteils die alten Hygienepläne, die dazu beitrugen, dass vor Weihnachten der Lockdown kam, so gut haben sie funktioniert. Dazu haben wir nun – vgl. Punkt 1 oben – aggressivere Mutationen und die sind hier und die sind hochaktiv, wenn auch vielleicht (?) tendenziell noch unsichtbar.

    4) Lehrer*innen wissen, dass für viele Eltern und Schüler*innen Fernunterricht/Schulschließung äußerst schwierig sind. Wir wissen aber auch, wie Schule wirklich – fernab aller öffentlichen Märchengeschichten – unter den gegebenen Pandemie-Bedingungen von innen aussieht, was da abgeht und dass sich dabei kaum irgendetwas verlässlich kontrollieren lässt unter den Umständen und Ausstattungen (quasi keine), die uns bisher zugestanden wurden. Und wir wissen auch, in welchem Umfang Schulen, denen so oft oberste Priorität zugesprochen wird, von „außen“, insbesondere von der Politik bisher NICHT unterstützt wurden gerade bei den kritischsten Punkten: Infektionsschutzausstattung, Betreuungsschlüssel, psychologische und Sozial-Arbeit, Umstellung auf Fernlernen.

    5) Lehrer*innen wissen, dass Fernlernen/-unterrichten nicht in dem Maße schlecht ist, wie es aktuell flächendeckend in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Die in kürzester Zeit hochgezogenen Systeme verbessern sich beinahe mit jedem Tag, Routine und Erfahrungen spielen sich ein, und es gibt auch etliche Vorteile gegenüber dem Präsenzunterricht (natürlich ohne dass dies bedeutet, dass Fern pauschal besser wäre als Präsenz). Eine sachliche Betrachtung und solide Implementierung wird tabuisiert und permanent torpediert, indem schlichtweg nur auf die negativen Seiten und noch bestehende Lücken fokussiert wird. Das hat mit seriöser Didaktik und Pädagogik nichts zu tun, zumal nicht in einer Zwangslage wegen Pandemie. Die allermeisten meiner Schüler*innen beispielsweise sind gerade quietschfidel, kommen voran wie in Präsenz und liefern gute Abgaben.

    6) Kitas/Schulen sollen nach häufiger Ansicht geöffnet werden (sehr, sehr viele in der BRD waren niemals richtig zu seit Weihnachten), u.a. um die psycholgische Belastung aufgrund von Sozialkontaktemangel von Schüler*innen zu lindern. Ein vorsichtigerer Schritt wäre eine Lockerung der Corona-Einschränkungen für Kinder/Jugendliche, wenn man ihnen mehr Freiraum und Sozialkontakte ermöglichen will. Dazu muss nicht sofort die tägliche Millionen-Massenveranstaltung Kita/Schule eröffnet werden. Z.B. auch eine vorsichtige Öffnung von Gruppengrößenbeschränkung und Freizeit-/Vereins-Angeboten nur für eben diese jungen Altersgruppen würde in einem wohl noch überschaubareren Zahlenbereich und Bewegungs-/Kontaktrahmen ablaufen als Kita/Schulen-Öffnungen inlusive nötigem ÖPNV. – Darauf scheint mir aber ein blinder Fleck oder gar auch ein Tabu zu liegen: Mag man den jungen Menschen diese Erleichterung vielleicht doch gar nicht wirklich gönnen, solange die Erwachsenen nicht auch dürfen? Weil aber Schule ja „keinen Spaß“ macht, „dürfen“ sie da ruhig wieder hin?

    • Bitte diese Spielregeln umgehend an die KuMis weiterleiten !!!
      Beim Mitreden und Mitbestimmen wären diese dann sofort raus und dürften nicht mehr über LOS ziehen…und sich natürlich ohne Umweg ins Gefängnis begeben.
      Mir graut es schon vor Mittwoch. Die Konferenz mit der Bundeskanzlerin wird noch nicht ganz vorbei sein, da kommen die ersten Schulminister schon wieder an die Mikrofone und verbreiten Ihre Lockerungen…ICH möchte da nicht mehr mitspielen, Manno !!!

    • Knecht Ruprecht, vielleicht sollten sie die Minister dringfnd mal beraten. In ihren Ausführungen kann man deutlich lesen, dass sie wissen, wie die Praxis aussieht. Wir Pädagogen fragen uns nur, wieso kann eine Bildunsministerin so fern ihres Amtes sein.
      Die Zahlen sinken übrigens nicht mehr. Ich persönlich bin der Meinung, wir werden die 50 gar nicht erreichen. Und dann muss sowieso zurückgerudert werden. Wer hat dann etwas gewonnen?

  5. Ich verstehe nicht, warum man „Strategie“ immer gleich mit „Öffnungsperspektiven“ gleich setzt. Eine Strategie beschreibt ein Vorgehen in Abhängigkeit von externen Faktoren, hier also wohl Inzidenzen und Ausbreitung der Mutation. Eine „Strategie“, die nur Lockerungen zum Inhalt hat, ist keine Strategie, sondern eine Fortsetzung des bisherigen Fahrens auf Sicht mit immer neuen Diskussionen.

    Eine Strategie benennt ein klares Ziel und Wege und Mittel, um das zu erreichen.

    „Wir haben noch etwa zehn Wochen, die wir überbrücken müssen. Da kann man nicht die Antwort geben: Es bleibt alles zu“

    Kann man nicht? Was soll man denn sonst machen? Die KMK hat es ja zehn Monate lang unterlassen, für einen angemessenen Gesundheitsschutz zu sorgen. Da kann man jetzt nicht einfach solche Forderungen in den Raum werfen und diese dann wieder auf Kosten der Gesundheit anderer umsetzen.

    Die KMK hat monatelang den wirksamen Gesundheitsschutz blockiert. Also bleiben die Schulen zu… das ist die einzig sinnvolle Konsequenz. Wenn ihnen das so wichtig gewesen wäre, hätten sie mehr als genug Zeit gehabt.

    • Die einzig vertretbare Strategie ist aktuell diejenige, die den R-Wert unter 0,7 drückt und die Inzidenzen unter 25.
      Alles andere ist angesichts des heranrollenden Tsunamis Harakiri.

  6. Versetzte Öffnungszeiten hat es in Hamburg schon lange gegeben. Die klassische erste Stunde beginnt in einigen Schulen um 08:00 Uhr, andere starten erst um 08:30 Uhr. Kombiniert mit der Tatsache, dass wechselnd ein Teil der Schüler zur Frühstunde um 07:15/07:45 Ur starten.
    Hat das den Wahnsinns Unterschied gebracht? Nein.

    Schüler egal welchen Alters und erst recht die Kleinen bei den aktuell herrschenden Temperaturen mit „Lüftungskonzept“ über Stunden in die Schule zu schicken … welcher Entscheider hat in den letzten Tagen mal auf die Außentemperaturen geschaut?

    Länder und Bund haben es in den letzten Monaten einfach verkackt. Sorry für das harte Wort. Wer in den letzten Monaten nicht vorgesorgt hat, muss nun mal so lange mit den Folgen/Schäden bzw. den Gegebenheiten leben und die Kritik dafür schlucken.

    Das Prinzip Hoffnung taugt nun mal nicht um große Strukturen am laufen zu halten.

    Abschließend:
    Ich kann diesen Bullshit von wegen Kitas und Schulen sind geschlossen echt nicht mehr hören. Selbst im ersten Lockdown war es nicht so. Jetzt im zweiten Lockdown erst recht nicht. Auch wenn es mit Sicherheit große Unterschiede zwischen Kitas, allgemeinbildenden Schulen usw. gibt.
    Beispiele (Quelle: Pressemitteilung der Hamburger Schulbehörde vom 26.1.2021):
    – KW4 – 41 der 204 Hamburger Grundschulen Betreuungsquoten von 30 Prozent und mehr
    – durchschnittlich 20 % Teilnahme an Präsenzangeboten an Grundschulen in HH in KW4
    – durchschnittlich 30 % Teilnahme an Präsenzangeboten an Grundschulen in HH in KW3
    – KW3 – 11 der 204 Hamburger Grundschulen Betreuungsquoten von über 40%

  7. Es gibt sicher viele Kinder, die brauchen direkte schulische Unterstützung. Durch den reduzierten Betrieb tut es diesen Kindern besonders gut und sie fühlen sich gesehen, trauen sich mehr. Andere Kinder und Familien kommen mit der häuslichen Situation gut zurecht. Ihnen gebührt hierfür auch mal Anerkennung. Wo werden diese Familien sichtbar? Laut werden immer die Gleichen, mit ihren Forderungen und alle Familien werden dann mit erzwungenen Präsenzunterricht über einen Kamm geschert. Differenziert wird hier überhaupt nicht gedacht. Sinnvoll wäre es doch den Leistungsdruck rauszunehmen, um die Sorgen zu nehmen, etwas zu verpassen. Die Hauptfächer mehr zu fokussieren und Prioritäten zu setzt, statt weiterhin so tun zu wollen, als wäre dies eine „normale“ Zeit. Es gab immer schon Krisen. Wir haben in dieser die Möglichkeit unsere Kinder zu schützen, indem wir uns mehr auf die Familie und den inneren Kreis zurückziehen (wo es möglich ist).Welch ein Glück. Warum sieht das denn keiner. Vor 80 – 100 Jahren wäre dies viel schwerer gewesen. Familien verloren Kinder an damals noch unheilbaren Krankheiten oder den Krieg. Hört mal Euern Großeltern zu. Welche Sorgen waren das gegenüber dieser Situation. Ich jedenfalls bin dankbar, dass ich meine Lieben schützen kann, wenn die Kultusministerien es denn zulassen würden.

  8. Wie kann es sein, dass eigentlich erst morgen (Mittwoch) darüber entschieden werden soll, wie es mit Schule/Kita weitergehen soll und auf der Homepage des hessischen Kultusministerium jetzt schon steht, dass voraussichtlich die Klassen 1-6 ab dem 22.2. wieder in den Wechselunterricht starten müssen???

    https://kultusministerium.hessen.de/schulsystem/umgang-mit-corona-an-schulen/fuer-eltern/elternbriefe/naechste-oeffnungsschritte-der-schulen-fruehestens-ab-dem-22-februar

    Für was gibt es dieses Treffen morgen, wenn anscheinend jetzt schon feststeht, wann und wie es in Hessen weitergehen soll??
    Wieder ein Treffen nur für die Galerie und Hessen hat schon wieder sein eigenes Süppchen gekocht?!?
    Nicht zu fassen!

    • Das betrifft ja nicht nur Hessen. Fast alle Bundesländer haben sich doch bereits positioniert, wie sie mit Schulen und Kitas weiter verfahren wollen. Wozu dann morgen überhaupt noch das Treffen?

    • Nennt sich Wahlkampf. Bald ist Kommunalwahl.
      Dem Herrn Lorz geht es nicht um Schüler oder Lehrer oder Eltern. Es geht um Stimmen. So einfach, so bitter.

  9. Schulöffnungen gehen momentan gar nicht. Wenn es die Lehrer und Schüler trifft mit dem neuen Virus, trifft es anschließend die Familien. Anscheinend ist das noch nicht bei jedem Politiker:innen angekommen. Distanzunterricht ist die beste Alternative. Es wird auch kein Kind oder Jugendlicher vereinsamen wie immer gesagt wird. Sie werden eher richtig krank mit Folgeschäden. Jedes Kind oder jeder Jugendliche hat die Möglichkeit sich mit einer Person zu treffen. Ein Spielkamerad geht immer. Und Bildung kann man nachholen. Notbetreuung gibt es doch. Und wenn, dann nur im Wechselunterricht.

  10. Bei ntv liest man gerade, dass die KuMi die Schulen wieder öffnen wollen, weil die Zahlen so schön gesunken sind. Das wir noch lange nicht bei der angestrebten 50 sind, interessiert nicht. Die Mutationen? Was solls! Ich hör schon Frau Gebauer: ab Montag Vollpräsenz für Grundschulen…

  11. Vor März sehe auch, ich keine Perspektive für eine mögliche Öffnung der Schulen, auch nicht im Wechselmodel.
    Kinder brauchen Kinder und Kindergarten/Schule…
    Aber deswegen die Corona- Versuchskaninchen der Nation zu sein, ist nicht in meinem/ unserem Interesse.
    In meinen/ unseren Augen/Sinn, wäre es Sinnvoll erst den Einzelhandel eingeschränkt zu öffnen. Dort kann man kontrolliertet einlassen, der Aufenthalt ist begrenzt und Abstand möglich. Wenn dort dann alles gut geht, kann man auch mit den Schulen im Wechselmodel anfangen.
    Ich/wir wollen nicht gezwungen werden, unser Grundschulkind mit FFP2-Maske in den Unterricht zu schicken (Aufgrund Chronischer Vorerkrankungen), weil wir in der Familie ein erhöhtes Risiko haben.
    Ich/ wir sind der Meinung: „Der Wissenschaft zuhören und zeigen lassen, wie es gehen könnte!“ Bildung ist das höchste GUT: Die Zahlen müssen weiter runter!
    Auch Lehrer brauchen Schutz vor Corona und den Mutationen, vor Eiseskälte und dem Gefühl nichts wert zusein. Da seit Pandemie beginn Sie immer wieder, genauso Schulleitungen hängengelassen werden! In Form von zu kurzfristigen Entscheidungen und ENDLOSER BÜROKRATI in Form von Anträgen „die in 20 Jahren mal“ fertig bearbeitet sind!

  12. «Wir wollen und müssen den Menschen aber eine Perspektive für mögliche Lockerungsschritte geben, wenn dies die Infektionszahlen hergeben.»

    Jepp. Mindestens drei bis vier Wochen unter 35, noch besser 20.

    «Ich erwarte daher von der Bund-Länder-Schalte am Mittwoch, dass wir uns trotz der Unsicherheiten mindestens auf einen gemeinsamen Rahmenplan einigen können, möglichst gekoppelt an Inzidenzen und der Auslastung unserer Intensivmedizin», sagte der SPD-Politiker.

    Klingt nach Unterricht – mindestens. Nein, hier brauchen wir die Anforderungen an AHR-Schüler, ESA (Mindestanforderung, leicht) und MSA (Normalanforderungen, mittel) sind der Weg in den nächsten LD (mit weiteren Toten), AHR (hohe Anforderung, schwer) könnte endlich der Weg aus dem LockDown sein.

    „Die baldige Öffnung von Schulen und Kitas ist aus Sicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gleichwohl dringend notwendig, weil die jetzige Belastung im Corona-Lockdown in manchen Familien in Richtung Kindeswohlgefährdung gehe.“

    Komisch. VOR dem Lockdown hat das niemanden interessiert – und da war es öffentlich, wurde von Lehrkräften den Sozialarbeitern gemeldet und von den dem Jugendamt.
    Nun hinter verborgenen Türen – und plötzlich fällt das (als Wahlkampfthema) auf?! DAS ist ein weiterer Missbrauch dieser Kinder.

    «Wir haben noch etwa zehn Wochen, die wir überbrücken müssen. Da kann man nicht die Antwort geben: Es bleibt alles zu», sagte die Berliner SPD-Landesvorsitzende am Dienstag im NDR.“
    Um es mal mit den Worten sehr vieler KuKs von news4t zu sagen: Es ist so gut wie NIX zu. Es kann nichts geschlossen bleiben – außer Friseuren etc. mit Hygienekonzept. Und ganz ehrlich – in diesem Rahmen halten sich alle an die Vorgaben. In Schule ist das anders -trotz aller Bemühungen und Ermahnungen.

    Hier auf Sara (weiter oben) hören!
    „Wahrscheinlich macht es Sinn, erst den Einzelhandel eingeschränkt zu öffnen. Dort kann man kontrolliertet einlassen, der Aufenthalt ist begrenzt und Abstand möglich. Wenn dort dann alles gut geht, kann man auch mit den Schulen im Wechselmodel anfangen.“

    So lassen sich zumindest Existenzen retten. Mit seit langem vorhandenen Hygienekonzept. (Aber das geht wohl nicht, denn wie sollen sich diese Menschen um ihre Kinder kümmern? – Hier wäre Notbetreuung angebracht und sinnvoll – unter strengen Hygienemaßnahmen und mit sehr beschränkter Teilnehmerzahl, da sonst von den Kindern auf die Eltern auf die Kunden…)

    Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen sagte sie, es könne noch nicht gesagt werden, ob schon kommende Woche Lockerungen kommen. Es müsse aber über zeitnahe Perspektiven gesprochen werden. «Ich werde mich dafür einsetzen», fügte sie an.

    Larifarisofami. Was für eine Aussage!

    „Der Druck sei enorm.“ Ja, und deswegen kann es nicht sein, dass er durch eure Entscheidungsfreudigkeit noch höher wird – für andere.

    «Wir sehen gerade in sozialen Brennpunkten Verluste an Bildung, depressive Verstimmungen und Vereinsamung. Dem müssen wir entgegentreten.»

    Ich frage mich, wo ihr die Verluste an Bildung seht. Die finden hinter verschlossenen Türen statt, Klassenarbeiten werden nicht geschrieben.

    Ich sehe den Verlust der Bildung seit Jahren täglich in der Schule, so schlimm, dass sich „die Wirtschaft“ schon beschwert und glücklich ist, wenn ein Azubi ansatzweise pünktlich erscheint. Und wenn er dann noch sein Handy weglegt, ist der der King.

    Und ja, „Dem müssen wir entgegentreten.“ Und zwar schon lange. Und rechtzeitig. Nicht erst seit Corona. Vorher wurde das nicht bemerkt – warum nicht? Klar, kein Wahlkampfthema.

    NIEMAND verblödet während des LDs dermaßen, dass er das nie mehr auf holen kann.

    Das heißt nicht, dass ich die psychischen Erkrankungen nicht sehe oder ignoriere. Aber ehrlich – die lassen sich behandeln. (Ja, wenige Kinder- und Jugendpsychologen, ja, Warteliste bis dorthinaus, das weiß ich alles.) Hier profitieren Eltern, Schüler, Kinder- und Jugendpsychologen und die Pharmaindustrie.

    Wenn ein Organ befallen ist, klappt das nicht so ohne Weiteres. Das Virus leistet ganze Zerstörungsarbeit. Das lässt sich u.U. nicht mehr behandeln. Hier profitieren erst die Krankenhäuser (falls die nicht vorher wegen Überfüllung geschlossen werden), die Ärzte (falls die nicht wegen Überlastung zusammenbrechen oder sich anstecken), die Pharmaindustrie und letztlich die Bestattungsunternehmen.

    Es ist nicht sooooooo schwer, das richtige Szenario zu wählen.

  13. Es ist immer schade, wenn alle Kinder über einen Kamm geschert werden…
    Es gibt in der Tat auch Kinder, die mit dem Lockdown gut zurecht kommen (ab 7. Klasse). Warum zwingt man Kindern, die gerne von zuhause lernen in die Schule, selbst wenn die Schule ein super-Distanzlernen anbietet?
    Es spricht auch niemand über die Kinder, die in der Schule gemobbt werden und froh sind, nicht dort zu sein.
    Kann es sein, dass die deutsche Schule momentan verherrlicht wird – als sei sie das einzig Gute, das ein Kind erfahren kann?

  14. Hat sich schon mal jemand darüber Gedanken gemacht, dass die Kinder unter den unsicheren Entscheidungen der Erwachsenen leiden?

    Eigentlich sollten sie vertrauen können, dass wir Erwachsenen das schon hinkriegen.

    Bisher nichts als Hin und Her, der ständige Beweis von „Ich habe keine Ahnung – öffne aber schon mal die Schulen, dann freuen sich alle und mein Druck wird weniger“.

    Unsere Ohnmacht ist schon schlimm genug – falsche Entscheidungen machen es nicht besser.

  15. Corona Versuchskaninchen, Virus Mutationen, überlastete Krankenhäuser…. es singen immer wieder dasselbe das gleiche Lied:(( Ich frage mich wo sind normale Eltern, Lehrern, Erzieher, die diesem Quatsch entgegen treten oder schreiben hier nur dasselbe Trolle?!
    Die Kinder brauchen Schule, Kita, soziale Kontakte, sie sind unmotiviert und unglücklich zu Hause, wofür zu Hause bleiben? Sie sind keine Spielfiguren im großen politischen Spiel!

      • So kann nur jemand antworten, der entweder selbst keine (schulpflichtigen) Kinder hat oder zufrieden ist, dass die Kids Zuhause versauern…
        Meine Kids freuen sich riesig, wenn die Schulen wieder öffnen würden, verstehe die ganzen „Teufel-an-die-Wand-Maler“ kein bisschen und bei dem, was ich von denen lese bin ich auch ganz froh, es nicht zu verstehen.
        Euch hätte man Monatelang einsperren sollen mit euren Familien, die euch dann die Hausaufgaben überreichen und viel Spaß gewünscht hätten! Ohne Freunde, ohne großartige Aktivitäten draußen….
        Arm seit ihr, weil ihr nur an euch denkt und euch nicht in diese Kinder hinein versetzen könnt, die sehr darunter leiden! Meine Kids sind keine Stubenhocker und lieben ihre Freundeskreise, erklärt ihr Wichtigtuer ihnen, warum sie weiterhin geqäult werden müssen?!?
        Es gibt ja wirklich welche, die das Lernen Zuhause besser gefällt oder gar gut tut, aber das gilt in der Norm eben nicht für alle!!!

        • Ihre Kids sind keine Stubenhocker? Gut so, schicken Sie sie nach draußen, da kann man sich toll bewegen. Sie lieben ihre Freundeskreise? Super, lassen Sie sie sich mit einem in Präsenz verabreden und mit den anderen virtuell. Ich finde es ganz furchtbar, dass wegen der Sozialkontakte immer offene Schulen gefordert werden. Überall geht es um Kontaktreduzierung, Köln z.B. fordert, berufliche Kontakte auf max. 5 zu beschränken, nur für Lehrer, Erzieher und Kinder gilt das nicht? Sind Sie sicher, dass das Virus das weiß? Und wie reagieren Sie wohl, wenn Ihre Kinder auf einmal krank werden – und Sie vielleicht gleich mit? Ist dann die böse Schule schuld, die die Hygienekonzepte nicht eingehalten hat?

    • Endlich mal eine Mutter, die hier auch die andere Seite einbringt. Herzlichen Dank dafür. Ich kann die ganzen Posts von wegen, klappt doch alles super mit Distanzunterricht nicht mehr hören, Habt ihr keine Kinder oder seht ihr sie nicht an? Kinder leiden ohne soziale Kontakte, Punkt.

    • Liebe Mütter, Eure Empörung geht an die falsche Adresse! Wendet Euch an die Schulträger, wendet Euch an Land und Bund mit der Frage, warum die Schulen ein Jahr nach Beginn der Pandemie immer noch nicht coronasicher ausgestattet sind. Fragt nach, gern mit derselben Empörung wie hier, warum die Tagungssäle der Politik Corona- Hochsicherheitstrakten gleichen, es in Schulen jedoch nichts als „alle 20 Minuten Fenster auf“ gibt. Wir Lehrkräfte stimmen dahingehend mit Euch überein, dass die Schulen so bald als möglich geöffnet werden müssen: unter sicheren Bedingungen für alle, die darin lernen und arbeiten. Damit möglichst niemand sich in der Schule ansteckt, an COVID-19 erkrankt oder das Virus weitergibt. Sonst geht dieser Pandemiemist noch ewig weiter!

  16. Ich bin Mutter einer Viertklässlerin. Unsere Lehrer sind mittlerweile sehr gut organisiert und alles läuft. Ich kann hier nur ein großes Lob aussprechen! Der Kontakt zu den Lehrern ist sehr intensiv. Seitdem wir im Homeschooling sind hat meine Tochter sich enorm verbessert. Sie ist eher schüchtern und in der Schule daher auf der Strecke geblieben, da sie sich oft nicht getraut hat, mal nachzufragen. Nun ist sie wesentlich glücklicher, da sie sich Zuhause wohl fühlt und sich in Ruhe auf die Aufgaben konzentrieren kann. Ich weiß, dass es anderen Familien ebenso geht, also kein Einzelfall!

    Liebe KMK, diese Fälle gibt es auch! Wir beschweren uns nur nicht, daher sieht es keiner.

    Es werden sicherlich Kinder auf der Strecke bleiben, aber ich glaube ich daran, dass diese Kinder auch sonst niemals ohne Probleme durch die Schulzeit gekommen wären. Die Frage ist, wie kann man diese Kinder generell unterstützen, auch ohne Corona? In den Schulen ist sowieso schon viel zu wenig Personal, um alle Kinder auf die Reise „Bildung“ mitzunehmen. Bei manchen Klassengrößen kein Wunder. Wann wird an diesen Stellen endlich nachjustiert?

    Und der Wechselbetrieb an Schulen ist für die Lehrer eine schwierigere Herausforderung als der Distanzunterricht. Wer jetzt noch nicht im Homeoffice ist, hat seine Kinder sowieso in der Betreuung untergebracht. Macht das den großen Unterschied?

    Wenn man sich intensiv mit Berichten aus der Wissenschaft beschäftigt wird einem klar, dass es bei Öffnungen nur einen „immer wieder Auf-und-Ab-Lockdown“ geben kann. Bei dieser Vorstellung graust es mir. Dann haben wir vier Wochen Schule im Wechselbetrieb und dann wieder 10 Wochen Homeschooling? Bitte nicht!

    Ich weiß, dass viele Familien sich nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. Das höre ich auch immer, wenn die Kinder sich per Facetime über ihre Wochenendbeschäftigungen und Spielverabredungen austauschen. Unglaublich ist das. Kontrolliert ja eh keiner, also ist es vielen Leuten egal. Und mit diesen kontaktfreudigen Familien soll mein Kind in einer Klasse sitzen? Abstände bei Kindern sind doch illusorisch. Ich möchte mein Kind diesem Risiko nicht aussetzen.

    Und Schule bei diesen Temperaturen? Wie soll das gehen? Mit Winterjacke, Schal und Mütze in der Klasse sitzen?

    Liebe Kultusminister, bitte wachen Sie auf und sehen der Wirklichkeit ins Gesicht!

    Kinder sind keine Maschinen. Man kann von ihnen nicht verlangen, dass sie die Masken richtig auf der Nase haben oder die Abstände einhalten. Spätestens nach der Schule stehen sie wieder in Grüppchen vor dem Schulgebäude, zusammen mit den Muttis, die sich dort zum Quatschen versammelt haben. Schule ist und bleibt ein Massenevent und damit ein großes Risiko.

    Wollen wir dasselbe erleben wie andere Länder? Portugal macht mir Angst.

  17. In Australien gab es Unterricht per Radio und jetzt am Computer für viele Kinder. Echter Distanz Unterricht! Und ich nehme an, dass sie klar kommen? Hier ist die Rede von Wochen und schon gibt es Probleme. Meine Tochters größte Leid wäre das Tod/schwere Covid Krankheit von mir oder meinem Mann und ich will, dass sie Gesundheitsschutz hat. Keine Schulöffnungen bis die Inzidenzzahlen weit unter 50 sind und dann nur mit ausreichendem Schutz!!

    • In Australien gibt es für die Kinder im Outback seit Jahrzehnten nur Distanzunterricht. Der Weg zu irgendeiner Schule wäre einfach zu weit. Diese Kinder lernten früher nur am Funkgerät, inzwischen natürlich am Computer. Ihre ersten Schuljahre haben sie ausschließlich Fernunterricht, später gehen sie dann meist auf ein Internat. Komischerweise bleiben diese Kinder nicht dumm und ungebildet, trotz jahrelangem Distanzunterricht. Deren Eltern haben übrigens keine Zeit, sich dabei immer danebenzusetzen.

  18. Ich habe lieber dumme, gestörte und gelangweilte Kinder, anstatt Waisenkinder oder gar tote Kinder.
    Bildung kann man nachholen. Tote Eltern oder gar tote Kinder sind für immer weg!

  19. Mir reichts jetzt langsam mit der Salamitaktik. 2 Wochen noch, dann noch 2 Wochen und wieder noch 2 Wochen. Aus Wochen werden Monate, dann Jahre. Mehr als Ewig-Lockdown fällt denen nicht ein und auch meine Lebenszeit ist begrenzt.

    Es reicht! Ich will nicht wissen, wie die nächste Salamischeibe aussieht (nämlich genauso wie die derzeitige).
    Ich will wissen, wann das Chaos bei der Impfung/Impfstoffbeschaffung aufgeklärt wird, und das zeitnah!
    Ich will, dass die Verantwortlichen identifiziert werden! Und ich will, dass diese daran gehindert werden, weiteren Schaden anzurichten!
    Ich will wissen, wie sich diese Regierung den Ausstieg aus dem Endlos-Lockdown vorstellt!
    Ich will endlich einmal erfahren, inwieweit die permanente Aussetzung der Grundrechte als verhältnismäßig/verfassungsmäßig definiert wird, und ich will, dass das von unabhängiger Stelle (BVG) geprüft wird!

  20. Seit wann sind Schulen dafür zuständig , depressive Verstimmungen und Vereinsamung zu bekämpfen ? Sind dafür nicht eher Psychiater und Therapeuten zuständig ? Ich dachte bislang immer , sie hätten einen Bildungs – und Erziehungsauftrag . Jetzt wird aber wirklich jeder Vorwand bemüht , um Schulöffnungen durchzudrücken . Wenn man alles zerstören will , wofür man mehr als drei Monate Verzicht geübt hat , schickt man jetzt alle wieder in den Präsenzunterricht . Das geht dann zwei Wochen und anschließend Lockdown bis Juni . Frau Giffeys Reden haben das Niveau ihrer akademischen Leistungen.

  21. KuMi-Homepage BaWü: „Qualifizierungsprogramm für Leitungskräfte von Kindertageseinrichtungen gestartet […] Die Qualifizierungskurse in den drei Themenmodulen Konzeptions(weiter)entwicklung, Interaktions(weiter)entwicklung sowie Team(weiter)entwicklung umfassen …“

    Lese ich gerade doch tatsächlich: … Konzeptions(weiter)entwicklung, Infektions(weiter)entwicklung sowie Team(weiter)entwicklung …

    Oh weh, ich fantasiere schon.

  22. „Grundschullehrer und Erzieher sollten daher vorrangig geimpft werden, die Schüler müssten medizinische Masken tragen und mindestens einmal pro Woche einen Antigen-Schnelltest machen. Dazu kann dann Wechselunterricht stattfinden“

    Davon übrig bleiben wird: Einige SuS tragen manchmal einen labbrigen Schal.

    Garantiert nicht kommen wird: Impfung VOR dem Präsenzunterricht und regelmäßige Schnelltests.

    Was genau bringt es mir, wenn ich vorrangig im Sommer geimpft werde, wenn ich ab Februar zum täglichen Virus-Wichteln geschickt werde?

    Lüften geht gerade noch schlechter als im Herbst – und da war es schon zu wenig UND zu kalt.

    Abstand in der GS ist eine Illusion, genau wie die Trennung von Kohorten.

    Es ist und bleibt alles Augenwischerei, Wunschdenken und politischer Opportunismus.

    Und NATÜRLICH werden wieder die Grundschulen vorgeschickt, weil die armen, kleinen Kinder ja sooo sehr leiden… So ein Schwachsinn. Auch im Präsenzunterricht „leiden“ viele Kinder, lernen zu wenig bis nichts oder verlottern sozial. Umgekehrt profitieren gerade viele unfassbar vom Distanzlernen ohne 150 Dezibel Dauerbeschallung.

    KOMMT EINFACH MAL KLAR, LEUTE!

  23. Ich bin sehr froh, dass hier auch Eltern schreiben, deren Familien gut mit dem Distanzunterricht klar kommen.

    Meistens hört man nur die Stimmen derer, die sich beschweren. Es entsteht durchaus der Eindruck, als wäre der Distanzunterricht für alle schrecklich. Aber es gibt eben auch die, die damit klar kommmen. Sie kommen nur einfach nicht so laut daher.

    Ich stimme meiner Vorrednerin zu, dass die Kinder, die jetzt Probleme haben, auch im Präsenzunterricht Schwierigkeiten haben – auch ohne Corona. Und ja, diese Kinder brauchen Unterstützung, aber eben generell mehr Unterstützung und nicht einfach nur jetzt Präsenzunterricht.

    Wir wünschen uns alle wieder Normalität. Keiner hat sich die Pandemie ausgesucht. Wir müssen also lernen, mit anderen Umständen zu leben. Aber mal Hand auf’s Herz: Haben unsere Kinder es nicht viel besser als die Kinder der letzten Pandemie? Wir haben so viele technische Errungenschaften wie Telefon, PC und wir haben genug zu Essen. (Dort wo das nicht der Fall ist, ist natürlich Hilfe notwendig!). Die Kinder in der letzten Pandemie hatten das alles nicht.

    Mein Kind ist auch gerne mit seinen Freunden zusammen. Aber man trifft sich jetzt eben nur zu zweit draußen mit Abstand oder auch mal am PC. Das funktioniert.

    Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, glückliche Kinder hervorzubringen. Das ist nicht die Aufgabe der Schule. Es ist Aufgabe von uns allen, die wir unseren Kindern nah sind. Vor allem jetzt.

  24. Ich bin der Meinung die Schulen gehören geöffnet.
    Es ist eine Zumutung 10 Std arbeiten , das geht ja wohl alles trotz covid , und dann auch noch als Lehrer in den Abendstunden fungieren. Man könnte Schnelltests in den Schulen einführen , auch für Pflegeheime kein Problem. Die Kosten dafür sollen diejenigen tragen , die diese Pandemie hervorgerufen haben. Ja Wechselunterricht unbedingte. Am besten täglich in 2 Gruppen. Damit die Kinder , und nicht nur die aus sozialen Brennpunkten endlich wieder Struktur erlangen. Nicht jede Mutter , jeder Vater hat das Glück daheim bleiben zu können.
    Viele alleinerziehende sind auf das monatliche Gehalt angewiesen. Oder sollen die jetzt alle Harz 4 beantragen , damit unsere schöne Möchtegern Elite ihren Willen bekommen.

    • Bitte klären sie uns auf Frau Huttner: Wer zahlt für die Schnelltests, weil sie für die Pandemie verantwortlich sind? Meine Schule braucht dringend Namen und Adresse für die Rechnung. Vielen Dank im Voraus.

  25. Es wäre auch eine Lösung, die Präsenzpflicht aufzuheben. Somit hätte man Entscheidungsfreiheit. Ich finde, es sollte niemand in die Schule gezwungen werden in einer Pandemie.

  26. Na prima, wenn dann in Wechselunterricht gestartet wird, kann ich meinen Sohn nicht mehr mit gutem Gewissen zu meiner Mama bringen, wenn ich arbeiten muss. Wenn er dann an manchen Tagen Schule hat, und an manchen nicht, ist das Risiko wieder höher, das Virus zu meiner Mama oder meiner 94-jährigen Oma zu bringen. Derzeit weiss ich, das er sozusagen „clean“ ist. Aber dann ist es nicht mehr sicher. Wenn sich dann alle, die es auch so sehen, für die schulfreien Tage die Kinder Krankentage nehmen, schauen die Arbeitgeber aber blöd aus der Wäsche!

  27. Antonia du kannst deine Kind gerne zur Schule schicken aber ich werde meine Kinder nicht erfrieren lassen. Wir haben drei davon und haben zuhause Arbeit genug mit den Hausaufgaben aber meine Frau schafft das auch ohne zu Jammern. Ich gehe arbeiten und habe abends noch Arbeit im Haushalt aber wir können damit umgehen. Ist dein Kind dir zuviel dann hättest du dir besser keins angeschafft tut mir leid das ist meine Meinung

  28. +++ 15:40 Merkel schlägt höhere Impfpriorität für Lehrer und Erzieher vor +++
    Kanzlerin Angela Merkel setzt sich bei den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Coronakrise dafür ein, dass Lehrer und Erzieher eine höhere Priorität beim Impfen erhalten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern schlägt Merkel eine entsprechende Prüfung vor. Angesichts der bevorstehenden Schulöffnungen habe die Kanzlerin in der Ministerpräsidentenkonferenz darauf hingewiesen, dass gerade Erzieherinnen und Erzieher keine Möglichkeit hätten, die notwendigen Abstände einzuhalten, heißt es weiter. Deshalb müsse geprüft werden, wann Erzieher und Lehrer so in die Reihenfolge eingefügt werden könnten, dass sie bald geimpft werden könnten.

    Zumindest Frau Merkel scheint auf den richtigen Weg zu sein.

    Frühzeitige Impfung von Erziehern, Lehrern und anderen Personen im direkten Schulkontext ist einer der Bausteine, um möglichst bald einen ziemlich sicheren Präsenzbetrieb weitestgehend umsetzen zu können.

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