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Der Luftfilter-Skandal: Wie das Umweltbundesamt den Einsatz der Geräte in Schulen schlechtredet – und was dahintersteckt

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BERLIN. Das Umweltbundesamt liefert aktuell eine kuriose Begründung dafür, dass es den Einsatz von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen nicht vorbehaltlos empfiehlt: Die Geräte könnten Menschen (gemeint sind offenbar Lehrkräfte) dazu verführen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen – und das Lüften vergessen. Das Bundesbildungsministerium berichtet von gesundheitsgefährdendem Lärm, der durch mobile Luftfilter im Unterricht entstehe. Unsinn, sagen Fachleute. Eine aktuelle Bundestagsanfrage lässt erkennen, was tatsächlich hinter diesen Vorbehalten steckt.

Luftfilter sorgen nachweislich dafür, die Atemluft weitgehend von möglicherweise Corona-belasteten Aerosolen zu befreien. Trotzdem kommen sie in Schulen kaum zum Einsatz. (Symbolbild) Foto: Shutterstock

„Die Maßnahme ‚mobile Luftreinigung als Ergänzung zum Lüften‘ hat positive und negative gesundheitliche Wirkungen“, so heißt es in der aktuellen Leitlinie zum Schulbetrieb in der Corona-Pandemie, die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Anfang des Monats vorstellte. Welche negativen gesundheitlichen Wirkungen denn? Darüber schweigt sich das Papier weitgehend aus.

Festgestellt wird lediglich: „Hohe Kosten bei Anschaffung, Unterhalt, Wartung und Entsorgung. Machbarkeitsprobleme, insbesondere hinsichtlich fachgerechter Installation und Wartung. Beeinträchtigung von Lehrqualität und Bildungserfolg sowie Gesundheit durch Lärm. Ökologisch: hoher Ressourcenverbrauch.“ In Sachen Gesundheit wird (außer Lärm) nur ein – positiver – Effekt angeführt: „Wahrscheinlich positive Wirkung auf den Infektionsschutz.“ Kurz: Viel Schaden, wenig Nutzen.

Beide Forscherteams geben klare Empfehlungen für den Einsatz von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen ab

Das liest sich bei Wissenschaftlern, die zum Thema geforscht haben, jedoch ganz anders. Zwei Studien, in denen unabhängig voneinander der Einsatz von mobilen Luftfiltern in Klassenräumen getestet wurde, kommen zu eindeutigen Ergebnissen. Atmosphärenforscher der Goethe-Universität Frankfurt ermittelten, dass Luftreiniger der Filterklasse HEPA (H13) die Aerosolkonzentration in einem Klassenzimmer in einer halben Stunde um 90 Prozent senken können. Wissenschaftler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München hatten zuvor einen Raumluftreiniger untersucht, mit dessen Filterkombination selbst sehr kleine Aerosol-Partikel zu 99,995 Prozent aus der Raumluft abgeschieden werden. Beide Forscherteams geben klare Empfehlungen für den Einsatz von – ausreichend leistungsstarken – mobilen Luftfiltern in Klassenräumen ab.

Gesundheitsgefährdender Lärm? Die Geräte seien sehr leise, weil sie speziell für den Einsatz in Büro- oder Klassenräumen konzipiert worden sind, sagt Prof. Christian Kähler, Leiter der Münchner Studie. Hoher Ressourcenverbrauch? Die Geräte seien im Betrieb deutlich günstiger als das ständige Lüften der Räume – und die damit verbundenen Heizkosten. Fachgerechte Installation? Kähler: „Wenn Sie einen Föhn bedienen können, gelingt Ihnen das damit auch.“ Stecker in die Steckdose, Volumenstrom je nach Raumgröße einstellen, Startknopf drücken – läuft.

Trotzdem zeigt sich auch das Umweltbundesamt (UBA) skeptisch. „Die IRK (gemeint ist die lnnenraumlufthygienekommission des UBA, d. Red.) hält den Einsatz von mobilen Luftreinigern in Klassenräumen (…) für nicht geeignet, da sie das aktive Lüften nicht ersetzen, sondern allenfalls in Einzelfällen flankieren können“, so heißt es mit Datum vom 13. August 2020 – und beantwortet damit eine Frage, die gar nicht gestellt worden war: Niemand wollte wissen, ob mobile Luftreiniger das Lüften ersetzen – interessant war (und ist) vielmehr, ob mobile Luftreiniger Corona-verseuchte Aerosole aus der Atemluft filtern können.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) warnt mittlerweile sogar davor, bei der Belüftung von Klassenzimmern nur auf offene Fenster zu setzen. Der Einsatz technischer Geräte zur Belüftung ist nach Ansicht der Fachgesellschaft jeder Art passiver Lüftung durch bloßes Öffnen von Fenster und Türen weit überlegen, da bei der technischen Belüftung der Luftaustausch bzw. die Luftreinigung in kontrollierter Art und Weise geschieht. Bei der momentan empfohlenen passiven Lüftung von Klassenräumen mit Außenluft über die Fenster sei dies in einem typischen Klassenzimmer dagegen nicht zu erreichen, da diese stark von Faktoren wie Wind, Temperatur, Fensteröffnungen oder der Lage der Heizkörper abhänge.

Warum können die Geräte in schlecht belüftbaren Klassenräumen sicher eingesetzt werden – in gut belüftbaren aber nicht?

Und wie steht das Umweltbundesamt dazu? Tatsächlich wird dort seit Kurzem die Wirksamkeit von mobilen Luftfiltern eingeräumt – widerwillig. „Je nach technischer Auslegung (Prinzip; Dimensionierung) sind sie in der Lage, Viren aus der angesaugten Luft zu entfernen bzw. zu inaktivieren“, so heißt es auf der Seite des UBA mit Datum vom 11. Februar 2021. Empfohlen wird Schulträgern die Anschaffung dennoch nur in Ausnahmefällen, nämlich für schlecht belüftbare Klassenräume. „Da mobile Luftreinigungsgeräte jedoch unter anderem kein anfallendes Kohlendioxid und keinen Wasserdampf aus der Raumluft entfernen, sind sie kein Ersatz für die in den Empfehlungen der IRK vom 12.8.2020 beschrieben Lüftungsmaßnahmen.“

Nochmal: Kein Mensch fordert von Lehrkräften, das Lüften einzustellen. Wenn mobile Luftfilter in Klassenräumen nachweislich wirken – und ja jederzeit zusätzlich gelüftet werden kann, um Kohlendioxid und Wasserdampf aus der Atemluft zu entfernen –, warum empfiehlt das Umweltbundesamt den Einsatz der Geräte nicht? Und wieso können die Geräte in schlecht belüftbaren Räumen sicher eingesetzt werden – in gut belüftbaren aber nicht? „Lüften funktioniert nun mal am besten“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner unbeirrt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Und betont: Viele Menschen hofften in der Corona-Pandemie zwar auf technische Lösungen, Luftreiniger könnten aber dazu verführen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

Im Klartext: Weil Lehrkräfte so dumm sein könnten, das Lüften zu vergessen, wenn ein Luftfilter im Klassenraum läuft, werden die Geräte nicht empfohlen. Das wäre in etwa so, als würde das Kraftfahrt-Bundesamt vom Anschnallen in Autos abraten, weil ein falsches Sicherheitsgefühl die Fahrer zu schnellem Fahren verleiten könnte.

Dass hinter der Weigerung des UBA, mobile Luftfilter vorbehaltlos zu empfehlen, womöglich mehr steckt als rein fachliche Erkenntnisse, vermutet die FDP. Die Bundestagsfraktion der Liberalen hat eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, um Hintergründe zu erfahren – und bekam eine bemerkenswerte Antwort aus dem Bundeswirtschaftsministerium: „Das UBA hat (…) sofort anwendbare Empfehlungen formuliert, deren Umsetzung nicht von der langwierigen, öffentlichen Beschaffung von ggf. sehr kostenintensiven Geräten abhängig ist, die nach der Pandemie unter Umständen nicht mehr benötigt werden. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das UBA den Einsatz von geeigneten Luftreinigungsgeräten nicht prinzipiell ablehnt.“

Anders ausgedrückt: Nicht die Geräte sind das Problem – die Mühe der Anschaffung und die Kosten sind es, warum in Deutschland auf eine Technik verzichtet wird, die den Schulbetrieb weitgehend sicher machen könnte. Auf rund eine Milliarde Euro wird die Ausstattung aller Klassenräume in Deutschland mit mobilen Luftfiltern geschätzt. Zum Vergleich: Allein für die Rettung der Lufthansa hat die Bundesregierung bereits neun Milliarden Euro ausgegeben.

„Die Wissenschaftler kamen überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei“

Den Einsatz von mobilen Luftfiltern in Schulen schlechtzureden, hat in Deutschland allerdings System. Die Kultusministerkonferenz hatte Ende September mit einer Expertenanhörung auf öffentlichen Druck reagiert, Klassenräume gegen womöglich Corona-belastete Aerosole mit mobilen Luftfilteranlagen auszustatten. Das – angebliche – Ergebnis, verkündet per anschließender Pressemitteilung: „Die Wissenschaftler kamen überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei.“ Diese Darstellung war nach Recherchen von News4teachers allerdings falsch. Der einzige anwesende Wissenschaftler, der zum Thema geforscht hatte (Prof. Kähler), hält den Einsatz von Luftfiltern in Schulen sehr wohl für erforderlich. Und hat das den Kultusministern in der Runde auch so erklärt. Die allerdings – blieben untätig. News4teachers

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Mehr Informationen dazu – gibt es hier.

Studie: Das Risiko, sich über Aerosole mit Corona zu infizieren, ist im Klassenraum extrem hoch – Lauterbach: Luftfilter anschaffen!

 

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97 COMMENTS

  1. Damit kann man von einer vorsätzlichen Körperverletzung an Schülern, Lehrern und Eltern sowie Angehörigen seitens des Kultusministeriums ausgehen bzw. es ist bewiesen. Wenn ich privat so handle werde ich bestraft dafür, wenn ich vorsätzliche Körperverletzung begehe. Warum kommen KM und all die anderen Verweigerer damit durch???
    In Hessen will der MP bouffier auch nicht mehr die inzidenzwerte beachten, bin ich im falschen Film???
    Er will Lockerungen egal was am 3. März beschlossen wird, gehts noch? Die alten Leute sind noch nicht alle geimpft, vielleicht in den Altenheimen, was ist aber mit denen die zu Hause leben und deren Enkel in die Schulen gehen müssen (Präsenzpflicht)???
    Das ist sehr fahrlässig und überhaupt nicht ethisch vertretbar.
    Warum geht niemand dagegen mal auf die Barrikaden? Als einzelner erreicht man nichts.

    • Die Gruppe der Menschen die ggfs. über Gebühr gefährdet werden, endet nicht bei den Großeltern. Es gibt viele Personen, die zur Risikogruppe gehören und in deren Haushalt schulpflichtige Kinder leben.

      Ich z.B. … gehöre durch Rsikofaktoren gleich in die nächste Gruppe nach den Hochbetagten und warte sehnlichst auf den Zeitpunkt an dem ich endlich geimpft werden darf. Dazu noch alleinerziehend und letzter Elternteil, der noch lebt.

    • JEDE/R EINZELNE kann – und sollte!!! – gegen die/den jeweiligen BildungsministerIn Strafanzeige wg. vorsätzlicher Körperverletzung aufgrund der Verweigerung von angemessenen Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen erstatten. Das geht telefonisch oder auch online.
      Wir haben Frau Gebauer in NRW bereits im September angezeigt, worüber sie auch inzwischen informiert und deshalb „getroffen und enttäuscht“ ist. Ob es zu einer Strafrechtlichen Verfolgung kommt, sei dahin gestellt, aber es bringt Aufmerksamkeit und kann – wenn es VIELE nachmachen- nicht ignoriert werden. Auch das ist eine Art von „auf die Barrikaden gehen“, da kaum jemand in D bereit ist, für #SichereBildung auf der Straße zu demonstrieren.

    • Dort arbeiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hochspezialisierte Fachleute, die die Geräten qualifizierter ein- und ausschalten können als banale Lehrer*innen. Einen anderen Grund kann es nach dieser Lügik nicht geben.

    • Ich wusste gar nicht, dass man im Landtag in Großraumbüros arbeitet. In Einzelbüros braucht man wohl kaum mobile Luftreiniger. Es sei denn aus Imagegründen, o.ä.
      Das sichere Einzelbüro noch sicherer zu machen und andere ohne Luftfilter mit 30 Personen auf 60 qm zu zwingen, kann doch nicht sein. So abgefeimt ist unsere Landesregierung doch nicht. (Ironie off)

  2. Ei, muss ich gar arg mein‘ Verstand verdreh’n,
    mit UBAs Worten einherzugeh’n.
    Nun werd ich den Ohrwurm nicht los:
    „Mitgehangen, mitgefangen“
    Was trieb euch bloß?

    Die Wahrheit ist aus der Kisten.
    Wird trotz der queren Wort‘
    nicht z’rückgeh’n an jenen Ort.

  3. Man wird immer fassungsloser . Das einzig probate Mittel zur Senkung der Infektionsgefahr in Schulen ist offenbar konsequentes Abstreiten und Nichstun .

  4. Krass. Irgendwie unglaublich.
    Wie schlecht werden wir eigentlich regiert?

    Das Gerede von „Schule ist sooo wichtig fpr die Kinder“ ist angesichts dieser einen Milliarde, die es gekostet hätte wirklich nur noch ein Witz.

    Ich hasse diese rücksichtslosen Entscheider.

  5. Das was ich einfach nicht verstehen kann: Selbst wenn mir die Menschen und deren Gesundheit egal sind und ich rein ökonomisch denke, selbst dann müsste einem doch klar sein, dass die eine Milliarde Euro im Sommer letzten Jahres sinnvoll investiertes Geld gewesen wäre, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und gleichzeitig enorme Kosten für Überbrückungshilfen und sonstige Hilfen wie zum Beispiel Kindkrankengeld zu sparen. Also entweder sind die Verantwortlichen zu dumm das zu verstehen oder es gibt noch einen Grund, auf den ich einfach nicht komme.

    • Das hätte Arbeit gemacht – und vorausschauendes Denken erfordert. Deshalb. Das (Steuer-)Geld ist vermutlich egal.

      Die KMK hat sich im Herbst erstmals mit dem Thema Lüften beschäftigt, als es draußen kalt wurde. Da war der Zug schon abgefahren.

      • Spahn zeigt es ja: Wer Dinge wie Schnelltests verspricht und dann nicht halten kann, der wird öffentlich demontiert und braucht sich wenig Hoffnungen auf eine Wiederwahl zu machen. Wenn wir uns jetzt vor Augen halten, dass die Landesregierungen jetzt erst flächendeckend KN95- Masken anbieten können, aber die Mittel aus dem Digitalpakt noch immer nicht überall angekommen sind, dann ist wohl klar, warum die nie ernsthaft über Luftfilter nachgedacht haben. Bevor die angeschafft wären, wäre wahrscheinlich die nächste Legislaturperiode schon wieder halb rum.

  6. Der Städtetag freut sich, weil nicht investiert werden muss.

    Bloß keine Luftfiltergeräte installieren.
    Sonst hätten Ärzte nichts mehr zu tun und Apotheken keinen Umsatz.

    Aber in Wirklichkeit hat es nur einen Grund :
    Es bedeutet Arbeit.

    Allerdings bedeuten reduzierte Krankheitskosten mehr Kaufkraft.
    Das würde sogar dem Einzelhandel helfen.

  7. Das Bundesumweltamt hat recht!

    „Die Geräte könnten Menschen (gemeint sind offenbar Lehrkräfte) dazu verführen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen – und das Lüften vergessen.“

    Ja das stimmt, in den letzten Monaten konnte ich schon ohne Luftfilter ein kurioses Lüftungsverhalten bei Teilen des Kollegiums beobachten:
    – Nach dem Unterricht wurden die Fenster geschlossen…ganz wie früher, der Lehrer der danach in den Raum geht, steht im schlimmsten Fall in einer Coronawolke.
    – Die Fenster wurden bei heruntergelassenen Jalousien geöffnet.
    – Fenster stehen ausschließlich auf kipp.
    – Die Fenster wurden nur halb und kurz geöffnet, Querlüften unbekannt.
    Sollten Luftfilter in den Klassenräumen sein, dann ist nicht zu erwarten, dass noch nach der 20-5-20 Regel gelüftet wird.

    „Das Bundesbildungsministerium berichtet von gesundheitsgefährdendem Lärm, der durch mobile Luftfilter im Unterricht entstehe.“

    Auch das stimmt, nur in der höchsten Stufe funktionieren die Luftfilter einigermaßen zufriedenstellen, eigentlich benötigt man auch dann schon zwei von diesen Geräten. Allerdings haben die Geräte bei voller Leistung einen Schalldruckpegel von ca. 50 dB und sind damit zu laut. In der Praxis werden sie runtergeregelt, bis ein sich ein Schalldruckpegel von ca. 35 dB einstellt, damit sinkt die Filterleistung auf ca. 2/3.

    „Atmosphärenforscher der Goethe-Universität Frankfurt ermittelten, dass Luftreiniger der Filterklasse HEPA (H13) die Aerosolkonzentration in einem Klassenzimmer in einer halben Stunde um 90 Prozent senken können.“

    Das Virus bekommt 30 Minuten, ich denke B117 nimmt dieses Geschenk dankbar an. Beim Querlüften dauert es nur 2 Minuten bis 95 % der Luft ausgetauscht wird.

    „sagt Prof. Christian Kähler, Leiter der Münchner Studie. Hoher Ressourcenverbrauch? Die Geräte seien im Betrieb deutlich günstiger als das ständige Lüften der Räume – und die damit verbundenen Heizkosten.“

    Das Thema Heizkosten sollte wohl in einer Pandemie hinten anstehen.

    „Die Wissenschaftler kamen überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei“. … Diese Darstellung war nach Recherchen von News4teachers allerdings falsch.“

    Diese Aussage ist nicht falsch. Das UBA lässt sich z. B. auch vom Hermann-Rietschel-Institut beraten, dessen Forschungsberichte auch schon mal gerne bei news4teachers zitiert werden. Das HRI ist auf die Untersuchungen von Luftströmungen spezialisiert, eine Empfehlung für Luftfilter kam noch nicht von diesem Institut. Das hat seine Gründe, die mal von der Redaktion nachgefragt werden sollten…

    • Doch, diese Aussage war und ist falsch – auf der Expertenanhörung der KMK kamen „die Wissenschaftler“ keineswegs überein, dass Luftfilter nicht nötig seien. Das Statement von Prof. Kähler wurde in der Pressemitteilung unterschlagen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2020/10/ich-teile-die-in-der-pressemitteilung-aufgefuehrte-meinung-nicht-wie-die-kmk-das-ergebnis-einer-expertenanhoerung-zu-luftfiltern-in-schulen-verzerrt/

      Darüber hinaus sei die Frage erlaubt: Wenn Sie meinen, dass die Vorbehalte stimmen – warum wurden dann unlängst erst 41 solcher Geräte für den NRW-Landtag angeschafft? Offenbar funktionieren sie in den Fraktionsräumen recht gut. (Danke für den Hinweis, didi.) Hier nachzulesen: https://www.presseportal.de/pm/144355/4827351

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Das ist wirklich ein Äpfel-Birnen-Vergleich ….

        Weil dort die Fenster nicht für Querlüftungen zu öffnen sind und die Klimaanlage nicht den Luftwechsel schafft, der notwendig wäre die Virenlast zu entfernen. Darüber hinaus kann dort das Gerät auf Vollast bei 50 dB laufen, weil die Geräusche nicht so stören wie in einem Klassenraum.

        • Sie kennen sich in Schulen offenbar richtig gut aus. Querlüften ist auch in Klassenräumen nicht möglich – auf der einen Seite sind die Fenster, auf der anderen der Flur.

          • In den Flur geht doch sicher eine Tür, die sich bestimmt öffnen lässt. Durch den Kamineffekt im Flur und den Injektoreffekt an der Tür durch den vorbeiziehenden Luftstrom wird die Luft im Klassenzimmer völlig geräuschlos und mit hohem Volumenstrom abgesaugt…

          • Richtiges Stoßlüften geht auch, da braucht es ca. 3 Minuten für einen Luftaustausch nach Messung mit dem CO2-Messgerät.

            Am besten lässt man die Fenster immer offen, dann hat man die höchste Sicherheit.

          • Dann ist ja alles super – und die Ausbrüche an Schulen nur halluziniert.

            Sind Sie Kultusminister von Beruf?

          • @Bernd
            Im Gegenteil,

            ich bin der Meinung, dass die Schulen so lang geschlossen sein müssten, bis wir alle eine Impfung bekommen haben.
            Ich habe jedoch den Eindruck, dass Luftfiltergeräte als die Problemlöser gehandelt werden. Auch mit Luftfiltern wird es weiterhin zu Infektionen an Schulen kommen, mehr als wenn man die Fenster öffnen würde.

          • Und wie kommen Sie zu dieser Expertise? Wie die Kultusminister – durch Ignoranz der oben zitierten Studien?

            Die Kultusminister haben im Verlauf des vergangenen Jahres ja schon so einige Thesen vertreten, die sich im Nachhinein als, naja, zweifelhaft herausgestellt haben:

            Kinder sind nicht ansteckend.
            Schulen sind keine Treiber der Pandemie.
            Offene Fenster schützen vor Infektionen.
            Luftfilter sind unnötig.

        • Ach, quergelüftet werden kann es bei mir im Klassenraum übrigens auch nicht. Juckt keinen!
          Die Temperatur senkt sich nur um ein paar Grad und steigt dann rasch wieder an? Pustekuchen.
          Wen juckt das bisschen Lärm, wenn man sowieso die Handwerker seit 4 Monaten in der Schule hat?

          Es ist eine REINE Kostenfrage. Meine Güte, 1 MRD.. was ist das schon im Vergleich zu den MRD, die aufgrund von Schulschließungen verballert wurden. Wenn man sich mal anguckt, was der Lockdown kostet, wäre das doch ein Klacks.

          Wahrscheinlich wusste man, dass man die Städte und Gemeinden dafür hätte verpflichten müssen, die dann auf die Barrikaden gegangen wären.

          • Wie geht es, dass die Temperatur absinkt ohne Luftaustausch? Wenn die Luft nicht durch frische, kalte ersetzt wird, dann bleibt es warm. Können Sie mir das erklären?

        • „Am besten lässt man die Fenster immer offen.“

          Äh, es ist doch immer noch Winter? Die kurze Phase frühlingshafter Temperaturen ist zumindest wo ich wohne wieder vorbei – und bei zwischen 0 und 8 Grad lasse ich auch in meinem Büro nicht die ganze Zeit die Fenster offen, weil ich sonst einfriere!

          So ein Quatsch!!! Übrigens auch aus ökologischer Sicht.

          Und ja, Querlüften ist arg schlecht machbar mit dem Flur auf der gegenüberliegenden Seite – falls die Fenster im Klassenzimmer denn auch wirklich alle weit zu öffen funktionieren.

          Luftfilter, Treiber der Pandemie, ich kann es nicht mehr ertragen, das tut echt weh, was die Verantwortlichen da so ablassen.

          Ich bin mir ziemlich sicher – und das sogar ganz ohne repräsentative Umfrage -, dass die Mehrzahl von Lehrer:innen und Schüler:innen (und damit automatisch alle, die als Angehörige da noch so hintendran hängen) sich deutlich wohler fühlen würde, gäbe es endlich auch die Luftfilter zusätzlich zur Maskenpflicht im Präsenzunterricht. Dann ist auch die erste halbe Stunde, bis das Ding alles durchgereinigt hat, gar nicht mehr so beängstigend!

          Was für eine – Entschuldigung – Verarsche!

      • Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt die Schulleitung der Schule meiner Tochter (Berufsschule) darauf hingewiesen, das das KM in Hessen Prof. Kählers Darstellung Luftfilter seien wichtig, verdreht und falsch dargestellt hat. Einzige Reaktion des Schulleiters war die Sache unter den Teppich zu kehren. Obwohl er ganz genau weiß, das ich alte Leute mit schweren Vorerkrankungen im selben Haushalt leben habe und meine Tochter selbst eine schwere Vorerkrankung hat. Unfassbar aber man wird als Elternteil persönlich angegriffen von Seiten der Schule und des Schulamtes. Soviel zum Gesundheitsschutz. Meine Hoffnung es würde sich durch die Pandemie endlich was im Bildungswesen ändern, wurde jäh zu Nichte gemacht. Gut das ich mich nicht mehr lange mit solch einem Versagen beschäftigen muss.

  8. Wer wäre zuständig für die Anschaffung:

    „Öffentliche Schulträger sind in Deutschland in der Regel die Städte und Gemeinden sowie die Landkreise bzw. Kreise und die kreisfreien Städte bzw. Stadtkreise, teilweise auch die Länder. Auch besondere Zweckverbände (z. B. mehrere Gemeinden), sogenannte Schulverbände, fallen unter die öffentlichen Schulträger. Städte und Gemeinden sind meist Schulträger der Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien. Landkreise und kreisfreie Städte sind meist Schulträger der berufsbildenden Schulen und Förderschulen. Die Länder sind meist Träger der Heimsonderschulen (z. B. für Blinde und Hörgeschädigte), Gymnasien in Aufbauform mit Internaten und Kollegs. In Ausnahmefällen sind die Landkreise auch Schulträger von Gymnasien, insbesondere bei Standorten im ländlichen Bereich. Kostenträger ist jeweils die Öffentliche Hand.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Schultr%C3%A4ger)

    Wir haben hier wohl eine „Formalität verwaltungstechnischer Art“ nach dem Prinzip des „Passierscheins A38“ … für die Insider. Allen anderen hilft die Suche danach bei Youtube. –

  9. Es gibt anscheinend keine Bundestagsabgeordneten, die im Aufsichtsrat einer solchen Firma vertreten sind und dadurch profitieren können.
    Keine Lobby, keine Hilfe.
    Wäre der Sohn von Armin zufällig in der Branche tätig, hätte es schon jeder Klassenraum.
    Anders kann ich mir das nicht erklären.

  10. Hätte man 1 Millionen Luftfilter gebraucht um die Lufthansa zu retten, dann hätte man 10 Mio bereitgestellt. Aber in Schulen schaden diese offenbar, Baustellenlärm ist gesünderer Krach und die Lehrer können die Dinger nicht bedienen.

  11. Immer wieder blankes Staunen. Schulen mit Schülern und Lehrern scheinen nicht Priorität zu haben. Dazu folgende Überlegungen:
    – „Wisenschaftler kamen überein, dass diese Geräte in Klassenzimmern grundsätzlich nicht nötig sind.“ Welche Wissenschaftler? Und warum sind sie dann in den politischen Büros die Luftfilter plötzlich nötig, obwohl da nicht so viele Leute auf engstem Raum sind?
    – Die Lehrer sind zu blöd, mit diesen Luftfiltern umzugehen? Aber sie sind natürlich nicht zu blöd, den DU mit allen digitalen Facetten umzusetzen. Komisch.
    – Gesundheitsgefährdender Lärm? Alte Beamer, unbrauchbare Lautsprecher, defekte Neonlampen machen auch Lärm, den man ertragen muss, keiner schert sich darum. Und der Geräuschpegel in undisziplinierten Klassen übertönt mit Sicherheit die Lüftungsfilter.
    – Viel Schaden, wenig Nutzen? Die Schäden sind gering und überschaubar, der Nutzen, gegen eine Infektion, wird hier wohl numerisch gegen die vermeintlichen „Schäden“ aufgerechnet. Aber in der Phase der Pandemie darf man nichts unversucht lassen. Es gibt sicher etliche politische Projekte, wo der Schaden-Nutzen Vergleich sehr viel negativer ausfällt, trotzdem wird es durchgezogen.
    – Fazit: Es geht wieder um die Finanzierung, es wird gedreht und gewendet, wie es die Politik braucht, um ihr Budget zu erfüllen. Erbärmlich. Letztendlich werden auch nicht genügend Luftfilter zur Verfügung stehen, wahrscheinlich hat man zu spät bestellt.
    Es ist unglaublich, dass die Lehrer nicht allmählich auf die Barrikaden gehen. Es muss endlich aufhören, die Bildung im Sparprogramm zu knebeln. Dies ist kein Wirtschaftsfaktor im kapitalistischen Sinne, aber Bildung erspart so manch andere Kosten.

    • @Teacher Andi:

      „Die Lehrer sind zu blöd, mit diesen Luftfiltern umzugehen?“
      Ja natürlich!!! 😉
      Wenn ich als Politiker Fach-Personal beschäftige, um die Dinger zu bedienen und zu warten, dann kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass die LuL das allein hinbekommen könnten….
      Aus dem gleichen Grund wird vermutlich auch an einer vernünftigen Ausstattung für digitalen Unterricht gespart.
      Lohnt sich nicht, die LuL sind eh zu blöd, damit umzugehen, also, lassen wir das doch!

      Man muss es ja irgendwie begründen können, dass man Stacheldraht in den Taschen hat….
      oder die Bodenhaftung abhanden gekommen ist..

  12. „Beeinträchtigung von Lehrqualität und Bildungserfolg sowie Gesundheit durch Lärm“

    Ob Fensterlüftung an einer vielbefahrenen Hauptstraße wohl wirklich leiser ist?

    Immerhin ist das UBA so ehrlich, den wahren Grund zu nennen: Man ist zu faul, die Dinger anzuschaffen und will nicht riskieren, hinterher Hardware für 1 Milliarde stehen zu haben, die keiner mehr braucht.

    Das ist extrem kurzsichtig gedacht! Selbst wenn die Anschaffung von Luftfiltern in allen Schulen die Gesamtlänge aller Lockdowns nur um eine Woche verkürzt, dann ist diese eine Milliarde ein Schnäppchen! Eine Woche Lockdown ist deutlich teurer und ich halte es angesichts der Entwicklungen ab November für sehr wahrscheinlich, dass Luftfilter in Schulen den Lockdown um deutlich mehr als eine Woche verkürzt und mehrere Tausend Leben gerettet hätten. Diese eine Milliarde hätte also viele Milliarden eingespart.

  13. Unser Schulträger hat uns schon im Dezember mit Luftfiltern ausgestattet. Das Gerät stört überhaupt nicht, gibt mir aber ein deutlich besseres Gefühl. Natürlich lüften wir trotzdem!

  14. Ach, ich hatte mich so über die wärmeren Temperaturen gefreut …
    … aber tatsächlich reichten die wenigen Tage schon, um die Rasenmäher auszupacken und das Beschneiden der Bäume fortzuführen.
    Geräuschlos ist Lüften irgendwie nicht.

  15. Schlechtgeredet wird hier allerdings auch, nämlich der Impfstoff von AstraZeneca. Laut einer neuen Studie aus Schottland wirkt er nämlich sehr gut, auch bei den Hochbetragten.

    „SCHOTTISCHE STUDIE
    Nach Astrazeneca-Impfung 94 Prozent weniger Risiko für Krankenhaus-Aufenthalt
    Laut einer schottischen Studie vermindert schon die erste Impfung gegen das Coronavirus das Risiko für einen Krankenhaus-Aufenthalt enorm. Astrazeneca sei dabei effektiver als Biontech/Pfizer.“ https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/nach-1-astrazeneca-dosis-94-prozent-weniger-krankenhaus-risiko-2442550902.html

    „Schlimmgeredet“ wurde hier auch die englische Mutation des Virus. Es hieß, sie sei 70% ansteckender. Auch da liest und hört man nun ganz Anderes. Die Rede ist jetzt von rund 35% höherer Ansteckung. Aber keine schlimmeren Verläufe.

  16. Es ist eine Frechheit und ein Skandal wie unsere Entscheider sich alles zurechtreden und wissentlich falsch darstellen, wie sich alle winden und lügen beim Thema Luftfilter und nicht nur hier, wie zu befürchten ist. Das sich gegenseitig auf die Schultern klopfen wie gut man hier in D. durch die erste Welle gekommen ist, war mehr als überheblich. Jetzt ist offensichtlich, dass Deutschland in dieser Pandemie komplett versagt hat und das typisch deutsche Gehabe, dass man nicht nach rechts oder links schauen kann. Dahin wo es andere besser machen. Das geht natürlich nicht. Es ist eine Schande und muss Konsequenzen haben. Es geht hier um Menschen, um Menschenleben, um das Wohl und Leben unserer Kinder .

  17. Meine Schule macht morgen dicht, weil der größte Teil der Lehrer plus 2 Klassen ab heute für 3 Wochen in Quarantäne geht.
    Der Rest der LuL muss es dann irgendwie hinbekommen mit dem Wechselunterricht.
    Dabei ist, baulich gesehen, das Lüften bei uns sehr gut möglich und wird auch fleißig umgesetzt.

    Scheint aber nicht unbedingt DIE (ausschließliche) Lösung zu sein….

    Und das „Lärm-Argument“ bezgl. Luftfiltern ist gerade bei Innenstadtschulen, derer es viele sind, doch einfach kompletter Schwachsinn…..

  18. Luftfiltergeräte sind weder BIO noch ÖKO.
    Deswegen haben sie verkackt.

    Fenster auf und Lüften, das ist BIO und ÖKO.

    In den 20 Minuten zwischen dem Lüften Viren aus der Luft filtern ist einfach uncool.

    Und Freitags sind die Schüler ohnehin bei FFF.

  19. Ich kann nicht nachvollziehen, mit welcher Berechtigung genau solche Luftfilter im Landtag genutzt werden dürfen.
    Entweder genießen die Kultusminister unverfroren den Nutzen, den sie den eigenen Schutzbefohlenen verweigern.
    Oder sie „opfern“ sich und ertragen die „Larmbelästigung“!?!?!
    Es ist einfach nur noch unsäglich, verlogen und letztendlich entlarvend.

  20. In falscher Sicherheit wiegen:
    Durch Masken
    Durch medizinische Masken
    Durch Luftfilter
    Durch Schnelltests
    Durch Antikörpertests

    Wir Dummchen sind aber auch einfach gestrickt…

    Wären Masken sofort als Mittel der Wahl erkoren worden, hätten Bund, Länder und Gemeinden bei seinen Mitarbeitern dafür sorgen müssen. So haben sich nach und nach alle selbst eingedeckt.
    So geht es durch alle. Bereiche. Erst schlecht reden oder auch Dinge verharmlosen (Schulunterricht, KiTa: Kinder werden nicht krank und sind nicht ansteckend, und deswegen testen wir auch erst gar nicht), dann hier und ein bisserl nachgeben.

    Und jetzt in dem anderen Artikel: keine Luftfilter mehr nötig, weil Pandemie bald vorbei.
    Dumme Frage, was ist bei der nächsten—?
    Achso, falsche Sicherheit durch Luftfilter, ja ne, is klar, ich vergaß.

    In Münster wurden die Luftfilter für Schulen angeschafft und die Region stand mit den Inzidenzien ziemlich gut da, zusammen mit Maskenpflicht.

    Im Winter habe ich Handschuhe getragen, Klatschen und Kniebeugen waren Tipps aus mit unwirksamen (!) Luftfiltern ausgestatteten Ministerien. Mein Arbeitsplatz hatte eine Temperatur von 7 bis 12 Grad.

    Schulträger wollen kein Geld ausgeben.
    BezReg wollen kein Geld ausgeben.
    Das Land will kein Geld ausgeben.
    Bundesregierung würde hier und da, aber dann fängt die Kultushoheit wieder an zu zicken.
    Die Finanzierung von Schule ist auf dermassen vielen Schultern verteilt, das da nichts mehr passiert. Also für Unterricht. Für Brandschutz wurden Schulen auf links gedreht. Für die Hygiene der Wasserleitungen wurde investiert. Aber dann muss auch mal gut sein. Wisst ihr nicht, wie teuer das schon war…?

    Dieses Gutachten aus dem UBA zu den Luftfiltern war der grösste und sehr viel zitierte Witz aus 20/21.

    Und die Wirtschaft, die es mit Schul– und KiTa–Öffnungen zu schützen galt, ist gleich mit ruiniert worden. Elternteile sind nach CORVID 19 bis heute nicht mehr „funktionsfähig“.
    Eltern haben sich in ihrer Wohnung von ihren Kindern separiert. Das heisst, die Kinder waren mehr oder weniger in ihrem Zimmer eingesperrt und über Handy wurde kommuniziert, wann das Bad frei war, wann die Küche, etc. Weil die Kinder zur Schule gehen mussten und die Eltern Hochrisikopatienten sind.

    Respekt und herzlichen Glückwunsch an alle luftgefilterten Ministerien. Habt Ihr gut gemacht.
    Die nächsten Pandemie kommt, Wissenschaftler sagen so etwas schon seit Jahren. Aber hach, wer hört schon auf Wissenschaftler? Ausserdem haben ja die Regierungsgebäude ihre Luftfilteranlagen. Damit is das Thema erledigt.

    Manchmal hilft nur noch Sarkasmus.

  21. Also wenn ich an meiner Schule in der Innenstadt die Fenster öffne, ist der Lautstärkepegel höher als durch einen Luftfilter.
    Versetzte Pausenzeiten tun ihr Übriges zur Lärmerhöhung.
    Mein altes Smartboard lüftet den Beamer lauter als mein Luftfilter, den ich liebend gerne in mein Klassenzimmer stellen würde.
    Das ginge aber laut SL nicht, dass man selbst so ein Gerät anschaffen und betreiben darf.
    Wir leben in absurden Zeiten…

  22. Die Argumentation des UBA, der Kultusministerien und der Schulträger zum Thema Luftfilter erinnert schwer an die Argumentation zum Thema Masken vor genau einem Jahr: bringt nix und wiegt die Menschen in falscher Sicherheit.
    Zitat aus meiner gestrigen Tageszeitung (MAZ): „Neuere Übersichtsstudien zeigen, dass Masken die Infektionsrisiken um rund 80 Prozent senken. Nun sind Masken überall Pflicht. Doch die Anfangsdebatte wirkt nach: Viele Menschen bleiben skeptisch bis störrisch. Viele Todesfälle wären wohl vermeidbar gewesen, sagen Virologen heute.“
    Ich denke, dass man so etwas einem Jahr auch zum Thema Luftfilter an Schulen schreiben wird.

  23. Die Leitlinie zum Schulbetrieb in der Corona-Pandemie, von Karliczek in Auftrag gegeben, die wohl damit als Ministerin punkten wollte, ist eine einzige Farce. Sie gaukelt Wissenschaftlichlichkeit vor, ist aber ein politisch motiviertes Schriftstück. Es sollte wohl ein möglichst breites Bündnis demonstriert werden, obgleich nur eine kleine Anzahl der unterschreibenden Institutionen und Verbände bei den Abstimmungen dabei war. Aber allein dieser kleine Kreis hat schon ausgereicht – der kleinste gemeinsame Nenner kann keinen Infektionsschutz bieten. Ich kenne keine einzige wissenschaftliche Arbeit, die durch Abstimmungsverfahren mit Fachfremden zu Stande gekommen ist außer dieser „Leitlinie“. Sachsen z.B. hält sich jetzt ja an die „Leitlinie“ mit dem Kohortenprinzip. Und da wird sich spätestens in vier Wochen wieder eine Katastrophe einstellen. Wir hatten das doch schon einmal alles!

  24. @ Dieter Molitor 24. Februar 2021 um 19:41
    „In den Flur geht doch sicher eine Tür, die sich bestimmt öffnen lässt. Durch den Kamineffekt im Flur und den Injektoreffekt an der Tür durch den vorbeiziehenden Luftstrom wird die Luft im Klassenzimmer völlig geräuschlos und mit hohem Volumenstrom abgesaugt…“

    Mit schönen Fachbegriffen beschreiben Sie hier, wie man die potentiell infektiösen Aerosole aus dem Klassenzimmer entlang des Flures verbreitet, so dass alle etwas davon haben. Und der Kamineffekt tritt bei den üblichen Flurhöhen im Schulhäusern auf, ja? Und den Injektoreffekt haben Sie aus welchem Fachgebiet herübergezogen?

    • Der Kamineffekt bezieht sich natürlich nicht auf die Flurhöhe. Er bezieht sich auf die Schulhaushöhe. Bei einem einstöckigen Bauwerk funktioniert das sicher nicht, aber ab 2 Stockwerken tritt der Effekt in ausreichendem Maße auf. Ich hoffe nur, dass Ihre Fragen nicht ernst gemeint sind, und wenn doch, dass Sie kein Lehrer sind, bei so wenig Sachverstand.
      Der Injektoreffekt wird in der Lüftungstechnik regelmässig angewandt, zum Beispiel bei der Zumischung der Frischluft. Die wird reguliert über die Geschwindigkeit der vorbeiströmenden, wiederzuverwendenden Altluft. Das können Sie sich auch ganz einfach an Ihrer Lüftungsanlage und der dazugerhörigen Dokumentation anschauen, sicher wird Ihnen der Hausmeister dabei auch helfen und für die Schüler wäre es ein Beispiel aus der Praxis.

      • @Dieter Molitor

        „Ich hoffe nur, dass Ihre Fragen nicht ernst gemeint sind, und wenn doch, dass Sie kein Lehrer sind, bei so wenig Sachverstand.“

        Also meinen Sie, Lehrer (auch für Sport, Sprachen, Musik, Kunst, Religion … das sind ja ganz reguläre Unterrichtsfächer) müssen „Sachverstand“ haben für den Bereich Lüftungstechnik?
        Wie sieht es aus mit Ihrem Sachverstand in den Bereichen
        – respektvolles Miteiander (das fordern Sie hier immer wieder ein),
        – emotionale Intelligenz?

        Ach ne, Sie brauchen das sicher nicht.
        Sie haben nur wieder Langeweile (und üble Laune wohl 24/7), denn Sie stehen wieder irgendwo rum, warten auf den Hausmeister, weil niemand Sie reinlassen will bzw. weil man Ihnen keinen Schlüssel für die Schulen gibt, in denen Sie Ihre Aufträge abarbeiten/ab“warten“ – wenigstens haben Sie das vor einigen Tagen in einem anderen Kommentarbereich zum Besten gegeben.

        Genießen Sie Ihren Tag.

        • Danke, das tue ich bei dem tollen Wetter.
          Dann formuliere ich es anders. Lehrer, die sich in einem Bereich nicht auskennen (hier Lüftungstechnik) sollten sich dazu auch nicht äussern oder gar Unwahrheiten verbreiten. Das würde vielen das Leben leichter und angenehmer machen. Das gilt übrigens nicht nur für Lehrer, sondern für alle.

          • @Dieter Molitor

            „Das gilt übrigens nicht nur für Lehrer, sondern für alle.“

            Ja super, wenn das für alle gilt.
            Dann werden Sie uns ab jetzt aber schmerzlich fehlen. 😉

          • Danke für die Reaktion. Sie haben noch das Ausgangsproblem übersehen:
            Sie beschreiben hier, wie man die potentiell infektiösen Aerosole aus dem Klassenzimmer entlang des Flures verbreitet, so dass alle etwas davon haben.

          • @ KnechtRuprecht 25. Februar 2021 um 14:03

            Das ist echter Sachverstand Marke Dieter, der denkt nämlich mit, und zwar in jeder Hinsicht „so richtig“.

          • Schade nur, dass Ihre wortreiche Erläuterung der Praxis nicht standhält.
            Bei uns auf dem oberen Stockwerk pustet die Luft aus dem Gang ins Klassenzimmer sobald die Tür und die Fenster offen sind.
            Bestimmt hat die Luft einfach nicht Ihre Fachkenntnisse.

          • @Alexander
            Passt doch genau. Die Luft steigt wie in einem Kamin nach oben (oberes Stockwerk). Bestimmt können Sie sich denken, dass sie oben dann auch einen Auslass benötigt. Dieser wäre in Ihrem Fall das Klassenzimmer. Wie wäre es mit dem Öffnen eines Rauchabzugfensters im Treppenhaus, das brandschutztechnisch zweifellos vorhanden sein muss?

  25. Enttäuschung und Wut! Man ist so ohnmächtig. Wir benutzen diese Geräte täglich im Büro. Das „Rauschen“ ist mehr als erträglich – stört auch nicht beim Telefonieren. Ich wollte so einen Raumluftfilter für den Altbauklassenraum meiner Tochter (schmale Fenster hoch oben) kostenlos bereitstellen. Wurde abgelehnt mit folgenden Bedenken: Betriebskosten – Kosten für Ersatzfilter – Brandgefahr – Versicherungsschutz – Ungerechtigkeit der anderen Klassen gegenüber, die keinen Raumluftfilter haben… Also passiert NICHTS – und die Nachbarklasse (mit gleichen Rahmenbedingungen) ist in Quarantäne. Was soll ich machen???

    • „Was soll ich machen?“

      Die Schulleitung ist für die Hygiene zuständig. Klare Ansage an die Schulleitung, dass die bestehenden Hygienemaßnahmen, vor allem die Lüftbarkeit des Raumes, als nicht ausreichend angesehen werden. Dazu das Angebot mit dem Luftfilter und die Schulleitung vor drei Alternativen stellen:

      A: Angebot annehmen
      B: Kind vom Präsenzunterricht freistellen
      C: Kind zum Präsenzunterricht zwingen und schriftlich die Bedenken hinsichtlich der unzureichenden Lüftung festhalten mit der Konsequenz einer Strafanzeige gegen die Schulleitung im Fall einer Infektion.

      „Ungerechtigkeit der anderen Klassen gegenüber, die keinen Raumluftfilter haben…“

      Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus… mit der Argumentation müsste man in Schulen, die funktionierende Fenster haben, selbige zuschweißen, damit die Gerechtigkeit gegenüber den Schulen, die keine funktionierenden Fenster haben, hergestellt ist.

    • @KnechtRuprecht
      Sorry, ich dachte es geht laut Ausgangspost um die Luftqualität in den Klassenzimmern. Jetzt ist es plötzlich die Luft auf den Verkehrswegen im Gebäude. Ist natürlich gar kein Problem, halten Sie die Klassenzimmertüren einfach geschlossen und schon ist das Problem gelöst.

  26. Und sehr gern wird auch eine „Studie“ der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zitiert, nach der Filtergeräte nicht notwendig seien, weil das Lüften „10- bis 80-mal“ effektiver sei.

    Dabei wird gern ignoriert, dass diese „Studie“ eher eine einzelne Stichprobe in einem unbenutzten Klassenraum einer bestimmten Schule war, der sich super lüften ließ. Diese „Studie“ wird jetzt bundesweit gern als Argumentation verwendet. Allerdings gab es bislang keine offizielle Veröffentlichung, nur die Pressemitteilung, und es gab auch kein Peer Review.

    Die Geschichte kann man hier nachlesen: https://uebermedien.de/55851/zu-risiken-und-nebenwirkungen-lesen-sie-die-pressemitteilung/

  27. Wie lange müssen die Luftfilter eigentlich in Betrieb sein, bis sich die Anschaffungs- und Wartungskosten im Vergleich zum dann seltener notwendigen Lüften amortisiert haben? In diesem Sinne halte ich die kurzfristigen Kostenargumente durchaus für nachvollziehbar.

    Ich persönlich bin aber für die viel einfachere Lösung, alle Schulen bis auf Notbetreuung so lange zu schließen, bis eine Wiedereröffnung aus wissenschaftlicher Sicht verantwortbar ist. Insbesondere sollen dann in Einzelhandel, Gastronomie und Schulen dieselben Abstandsregeln angesetzt werden können.

    • „Wie lange müssen die Luftfilter eigentlich in Betrieb sein, bis sich die Anschaffungs- und Wartungskosten im Vergleich zum dann seltener notwendigen Lüften amortisiert haben?“

      Etwa drei Tage.

      Lüften funktioniert nur dann, wenn die Luftströmungen genau perfekt sind. Das ist abhängig vom Wetter und vielen anderen Faktoren. Wenn das alles optimal ist, dann reicht Lüften, aber das dürfte selten bis nie vorkommen. Luftfilter müssen auch richtig aufgestellt werden, aber da kann man für die gängigen Formen und Größen von Klassenräumen Modellfälle durchrechnen und dann Richtlinien herausgeben.

      Im Ergebnis werden die Luftfilter wesentlich mehr Infektionen verhindern als selbst konsequent durchgeführtes Lüften. Wenn das dazu beiträgt, den Lockdown um drei Tage zu verkürzen, dann hat sich das schon rentiert (Lockdownkosten gegen Kosten für die Filter). Vermutlich würde der breite Einsatz von Luftfiltern gerade angesichts von B117 und anderen Mutationen aber wesentlich mehr als drei Tage Lockdown sparen. Von daher lohnt das in jedem Fall.

      Im Herbst ist der „Lockdown light“ im Wesentlichen verpufft. Erst, als kurz vor Weihnachten auch die Schulen weitgehend zugemacht wurden, gab es eine Wirkung. Stellen wir uns nun vor, was wohl passiert wäre, wenn alle Schulen schon im November durchgehend Filter im Einsatz gehabt hätten (was hier sehr wohl damals gefordert wurde!). Vermutlich hätte das die Verschärfung komplett vermieden. Wenn man nun zwölf Wochen Lockdown gegen eine Milliarde Euro für die Filter rechnet, sieht man, dass diese Investition sich so richtig auszahlt (bzw. ausgezahlt hätte).

      Und: Je früher man es macht, desto mehr bringt es. Selbst jetzt wird es noch viel mehr sparen als kosten. Die Pandemie ist eben nicht vorbei, die dritte Welle kommt erst noch!

      • „Luftfilter müssen auch richtig aufgestellt werden, aber da kann man für die gängigen Formen und Größen von Klassenräumen Modellfälle durchrechnen und dann Richtlinien herausgeben.“

        Genau das ist der Knackpunkt. Schon die unterschiedliche Belegung der Klassenräume und die unterschiedlichen Wetterlagen beim Lüften, lassen keine Aussagen über die tatsächlichen Luftströmungen in einem Raum zu. Es kann durchaus vorkommen, dass beim Lüften das Gerät fast nur saubere Außenluft ansaugt und diese dann „filtert“. Es kann auch passieren, dass sich Schüler oder Lehrer im Ansaugbereich des Luftfilters befinden, d.h. sie bekommen die aerosolbelastete Luft voll ab.

        • Sehr geehrter Piet_nrw,

          es kann auch passieren, dass sich Vertreter von Lobbygruppen – etwa der Hersteller der sehr viel teureren Luftfilteranlagen – hier als Leser ausgeben und Argumente gegen unliebsame Konkurrenz streuen, die niemand bislang als Problem benannt hat. Deshalb veröffentlichen wir in der Regel keine Leserposts mit Tatsachenbehauptungen, die nicht durch Verweis auf seriöse Quellen gedeckt sind.

          Ausnahmsweise tun wir’s trotzdem – allerdings nicht ohne Entgegnung der Redaktion:

          Die von Ihnen aufgeworfenen Fragestellungen scheinen sich im Praxistest leicht klären zu lassen. „Um eine möglichst effektive Filterung der Raumluft zu ermöglichen, sollte der Raumluftreiniger möglichst an der längsten Raumseite in der Mitte positioniert sein. Ferner sollte der Deckenbereich in Richtung der Ausströmungen möglichst nicht von Objekten unterbrochen werden, da sonst die Ausbreitung der Wandstrahlen gestört wird und sich ungünstige Wirbelströmungen im Raum etablieren können. Bei ungünstigen Betriebsbedingungen sollte der Volumenstrom erhöht werden, um eine angemessene Filterleistung zu gewährleisten. Es ist auch zu empfehlen, das Gerät im Dauerbetrieb zu betreiben und nicht stoßartig, damit sich keine erhöhte Virenkonzentration im Raum ausbilden kann“, so schreibt Prof. Kähler in seinem Gutachten, in dem detailreich über die messbaren Effekte des Luftfilter-Einsatzes in einem Klassenraum berichtet wird.

          Hier nachzulesen: https://www.unibw.de/lrt7/raumluftreiniger.pdf

          Herzliche Grüße
          Die Redaktion

        • @Piet_nrw:

          So viel „unterschiedliche Belegung der Klassenräume“ gibt es an unserer Schule gar nicht.
          Btw: Wie lange dauert denn so eine Berechnung? War ja erst ein Jahr Zeit dafür.

          „Es kann auch passieren, dass sich Schüler oder Lehrer im Ansaugbereich des Luftfilters befinden, d.h. sie bekommen die aerosolbelastete Luft voll ab.“

          Das kann in einem Büro im Landtag auch passieren. Stellen Sie sich mal vor: Da stehen diese Abgeordneten im Ansaugbereich des Luftfilters und bekommen die aerosolbelastete Luft voll ab. Wäre das nicht sch… (schade)?

  28. Also an unserer Grundschule kann man die Fenster teilweise nicht mal öffnen. Also Lüften Fehlanzeige.
    Da ich ein Gegner von Maskenpflicht bin für Kinder, weil diese Masken zum einen das Atmen erschweren und zum anderen ganz sicher nicht aus Bio-Baumwolle sind, sondern aus Chemie (empfinde das dauerhafte Tragen einer FFP2 Maske im Übrigen auch für Lehrer eine Zumutung) wäre die Lösung sehr einfach, wenn man in solche Lüftungsanlagen investiert hätte. Und damit hätte man viel Geld sparen können.
    Das viel beschimpfte Schweden hat das in den Schulen gemacht. Wie gesagt, schwedische Schulen ausstatten geht freilich schneller als in Deutschland. Aber Deutschland fängt ja nicht mal an mit Schutz.
    Alternativloser Lockdown ohne Perspektiven.
    Und je nach dem wie die Entscheidung der KuMis ist, ändern sich auch die Studien zur Sachlage Ansteckung in Schulen hoch oder niedrig.

    • Sie haben leider nicht so ganz verstanden, worum es geht. Die Luftreiniger ersetzen keineswegs die Masken im Klassenraum.

      Es gibt im Wesentlichen zwei Ansteckungsquellen für das Coronavirus, wie das Robert-Koch-Institut ausführt: die Tröpfeninfektion in direktem Kontakt und die Infektion über Aerosole, also kleinste Teilchen in der Atemluft. Die Masken sind dafür da, die direkten Infektionen zu verhindern. Die Luftfilter wirken gegen Aerosole.

      Wenn Sie Gegner der Maskenpflicht für Kinder sind und die Gefahr durch das Coronavirus nicht leugnen, gibt’s eigentlich nur eins: Sie müssen dafür eintreten, zusätzlich zu Luftfiltern Plexiglaswände in Klassenräumen aufzustellen.

      Das gibt’s durchaus – und wird auch empfohlen, macht nur leider kaum jemand: https://www.news4teachers.de/2020/12/wie-ein-klassenraum-mit-gutem-corona-schutz-fuer-schueler-und-lehrer-aussieht/

      • Wenn 20 Kinder eine Unterrichtsstunde lang atmen, die Masken verschieben, dranrumfriemeln etc und die dann nach der Stunde runterreißen, wo genau liegt dann der Sinn der Maske. Und keiner kann mir erzählen, dass Kinder im Grundschulalter Masken richtig benutzen.
        Tut mir leid, aber mein Menschenverstand sagt mir da halt was anderes.

  29. Es wird zwar immer auf die Reinigungleistung der Filtergeräte verwiesen. Aber ich kenne keine einzige Studie, die belegt, dass das Infektionsrisiko durch Luftreinigungsgeräte reduziert wird – wenn in der gleichen notwendigen Frequenz, wie ohne Luftreinigungs-Geräte, weitergelüftet wird. Es wird gerne auf die Kosteneinsparung durch die Heizkosten verwiesen, was aber darauf hinausläuft, dass weniger gelüftet wird. Hier ist die Argumentationskette der Reinigungsgeräte-Befürworter nicht logisch.
    Insofern muss ich Piet_NRW recht geben. Diese Geräte sind kritisch zu hinterfragen, die Hersteller versprechen sehr viel, die Filterleistung der Abscheiderate ist auch sicher gegeben, aber den eigentlichen Zweck, eine signifikante Verbesserung gegenüber normalen Lüften ist nicht belegt – zudem ist bei den angegebenen Schallemissiondaten ein vernünftiger Unterrichtsbetrieb nicht möglich. Von der notwendigen regelmäßigen Wartung, um nicht selbst Keimschleuder zu werden, mal abgesehen.
    Man sollte auch nicht gleich immer eine Verschwörung der Politik vermuten.

    • @ Arno Weber: Natürlich gibt es ausreichend Studien dazu, z.B. von der Universität der Bundeswehr in München, Strömungstechnik, Prof. Kähler und andere. Wer gezielt sucht, findet auch was-und nicht nur Inhalte die ihm grade passen-so wie unsere Kultusminister*innen und wohl auch Sie…schon im Kultusressort beworben?

  30. @alter Pauker: die Studien zeigen nur den Abscheidegrad der Filterleistung, gehen aber nicht darauf ein, ob es einen Unterschied zum herkömmlichen Verfahrens des Lüftens gibt, der eine signifikante Verbesserung des Infektionsschutzes darstellt. Das ist ein deutlicher Unterschied.
    Auf die persönlich beleidigende Unterstellung gehe ich jetzt nicht ein.

    • Sehr geehrter Herr Weber,

      das ist falsch – das Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr München beispielsweise hat Vergleichsmessungen vorgenommen, und die Ergebnisse (eine klare Empfehlung für Luftreiniger und eine Warnung davor, nur auf offene Fenster zu setzen!) sind eindeutig. Hier nachzulesen: https://www.unibw.de/lrt7/schulbetrieb-waehrend-der-pandemie.pdf

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

  31. Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
    In dem von Ihnen zitierten Dokument der BW-Universität interpretieren Sie etwas hinein, was in dem Aufsatz und in der Untersuchtung nicht (!) gesagt wird.
    Untersucht wurde, wie die Aerosolpartikel in der Luft unter Verwendung der Luftfiltergeräte abnimmt. Das ist auch unstrittig. Es wurde aber nicht (!) untersucht, wie sich die Infektiösität gegenüber über dem normalen Fensterlüften unterscheidet. Hierüber kann allenfalls spekuliert werden, solange keine epidemiologische Studien vorliegen.
    Zudem ist der Versuchsaufbau für die Vergleichsmessung mangelhaft. Eine offene Tür zum Innenraum ist nicht vergleichbar mit einem oder mehreren offenen Fenstern nach Außen. Ferner wurde hier der schlechteste Fall angenommen, dass die Temperaturverhältnisse innen und außen nahezu gleich sind. Wäre das der Fall, ist aber kein Stoßlüften nötig, die Fenster könnten dauerhaft offen bleiben.
    Weitere Mängel in der Studie sind z.B. bei den Kostenbetrachtungen gegeben. Die Filter sind durchaus wartungsintensiv und stellen nach unseren Recherchen Wartungskosten von ca. 1000 Euro für den Filterwechsel zu buche, d.h. pro Jahr im Schnitt ca. 250,- Euro pro Gerät.
    Leider wurden auch keine Angaben zur Lärmbelastung in dem Versuchsaufbau während der Messungen gemacht.
    Andere Experten kommen zu anderen Erbegnissen: Luftreinigungsgeräte sind allenfalls eine Ergänzung zum Lüften (z.B. bei ungünstigen Raumbedingungen oder häufig wechselnder Personen), aber keinesfalls ein Ersatz. Siehe hierzu: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/Anlagen_PM/20201204_Stellungnahme_Aerosole_SARS_CoV2.pdf
    MfG
    Arno Weber

    • Sehr geehrter Herr Weber,

      es handelte sich in dem Versuchsaufbau offenbar um eine Außentür (nur dann macht die in der Studie enthaltene Angabe zur Windgeschwindigkeit Sinn).

      Kein Mensch empfiehlt Raumluftreiniger als Ersatz fürs Lüften – schon wegen des steigenden CO2-Gehalts in der Atemluft nicht. Auch die von Ihnen genannte Quelle macht deutlich: „In Zeiten, in denen Räume nicht ausreichend gelüftet werden können oder in Situationen, die bspw. durch viele Personenwechsel gekennzeichnet sind, können hoch wirksame, mobile Innenraumluftfilter einen zusätzlichen Baustein zur Minderung der Partikelkonzentration in geschlossenen Innenräumen darstellen.“

      Wo gibt es mehr Personen und Personenwechsel als in einem Klassenraum?

      Eben.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

  32. PS.

    Bezüglich der Anschaffung von HEPA Luftfiltern, verstehe ich die Diskussion nicht:

    Hepa Filter müssen dann bitte in Betrieb genommen werden, asap.

    Wie UVC luftentkeimung funktioniert, kann man nicht sehen und daher glaubt es eh keiner. Diese Geräte werden in Deutschland daher nicht abgenommen werden m.E. außer von technophilen Leuten mit eigenem Interesse an der Gesundheit und ihrem finanziellen Gewinn.

    Warten (im sinne von Abwarten) ist der einzige Fehler. Wir sind technisch in der breite komplett hinten dran, das aendern wir nicht!

    MfG
    BOM

  33. Als Luftexperte schäme ich mich immer wieder für das Volk der Dichter und Denker! Warum? Weil wir vor einem Jahr vor dem Problem standen, dass Viren durch den gesamten Raum transportiert werden müssen um zu einem Luftfilter zu gelangen. Absolut inakzeptabel waren auch die hohen Energie- und Entsorgungskosten, die Emissionen betreffend Lautstärke und die unglaublichen Unterhaltskosten (ständiger Filtertausch). Also haben wir in einer Gruppe von Forschern, Entwicklern und Ingenieuren weiterentwickelt. Die Unterstützung war riesig und wurde am Ende von Instituten wie Hygcen, IUTA in Schwerin oder der Eurofins geprüft. Was dabei entstand, ist eine Technik die nicht nur Übertragungssicherheit schafft, sondern auch mit Depotwirkung. Kein Filterwechsel, niedrigsten Stromverbrauch und unglaublich leise. Aber das Beste kommt erst noch: Weit über Corona hinaus sorgt diese, unsere Technik, wissenschaftlich nachgewiesen für einige gesundheitsfördernden Wirkungen durch Negativ-Ionen wie z.B.:
    • Entfernung von Bakterien in der Luft und somit Verminderung der Inhalierung von Allergenen
    • Aktivierung der Körperzellen
    • Erhöhung der Sauerstoffaufnahme des Blutes
    • Förderung der Alpha-Wellen im Gehirn
    • Verbesserung des Stoffwechsels
    • Bekämpfung der Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Verstopfungen, Allergien und Asthma
    • Ängste und Depressionen können sich verringern oder ganz verschwinden
    • Erhöhung der Widerstandskraft gegen Krankheiten
    Informationen: airspacecleaning.eu

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