Schutzlos in der Kita – eine Erzieherin klagt an: „Ich frage mich, wie lange ich die tägliche Angst auf der Arbeit noch aushalte“

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DÜSSELDORF. Erzieherinnen und Erzieher sind weitgehend schutzlos der Pandemie ausgeliefert. Die üblichen Arbeitsschutzregeln gelten für das Kita-Personal nicht, obwohl täglich Dutzende von persönlichen Kontakten zu Kindern und Eltern unterhalten werden müssen. Selbst im Lockdown lief der Kita-Betrieb fast uneingeschränkt weiter. Bald soll der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Einer Erzieherin aus Nordrhein-Westfalen platzt jetzt der Kragen. In einem Schreiben an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und NRW-Familienminister Joachim Stamp, das wir an dieser Stelle dokumentieren, macht sie ihrer Empörung Luft.

Es reicht! Illustration: Shutterstock

Sehr geehrte politische Entscheidungsträger,

sehr geehrte Frau Giffey, Herr Laschet und Dr. Stamp,

ich arbeite seit über 15 Jahren als Erzieherin. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, in dem Bewusstsein um die schlechte Bezahlung, die schlechten Rahmenbedingungen und aus voller Überzeugung. Erzieher sind verschrien als Idealisten und ja, das müssen wir auch sein, sonst würden wir unter den Bedingungen, die zu einem Großteil in deutschen Kitas herrschen, nicht einen Tag überstehen. Trotz Allem liebe ich meine Arbeit. Kinder zu fördern und zu unterstützen, ihre Familien zu begleiten, erste Bildungsangebote zu kreieren, all dies kann sehr erfüllend sein.  Was allerdings momentan passiert und von Ihnen für die Kitas in Deutschland und speziell NRW entschieden wurde, erschüttert mich zutiefst. Nach jeder neuen Pressekonferenz, nach jeder öffentlich gemachten Entscheidung der letzten Monate für den Bereich der Kindertagesstätten, türmen sich die Sorgen der Erzieher*innen immer höher.

Aus guten Gründen wurde ein erneuter Lockdown für ganz Deutschland beschlossen. Ich unterstütze dies im Privaten, so gut ich kann. Beruflich kann ich rein gar nichts zur Kontaktreduzierung beitragen. Herr Laschet und Dr. Stamp haben nämlich entschieden, die Kitas in NRW weiter geöffnet zu lassen. Dem Appell, die Kinder zuhause zu betreuen, folgen angeblich 70 Prozent der Eltern. In keiner Kita unseres Trägers können wir dies bestätigen.

Die Eltern argumentieren, dass sie das Recht haben, die Kinder zu uns zu bringen – und deshalb tun sie es auch

Hier zeigt sich ein anderes Bild: Gruppen, die zu 60 bis 80 Prozent gefüllt sind, an einzelnen Tagen eine Auslastung von 100 Prozent. In den umliegenden Kitas ist es ähnlich. Die Eltern argumentieren, dass sie das Recht haben, die Kinder zu uns zu bringen und deshalb tun sie es auch. Und da haben sie auch völlig Recht: Denn Sie haben es ihnen ganz klar erlaubt. Systemrelevant ist nur ein Bruchteil der Elternschaft in den Kitas unseres Trägers. Keine Einrichtung liegt in einem sozialen Brennpunkt und kein*e Erzieher*in würde jemals ein Wort darüber verlieren, Kinder zu betreuen, deren Wohl zuhause in irgendeiner Weise gefährdet wäre. Was aber durchaus erwähnenswert erscheint, das sind die Familien, die uns sogar ganz klar sagen, dass sie zuhause betreuen könnten. Aber sie möchten es nicht, weil Kontakte ja wichtig sind (durchaus – aber nicht zu Lockdown-Zeiten, wo wir alle keine Kontakte pflegen sollten).

Wenn Familie ABC die Betreuung in Anspruch nimmt, dann würden sie ja erst recht ein Anrecht darauf haben. Die andere Familie könnte ja noch viel eher zuhause betreuen als man selbst. Sicher, auch man selber habe auch die Gelegenheit dazu, aber so… das Kind könnte sich benachteiligt fühlen, da ja schließlich alle Freunde auch in der Kita sind. Wie soll man das denn dann dem Kind erklären, dass es selbst zuhause bleiben soll? „Wir kennen unsere Rechte! Und wir bringen unser Kind auf jeden Fall, ob wir nun zuhause sind oder nicht!!“  So kommt es durch den Appell, der den viel zitierten schwarzen Peter der Entscheidung über die Betreuung der Kinder an Eltern und Kitas abgibt, zu großen Unstimmigkeiten.

Dr. Stamp argumentiert gerne, dass es im ersten Lockdown zu Ungerechtigkeiten und Streitigkeiten kam, darüber, welche Familien systemrelevant wären. Auch diese Beobachtung können weder ich noch andere Mitarbeiter unseres Trägers bestätigen. Im letzten Jahr gab es klare Vorgaben. Nun fehlen diese komplett und gerade dies führt zu Missgunst und Streit zwischen den Familien. Die Eltern, die beruflich wirklich unabkömmlich sind, ärgern sich genauso wie wir Erzieher*innen über die übervollen Gruppen. Es wird jeden Tag genau beäugt, welche Kinder da sind. Freundschaften in der Elternschaft zerbrechen daran. Und auch das Verhältnis zwischen den Erzieher*innen und den Eltern, das vertrauensvoll und zugewandt sein sollte, leidet sehr.

Ich selbst fühle mich, wie viele Kolleg*innen, schon lange nicht mehr sicher an meinem Arbeitsplatz Kita

Ich selbst fühle mich, wie viele Kolleg*innen, schon lange nicht mehr sicher an meinem Arbeitsplatz. Jeden Tag in einer vollen Kitagruppe, mit 18 von 20 Kindern zu sein, die sich weiterhin gruppen- und einrichtungsübergreifend treffen, ist nicht leicht. Nähe zuzulassen, zu Kindern, von denen ich genau weiß, wie viele Kontakte in deren Familie gepflegt werden, ist mehr als herausfordernd. Andere Bundesländer sind der Absprache des Bund-Länder-Treffens gefolgt und haben auch Kitas wieder bis auf eine Notbetreuung geschlossen. Dort wurde ernst genommen, was leider immer noch nicht oft berichtet wurde (warum eigentlich nicht?) – dass auch Kinder durchaus infektiös sind. Die Studien dazu, die Ende letzten Jahres veröffentlicht wurden, werden auch Sie kennen.

Aber auch dann, wenn Familienangehörige positiv sind, bleiben die Kinder ungetestet. So bleibt bei jedem neuem Fall, der uns aus der Elternschaft der Kita bekannt wird, die Unsicherheit groß. Wurde das Virus doch schon symptomfrei weitergegeben? Gerade nach den Fällen der Virus-Mutation, die z. B. in Kölner Kitas aufgetreten sind, machen sich viele Kolleg*innen Sorgen.

Aus irgendeinem Grund werden wir Erzieher*innen nicht als Menschen mit Familien wahrgenommen. Es wird immer unterschieden: die Erzieher*innen/die Familien. Wir sind aber auch Menschen mit Familien. Familien, die wir schützen möchten. Wir selbst fahren unser Privatleben schon lange auf null herab, weil wir allein über die Kita so unglaublich viele Erst- und Zweitkontakte haben. Leider kann man dies nicht von vielen Eltern zumindest in der Kita, in der ich tätig bin, behaupten. Auch wir Erzieher*innen haben Angehörige, die Risikopatienten sind. Die Angst, sie anzustecken, ist eine tägliche unfassbare Belastung. Diese Unsicherheit führt auch zu absurden Situationen in Erzieher-Haushalten: z. B. bei Kolleg*innen, die in Patchwork-Familien leben. Da muss sich dann im eigenen Haushalt schonmal voneinander isoliert werden, um überhaupt ansatzweise die Möglichkeit zu haben, dass wenigstens der Partner sein Kind sehen darf.

Einige Kolleg*innen sind selbst Risikopatienten und waren aus gutem Grund über Monate freigestellt. Nun sind sie z. T. wieder in den vollen Gruppen. Ihre Vorerkrankung ist nicht plötzlich verschwunden, aber sie werden dringend gebraucht – bei vollem Risiko. Und wir Erzieher*innen sind auch Mütter und Väter. Wir müssen also auch entscheiden: Gebe ich mein Kind in die Kita und lasse es von anderen Erzieher*innen betreuen? Gehe ich das Risiko der zusätzlichen Kontakte von der zweiten Kita ein? Setzte ich mein Kind diesem Risiko aus? Oder komme ich mit dem reduzierten schmalen Erziehergehalt irgendwie aus, wenn ich die zusätzlichen Kindkrank-Tage nutze? Was heißt das für meine Kolleg*innen, die dann weiterhin mit 18 Kids in der Gruppe stehen?

Wir Erzieher*innen fühlen uns aufgrund Ihrer politischen Entscheidungen enttäuscht und im Stich gelassen

Die Konsequenzen sind spürbar: Die ersten Kolleg*innen können diesem Druck nicht mehr standhalten und werden zurecht krankgeschrieben. Die Leute in der Kindertagespflege trifft es ebenfalls hart: sie müssen sogar den vollen Betreuungsumfang gewährleisten. In den Kitas konnten immerhin Stunden reduziert werden – was allerdings auch nur etwas Erleichterung für die zusätzlichen Arbeiten bringt, die Kontakte reduziert dies auch nicht. Immer mehr Tagespflegepersonen geben auf und arbeiten nicht mehr in diesem Bereich, verständlicherweise. Auch bei ihnen sind die Gruppen voll.

Bei uns Erzieher*innen wächst die Angst und die Frustration ebenfalls täglich. Wir fühlen uns aufgrund Ihrer politischen Entscheidungen enttäuscht und im Stich gelassen, als unwichtiges Rädchen im Getriebe, deren Erkrankung als Kollateralschaden in Kauf genommen wird. Wie Sie wissen werden, bestätigte eine AOK-Analyse der Krankschreibungen des letzten Jahres genau dieses Bild: Beschäftigte, die in der Betreuung von Kindern arbeiten, waren von allen Berufsgruppen am häufigsten von Krankschreibungen mit Covid-19 betroffen (News4teachers berichtete ausführlich über die Erhebung – hier geht es zu dem Beitrag). Und trotzdem wird nur darüber diskutiert, „Kitas so schnell wie möglich wieder zu öffnen“ – offener als momentan in NRW können Kitas nicht sein.

Nun sollen mehr Tests für Erzieher etwas zur Beruhigung beitragen. Beruhigt mich das? Nein, keineswegs. Wenn ich mich bei einem der Kinder oder dessen Mutter/Vater/ Geschwisterkind, angesteckt habe (andere Kontakte habe ich ja gerade nicht), ist es für meine Angehörigen, die Risikopatienten sind, ja zu spät. Das Gefühl, dass unsere Gesundheit und die unserer Familien so unwichtig in Ihren politischen Erwägungen ist, sorgt für tägliche Frustration. Die Arbeit, die ich eigentlich liebe, ist nun meine größte Angst. Ich brauche kein warmes „Danke“ und keine Maske. Ich brauche auch nicht zwingend einen zusätzlichen Test, der mir dann nur sagt „zu spät!“ Ich brauche keine nichtssagende Antwort.

Ich bräuchte Menschen in der Politik, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für die Menschen, die täglich ihren Kopf hinhalten. Andere Bundesländer haben die Konsequenzen gezogen und auch Kitas auf die Notbetreuung zurückgefahren. Zum Schutz der Familien (ALLER Familien). Dort wird jetzt zurecht über notwendige „Wiedereröffnung“ gesprochen.

Warum sollte ich unter den von Ihnen vorgegebenen Bedingungen noch weiterhin als Erzieherin tätig sein?

Ich frage mich selbst täglich, wie lange ich diesen Druck noch aushalte – die tägliche Angst auf der Arbeit, die ich mal geliebt habe. Wie lange ich mir noch einreden kann, dass ich meine Familie nicht zu sehr gefährde, durch diese Arbeit. Wie lange ich noch standhalten kann, trotz Schlaflosigkeit und Magenschmerzen. Warum sollte ich das? Warum sollte ich unter den von Ihnen vorgegebenen Bedingungen noch weiterhin als Erzieherin tätig sein? Diese Frage hätte ich gerne ehrlich von Ihnen beantwortet. Und zwar ohne Phrasen und Hinweise auf Testangebote und Masken, die wir erhalten. Würden Sie gerade diese Arbeit tun? Unter diesen Bedingungen? Nein, nicht nur medienwirksam für einen Tag, sondern auf Dauer? Ich glaube, Sie würden das nicht.

Ich nehme nicht für mich in Anspruch, für alle Erzieher*innen in Deutschland oder auch nur in NRW zu sprechen. Es mag Einrichtungen geben, in denen es anders läuft. Und natürlich braucht es gerade in sozialen Brennpunkten zu Krisenzeiten die Kita als sicheren Hafen für manche Kinder. Dies würde auch bei einer Notbetreuung nicht entfallen. Aber dass Sie nicht deutschlandweit die Chance ergriffen haben, als „Wellenbrecher“ auch die Kitas und Tagespflegen wieder auf eine Notbetreuung zu setzen, das werfe ich persönlich Ihnen als politische Fehlentscheidung auf Kosten meiner Familie vor. Und Familien wollten Sie doch eigentlich unterstützen? Da ich, wie viele Erzieher*innen, vernetzt bin mit Kolleg*innen aus anderen Kitas, Städten und Bundesländern, kann ich Ihnen sagen, dass dies nicht nur mir so geht.

Wenn alle gerade so reichlich frustrierten Erzieher*innen wirklich aufgeben und kündigen, dann war der bisherige Fachkräftemangel in diesem Bereich ein schlechter Witz. Wir halten seit Jahren viel aus – wir sagen viel zu selten NEIN. Nein, ich gehe nicht in die Küche, für die fehlende Küchenkraft. Nein, ich bleibe nicht allein in der Gruppe. Wir sollten es und denken immer, unser großherziges Opfer dient dann dem Wohle der Familien. Dieser Gedanke ist falsch. Wie lange ich noch unter diesen, von Ihnen hergestellten Umständen als Erzieherin tätig sein möchte/sein kann, weiß ich noch nicht. Wie lange meine Kolleg*innen durchhalten können, auch nicht. Ich weiß, dass der Gedanke „Ich kündige!“ in vielen Köpfen vorhanden ist. Und das, sehr geehrte Damen und Herren Politiker, ist allein Ihr Verdienst.

Leserposts

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Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

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117 KOMMENTARE

  1. Das alles kann ich als Lehrkraft zu 100 % unterschreiben.
    Genau das führen wir Lehrer auch immer wieder unseren Vorgesetzten vor Augen.
    Es nutzt rein gar nichts!

    Natürlich geht es auch Menschen in anderen Berufen (Pflege, Verkauf) so, derzeit aber sieht man deren Verdienste wenigstens und keiner schreit „Die sitzen alle faul zuhause und sollen mal endlich wieder arbeiten gehen für ihr Geld, das sie eh nicht verdienen“…
    Der Bildungsbereich wurde einfach in den letzten Jahrzehnten nicht nur totgespart, sondern obendrein irrelevant geredet. „Lehrer sind faule Säcke“ wirkt, wie man hier täglich lesen kann, weiter nach! Bildung ist der Gesellschaft nichts wert gewesen – und mir fehlt täglich mehr die Hoffnung, dass sich das jetzt noch ändern wird.
    Im Gegenteil, ich fürchte, „nach Corona“ werden noch viel mehr unzumutbare Zumutungen auf uns zukommen – denn der Staat wird dann ja „irgendwo sparen müssen – Corona hat schließlich so viel gekostet, da muss jeder seinen Beitrag leisten“… Wer wird an erster Stelle seinen Beitrag leisten müssen – die, von denen es von jeher verlangt wurde, dir Menschen in traditonellen Frauenberufen, die Menschen in traditionellen „Hilfeberufen“, in Pflege, Bildung etc. Der Staat ist da auch bisher nicht mit leuchtendem Beispiel vorangegangen. Es sind bei weitem nicht nur die Kirchen, die von ihren Angestellten Idealismus, Engagement und Aufopferung für Gotteslohn fordern und am Ende noch ein schlechtes Gewissen einreden, weil die armen Kinder zu Hause leiden, ihrer Bildungsgerechtigkeit verlustig gehen (wo war die bisher??) und ihre sozialen Kontakte entbehren müssen. Solch psychischer Druck wird sogar von Kollegen gegen Kollegen aufgebaut. Auch unter Pädagogen gibt es genug Leute, die meinen, man könne in der Pandemie einfach weitrmachen wie immer und alles andere sei nur Angestell…

    Vielleicht der einzige Unterschied zwischen Lehrern und Erziehern: Letztere können sich noch eher ihren Arbeitgeber aussuchen und sich ggf. einen suchen, der sein Personal besser behandelt (soll es ja geben).
    Beamtete Lehrer haben nicht mal diese Möglichkeit. Wir könnten nur kündigen und gingen damit obendrein unserer über Jahrzehnte erarbeiteten Altersversicherung verlustig.
    Würde ein Beamter kündigen, bekäme er im Alter nur die Hälfte dessen, was ein Angestellter mit gleicher Dienstzeit bekäme…

    Traurig, dass nicht die gesamte Bevölkerung, allen voran die Eltern, hinter uns stehen!

    • Da gebe ich Ihnen vollumfänglich Recht, die Wertschätzung von Lehrern und Erziehern ist nach wie vor nicht zum Besten, auch wenn das KuMi sich jetzt permanent bedankt, was vor Corona so gut wie nie der Fall war. Es gibt in jeder Berufssparte „faule Säcke“, das muss klar sein, aber der Lehrer/Erzieher als Prellbock der Nation für Defizite in der Bildungspolitik und immer mehr auch in der elterlichen Erziehung, das ist nicht nachvollziehbar.
      Allerdings gebe ich Ihnen nicht Recht mit der Aussage, dass der Beamte bei Kündigung nur die Hälfte des Angestellten bekommen würde. Die Beamtenzeit wird zu 100% nachversichert und es entsteht kein Nachteil, außer natürlich dem, dass ein Angestellter tatsächlich etwa nur die Hälfte Rente bekommt im Vergleich zu Beamtenpension. Das ist die nächste Ungerechtigkeit, die im Raum steht und nie diskutiert wird. Es gibt viel zu tun. Aber bei mir schwindet der Glaube an Reformen.

      • Nachversichert wird der Arbeitgeberanteil. Es wäre also so, als hätte man den Arbeitnehmeranteil nie bezahlt – oder nur die halbe Zeit gearbeitet.

        Dass das alles weder fair noch gerecht ist, von der Festlegung der Besoldungsstufen über den Unterschied zwischen Beamten und Angestellten, der Bezahlung nach Alter der Kinder statt nach Qualifikation und Leistung etc., wird ja schon diskutiert.
        Gerade aber ist Corona doch ein feiner Grund, diese Diskussion mal wieder hintenan zu stellen. Die KM müssen sich ja darum kümmern. Die haben jetzt gar keine Zeit, die Wahlversprechen einzulösen, die sie gegeben haben.
        Und Corona kostet ja so viel, da wird es in den nächsten 10 Jahren Abstriche überall geben. Also als erstes bei den Staatsdienern. Sind ja nur Diener, sagt das Wort ja schon. Und sie dürfen auch noch den ganzen Tag mit Kindern Spaß haben. Die haben still zu sein…
        Sollte der Staat dann irgendwann vielleicht mal einsehen, dass er sein Bildungssystem, auf das Deutschland einstmals so stolz war, endgültig vor die Wand gefahren hat, so gründlich, dass niemand mehr Lehrer werden will, dann bin ich pensioniert – oder längst ausgestiegen…

        • Das ist schlichtweg wieder nicht richtig, der Dienstherr bezahlt bei der Nachversicherung beide Anteile, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Differenz kommt durch das völlig unterschiedliche Berechnungsmodell/Berechnungsgrundlage zustande, wie ich bereits gesagt habe, der Rentner bekommt ja unterm Strich auch nur gut die Hälfte im Vergleich zur Pension, da entsteht der Unterschied. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es in vielen Bundesländern das Altersgeld für diese Fälle gibt, um etwaige Ungerechtigkeiten auszugleichen.
          Nachzulesen: https://isabellprobst.de/2018/12/20/nachversicherungi-lehrer-kuendigung-beamter/#comments
          Aber sie haben Recht, dieser Miss-stand hätte längst korrigiert werden müssen, jedoch ist es halt so, dass die politischen Entscheider selbst in dem Beamtenboot sitzen und sich ungern den eigenen Ast absägen. Das hat zur Folge, dass der so dringende flexible Lehrereinsatz und die Motivation, Lehrer zu werden unter der Prämisse, dass man ein Leben lang Vorgaben umsetzen muss, die manchmal nicht unbedingt den Vorstellungen eines motivierten und erfahrenen Pädagogen entsprechen, durch dieses zweigleisige System stark unterbunden wird und das führt sicher über kurz oder lang immer mehr zum Lehrermangel.
          Leider sind wir jetzt hier vom Thema abgekommen, die letzten, aber wichtigen Glieder in der Kette, sind tatsächlich die Erzieher und Pädagogen, die sich momentan einer verfahrenen Politik zu beugen haben unter Einsatz ihrer Gesundheit. Und man wird nicht erhört, auch wenn man gute Argumente und Alternativen hat. Es war schon immer so, lieber nachbessern als auf die Erfahrenen hören, dieses Verfahren in der Bildungspolitik begleitet uns schon, seit ich denken kann. Arroganz geht oft mit Unfähigkeit einher.

      • Definitiv falsch. – Bei der nachträglichen Zahlung in die GRV wird lediglich der AG-Anteil eingezahlt. Der ist infolge des sozialabgabenfreien geringeren Brutto-Entgeltes ohnehin geringer als bei angestellten Lehrkräften. Den AN-Anteil muss derjenige, der sein Beamtenverhältnis aufgelöst hat, selbst aufbringen.

        Es hat Gründe, warum in vielen Bundesländern z.B. die Referendare im juristischen Vorbereitungsdiemst nicht mehr verbeamtet werden bzw. während des Vorbereitungsdienstes Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen müssen. Lediglich von Zahlungen zur GKV und GPV sind sie ausgenommen, da sie beihilfeberechtigt sind.

    • Der Staat und die Kommunen sparen schon länger. Seit viele sozialpädagogische Aufgaben der Jugendhilfe u.ä. Ende der 90er privatisiert wurden, gibt es für viele Mitarbeiter nicht einmal mehr tariforientierte Bezahlung. Wird nirgends thematisiert. Kommen ja immer wieder neue idealistische Kollegen dazu, die nach einigen Jahren den Job an den Nagel hängen. Die Fluktuation fällt also kaum auf. In den Schulen arbeiten über diesen Weg auch immer mehr untertariflich bezahlte Sozialpädagogen und Erzieher, sofern es dieser Qualifikation überhaupt noch bedarf. So sparen Staat, Länder und Kommunen und rühmen sich einer tollen Inklusion und toller Ganztagsangebote. Die teuren Horterzieher werden eingespart. Bin gespannt, wie weit sich das Sparkonzept noch fortführen lassen kann. Immerhin da scheint man kreativ sein zu können.

  2. Ich bin Förderschullehrerin an einer Förderschule für Geistige Entwicklung in Niedersachsen und empfinde das Gleiche! Danke, weil Sie auch meine tägliche Arbeit beschreiben. In Niedersachsen sind unsere Schulen seit dem 18. Januar voll geöffnet. Aber das wird nirgends erwähnt! Ich fühle mich wie Bielefeld – es gibt meine Berufsgruppe nicht.
    Auch ich habe Schüler*innen, die sehr große körperliche Nähe brauchen und auch fordern. Maske tragen können nur wenige davon. Allerdings sind meine Schüler*innen junge Erwachsene in der 12. Klasse. Die Eltern können entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Ich kann es nicht und muss alle beschuhen. Auch wenn aus vielen Familien ein großes Risiko für mich herrscht. Kontaktbeschränkungen werden gar nicht beachtet, die Schüler*innen verteilen Körperflüssigkeiten aus allen möglichen Öffnungen, Abstand kann nicht eingehalten werden und beide Eltern sind zu Hause. Schön, dass ich seit Monaten auf den Kontakt zu meinen Eltern, Kindern und Enkelkindern verzichte, um diese Familien zu entlasten!
    Wir Sonderpädagogen werden genau wie die Erzieher*innen verheizt. Gesundheitsschutz und Risikominimierung gelten für unsere Berufsgruppen nicht! Aber von uns gibt es eben viel zu wenige und offene Stellen können nicht besetzt werden. Bei dem Umgang mit unseren Berufsgruppen wundert mich das seit einem Jahr absolut nicht mehr. In anderen Branchen gelten Maßnahmen zum Arbeitsschutz. Bei uns werden diese Risiken von der Gesellschaft und den Politikern wissend in Kauf genommen!

    • Da haben Sie recht.
      Allerdings kann man nicht generell sagen, die Eltern sind alle zu Hause, geschweige denn machen es sich gemütlich. Mit einem schwer behinderten Kind hat man schon fast von dessen Geburt an einen Lockdown, trotz aller Hilfen. Dann sind da oft noch Geschwister, die auch nicht zu kurz kommen sollen. Von einem normalen Familienleben, wie es die meisten Familien kennen, kann nicht die Rede sein.

      Generell denke ich, wenn nicht eindringlicher an Eltern appelliert wird, ihre behinderten Kinder oder ihre Kindergartenkinder zu Hause zu lassen und nur in wirklichen Notfällen zu schicken, werden es die meisten Eltern nicht machen. Zum einen weiß man ja nicht, an welchen Zeitraum man dabei denken soll, zum anderen spielt, v.a. bei Kita-Kindern, sicher, wie oben erwähnt, das Vergleichen und die darausfolgende Angst vor Benachteiligung eine Rolle, und schließlich werden die Entscheidungen in der Regel von den Eltern gemeinsam getroffen, da kann durchaus sein, dass man unterschiedlich denkt, und sich der Gedanke der „familiären Entlastung “ durchsetzt gegenüber der Sorge( meistens der Mütter), das Kind könne erkranken.

      In Tageseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen wird manchmal auch ein Attest vorgeschrieben, wenn man sein Kind wegen Corona länger zu Hause behalten will, sowie darauf hingewiesen, dass bei zu langem Fehlen der Platz verloren gehen kann.

    • Und Bayern setzt noch eins drauf und beschließt, dass man in Schulen nur noch medizinische Masken gestellt bekommt….
      Auch bei uns in der G-Förderschule sind leider viele Schüler, deren Eltern sich ein gemütliches Leben machen – Hauptsache, das Kind stört nicht beim Frühstück.
      Die Notbetreuung, die in Bayern für ALLE geöffnet ist, unterscheidet sich nicht wirklich von einer normalen Öffnung. Kommt nun Wechselunterricht, ist die Klasse komplett voll…..gerade für Schulbegleiter heißt das somit….direkt neben dem Schüler sitzen, von 8.00 bis 15.30, alles ab zu bekommen, was der Schüler so von sich gibt, da er ja keine Maske trägt und das alles mit einer OP Maske auf…..oder er kauft von seinem Verdienst von 13 Euro BRUTTO sich selbst Masken, von denen man am Tag etwa 3 bis 4 benötigt, da immer man immer wieder direkt angehustet oder angeniest wird. Es ist eine Schande wie wenig ein Mensch wert sein kann…..

  3. Ich hoffe sehr, dass der Brief etwas bringt. Viele Politiker sind in der CDU: ist nicht ein Gebot der Christlicher Religion „andere Menschen behandeln, wie du behandelt werden möchtest? Wie dieser Beitrag andeutet, würden Herr Laschet und Frau Dr Giffey unter diesen Arbeitsbedingungen arbeiten wollen? In unserer Grundschule in Berlin im Herbst 2020 wurde eine Hospitierung des Senats kurzfristig abgesagt….Ich frage mich warum…

  4. Es ist der stille Skandal, dass sich kaum jemand mit den Erzieherinnen solidarisch zeigt. Alle wollen Kinderbetreuung und möglichst ungestört ihrem Job nachgehen. Keiner sorgt sich dabei um das Wohl derjenigen – zumeist Frauen – die diese wichtige, gesellschaftliche Aufgabe zu stemmen haben. Die Politik vermeidet es meist tunlichst, den Gesundheitsschutz der Erzieherinnen auch nur zu erwähnen. Es wird der Eindruck erweckt, als hätten alle ein Recht auf Kinderbetreuung, die Erzieherinnen aber kein Recht auf Gesundheitsschutz. Der gesellschaftliche Anstand gebietet es, dass man für diejenigen, die Tag für Tag unsere Berufstätigkeit ermöglichen, auch Sorge trägt! Diesen gesellschaftlichen Anstand – auch gegenüber den Grundschullehrerinnen – vermisse ich derzeit!

  5. Ergänzen sollte man vielleicht noch, dass die Kinder, deren Eltern sich an die Regeln halten und sie nicht bis zum letzten ausreizen (das Kind also nicht in die Kita schicken), am Ende doppelt gestraft sind: Zum einen fehlen dem Kind die Kontakte und zum anderen führt das Verhalten der anderen dazu, dass diese Situation noch viel länger andauern wird und man es folglich auch viel länger nicht verantworten kann, das Kind zu schicken.

    Wenn wir auf dem Rodelberg oder der Straße (mit Abstand, versteht sich) anderen Kita-Eltern begegnen, dann ist es eher so, dass sie erstaunt sind, dass wir unseren Kleinen nicht schicken, denn die Kita sei doch offen. Ich kenne die genaue Rate dieser Kita nicht, aber ich gehe davon aus, dass wir mit dem Nichtschicken eher die Ausnahme sind und dass die meisten Kinder da sind.

    • „Ergänzen sollte man vielleicht noch, dass die Kinder, deren Eltern sich an die Regeln halten und sie nicht bis zum letzten ausreizen (das Kind also nicht in die Kita schicken), am Ende doppelt gestraft sind: Zum einen fehlen dem Kind die Kontakte und zum anderen führt das Verhalten der anderen dazu, dass diese Situation noch viel länger andauern wird und man es folglich auch viel länger nicht verantworten kann, das Kind zu schicken.“ Das würde ich vollständig so unterschreiben. Ein befreundeter Krankenhausarzt ärgert sich täglich über die Verantwortungslosigkeit einiger Eltern, die ihre Kinder trotz häuslicher Betreuungsmöglichkeiten in die Kita abschieben. Er und seine Frau haben keine andere Möglichkeit. Sie müssen ihr Kind dorthin geben. Nur ist das Ansteckungsrisiko viel höher, wenn die Kita zu 50 Prozent ausgelastet ist. Die Leidtragenden sind die „Systemrelevant Beschäftigten“ und ihre Kinder. Ihnen sollte auch die „Notbetreuung“ vorbehalten sein.

      • Volle Zustimmung,
        Vielleicht schreiben die „Systemrelevant Beschäftigen“ gemeinsam mit den Erzieher(innen) einen Brandbrief an die politisch Verantwortlichen. Wäre ich betroffen, würde ich gleich an Fr. Merkel schreiben.

  6. Wahre Worte. Ich sehe es im gesamten Bekanntenkreis, die Erzieherinnen halten den Kopf hin. In der Kita meiner Freundin waren am 22.12. alle Erzieherinnen erkrankt. Ein sypmtomloses Kind hat alle angesteckt und diese wiederum ihre gesamte Familie. Meine Freundin arbeitet schon wieder seit Wochen, ist nachmittags auf Grund der nachfolgen der Erkrankung völlig erschöpft. Und der Hammer ist, es werden sogar Kinder mit Symptomen geschickt. Das Fieber bemerkt man erst, wenn der Fiebersaft um .11:00 Uhr nachlässt. Und die Eltern sind dann nicht erreichbar. Unverantwortlich handeln hier nicht nur Politiker, sondern auch die zum Teil sehr egoistischen Eltern.

    • Dieser Trend, kranke Kinder zu schicken, ist seit 15 bis 20 Jahren zu erkennen.
      Einst wollten die Erzieherinnen endlich aus der Basteltantenecke raus. Viele tolle Konzepte, mit hervorragender Umsetzung, sind seit den 90er entwickelt worden. Viele Erzieherinnen haben sich zu Fachfrauen in verschiedenen Bereichen weitergebildet (natürlich ohne eine anerkennende bessere Vergütung). Der Kindergarten fand endlich seine Anerkennung als Bildungseinrichtung und ist, seit die Wirtschaft die Frauen als wichtige Fachkräfte für sich entdeckt hat, zur Aufbewahrungseinrichtung verkümmert. Die Erzieherinnen leisten weiter viel, können aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen Herausforderungen (Migration, Ganztag) aber kaum mehr ihrem Anspruch gerecht werden. Rahmenbedingungen (Gruppengröße etc) werden nicht verändert. Die jungen Erzieher kennen es ja schon gar nicht mehr anders. Der aktuelle Umgang ist mehr als geringschätzig. Der Anspuch auf einen Kindergartenplatz ist richtig, hat aber scheinbar bei vielen jungen Eltern auch zu einem Anspruchsdenken geführt, dass Verantwortung wegdelegiert werden kann und andere diese zu übernehmen haben. Ich will das nicht verallgemeinern, aber eine veränderte Mentalität hinsichtlich der Eigenverantwortung ist zu erkennen und ich empfinde dies als besorgniserregend.

  7. Klare Worte! Gut so. Ich hoffe, es bewirkt etwas. Zumindest soll ja nun doch für sie die Impfung vorgezogen werden. Hoffentlich tragen sie dann nichts nach Hause und die Sicherheit kommt wieder.

  8. Ein unglaublich guter Beitrag, der vielen Erziehern aus der Seele spricht… vielen lieben herzlichen Dank an diese schätzenswerte Kollegin !!!

  9. Bewegend und absolut zutreffen…und Stamp und Giffey machen sich garantiert wieder einen schlanken Fuß. Von unserem Aushilfshobbit erwarte ich schon lange keine verantwortungsvolle Politik im Pandemierahmen…in der Krise können Politiker ihrebesonderen Talente und ihr Lompetenzen unter Beweis stellen (ich verweise einfach noch mal auf Helmut Schmidt bei der Sturmflut…aber auch andere haben in besonderen Situationen besonders geglänzt) aber der Aachener Karnevalsprinz kann es einfach nicht…da kann er noch so staatsmännisch tun und die Kennmarkke seines Vaters ins Plenum halten, um wenigstens ein paar Sozialpunkte zu machen…aber größere Aufgaben traue ich ihm nicht zu. Mit so einer Politikerriege, wie wir sie z.Z.in NRW haben (ganz besonders erwähnen möchte ich die mittlerweile unerträgliche Fr Gebauer … der letzte Brief aus dem Ministerium an die Schulen war in seiner Unmöglichkeit kaum zu überbieten) sollten wir auf jeden Fall massenhaft Gebete an Universum schicken oder in der jeweils passenden Kirche um unser Heil flehen.

  10. Danke für diesen tollen Brief, auch in Rheinland Pfalz gab /gibt es lediglich die „Bitte“ an die Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen. In unserer Einrichtung halten sich zum Glück viele Eltern daran, in anderen Einrichtungen sieht es deutlich voller aus. Aber mit jedem neuen Kind, welches jetzt gebracht wird, wächst wieder die Angst mit, selbst zu erkranken. Da mein Mann auch Erzieher ist, ist bei uns immer unterschwellig die Wut über den Umgang mit der Berufsgruppe der Erzieher da, vor allem, weil hier manche Ärzte erst ab 39 Grad Fieber testen. Mein Mann war diese Woche mit Schnupfen, Kopf-und Gliederschmerzen krank. Er durfte selber nicht in die Praxis, um seinen Krankenschein zu holen. Ich wies die Sprechstundenhilfe darauf hin, dass wir beide täglich ungeschützt viele Kontakte haben und dass ich nicht verstehe, warum sie ihn nicht testen, die Antwort war, dass sie ihre „Anweisungen“ haben….
    Wir sind beide Ende 50, so dass wir leider keine Chance mehr haben, noch mal den Beruf zu wechseln. Wir müssen durchhalten und hoffen, dass es gut geht, allerdings würde ich heute diesen Beruf nicht mehr ergreifen, obwohl mir nach wie vor die eigentliche Arbeit mit den Kindern noch viel Spaß macht. Allerdings hat Corona mir verstärkt gezeigt, dass wir Erzieher in den Augen der Politik nichts wert sind und dass sich daran wohl auch in naher Zukunft nichts ändern wird. Ausser Phrasen und leeren Worten kommt bei uns nicht wirklich etwas an.

  11. Und das, meine Damen und Herren, ist die niedere Wahrheit im hochentwickelten Deutschland 2021. Seit langer, langer Zeit ein krankes und spätestens jetzt hochoffiziell krankmachendes Betreuungs- und Schulsystem, an dem jeder ein bissl öffentlichkeitswirksam rumdoktern darf, ein wenig frischen Kitt in Lücken schmiert, eine neue pädagogische „Sau durchs Dorf treiben“ mag und sich genauso schnell wegduckt und verdrückt, sobald es sichtbar ernst wird und weiter den Bach runter geht.
    So wird das nix, aber machen wir ruhig weiter wie normal, weil dann fühlt sich alles so gewohnt an – voll normal, rum-ta-ta! Ach schön, und billig, ja sehr, sehr billig ist Bildung in BRD – echt voll billig.

    Und jetzt kriegt die Gesellschaft auch noch ihr Fett ab, nicht dass ihr denkt, es seien nur die da oben, die Politiker und Entscheider:
    So viele von euch haben mit dem gepflegten kollektiven Bild von Schule und Lehrern seit Langem ganz entscheidend dafür gesorgt, dass die „faulen Säcke“ und „Kasper der Nation“ immer und immer wieder mundtot gemacht werden und ihre Warnungen und Forderungen nach Betreuungs- und Bildungsverbesserung so billig weggelächelt werden: Ts, schau an – jetzt wollen sie noch weniger arbeiten, das Lehrerpack. Und nur am Rumjammern wegen ein paar Viren, die Tafel-Waschlappen.

    Man möcht euch allen eben das wünschen, was ihr euch mit eurer Haltung und eurem Geschwätz schon lang verdient. Doch wer könnt so unerbittlich sein …

    Ihro Dil Ulenspiegel

  12. Ich wünsche dir, dass du eine gute Antwort bekommst, vermutlich wird es aber wie bei uns in Rheinland Pfalz laufen…
    Ich hatte mich im vergangenen Jahr 2x ( einmal im Frühjahr, einmal im Herbst) mit ähnlichen Briefen an Frau Hubig gewendet. Die Antwortschreiben waren voller „Anerkennung“ unserer guten Arbeit, ansonsten nur Phrasen und für mich voller leerer Worte. Es wurde auf konkrete Beispiele nicht eingegangen u.s.w.. Für mich auffällig war, dass im zweiten Antwortbrief stand: “ Sie haben sich erneut an uns gewendet…“, augenscheinlich bin ich schon registriert, ein Schelm der böses denkt ; )
    Ich glaube, ein Problem mit uns Erzieher ist, dass wir uns nicht zusammen tun und gemeinsam agieren. Auch von der GEW hatte ich mir mehr Unterstützung erwartet. Diese Mitgliedschaft habe ich deshalb nach vielen Jahren nun gekündigt und bin dem in Rheinland Pfalz neu gegründeten Verband der Kita-Fachkräfte beigetreten.

    • Hallo Susanne,

      hast du deine Mitgliedschaft im Verband der Kita-Fachkräfte RLP auch der GEW bei deinem Austritt mitgeteilt? Ich bin verdi als Selbstständige Mitglied von verdi und werde es bleiben. Als Erzieherin stünde ich vor einer schwierigen Entscheidung. Wir verdanken den Gewerkschaften immerhin, dass manche geplante Verschlechterung nicht umgesetzt werden konnte.

      • Hallo Angelika, ich hatte einen ausführlichen Brief mit meinen Beweggründen (Corona war nur das letzte I Tüpfelchen) an die GEW geschrieben. Auf diesen kam keinerlei Reaktion, nur ein vorgefertigtes Antwortschreiben, welche Vorteile mir verloren gehen. Dieses Verhalten hat mich in meiner Entscheidung nur bestärkt. Nun setze ich mein Vertrauen in den Kita Fachkräfteverband, da in diesem Pädagogen agieren, die an der Basis arbeiten.
        Alles Gute und bleib gesund

        • Ich empfehle ihn auch immer wieder anderen, obwohl ich in einem anderen Bundesland wohne. Hoffentlich schaffen wir es in allen Bundesländern, rebellischer zu werden und unseren Nachholbedarf hinter uns zu lassen.

          Gut wäre es, wenn sich im Sozial- und Erziehungsdienst auch diejenigen querstellen würden, die auf die Erzieherinnen im Gruppendienst der verschiedenen Arbeitsfelder des Berufs Druck auszuüben haben. Fordern Erzieher, dass das Arbeitsrecht eingehalten wird, gibt an ihnen recht, aber die Aufmüpfigen werden schon seit Jahren „mit ein wenig Verspätung“ auf eine weniger attraktive Stelle des Trägers versetzt. Ab an die „Corona-Schule“ oder in die „Corona-Kita!“

  13. Mir kamen fast die Tränen bei dem Text.Ich fühle als Erzieherin ganz genauso. Ich gehe auch jeden Tag mit Angst auf die Arbeit und weiß nicht wie lange ich das noch durchhalten kann und will. Ich bin einfach nur wütend, absolut fassungslos und kann nicht verstehen wie so viele Menschen so egoistisch und unvorsichtig handeln können. Warum bekommt man heutzutage denn noch Kinder? Das wichtigste für mich ist mein Kind zu beschützen und Zeit mit ihm zu verbringen.Kindern geht es bei ihrer Familie gut,wenn man sich um sie kümmert. Einzelkinder können sich z.B. mit einem festen Freund regelmäßig treffen..das wäre ne gute Lösung. Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland das Eltern es nicht schaffen sich mal 2 Monate um ihre Kinder zu kümmern..ohne damit überfordert zu sein. Lieber werden sie in die Fremdbetreuung gegeben.Ich spreche nicht von allen Eltern, aber von leider sehr vielen.Und gegen Eltern in Berufen, welche das System am Laufen halten, sage ich auch nichts.Die Rechnung dafür wird früher oder später kommen.

    • Ja ich kenne mehrere Eltern, die ihre Kinder in die Kitanotbetreuung schicken, weil denen langweilig ist o sie ihre Freunde vermissen…
      Auf den Hinweis, dass sie sich ja noch mit einem Freund oder Freundin treffen können, sagen sie meist nichts… Das soziale Kontakte nicht nur in der Kita stattfinden können, ist scheinbar weitestgehend unbekannt…

    • Natürlich ist oder sollte es für Eltern eine Freude sein, mit ihren Kindern zu leben.
      Aber warum wird Kinderbetreuung in einer Einrichtung als „echte“ Arbeit bezahlt, während vergleichbare oder sogar bessere Bildung und Betreuung zuhause zu leisten, selbstverständlich umsonst, keiner Unterstützung wert ist, neben der Arbeit im Home-Office easy zu managen und sowieso das reine Vergnügen der Eltern??
      Erzieherinnen sind nicht nur Basteltanten, Eltern backen nicht nur Sandkuchen. Erziehung ist Arbeit!

  14. Sie schreiben mir aus der Seele! Super auf den Punkt gebracht! In unserer Dortmunder Kita, in der ich als Heilpädagogin arbeite, ist es genauso. Warum streiken wir eigentlich nicht alle? Das hätte ich mir gewünscht! Aus meiner Sicht die logischste Konsequenz – neben der Kündigung. Das können wir doch nicht mit uns machen lassen!
    Die Bildung der Kinder wird höher gehängt als unsere Gesundheit. Das ist unverantwortlich. Ich schrieb an Herrn Dr. Stamp. Die Argumente hinsichtlich Bildung und Schaden kann ich nicht nachvollziehen. Wir hätten Generationen von ungebildeten Menschen, wenn Bildung nur in Kitas stattfände.
    Ich werde auch nicht dauernd zum Schnelltest gehen – das ist absurd. Eine Kollegin hörte, dass Erzieher mit dem schlechtest wirksamen Impfstoff geimpft werden sollen – Haptsache, die Kinder könnten schnell alle wiederkommen. Das mache ich nicht mit. Entweder bekomme ich den besten Impfschutz oder gar keinen. Am liebsten würde ich mich gar nicht gern impfen lassen. Aufgrund meiner beruflichen Situation fühle ich mich jedoch fast in einer Impfpflicht.
    Die Testung der Kinder sollte stattdessen zur Pflicht werden.
    Wo sind alle Gleichgesinnten? Wir sollten uns zusammenschließen!

  15. Herzlichen Dank für diese klaren Worte. Ich stimme Ihnen zu 100% zu.

    Wenn die südafrikanische Variante dann ihren Lauf nimmt, wird es leider noch heftiger. Auch Kinder werden dann betroffen sein. Viele Eltern werden dann bereuen, nichts für ihr Kind getan zu haben.

  16. Erzieherinnen schreiben so viele offene Briefe, Brandbriefe und Petitionen wie noch nie! – Und es ist weiterhin nicht zu erkennen, dass diese etwas an politischen Entscheidungen oder am Verhalten der Eltern ändern würden.

    Kündigen! Kündigen! Kündigen! Kündigen! – Die Fallhöhe für Erzieher, die ein wenig Geld zurückgelegt haben, ist nicht so hoch wie viele meinen. – Und wenn doch, dann hat man halt eine Angst gegen eine andere getauscht. Sogar von den Gewerkschaften, so haben mir Erzieher berichtet, bekommen sie zu hören, dass man sich eben arrangieren müsse… Dass es nichts bringen würde, gehen dieses oder jenes vorzugehen. Deshalb ist Gehen die Alternative, für diejenigen, denen es wirklich zu viel geworden ist. Die Originalerzieherrente wird auch nach einem langen Berufsleben nicht ausreichen, um ein Auskommen mit dem Einkommen zu haben. Insofern hat ein begrenztes Ausscheiden aus dem Traumberuf einige Vorteile, denen verhältnismäßig wenig Nachteile gegenüberstehen. – Wer zurück will, findet garantiert sofort wieder eine Stelle!

    „Warum sollte ich unter den von Ihnen vorgegebenen Bedingungen noch weiterhin als Erzieherin tätig sein? Diese Frage hätte ich gerne ehrlich von Ihnen beantwortet.“ – Warum eigentlich? Diese Antwort dürfen Sie allein entscheiden. Es ist ihr Recht!

    Erst wenn genug Erzieherinnen und Erzieher mit den Füßen abstimmen, werden sie ernst genommen werden.

  17. „Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland das Eltern es nicht schaffen sich mal 2 Monate um ihre Kinder zu kümmern..ohne damit überfordert zu sein. Lieber werden sie in die Fremdbetreuung gegeben.“ Genau diese dringende Frage sollte die Politik und die Gesellschaft mal erörtern. WARUM sind doch recht viele – auch Akademiker – Eltern überfordert, wenn die Erziehung und Betreuung der Kinder mal eine Zeitlang im häuslichen Umfeld und ohne staatliche Hilfe organisiert werden muss? Ist es wirklich besser für viele Familien, wenn der Staat – z.B. in Form flächendeckender Ganztagsbetreuung – das Familienleben immer mehr ersetzt? Als Grundschullehrer kann ich nur sagen, dass wir das nicht können. Ich kann einem Kind keine fehlende, mütterliche oder väterliche Zuneigung ersetzen. Ich kann einem Kind auch keine fehlende, häusliche Unterstützung ersetzen. ich bin kein Vater- oder Mutterersatz. Die Schule ist kein Familienersatz. Und die Kita auch nicht. Darüner hinaus sind die Grundschulen und Kitas auch nicht dazu da, das eigene Kind maximal lange betreuen zu lassen. Auch das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, die es schon lange vor „Corona“ gab.

    • Also map ernsthaft. Wie soll man denn arbeiten und parallel die Kinder betreuen, das geht nicht! Auch nicht im Home Office! Wenn die Kitas zu sind ist das für die Familien eine Katastrophe. Aus dem ersten lock down kann ich berichten, dass unsere damals 2 jährige Tochter regelrecht gelitten hat kein anderes Kind sehen zu dürfen. Als die Regeln gelockert wurden ist sie anderen fremden Kindern hinterhergelaufen und hat sie umarmt.es ist ja nicht nur so, dass man die Kinder betreuen muss, es fehlen durch die Beschränkungen jegliche sozialen Kontakte.
      Ich kann wirklich gut nachvollziehen, dass Erzieher und Lehrer Angst haben. Die Beamten haben es natürlich Mal wieder gut, da sie ihr Gehalt sowieso bekommen. Bei allen Angestellten wäre aber die Alternative Kurzarbeit und ich bin mir nicht so sicher wie viele Erzieher davon begeistert wären. Aber bleiben wir Mal bei den Kitas. Nach dem Ende des ersten lockdown würde erstmal ein Betriebsausflug und eine Schulung veranstaltet. Die Schließzeiten blieben natürlich auch. Vor Weihnachten würde uns ein Brief mitgegeben, dass sie nicht wissen wie es weitergeht aber die Schließzeiten für 2021 würden uns schon genannt. Das ist mMn eine absolute Frechheit. Hier hätte man auch Mal etwas flexibler sein müssen und die Schließzeiten in den lockdown legen. Bei allem Verständnis aber die Kitas machen sich mit ihrer wahnsinnigen Flexibilität keine Freunde…
      Unsere Kita hat übrigens in der Mitte des letzten Jahres die strikte Gruppentrennung aufgelöst, was ich absolut nicht nachvollziehen konnte…

      • schauen sie doch mal in die Coronaschutzverordnung ihres Bundeslandes, mit wievielen Kindern sich ihr Kind treffen darf. Dass der Anspruch auf Kinderbetreuungstage u. auch auf das Kinderbetreuungsgeld verdoppelt worden ist, haben sie mitbekommem?

      • Ohne die Veröffentlichung der Schliesstage kann ich meinen Urlaub nicht beantragen, diese müssen frühzeitig veröffentlicht werden. Wollen wir mal nicht an Kleinigkeiten Kritik üben.
        Unsere Tochter (5) geht nicht in die Kita. Wir kommen gut zurecht, Homeoffice in Teilzeit bis 14:00. Einmal wöchentlich trifft sie sich mit ihrer Freundin, die ebenfalls zuhause ist, Kita Kinder würde ich nicht zulassen. Mit vielen Outdoor Aktivitäten lassen sich Kinder gut beschäftigen.
        Es ist auch Einstellungssache der Eltern, wenn ich die Situation positiv vermittle, kommt das Kind auch gut zurecht. Geburtstag wurde mit uns und der festen Freundin gefeiert, mit ganz viel Spaß und Geschenken, sie hat nichts vermisst.
        Ich kann Eltern in Vollzeit verstehen oder Eltern, die am Arbeitsplatz zwingend anwesend sein müssen, aber wieviele geben ihre Kinder aus Bequemlichkeit ab. Eine „Kann“-Bestimmung funktioniert in den meisten Fällen leider nicht.

    • Schön wenn man immer nur von seinem Standpunkt schaut. Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit. Heißt 8h am Tag. Wir haben 2 Kinder 4 und 1 Jahr alt. Die große kann sich mittlerweile ganz gut auch Mal alleine beschäftigen,die kleine aber logischerweise nicht und benötigt einer dauernde Aufsicht. Heißt also wir können nicht parallel arbeiten sondern einer kümmert sich immer um die Kinder. Wenn man in Mathe keine Miete war weiß man das man so auf gesamt 16h arbeiten am Tag kommt. Sind dann also noch ganze 8h vom Tag übrig um Einkauf (ohne Kinder!), Essen und schlafen unterzubringen. Ich jammer nicht und es wird sicher eine gewisse Zeit so funktionieren. Aber irgendwann ist man kaputt… Und ich kann wenn ich gleichzeitig arbeiten muss nicht meine Kinder betreuen nicht in diesem Alter. Es hat also nix damit zu tun das die meisten Eltern überfordert sind sich Mal rund um die Uhr um ihre Kinder zu kümmern, sondern gleichzeitig sich noch um die Arbeit zu kümmern. Und nein wir haben keine andere Möglichkeit der Betreuung. Ich sage es ganz klar. Ich gebe mein Kind in eine Kita damit ich arbeiten gehen. Kann. Ich finde es eine tolle Arbeit das dort auch Bildungsarbeit erfolgt. Aber ich gebe mein Kind nicht ab um mit einen bunten zu machen und weil ich kein Bock auf mein Kind habe. Ich Frage mich ob bei manchen der Sinn einer Kita verstanden wurde. Hier bei uns im Osten gehen beide Partner Vollzeit arbeiten. Daher werden Kinder nun Mal bis zu 9h in Betreuung gegeben.
      Ich verstehe die Sorgen der Erzieher. Aber andere als Egoisten abzustempeln und selber so h null in die Position anderer zu versetzen und Eltern als Rabeneltern abzustempeln ohne selbst die Situationen zu Hause nachvollziehen zu können ist wirklich das allerletzte.
      Das ist das allerschlimmste in dieser Pandemie. Jeder sieht nur sich und schimpft auf den anderen. Das macht mich mehr wütend als die derzeit ausweglose Situation. Da brauchen sich Erzieher nicht wundern angemotzt zu werden. Im ersten Lockdown wollten die Erzieherinnen in Dresden es nicht hinnehmen von den Stunden runtergeschraubt zu werden. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt weniger arbeiten mussten. Andere haben zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit verloren oder Kurzarbeitergeld bekommen. Da ist das Gehalt bei 32 h als Angestellter der Stadt ein Luxus dagegen. So viel verdiene ich als Ingenieur nicht… Jammern auf hohem Niveau. Mehr ist immer schön. Aber sich einfach Mal zufrieden geben mit dem was man hat können selbst Pädagogen nicht.

    • Das ist Schwachsinn, so etwas zu verallgemeinern. Nicht erst seit Corona ist es eine Unverschämtheit seine kranken Kinder irgendwo abzugeben… Und, davon spricht fast keiner, selbst krank zur Arbeit zu fahren, einkaufen zu gehen etc. Ich meine krank und nicht Schnupfen. Oder Unser krankes System zwingt manche dazu! Manche Lehrer machen es sich gerade tatsächlich, und davor wahrscheinlich auch schon, sehr gemütlich. Davon kann ich auch nicht auf alle Lehrer schließen. Anstatt aufeinander loszugehen sollten wir doch zusammen dafür sorgen, dass die Verantwortlichen endlich ihren Job machen bzw. den Posten räumen und jemanden ran lassen, der es besser kann.

        • Es wäre kein Rechtsbruch. Die Erzieherinnen hätten mein vollstes Verständnis, wenn sie angesichts der eklatanten Zustände die Arbeit niederlegen würden. Aber die meisten Erzieherinnen lieben ihren Beruf so sehr, dass sie bereit sind, viele Opfer dafür zu bringen. Im Beitrag obe wird das anschaulich geschildert. Leider dankt es ihnen keiner. Meist nicht mal die Eltern.

  18. Hallo noch einmal an alle Erzieher, die dieses Forum besuchen. Ich habe gerade auf der Rheinland Pfälzischen Seite bei unserem Kita Fachkräfteverband gelesen, dass in inzwischen in allen Bundesländern ( ausser Brandenburg und Mc Pomm) ein Kita Fachkräfteverband aufgebaut oder in Vorbereitung ist. Schliesst euch an und leitet es an alle Kollegen/ Kolleginnen weiter! Werdet Mitglied, nur gemeinsam erreichen wir etwas, egal bei welchem Träger ihr auch angestellt seid. Vielleicht finden sich auch in den beiden fehlenden Ländern engagierte Fachkräfte, die den Mut haben einen Fachkräfteverband aufzubauen. Hilfe gibt es bestimmt bei den bereits vorhandenen. Vielleicht erlebe ich ja doch noch vor meiner Rente, dass wir gemeinsam positive Dinge für alle Kitas in Deutschland auf den Weg bringen.

  19. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass hier gegen Eltern gewittert wird, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Ich bin nicht systemrelevant in meinem Job und muss ja trotzdem arbeiten. Wieviel Urlaubsanspruch hat man denn jetzt schon? 4Tage. Nicht viel. Ich bin Therapeutin, u.a. in einer Senioreneinrichtung. Die alten Leute können zum Großteil keine Maske tragen. Hört man die Pfleger oder Therapeuten so schreien? Ich trage eine FFP2Maske und ein Face Shield, um mich zu schützen.Und das wünsche ich mir von den Erzieherinnen auch. Damit sie sich selbst und unsere Kinder schützen. Das machen nur sehr wenige der Erzieherinnen. Die Kinder sind alle längst an Masken gewöhnt. In meiner Therapie mit Kindern trage ich diese auch. Das ist nicht so tragisch.

    Und die Lehrer, die sich jetzt hier melden, saßen jetzt die ganze Zeit Zuhause und haben sich keinem erhöhten Risiko ausgesetzt.

    • Es geht um die, die zu Hause arbeiten können oder gar in Elternzeit sind und trotzdem ihre Kinder in der Kita abgeben. Wenn jemand zur Arbeit muss, ist das was ganz anderes.

      Und ja, Lehrer äußern sich hier. Ist auch eine Website für Lehrer (—> Name oben auf der Website). Was meinen Sie, „saßen die ganze Zeit zu Hause?“ – Im 1. Lockdown kamen die ersten Klassen Ende April zurück in die Schule. Bis Weihnachten dann Wechselunterricht und voller Präsenzunterricht. Nach Weihnachten ein paar Wochen Distanzunterricht, richtig. Aber die Notbetreuung an Schulen wird auch von Lehrern gestemmt und das geht nicht von zu Hause. Und ab nächste Woche geht’s in den Grundschulen weiter mit Wechselunterricht.

      • Es geht um die, die zu Hause arbeiten können oder gar in Elternzeit sind und trotzdem ihre Kinder in der Kita abgeben

        Weil man im HO Daeumchen dreht oder wie?
        Wo liegt der Unterschied, ob mein AG bei einem Bürojob Anwesenheit fordert und ich genauso Betreuungstage nehmen kann, wie wenn ich von Zuhause arbeite? Die Betonung liegt auf arbeiten!
        Wer Home-Office als Kinderbetreuung vorschlaegt hat weder Home-Office noch Kinderbetreuung verstanden!

        Übrigens wurde ich von unserer Kita gefragt, ob ich mein Kind nicht bringen möchte, weil ich doch arbeite. Komisch…wo doch alle Erzieherinnen angeblich das gleiche denken!

    • @Ernapoperna
      Ja, Sie sind eine Heldin! Ich werde mich heute Abend auf den Balkon stellen und für Sie klatschen!

      Aber eine Frage habe ich dennoch: Sind Sie Physiotherapeutin oder Psychotherapeutin?
      Sollten Sie zur zweiten Kategorie gehören, dann sollten Sie wissen, das Frust und Angst, der man keinen Ausdruck verleiht, krank macht! Sollen also Ihrer Meinung nach alle Erzieher einfach die Fr…. halten und still vor sich hin leiden und krank werden? Eine seltsame Einstellung, finde ich! Aber auch als Physiotherapeutin sollten Sie sich mit psychosomatischen Erkrankungen ein wenig auskennen!
      Und zweitens denke ich, dass Sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und gerne in einem Rechtsstaat leben, oder irre ich da?
      Als Staat erkennen wir die Rechte der arbeitenden Bevölkerung an. Zum Schutz vor ausbeuterischen Arbeitsbedingungen haben sich Gewerkschaften und Verbände gegründet, die den „Entrechteten“ eine Stimme verliehen. Zuvor haben diese aber laut auf Missstände hingewiesen und dann kam der „organisierte Wiederstand“, der zu mehr Gerechtigkeit führte! Was haben Sie dagegen?
      Ich nenne es „Schrei nach Hilfe“, Sie nennen es „Jammern“. Das ist ein Totschlagargument, mit dem sie berechtigte Forderungen in die Ecke der Lächerlichkeit rücken!

      Dass man nicht den ganzen Tag all den Kindern mit FFP2 Maske und Faceshield gegenübertreten kann, sollte Ihnen als Therapeutin doch wohl klar sein! So einen „Raumanzug“ kann man vielleicht mal zu Fasching tragen, ist aber für die Herstellung von Nähe denkbar ungeeignet.

      Und es ist ja nicht so, als gäbe es keine Schutzmöglichkeiten! Gute Raumluftfilter z.B. minimieren das Ansteckungsrisiko um 99% und wälzen die Luft 6 mal die Stunde um. Den AG ist das nur zu teuer!

      Sie scheinen aber lieber die Verantwortung auf die letzten in der Reihe schieben zu wollen: „Ich trage eine FFP2Maske und ein Face Shield, um mich zu schützen. Und das wünsche ich mir von den Erzieherinnen auch. Damit sie sich selbst und unsere Kinder schützen. Das machen nur sehr wenige der Erzieherinnen.“
      Ja, natürlich, aber um zu verstehen, was solch eine „Verkleidung“ mit Kindern und Erziehern macht, dazu braucht es Empathie!
      Wenn es Ihnen so auf den Keks geht, dass bestimmte Berufsgruppen ihre verfassungsgemäßen Rechte einfordern (hat mit „Jammern“ NICHTS zu tun), dann kommen Sie doch bitte einfach nicht mehr auf diese Seite oder wandern Sie aus in ein Land, in dem Arbeitnehmer keine Rechte haben. Ich schlage mal ganz naiv Nordkorea vor!

      Ach, und auch Lehrer sitzen täglich in Abschlussklassen, Notbetreuungen und ab nächster Woche wieder im Regelbetrieb!

      • @ Ernapoperna
        Entschuldigung, sie nennen es ja nicht „jammern“ sondern „schreien“, was das Pflegepersonal nicht mache!
        Der Rest bleibt aber wie gehabt!

    • „Die Kinder sind alle längst an Masken gewöhnt. In meiner Therapie mit Kindern trage ich diese auch. Das ist nicht so tragisch.“ Glückwünsch, wenn die Kinder, die sie betreuen, alle Maske tragen (können), und sie nicht vergeblich erklärt werden müssen, weil sie zu klein sind um es zu verstehen. Und wenn die Kinder ihnen nicht die Maske abreißen, sich dauernd anfassen, SIE anfassen und mit den Patschehändchen sich den Rotz durch das Gesicht wischen und dann alles anpacken. Und Sie auch nicht ansabbern. Und sie die FFP2 Maske nach allen 75 Minuten für 30 Minuten abnehmen dürfen und später auch keine Kopfschmerzen davon haben. Und Sie in der Impfreihenfolge in Gruppe 2 (oder gar 1) sind.
      Als Schulbegleiter in der Notbetreuung habe ich nicht so viel Glück. Und die Lehrer, die nächste Woche wieder da sein sollen, sicher auch nicht.

  20. Wahre Worte.
    Uns Erzieher/innen in Potsdam Mittelmark geht es genauso. Während Potsdam Stadt geschlossene Kitas hatte, waren wir einen Ort weiter durchgehend geöffnet und zu 80 Prozent ausgelastet.
    Auch ich überlege so langsam alles hinzuschmeißen. Lehrer und Erzieher sind auch systemrelevant Werte Damen und Herren Politiker und auch wir haben Familien!!!! Was wäre wohl wenn wir nicht mehr da sind?

  21. Leider ist die Besorgnis der Erzieher/innen In den Kitas alles andere als unberechtigt.
    Bei uns haben im Eifelkreis Bitburg-Prüm haben Ausbrüche an zwei Kitas mit der Folge, dass insgesamt 130 Leute vorsorglich in Quarantäne und in dem Zusammenhang gestern 19 und heute 11 Personen positiv auf Corona getestet wurden, und der 7-Tage-Inzidenz-Wert von 22,5 auf zunächst 67,6 gestiegen, heute aber, weil mehrere Personen ihre Quarantäne verlassen haben und somit als genesen gelten, auf 66,6 gefallen ist.
    Was wir nicht vergessen dürfen, ist die Tatsache, dass Lehrer/innen und Erzieher/innen selbst Familien haben und nicht die geringste Lust verspüren, Das Virus in ihre Familien zu tragen. Deswegen kann ich es diesen Berufsgruppen nicht verübeln, dass es ihnen lieber wäre, wenn Kitas und Schulen noch weitestgehend geschlossen blieben. Andererseits dürfen wir auch nicht übersehen, dass viele Eltern mit Homeoffice und gleichzeitigem Homeschooling mittlerweile auf dem Zahnfleisch rutschen. Hier prallen verschiedene berechtigte Interessen aufeinander.

  22. Das trifft den Nagel auf den Kopf! Super!
    Bei uns in MV läuft es genau so. Und ich kenne keine Erzieher*in, die anders denkt.
    Vielen lieben Dank an Sie, liebe Kollegin!!!
    Mich würde die Antwort interessieren. Vielleicht dürfen wir alle hier diese lesen?

  23. Gerade mit Erziehern u. (ganz besonders) mit Lehrern hätte ich verdammt gerne das letzte Jahr getauscht. Tlw. Freistellung, weniger Kinder usw.
    Die Eltern mit „nicht systemrelevanten“ Berufen, die jeden Tag trotzdem zur Arbeit mussten, die hatten das Problem.
    Erzieher durften ihre Kinder in die Kita bringen. Andere mussten auf Oma u Opa ausweichen. Sehr sinnvoll! In unserer Kita waren in den letzten Wochen sehr wenig Kinder, weil auch da die Erzieher den Eltern ein schlechtes Gewissen machen.

    Ich habe keinen einzigen Tag für die Kinderbetreuung frei bekommen u es steht auch nicht in Aussicht (private KK).

    2 Monate??????? Bei uns geht Corona schon länger.

    • Hallo Echt? , ich weiß nicht, in welchem Bundesland Sie leben, denn bei uns in Rheinland-Pfalz durften auch im Frühjahr ALLE Berustätigen ihre Kinder in die Kita bringen, mit der Bescheinigung vom Arbeitgeber, dass sie tatsächlich arbeiten. Mich wundert schon lange, dass immer gesagt wird, nur die „Systemrelevanten“ dürften dies. Seit Ende Dezember ist nicht einmal diese Bescheinigung notwendig. Es kommen also auch Kinder, bei denen niemand arbeitet oder nur ein Elternteil. Sie haben „Bedarf“, also dürfen sie kommen.
      PS: Ich persönlich habe im Frühjahr wöchentlich deutlich mehr Stunden gearbeitet, als mein Vertrag vorsah, ohne Schutz und ohne mehr Gehalt und diesen für andere Arbeitnehmer selbstverständlichen Schutz der eigenen Gesundheit, habe ich bis heute nicht!

    • Ich bin auch Erzieherin und habe ein schulpflichtiges Kind. Mein Träger meint zu einer Freistellung, dass es „ungünstig“ wäre und wir doch an die anderen Kolleginnen und die Familien denken sollten.
      Meine Kita war, außer 3 Tage im letzten März, immer offen. Und ich habe meine reguläre Wochenarbeitszeit geleistet. Wo ich mein Kind unterbringe ist mein Problem, denn in die Kita, wie sie schreiben, darf ich es nicht mitbringen.

  24. Drastisch dargestellt und nichts übertrieben.
    Ich frage mich, was passiert, wenn alle Erzieher, die es sich leisten können, kündigen.
    Ich würde es tun. Ich überlege auch, ob dieses Wahnsinns, als LIT eine Berufspause einzulegen. Ich denke, dass aufgrund des Lehrermangels eine Wiedereinstellung nicht so schwer werden wird.

  25. Reagieren Eltern und Gesellschaft nicht empört, sobald sich Erzieher*innen und Lehrer*innen wagen, um ihre Gesundheit und über Öffnungen zu fürchten?!

    Als ich dies in einem Whatsappstatus postete, kam von einer Mutter, obwohl sie selbst in einem sozialen Beruf arbeitet, harte Kritik. Dabei forderte ich keine Schließung, sondern Maßnahmen! Maßnahmen für einen sicheren Schul- und Kitabetrieb…

    Soziale Belange nicht zu bedienen, wird hart sanktioniert. Dabei tut dies die Politik nicht!

    Unsere Gesundheit ist nicht weniger wichtig, als Betreuung oder Präsenzunterricht!

  26. Ich bin auch geschockt:
    Heute habe ich mit einer Mutter in Elternzeit telefoniert, die mir erzählte, wie anstrengend es sei den ganzen Tag das eigene Kind zu betreuen. Es sei so anstrengend neben der Kinderbetreuung auch noch andere Dinge zu erledigen. Sie selbst bliebe total auf der Strecke. Warum setzen Menschen heutzutage überhaupt noch Kinder in die Welt. Weiß man nicht, dass das Kinderglück auch massive Einschränkungen mit sich bringt? Ganz ehrliche Frage?
    Dafür hat man aber Kinder, die man über alles lieben darf. Die einem auch diese Liebe geben. Sie lächeln einen an und all die Anstrengungen sind vergessen.
    Wohlgemerkt, die Frau am Telefon hat sonst keine weiteren Verpflichtungen. Sie erzählt mir auch ständig, wie schlimm der Lockdown für ihr einjähriges Kind sei und, dass dem Kind die sozialen Kontakte fehlen. Das Kind brauche ganz viel Aufmerksamkeit. Sind diese Sprüche jetzt Trend geworden?
    Ich verstehe die Menschen nicht mehr und entwickele eine Aversion gegen Eltern.

    Neulich in der Schule behauptete doch tatsächlich einen Elternteil, dass ich mich nicht um das Kind kümmere. Das Kind hatte zwei Wochen unentschuldigt gefehlt. Sämtliche Kontaktaufnahmeversuche meinerseits blieben völlig erfolglos, bis ich mit einem Bußgeldverfahren drohen musste.

    Ich wette diese Eltern schreien da draußen am lautesten. Das sind auch die, die behaupten Lehrer seien faul. Einfach um die eigene Unfähigkeit zu kaschieren. Weil sie selbst die Verantwortung nicht mehr übernehmen können, völlig überfordert und hilflos sind. Und in solch einer Situation ist die leichteste Lösung einen Schuldigen zu finden und alles auf den Lehrer zu schieben. Im Prinzip sind die Eltern nur bemitleidenswert.
    Einfach weil sie ihren grundlegenden Aufgaben als Mutter/Vater nicht mehr nachkommen können. Und meiner Meinung nach hat das mit geschlossenen Schulen nur wenig zu tun. Die geschlossenen Schulen machen nur sichtbar, was uns Lehrern immer sehr schnell klar wird. Sobald man die Eltern kennengelernt hat, weiß man, warum die Kinder in der Schule Schwierigkeiten haben.
    Der Apfel fällt eben meistens nicht weit vom Stamm. Es steht und fällt immer mit dem Elternhaus.

    • Defence,
      wir sortieren gerade im Freundeskreis die Eltern aus, die ihre Kinder in die Kita bringen obwohl ein Elternteil nicht arbeitet. Es geht um die eigene Bequemlichkeit, nicht um einen Job, den man sonst verlieren könnte oder der systemrelevant ist. Eine abstoßende Ego Mentalität, in der Erzieherinnen und Lehrer als so eine Art persönlicher Lakai betrachtet werden. Kein Gedanke daran, dass Erzieher/innen auch Familie haben.

      • Vollstes Verständnis! Es ist auch eine Wucht, dass daran Freundschaften zerbrechen müssen. Corona lässt eben den Egoismus und die Ursachen vieler Probleme nur offensichtlicher zeigen, woran wir uns tagtäglich abgeackert haben. Unser Wohlstand ist und war zu groß, dass sich viele ihrer eigenen Konsequenzen nirgends mehr bewusst sind…

    • Ja. Nach soviel Homeschooling und Kinderbetreuung wird man es sich überlegen, ob man den Lehrern weiter vorwerfen will, zuviel zu verdienen.
      Oder anderen Leuten Egosimus, die sich FÜR Kinder anstatt Karriere entscheiden und diese auch versorgen.

  27. Einige Erzieherinnen in unserer Stadt zogen die Konsequenzen. Die Kinder vermissen sie schmerzlich, aber diese Entscheidung ist rational nachvollziehbar. Es geht sehr konkret um die Frage Gesundheit oder Arbeit. Und wenn ein gutverdienender Partner oder eigenes Vermögen im Hintergrund sind, fällt die Entscheidung nicht schwer. Nach der Pandemie werden Erzieher/innen sehr gefragt sein.
    Es ist für mich aber weiterhin unerklärlich, dass AN an Kitas, die über 60 sind oder die sich in einer Risikogruppe befinden, ohne Schutz arbeiten. Das ist arbeitsrechtlich sehr heikel und die Kitabetreiber spielen ein gefährliches Spiel.
    Ohne FFP2 und festen Gruppen grenzen Kitas an fahrlässige Körperverletzung.

    • Solange COVID nicht als Berufskrankheit anerkannt wird und Erzieher*innen Zettel unterschreiben, die sie besser nicht unterschreiben würden, kann man es – sorry – mit ihnen machen.

  28. Ich will die Party ja nicht stören, aber es geht leider auch andersherum: Es gibt etliche Beruchte von Eltern, z.B. in SH, bei denen die Kitas ohne Enfe Mauern, selbst bei Anspruch (!) der Eltern. Da wird sich gefühlt an jeden Strohhalm geklammert um die Kinder rauszuhalten. Z.B. wird Krankenpflegern erzählt, dass diese ja an ihren freien Tagen unter der Woche ihre Kinder zuhause behalten könnten, schließlich hätten sie ja frei – dass diese „frei“ der Zeitausgleich fürs Wochende bzw. den Dienst dort ist, wird nicht akzeptiert.

    Keiner kann mir erzählen, dass das nicht systematisch von den Trägern so gemacht wird, um möglichst viele Kinder aus der Kita widerrechtlich rauszuhalten, weil die Personaldecke so dünn ist und man so Personal spart bzw. schonen kann.

    Das andere Eltern im übrigen die Arsch******* sind habe ich von einem Bekannten mitbekommen, bei dem im Elternchat fröhlich geschrieben wurde, man hätte ja einen Anspruch auf die Betreuung, hätte das Kind aber bisher nicht geschickt, weil es auch zuhause ging. Wenn jetzt aber Kind X in die Kita käme, hätte er ja dort einen Freund, da könne er dann in die Kita gehen. Da bleibt einem die Spucke weg, ehrlich.

    Nun sind SH und NRW nicht vergleichbar, aber es gibt eben auch extreme in die anderen Richtungen.

    • Verstehe ich ehrlich gesagt nicht. In vielen anderen Berufen sind die „freien Tage“ das Wochenende. Mir durchaus klar, dass viele Eltern auch dann ihre Kinder liebend gern in die Kita stecken würden, aber zum Glück sind diese am Wochenende eben noch geschlossen.

    • Also wenn ich an die Krankenschwestern und Pfleger aus den verschiedenen Einrichtungen denke, fällt mir immer nur auf, dassgerade diese alles dransetzen, um so viel Zeit wie möglich für ihre Kinder zu haben. – „Abschieberitis“ ist eher ein Phänomen von Besserverdienenden oder denjenigen, die allzu lange keiner Arbeit mehr nachgegangen sind und die Probleme haben, deretwillen Erzieher einsehen, dass diese Kinder besser in die Kitas kommen.

  29. Sorry, aber da kann ich die Erzieherinnen total verstehen. Wenn die Eltern frei haben, können sie sich doch um die Kinder kümmern. Wo ist das Problem?

  30. Erzieher*innen sind diejeinigen, die bislang am stärksten in der Corona-Krise „verheizt“ worden sind – die Daten der AOK zu COVID-19-Erkrankungen dieser Berufsgruppe sprechen Bände.
    1) Es wurde verleugnet, dass Kinder SARS-CoV-2 weitergeben können – obgleich dies seit März 2020 hinlänglich bekannt ist.
    2) Erzieher*innen haben aus „pädagogischen Gründen“ keine Masken und Schutzausrüstung tragen dürfen – teils wird dies offenbar immer noch so gehandhabt.
    3) Die Gewerkschaften haben bewusst weggesehen, weil sie ideologisch auf die anderen Arbeitnehmer*innen geschaut haben, deren Kinder versorgt werden müssen. Außerdem sind sie stark mit der SPD verbandelt, die die KMK-Vorsitzenden gestellt hat und aktuell stellt.
    4) Die KMK-Vorsitzenden Hubig (SPD) u. Ernst (SPD) waren bzw. sind offenbar mit der Komplexität des Geschehens überfordert und haben deshalb die Trumpeske Lösung des Leugnens als politische Strategie gewählt.
    5) Teure Schutzmaßnahmen wie Luftfilter, FFP2- und FFP3-Masken, Schutzschilde und weitere Schutzkleidung wurden und werden dieser Berufsgruppe vorenthalten oder nur unzurechend gestellt.
    4) Die Eltern sind in der Regel jung, fühlen sich auf der sicheren Seite und verstehen nicht, dass sie die Erzieher*innen massiv gesundheitlich gefährden. Das heißt, anders als bei Schulen, gibt es keine breite Elternschaft, die selbst Schlimmstes befürchten muss, wenn das Virus in der Institution zirkuliert.
    5) Es gibt keine starken bundesweiten Verbände, die für die Belange der Mitarbeiter*innen eintreten.
    6) Frau Giffey (SPD) sieht als Bundesfamilienministerin nur das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Da sie offenbar kein moralisches Gewissen hat, blendet sie die tatsächliche Situation aus. Am Donnerstag sagte sie der Presse – ich zitiere sinngemäß: dass Erzieherinnen „nicht so gut Abstand halten können“, weil „kleine Kinder nicht so gut Abstand halten könnten.“ Diese Binsenweisheit, die zudem falsch ist, denn in Kitas wird überhaupt kein Abstand gehalten, war ihr bislang größtes Eingeständnis gepaart mit der Vorderung, nun Impfstoff für Erzieher*innen bereit zu stellen.
    7) Die Kitaträger (Städte, Gemeinden, Kirchen) schauen aus finanziellen Gründen weg.

    Summa summarum: Versagen auf der ganzen Linie und fehlende Wertschätzung der Protagonist*innen eines klassischen „Frauenberufs“!

    • Genau meine Gedanken, danke S. !

      Frau Giffey u. Hr. Heil hatte ich als Mutter, nicht als Erziherin, wegen des mangelden Infektionsschutzes in den Kitas auch schon angeschrieben. Konkret hatte ich ihnen vorgeschlagen, einen Kündigungsschutz für das Elternteil, welches die häusliche Betreuung der Kinder, während der Pandemie, übernimmt, zu überdenken. Na? Ja genau, keine Antwort, bis jetzt auf jeden Fall nicht.
      Liebe Erzieher(innen), vielleicht wenden sie sich, genau wie die Elternverbände mittlerweile auch, direkt an Fr. Merkel.
      Sie scheint derzeit die Einzige zu sein, die die Tragweite dieser unregulierten Kitaöffnungen Überblicken kann oder auch überblicken will. Wer mal einen Blick auf die Facebook oder Twitterseiten einiger Landespolitiker geworfen hat, dem wird schnell klar, um was es diesen bzgl. der Kita u. Schulöffnungen (auch) geht: Bald sind Wahlen und die Elternschaft muss bei Laune gehalten werden.

    • @S…sehr gut zusammengefasst.Ich Frage mich,wer die vielen „vom Homeoffice geschädigten Kinder“ betreuen soll und mit welcher Qualität?Es gibt einige junge Erzieher ,die gekündigt haben. Viele Azubis haben bereits gesagt,dass sie lieber weiter lernen,aber diesen Beruf so nicht wollen.Passen dann die Alten auf 40 Kinder auf???In BB ist der Schlüssel 1:12…Wenn die Kinder länger als 8h kommen,sonst noch höher. Viele der erkrankten Erzieher werden nicht mehr so weiter arbeiten können,weil sie Langzeitschäden haben. Ich bin im Jan erkrankt,milder Verlauf…bin ich gesund?Nein.Und ich fürchte mich vor der Arbeit.Ein Gefühl,das ich in 35Jahren als Erzieherin nie hatte.Ich vermisse meine Kitamäuse unfassbar,aber die Angst ist stärker. Es fühlt sich an,als wäre man Opfer eines Verbrechens geworden und müsste an den Tatort zurück….

  31. Servus, Ihr Lieben alle, ich bin beruflich in der Fachpflege tätig (seit 25 Jahren) — Jeder Mensch kann sein Immunsystem stärken — ich bin immer wieder entsetzt, wie es Medien und Politik gelang so viel Panik zu verbreiten– das Durchschnittsalter der Menschen, die versterben, liegt bei 80 Jahren und nicht jeder, der Diabetes hat oder eine Bluthochdruck mit 45 jähren ist automatisch ein Risikopatient- das ganze Leben ist ein Risiko, die Fahrt auf überfüllten Autobahnen im Sommer z.B., jedes Jahr – wer auf den Impfstoff vertraut, soll ihn gerne haben, ich habe ihn abgelehnt, da ich mich noch zu gut an die Schweinegrippe 2009 erinnere, damals wurde auch ein Impfstoff aus dem labotzylinder sehr schnell entwickelt , dieser wurde wegen eklatanter schlimmer Nebenwirkungen vom Markt genommen
    (Pandemerix, kann jeder nachlesen) .. wenn ich jetzt lese, wieviel Unheil dieser mRNA Impfstoff, der so noch NIE am MENSCHEN angewendet wurde, so anrichtet, verzichte ich dankend… ich empfehle auch die Seiten der Ärzte für Aufklärung zu lesen — es ist für ich gerade absurd, dass Gerichte Entscheidungen der Politik kippen, weil diese sich außerhalb des Rechtsstaates bewegen, wo soll das enden, wenn sich die Gesellschaft nur noch als Virenschleudern betrachtet und vor allem die Kinder als Gefahr sieht, einfach nur noch schlimmich hab drei Kinder, vor 20 Jahhren schloß die Kita hier auf dem Dorf jeden Tag um 12h ich habe jede Mittag gekocht, Oma war gottlob oft da, drei Generationen, herrlich für alle– werdet wieder normal, liebe Leute ( mein Sohn ist schwer herzkrank und Maskenbefreit, er kann in seinem beruf als Verkäufer nicht arbeiten…er wird diffamiert…) so weit sind wir gekommen…

    • „Jeder Mensch kann sein Immunsystem stärken“
      Na, dann kann man Krankenhäuser ja gleich ganz schließen und Apotheken auch. Mann muss ja nur sein Immunsystem stärken. Mensch, wenn wir dich nicht hätten.

    • Wer sich infiziert hat,denkt anders. Mein Immunsystem ist gut,darum war der Verlauf mild.Trotzdem war es keine Grippe und auch nichts vergleichbares. Ich bin seit Wochen krank,so schnell ist der Virus und sein Tun nicht besiegt.Und es ist vor allem der Kopf, der darunter leidet. Der jetzt die Tragweite erkennt,die Lüge der Verharmlosung und die Folgen der fehlenden Kontakte. Es ist schmerzhaft zu ertragen,dass Freunde und Familie sich distanzieren,weil man in der Kita ein zu grosser Risiko hat.Wenn das eigene Kind nicht eingeladen wird,weil die Mutter in der Kita arbeitet.Und die Politik einfach darüber hingeschaut,es völlig egal ist. Das macht kaputt,entmutigt..zerstört den Traumberuf bis in die Tiefe. Auch ein milder Verlauf kann langwährig sein..und gegen Ansteckung hilft das beste Immunsystem nichts…vielleicht außerhalb von Kitas und Schulen,wo Schutzmaßnahmen getroffen werden.

  32. Ich bin jetzt Erzieherin aus Niedersachsen und war bis Ende 2020 noch in Bremen. Im Oktober 2020 infizierte ich mich in meiner Kita mit Corona. Das war schon schlimm genug. Nachdem Bildungssenatorin Bogedan dann noch in Bremen plädierte ALLE Kinder in die Kitas und Schulen zu schicken, habe ich nach 8 Jahren im ÖD Bremen gekündigt.
    ICH STIMME DIR IN JEDEM GESCHRIEBENEN WORT ZU 100% ZU. !!! ICH HÄTTE GERN DIE POLITIKER MIT IHREN FRISCHEN FRISUREN UNTER UNSEREN ARBEITSBEDINGUNGEN IN DER KITA ARBEITEN! IM ANSCHLUSS WÜRDEN IHNEN WOMÖGLICH DIE HAARE ZU BERGE STEHEN!

  33. Jeder Mensch kann sein Immunsystem stärken… Aber sollte er das auch? Bei mir und vielen vielen anderen Autoimmunerkrankten ein klares NEIN!!! Sie haben anscheinend einen medizinischen Hintergrund und diese Tatsache ist Ihnen unbekannt? Wenn wir unser Immunsystem hochfahren, richtet sich unser eigener Körper, unser eigenes Immunsystem gegen uns und löst einen Schub der jeweiligen Erkrankung aus (deswegen nehme ich Immunsuppressivum). Deswegen kann ich das auch nicht einfach so absetzen, das Risiko, wieder schwer zu erkranken, ist einfach zu hoch. Und wenn ich „ich“ schreibe, meine ich noch Millionen anderer Betroffener. Bitte nicht so Pauschalisieren. Besonders nicht mit einem wie auch immer gearteten medizinischen Vorwissen z.B. aus der Apothekenumschau. Uns gibt es. Wir sind HIER. Und wir sind viele.

  34. Danke für diese wahren Worte. Ich habe mich in der Kita mit Corona an einem Kind infiziert. Ich bin mit Spätfolgen immer noch krank zu Hause. Da bringen auch die 14 tägigen Test für Erzieher nichts,denn wenn der positiv ist, ist es für einen selbst zu spät. Der Träger hat mich als schwer Lungenkrank nicht freigestellt,so haben wir seit letztem März durchweg gearbeitet. Wenn ich dann gefragt werde,was ich mit all der freien Zeit mache da ja die Kitas geschlossen seien,bekomm ich die Krise. Wir hatten und haben die gesamte Zeit und über 70% Auslastung,d.h 70 Kinder +Eltern+ Mitarbeiter sprechen wir hier über mehr als 100 Kontakte täglich,aber privat darf ich nur 1 Person treffen

    • Es ist schlimm, dass die Gesellschaft es zulässt, dass soetwas passiert! Kein Politiker und auch kein Elternteil wird Ihnen in Ihrer jetzigen Situation helfen. Wir leben in einer sehr egoistischen Gesellschaft, in der recht viele ihr eigenes Schäfchen gern ins Trockene bekommen wollen, auch auf Kosten von anderen. Ich finde es mehr als unanständig, dass Eltern, die ihre Kinder häuslich betreuen könnten, sie dennoch in die Kita bringen. Schlimm und verwerflich finde ich auch, dass PolitikerInnen ihnen die Möglichkeit dazu geben, um ihre Beliebtheitswerte zu steigern. Egoistisch, unanständig und zutiefst unsolidarisch. Wo bitte sind die vielen Eltern, die jeden Abend auf den Balkons für die Lehrer und Erziehrer ihrer Kinder klatschen?!

  35. Ein Brief der mir aus der Seele spricht ABER ich bin seit 35 Jahren im Beruf und es hat sich noch nie !!! etwas für uns zum Besseren verändert und wir haben nur immer zu funktionieren !!! ansonsten bleibt nur beten und hoffen weil sich keiner für Erzieher interessiert.

  36. NEU: MASKENPFLICHT rund um KITAS

    Im Umkreis von 200 Meter rund um die Gelände von Kindertagesstätten in Solingen muss jetzt eine Alltagsmaske getragen werden.
    Die Regelung gilt vorerst vom 14. Februar bis 7. März 2021. Hintergrund sind vermehrt aufgetretene Corona-Fälle (mit britischer Virus-Mutation) in verschiedenen Solinger Kitas.
    Bis zum 07. März sind im öffentlichen Raum im Umkreis von 200 m um eine KiTa das Tragern von Alltagsmasken Pflicht.

  37. Wie wäre es denn mit Masken aufsetzt ihr Lehrer und Erzieher. Eine Krankenschwester zum Beispiel und viele andere berufstätige müssen auch den ganzen Tag eine tragen. Dieses geningel kann ich nicht mehr hören. Da platzt mir der…

    • Können wir machen. Aber dann ist halt nix mehr mit Mimik, Sprachförderung und Mund-Motorik. Und getröstet wird auf Abstand. Mal schauen, wie die Eltern dann reagieren 😉 Hier in BW gab’s deshalb schon Beschwerden, weil die Kinder und nicht mehr verstehen, gerade die, die Deutsch nicht als Erstsprache haben.

      Und alle 75 Minuten machen wir dann 30 Min. Pause, wie laut Maskenhersteller dringend empfohlen. So müssen wir die Betreuungszeiten jedes Kindes reduzieren. Gern!

      Einfach Mal mitdenken, statt blind zu argumentieren.

    • Wie wäre es ,wenn Sie mir erklären, wie sich Kinder untereinander nicht anstecken, weil ich eine Maske trage? ganz abgesehen davon, dass einfache OP-Masken nur bedingt schützen und ffp2 nur 75 Minuten am Stück getragen werden sollen…

  38. Allen, die sich beschweren, muss ich mal einen Tipp geben, wie sie ihre Beschwerde gezielter verbreiten und viel mehr Entscheidungen tragende Menschen erreichen können:
    SCHREIBT AN DIE LANDTAGE! Briefe werden automatisch an alle Abgeordneten verteilt. Und sie müssen dann in den zuständigen Fachausschüssen der Landtage mit behandelt werden, wenn es um das jeweilige Thema geht. Die Adressierung ist einfach: Notfalls reicht „Landtag NRW Düsseldorf“. Alle Landtage haben auch öffentliche E-Mail-Adressen. Man schreibt in den Betreff: „Zuschrift an die Mitglieder des Landtages“.

    Wer nur an Ministerien schreibt, gelangt nur an die Regierungsmitglieder, bzw. deren Beamt*innen. Dass die sich nur verteidigen, ist doch klar. In den Landtagen sitzen Oppositionsparteien, die unsere Anliegen aufgreifen können – wenn sie davon erfahren.

    • Den Landtag von Rheinland-Pfalz hat nicht mal eine im Dezember eingereichte Petition bezüglich des Schutzes von Erziehern interresiert. Lediglich 9 Abgeordnete haben darauf reagiert, durchweg CDU und Afd, wir haben bis heute keine Antwort darauf erhalten. Sie ist einfach im Nirvana verschwunden, obwohl der Einreicher alles versucht hat.

  39. Susan Pönisch soll das ein Witz sein? Glauben sie ernsthaft, dass man als Lehrer und Erzieher ausreichend geschützt ist, nur weil man einen Mund-Nasen-Schutz trägt? Ich bin Lehrerin an einer Grundschule und trage seit Monaten sieben Stunden täglich ohne Unterbrechung FFP2, zumindest in Hessen gilt nämlich an den Schulen für ALLE Lehrkräfte seit Monaten Maskenpflicht. Nur nützt das rein gar nichts, wenn 20 Kinder und mehr OHNE Maske und Abstand in einem Raum um dich herum wuseln. Maskentragen ist nur ein Teil der Lösung und schützt alleine NICHT vor einer Infektion. Und im Gegensatz zu uns Lehrern dürfen viele Erzieher gar keine Maske tragen, weil das die Kleinen angeblich verstört und Ihnen Angst macht. Angeblich… Es ist eine bodenlose Unverschämtheit unseren Berufsgruppen „jammern“ zu unterstellen, die wir tagtäglich sehenden Auges trotz Risikos zur Arbeit gehen und die Kinder niemals spüren lassen, wie unsicher wir innerlich sind. Eine Kollegin von mir hat sich innerhalb von wenigen Monaten in der Schule gleich zwei Mal infiziert, was äußerst unwahrscheinlich ist und dennoch ist es passiert, nun ist sie mit Mitte fünfzig langzeiterkrankt und hat eine Herzschädigung davongetragen. Und dann sprechen sie von jammern, wenn hier jemanden der Arsch platzt dann mir, wenn ich von Leuten so einen herablassenden Kommentar lese wie den Ihren.

  40. Hallo Susan, haben Sie schon mitbekommen, dass Kinder zwischen 0 und 6 Jahren keine Maske tragen dürfen, somit schütze ich mit einer Maske die Kinder, die Kinder mich als Erzieher aber nicht. Sie dürfen gerne einmal hospitieren kommen und sich den ganzen Tag anniesen, anhusten, ins Gesicht fassen lassen…., dann können Sie „ningeln“. Ich bezweifle nicht, dass es auch in den Pflegeberufen für alle sehr schwer ist (auch da wurde sich in den letzten Jahren zu Tode gespart), aber zumindest haben da alle Beteiligten eine Maske auf…

  41. Ich arbeite als Erzieherin im Hessen. Bin ein ein hoher risikopatient und arbeitete anfangs im home office, seit 8 Monaten nicht mehr. Die Kitas sind für alle berufstätige Eltern offen, verständlich die Eltern müssen arbeiten. Jetzt frage ich mich, wenn alle Kinder wieder kommen, wo ist mein Schutz, na ja bislang gab’s ihn auch nicht. Ich muss ffp2 Masken tragen, als asthmatiker und mit nicht richtig funktionierenden Lungen, glauben sie mir, nach 8 Stunden Arbeit bin ich mehr als bedient. Es ist eine Qual, ich kann den Kindern nicht mal ein Buch vorlesen, ohne das Gefühl zu ersticken. Was bringt mir die Maske? Die Kinder haben keine und Abstand halten zu Kindern… , wie soll es gehen? Ich riskiere jeden Tag mein Leben, weil ich zur Arbeit gehe. Die Ärzte haben mir schriftlich mitgeteilt, daß im Falle einer Ansteckung, mein Verlauf sehr schwer bis tödlich wäre. Meine privaten Kontakte reduzierte ich stark, meine Kontakte sind ausschließen auf der Arbeit. Es ist nicht nachvollziehbar welche Kontakte die Kinder und ihrer Eltern pflegen, wie ernst sie es nehmen. Damit bin ich jeden Tag konfrontiert, ich habe auch eigene Kinder und die brauchen ihre Mutter. Wer schützt mich? Der Beitrag den ich gelesen habe, hat mir aus der Seele gesprochen. Ich verstehe es nicht, ich verstehe die Politik wirklich nicht.
    Ich liebe mein Beruf von Herzen, mit allen kanten und Ecken und würde mich immer wieder für diesen Beruf entscheiden. Wir haben eine lebensbedrohliche Pandemie, die ernst zunehmend ist. Wir müssen Prioritäten setzen, Eltern die berufstätig sind, natürlich brauchen Kinder und Eltern eine Betreuung. Aber Kinder deren Eltern zu Hause sind und einfach keine Lust mehr haben, ihre Kinder zu Betreuen. Das verstehe ich nicht, warum muss ich und da bin ich gewiss nicht allein, mein Leben, unser Leben und gesundheit auf Spiel setzen. Was ist ein Menschenleben wert? Das ist doch kein Spaß, keine schlechte Laune, die Situation ist sehr ernst zu nehmen.

    • Es ist für Erzieher eine zusätzliche seelische Belastung, wenn sie sich nach Kräften um die Einhaltung der Hygiene bemühen und dann mitbekommen, dass Eltern die Geburtstage von Kleinkindern, für die eine Feiern mehr Stress als ein freudiges Ereignis ist, im größeren Stil feiern. – Andere feieren – und Erzieher*innen werden zum Teil sogar von Familie und Freunden gemieden, weil diese Erzieher*innen als Risikokontakte ansehen. – Mit dem Weiterverbreitung der Mutanten wird es noch unangenehmer für die Sozialen werden…

  42. Liebe Lina,
    Ich glaube dir, dass du eine sehr schwere private Situation zu bewältigen hast. Kein Erzieher und kein Lehrer würde je eins deiner Kinder, oder ein anderes, seine eigenen privaten Sorgen und Ängste jemals spüren lassen. Das nennt sich Professionalität. Dies solltest du wissen, wenn du selbst in dem Bereich tätig bist. Und noch einmal: genau um deine Kinder oder Kinder in ähnlichen Situationen geht es nicht. Es geht um diejenigen, deren Eltern in einer Villa leben, die Mutter ist als Hausfrau tätig und bringt ihr Kind trotzdem 5 Tage die Woche. ( bei uns gerade der Fall) Muss das momentan wirklich sein?

    • . Es geht um diejenigen, deren Eltern in einer Villa leben, die Mutter ist als Hausfrau tätig und bringt ihr Kind trotzdem 5 Tage die Woche. ( bei uns gerade der Fall) Muss das momentan wirklich sein?

      Aha, wie viel Prozent der Kinder sind das? 0,5? Oder doch 1 ganzes?
      Bei uns in der Kita is nicht ein Kind, bei dem nicht beide Eltern arbeiten!

      • Hallo Deechen,
        natürlich kommt dies sehr auf die Lage der Kita an. In der Einrichtung, in der ich arbeite, ist in vielen Familien nur ein Elternteil berufstätig. Oder ein Elternteil arbeitet nur 2 Tage die Woche „um mal aus dem Haus zu sein“

  43. Sie schreiben mir und vielen, die diesen Beruf ausüben, aus der Seele!!! Ich habe täglich Angst in die Kita zu fahren, kann mir aber weder reduziertes Gehalt, noch den Luxus einer Kündigung erlauben. Ich bin über die Maßen enttäuscht von unseren „Volksvertretern“, die diesen Titel schon lange nicht mehr verdienen.

  44. Hallo Lina.
    Jeder hat seine Sicht auf die Situation, aber deine Anschuldigungen sind haltlos und sehr egoistisch.
    Ich möchte nicht mit einer Covid-Infektion belohnt werden, weil andere Menschen sich 4 Kinder anschaffen und nicht überdenken, dass das mit Entbehrungen und Aufopferung verbunden ist. Dass man für seine Kinder verantwortlich ist, immer und in jeder Lebenslage. Die 4 Kinder sind nun da, also stelle dich deiner Situation und spare deine Kraft, die du fürs Bashing aufwendest. Ich wusste, dass ich in meinem Lebenslauf nur 2 Kinder erziehen und gut betreuen kann. So etwas nennt man Familienplanung.
    Deine Worte sind fehl am Platze, weil du die eigene Verantwortung auf dem Rücken der Lehrer und Erzieher abladen möchtest. Ich als Lehrerin bin für die Bildung zuständig und keine Betreuungsperson.
    Dein Kommentar perlt an mir ab, auch um mich und meine Familie zu schützen.
    Sei ganz einfach für deinen Nachwuchs da und fange an, deine Situation von einer realistischen Perspektive aus zu betrachten.
    RIKE

  45. Statt sich gegenseitig zu attackieren- folgender Vorschlag:

    Für jene Entscheidungen / Kriterien der Regierung darf KEIN Lehrer oder Erzieher als Sündenbock fungieren!

    Dass sich das pädagogische Fachpersonal hier nahezu einstimmig zu einer gewissen

    „Möchtegern-Helikoptereltern-aber bitte nicht 24/7- Fraktion“

    kritisch äußert,

    ist längst überfällig und hat rein gar nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun.

    Hätte sich Jeder solidarisch an die geltenden Richtlinien zb bezüglich der Notbetreuung gehalten,
    wäre solch ein Diskurs gar nicht notwendig.

    Aber NEIN:

    man wird angelogen,
    ausgetrickst
    und das tendenziell leider von Jenen,
    die zb in Führungspositionen tätig sind,
    von
    deren Bildungsstand man sich weitaus mehr Solidarität hätte wünschen können !

  46. Hallo Lena Ghieh,
    Schade, dass du deinen Frust gerade an der falschen Stelle raus lässt. Und schade auch, dass du es nicht schaffst, die gängigen Regeln der Höflichkeit einzuhalten. Dass du frustriert bist, ist klar bei so einer großen Familie in so beengten Verhältnissen, wie du sie beschreibst. Aber genau solche Familien wie deine, haben genau deshalb Anspruch auf Notbetreuung. Wird diese dir denn gerade verweigert?

  47. Lina,
    die Frage ist hoffentlich erlaubt, warum man sich 4 Kinder anschafft, wenn man so beengt lebt?
    Warum sollen Erzieher/innen ihr Leben riskieren, um Ihre private Problematik abzudecken.
    Es tut mir leid, aber ich habe kein Verständnis.

  48. An Lina@
    Liebe Lina. So klar und realistisch, wie ich die Situation sehe und hier eigentlich aus Erfahrung spreche, so ist es leider.
    Ich war erst gestern in der Notbetreuung… Feine Sache….. Und von bestimmten Kindern persönlich weiß ich, dass Eltern(Teile) zuhause sitzen, währenddessen ich mit dem Nachwuchs die Aufgaben abarbeite und dafür einem Infektionsrisiko ausgesetzt werde.
    Ich kann das nach über 30 Berufsjahren nicht mehr nachvollziehen.
    Und wenn ich Dir an ein bestimmten Stellen zu nahe getreten bin (Sorry) , dann ist das u.a. ein Zeichen meiner gewachsenen Dünnhäutigkeit gegenüber bestimmten Eltern, die nur fordern, bequem sind, überheblich auftreten,…, aber andererseits nix auf die Reihe kriegen, was ihre Erziehungsaufgaben betrifft. Und diese Jacke müssen sich viele anziehen. Ich bin nicht der Betreuer von Schülern und habe ein Recht auf Unversehrtheit.
    Mich macht diese Art und Weise, wie man mit uns umspringt, krank. Und Sie sind ein Teil davon.
    Lg

  49. Lina Gieh,
    Sie bellen den falschen Baum an. Sie wollen doch sicher auch nicht über Ihre Kinder infiziert werden? Wäre es deshalb nicht sinnvoller, sich für Schutzmaßnahmen einzusetzen, die Kinder und Erzieher/innen schützen?
    Bestehen Sie beim Kitabetreiber darauf, dass die Mitarbeiter geschützt werden statt von Erzieherinnen zu verlangen, ihr eigenes Leben wegen Ihrer Kinder zu gefährden.
    Bestehen Sie auf Kita mit Schutz und allen ist gedient.

    • Dem kann ich nur beipflichten.Schon im ersten Lockdown würde über Lehrer und Erzieher gewettert. Ich war fassungslos.Als hätten Wir irgendwo ein Mitspracherecht gehabt.Als hätten wir die Kitas geschlossen oder eingeschränkt?Wir wurden nicht gefragt,zu keiner Zeit.Aber wir müssen uns täglich Klagen von Eltern über die Zeit mit ihren Kindern anhören.Was für ein Armutszeugnis.Merken Eltern denn gar nicht,wie sehr sie ihre Unfähigkeit demonstrieren.Sind Pädagogen Zauberer??Das vorm Tv geparkte Kind findet auch in Kitas in kein erfülltes Spiel.Und ein Faulenzer startet im Homeschooling sicher nicht voll durch.Aber..Kinder gehören vor allem ihren Eltern!! Und dass es ein Recht auf Kita gibt, hat vor allem wirtschaftliche Interessen.Man kann auch ohne Kita ein intelligenter,emphatischer Mensch werden.. Kitaplätze gab es nicht immer so flächendeckend.Auch Schulen sind unterschiedlich.Was aus einem Menschen wird, wird vor allem durch sein Elternhaus und seinen Umgang geprägt.Ich habe 3 Kinder.Keines davon,weil es Kitas und Schulen gibt.Aus reiner Eigennützigkeit und Liebe.Als mein 2. geboren wurde,blieb die Grosse im Babyjahr auch zuhause.Sie wollte nicht in die Kita,wenn wir doch zuhause sind.Erschien mir logisch.Hat sie was verpasst?Nein…sie hat zu ihrem Bruder ein fantastisches Verhältnis. Mein Nesthäkchen möchte ich in diesen Zeiten unter eine Glocke setzen und sie vor diesem Wahnsinn beschützen.Was mir fehlt ist das Gefühl,sie für Stunden woanders haben zu wollen.Sie darf sich mit ihrer Freundin treffen, aber braucht sie die Schule unter diesen Bedingungen?

  50. Wenn Sie sich wirklich der Verantwortung ihrer Kineer bewusst sind, würden Sie sie nicht auf Biegen und Brechen in die Betreuung abschieben wollen!

  51. Ich als Erzieherin danke meiner Kollegin unbekannterweise für diesen Brief!
    Jedes einzelne Wort stimmt!
    Und das sehr viele Eltern einfach dreist, unehrlich und zu faul sind, sich um ihre Kinder zu kümmern,
    ist nicht erst seit Corona bekannt!

  52. Der Erzieherberuf wird durch die Art und Weise, wie derzeit mit diesen Frauen (und Männern) umgegangen wird, sicher nicht attraktiver…

  53. Die Autorin des Beitrags spricht mir aus der Seele. Unglaublich wütend machen mich hingegen die verständnislosen Kommentare der „Berufsfremden“, wir sollten das jammern lassen..

    Ich bin Tagesmutter und alleinerziehende Mutter einer 12jährigen Tochter. 2017 habe ich zusammen mit einer Kollegin eine Großtagespflege für 8 Kinder u3 in einem sozialen Brennpunkt eröffnet. Meine Kollegin hat im Sommer 2020 unsere GTP verlassen, seither betreue ich alleine 5 Kinder und mache alle zusätzlich anfallenden Arbeiten (Kochen, Putzen, Einkaufen, Papierkram) ebenfalls allein. Meine Tochter habe ich -wann immer dies möglich war- im Distanzlernen gelassen, das ich neben meiner Arbeit telefonisch begleite. Bis zum Sommer (ihrem Geburtstag) hätte ich sie in die Notbetreuung schicken können, aber mir war das Risiko zu groß. Wir haben privat jeweils genau eine feste Kontaktperson, mit der wir uns treffen. Die Situation ist für uns beide nicht einfach, aber wir bekommen es irgendwie hin.

    Wieso geht das denn bei mir und nicht bei 2 Elternteilen, die sich abwechseln können?
    Bei uns in Niedersachsen „dürfen“ Kinder auch bei „banalen Infekten“ mit Schnupfen oder leichtem Husten betreut werden. Getestet wird selbst bei Symptomen so gut wie nie.
    Tagespflege läuft in Szenario A.

    Maske tragen geht nicht, aus pädagogischen Gründen. Fehlender Abstand versteht sich von selbst. Jedes in den Mund genommene/angehustete/angenieste Spielzeug sofort desinfizieren -wie soll ich das denn schaffen? Ständiges Händewaschen/Hände desinfizieren -ich gehe abends mit dick eingesalbten Händen und Handschuhen schlafen, weil mir als Neurodermitikerin ständig die Knöchel bluten. Aber so ist das eben, mit Corona müssen wir ja alle irgendwie leben. Aber die Umsetzung der Hygienepläne ist in meinen Augen utopisch.

    Von 4 meiner 5 Tageskinder ist jeweils mindestens ein Elternteil arbeitslos. Komischerweise ist die 5. Familie aber die einzige, die es mit dem Gesundheitsschutz ernst nimmt und das Kind so viel wie möglich zuhause betreut.
    Familie 1: Mutter arbeitslos, 4 Kinder in drei verschiedenen Einrichtung (Tagespflege, KiGa, Schule) nimmt für alle die (Not-)betreuung täglich in Anspruch. Und beschwert sich noch, dass IKEA dicht hat, weil sie die Kids da samstags -wie vor Corona- immer im Småland abgeben wollen würde.
    Familie 2: arbeitsloser, alleinerziehender Vater, nimmt die Betreuung täglich in Anspruch, weil ihm ja unfairerweise schon Silvester verboten werden sollte („das gabs jawohl noch nie, die spinnen doch!“) und er mal wieder „ein bisschen Ruhe“ bräuchte. Wo auch immer er mit Hartz4 das Geld her hat, reist er an den Wochenenden gerne zu Freunden und Verwandten, oft Bundeslandübergreifend, weil er „sich nichts verbieten lässt“.
    Familie 3 (mit 2 Kindern bei mir): Mutter arbeitslos, nimmt die Betreuung täglich in Anspruch und erzählt von Familienfeiern, die ein bisschen größer ausfielen, als sie dachte..-mal 20, mal 100 Leute. Gut, dass die nicht in der Stadt, sondern auf einem Hof in der Pampa waren, so gabs keinen Ärger.

    Und da soll einem nicht der A**** platzen?

    Notbetreuung, ja okay. Aber doch bitte mit klaren Regeln und Zuschüssen für geeignete Schutzmaßnahmen wie Luftfilter etc.
    Mit priorisierter Impfung für unsere Berufsgruppen und zwar mit den wirksamsten Impfstoffen!
    Mit verschärften Regeln für Eltern, deren Kinder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen (dann müssen doch privat nicht noch zusätzliche Kontakte zu anderen Kindern sein, oder?)

    Ich habe bereits Maßnahmen ergriffen: Kinder mit Erkältungssymptomen betreue ich nicht. Außerdem habe ich zwei Familien gekündigt, eine dritte wird folgen. Meinetwegen kann man mich da egoistisch nennen oder mir mangelndes Mitgefühl für die betroffenen Kinder vorwerfen. Mir ist der Schutz meiner eigenen Familie wichtiger und da fühle ich mich ganz klar im Stich gelassen.

  54. @catblue: „Notbetreuung, ja okay. Aber doch bitte mit klaren Regeln und Zuschüssen für geeignete Schutzmaßnahmen wie Luftfilter etc.
    Mit priorisierter Impfung für unsere Berufsgruppen und zwar mit den wirksamsten Impfstoffen!
    Mit verschärften Regeln für Eltern, deren Kinder Gemeinschaftseinrichtungen besuchen (dann müssen doch privat nicht noch zusätzliche Kontakte zu anderen Kindern sein, oder?)“ Meine Erkenntnis derzeit ist, dass wir in einer sehr egoistischen Gesellschaft leben. Das ICH kommt auch bei vielen Eltern immer zuerst. Dann, irgendwann, kommen die Kinder. Wir Lehrer und Erzieher sind oft Idealisten, was das Kindeswohl anbelangt. Die Ziele und Haltungen, die wir haben, teilen viele Eltern (und auch Politiker) nicht.

  55. Gerade hab ich mal wieder so eine freche und anmaßend Email einer Mutter bekommen, die ihr Kind in unserer Notbetreuung versorgen lässt…… Ich könnte nur noch schreien und beim Wort „Eltern“ wird mir schwarz vor den Augen.
    Ist jetzt vielleicht nicht angemessen genug, aber bei der fordernden und so „einsatzbereiten“ Elternschaft, bin ich mittlerweile so dünnhäutig geworden, dass ich diesmal gewagt habe zu widersprechen und um einen höflichen Umgangston gebeten habe.
    RIKE

  56. Ich kann deinen Leserbrief nur unterschreiben! In BW haben wir zwar „Notbetreuung“ in KiTas aber es gibt keine Vorgaben wer diese in Anspruch nehmen darf. Aus diesem Grund haben wir seit Anfang Januar wieder 80% aller Kinder in unserer Einrichtung. Eine Brennpunkt Kita sind wir definitiv nicht. Systemrelevante Eltern??? Darunter würden genau 2 Kinder fallen. Die Eltern unserer Kinder sind zu Hause, im Homeoffice, Homestudying, Homeschooling. Aber sie müssen ihre Kinder bringen – sie (die Kinder) brauchen die Kontakte, sie selbst (die Eltern) können sich sonst nicht konzentrieren oder die allerbeste Aussage: wir müssen doch unseren Haushalt machen, deshalb bringen wir unser Kind in die NOTbetreuung.
    Und so geht es auch in BW in vielen Einrichtungen zu. Die Gründe weshalb man sein Kind bringt, darf sich jedes Elternteil selbst aussuchen und wir dürfen nichts dagegen sagen oder unternehmen.
    Und so ist der Schritt zur vollen Öffnung nur ein kleiner. Denn eigentlichen haben wir schon seit Wochen offen. Aber trotzdem fühlt es sich verdammt beschissen an. Privat haben wir Kolleg*innen seit Monaten keine Kontakte mehr. Die Vielzahl an Haushalten auf der Arbeit reicht uns aus. Aber wie du schon geschrieben hast, wer schützt uns und unsere Familien? Erzieher*innen und Angehörige die Risikopatienten sind?? Niemand!
    Die fallenden bzw stagnierenden Fallzahlen beruhigen mich nicht. Und wenn ich die Entwicklung in KiTas im Land verfolge lässt mich das kaum noch schlafen. Ständig kommt es zu Infektionen und Ausbrüchen in KiTas…. Aber ja liebe Politiker, lassen wir doch die KiTas und Schulen wieder öffnen. Ich fühle mich wie eine Laborratte an der getestet wird was passiert.

  57. Da möchte ich am liebsten applaudieren. Hut ab! Genau so sieht unsere Realität aus! Aber mittlerweile kommt es ja noch besser! Jetzt müssen wir sogar Kinder betreuen, deren Eltern Corona- positiv getestet wurden. Es ist ja nicht so, dass diese Kinder Kontakt zu ihren Eltern hätten… Und warum befinden die sich die dann überhaupt in Quarantäne, wenn sie angeblich nicht mal die eigenen Kinder anstecken können??? Aber Hauptsache wir Erzieher halten jeden Tag die Stellung…

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