Kultusminister entlastet Grundschulen in der Corona-Krise – ein bisschen jedenfalls

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HANNOVER. Schnelltests, mehr Unterricht in der Klasse – und die Entlastung der Grundschulen: Mit einem Bündel von Maßnahmen will das Kultusministerium die Weichen für eine schrittweise und sichere Rückkehr zu mehr Normalität in Schule und Kinderbetreuung in Niedersachsen stellen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) legte in Hannover einen Zehn-Punkte-Plan zum weiteren Betrieb von Schulen und Kindertagesstätten vor und räumte ein: «Die Herausforderungen für Kinder und Eltern werden größer mit dem andauernden Lockdown.»

Die Grundschul-Kollegien werden mit zusätzlichen Anrechnungsstunden entlastet. Foto: Shutterstock

Die entscheidende Frage, ab wann die Schülerinnen und Schüler wieder aus dem Homeschooling in größerer Zahl zurück in die Schulen können, konnte Tonne noch nicht beantworten. Auf jeden Fall sollten bei weiter sinkenden Infektionszahlen im März weitere Schuljahrgänge im Wechselunterricht in die Schulen zurückkehren. Der Zeitpunkt solle in der kommenden Woche ausgelotet werden, die Schulen sollten auf jeden Fall ihre Anfangszeiten entzerren. Nach den Osterferien soll grundsätzlich in den Präsenzunterricht für alle zurückgekehrt werden, vorausgesetzt die Infektionszahlen sinken bis dahin weiter ab.

Bis Ende Februar gibt es wie bisher einen Wechselunterricht nur für Grundschulen sowie die Prüfungsklassen an den weiterführenden Schulen. Die Präsenzpflicht bleibt bis Ende Februar aufgehoben. Eltern können ihre Kinder zu Hause halten, wenn sie das für sicherer halten. Alle übrigen rund 75 Prozent der Schüler bleiben unterdessen bis Ende Februar im Homeoffice. Das vom Landesschülerrat geforderte Absagen aller Prüfungen hielt Tonne für keine gute Idee. Die Voraussetzungen für faire Prüfungen seien geschaffen worden, abgefragt werde nur der Stoff, der auch behandelt worden sei. Auch eine automatische Versetzung ohne Sitzenbleiben verwarf Tonne.

„Die Dreifachbelastung durch Präsenz- und Distanzunterricht plus Notbetreuung ist hier am deutlichsten“

Die 1.600 Grundschulen im Land sollen hingegen entlastet werden: Allen werde ab sofort 4 zusätzliche Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt. Das sei ein Stundenvolumen von umgerechnet rund 230 Vollzeitlehrereinheiten. Mit diesen Stunden könnten die Grundschulleitungen sich selbst und ihre Kollegien gezielt entlasten. Die Gewährung von zusätzlichen Anrechnungsstunden sei aufgrund der schulformspezifischen Belastung und der zu bewältigenden Sonderaufgaben in den vergangenen Monaten notwendig. Tonne: „Die Dreifachbelastung durch Präsenz- und Distanzunterricht plus Notbetreuung ist hier am deutlichsten. Zudem haben die Grundschulleitungen eine relativ hohe Unterrichtsverpflichtung. Mit den vier Stunden geben wir etwas Entlastung in das angespannte System.“ An kleinen Grundschulen soll zudem weiteres Personal zur Unterstützung angestellt werden. Jede Schule könne einen pädagogischen Mitarbeiter zusätzlich befristet einstellen – allerdings nur für ein halbes Jahr.

„Zum Infektionsschutz“ können alle Lehrkräfte und Kita-Beschäftigten künftig bis zu den Osterferien einmal wöchentlich kostenlos einen Corona-Schnelltest machen. Dafür hat das Land bis zu 40 Millionen Euro reserviert, sagte Tonne. Die Tests, die in Arztpraxen vorgenommen werden, beginnen in der kommenden Woche. Ein ähnliches Testangebot war im vergangenen Jahr von den Lehrkräften nur schwach genutzt worden. Über Tests auch für Schüler denke das Land nach, sobald Selbsttests verfügbar seien, sagte Tonne. Für Lehrkräfte werden außerdem kostenlose Schutzmasken zur Verfügung gestellt.

In Schwung bringen will der Kultusminister außerdem die Digitalisierung an den Schulen. Im laufenden Jahr sollen alle Lehrkräfte mit eigenen Computern ausgestattet werden, außerdem will der Minister die Schulen antreiben, die Gelder aus dem Digitalpakt Schule flotter abzurufen und die Breitbandanbindung voranzubringen, dort wo sie noch nicht vorhanden ist. Außerdem sollen alle Lehrkräfte im laufenden Jahr mindestens eine Fortbildung zum Digitalunterricht absolvieren.

Tonne: „Nicht nur möglichst viel Wissen in die Köpfe der Kinder hereintrichtern“

Ein besonderes Anliegen ist Tonne ferner, nicht nur «möglichst viel Wissen in die Köpfe der Kinder hereinzutrichtern», sondern auch die psycho-sozialen Folgen des Lockdowns in den Blick zu nehmen. Dazu soll die Schulpsychologie gestärkt werden. Was das Aufholen von versäumtem Stoff angeht, sollen die Grundschulen sich auf die Kernfächer Lesen, Schreiben und Rechnen konzentrieren. Auch in den Klassen fünf bis acht sollen die Schulen Schwerpunkte setzen. Die Grundschulen sollen auch personell vorübergehend mit Hilfskräften entlastet werden.

Die Opposition im Landtag, die seit Monaten bessere Corona-Maßnahmen an Schulen einfordert, kritisierte Tonnes Zehn-Punkte-Plan als verspätet und unvollständig. «Das Programm wäre im Herbst letzten Jahres gut gewesen, jetzt bleibt es hinter aktuellen Möglichkeiten zurück», sagte FDP-Bildungsexperte Björn Försterling. «Wir benötigen einen Plan über mehrere Jahre, wie der Lernstoff nachgeholt werden kann und wir die Kinder nicht im Stich lassen.»

Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg forderte neben einem Ausbau der Digitalisierung auch mehr Kleingruppenangebote sowie den Einsatz von Lehramtsstudenten. Die GEW begrüßte unterdessen die Entlastung der Grundschulen sowie die Maßnahmen für mehr Infektionsschutz an den Schulen.

GEW begrüßt die Anrechnungsstunden für die Kollegien – und die Möglichkeit zur Personalaufstockung

„Unsere Gespräche mit dem Kultusminister zeigen erste Erfolge“, sagte Landesvorsitzende Laura Pooth zum Zehn-Punkte-Plan. Richtig seien die geplanten vier wöchentlichen Entlastungsstunden für Grundschulleitungen oder besonders betroffene Personen im Kollegium. Auch die vorgestellten Möglichkeit der Personalaufstockung an Grundschulen ohne Konrektor begrüßte die GEW, kritisierte jedoch die zeitliche Befristung auf ein halbes Jahr. „Das muss der Anfang sein, um die Schulbeschäftigten aller Schulformen dauerhaft zu entlasten“, betonte Pooth.

Zufrieden zeigte sich die GEW-Landesvorsitzende über die wöchentlichen Schnelltests für alle Schulbeschäftigten und zusätzliche FFP2-Masken. „Es ist gut, dass die Landesregierung unsere Rufe nach mehr Gesundheitsschutz endlich wahrgenommen hat. Jetzt müssen zwei Dinge rasch folgen: Erstens die schnelle, unbürokratische Umsetzung dieser anfänglichen Schritte und zweitens endlich eine groß angelegte Investitionsoffensive für die Bildung“, forderte sie. News4teachers / mit Material der dpa

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24 KOMMENTARE

  1. „Was das Aufholen von versäumtem Stoff angeht, sollen die Grundschulen sich auf die Kernfächer Lesen, Schreiben und Rechnen konzentrieren.“

    Das war immer schon richtig, denn es kam immer schon zu kurz.

  2. Wie wird denn jetzt eigentlich entlastet? Ich verstehe das so, dass man einfach mehr Stunden bezahlt bekommt, oder ist das anders gemeint? Aber die eigentliche Mehrbelastung bleibt doch? Und gilt das auch rückwirkend?

    Bin kein Lehrer, vielleicht kann mich da mal jemand erleuchten was die, sorry, der Tonne da vor hat.

    • Nein, wer eine solche Anrechnungsstunde bekommt, muss entsprechend eine Stunde weniger Unterricht erteilen. Doof nur, dass die Stunde an sich ja trotzdem gegeben werden muss, da braucht die Schule entsprechend Überhang.

    • „ Allen werde ab sofort 4 zusätzliche Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt.“

      Die Schule, also die Grundschule, bekommt _ in der Statistik _ 4 Stunden mehr pro Standort zugewiesen.
      Es werden meine Aufgaben gestrichen, sie müssen trotzdem alle erledigt werden.
      4 Stunden bedeutet, dass die SL statt 18 Std Unterricht wöchentlich nur 14 erteilen muss. Stattdessen übernimmt eine andere Lehrkraft diese Stunden. Dafür müsste die Schule aber freie Stunden haben, die sie verteilen könnte. Woher sollen die kommen?
      – Die Schulen haben häufig Mangel.
      – Abordnungen an andere Schulen sind für dieses Halbjahr gesetzt und können in der Regel nicht umgeleitet werden.
      – Braucht man eine Vertretung, werden zuerst alle Förderstunden gestrichen und eingesetzt – seit vielen Jahren – sodass die Schulen mit besonderen Bedarfen, vielen sozialschwachen, vielen Kindern anderer Herkunftssprache zwar Konzepte vorlegen, Stunden beantragen und bewilligt bekommen, aber sobald eine längere Vertretung erfolgen muss, sind die Stunden gestrichen und es erfolgt keinerlei Förderunterricht. Erst wenn dann trotzdem noch ein Mangel besteht, wird eine Stelle mit entsprechendem Stundenanteil genehmigt.
      – Schulleiter sind, mangels Lehrkräften und angesichts hohem Deputat, auch Klassenleitungen. Diese wird kaum von jemandem mit 4 Stunden übernommen.

      Eine generelle Entlastung wäre gewesen, den Stundenumfang zu reduzieren oder Fächer zu streichen. Das hätte man im Sommer schon machen können oder mit Vorlauf für die Corona-Verordnung oder das Halbjahr.
      Man hätte die zusätzlichen Aufgaben auf das Deputat anrechnen lassen können, geleistete Betreuungsstunden in Ferien und an Wochenenden und Feiertagen, doppelte Unterrichtsleistung durch Gruppen im Wechsel- und Distanzunterricht,

      Hätte…

      • Genau das, #Palim.
        Der Punkt klang deswegen wie Hohn in meinen Ohren.
        Ich bräuchte dringend Entlastung, aber doch nicht auf Kosten meines Kollegiums.
        Wenn ich es nur auf das Kollegium umlegen würde – wen entlaste ich und wen nicht!? Es sind viel mehr als vier KuK.
        Der Stundenplan ist gesteckt, wenn nun diese Stunden kommen, müsste er neu gesteckt werden. Eine Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Also schon wieder eine Be- und keine Entlastung.
        Wäre dieser Plan im Januar gekommen, okay.
        Aber nun sind einige der vermeintlichen Entlastungen versteckte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Leider.

  3. Wie schützt denn das Testen von Lehrern und Kita-Beschäftigten vor Infektionen? Ist das immer noch die Mär von den immunen Kindern, und nur Lehrer stecken einander an? Der Test dient wohl nur zur Beruhigung. Der Getestete hat fast nur Kontakte zu nicht Getesteten, wird also nicht geschützt.
    Da gab es doch mal den Vergleich mit dem Schwangerschaftstest. Ungeschützter Verkehr plus Schwangerschaftstest = Verhütung?

    • Das Testen hilft, dass Infektionen an Schulen oder KiTa entdeckt werden. Dies ist auch die Bedingung für weitere Schutzmaßnahmen.

      Allerdings gab es schon im Herbst ein kompliziertes Verfahren: die SL soll die Lehrkräfte in einem Portal anmelden, es braucht dann eine Genehmigung und die Lehrkräfte müssen sich irgendwo zentral einen Testtermin zuweisen lassen…

      Wenn Testungen helfen sollen, dann könnte ein mobiles Team 1x in der Woche auf dem Schulhof erscheinen und die Lehrkräfte vor Ort testen. Das ist für die Lehrkräfte, die genügend Belastungen schultern, erheblich unaufwendiger und zeitsparender.

      Oder wollte man mit den Hürden das Testen nur anbieten, dann aber doch begrenzen?

      • Umgekehrt:
        Schutzmaßnahmen sind die Bedingung, dass es was bringt, Infektionen zu entdecken.
        Schutz muss Priorität 1 haben – dann kann man ggf. testen, ob es Lücken im Infektionsschutz gibt.

        Tests alleine würden nur helfen, wenn jeder jeden Tag vor Betreten der Einrichtung getestet und nur bei negativem Schnelltest reingelassen würde und damit die Wahrscheinlichkeit, dass Infizierte sich im Gebäude befinden, stark sinkt (aber nicht ausgeschlossen ist).

        • Schutzmaßnahmen sollen Infektionen verhindern.
          Das Ministerium hält die derzeitigen Konzepte für ausreichend, auch wenn die sonst üblichen Standards des Arbeitsschutzes in Schulen nicht gelten.

          Da ist es doch sinnvoll, mit wöchentlichen Tests der an Schulen Beschäftigten die Wirksamkeit der Maßnahmen zu kontrollieren.
          Ich verstehe gar nicht, warum sich Menschen so sehr gegen die Tests aussprechen.

          • Ich denke, es spricht sich kaum jemand gegen Tests aus, aber dagegen, dass Tests andere Maßnahmen ERSETZEN sollen!
            Ohne Maßnahmen kann man mit Tests eben nur feststellen, dass es eh zu spät ist, eine Infektion und deren Folgeinfektionen verhindert zu haben…
            Selbst mit negativem Test muss ich mich doch so verhalten, als sei ich potentiell infektiös, denn die Tests sind nicht 100% zuverlässig und man erwischt – solange nicht alle täglich vor Betreten der Schule getestet werden – wohl allzu oft den Zeitpunkt, bevor eine Infektion nachweisbar wird. Beim nächsten Test ist es dann im Zweifel zu spät.

          • Dann muss man das in den Beiträgen deutlich formulieren, sonst sieht es so aus, als sei man gegen die Testungen.

            In meinem BL waren Maßnahmen an die Höhe der 7-Tage-Inzidenz oder auch an nachgewiesene Infektionen innerhalb der Schule gekoppelt.
            Gleichzeitig wurden Kinder nicht getestet, sondern höchstens in Quarantäne geschickt, häufiger war es so, dass die Kinder oder Familien krank zu Hause blieben, aber nicht getestet wurden (oder werden wollten).
            Solange keine Infektion nachgewiesen ist, bei womöglich nur einer Person in der Schule, solange wird kein weiterer getestet, gibt es keine Maßnahmen in der Schule und der bisher mögliche Schutz wird gar nicht ausgereizt.
            Nachfolgen hört man „Die Schulen sind sicher.“

            Gehen Lehrkräfte nicht zum Test, weil der Aufwand immens ist, wird anschließend behauptet: „Lehrkräfte fühlen sich sicher, sie benötigen die Tests nicht.“

            Wer sich in Gemeinschaftseinrichtungen aufhält, gehört getestet. Hoffentlich schaffen einfachere Schnelltests bald flächendeckend Möglichkeiten, die wenigstens wöchentlich genutzt werden können.
            Wenn man die Schulen unbedingt öffnen will, sollte einem diese Kosten nicht zu hoch sein,
            … aber das würde ich für den Einbau von Luftfiltern auch sagen.

          • Kannst du, wenn du enthaltsam lebst oder getestet bist und immer nur mit der/den gleichen Personen intim wirst, die sich auch daran halten.

            Kannst du ohne Test wissen, ob du oder deine PartnerInnen betroffen sind?
            Oder möchtest du generell enthaltsam sein?
            Wer zwingt dich zu intimen Kontakten?

      • Nein, es hilft nur, Infektionen bei Lehrern und KitaBeschäftigten zu finden, wenn die bereits infiziert sind. Mit Schutz hat das wenig zu tun. Der Test dient also nur Dritten, niemals dem Getesteten selbst. Mit dem Test wird nur untersucht, ob der Getestete auf andere losgelassen werden darf.
        Ohne Schüler auch zu Testen, wird das nichts.

    • Wenn die KM Testen und Vermeiden von Infektionen nicht unterscheiden können, sollten man vielleicht als eine Lehre aus der Pandemie (für irgendwas muss sie ja gut sein…) sehr vorausschauend den Biolgie-Unterricht in ganz Deutschland verstärken und seine Bedeutung für kommende Krisen hervorheben:
      In einer Pandemie sollten alle verstanden haben, was z.B. Viren anrichten können, wenn man sie nur testet und nicht bekämpft.
      In einer Wetterkatastrophe sollten alle verstanden haben, dass z.B. Überschwemmungen töten können, wenn man die Leute schwimmen lässt, weil die das ja sonst auch tun.
      Bei einem Vulkanausbruch sollten alle verstanden haben, dass Lebewesen vorher aus der Gefahrenzone gebracht werden sollten, da sie dummerweise Luft zum Atmen brauchen und hitzeempfindlich sind, dass das nichts mit Silvester zu tun hat und auch nicht nach einer halben Stunde mangels Nachschub von selbst wieder aufhört.
      Bei der nächsten Hitzewelle sollten alle verstanden haben, dass Menschen bei bestimmten Höchsttemperaturen nicht mehr klar denken können und dass das auch für Schulkinder gilt und dass Lüften bei Außentemperaturen über 40 Grad nicht mehr reicht, um die Raumtemperatur zu verringern.

      Also, liebe KM: vielleicht ist neben lesen und schreiben das Wichtigste, den Bio-Unterricht zu stärken. Dann ist die nächste Generation Politiker vielleicht in der Lage, in Krisen sachgemäß zu handeln statt mit Emotionen und der Mär von „Bildungsgerechtigkeit“ Wählerstimmenhandel zu betreiben…

  4. Beim letzten Durchgang gab es eine landesweite Liste mit Ärzten, die diese Tests angeblich durchführten. Für unsere Kleinstadt standen 3 Hausärzte darauf. Eine Kollegin wollte es nach einer Kurzreise ausprobieren:

    Anruf bei der 1. Praxis: Anrufbeantworter mit der Mitteilung, dass die Praxis wegen Urlaubs geschlossen sei.
    Anruf bei der 2. Praxis: Wie, was, Coronatest? Nein, das würden sie natürlich nur für ihre eigenen Patienten machen. Sie seien doch keine Testpraxis für sämtliche Lehrer der Stadt!
    Anruf bei der 3. Praxis: Es geht keiner ans Telefon und es gibt auch keinen Ansagetext.

    Danach hat die Kollegin aufgegeben und kam ohne Test wieder in die Schule.

  5. Ich freue mich schon auf die Grundschüler, die sich selbst testen sollen …

    (Ob die Schüler das selbst machen oder die Lehrer nachdem sie durch Anschauen eines Videos geschult wurden, macht nicht viel aus. Die Fehlerquote wird in beiden Richtungen hoch sein, als Lehrer würde ich die Verantwortung für die Testdurchführung und -auswertung nicht übernehmen wollen.)

    • Es gibt inzwischen Speicheltests, bei denen Grundschüler auf Wattestäbchen wie auf einem Lolli lutschen. Die Proben werden zunächst in einem Pool getestet, sodass man nur einen Test verbraucht, gibt es ein positives Resultat, wird nachgetestet.
      Für solche oder ähnlich niederschwellige Möglichkeiten sollten sich doch seit Monaten alle überschlagen, oder?

      Wenn der Schulbesuch und der Präsenzunterricht oder die Betreuung so wichtig ist, dass man es fordern oder umsetzen muss, muss man den Aufwand und die Kosten auf sich nehmen.
      Ansonsten sollte man ehrlich sagen, dass man das nicht will, dann können die Schulen ja auch geschlossen bleiben.

  6. „«Die Herausforderungen für Kinder und Eltern werden größer mit dem andauernden Lockdown.»“

    Und mit Nummer drei noch herausfordernder…

  7. Es hat den Anschein, dass das „Alles laufen lassen“ ein Ende gefunden hat. Besser spät als nie.

    Umso wichtiger, dass Lehrkräfte hier äußern, was sie benötigen.

    • Alles doch schon mal gesagt: Plexiglaswände, Raumluftfilter, Masken Distanzunterricht bei Inzidenzen über 35, dann halbe Klassen. Bringt ja aber nichts es zu sagen, weder hier noch woanders. Es läuft doch alles weiter wie bisher. Zum Testen würde ich jedenfalls nicht zu einem niedergelassenen Arzt gehen und damit mein Infektionsrisi,o noch weiter erhöhen.

    • Tests im Schulgebäude während der regulären Anwesenheitszeit, statt des in NDS komplizierten Anmeldeverfahrens.

      Die Lehrkräfte haben sich im Herbst kaum testen lassen, weil der Aufwand viel zu hoch war und man angesichts der täglichen Überlastung mit Präsenz-, Wechsel- und Distanzgruppe sowie weiteren außerunterrichtlichen Aufgaben dafür keine weiteren Energien aufbringen konnte, auch wenn man eine wöchentliche Testung sinnvoll fände und diese allen helfen würde.

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