Nach Corona: Karliczek fordert „wirklich großes Nachholprogramm“ für die Schulen

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert eine «nationale Kraftanstrengung», um dauerhafte Folgen der langen Schulschließungen abzuwenden. Sie sagte der «Bild am Sonntag», Bund und Länder sollten dafür ein «wirklich großes Nachholprogramm» auflegen. «Daran arbeiten wir gerade und ich hoffe, dass das Programm auch finanziell von allen Seiten sehr gut ausgestattet wird.» Das Jahr 2021 und auch 2022 müssten Aufholjahre sein, so die Ministerin.

Kommt am Freitag zur KMK - und wird sich dort einiges anhören müssen: Bundesbildungsministerin Karliczek. Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann
Fordert einen Aufbruch: Bundesbildungsministgerin Anja Karliczek. Foto: Bundesregierung / Guido Bergmann

Karliczek sieht Parallelen zwischen dem Pisa-Schock vor 20 Jahren und der Überforderung des Bildungssystems in der Corona-Pandemie. «Die Pandemie hat viele Defizite unseres Bildungssystems offengelegt – so wie zuletzt das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der Pisa-Studie im Jahr 2001», sagte sie. Der Pisa-Schock habe damals zu einem Umdenken geführt. «Und jetzt gibt es ein Corona-Erwachen. Ich beobachte, dass an den Schulen sehr viel in Bewegung geraten ist. Diesen neuen Spirit müssen wir erhalten und die digitale Schule energisch vorantreiben.» dpa

Karliczek stellt Leitlinie vor, die einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ gewährleisten soll

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54 KOMMENTARE

  1. Solch einen Vorschlag hat Herr Kretschmann ja auch schon gewagt. Die Resonanz der Lehrer, auch hier im Forum war ja einhellig. Soviel zur Motivation den Bildungsstandard in Deutschland zu halten. Die Konkurenzstaaten vor allem die Tigerstaaten um Südkorea reiben sich schon die Hände, während sie unser geschlossenes Schulsystem beobachten. Leider sind die an den Folgen Leidenden nicht die Lehrer.

    • Wenn man möchte, dass da Versäumtes nachgeholt und Bildungsgerechtigkeit geschaffen wird, kann man dies nicht erreichen, indem man die Arbeitskraft der Lehrer ausquetscht wie eine Zitrone. Man kann nicht alles, was fehlt, dadurch auffangen, dass Lehrer dies zusätzlich und unbezahlt erledigen. Jeder kann nur einmal und nicht für 3 Lehrer arbeiten. Denn auch Lehrer benötigen Erholung, sonst droht der Burnout. Das war übrigens schon vor Corona ein großes Problem! Warum wohl? Wir haben schon viele, sehr viele unbezahlte Überstunden während der Pandemie geleistet. Die sollen jetzt dann Ihrer Meinung nach damit belohnt werden, dass in den Ferien und auch an Samstagen noch mehr unbezahlte Überstunden hinzu kommen. Lasst die Lehrer doch statt 50 oder 60 Stunden 70 Stunden die Woche arbeiten. Und vermutlich ist dann auch das noch zu wenig. Sind ja alles faule Säcke!

      Das geht nur über mehr Personal. In Nds. wurde aber zum Beispiel gerade der Sprachförderunterricht gestrichen. Und auch an unserer Schule wird Förderunterricht ausfallen, da wir nur eine Versorgung von etwa 86% haben. So viel zum Thema „Verpasstes nachhoilen “ und zum Aspekt der Bildungsgerechtigkeit.

    • Sehr geehrter Herr Gregor, was qualifiziert sie eigentlich hier mitreden zu können? Ich meine, haben sie überhaupt eine Ahnung oder doch eher nur eine Meinung?

      • Genau, da kann ich nur zustimmen. Herr Gregor, welcher Berufstätigkeit gehen Sie eigentlich nach? Bei solch qualifizierten Äußerungen ist man schon gespannt, um welches helle Köpfchen es sich handelt.

    • Ich denke, Ihre Wahrnehmung kann ich erklären. Die Maßnahmen in dieser bzw. ähnlicher Richtung der letzte 15 Jahre – insbesondere nach PISA – waren nicht dafür tauglich die Bildungslandschaft der BRD nachhaltig zu verbessern, wenn man sie von innen erlebt hat und umsetzen sollte. Ich denke, das sieht man auch spätestens jetzt in der breiten Öffentlichkeit mehr oder genauer. – Auch hier empfiehlt es sich daher, wie auch sonst, auf die echten Profis zu hören, nicht auf die, die sich dafür halten oder dafür ausgeben.

      Die einfachste, billigste „Lösung“ besteht aber zweifelsohne darin, dass man weiterhin die Lehrerschaft als Schuldigen hernimmt, an dem alles krankt. Man erwarte aber nicht, dass sich damit etwas in der Struktur und Leistungsfähigkeit des Bildungssystems der BRD zum Besseren wenden wird.

    • @Gregor

      Ich werde auf keinen Fall DIESE Bildungsstandards halten.

      Wir sind seit zig Jahren aus Sparsamkeitsgeiz gezwungen, zuviele Kinder auf engem Raum – merkste was? – falsch zu beschulen. Alle sollen den MSA-Abschluss machen – der übrigens vor Jahren von guten ESA-Schulern nicht schaffst war. Heute ist das Niveau so gesunken, dass auch Nichtlerner, Nichtskönner und Nichtwoller das hinkriegen. Zur Not werden die letzten Klassenarbeiten soooo leicht gemacht, dass der MSA bestanden wird.
      Aus 3,7 wird eine Drei, aus 4,9 eine Vier. Das wird nicht gerechnet, das ist vorgegeben. Mit Vier als Vornote reicht eine 5 in der Abschlussarbeit.
      Nichtlerner werden belohnt, Kämpfer sind notenmäßig nicht von ihnen zu unterscheiden.

      Die sind Standards reduuuuuziert und bei der überwiegend vorherrschenden Lernwilligkeit noch zu hoch.

      ESA-Schüler verschwinden nicht, wenn man eine Sparschule macht. Sie sind immer noch da, haben nur kaum noch Chancen. Dass die anderes Material, andere Zugänge oder mehr Zeit benötigen, weiß jeder, der mit ihnen arbeitet. Das ist aber nicht umsetzbar. MSA-Schuler sind schneller – unter anderem das macht sie ja aus.

      Förderschüler in Klasse 8 bearbeiten Material der zweiten Klasse. Die fühlen sich ganz toll – stündlich eins in die Fre..e. Sie merken, dass sie nicht so leistungsstark sind.

      Es werden viel mehr papierlose Fächer für diese Schüler benötigt – ups, kostet Geld.

      Diese Bildungsungerechtigkeit ist schlimm genug – nun noch mehr davon? Davon wird es nicht zu einer Gerechtigkeit, im Gegenteil.

      Gerechtigkeit geht anders. Sie beachtet die vorhandenen Fähigkeiten und baut diese aus. So entwickelt sich auch Selbstbewusstsein, im positiven Sinn. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – eine immens wichtige Erfahrung für den Reife- und Entwicklungsprozess.

      Die Realität sieht anders aus. Ganz anders.

  2. Geben wird es:
    Strategiepapiere, 10-Punkte-Pläne, Modellprojekte, Task-Forces, Evaluationen, Medienkonzepte und die 137472881. Lernplattform ohne Inhalte.

    Nicht geben wird es:
    Tablet-Klassen in der Fläche, funktionierendes WLAN, Glasfaseranschlüsse, flexibel einsetzbare Apps.

    Ergo: Wieder viel Geld für die Wasserköpfe und an der Basis kommt nur etwas an, wenn der Minister zum Pressetermin vorbeikommt.

    • Was es vor ALLEM nicht geben wird, sind ausreichend Lehrer, die ihrer Verantwortung nachkommen werden die sich aufstauenden Themen abzuarbeiten. Das ist es woran es mangelt. Die nächsten Jahre wird jegliches Versäumnis Corona in die Schuhe geschoben. Eine Motivation dies aufzuholen ist nicht zu erkennen. Da nützen auch die besten Konzepte nichts, wenn der Wille an der Basis fehlt. Es ist an der Zeit über Sanktionen für diese „Gewinner“ der Krise nachzudenken, die es sich seit Monaten auf Kosten der Kollegen und Schülern bequem machen.

      • Na da ist mal wieder jemand etwas losgeworden?! So wie die Anja, der Winfried und so manche anderen. Die Reaktion darauf erwartend und kalkulierend. Claqueure für das Wahlvolk.
        Aber was schert es uns!?
        Grüße von zwei Gewinnern! 😉

      • Und woran wollen Sie das festmachen? Ich habe während Corona die Schule gewechselt. An Schule A gab es Schüler aus bildungsnahen Familien, Ausstattung mit Geräten und Plattformen. Diese Schüler haben nur bedingt Defizite aufgebaut. Die Noten sind nicht schlechter als vorher. An Schule B gab es nichts und Schüler aus bildungsfernen Familien. Keine Plattform, keine Geräte. Schüler waren quasi nicht erreichbar. Viele von denen sind völlig abgehängt. Wer ist da Schuld? Der Lehrer?

        De facto ist es ein Versagen der Politik und der Gesellschaft, dass selbst in diesen Zeiten uns allen Bildung quasi nichts Wert ist. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, was die Lehrer an der Basis machen. Wenn ein Banker mit einem Rechenschieber arbeiten müsste, wäre dieser dem Kollegen mit Computer und automatisierter Software offensichtlich unterlegen. So ist das auch an Schulen. Die Rahmenbedingungen entscheiden momentan, noch mehr als ohnehin schon, über Erfolg oder Misserfolg.

        Bevor jetzt wieder jemand mit einem einzige. Erfahrungswert von einem Lehrer kommt, der in diesen Zeiten unerreichbar ist: diese Lehrer gab es auch schon vorher. Diese schwarzen Schafe gibt es überall, in allen Branchen. Aktuell gubt die Mehrheit ihr bestes: Lehrer, Schüler, Eltern. Diese Gruppen werden aber vom Rest hängengelassen und es ist den meisten auch völlig egal…

        • Also mir persönlich wäre ein Banker, der mit dem Rechenschieber umgehen kann um ein Vielfaches lieber als einer der ahnungslos vor dem Terminal sitzt. Übrigens, meine Azubis lernen den Umgang mit dem Rechenschieber, denn das nützt dem Denken ungemein. Leider werde ich von vielen Lehrern dafür belächelt, ich habe so ein Zweimeterding im Seminarraum hängen. Die Lehrer verschrotten solche Schätze, lieber Tablets die nicht richtig einsetzen können. Merken Sie was?

          • Ja, ich merke, dass Sie in Ihrer Abneigung gegen die Sie – möglicherweise ungerechtfertigt – belächelnden Lehrer die Argumentation oben nicht verstehen oder bewusst verbiegen.

            Aber egal, wie man mit dem Rechenschieber Fernunterricht macht oder international Aktien handelt, das wäre mal ein Ding, das ich sehen möcht. – Ich glaube damit ist Ihre Argumentation auch hinreichend verbogen.

        • @Der Lehrer

          Ach, wir sind doch immer Schuld. Diese Rolle ist uns auf den Leib geschrieben.

          Den Stefan muss man da nicht so ernst nehmen.

          Döp Döp Döp Döp Döp Döp Döp Döp

      • Warum sollten wir Lehrer jetzt den Schaden ausbaden, den andere verursacht haben? Ich werde ganz sicher nicht meine Ferien für Schüler opfern, die nicht selbständig gelernt haben. Ich konnte schon ein Jahr nicht mehr in Urlaub fahren und werde das jetzt nachholen. Im Gegenteil, durch die ganze Mehrarbeit die letzten Monate sollten unsere Ferien deutlich verlängert werden. Natürlich können das die meisten Eltern nicht verstehen, wenn sie die letzten Monate im Homeoffice rumgesessen sind.

        • Ich als Elternteil verstehe das mehr als gut! Lehrer haben enorm viel geleistet im letzten Jahr, aber Eltern auch. Ich bin berufstätig (teils in homeoffice) und bildungsnah mit guter Ausstattung fürs Kind in Sekundarstufe 1 Gymnasium. Das Home schooling gepaart mit Job und pandemiebedingter Isolation ohne Perspektive auf echten Urlaub raubt uns mittlerweile jede Kraft. Wir wollen nur noch weg und uns erholen. Ich möchte nicht, dass mein Kind in irgendwelchen Ferienveranstaltungen oder Wochenendbeschulungen sitzen muss. Wochenenden (sofern möglich) und Ferien bedeuten für uns hochheilige Familien- und Erholungszeit. Das sollte für jeden von uns unantastbar bleiben.
          Freiwillig auf beiden Seiten gerne, aber sicher nicht als Pflichtveranstaltung. Vielleicht sind die Überlegungen für bildungsnahe Schüler auch nicht gedacht, aber ich denke, dass allen Lehrern und Schülern bildungsnah oder fern nach dieser belastenden Zeit auch eine entsprechende Auszeit zusteht.

          • @Paula

            Sie sprechen mir aus dem Herzen und der Seele.

            Heute waren die fünften und sechsten in Vollpräsenz wieder in der Schule – die Kids sind durch. Nicht nur lernmäßig. Einige sind sehr gut über die Zeit gekommen, andere nicht. Die müssen den Weg ins Lernen erst finden. (Wieder finde möchte ich nicht sagen, da es dort bereits viele Bildungsemigranten gibt.)

            Das schaffen sie mit einem Neustart besser, als mit Lern- und Nachholferien. Das wird wie letztes Jahr Summerschool – der eine war da, drei haben gefehlt, einer nutzte die Gelegenheit, drei Tage Geburtstag zu feiern… Alle waren verbindlich angemeldet. Hätte man sich auch schenken können. Die fuhren in Urlaub, hatte sich kurzfristig so ergeben…

            Ein Schnitt mit Neustart – ja.
            Dauerimprovisation – nein.

      • „No time for losers, ‚cause we are the champions …. of the world (crisis).“
        Sie sind echt witzig, Stefan. Das gefällt mir.

    • @Lera
      „Tablet-Klassen in der Fläche, funktionierendes WLAN, Glasfaseranschlüsse, flexibel einsetzbare Apps.“

      Hallo? Was verlangen sie? Von 2013 „Neuland“ zu überall Glasfaserkabel in 2021 geht jawohl überhaupt nicht. Dazu müssten ja ein paar Evolutionsstufen übersprungen werden.

      „Tablet-Klassen in der Fläche“

      Ich weiß gar nicht was das immer mit den Tablets soll, außer dass ein amerikanisches Unternehmen, dass nichts mit Obsthandel zu tun hat, immer reicher wird (denn auf dieses eine Unternehmen, seien wir ehrlich, läuft es doch hinaus). Besser wäre es, wenn die Schüler und Lehrer „richtige“ Computer/Laptops zur Verfügung hätten, mit denen man auch richtig arbeiten könnte, anstatt nur „Spielzeug“ (und nein, nur weil dieser Hersteller seine eigenen Officeprogramme hat, ist damit noch kein richtiges Arbeiten möglich).

      • Ja, gescheite Rechner wären schon prima, aber Tablets mit Obst sind halt irgendwie so … so … „sexy“ oder was, ich versteh das nicht.

      • Da muss ich Ihnen zustimmen. Immer dieser Hype mit den iPads. Die sind zwar ein schönes, nützliches Werkzeug aber wird nie einen langweiligen PC ersetzen. Es macht sich eben in der Aussenwirkung und den Medien sehr gut für die Lehrer. Solange dieser Weg gegangen wird ist noch genug Geld da.

      • Es kommt doch auf den Verwendungszweck an. Klar kann ich mit einem iPad nicht programmieren oder Arbeitsblätter erstellen. Aber dafür ist so ein Gerät mobil, fährt super schnell hoch und ist wenig anfällig für physische Schäden und Softwareprobleme. Eine anständige Kamera und ein ordentliches Mikrofon sind gerade für den Distanzunterricht auch sehr gut und erlauben auch im Präsenzunterricht einfach vieles, was sich mit Laptops oder PCs nicht umsetzen ließe. Und die Computerräume bleiben uns ja erhalten. Ich weiß, viele fahren gerne mit dem SUV-Pickup die Kinder zum Kindergarten und mit der Corvette zum Einkaufen, aber logisch finde ich das nicht. Und deswegen will ich auch kein 2kg schweres Gerät mit 17 Zoll Diagonale täglich für sechs bis acht Stunden in meine Schultasche stopfen, fünf Minuten am Anfang jeder Schulstunde aufs Hochfahren warten und mich dann wieder darüber ärgern, dass das doch wieder irgendwo nicht kompatibel mit den anderen Geräten in der Schule läuft. Und das alles auch nur, damit ich dienstags in der Freistunde ein Arbeitsblatt erstellen könnte, was ohne Maus allerdings auch keinen Spaß macht?
        Ich bin übrigens wahrlich kein Fan von Apple und seinem sektenartig geschlossenen System. Wenn ich allerdings auf das Preis-Leistungs-Verhältnis gucke, kann da kein anderer Anbieter mithalten. Für unter 500,- € ein Mittelklassetablet mit sehr stabilem Cover und Tastatur, mit voller Softwareausstattung und als Leasinggerät, so dass ich gerade auch in der Schule gegen jeden Schadensfall abgesichert bin und innerhalb von 24 Stunden ein Ersatzgerät bekomme, sowas liefern leider die anderen der Branche nicht. Davon mal abgesehen sind ja Microsoft und Google leider nicht weniger monopolistisch und berüchtigt, was ihren Umgang mit Kunden und Gesetzen angeht.

        • Das ist sicher alles Ansichtssache und Gewohnheit. Mir ist ein Laptop einfach lieber, grade beim Onlineunterricht, da ist viel schneller mal ein Screenshot gemacht oder einfach mal kurz etwas mitgeschnitten, damit man es nachher bei Unklarheiten oder zur Vertiefung nochmal anschauen kann. Um kabellos eine Tafelbild aufs Board zu werfen ist ein Tablet natürlich unschlagbar. Es wird sich die nächste Zeit ja rauskristallisieren auf welches System es rausläuft. Ich glaube das wird bei allen in die gleiche Richtung gehen.

          • Andreas- und wann gibt es EGAL was denn überhaupt? Tablet? Laptop? Nix. Jetzt ist schon fast 1 Jahr um.

        • Ich finde Convertibles eine sehr interessante Misch-Lösung, konnte aber in unserer Schule sie nicht durchkriegen.

  3. Ergänzung: Schafft die Schulträger ab und gebt den Schulen ein Budget für Sachmittel und Personal. Dann könnte es noch vor 2050 etwas werden.

    • Klar, die Kompetenz gesetzkonforme Ausschreibungen und Vergaben zu tätigen ist an den Schulen vorhanden. Ich höre die Lehrer jetzt schon jammern: Jetzt müssen wir das auch noch machen. Wer von den Lehrern kann die Handwerksleistungen richtig überwachen? Wer schreibt das Pflichtenheft für das EDV-Netzwerk und Administration. Der Unterhalt einer Schule beinhaltet mehr als ein paar Stifte kaufen und einen Ausflug planen. Viele Lehrer scheitern ja schon daran Beiträge in einer Klasse einzusammeln und steuergerechte Kassen zu führen.

      • Was für einen Beruf machen Sie eigentlich? Sie haben seit einiger Zeit mit Ihren Kommentaren ganz schön mein Interesse geweckt. Irgendwie sind Sie offenbar ziemlich viel in und mit Schulen unterwegs, aber so ganz ein Lehrer scheinen Sie mir nicht zu sein, denn dafür biegen Sie bei der letzten Schlussfolgerung immer ein wenig falsch ab, was die Alltagsrealität in Klassen/Schulen angeht. Und doch lese ich aus Ihren Schilderungen so manche Sache heraus, die mich sehr zum Nachdenken herausfordert …

      • @DieterMolitor
        Na dann fragen Sie mal den Rektor einer weiterführenden Schule, was so alles zu seinen Aufgaben gehört – Sie werden staunen!
        Nebenbei gehört es nicht zu den originären Aufgaben einer Lehrkraft, „steuergerechte Kassen“ zu führen. Falls eine Lehrkraft eine „Klassenkasse“ führt, macht sie das aus Engagement, und falls Sie an der Führungsart einer solchen Kasse etwas zu beanstanden haben, wäre es sicher hilfreich, wohlwollend seine Unterstützung anzubieten anstelle sich hier über die vermeintliche Unfähigkeit lustig zu machen.

        • Herr Molitor geht wohl davon aus, dass Klassenkassenführung Bestandteil der Lehrerpflichten sei. Leider falsch. Und steuerkonform gleich 2x nicht.

      • @Dieter Molitor

        Stimmt. Ich bin absolut nicht in der Lage, Geld für die Klassenkasse einzusammeln. Wird nie mitgebracht. Wie viel Frei- und Erholungszeit soll ich investieren, wenn das Interesse bei drei zuverlässigen Eltern vorhanden ist und der Rest nicht will, nicht kann, nicht….
        Klassenfahrt – auch hier. Nichtzähler, Spätzähler… Es wird erwartet, dass ich bis zu 3000 Euro vorstrecken – bin ich eine Bank oder was?

        Ich lasse das inzwischen Eltern machen – seitdem keine Klassenfahrt mehr. Zu aufwendig, das Geld einsammeln, Einfordern, Vorbereiten, Kontaktaufnahme zur Jugendherberge…. Dabei würde ich überall hinfahren und 27/5 ständig im Einsatz und in der Verantwortung stehen, unentgeltlich, Fahrt selbst finanziert.
        Finanzieren und organisieren Sie Ihre Dienstfahrten? Die paar Übertage macht man doch mit Links. Eigene Kinder werden wegorganisiert….
        Und: Steigen Sie bei uns quer ein. Es wird noch gesucht.
        Warum nur?

  4. Klasse!
    Darauf hat die Welt gewartet: Die x-te Verschlimmbesserung eines einstmals ganz tragbaren Systems: G9 – G8 – G9 – Lehrplan Plus – usw.
    Niemals wirklich etwas Grundlegendes geändert; sondern schön am alten Patienten herumgedoktert.
    Und wo die Lehrer in der Wertschätzung und Hierarchie stehen, ist ja spätestens seit Corona ganz offensichtlich geworden: Frontschweine, Versuchskaninchen, entrechtete Arbeitnehmer, Befehlsempfänger: Kurz: beliebige Verfügungsmasse, die auch gern mal im Distanzunterricht das Doppelte leistet und dafür dann die Ferien gestrichen bekommt.
    So – Achtung Pädagogik! – motiviert man natürlich seine Leute zu Höchstleistungen!
    An die Kultusministerkonferenz:
    Bleibt weiter schön in euren klimatisierten Büros – maximal weit weg von der Realität und den Leuten, die evtl. wirklich Ahnung hätten – sitzen und freut euch eures Lebens. Es muss irre Spaß machen die Zukunft eines Landes mutwillig, trotzig und vorsätzlich an die Wand zu fahren! Zugabe! Da geht bestimmt noch was!

    • Die gesamte Situation an Schulen demotiviert bereits in „Normalschuljahren“ die letzten Idealisten unter den Lehrer*innen.
      Es gibt im Präsenzunterricht mit Klassenstärken von 28-30 eine große Anzahl von Schülern und Schülerinnen, die in der (von den Eltern gewählten) Schulart völlig überfordert sind.
      Lehrpläne und Anforderungen werden seit Jahren besonders in den Naturwissenschaften in einer Art und Weise „angepasst“, dass z.B. auch ein Abitur kein Garant für Studierfähigkeit mehr ist. Zukunft unseres Landes?

      • Ich stehe absolut hinter den Lehrern, sehe selbst an unserem Sohn wir engagiert die Mehrzahl der Lehrer ist um die Kinder zu unterstützen.
        Was ich nie verstehen werde sind Lehrer die gendern. Da frage ich mich wieso Lehrer so wenig von der Deutschen Sprache wissen, sprich generisches Maskulinum, gerechterweise Singular häufig männlich, dafür Plural weiblich. Ebenso sollte bekannt sein das die Deutsche Sprache zu 46% weiblich ist, 34% männlich, der Rest ist das Neutrum. Kann man im Duden nachlesen wenn man möchte!

  5. Ich bin schon sehr lange Lehrerin an einer Grundschule in Hamburg. Und nun seien wir doch mal ehrlich: Was hat sich denn so grundlegend seit dem Pisaschock, den ich nie so empfunden habe, tatsächlich an den Schulen geändert? Kaum etwas bis nichts!
    Der aktuelle Vorschlag von Frau K. ist unnötig. Wir werden einfach so weitermachen wie bisher. Anders geht es bei diesen schlechten Bedingungen auch nicht. Alles heiße Luft, ohne Filter selbstverständlich.

  6. «Und jetzt gibt es ein Corona-Erwachen. Ich beobachte, dass an den Schulen sehr viel in Bewegung geraten ist. Diesen neuen Spirit müssen wir erhalten und die digitale Schule energisch

    Na klar ist da was in Bewegung geraten! Z.B. KuK, die zwischen 2 Klassentäumen hin- und herwatzen, weil die Lerngruppen anders nicht annähernd den nötigen Abstand einhalten können, ständiges Fenster auf und Fenster zu, dabei Kniebeugen und in die Hände klatschen, zwischen dem Präsenz- und dem Distanzunterricht hin und herflitzen…eine ganz besondere Herausforderung für KuK, die nicht in Schulnähe wohnen, in denen die Leistung des WLan nicht für 25 Videokonferenzen zeitgleich reicht und auf das Netz zuhause angewiesen sind, das beständige Haareraufen, das uns die bekloppten Beschlüsse der KMs beschert und das ständige „in-die-Tischkante-beißen, wenn man von inkompetenten Politiker:innen immer wieder angelogen und durch deren Entscheidungen an Leib und Leben gefährdet wird.
    Mehr Bewegung vertrage ich kaum….doch Moment…ich würde gerne aufspringen und jubelnd die Arme hochreißen, wenn solche Vollversager:innen, wie Gebauer, Hubig, Eisenmann und der Rest der CosaScola endlich in die Wüste geschickt würden.

    • Ja, das sind genau die Bewegungen, die ich als Elternteil auch wahrnehme. Schlimm für alle Beteiligten, die diese Missstände ausbaden müssen.

    • Andre Hog- Das ist wie ein Unfall! Man nimmt sich immer vor nicht zu schauen…. Jeden Tag nehme ich mir vor den Wahnsinn der KM’s nicht mehr zu regestrieren……. Ich kann aber nicht aufhören…. Und sie werden es Alle schadlos überstehen und uns weiter ihre Inkompetenz vor Augen führen.

  7. „Bund und Länder sollten dafür ein «wirklich großes Nachholprogramm» auflegen.“

    Ich könnte nicht entschiedener zustimmen!
    V.a. Naturwissenschaften und exponentielle Mathematik aber durchaus auch eine ordentliche Portion geschichtlicher Erkenntnis und ethisches, verantwortliches Handeln sind unbedingt angezeigt – natürlich für die Bildungspolitik.

  8. Wenn man den Spott mit solchen Äußerungen auf sich ziehen will? Als ob die Pandemie schon vorbei wäre?…
    Dazu muss Schule erstmal Pandemie konform ausgestattet sein. Ich meine damit genügend Schnelltests, Luftfilter für alle Klassenräume…denn wir werden noch länger als bis Ende 2022 nicht raus sein, es braucht Impfungen sowie funktionierende digitale Konzepte und Ausstattungen. An diesen Schrauben hätten die Ministerien zum Teil schon längst mehr drehen können, zum Beispiel seit dem Herbst letzten Jahres. Jetzt sollen es vermutlich die Lehrer ausbaden, die sowieso schon durch die andauernde Gefährdung der eigenen Gesundheit an den Grenzen sind. Mein letztes erstes echtes Burnout war im November, weil ich die ständigen positiven Kontakte mental nicht mehr verarbeiten konnte. Meine Unterrichtsqualität musste zugunsten von Hygienemaßnahmen und andauernden Spontanreaktionen aufgrund schlecht organisierten Verfahren der Bildungspolitik weichen.

    Und: Liebe bildungsverantwortlichen Politiker,
    Ich muss sagen, Schweinerei, schämt euch!!!
    Es sind kleine Kinder, die wirklich frieren müssen, ihre Lehrer aufgrund fehlender Schutzkonzepte monatelang nicht sehen können oder völlig verstört aus ihren kaputten Familien zurück an die Schule kommen.
    Es braucht mehr an Anerkennung, finanzielle Investitionen und vor allem sollte Wirtschaft nicht vor sondern mindestens auf der gleichen Höhe wie Bildung wertgeschätzt werden. In einem der reichsten europäischen Länder.

    Das Gleiche gilt im übrigen für alle gesundheitlichen, pflegerischen Berufe.

  9. Den „Spirit“ der Verzweiflung?
    Schulen versuchen, vieles zu retten, obwohl die notwendigen Mittel seit Jahrzehnten nicht zur Verfügung gestellt werden, sondern fortwährend eingespart werden, und obwohl Überstunden nie abgegolten werden.
    Oder den „Spirit“, erkannt zu haben, dass Schulen unter gegebenen Umständen ihrem Auftrag nicht nachkommen können, sodass es erhebliche Kraftanstrengungen unterschiedlicher Art braucht?

    Ich unterstreiche, dass es ein riesiges Aufholprogramm bräuchte, flächendeckende Standards, deren Umsetzung sofort beginnt und deren Verzögerung drastische Strafzahlungen, z.B. an den Kinderschutzbund nach sich ziehen würde.

    Auf meiner Liste steht ganz oben, dass man Schulen (und KiTa) nicht länger mit den Problemen allein lässt, sondern sofort die notwendige Ausstattung IN den Schulen gewährleistet:
    – ausreichend Lehrkräfte in allen Schulformen, deren Arbeitszeit erfasst wird, sodass jede erfolgte Überstunde zeitlich ausgeglichen werden kann,
    – anerkannte Zusatzbedarfe und Entlastungen für außerunterrichtliche Aufgaben, die zur grundständiger Stundenversorgung jeder Schule gehören und nicht gestrichen werden können, transparente Auskunft über die Versorgung und das Streichen von Stunden,
    – eine Vetretungsreserve durch Lehrkräfte,
    – Lehrkräfte für die Umsetzung der Inklusion, entsprechende Rahmenbedingungen in allen Schulformen, Doppelbesetzung mit mindestens einer pädagogischen Assistenz in jeder Klasse, SchulpsychologInnen und TherapeutInnen,
    – ein verbessertes System der Gesundheitsfürsorge mit U-Untersuchungen, die Therapien verordnen können, sowie flächendeckend ausreichend Plätze hierfür,
    – gut ausgestattete Ganztagsangebote, deren Stammpersonal aus ErzieherInnen und Sozialpädagogen besteht, einschließlich Vertretungsreserve, weiteres Personal zur Unterstützung,
    – Personal für die Umsetzung der Digitalisierung sowie den anschließenden Support, gerne auch eine Ausbildung, die dazu notwendige Fähigkeiten mit pädagogischen Inhalten verknüpft, um Unterstützung beim Erstellen von Lernarrangements zu haben.

    Bestimmt können andere Lehrkräfte, die seit Jahren den „Sprit“ leben und umsetzen, weiteres anfügen, um diesen Prozess des Aufholens zu begleiten.

    Ich finde, man sollte lobend hervorheben, dass sich die Bildungsministerin die Verbesserung der Bildung auf die Fahnen schreibt und keine Mühen scheut, die Länder bei ihrer Aufgabe umfassend zu unterstützen.
    Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen freuen sich schon jetzt über die Umsetzung, die ja zeitnah 2021 und 2022 erlebt werden wird.

    Nachtrag: Der Obolus an den Kinderschutzbund sollte auch jeden Politiker treffen, der Forderungen an Schulen stellt, ohne umgehend für die dafür notwendige zusätzliche Ausstattung oder das Streichen gleich intensiver Arbeit Sorge zu tragen. Alternativ darf der Politiker mit seinem Stab die anfallende Mehrarbeit übernehmen, selbstverständlich unentgeltlich, es ist ja für die gute Sache.

  10. Wir haben dieses Schuljahr ein kleines Aufholprogramm vom 1. Lockdown in der Schule – sogar das wurde nur ansatzweise genutzt. Die, die es wirklich gebraucht hätten, nahmen nicht teil!
    Ich glaube, die Bereitschaft der SchülerInnen fehlt eher…!
    Was meine Schule angeht, zeigt sich durch die Krise vor allem, wer vorher schon massive Probleme hatte und eigentlich an der falschen Schulart ist. Genau bei denen geht es jetzt logischerweise den Bach runter und da nützt auch kein Aufholprogramm mehr was.

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