Trotz steigender Infektionszahlen: Tonne hält an Öffnung der Schulen fest

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HANNOVER. Niedersachsens Schulen sollen trotz schnell steigender Infektionszahlen wie angekündigt weiter geöffnet werden. Geplant ist, dass es ab Montag in allen Schulen und Jahrgängen wieder Wechselunterricht mit geteilten Klassen gibt – also abwechselnd zu Hause und im Klassenraum. «Es bleibt bei der Regelung, die wir in der Verordnung drinstehen haben. Das heißt, dort, wo die Inzidenz unter 100 ist, kann weiter geöffnet werden», sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover. Derzeit liegen 13 der 45 Regionen in Niedersachsen über der 100er-Marke.

Hält Schulen für sicher: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Foto: Foto-AG Melle, derivative work Lämpel is licensed under CC BY 3.0

Für die Zeit nach den Osterferien müsse die Entwicklung dann neu bewertet werden, sagte Tonne. Zwar gebe es wieder mehr Ansteckungen, allerdings seien auch die Sicherheitsvorkehrungen in Form von Impfungen und Selbsttests erhöht worden. Von Montag an gibt es an den Schulen eine Übungswoche für den Umgang mit Corona-Selbsttests. Allerdings hatten viele Schulen zuletzt noch keine Testkits erhalten. dpa

Kultusminister verabschieden sich vom Inzidenzwert – weil Schüler jetzt getestet werden

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17 KOMMENTARE

  1. „Für die Zeit nach den Osterferien müsse die Entwicklung dann neu bewertet werden“

    Klartext: Sie werden die Grenzen soweit hochsetzen, dass nach ihrer Einschätzung der Irrsinn noch eine Weile weitergehen kann. Das wird aber schief gehen, denn zum einen ist ihnen nicht klar, dass das bei quasi beliebigen Grenzen infolge der exponentiellen Entwicklung sehr schnell gehen wird und zum anderen lässt sich das Virus nicht durch Zahlenspielereien beeindrucken.

    Es wird Tote geben… und dazu viele Eltern mit Langzeitschäden. Leider ist das nach wie vor vielen Beteiligten nicht in diesem Maße bewusst.

  2. Sehr geehrter Herr Tonne,

    Ihre Mitteilung zu den Corona-Selbsttests an Schulen ist bei den volljährigen Schülern der Abschlussjahrgänge angekommen.
    In Ihrem Schreiben an die Schüler informieren Sie darüber, dass:
    *Sollte die Selbsttestung in der Schule ein positives Ergebnis ergeben haben, müssen Sie sich zur weiteren Abklärung des Verdachts in ärztliche Behandlung bzw. in ein Schnelltestzentrum begeben. Sie erhalten dazu von der Schule entsprechende Informationen. Für Beratung und Betreuung sorgt Ihre Schule, so dass Sie in dieser schwierigen Situation nicht auf sich allein gestellt sind. Erst nach Klärung des Verdachts durch einen PCR-Test und die Beurteilung von Fachleuten kann entschieden werden, wann eine Teilnahme für Sie am Schulunterricht in Präsenz wieder erfolgen kann.“
    http://www.mk.niedersachsen.de/download/166455/Corona-Selbsttestung_an_Schulen_Informationen_fuer_volljaehrige_Schuelerinnen_und_Schueler.pdAus Ihrem Anschreiben ergeben sich weitergehende Fragen, auf die Sie in keinster Weise eingehen:
    1. WER trägt die Kosten des PCR-Tests?
    Nach Vorgaben des RKI gilt:
    „Indikationen für eine Testung ergeben sich, sofern ein hinreichendes klinisches Bild vorliegt und/oder ein epidemiologischer Zusammenhang zu einem Infektionsgeschehen zu Personen, die einer Risikogruppe angehören, besteht.“
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Teststrategie/Testkriterien_Herbst_Winter.html;jsessionid=C026FED0106098171D89BCFDE4A3FF5A.internet101?nn=13490888#doc15004192bodyText3

    2. WAS passiert, wenn die Schüler der Abschlussklasse aufgrund eines positiven Selbsttests NICHT an den Abschlussprüfungen teilnehmen können?
    Ist ein Schnelltestzentrum berechtigt, ein von der Landesschulbehörde anerkanntest Attest für eine verpasste Abschlussprüfung auszustellen?

    3. WIE wird verfahren, wenn ein FALSCH POSITIVER Selbsttest ggf. dazu führt, dass der Prüfling an ein oder mehreren Abschluss-Prüfungen nicht teilnehmen kann?

    4. WAS passiert, wenn der Prüfling zum regulären Prüfungstermin aufgrund eines positiven Testergebnisses nicht teilnehmen konnte und durch Quarantäneauflagen ggf. von den zentral angesetzten Nachschreib-Terminen ausgeschlossen ist?

    Aufgrund der vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit den Corona-Selbsttests an Schulen und den für die Abschlussjahrgänge wichtigen Prüfungen von April bis Mai ist mein FAZIT:

    – Wie immer, alles Schnellschüsse ohne Hand und Fuß und ohne Sinn und Verstand!

    Zum Schluss noch eine Frage Herr Tonne:
    Bis zu welchen Inzidenzen gedenken Sie schriftliche Abiturprüfungen bei grassierender B117-Mutante OHNE FFP2-Maskenpflicht in Präsenz von den niedersächsischen Prüflingen schreiben zu lassen?

    • Frage 1-4: Vermutlich wird in all diesen Fällen das passieren, was für die/den Betroffenen die schlechtestmögliche Variante ist. Im Ergebnis wird sich in den Abschlussklassen niemand testen lassen (ist ja freiwillig), was vermutlich genau in der Absicht des KM liegt, denn so bleibt die Inzidenz niedriger.

  3. Herr Tonne, schämen Sie sich.
    Zusammen mit allen anderen luftfilterverwöhnten und plexiglasgeschützten Familiengefährdern.
    Treffen Sie ihre Entscheidungen bitte ausschließlich für Ihre eigenen Kinder.
    Ich entscheide für meine Kinder! Menschlich und moralisch haben Sie kein Recht über unserer Familie und unserer Gesundheit zu entscheiden. Sie überschreiten Ihre Kompetenzen.

    • @Elfe: Hallo! So radikal geworden?

      Ok, man kann es nur noch unter der Rubrik „Der Reale-Corona-Irrsinn“ überhaupt aushalten.

      • Matty- mir ist jegliche rational-konstruktive Kritik abhanden gekommen. Auch Ironie und Satire. Ich strecke die Federn- äh Flügel…..Und harre der Dinge, die da kommen…

  4. Die Teststrategie besteht bisher aus der Ankündigung, dass Testkits beginnend von Südniedersachsen an die SekI/II-Schulen verteilt werden sollen.
    Erreichen die Tests noch in der kommenden Woche die Schulen, soll damit ein erster Schnelltest zur Probe durchgeführt werden, bei freiwilliger Teilnahme. Grundschüler können vor den Ferien bei Einverständnis der Eltern zum Test ein Kit mit nach Hause nehmen, um es dort zu nutzen.
    Lehrkräfte haben bis Ostern das Angebot, sich bei beteiligten Ärzten 1x in der Woche testen zu lassen.

    Bei Impfungen ist zu fragen, wann sie erfolgen können und wann sie den notwendigen Schutz bieten.

    P.S.: Es sind 13 _Landkreise_ (nicht Regionen) über 100, davon zwei mit einer Inzidenz über 200 (CLP und Salzgitter). Mehrere andere Landkreise stehen knapp unter 100 oder hatten im Verlauf der Woche die 100 bereits überschritten.
    https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/aktuelle_lage_in_niedersachsen/
    Auf der Seite findet man auch eine 7-Tage-Übersicht der Werte für jeden Landkreis.
    Es gibt noch 4 Landkreise unter 35 und 9 unter 50, alle anderen liegen höher.

  5. Das Zauberwort heißt Lüften! Luftfilter zu teuer! Testung ohne Schulung von Personal!
    Verantwortung an Schulen abschieben! Organisieren macht die Schule! Keiner hat in der Schulpolitik Verantwortung übernommen und alle haben es nicht geschafft ein tragendes Konzept gemeinschaftlich zu entwickeln und zu erstellen! Die dritte Welle ist im Gange und Mahnungen, Aufforderungen, Notbremse alles wird ausgeblendet. Die Öffnung muß gewährleistet sein und Gesundheitsschutz wird trotz mangelnder Impfung nicht geschützt!
    Die Umgangsformen sind nur noch peinlich und wo die Schulpolitik Ihre Schwerpunkte setzt ist Öffnung ohne Plan!

  6. „Sicherheitsvorkehrungen in Form von Impfungen und Schnelltests“ …. Impfungen ??? Leider bin ich eine 48jährige Lehrerin und nicht geimpft und ganz ehrlich: Wie viel mehr Sicherheit habe ich in der Schule, wenn einmal pro Woche freiwillig getestet wird??? Was ist an den anderen vier Schultagen? Keine Gefahr? Ich finde, dass mit Erziehern und Lehrkräften fahrlässig umgegangen wird oder sollte ich von Körperverletzung sprechen??? Lüften … Abstand … Händewaschen … das reicht nicht. Wir brauchen Luftreiniger in den Klassenräumen und zwar dringend!!!!

  7. Zitat von Herrn Tonne: „… allerdings seien auch die Sicherheitsvorkehrungen in Form von Impfungen und Selbsttests erhöht worden.“

    Das meint er wirklich ernst, oder?

    Ich bin seit Januar mit meiner Abschlussklasse im Präsenzunterricht, zwar im Wechselunterricht, aber trotzdem. Ein Impfangebot habe ich, wie alle meine Kollegen in der Sek. I bisher nicht erhalten, da ja Sek. I – Lehrer in Gruppe 3 verbleiben. (Ich freue mich aber, dass wenigstens die Kollegen in GS und KiTa geimpft werden). Allerdings besteht ein vollständiger Schutz vor einer Infektion erst einige Zeit nach der 2. Impfung … die hat bisher niemand … also kein wirklicher Schutz bisher.

    Die Selbsttests sind bei uns angekommen. Nächste Woche kann sich jeder Schüler 1x testen (so viel zu einer Übungswoche) und das Hauptproblem: Die Tests sind freiwillig. Ein Teil unserer Schüler darf sich nicht testen, weil die Eltern das nicht möchten. Diese Selbsttest erhöhen nur den Infektionsschutz, wenn sich alle testen und das mehr als 1x in der Woche.
    Wenn Schüler, die sich selbst nicht testen wollen/ dürfen, zuhause bleiben, dann wäre das noch besser. Woanders brauche ich doch auch ein negatives Testergebnis, um reinzukommen. Warum geht das nicht in Schule???

    Ich bin es leid, diese Phrasen der KuMis zu hören … Für die Lernerfolge von Schüler*innen aus sozial schwachen Verhältnissen hat sich in den Jahren zuvor niemand interessiert … jetzt auf einmal. Schade, dass diese Schüler*innen als Grund für das unbedingt notwendige Öffnen von Schulen missbraucht werden. Wirkliche Hilfen bekommen diese Schüler aber weiterhin nicht.

  8. Auch Herr Tonne wird in den nächsten Wochen einsehen, dass ein einigermaßen regulärer Schulbetrieb nur dann möglich ist, wenn in jedem Klassenzimmer für saubere, virenfrei Luft gesorgt wird.

    Aus Umweltschutzgründen sind dazu Frischluftwärmetauscher erforderlich.

    Um die Viren abzutöten, werden Luftfiltergeräte mit UV-C benötigt.

    Spätestens in den Sommerferien müssen diese Maßnahmen abgeschlossen sein.

    • „Wozu das denn??? Bereits nach den Osterferien hat sie die Pandemie doch bestimmt, ganz sicher, voraussichtlich und höchstwahrscheinlich bereits erledigt….da wären solche teuren und überbewerten Filtersysteme doch rausgeschmissenes Geld. Lasst uns die Kohle an die Aufsichtstäte großer Konzerne verteilen, damit die davon mal wieder richtig abfeiern können – so in der Karibik z.B .. auf keinem Fall Malle, wo der Pöbel abhängt…denn dann bleiben unsere Namen als zukünftige Ex-KuMis in Erinnerung und wir werden dann absehbar ebenfalls als Mitglieder der Aufsichtsräte zu solchen Events eingeladen…das haben wir uns verdient, wo wir uns doch so verdient gemacht haben und im Amt so wenig verdient haben, obwohl wir da eigentlich mehr verdient hätten als wir bekommen haben.“

    • Oooch, warum denn, nach den Sommerferien ist die Pandemie doch vorbei, warum soll man denn für teures Geld Luftfilter kaufen, die dann nur rumstehen…. Hat als Argument letzten Sommer gereicht, wird jetzt genauso kommen.

  9. Der Wahlkampf macht es möglich! Anders kann man es nicht sehen! Die inkompetente Beschaffung vom Impfstoff und diese Verzögerungstatik beim Impfen ist zum Kotzen! Das die Luftfilteranlagen nicht beschafft werden ist auch nicht zu verstehen!

  10. Machen wir doch dem ganzen Hin und Her ein Ende!

    Ich habe bereits in einem anderen Zusammenhang gepostet:

    Ab in die sicheren Schulen und für Schulöffnung 24/7 plädiert.

    Damals war es Verzweiflung mit Galgenhumor.
    Jetzt nur noch Verzweiflung.

    Lieber ein Ende mit Schrecken als immer und immer unseren verantwortungslosen, körperverletzenden, menschenverachtenden, völlig inkompetenten KuMis mit ihren lustigen Heute-so und Morgen-anders Ideen auf ewig ausgeliefert zu sein.

    Das darf so nicht weiter gehen – nicht einen Tag!

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