Binnen einer Woche: Fast 600 Corona-Infektionen an Niedersachsens Schulen entdeckt

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HANNOVER. Die Corona-Tests an Niedersachsens Schulen haben binnen einer Woche erneut fast 600 Ansteckungen aufgedeckt. In der Woche vom 19. bis 23. April wurden 573 positive Selbsttests mit einem PCR-Test bestätigt, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Davon entfielen 530 auf die Schülerinnen und Schüler und 43 auf die Beschäftigten.

Die dritte Corona-Welle rollt mit Macht durch Deutschland – die Kitas und Schulen bleiben davon nicht unberührt. Illustration: Shutterstock

Insgesamt waren mehr als 1,4 Millionen Tests ausgegeben worden, hinzu kamen 17.400 anlassbezogene Tests. Sollten die ausgegebenen Tests alle genutzt worden sein, läge der Anteil der dadurch aufgedeckten Infektionen daran bei rund 0,04 Prozent. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Schnelltest einen Großteil der Ansteckungen nicht erkennen, wie News4teachers berichtete.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne erklärte, mit den Selbsttests sei verhindert worden, dass das Virus in die Schulen eingeschleppt und in den Familien weiterverbreitet werde. «Damit bestätigt sich, dass die Selbsttests ein wirksames Instrument sind, um Infektionsketten frühzeitig zu durchbrechen. Das sind ermutigende Signale für die weitere Perspektive», sagte der SPD-Politiker. In der Woche zuvor – der ersten mit verpflichtenden Tests – waren 554 Infektionen bei Schülern und Beschäftigten identifiziert worden. News4teachers / mit Material der dpa

„Frühwarnsystem Schulkinder“: Warum die Inzidenz als Maß sinnvoll ist – noch

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13 KOMMENTARE

  1. Und falls die Tests in den Schulen hätten durchgeführt werden müssen – so wie es in fast allen anderen Bundesländern der Fall ist – wäre überhaupt nichts verhindert, sondern nur noch mehr verbreitet worden.

  2. Das zeigt doch, dass zumindest viele auch zu Hause verantwortungsvoll mit diesen Tests umgehen. Ich finde dieses System erheblich besser, als in der Schule zu testen.
    1000 entdeckte Infektionen ist besser als nichts. Gruselig nur, dass die Anzahl der nicht entdeckten Infektionen vermutlich viel höher liegt.

    • Wir haben leider diverse Masken- und Testverweigerer, die, seit Testpflicht ist, das Gebäude nicht mehr betreten dürfen. Nur zum Schreiben von Kursarbeiten ist das erlaubt, sie müssen aber extra Räumlichkeiten, Toilette usw. bekommen.
      Wenn diese SchülerInnen zu Hause testen dürften, käme kein ehrliches Ergebnis heraus. Und das wäre fatal, insbesondere bei den hohen Inzidenzen, mit denen wir seit Monaten zu tun haben. Es gibt für das Testen wohl leider keine Lösung, die allen Anforderungen gerecht wird: Ehrliche überprüfbare Ergebnisse und maximaler Gesundheitsschutz für alle Beteiligten.

      • Ich verstehr eigentlich nicht, warum diese Schüler bei Verweigerung an den Tests trotzdem teilnehmen dürfen. Nicht abwesend, 6 und gut.

    • 01.05.2021 — Focus

      Bei Schnelltest: Frau wird verletzt – Hirnwasser läuft aus

      In Osnabrück ist es bei einem Corona-Schnelltest zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Bei einem Abstrich in der Nase soll eine Frau eine Verletzung im Inneren des Schädels erlitten haben (…)

      https://www.focus.de/gesundheit/news/gefaehrlicher-zwischenfall-in-osnabrueck-bei-schnelltest-frau-wird-verletzt-hirnwasser-laeuft-aus_id_13252522.html

      01.05.2021 — t-online.de

      Frau lief nach Corona-Schnelltest Hirnwasser aus dem Kopf

      (…) Wie die “Neue Osnabrücker Zeitung” berichtet, hat eine Patientin bei einem Abstrich im Januar eine Verletzung im Innern des Schädels erlitten. Wochenlang lief der Frau nach dem Schnelltest eine klare Flüssigkeit aus dem Kopf, sie klagte über Kopfschmerzen. Anfang März schließlich wurde sie in eine Klinik überwiesen. Die Ärzte dort diagnostizierten eine Verletzung am Schädelbasisknochen, verursacht offenbar durch die unsachgemäße Anwendung des Abstrichtupfers. Die klare Flüssigkeit identifizierten sie als Hirnwasser. (…)

      https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89954516/sehr-seltener-vorfall-in-osnabrueck-frau-lief-nach-schnelltest-hirnwasser-aus-kopf.html

      02.10.2020 — Issam Ahmed — Medical Xpress

      COVID-19 test caused brain fluid leak in US patient with rare condition: study

      A COVID-19 nasal swab test punctured a US woman’s brain lining, causing fluid to leak from her nose and putting her at risk of life-threatening infection, doctors reported in a medical journal Thursday.

      https://medicalxpress.com/news/2020-10-covid-brain-fluid-leak-patient.html

      • @Edward von Roy:
        Was hat das jetzt mit den Selbsttests an Schulen zu tun! In dem Artikel, den Sie verlinkt haben, geht es um SCHNELLtests und keine Selbsttests, die in Schulen benutzt werden. Mit diesen Selbsttests muss man nicht so weit nach hinten, dass Gehirnwasser auslaufen könnte. Abgesehen davon stecken die Kinder die Stäbchen selbst in die VORDERE Nase und werden dabei wohl kaum bis zum Gehirn hinter kommen! Haben Sie schon mal gesehen, wie ein solcher Test durchgeführt wird? Jedenfalls ist dieser Artikel hier unangebracht, denn diese Tests werden in den Schulen gar nicht benutzt. Nur noch mehr Angst unter den Eltern verbreiten, dass Sie ihre Kinder nicht testen lassen…

  3. Es ist die Frage zu stellen: Wieso lässt man es mit mangelhaft ausgestalteten Hygienekonzepten zu, dass sich Kinder in der Schule infizieren?

    Denn nun abzuleiten, dass die Kinder das Virus nicht in die Schule „geschleppt“ gehaben, ist grotesk. Sie haben sich vielfach IN DER SCHULE infiziert und ggf. ihre eigenen Familien und Eltern angesteckt. Das ist passiert und passiert in diesen Tagen in offenen Schulen.

    Es gibt eine persönliche Verantwortung: Die der Eltern, die ihre Kinder entgegen der inneren Warnsignale in die Schule schicken. Die der Lehrer*innen, die wider besseren Wissens Kinder unter schlechten Hygiene-Bedingungen in den Schulen unterrichten. Die der Politiker*innen, die konsequent die wissenschaftliche Faktenlage ignorieren und bessere Rahmenbedingungen in der Schule verhindern.
    EIN einziges Kind (ihrer Klasse?) mit LongCovid, EIN verstorbenes Elternteil sind zuviel. Es gibt Alternativen für die wir gemeinsam einstehen sollten. Sichere Konzepte, soziales Miteinander, Übernahme von Verantwortung und differenzierte Maßnahmen schließen sich nicht aus. Ein Festhalten an überholten Rahmenbedingungen und Beschlüssen ist falsch.
    Viele (Sie?) wissen das und handeln nicht. Das ist fahrlässig und strafbar. Das eigene Gewissen wird sich in vielen Fällen nicht mehr beruhigen lassen und verantwortungsvolles Handeln lässt sich nicht delegieren.

    • @Falscher Rückschluss:

      Ich hoffe, dass sehr viele Ihren Beitrag lesen, und zwar ganz genau.
      Und noch einmal sehr gründlich nachdenken!
      Vielen Dank!

  4. „Sollten die ausgegebenen Tests alle genutzt worden sein, läge der Anteil der dadurch aufgedeckten Infektionen daran bei rund 0,04 Prozent.“

    Die Tests der ersten Wochen gehen auch an die SchülerInnen, die weiterhin im Distanzlernen sind. Sie erhielten am Ausgabetag die Kits, damit sie sich im Falle eines Präsenztages testen können. Diese Tests müssten ungenutzt zu Hause liegen.

    Viel eher ist zu vermuten, dass einzelne Schnelltests verdeckte Infektionen anzeigen, sodass dann im Umfeld getestet wird. Vielleicht erklärt das auch die hohen Inzidenzen, die jetzt bei Kindern und Jugendlichen auftreten: Kinder und Jugendliche werden jetzt häufiger getestet.

    • @Palim:
      Das spielt mit Sicherheit auch mit rein. Vorallem in der ersten Welle wurden Kinder so gut wie gar nicht getestet. Kein Wunder, dass es da kaum (bekannt gewordene!) Infekionen gab. Jetzt werden vorallem Kinder und Jugendliche ohne besonderen Anlass getestet. Damit meine ich, ohne dass sie Kontaktperson sind… ohne dass sie leichte Symptome haben usw. Wie viele Erwachsene machen das denn? In der Regel werden Erwachsene nur getestet, wenn sie Kontaktpersonen sind, Symptome haben, oder zu Einkaufen gehen wollen (wenn denn die Geschäfte offen wären). In Betrieben besteht immer noch keine Testpflicht! Ein Angebot ist zwar da, aber es gibt keine Verpflichtung wie in Schulen. Würde dies (endlich!!!) eingeführt werden, wären die Zahlen bei den Erwachsenen mit Sicherheit auch deutlich höher und die Diskrepanz zwischen den Altersgruppen nicht mehr so hoch.
      Nichtsdestotrotz kann man nicht abstreiten, dass sich das Virus mit der Mutation nun auch tatsächlich leichter unter Kindern verbreitet – das wurde ja auch schon mehrfach wissenschaftlich bestätigt. Es liegt also nicht „nur“ an den massenhaften Tests bei Kindern.

  5. Lothar Wieler vom RKI und Karl Lauterbach haben davor gewarnt. Die Familien und Schulen
    sind jetzt in den Blick zu nehmen und da hat Herr Wieler eine klare Position vertreten.
    Es finden vermehrt Ansteckungen in Schulen, Kindergärten statt und dies hat zur Folge,dass es in Familien getragen wird. Die nächsten Wochen wird für Familien eine große Herausforderung und die Schulpolitik muss dies in den Blick nehmen. Wir haben die“ ALTE“Generation geschützt und jetzt muss die Politik ach die „Junge“ Generation schützen. Die Politik holt sich viele Ratschläge von RKI und Virologen und Gehör findet es leider nicht.

  6. Komisch, unsere Schule hatte mal wieder keine Tests geliefert bekommen. Wir waren alle ungetestet in der Schule. Wir sind runtergesackt auf eine Inzidenz von 99. Ab Montag kommen die Jahrgänge 5-8 wieder. Mal sehen, wie lange wir diesmal auf Tests warten müssen.
    Die Aussage der zuständigen Abteilungen war, dass es reicht, wenn Lehrer auch testen, da wir es ja übertragen.
    Das mag ja schon stimmen, aber die Sache ist ja: 1. Wer schleppt es mit ein? 2. Wieso unterrichte ich in jedem Jahrgang. Unseren Schule hat übrigens kann anderen Zahlen für die Schulen in Niedersachsen gemeldet bekommen. Offiziell sind von Seiten der Landesschulbehörde nur 26 Schulen betroffen. Also so gut wie gar keine.
    Der Grenzwert wird im Mai garantiert auf 165 hochgesetzt.

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