Gebauer: Bundes-Notbremse für NRW-Schulen greift schon ab Montag

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DÜSSELDORF. Das neue Infektionsschutzgesetz mit der Bundes-Notbremse greift im NRW-Schulbetrieb schon ab kommendem Montag. Das hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf klargestellt. «Das neue Bundesgesetz führt automatisch dazu, dass viele Kinder im Rahmen des Distanzunterrichtes nicht in den Schulen, sondern wieder daheim lernen müssen.»

Eingehegt: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Bei einer Wocheninzidenz von 165 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ist Präsenzunterricht untersagt. Und zwar dann, wenn dieser Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen vom Robert Koch-Institut gemeldet wurde. «Die Notbremse tritt dann am übernächsten Tag in Kraft.»

Die 165er Kennziffer bezieht sich nicht auf einzelne Kommunen, sondern auf einen gesamten Kreis oder eine kreisfreie Stadt. Am Freitag lagen 28 Kreise und kreisfreie Städte – mehr als die Hälfte in NRW – bereits über diesem Schwellenwert. Darunter waren auch die Millionenstadt Köln und die drittgrößte NRW-Stadt Dortmund. Für alle jetzt schon betroffenen Kreise und kreisfreien Städte mit einer seit drei Tagen bestehenden Inzidenz von mindestens 165 bedeutet das schon ab dem kommenden Montag eine Umstellung auf Distanzunterricht.

Eine Ausnahme gilt für Abschlussklassen und Förderschulen, erläuterte das Schulministerium. Alle Abschlussprüfungen – auch die am Freitag gerade angelaufenen Abiturprüfungen – könnten planmäßig im Präsenzbetrieb stattfinden. Zudem werde pädagogische Notbetreuung eingerichtet.

Fällt die Inzidenz wieder stabil unter 165 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche, so kehren die Schulen in den Wechselmodus aus Präsenz- und Distanzlernen zurück – und das konkret «am ersten Montag nach der entsprechenden Feststellung» durch das NRW-Gesundheitsministerium. Bisher hatte für die Schulen landesweit als Grenzwert eine Wocheninzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gegolten. dpa

Merkel zeigt den Länderfürsten die Grenze auf. Die haben uns tief in die Corona-Krise geführt – mit ihrem Nichtstun für Kitas und Schulen !

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17 KOMMENTARE

  1. Da die Kitas aufbleiben und auch sonst wenig Wirksames getan wird, wird die Inzidenz so bald nicht sinken. Ich bin gespannt, ob man dann bei diesen Regeln bleibt oder sich Ausreden einfallen lässt, um sie dann doch wieder aufzuweichen.

    Besonders gefährlich wird es, wenn die Gesamtinzidenz mit steigender Durchimpfung leicht fällt, was dann aber auch im Umkehrschluss bedeutet, dass sie unter nicht geimpften (also allen SuS und Kita-Kindern!) noch viel höher steigt.

    Angesichts der vielen Mutationen müssen die Schulen zu bleiben, bis alle Beteiligten, die das wünschen (inkl. Eltern!) entweder geimpft sind oder bis endlich die seit letztem Sommer überfälligen Voraussetzungen für sicheren Unterricht geschaffen sind.

    • Sie werden es wieder nicht machen – jetzt ist es noch leichter, die Verantwortung auf den Bund zu schieben und nichts zu tun…
      Sie darf ja offen lassen, also wird sie es tun.
      In genau dieser Sackgasse enden auch alle Bemühungen von Personalräten, Lehrern über Remonstrationen, Schulleitungen… was nicht verboten ist, wird gemacht.
      bis 165 dürfen die Kids, Eltern, Lehrer ja krank werden. Darüber ist es zwar mit langem Bremsweg nicht mehr zu stoppen, aber verboten ist es dann. Dann haben mit dem Tag der Schulschließung die Inzidenzen bitte schnellstmöglich und sofort zu sinken, damit man schnellstmögilch und sobald es erlaubt ist, wieder offen machen kann.
      Karussellfahren hat denen bestimmt schon als Kind gut gefallen…

      Ob das Sinn macht und allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht und wie viel Schaden es anrichtet ist denen offenbar egal!
      Erst werden es die Kinder bei offenen Schulen ausbaden müssen, wenn die meisten Erwachsenen geimpft sein werden. Danach werden es dann die Erwachsenen wieder ausbaden müssen, wenn unter Kindern Mutanten entstehen, die nix von Impfschutz wissen…

      Merk(!)würdiges Menschenbild.
      Merkwürdige „Ethik“.
      Merkwürdige Politik.
      Merkwürdige Auffassung des Art. 2 GG.
      Merkwürdige Auffassung von Zukunftsorientierung.

  2. Länder, die vor Inkraftsetzung der Notbremse unter 165 sind, werden an 3-aufeinander folgenden Tagen nicht so leicht über diesen Wert kommen… zumal ja auch über Wochenende immer weniger getestet und gemeldet wird…
    von daher wird es eher so sein, dass die Städte/Kommunen, die ohnehin nahe 200 und drüber waren weiter Distanzunterricht machen können, während die Orte, die vor Notbremse unter 165 lagen, sich weiter dem Risiko aussetzen müssen, solange keine Präsenzpflicht aufgehoben wird, und davon ist ja leider überhaupt keine Rede in NRW…
    da ist sicher auch einer der Gründe, warum ich wenigstens die Grenze von 150 gezogen wurde… gehofft habe ich 100, erwartet 150, aber 165 ist wirklich lächerlich…

  3. Es ist ein Irrsinn, die Inzidenz-Grenzwerte nur auf den Kreis zu beziehen. Da gibt es Städte oder Orte, die eine Inzidenz über 300 haben während ein anderer Ort 40/50 km entfernt unter 30 ist und verhindert, dass die Inzidenz für den ganzen Kreis endlich hoch genug zum schließen ist. Die Kinder in stark betroffenen Orten (und damit meine ich, weit weit vor 165) nicht zu schützen, ist kriminell.

    Ein interessanter, neuer Artikel von heute über die Testpflicht und den Druck auf Eltern findet sich beim Focus: https://www.focus.de/gesundheit/kein-fernunterricht-ohne-test-druck-auf-eltern-zur-testpflicht-steigt_id_13219247.html

    • Ganz so einen Irrsinn finde ich das mit den Kreisen tatsächlich nicht. Bei uns schwanken die einzelnen Kommunen teilweise innerhalb einer Woche extrem! Dann würden durchaus Schulen immer wieder für 2-3 Tage öffnen und dann wieder schließen. Die Regel auf Kreise zu beziehen finde ich sehr sinnvoll, da dies eine gewisse Pufferwirkung bietet, so pendelt die Inizidenszahl nicht Tagweise über und unter 165 hin und her. Wenn es nur nach Kommunen/Städten gehen würde, würde oft eine Familienfeier ö.ä. reichen, dass alles dicht gemacht wird, weil einfach zu wenig Personen für die Inzidenz benötigt werden.
      Außerdem sind doch unsere Gesundheitsämter eh schon vollkommen überlastet, die schaffen es ja teilweise nicht mal innerhalb von 14 Tagen einen Quarantänebescheid zuzustellen, wenn die jetzt auch noch in Kreisen 2-8 unterschiedliche Regeln durchsetzen und festlegen sollen, sind die doch vollkommen überfordert. Gesundheitsämter sind nun einmal auf Kreisebene angesiedelt.

  4. Da kann die Stadt Frankfurt ja was lernen, die ausweislich der Berichterstattung in der hessenschau Schulen und Kitas erstmal offen lässt. Begründung: man müsse erst Konzepte für Wechselunterricht und Notbetreuung erarbeiten.
    Vulgo: man will nicht schließen. Was an Wechselunterricht oder Notbetreuung nach einem Jahr neu und regelungsbedürftig sein soll, bleibt deren Geheimnis.

    • Da kann Frankfurt gern bei jeder beliebigen SL in NRW nachfragen, wie das geht. Wir planen seit einem Jahr stets von Freitag Nachmittag bis Montag Morgen.

    • Interessante Agrumentation der Stadt Frankfurt, wo doch der Distanzunterricht in diesem Jahr eher die Regel und eingeprobter ist, als der Wechselunterricht.

  5. Pooltest an NRW GS ab Mai mit täglichem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht nach dem Prinzip „Montag-Mittwoch-Freitag-Dienstag-Donnerstag“ für jeweils die Hälfte der Klasse.

    Heißt also tägliche Pooltests um nicht den Überblick zu verlieren, da Testungen ordentlich zu dokumentieren sind.

    • Ja, bei uns wurde auch (natürlich mal wieder übers Wochenende) angekündigt, dass ab Anfang Mai nur noch tageweise gewechselt werden darf. Schließlich muss die Zick-Zack-Husarin ja beweisen, dass sie immer noch die Macht hat, da kann man doch nicht einfach mal was für mehrere Wochen am Stück so lassen, wie es ist.

      Ich hoffe, dass die Inzidenz nächste Woche endlich über 165 klettert damit meine Kinder und ich endlich zuhause in Sicherheit bleiben können.

      • Wir müssen dann wieder die Notbetreuung übernehmen, wenn es zu Schulschließungen kommen sollte. Nix mit Sicherheit zu Hause!

  6. So gut für Förderschüler*innen der Präsenzunterricht ist, per Definition zu erklären, die zum Teil sehr vulnerablen Kinder und Jugendlichen wären ganz besonders gut geschützt, ist ja wohl abenteuerlich. Gut, die Lerngruppen sind klein, im Schulbus sitzen aber alle Lerngruppen bunt gemischt. An manchen Schulen tragen einige Schüler*innen keine Maske, aufgrund ihrer Behinderung ist das nicht möglich.
    Und sosehr alle, auch die Schüler*innen, bemüht sind, alle Hygieneregeln zu berücksichtigen, dass klappt einfach nicht immer…
    Wenn Frau Gebauer die Förderschulen auflässt: Dann Bustransporte im Klassenverband, Lüftungsanlagen und Filter in den Klassen, gepoolte PCR-Tests…
    Achso, ist ja Sache der Städte… Ja dann, dann eben nicht.

  7. Ich verstehe es nicht: unser Landkreis ist heute den fünften Tag über der 165 und damit müsste die Schule dicht sein.

    Ist sie aber nicht. Es zählen ja die tagesaktuellen Zahlen vom RKI.
    Nachmeldungen werden offenbar nicht berücksichtigt?!

    Beispiel: Inzidenz gestern beim RKI unter der 165, nachträglich aber über der Grenze (Meldeverzug).

    Beim LZG kann man sich das ja anzeigen lassen.

    Beim MAGS stehen wir aber nicht in der Pressemitteilung, obwohl auch dort die Zahlen vom LZG einzusehen sind…

    Ist da das Gebauersche Schlupfloch?

  8. Ich verstehe nicht das Abschlzssklassen weiter der Pandemie ausgesetzt werden. Letztes Jahr zu Beginn wurde noch vieles berücksichtigt. Jetzt wo schon 1 Jahr nichts wirklich stattfindet. Also Distanzunterricht ist bei meiner Tochter nicht wie es sein sollte. Sie müssen sich nun 2 mal in der Woche selber Testen, angelehnt von Lehrern nicht vom Fachpersonal. Prüfungen finden normal statt ZAP wird geschrieben mag kommen was will. Wo bitte wird bei diesen Jahrgängen berücksichtigt das die Pandemie vieles nicht möglich macht. Für die kleineren Klassen soll etliches an Geld rein gesteckt werden um den Stoff auf zu holen warum nicht gleiches recht für alke. Baut lieber von dem Geld Räume an Grundschulen macht die Vorschule zur Pflicht, so können die Kita Kinder ihr Defizit aufholen. Lässt alle das Jahr wiederholen somit ist vielen geholfen. Denn für die Abschlzssklassen gibt es auch noch kein Impfstoff und auch dort gibt es Schüler mit Risikogruppen Kontakt oder gehören selber dazu. Auch diese Jugendlichen leiden psychisch und physisch unter der Pandemie! Aber wie sagt mein Kind so schön… Der Ministerin gehen wir am Arsch vorbei wir dürfen ruhig verrecken oder einen scheiß Abschluß bekommen. Danke meine Zukunft sehe ich nicht geschützt

  9. Kann mir jemand erklären, warum jetzt bei Wechselunterricht statt „Unterricht im Klassenverband“ (Kohorte = halbe Klasse ca. 15 SuS) wieder „Unterricht mit Kurssystem“ (Kohorte = halber Jahrgang ca. 75 SuS) angesagt ist?
    Damit wir schneller über 165 landen?
    Man kann wirklich nur noch am Verstand der Entscheidungsträger zweifeln.

  10. Dieses Hin und Her mit den Inzidenzen ist zum Kotzen. ZUm Schließen reichen 3 Tage hintereinander. Zum öffnen brauch es 5 und es darf erst in der kommenden Woche damit gestartet werden.

    Beispiel:
    Dienstags wird festgestellt wir waren 5 Tage unter 165. Jippie ab dem Montag darauf darf die Schule wieder öffnen.
    Jetzt klettert der Wert aber von Mittwoch-Freitag wieder auf über 165.
    Mist Schulen bleiben doch zu.

    Sollen sie doch einfach gleich sagen wir machen bis zu den Sommerferien Distanzunterricht und nach den Ferien schauen wir mal wo wir sind.

    Die Eltern sind mittlerweile nur noch Spielbälle. Man ist nur nach am überlegen an welchem Tag das Kind jetzt zur Schule muss weil ständig Änderungen kommen.

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