Dritte Welle – GEW: Abiturprüfungen notfalls ausfallen lassen

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BERLIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. «Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen», sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.»

Fordert mehr Flexibilität bei den Abschlüssen: Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Foto: GEW

Tepe sagte, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Dafür erntete die GEW-Chefin aber umgehend Widerspruch. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek blickt wegen der Pandemie mit großer Sorge auf den weiteren Schulbetrieb. «Es wird überall eine Gratwanderung sein und sehr vom regionalen Infektionsverlauf gerade auch unter den Kindern und Jugendlichen abhängen», sagte die CDU-Politikerin.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Ressortchefin Britta Ernst (SPD), äußerte sich zurückhaltend zur GEW-Forderung. Alle arbeiteten mit Hochdruck an sicheren Bedingungen für die Durchführung der Prüfungen. «Niemand sollte die Jugendlichen, die jetzt vor dem Abschluss stehen, zusätzlich zur normalen Prüfungsnervosität verunsichern.» Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, meinte, die Schüler hätten sich trotz Pandemie sehr intensiv auf die Prüfungen vorbereitet. «Das muss wertgeschätzt werden.» Er plädierte dafür, allenfalls die Verschiebung von Prüfungen zu erwägen, die Aufgabenpools zu erweitern und die Prüfungsräume coronasicher zu gestalten.

Der Deutsche Lehrerverband wandte sich klar gegen einen Ausfall von Abiturprüfungen. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger sagte der «Rheinischen Post»: «Bereits im letzten Jahr für das letztjährige Abitur hatte die GEW diese Forderung erhoben, und es war im Nachhinein gesehen absolut richtig, dass die Bundesländer dieser damals Forderung nicht gefolgt sind.» Viele Bundesländer hätten dieses Jahr schon auf die steigenden Inzidenzen reagiert und die Abiturprüfungen auf Termine im Mai und Juni verschoben. Auch der Deutsche Philologenverband sprach sich in den Zeitungen der Funke Mediengruppe für reguläre Abiturprüfungen aus.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte im RND-Podcast «Die Schulstunde», die Kultusministerkonferenz gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Eine Absage von Prüfungen wäre nach seinen Worten zum Nachteil der Schüler. «Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben. Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten.» Alle sollten später stolz sagen können: «Ich habe ein ganz reguläres Abitur geschrieben wie alle anderen auch – und das noch unter Pandemiebedingungen.» News4teachers / mit Material der dpa

Wegen Corona: Abiturienten bekommen mehr Zeit in den Prüfungen

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27 KOMMENTARE

  1. Für Frau Tepe scheint es nur das Gymnasium zu geben. Was ist denn mit den anderen Schularten, in denen eine Abschlussprüfung absolviert werden muss?

  2. Die Prüfungen müssen nicht entfallen, wenn die Abschlussklassen nach Ostern konsequent online beschult werden. Die Prüfungen werden aber zur Farce, wenn auch bei Inzidenzen über 100 Wechselunterricht erteilt wird.
    Mit Distanzunterricht und Prüfungen im Freien, ist das Abitur 21 gefahrlos möglich.
    Denn B117 wird jede Planung hinwegfegen oder man nimmt erkrankte Schüler und Eltern in Kauf, um ein dann blutgetränktes Abitur zu schreiben. Das traue ich den Bildungspolitikern zu, die immer noch nicht kapiert haben, dass ein Platz auf der Intensivstation kein Wellness Urlaub ist.
    Bei einer Belegung von über 4000 Patienten sind es noch 4 Wochen bis zum Kollaps. Abitur mit Triage. Langsam müssen sich auch Lehrer und deren Leitungsebenen fragen, welche Verantwortung und Schuld sie bereit sind, zu tragen. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Nur ein harter Lockdown mit ausnahmsloser Schulschließung kann diesen Kollaps abwenden. Die Schulen sind und bleiben Infektionsdrehkreuze.
    Brinkmann, Drosten, Eckerle, Ciesek… Wir haben exzellente Wissenschaftler in Deutschland, hören aber weiter auf die Durchseuchungsclowns und die 10 Prozent Querdenker mit ihren Erbsenhirnen.

  3. Ich weiß nicht, ob man den Schülern damit einen großen Gefallen tut. Man müsste mal aus der Vergangenheit erheben, welche Auswirkungen ein Durchschnittsabitur auf den Notendurchschnitt gehabt hätte. Die Prüfungen selbst, oftmals einfacher als die regulären Klausuren, haben ja doch einen gewissen Einfluss. Außerdem fanden meines Wissens nur in den absoluten Kriegszeiten keine Abiturprüfungen statt. Davon sind wir bei der aktuellen Pandemie glücklicherweise weit entfernt, zumal die fachlichen Anforderungen zum Bestehen des Abiturs auch dramatisch heruntergefahren wurden.

    • Mmmhhh,
      wenn man sich die Aussagen der Politiker Revue passieren lässt ….
      Merkel – März 2020:
      “ .. sieht in der Coronakrise die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg.
      Macron – März 2020:
      * spricht im Zusammenhang mit Corona davon: „Wir sind im Krieg.“

      Diese Vergleiche zu Kriegs- und somit Krisensituationen wurden zu Beginn der 1. Welle ausgesprochen.
      In der Zwischenzeit befinden wir uns in einer noch heftigeren 3. Welle!

      … In Kriegszeiten vor über 80 Jahren lag die Gefahr für die Bevölkerung punktuell auf Bombenangriffen.
      Jetzt zu Corona-Zeiten ist die Gefahr omni präsent, in bayerischen Dörfern, in dünnbesiedelten Gebieten an der Norseeküste, in Dresden, Berlin, Leipzig, etc. und sie geht potentiell von JEDEM MENSCHEN aus.

      Krisensituationen erfordern Mut zu außergewöhnlichem Handeln, um weitere Kollateralschäden zu vermeiden.

      By the way, nicht nur Abiturprüfungen wurden im Krieg ausgesetzt, viele Schüler verließen die Schulen OHNE Abgangszeugnis, um im eigenen Handwerksbetrieb das Unternehmen am Laufen – und die Angestellten in Lohn und Brot – halten zu können, weil der Vater in den Krieg eingezogen wurde.
      Ein Schulabgang OHNE Abgangszeugnis wäre in heutigen Zeiten unmöglich!
      Das Berufs-/Ausbildungsleben, selbst das Studium ist heutzutage rein auf Noten ausgerichtet und nicht auf KÖNNEN.
      Viele Blender – mit guten Noten im GePO-Abitur – fallen Jahre später auf die Nase, wenn sie erkennen müssen, dass Leistung und Können nicht mit Gelaber zu kaschieren ist.

      … außer man geht in die Politik 😉

  4. Ich verstehe dieses steinzeitliche Festhalten an Prüfungsformen, die in einer Pandemie mit hohem Risiko verbunden sind, in keiner Weise. Was haben die SuS davon, wenn sie dann das Abi in der Hand haben, aber wegen LongCovid doch nicht studieren können und vielleicht nie in der Lage sein werden, das zu tun, was sie eigentlich tun wollten? Oder wenn sie zwar das Abi haben, aber dann erst einmal ihre Eltern pflegen müssen, weil die sich LongCovid eingefangen haben?

    Ich mache in der Hochschule seit zwei Semestern (das dritte hat gerade angefangen) mündliche Prüfungen per Videokonferenz. Das macht natürlich viel mehr Arbeit als irgendeine Art von Klausur, erlaubt aber insbesondere auch, den Prüfungsfokus auf Verständnis und Transferleistungen zu setzen. Ganz nebenbei bleibt der Gesundheitsschutz für alle Beteiligten erhalten. Betrug ist quasi ausgeschlossen, denn wie soll jemand schummeln, wenn man ihn ansieht und sich mit ihm unterhält? „Vorsagen“ aus dem Off geht bei solchen Fragen nicht. Ich habe solche Prüfungen auch schon vor Corona in Präsenz durchgeführt (auch mündlich) und kann sowohl im Ablauf als auch in der Art und Qualität der Antworten keinen nennenswerten Unterschied erkennen.

    Abiturienten sind nur unwesentlich jünger als unsere Studierenden. Dieses Konzept sollte da also auch funktionieren und würde das Prüfungsgeschehen komplett von den Risiken durch Corona entkoppeln, denn dass es keine Infektionen über eine Videokonferenz gibt, ist kein Wunschdenken, sondern Fakt.

    Dass man nicht jede Klausur in jeder Klassenstufe so durchführen kann, sollte klar sein, aber Abiprüfungen sollten zumindest Überlegungen zu solchen Alternativen verdient haben.

    • Als Mutter einer Tochter, die sich derzeit auf die Abiturprüfungen vorbereitet und täglich viel lernt, fände ich ein ersatzloses Streichen dieser Prüfungen nicht gut. Das hätte vorher kommuniziert werden müssen. Daher finde ich Ihren Vorschlag sehr gut und erheblich besser durchdacht als das, was Frau Tepe da mal wieder von sich gegeben hat. Frau Tepe sollte sich besser zum weiterhin nicht vorhandenen Infektionsschutz in Schulen äussern. Ich bin seit 1.4. kein GEW-Mitglied mehr, und das ist auch gut so.

    • Prüfungen per Videokonferenz-System wäre als Alternative sicherlich wünschenswert.

      Orientiert an den Realitäten zur IT-Ausstattung an Schulen, der Erfahrungen mit nicht verfügbaren Plattformen, zusammenbrechenden Viedeokonferenzen wegen Überlastung von IServ-Servern etc., sind keine adäquaten Voraussetzungen zur Leistungsbewertung von Abschlussprüfungen.

      Zudem ist in manch ländlicher Region gar nicht die technische Infrastruktur im Bereich DSL und Breitbandverkabelung für stabile Videokonferenz-Verbindungen vorhanden.

      Wir leben leider nicht in Irland, wo 3G an jeder Klippe kurz vor dem Atlantik verfügbar ist. 😉

      • Das sind lösbare Probleme… es war mehr als genug Zeit dafür und tatsächlich funktioniert es in der Praxis recht gut.

        Wir nutzen Zoom für so etwas (natürlich mit datenschutzrechtlich abgesegneter Großkundenlizenz) und ich hatte bei insgesamt über 200 mündlichen Prüfungen bisher ein einziges Mal kurze Tonprobleme, die wir über Telefon aber gut lösen konnten. Alles andere lief prima.

        „Zudem ist in manch ländlicher Region gar nicht die technische Infrastruktur im Bereich DSL und Breitbandverkabelung für stabile Videokonferenz-Verbindungen vorhanden.“

        Ein Großteil unserer Studierenden kommt aus dem ländlichen Bereich. Sie wissen, worauf sie sich einlassen (sie kennen ja ihre Netzanbindung) und sorgen gegebenenfalls vorher für Abhilfe. Es ist immer noch viel sicherer, wenn EIN Prüfling vielleicht zu Bekannten mit stabilem Netz fährt und da isoliert in einem Zimmer seine Prüfung macht, als wenn man Dutzende in Präsenz zusammensperrt.

        Ich denke, dass auch diesbezüglich der Unterschied zwischen einem Abiturienten und einem Studierenden im dritten Semester (also etwa zwei Jahre älter) nicht so gewaltig ist.

        „Orientiert an den Realitäten zur IT-Ausstattung an Schulen“

        Vermutlich würden die meisten LuL auch dafür ihr privates Netz einsetzen, aber wenn das nicht geht und die Schule auch keine Möglichkeit hat, dann lässt sich sicher ein Ausweg finden, wenn man das nur will und die Politik das unterstützt. In Hochschulen stehen aktuell Dutzende von Seminarräumen leer, die eine prima Netzanbindung haben. Wenn sich da je ein LuL reinsetzen würde, wäre das auch vom Gesundheitsschutz her kein Thema. Ähnliches dürften Behörden und Firmen haben und derzeit nicht nutzen.

  5. GEW-TEPE: „«Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen»“

    UND JA,
    nehmt die Noten der Vorabiturprüfungen, die vor den Osterferien unter Abiturprüfungsbedingungen geschrieben und bewertet wurden!

    KM-LORZ:
    “ «Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben. Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten.» Alle sollten später stolz sagen können: «Ich habe ein ganz reguläres Abitur geschrieben wie alle anderen auch – und das noch unter Pandemiebedingungen.»“

    UND NEIN,
    der MALUS einer COVID-19-ERKRANKUNG von SuS, LuL, den Eltern sowie Familienangehörigen mit allen Folgen – TOT, LONG-COVID – ist wesentlich SCHLIMMER, als ein Durchschnitsabitur in 2021.
    Sollen die Abiturienten stolz auf Infizierte, Tote, Langzeit-Geschädigte sein, nur weil die Kultusminister munteres Viruswichteln während der Abiturprüfungen
    * OHNE Masken – Niedersachsen Tonne
    * und OHNE Selbsttest(?) – Niedersachsen Tonne
    vorsehen?
    – Verpflichtende Selbsttests werden ab 12.04. in Nds. NUR für den Präsenzunterricht vorgeschrieben!
    – Von verpflichtenden Selbsttests VOR KLAUSUREN ist bei KM Tonne NICHT die Rede!

    WAS SAGEN DIE SuS?
    In der Zwischenzeit spricht sich die MEHRHEIT der SuS an der Schule unseres ‚Nachwuchses‘
    +++++++ FÜR ein DURCHSCHNITTSABITUR 2021 ++++++++++
    +++++++ auf BASIS der Vor-Abiklausur-Noten aus! +++++++++

    Alles Andere ist in von Mitte April bis Mitte Mai 2021 reinstes Harakiri!!!

    Andere Europäische Staaten haben die Abschlussprüfungen wegen des Pandemiegeschehens AUCH ABGESAGT – GB, Teschechien …. -!
    https://www.spiegel.de/panorama/bildung/corona-grossbritannien-streicht-abschlusspruefungen-an-schulen-a-47842e35-c5b8-420b-89ab-43ecfac0672a

  6. Vernünftige Forderung der GEW oder gehts euch so wie mir?

    Jeden Tag freue ich mich seit 40 Jahre über mein Abitur, das ich regulär abgelegt habe. Unter dem Makel eines „geschenkten Abiturs“ hätte ich wohl lebenslang gelitten. Das hätten auch meine zwei Hochschulabschlüsse und eine passable berufliche Karriere nicht mehr ausgleichen können.

    Ernsthaft, dieser Kult um das Abi ist kaum noch auszuhalten. Einmal habe ich es gebraucht, um mich zu immatrikulieren. Dann ist es in irgendeiner Schublade verschwunden. Was ist ein Abi schon? Erstmal nichts! Ein Abiturient ist arbeitstechnisch gesehen ein Hilfsarbeiter, jeder ausgelernte Jungfacharbeiter hat da mehr drauf und kann noch richtig was aus sich machen.

    Die GEW hat recht, die Gefahr, dass sich die Abiturienten in der Prüfungsphase anstecken und krank werden oder in Quarantäne gehen ist groß. Das kann ihnen dann ein Wiederholungsjahr einbringen …

    • An Klaus.
      Endlich sagt jemand die Wahrheit.
      Auch der Inhalt des Abiturs interessiert niemanden.
      Nach der Pandemie wird die Stundenzahl und auch die Anzahl der Faecher reduziert werden, weil es niemand mehr bezahlen kann.
      Schule ist kein Selbstzweck.

  7. Die Schulpolitik hat trotz dritter Welle sich nicht ehrlich gemacht gegenüber den Schulen. Die Schulpolitik hat sich immer noch nicht bekannt ,dass es kein normales Schuljahr mehr werden wird und diese Klarheit fehlt für alle die am Schulleben beteiligt sind. Es würde auch bei allen Druck nehmen in der schweren dritte Welle. Herr Ralf vom PhV-BW hat ein Corona Aufholjahr G9 gefordert und dies mit aller Klarheit ausgesprochen um den Schüler eine angemesse Aufarbeitungszeit zu ermöglichen. Es hat alle sozialen Schichten getroffen und dies muss bei G8 berücksichtigt werden. Es braucht eine tragende Zeit um die Bildungslücken zu schliessen. Dies außergewöhnliche Lebensphase braucht eine gerechte Entwicklungzeit für alle Jahrgänge und aller sozialen Schichten. Die Entwicklungsschritte und die Aufarbeitungszeit bestimmt das weitere Leben der heranwachsenden Schülergeneration.

    • @Rosa

      Niedersachsen hat von G8 auf G9 umgestellt.
      Der erste G9-Jahrgang macht in 2021 Abitur.
      Eine Verlängerung der Schulzeit um ein weiteres Jahr auf G10 !!!!! ist eher schwerlich zu realisieren.

      • Die plötzliche Umstellung auf G9 war schon ein Fehler – zumal es ja bereits Gesamtschulen gab, wo SchülerInnen, die mehr Zeit brauchten, in 9 Jahren Abi machen konnten.

  8. Ohne Worte, für diese totale Ideenlosigkeit in unserer Verwaltung sollte dringend ein Impfstoff erfunden werden. Leider kann man dazu nichts weiter seriöses kommentieren.

  9. Unfassbar: Statt die Lehrkräfte zu impfen und die seit Monaten geplagten Abiturient: innen mit Test und Abstand die Prüfungen schreiben zu lassen, wir hier erneut – wenige Tage vor den Prüfungen, Politik gemacht zu Lasten derer, die später diese Coronaschulden abarbeiten sollen. Und das mit einem Abi 2. Klasse? Was soll das? Fragt die GEW mal die Betroffenen? Nein, ich lese keine Stimmen, die das belegen. Das Einzige, was diese Jugendlichen doch motiviert, ist die Chance auf einen gleichwertigen Abschluss – statt Abireise, Lerngruppe, Mottotag oder Abifeier wollen diese jungen Menschen nur diese Prüfungen. Dafuer nehmen sie alles in Kauf ( und nein, es werden keine privaten Parties gefeiert und die Eltern reisen auch nicht durch die Gegend): hybrid, Präsenz, Tests, Quarantäne, Einsamkeit… und sind flexibel im maskenhaften Wechselunterricht in Gruppe A und B mit bis zu 4x am Tag nach Hause radeln und zurück… So kurz vorher DARF es nicht schon wieder Änderungen geben, die vor allem niemandem nützen. den Inzidenzwert senkt eine abgesagt Prüfung nicht.
    Und wenn eine Lehrkraft Angst hat vor der Prüfungsaufsicht, stelle ich mich als Mutter gern ( in einem andren Gymnasium) als Aufsicht zur Verfügung. Dafuer kann ich Urlaub nehmen, sagen Sie mir also zügig Bescheid , aber zerstören Sie nicht die Zukunft meiner Tochter.

    • @Caroline Hohmann
      „Dafuer kann ich Urlaub nehmen, sagen Sie mir also zügig Bescheid , aber zerstören Sie nicht die Zukunft meiner Tochter.“

      … danke für Ihren Einsatz, aber ich möchte als Risiko-behaftetes Elternteil nicht von einem Mitbringsel als Klausurpäsent in Form der B117-Mutante unseres SuS überrascht und infiziert werden.
      Danke, darauf kann ich gerne verzichten!

      … passt aber irgendwie in die Ego-Schiene – wenn auch nicht über private Treffen, dann aber über vorsätzliches Viruswichteln während der Abiklausuren!
      https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-sind-die-kurve-sich-noch-immer-privat-zu-treffen-ist-gefaehrlich-egoistisch/27057852.html

      Vorschlag zur Güte:
      * Ihre Tochter schreibt in Präsenz über 6 Stunden in Aerosol-geschwängerten Räumen – ohne MNS – ihr Abitur, mit dem Risiko einer Ansteckung mit B117, und
      * unser SuS nimmt das Durchschnittsabitur mit den Noten der Vorabiklausuren!

      Perfekt und Bingo – dann ist allen geholfen -, sofern die Abshlüsse bundesweit anerkannt werden!

    • Frau Hohmann, Sie und Ihre Tochter sind gesund und ohne kritische Vorerkrankungen, nehme ich an, wenn ich Ihre vereinfachenden Aussagen lese:
      „Und wenn eine Lehrkraft Angst hat vor der Prüfungsaufsicht, stelle ich mich als Mutter gern ( in einem andren Gymnasium) als Aufsicht zur Verfügung. Dafuer kann ich Urlaub nehmen, sagen Sie mir also zügig Bescheid , aber zerstören Sie nicht die Zukunft meiner Tochter.“

      Ihre Tochter scheint auch psychologisch nicht insofern belastet zu sein, als dass die Situation sie in ihrer schulischen Leistung bzw. in der Prüfungsperformanz einschränkt, nehme ich ebenfalls an.

      Was wäre, wenn das oben Angenommene alles nicht so wäre? Kommen Sie dann auch zur Aufsicht mit Ihrer schlagfertigen Art; Ärmel hoch und rein in die Aerosole, komme was wolle?

      Wir Lehrer müssen sehr genau auf alle schauen, nicht nur auf diejenigen, denen „es“ offenbar noch ganz ok in Allem geht.

  10. Ich bin selbst im 6. Semester und mache gerade mein Abitur.
    Die Abiturvorklausuren wurden schon in allen Fächern geschrieben. Diese sind schon auf dem Niveau einer normalen Abiklausur.
    Es ist also in keiner Weise ein Geschenk, wenn die letzte Prüfung ausfällt, denn wir haben fast anderthalb Jahre lang nur sporadisch Unterricht gehabt und uns trotzdem gut eingebracht und in eigenleistung selbst unterrichtet, denn viele Lehrer sind alt und kommen nicht zum Unterricht oder können nicht zu digitalem lernen wechseln.

    Weiter leben aufs Spiel zu setzen, nur um bürokratisch sein zu wollen, steht in keinem Verhältnis zueinander.

    Meine Noten sind gut, eine Abschlussprüfung würde daran nichts ändern. Für andere wäre dies ein Nachteil. Viele haben einen Verlust erlitten, Verwandte sind gestorben und Jobs sind verschwunden.
    Es sollte darauf verzichtet werden und nicht über ein Corona-Jahr gesprochen werden, denn auch diese Jahrgangsstufe hat sich angestrengt-vielleicht sogar mehr als andere Abiturjährgänge, diese kamen noch in den Genuss anständig unterrichtet zu werden, den Lehrer zu sehen, ihn ohne Maske zu verstehen und sich nicht bei – 4 grad den Hintern in voller Winterkleidung abfrieren musste, um die Vorabiklausuren zu schreiben (hintereinander, in 4 Tagen) .

    Es ist nicht gerecht, unserem Abschluss weniger Wert zuzurechnen, denn wir haben uns sehr für unsere Noten angestrengt und haben keine Punkte geschenkt bekommen, wie es das Ministerium damals schon empfohlen hatte.

    Also, bitte, nehmt Rücksicht, seht unser Abitur nicht als weniger an.
    Die Corona Bekämpfung ist wichtiger als etwaige ausstehende Prüfungen..

    • … Ihren Ausführungen kann ich voll zustimmen!

      Als Familie mit einem Abiturienten sehen wir es genauso, ABITUR 2021 auf GRUNDLAGE DER VORABI-NOTEN!

    • Aylin, sollte es zum Wegfall der oder mancher Anteile der Abi-Prüfungen kommen, so behaupte ich: Machen Sie sich keinen Kopf deswegen und v.a. lassen Sie sich nicht von irgendwem, dem das politisch oder sonstwie ganz praktisch reinpasst, einreden, dass ein Ausnahmeabitur dramatische Folgen hätte. ich bin vollkommen überzeugt, dass dies nicht so sein wird, wenn ich alles zusammengenommen betrachte, was ich selbst als Schüler und Student damals und jetzt im Beruf erlebt habe bisher. Nach dem Schulabschluss interessiert ein Abitur und wie/wo/inwiefern es zustande kam vlt. noch wegen Numerus Clausus, aber sonst doch recht wenig. Ausbildungs-, Lehrstellen und Studi-Plätze wollen gefüllt werden, Arbeitsplätze entstehen bzw. werden frei: Die schlichte Generationenabfolge in der Besetzung, dabei ist es erstmal egal ob Pandemie ist oder war.

      Nur zum Vergleich: Die Fächer, die ich (im G9 damals) nach Kl. 11 – also deutlich unter dem Abi-Niveau! – abwählte, habe ich Jahre später durchaus erfolgreich an der Uni studiert und unterrichte sie nun: Eine Fremdsprache und eine Nat.wiss. Das geht alles.

  11. Welt-Online 05.04.2021 16:28 Uhr

    „Deutscher Lehrerverband gegen Ausfall der Abiturprüfungen

    Der Deutsche Lehrerverband lehnt die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ab, die Abiturprüfungen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen und durch bisher erzielte Noten zu ersetzen. „Bereits im letzten Jahr für das letztjährige Abitur hatte die GEW diese Forderung erhoben, und es war im Nachhinein gesehen absolut richtig, dass die Bundesländer dieser Forderung damals nicht gefolgt sind“, sagte der Chef des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.
    Die Abiturprüfungen hätten 2020 trotz ähnlich hoher Inzidenzen wie jetzt sicher und weitgehend problemlos stattgefunden, betonte Meidinger. Die Ergebnisse seien „ähnlich, sogar insgesamt leicht besser ausgefallen als die Jahre vorher“. “

    OK, LIEBER DEUTSCHER LEHRERVERBAND, verstanden – WIR ziehen das Abitur durch, …
    komme was wolle, ….
    sollen doch die Inzidenzen durch die Decke gehen, – jenseits der 300, 400, 500, … wird’s lustiger und spannender …. im Horrorfilm, – ach herjeh es war ja doch Realität; sorry, wusste keiner – , ….
    https://twitter.com/KinderdocNina/status/1378793926400827392?s=20

    wenn die Intensivstationen Ende April überfüllt sein sollten, ….
    und das Gesundheitssystem kollabiert, ….
    https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/intensivbetten-covid-schwerer-verlauf-100.html

    hatten wir wenigstens die Gastronomie, die Museen und Kuturveranstalltungen der Modellprojekt-Städte geöffnet, …
    https://twitter.com/janboehm/status/1379023019138543616?s=20

    EURE tollen Parallelen und Vergleiche mit dem Abiturjahrgang 2020 sind sicherlich NICHT übertragbar auf die aktuelle Pandemielage mit einer virulenteren und tödlicheren Corona-Mutante B117!
    https://science.sciencemag.org/content/early/2021/03/03/science.abg3055 und
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html;jsessionid=ED98FB810C5D3625361BE7B212E73248.internet082?nn=2386228
    Sorry, muss leider konstatieren, manch ein Lehrer (Herr Meidinger) ist ggf. etwas lernresistent oder realitätsfremd! – Oder als Lobbyist gar von Lobbyisten geleitet?????

    SOOOOOO #mütend.

    ACH, NUR so nebenbei:
    Bei den Aussagen des DEUTSCHEN LEHRERVERBANDS macht eine
    —– REMONSTRATION wenig SINN! ——-
    –> Von Tonne vorsätzlich angeordneter B117-Austausch während 6-stündiger Abiturprüfungen ohne Mund-Nasen-Schutzpflicht der SuS am Platz!

    Ist doch ein Wort, die prozentualen Folgen sind absehbar, ……
    – wenigstens ETWAS VERLÄSSLICHES in unverlässlichen Zeiten – * SARKASMUS OFF *

    Ich wünsche allen Beteiligten eine gute Gesundheit und möge der Kelch-B117 vorübergehen!

  12. Ach je, die Ministerien sind inzwischen schon wieder so weit in ihren Planungen der Abschlussprüfungen vorgeprescht-entweder unter Annahme des jeweils glücklichsten Szenarios oder – wahrscheinlicher- unter Ausblendung aller warnenden Stimmen aus der Wissenschaft, so dass in dieser Hinsicht nicht mehr großartig etwas geändert werden wird. Alternativen dazu hätten ja nicht nur rechtzeitig erfolgen müssen, sondern auch etwas Hirnschmalz erfordert- aber Zeit und Hirn wurde ja bislang auch nicht eingesetzt, sondern immer nur diese permanenten Föllentscheidungen und Phrasendreschereien zum Wohle der SuS…daher hält sich meine Erwartung für den Donnerstag in Grenzen. Es wird höchstens komplizierter für die Schulen werden, etwaige zusätzliche Regelungen in so kurzer Zeit umzusetzen, damit der Anschein von „normalen“ und „vollwertigen“ Prüfungen gewahrt bleibt.. anscheinend läuft eine Pandemie-nur in den Kultusministerien nicht- da gibt es nur Pan-nen…:-(

  13. Kleiner Nachtrag: In der Politik tut man sich ja auch schwer, Irrtümer zuzugeben, da Irrtümer wahrscheinlich gleich als Fehler eingestuft werden- und Fehler untergraben die Autorität und das Vertrauen. Deswegen wird auch in den kommenden Tagen und Wochen schulpolitisch wieder „Schweinerhetorik“ eingesetzt, um den bisherigen Kurs vehement zu verteidigen zum Wohle der Schülerinnen und Schüler….(*Abkotz*&*Fremdschäm*)

  14. Geil: GEW-Hamburg will, dass die Abiturprüfungen ausgesetzt werden.
    Eltern, Schüler, Politker dagegen.

    Schon doof, wenn as Zielcliente (Schüler, Eltern) nicht will, was die „Vertretung“ dieser (=GEW) will. Weil Lehrer vertritt die GEW schon lange nicht mehr, falls sie es je getan hat, denn die Zahl der GEW-Lehrer ist im Verhältnis zur Gesamtlehrerschaft klein. Außer in Hamburg. Umso erfreulicher die Nachrichten von heute. 😉

  15. Kling, Glöckchen, klingelingeling. Kling, Glöckchen, kling.

    Abi soll es geben,
    denn man soll ja streben.
    Für die Prüfung werben,
    wenn auch manche sterben.

    Kling, Glöckchen, klingelingeling. Kling, Glöckchen, kling.

    (Das feine Klingeln kommt von den Glöckchen der Narrenkappe. Ich hoffe, es stört nicht sehr bei der Kontemplation der „gewählten Worthülsen“.)

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