Gebauer streicht Blaue Briefe – Sitzenbleiben gibt’s aber schon

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DÜSSELDORF. Keine Blauen Briefe und freiwilliges Sitzenbleiben – der Landtag hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das Schülern in diesem Corona-Schuljahr faire Bedingungen ermöglichen soll. So müssen Schüler in NRW laut Bildungssicherungsgesetz am Ende dieses Schuljahres keine Blauen Briefe fürchten. Anders als im vergangenen Jahr können leistungsschwache Schüler aber trotzdem sitzenbleiben. Sie können eine Klasse auch freiwillig wiederholen, ohne dass das auf die maximal zugelassene Verweildauer an der Schule angerechnet wird.

„Sicherheit, Klarheit, Verlässlichkeit“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: FDP NRW

Für die zentralen Prüfungen in Klasse zehn (ZP 10) an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen werden in diesem Schuljahr wieder landeseinheitliche Aufgaben gestellt. Vergangenes Jahr war wegen der Pandemie auf zentrale ZP 10-Prüfungen verzichtet worden. Stattdessen hatten Lehrkräfte Klassenarbeiten schreiben lassen. An den Gymnasien wird es wie schon vergangenes Jahr am Ende der zehnten Klasse erneut keine zentralen schriftlichen Prüfungen geben.

Die Opposition aus SPD, Grünen und AfD stimmte gegen das Gesetz. Der SPD-Schulpolitiker Jochen Ott kritisierte das Festhalten an Noten und Abschlussprüfungen. Es müssten auch dieses Jahr wieder dezentrale Klassenarbeiten in Klasse zehn erlaubt werden. Für Abiturienten wäre ein «Freischuss» ein «wichtiges psychologisches Signal» gewesen. «Wir blicken auf ein desaströses Schuljahr zurück, ein Schuljahr unter Pandemie-Bedingungen, in dem das Schulministerium ziellos umherirrte.»

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, das Gesetz bringe Schülern und Lehrkräften «Sicherheit, Klarheit und Verlässlichkeit». «Es ist ein besonderer und kein normaler Jahrgang.» Haupt- und Realschulprüfungen könnten flexibler gestaltet werden, ohne ihre Anerkennung in Frage zu stellen. Schulabschlüsse müssten auch national vergleichbar bleiben. Grünen-Schulpolitikerin Sigrid Beer sagte, das Gesetz tauge nicht dazu, die Nachteile des wochenlangen Distanz- und Wechselunterrichts zu kompensieren. dpa

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14 KOMMENTARE

  1. Ey – ich glaube nix mehr, was aus Düsseldorf kommt…zu den aktuell laufenden Abiturprüfungen sollte es ein „mehr“ an Auswahlmöglichkeiten geben, damit die Fach-KuK entsprechend der tatsächlich im vollen Umfang erteilten Unterrichtseinheiten zusätzliche Auswahlmöglichkeiten bekommen sollten, um die Belastungen des „Corona-Jahrganges“ abzumindern.

    Fakt ist, dass heute bei der Auswahl der Klausurthemen für morgen exakt wieder 3 Vorschläge vorlagen…also alles wie gehabt…lediglich die sog. „Obligatorik“ (das Thema, das auf jeden Fall dabei sein muss) wurde aufgehoben.
    Angekündigt waren FÜNF Themen, zwischen denen gewählt im Vorfeld werden sollte.

    Die lügen was das Zeug hält, machen sich nen schlanken Fuß, lassen die SuS im Regen stehen und natürlich die KuK ebenso.

    „Ich vertraue denen so weit, wie ich ein Klavier werfen kann!“

    …meine Geduld und meine Bereitschaft zur kooperativen Zusammenarbeit ist definitiv erschöpft. Für die SuS – JA!!! —-für das System Schule – egal, worum es in Zukunft gehen sollte – NEIN!!!!

    Klare Botschaft an das KM in NRW – „Fuck you!!!!

    • @ Andre Hog:
      Die haben ihr „Versprechen“ der Mehrauswahl tatsächlich auch gebrochen??? Ich frage deshalb, weil ich am Freitag den Prüfung-Download einsehe für die GK-Klausuren am Montag, wo auch 4 statt 3 Auswahlmöglichkeiten angekündigt sind. Und den – ja, Frust kann man das schon nicht mehr nennen – kann ich mehr als nachvollziehen. Schaue nochmal Game of Thrones zum Spaß. Passt unglaublich gut. Woher Maester Aemon weiß, ob jemand lügt? – Er ist in Königsmund aufgewachsen…

      @Redaktion:
      Haben Sie zufällig Informationen zu den fehlenden Auswahlmöglichkeiten im NRW-Abitur, wie oben von Andre Hog beschrieben?
      Liebe Grüße

      • Für den Bio-LK in NRW gab es – wie in den ganzen Jahren zuvor – 3 Themen zur Auswahl. Zugesagt war eine erweiterte Auswahl an Themen…was hier lediglich geändert wurde ist die Obligatorik. Üblicherweise ist ein Thema fest vorgegeben – und ein Thema muss dazu gewählt werden. Diese Obligatorik war aufgehoben…dafür waren zwei der drei Themen so ähnlich und zugleich so diffus in der Aufgabenstellung und dem Material, dass die in Düsseldorf wohl davon ausgegangen sind, dass das eigentlich von ihnen als Obligatorik gewünschte Thema sowieso von den KuK ausgewählt wird.
        Vgl. mit …. Heute gibt es ein kaltes Büffet – wir haben das Angebot erweitert!!…Sie können auswählen!!… man tritt an den Tisch und sieht trockenes Toastbrot, ne Möhre und nen Hundehaufen (erkaltet!!) 😉
        „…so….nun wählen Sie doch bitte aus…Sie haben die freie Wahl…na los!! Na, da wird doch wohl für jeden was dabei sein, oder???“

        Das ist einfach nicht in Ordnung!

    • Für Französisch (das wird ja morgen geschrieben) ist auf Standardsicherung NRW nur von 3 Vorschlägen die Rede. Woher hattest du denn die Info, dass es 5 geben solle?

  2. Bei den blauen Briefen ist der einzige Unterschied, dass sich die Schüler eine fünf in Fächergruppe 2 zusätzlich leisten können ohne in eine Nachprüfung zu müssen. An meiner Schule gab es dennoch Informationen für die Eltern, die inhaltlich mit einer Warnung übereinstimmten, jedoch nicht den rechtlichen Charakter.

  3. «Sicherheit, Klarheit und Verlässlichkeit»

    Als wenn die Gebauer diese Worte jemals wieder in den Mund nehmen sollte….

  4. In Erdkunde (wurde Dienstag geschrieben) gab es am Montag so wie angekündigt 4 Aufgaben, von denen 3 ausgewählt werden sollten.

  5. Es waren nur drei Vorschläge angekündigt, nicht 5.
    Die fand ich allerdings happig, da es keine inhaltliche Reduktion im Vergleich zu „normalen“ Jahrgängen gab.

  6. Abiturient*in während der Prüfungsphase in Quarantäne – und nun?

    An keiner Stelle finde ich getroffene Regelungen für solche Fälle, auch wenn die Quarantänezeit mal 21 Tage lang sein kann.

    • Falls die Quarantäne auch beim Nachschreibtermin noch besteht, wird es Nach-Nachtermine geben. Irgendwann sind es dann dezentrale Prüfungen. Bei uns hat vor ca. 4 (NRW) ein Schüler wegen einer längeren Erkrankung eine Prüfung im September abgelegt.

  7. Im Physik-GK gab es meiner Meinung nach zwei überwiegend dankbare und eine unangenehme Aufgabe zur Wahl. Gut, dass ich mich für zwei der drei Aufgaben entscheiden musste, wobei die Entscheidung sehr schnell klar war. Im vergangenen Jahr waren beide Aufgaben unangenehm, eine musste ich nehmen, die Auswahl hat vergleichsweise lange gedauert.

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