GEW fordert solidarisches Verhalten mit Kitas und Schulen in der Corona-Krise

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat ein solidarisches Verhalten in der Corona-Krise angemahnt. «Nur wenn die ganze Gesellschaft bereit ist, den Preis für geöffnete Kitas und Schulen konsequent zu zahlen, wird es möglich sein, die Debatten über Öffnungen und Schließungen endlich zu beenden», erklärte der GEW-Landesvorstand in einem am Samstag veröffentlichten «Weckruf» an die Bevölkerung und die Politik.

Lässt sich Infektionsgeschehen „sparen“, das dann für einen offenen Kita und Schulbetrieb eingesetzt werden kann? Die GEW glaubt das offenbar. Illustration: Shutterstock

Kritisch sehen die Gewerkschafter unter anderem den Umstand, dass «Arbeitgeber noch immer keine Durchsetzung der Heimarbeit befürchten müssen» und über nächtliche Ausgangssperren stärker als über die Bildung von Kindern und Jugendlichen diskutiert wird: «Zugleich müssen Kinder und Jugendliche in zu vollen Bussen und Bahnen sitzen, um zu Kita und Schule zu gelangen und Luftfilter fehlen auch über ein Jahr nach Beginn der Pandemie an den Einrichtungen.»

«Als Gewerkschaft fordern wir von Politik und Gesellschaft endlich alles dafür zu tun, dass Kitas und Schulen geöffnet bleiben können», erklärte GEW-Chefin Uschi Kruse. Während die hohen Infektionszahlen massive Einschnitte bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen unumgänglich machen, würden Hygienemaßnahmen und Verbote in anderen Bereichen noch immer umgangen. Dafür sei auch die bundesweite Notbremse ein deutliches Zeichen. dpa

Chemnitz: Inzidenz unter Schülern bei 700 – Lehrerverband versteht Schulschließungen nicht

 

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22 KOMMENTARE

  1. Dieser Beitrag ist eine große Gefahr für die Elternschaft der Schülergeneration. Die Elternschaft von den Schülern und Kindergartenkinder sind noch nicht geimpft. Karl Lauterbach hat mit aller
    Klarheit und mit viel Nachdruck ausgesprochen:“ Es kann doch nicht unser Wille sein die Eltrnschaft der Schülerschaft in Lebensgefahr zu bringen und bei einem hohen Inzidenzwert die Schullen offen halten“. Der Preis dafür wäre sehr hoch und die Kinder würden ein Elternteil verlieren und zu Halbwaisen werden oder ein Elternteil mit Langzeifolgen begleiten müssen.
    Wir haben es mit einem extrem tödlichen Virus zu tun und die Eltern haben auch Schutz verdient und ein Anrecht auf ein Leben. Der Mittelpunkt der Schülergeneration sind die Eltern die Ihre Kinder ein Leben lang begleiten. Virologen, Intensivmeditiner und RKI haben viele Appelle ausgesprochen und kein Gehör gefunden. Die KM haben in der dritten Welle noch keine Lufftfiltergeräte geschafft zur Verfügung zu stellen und jetzt ist der Schrei nach plötzlicher Sicherheit gefordert. Der Einfall für Sicherheit hätte schon in der ersten Welle umgesetzt werden müssen. Das Schuljahr ist gelaufen und dies muss endlich mit aller Klarheit anerkannt werden und ausgesprochen werden.Wir fordern für BW- Mannheim G9 um eine angemesse Lernzeit zu ermöglichen.https://www.phv-bw.de/phv-bw-zu-einem-corona-aufholjahr-fuer-schueler-am-allgemeinbildenden-gymnasium-durch-uebergang-auf-g9-ab-september-2021/

  2. Ah ok,überlesen,die werden wohl auch gefordert.Ansonsten:nur heiße Luft.Inmitter eiber Pandemiewelle gibts wichtigeres als Bildung.

    • Vor allem weil mit dem neuen Virus auch die Regeln sich verändert haben. Luftfilter werden nicht mehr ausreichen.
      Die Schulwege sind auch ein grosses Problem, z.B. geschlossener Bus mit vielen Personen, die sicherlich nicht alle die Masken adäquat tragen.
      Auch wenn Tests an den Schulen Pflicht sind, ist die Mobilitätsrate der Schüler sehr hoch, vor allem bei den weiterführenden Schulen. Also tummeln sich symptomlose Virenträger auf kleinem Raum, um überhaupt zur Schule zu gelangen.
      Die Tests und Filter ändern an dem Szenario nichts. Solange die Zahlen so weit oben sind, sind offene Schulen systemische Pandemietreiber.

      • Bedenken Sie, dass immer nur über den Unterricht gesprochen wurde. Die Schulwege, die Hofpausen und das generelle Verhalten der Schülerschaft standen nie auch nur ansatzweise zur Debatte. Aber gerade das ist für mich viel mehr der Pandemietreiber als der eigentliche Unterricht (in halbierten Klassen und mit Masken).

        Übrigens helfen Masken tatsächlich: Während der Pandemiephase war ich nicht mehr erkältet, vorher mindestens drei Mal jährlich pünktlich vor Ferien …

      • Stimmt,wobei ich neulich eine Studie gelesen habe,dass Öffis weniger gefährlich sind als gedacht,da durch das ständige Türen öffnen ein regelmäßiger Luftaustausch gewährleistet sei.Ob die Mutation da mit einbezogen wurde,weiß ich aber jetzt nicht mehr.Mich als ungeimpfte Alleinerziehende machen solche GEW Stellungnahmen einfach nur sprachlos.Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins,ständig fällt irgendwem was neues ein .Wie mögen sich da die Kinder erst fühlen.Ich finde es ganz schlimm.

        • Ja, die Studie aus Berlin kenne ich auch. Aber reine Schulbusse sind etwas anders, weniger Stops, nur Schüler, längere Fahrtzeit ohne Türöffnung.

          Ich habe irgendwo gelesen, dass schon Busfahrer von Schulbussen an COVID gestorben sind. Fand ich nachvollziehbar. Im vollen Schulbus sind korrektes Maskentragen bestimmt nicht gegeben.

        • Zu meiner Busfahrzeit hat es von der letzten Türöffnung, bei der Kinder eingestiegen sind, bis zum Verlassen des Busses am Gymmi locker 15-20 Minuten gedauert, wo keine Tür zwischendurch offen war. Da die Stecke immer noch existiert, wird sich das wohl nicht geändert haben.

          Als regelmäßigen Luftaustausch kann man das wohl eher nicht bezeichnen.

  3. Och, ich schau hier gerade aus dem Fenster rüber zum Sportheim, wo Trauben von Kindern und Jugendlichen ohne Abstand und Masken durcheinander wuseln. Warum sich um Hygienemaßnahmen in Schulen Gedanken machen? Nachmittags hängen die Kids, die man morgens sorgfältig auseinander dividiert, doch eh gemeinsam irgendwo rum. Wird wohl auf Darwin hinauslaufen.

    • Ja, so sehr ich Sport für Kinder auch gut finde, es ist eben auch gefährlich. Ich beobachte das auch mit einem unguten Gegühl und bin froh über unser großes Grundstück. In der Wohnung muss es mit Kindern die Hölle sein.

      Ich sehe das bei uns im Kiga. Die Eltern schaffen es nicht mal für 5 min die Maske über der Nase zu tragen. Aber das eigentliche Problem an der Maske ist ja, das diese 5 Min uns Personal auch nicht wirklich helfen, wenn sie korrekt getragen werden. Die Eltern tragen sie ja zuhause gar nicht und wenn die infiziert sind, wird das Virus durch die Kinder an uns weiter gegeben. Es dürfte eigentlich gar keine Notbetreuung geben. Grad hier auf dem Land halten sich die wenigsten dran. Ist ja alles nur ausgedacht und Corona gibt es gar nicht (Vorsicht Ironie).

      Ich traue den Selbstauskünften auch einfach nicht, so ein Kreuz ist schnell gemacht. Ich weiss von mir, dass ich den Test auch wirklich durchführe…bei den anderen bleibt ein ungutes Gefühl.

      • @Susi:
        „Es dürfte eigentlich gar keine Notbetreuung geben“
        Wie soll man das verstehen??? Sollen die Krankenpfleger, Polizisten, Supermarktmitarbeiter, Kläranlagen-Angestellten, etc. ihre Kinder mit in die Arbeit nehmen? Oder sollen sie die Kinder bei den noch mehr gefährdeten Großeltern abliefern? Bei dieser Aussage hätte ich gerne einen Vorschlag von Ihnen, was mit diesen Kindern geschehen soll!

        • @lila Entweder abwechselnd zuhause bleiben oder das Kinderkrankentagegeld nutzen wären zwei Möglichkeit. Was denken Sie, wie die Eltern das ohne Notbetreuung wuppen müssen? Das wäre wenigstens fair und würde zu seht deutlichen Kontaktminimierungen führen. Wer im Schichtdienst arbeitet, kann zb versetzt arbeiten und wenn die Kinder von Oma und Opa betreut werden können und dafür nicht in die Einrichtungen ist doch der ganzen Familie geholfen. Sie können sich sehen, sind aber keinem verstärkten Risiko ausgesetzt, weil es wenig Kontakte gibt.

          Wir haben da auch wenig Spaß dran, es ist sauanstrengend, aber mit Notbetreuung für nahezu alle, kann man es auch gleich bleiben lassen. Je eher ein richtig harter Lockdown gemacht wird, desto eher haben wir alle mehr Normalität zurück.

          Ich find das auch nicht toll…ist für mich aber mit eine der wenigen Möglichkeiten, die helfen würden. Wir sind auch alle ausgebrannt. Wir haben Anspruch, schicken unsere Kinder aber nicht. Wir wechseln uns ab. Arbeiten dafür an den Tagen, wo wir dran sind länger. Das geht sich nicht in jedem Job.

          • @Susi:
            Vielen Dank für die Antwort. Ich bin natürlich ganz bei Ihnen und finde, dass eine Notbetreuung nur in absoluten Ausnahmesituationen in Anspruch genommen werden sollte. So wie es momentan läuft, dass „jeder, der es braucht“, seine Kinder in die Betreuung schicken kann, geht in meinen Augen überhaupt nicht und führt dazu, dass viele Eltern dies ausnutzen.

            „Das denken Sie, wie das Eltern ohne Notbetreuung wuppen müssen?“
            Ich weiß das ganz genau. Wir sind beide in systemrelevanten Berufen und wären demnach auch bei restriktiv gehandhabter Notbetreuung berechtigt. Wir nutzen sie aber nicht, weil wir es durch Schichten, Homeoffice, Nachtarbeit usw. „wuppen“. Von daher weiß ich ganz genau, wie anstrengend das ist und auch wie viel Entgegenkommen vom Arbeitgeber vorausgesetzt ist. Von nicht vorhandenen Privatleben, da man sich eben die Klinke in die Hand gibt, mal ganz abgesehen. Wir machen es dennoch, weil wir unseren Teil dazu beitragen wollen und (bislang) keine Nachteile für unsere Kinder sehen. Aber trotzdem würde ich mir nie anmaßen, darüber zu urteilen, dass andere das eben nicht geregelt bekommen. Man hat von außen nie den Einblick und kann nicht von sich und seiner Situation auf andere schließen. Von daher lehne ich es ab, zu sagen, dass es keine Notbetreuung geben dürfte.
            Ansonsten bin ich ja ganz ihrer Meinung und so wie es momentan in den Kitas mit der Notbetreuung gehandhabt wird, ist es nicht richtig. Meine Meinung: nur beide Elternteile in systemrelevanten Berufen und auch nur an den einzelnen Tagen, an denen es wirklich nicht geht.

  4. Die GEW ist ihren Forderungen und In ihrem Handeln etwa so, wie der Tischler, der nach Bretter ruft, sich gemächlich eine Säge, nen Hammer und ein paar Nägel sucht, um – nach Sichtung seines Terminkalenders – einen Deckel für den Brunnen zu Zimmern, in den bereits Kinder in Massen gefallen sind.

    Immer den entscheidenden Schritt zu langsam und zu träge. Wer braucht denn so was??

  5. @Rosa

    Ich lese und verstehe die Aussagen ganz anders.

    ALLE müssen zusammenhalten

    ALLE müssen die Maßnahmen tragen

    BUSSE und BAHNEN müssen sicher sein (versetzte Anfangszeiten, halbe Fahrgastzahl…)

    Luftfilter!

    ALLE tragen Masken (keine richterlichen Aufhebungen)

    Arbeitgeber testen ihre Mitarbeiter – und damit jede Menge Eltern

    Notbetreuung ist Notbetreuung – ohne Ausnahmen, aber mit begrenzter Teilnehmerzahl

    Keine Parties mit zig Leuten

    DAS ist der Preis für geöffnete KiTas und Schulen.

    Je länger das jetzt noch dauert, weil es an Einigkeit fehlt und die Uneinigkeit regiert, desto verheerender wird es für alle Beteiligten – wobei es auch hier eine Minderheitengewinnerschaft gibt.

    32 : 80.000.000 kann was werden, wenn ….

    Aber solange Egoismus und Dummheit und Aluhüte und C-leugner:innen u.a. die rechtsradikale Szene befeuern und unterstützen… Armes Deutschland.

    Die Positionen der „Gleichung“ müssen sich verschieben.

    • „«Als Gewerkschaft fordern wir von Politik und Gesellschaft endlich alles dafür zu tun, dass Kitas und Schulen geöffnet bleiben können», erklärte GEW-Chefin Uschi Kruse. Während die hohen Infektionszahlen massive Einschnitte bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen unumgänglich machen, würden Hygienemaßnahmen und Verbote in anderen Bereichen noch immer umgangen. Dafür sei auch die bundesweite Notbremse ein deutliches Zeichen.“

      Die Parallele zu den Schauspiel-Yuppis ist sichtbar: Im eigenen Laden nichts Gescheites auf die Reihe kriegen und dann mit der Keule um sich schlagen, um davon abzulenken. Und das alles garniert mit einem „Wir-Gefühl“ – bah! Wo bleiben die konstruktiven Beiträge und Forderungen, um alle Akteure vor Ort zu schützen, damit Bildung und Erziehung nachhaltig stattfinden kann?

      Ich sehe nämlich in dem Statement der GEW noch was ganz anderes:

      „Der Distanzunterricht ist gescheitert, es lebe der Präsenzunterrricht!“ Willkommen im Club der KuMis!

      Die Interessenvertreter*innen und Entscheidungsträger*innen sollten sich endlich damit auseinandersetzen, dass diese Pandemie u. U. länger anhält als wir alle glauben und wenn sie endet, die nächste Herausforderung schon wartet.

      Anstatt produktive Vorschläge, beispielsweise zur Transformation der digitalen Bildung zu machen, werden an das kollektive Gewissen appeliert und Kinder, Lehrer*innen und Erzieher*innen verheizt.

      Wacht endlich auf!

  6. Analog zu meinem Vorredner schreibe ich, mit Adresse an die GEW: „Ihr könnt mich mal“, aber ab jetzt ganz gewaltig. Bisher war ich seit langem noch Mitglied – jetzt hat mich die GEW überzeugt und ich werde noch heute kündigen. Dass sich eine Lehrer-„Gewerkschaft“, welche nicht nur Erziehung, sondern auch Wissenschaft (auf die sie offensichtlich so wenig hört, wie die KuMis) derart gegen ihre Mitglieder und alle in Schulen und Kitas Tätigen und SuS stellt, ist der absolute Gipfel.

  7. Im Unterschied zu anderen hier vermisse ich eher die Solidarität der Erzieher und Lehrer mit dem Rest der Gesellschaft.

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