Hubig: Unterricht im Freien kann sinnvoll sein – Lehrerverband: Quatsch

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MAINZ. Schulunterricht unter freiem Himmel kann in der Pandemie nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig sinnvoll sein. «Unterricht im Freien kann bei guter Witterung eine Alternative zum Unterricht im Klassensaal sein», sagte die SPD-Politikerin in Mainz. Der Deutsche Lehrerverband hält das für Unsinn.

Pocht auf Präsenzunterricht – notfalls im Freien: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig. Foto: Bildungsministerium Rheinland-Pfalz/Georg Banek.

«Das gilt insbesondere für Fächer wie Sport und Musik, die derzeit unter stärkeren Einschränkungen leiden als andere Disziplinen.» Viele Schulen setzten dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch schon um. «Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass es Schulen gibt, die aufgrund ihrer Lage und ihrer räumlichen Gegebenheiten, diese Möglichkeiten nicht haben.»

Mehrere Politiker hatten sich für mehr Unterricht draußen ausgesprochen. «Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden», sagte der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, der «Bild»-Zeitung (Montag). Auch die FDP-Politikerin Katja Suding, Bärbel Bas von der SPD sowie der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen warben dafür.

Der Deutsche Lehrerverband hat diese Vorschläge zurückgewiesen. «Wer tatsächlich meint, man könne Schulen auch bei hohen Inzidenzen weiter offen halten, indem man den Unterricht ins Freie verlagert, hat vom Schulbetrieb und seinen Rahmenbedingungen und organisatorischen Herausforderungen wenig Ahnung, um nicht zu sagen keinen blassen Dunst», sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger. dpa

„Unfassbar, was nach einem Jahr Pandemie hier alles verbockt wird.“ Dreyer und Hubig besuchen eine Schule und erleben ein PR-Debakel

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44 KOMMENTARE

  1. Sport ist draußen problemlos möglich. Bei einer 1:1-Ausstattung mit Tablets oder Notebooks, genügend Sitzmöglichkeiten und einem starken WLAN auf dem Hof sind Unterrichtsstunden, die ohne Unterrichtsgespräch im engeren Sinne auskommen, sondern Einzel-, Partner oder (virtuelle) Gruppenarbeit sind, kann der Unterricht durchaus draußen stattfinden. Allerdings nur für so wenige Kurse, dass sie sich selbst nicht gegenseitig behindern.

    Fazit: Unsinn bis auf einige wenige Sonderfälle und damit mehr ein ideologisches Festhalten an Schulöffnungen.

    • Georg – Positiver Ansatz – für „einige wenige Sonderfälle“. Und diesen Sonderfall haben wir doch regelmäßig! Also wie kommts zu diesem Fazit?
      Der zur Pandemiezeit absolute Sonderfall in Schule heißt für mich Quarantäneanordnung! Dass die infektionsverdächtige Einzelperson nachhause geschickt wird – ok, aber zugleich die gesamte Klasse? Die Mitschüler´innen sind Kontaktpersonen, auch ok. Aber warum die Beobachtungsquarantäne zuhause?
      Warum nicht -für 2 Wochen- die Klasse dreiteilen, die SuS mit Nahkontakten zum Infizierten = eine der Teilgruppen? Und für jede Teilgruppe 3 x1 Tage DRAUSSEN?
      Sie scheinen ein produktiver Praktiker zu sein – und die weiteren Elemente für ein solches Arrangement in ein praktikables Konzept bringen zu können – eine Versuch wäre es allemal wert…

  2. Dann soll Frau Hubig mal für gutes Wetter sorgen . Das kriegt sie bestimmt hin . So wie alles Andere auch . Tolle Frau .

  3. Und wenn alle außerhalb der Schule sind und richtig viel Abstand voneinander halten, nennt man es Distanzunterricht.

  4. Ah, ja:
    Kostet ja nix…
    Und Ende September fällt den Schlaumeiern da oben wieder ein, dass der Winter möglicherweise naht…

      • Oder gut, natürlich naht der Winter auch, aber ich wollte damit sagen: Wahlen sind oft einer der besten Antriebe in der Politik. Und die gibt es Ende September. Oder vielleicht wollten Sie das auch bereits sagen und ich bin einfach nicht drauf gekommmen, ‚tschuldigung

      • @Anon „Winter is coming!“ – always…oder habt ihr nicht „Game of thrones“ gesehen … und die Prognose, die eine Pressefrage in einem Interview benannt haben wollte war beim Autor Mr. Martin: „All men must die“ – wobei wir in Deutschland das bestimmt politisch korrekt durchgendern und die Frauen sich kein Stück sicherer fühlen dürfen.

    • Jepp, da wäre ich auch gerne dabei…;-) aber vielleicht gibt es ja nur ein aufschlussreiches Instruktions- und Schulungsvideo dazu- werden wir ja gerade schön daran gewöhnt…

  5. Ich stelle mir das tatsächlich sehr amüsant vor:
    Nachdem wir in der ersten Stunde die Tische und Stühle aus dem Schulgebäude rausgeschleppt und in die ordentlich abgeteilten Planquadrate der einzelnen Klassen geräumt haben, nimmt jeder seinen Platz ein. Das Raustragen der Tische war etwas kompliziert, da aufgrund der inbesondere bei körperlich anstrengender Tätigkeit einzuhaltenden Abstandsregeln jeder Schüler seinen Tisch allein tragen musste – erste Unfälle wurden durch das Schulsekretariat versorgt.
    Hefter, Bücher, Tablet /Handy liegen auf dem Tisch – verdammt, Kai – Peter, leg doch mal die Federtasche auf den Hefter, das flattert ja alles durch die Gegend! ACHTUNG ABSTAND beim Einsammeln! Jetzt setz dich wieder hin, die Arbeitsblätter sind eh über den Zaun geflogen, das ist egal jetzt.
    Der Unterricht beginnt, wir kümmern uns um quadratische Funktionen (Mathe Klasse 9). Lara, Du kannst mich nicht verstehen? Ja Mensch, ich kann doch auch nix für, dass es kein Wochenfahrverbot für PKW und LKW gibt – der Krankenwagen könnte auch mal die Sirene ausmachen! RUHE da drüben in der 7a! Ihr seid nicht allein hier auf dem Schulhof!
    Nein, Pia, wir haben kein Smartboard – die brauchen Strom zum Funktionieren. Ist eh schlecht, weil die Sonne gerade blendet. Nein, wir können Mathegrafix also nicht über das Smartboard verwenden – ihr arbeitet bitte mit Eurem Handy oder dem Tablet. WLAN? Aber doch nicht hier draußen! Okay, wir lassen das mit Mathegrrafix und verwenden die Tafel. Ach Mist, die ist ja grad bei den Physikern. Also dann erkläre ich das mal freihändig mit den quadratischen Funktionen. Leo, ist dir kalt? Dann steh mal auf und mach Kniebeuge, Klatschen nicht vergessen. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Dominik, dein Hefter wird nass und dein Tablet auch? Das bisschen Regen, hab Dich doch nicht so, bring Dir morgen einfach einen Regenschirm mit!
    Oh man, ich könnte es endlos ausführen…. Aber eins meiner Hauptprobleme bleibt: wie setze ich im Freien die Lüftungsanordnung 20 – 5 – 20 um???

  6. Das mag, bei gutem Wetter, in einer Dorfschule mit ausreichendem Außengelände, in einer ruhigen Gegend, möglich sein. Für die meisten Schulen gibt es diese wünschenswerten Rahmenbedingungen aber nicht.
    Das trifft auf die meisten deutschen Schulen wohl eher nicht zu. Da werden die Schulhöfe, zugunsten höherer Schülerzahlen und erweiterter Räumlichkeiten für Ganztagsbetreuung, eher weiter zugebaut.

  7. Nein geht auch auf dem Dorf nicht.
    Wo sollen die SuS sitzen, schreiben…?
    Soviel Platz für 3 Klassen je Stufe, wären 12 Gruppen , gibt es nicht.
    Stelle mir schon ganze Schülerhorden quer durchs Dorf vor. Bevölkern die Grünflächen und Plätze. Lehrer mit Megaphon..Leider gibt’s keine Toiletten und Waschbecken. Vielleicht können da die Anwohner einspringen oder wir verteilen Dixiklos.
    Eine Stunde zwischendurch kann man bestimmt mal einfügen, es ergibt sich da allerdings die Frage def Aufsicht..
    Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich herzlichen lachen.
    Hat diese Frau keine Berater die sie zurück pfeifen?

  8. Besser kann man ja nicht zeigen, dass man von der Schulwirklichkeit keinen blassen Dunst hat!
    Was für ein Loser-Sack!!!!!

  9. Ernsthaft? – Die hat doch den Knall nicht mehr gehört…. Wieviel Lächerlichkeit will die sich noch preis geben???

  10. Vor allem: die meisten Schulen haben ca 1000 Schüler….aber Frau Hubig hat ja auch etwas völlig anderes studiert und kennt den Ablauf an Schulen nicht einmal vom eigenen Nachwuchs her….sie hat keine Kinder

  11. Wird sicher ein mega Unterricht ohne Tische, Hefte, Tafeln und Bücher aber dafür mit 28 Klassen auf dem Pausenhof.

    Ist das ein Aprilscherz mit Ladehemmung?

  12. Immer wieder völliger Senf, den Leute zu Problemen geben, die wir ohne sie nicht hätten. Warum hat man beizeiten keine Luftfilter gekauft? Ich bin’s leid, dass man die Menschen in der Schule ständig durch Inkompetenz vera….t. Wer nicht weiß, wie Schule funktioniert, sollte einfach den Mind halten und vor allem nicht KuMi werden.

  13. Populismus ohne Ende!
    So langsam fehlen mir die Worte bei so viel Schwachsinn…Mehr fällt denen nicht ein…???
    Wenn‘ s nicht so traurig wäre, müsste man schmunzeln.
    Ich hoffe doch sehr, dass auch so manches Ministerium, manches Großraumbüro…
    ..einschließlich Kaffeemaschine…ebenfalls den Weg ins Freie sucht…
    Das, was hier vorgeschlagen wurde, ist Beschäftigung und Beaufsichtigung unter Campingbedingungen, aber kein Unterricht!

    Also, freut euch…
    z.B. liebe
    Physik- oder Chemielehrer auf Experimente unter freien Himmel…
    ( Draußen „stinkt‘ s“ nicht so, wenn ihr was
    „zusammenmixt“)

    Schüler, bringt eure Sitzkissen mit, vergesst nicht den Regen- oder Sonnenschirm…
    Also, vorher Wetterbericht checken…

    Als Schreibunterlage könnte der Rücken des Vordermanns dienen…Ach nee…Abstand wahren…

    Einfach irre….

  14. Wir sind eine von 5 Schulen in einem Schulzentrum mit über 2000 SuS. So viel Park gibt es bei uns in der ganzen (Klein-) Stadt nicht… Das Schulzentrum wird umrahmt von Pendler- und Durchgansstraßen u. a. zu einem (noch offenen) Einkaufszentrum und einem Busbahnhof.
    Die Steffi weiß aus Mainz ganz genau, dass das vor Ort nicht geht (sagt sie ja selbst, s.o.)- aber sie weiß vor allem, es gibt eine Schlagzeile für sie und die führt zu Klatschern von denen, die keine Ahnung haben, wie Schule läuft, oder nur ihre Brut loshaben wollen/müssen.

  15. Jetzt mal ohne Spott, ganz nüchtern.

    Punkt 1: Ausstattung
    Bänke auf den Schulhof schleppen und aufbauen ist ein Akt von 45 Minuten. Dabei entsteht extremes Gedränge. Wir haben mehr als 600 Schüler im Haus.
    Bänke in den Park schleppen. Ein Unding.
    Das waren die Bänke, die übrigens mittags auch wieder mit großem Gedränge rein müssen.
    Fazit: Zeitlich und infektionstechnisch ein Flopp.
    Von Tafeln, Beamern, Dokumentenkameras usw. haben wir noch gar nicht gesprochen. Das ist nicht drin.
    Unterricht also rein verbal durch den Lehrer. Wo liegt da der Unterschied zu einer Videokonferenz in der ich Dokumente auf dem Bildschirm zur Veranschaulichung teilen kann?
    Merken sie es? Ja! Die Schüler sind in Präsenz im Freien, also nicht zu hause. Die Eltern können arbeiten.

    Punkt 2: Wetter.
    Wie müsste das Wetter sein um eine fröhliche Gesprächsrunde ohne Tafel oder Technik problemlos machen zu können?
    Wenn die Schüler zumindest Eckpunkte der erarbeiteten Inhalte festhalten möchten ist das weder bei Wind noch bei Regen möglich. Das werden wir erfahrungsgemäß bis Anfang Mai reichlich haben.
    Der Mai könnte mit etwas Glück halbwegs gehen.
    Pralle Sonne und 30 Grad sind auch suboptimal, es sein denn wir schleppen auch Sonnenschirme raus.
    Oder wir machen verstärkt Erste-Hilfe Kurse! Nachdem Lehrer jetzt schon Testexperten sind, werden sie ja wohl auch mit ein paar Hitzeschlägen nach 4 Stunden in der Sonne fertig werden.

    Punkt 3: Privatsphäre / Datenschutz
    Wir achten auf jeden Mist im Bereich Datenschutz. Selbst einen Corona App muss sicherstellen, dass niemand irgendwelche Daten ableiten könnte.
    Jetzt führen wir so was problematisches wie Unterricht öffentlich durch?
    Das wird lustig, wenn die Nachbarin von Spaziergang im Park heim kommt und berichtet, dass der Klausi von nebenan im Unterricht zappelt und schläft. Außerdem gibt er dem Lehrer freche Antworten. Sie hat es ja immer gewusst Familie Müller erzieht ihre Kinder nicht richtig. Noch schlimmer ist nur Anna. Das Mädchen ist offensichtlich echt dumm. Der Lehrer hat sie drei mal was gefragt. Die wusste nie ne Antwort.

    Punkt 4: Insekten
    Klingt etwas lächerlich, ist aber jedem bekannt.
    Jede Fliege, die durchs Fenster kommt erzeugt Unbehagen, Bienen und Wespen Panik.
    Letztens hatten wir eine Libelle. Wir mussten fast die Klasse evakuieren!
    Wie sieht das im Park aus. Andauern irgendwelche Schüler die laut schreiend vor irgendwelchen Krabbeltieren flüchten. Da könnte man dann eintritt von den Spaziergängern nehmen. Wäre ne Bereicherung für die Schulkasse. Ausstattung und so.

    Also mal wieder ein Geniestreich von Leuten aus dem Elfenbeinturm die Schule vor 30 Jahren bei ihrer Abschlussfeier zum letzten mal gesehen haben.
    Wie sang Pipi-Langstrumpf so schön: “ Ich mache mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt“.

    • Und dann bleibt noch als Punkt 5: „Ich muss mal aufs Klo.“ Für 1000 SuS reicht das Gebüsch im Park nicht aus, fürchte ich. Wahlweise könnte man hier in Mainz in den Rhein pinkeln. Dürfte nur für weibliche Personen etwas schwierig werden. Aber vielleicht hat Frau Hubig ja einen weiteren praktischen Tipp auf Lager.

  16. Ja genau, SuS raus aus dem sicheren Schulgebäude, damit draußen gelernt wird. Wetter egal, die sind sowieso schon abgehärtet durch das ständige Lüften bei Minusgraden in den letzten Wochen und Monaten…und weil wir auch im nächsten Schuljahr kein Geld für Luftfilter etc verschwenden wollen, ist das eine gute Übung für den nächsten Winter, denn: Winter is coming, you know 😉 Zusammen mit dem Wahlkampfgetöse ist das wirklich ein Game of Thrones der politischen „Häuser“…
    Vielleicht hat aber Frau Hubig dabei auch an den Einzelhandel gedacht: die auf diese leergewordene Schule könnte ja als Einkaufszentrum dienen, damit die Läden noch bis zu einer Inzidenz von 165 geöffnet bleiben können, da die Schulen ja als die sichersten Orte während der Pandemie gelten….
    Mannomannomann #gegendiestirnklatsch

  17. DaS war sehr lustig! Hat mir gut getan. Wie ich schon kommentiert habe- diese Ideen kommen nur von Leuten, die keine Ahnung vom Schulleben haben.

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