Karliczek fordert von Ländern Aufstockung des Nachhilfeprogramms

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich an dem angekündigten Nachhilfeprogramm für Schüler in der Corona-Krise finanziell kräftig zu beteiligen. «Ich sehe die Länder in der Verantwortung, die vom Bund angebotene eine Milliarde Euro für das Nachhilfeprogramm substanziell aufzustocken», sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Bildung ist Ländersache. Dieses Aktionsprogramm sollte eine nationale Kraftanstrengung sein.»

„Nationale Kraftanstrengung“: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Foto: obs/Bundesministerium für Bildung und Forschung/BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Bundesregierung will insgesamt bis zu zwei Milliarden Euro für ein Aktionsprogramm zur Verfügung stellen, mit dem die Folgen von Schul- und Kitaschließungen in der Corona-Krise abgemildert werden sollen. Die eine Säule soll dabei das mit einer Milliarde durch den Bund geförderte Nachhilfeprogramm sein.

«Zudem wird der Bund eine Fülle an Maßnahmen ergreifen, um die Kinder und Jugendlichen wieder in ihrer Entwicklung insgesamt zu stärken», sagte Karliczek. Dabei gehe es um Kulturprogramme, aber auch um die Schulsozialarbeit. «Auch für diese zweite Säule denken wir an einen ähnlichen Betrag wie beim Nachhilfeprogramm.» Der Bund will das Programm nach ihren Angaben voraussichtlich nächste Woche auflegen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass nach Einschätzung des Lehrerverbandes 20 bis 25 Prozent der Schüler und Schülerinnen größere Lücken hätten. «Diese Schüler wollen wir mit der Hilfe erreichen», sagte Karliczek. «Starten soll das Nachhilfeprogramm unmittelbar mit Beginn des kommenden Schuljahres. Damit das klappt, müssen Nachhilfeinstitute, pensionierte Lehrer und auch Lehramtsstudenten einbezogen werden.» dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Haben Schüler, deren Abiturschnitt sich aufgrund von der Pandemie von 1,wenig auf 2,wenig zu verschlechtern droht und damit der Studienplatz in Medizin oder Psychologie in Gefahr gerät, eine Chance auf so einen Bildungszuschuss? Wenn ich raten müsste nicht, weil das Paket vermutlich nur für abschluss- oder versetzungskritische Fälle greift.

  2. In BW- Mannheim hat die Schülergeneration G8 und schon ein langen Schultag mit Nachmittagsunterricht. Lernbrücken, Zusatzstunden und Nachilfeprogamm sind bei G8 nicht leistbar und eine Überforderung bei Hausaufgaben, Nachbereitung und Vorberetung des Schulstoff und Lernzeit für Klassenarbeiten. Der Tag bei G8 besteht dann für die heranwachsende Generation nur noch aus Schule. Die Kinder und Jugendlichen sind schon über lange Zeit in Ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung lahm gelegt. Dieser Lebensbereich wird voller Sehnsucht erwartet und möchte in der Klassengemeinschaft und Freizeit erfahren und erprobt werden. Herr Ralf Scholl vom PhV-BW hat ein Corona Aufholjahr G9 gefordert. https://www.phv-bw.de/phv-bw-zu-einem-corona-aufholjahr-fuer-schueler-am-allgemeinbildenden-gymnasium-durch-uebergang-auf-g9-ab-september-2021/
    Um den Kindern eine angemessene Aufarbeitung für alle sozialen Schichten zu ermöglichen. Die erste Lebenskrise der Schülergeneration braucht Zeit um Schritt für Schritt aufgearbeitet zu werden. Die KM haben viel Chaos an den Schulen verbreitet und kein respektvolles Miteinander mit allen die am Schulleben beteiligt sind und mit der Elternschaft angestrebt. Kinder und Jugendliche haben in der Pandemie wenig Beachtung und Aufmerksamkeit bekommen und die Wünsche und Bedürfnisse der Familien nicht wahrgenommen. Die Pandemie hat alle sozialen Schichten getroffen und egal welcher Herkunft ist eine tragende und langfristige Aufarbeitung für den weiteren Lebensweg und Entwicklungsweg für die heranwachsende Generation ein wichtiger Grundsteinder über den weiteren Lebensweg entscheidet.

  3. Pensionierte Lehrkräfte sollen ja schon die Vertretungsstellen übernehmen, Studierende gehen, wenn es möglich ist, zurück an die Studienorte und endlich in ihre Praktika,
    bleiben also noch die Nachhilfeinstitute, die damit offenbar gefördert werden sollen.

    Besser wäre es, generell gut ausgestattete Förder- und Forderprogramme an allen Schulen aufzubauen mit Personal, das zu den Schulen gehört, sodass es auf lange Sicht Verlässlichkeit und gut eingespielte Teams gibt.
    Die 20% Benachteiligten gibt es ja nicht erst seit diesem Jahr.

    Stattdessen wird bei Förderstunden gestrichen und der Ganztag ist gerne auch mal Aufbewahrung, die so unterfinanziert ist, dass die Schulen vom Budget ungelernte Kräfte einstellen müssen, wenn sie davon genug Stunden finanzieren wollen, ErzieherInnen sind zu kostenintensiv.

  4. Wir sind derzeit im Szenario B. Auch im laufenden Schulbetrieb wäre Förderung möglich, wenn denn Personal da wäre. Meine beiden Kinder mit Förderbedarf haben derzeit gemeinsam eine Wochenstunde mit der Sonderpädagogin und eine bei mir, für meinen neuen Schüler, der kein Deutsch spricht gibt es keine Förderstunde, und für die beiden Kinder mit LRS auch nicht.
    Alle kommen jeden zweiten Tag zur Schule und könnten hier auch gefördert werden, wenn denn jemand dafür eingestellt würde.

  5. Ja. Nun ist es wieder Ländersache – geht um Geld.

    Viele Schüler haben schon vor Corona nichts gelernt. Während Corona auch nicht und auch nach Corona wird das nichts – wenn nicht die kompletten (Lern)Umstände verändert werden.

    Vormittags Schule, nachmittags Nachhilfe, soziale Kontakte bleiben dann anders suf der Strecke?

    Lasst Schüler generell wieder „sitzen bleiben“. Wer den Lerninhalt der GS nivht verinnerlicht hst, sitzt spätestens ab Klasse 6 nur rum. Im besten Fall leise, ansinsten laut.

    Wer nur unzureichend lesen kann, die Grundrechenarten mit Hilfe im Zahlenraum bis 10 schafft, gehört nicht in eine weiterführende Schule – und ich spreche hier nicht von unseren FöS – ich spreche hier von bildungsfernen Bildungsemigranten – xte Generation Harz4. Da haben sich leider schon sehr viele von Bildung verabschiedet und dem digitalen Sektor zugewandt – Spielsucht inkl.

    Die brauch(t)en flächendeckend VORHER sinnvolle Hilfen.

    Und da sind wir bei

    – kleinen Klassen – flächendeckend

    – mehr Lehrkräften – flächendeckend

    – Unterrichtreduzierung – dann können wir uns deutlich besser um die Kinder kümmern, die nicht zurückgelassen werden dürfen, aber ständig hinten runterkippen, da keine Zeit für sie da ist.

    Ich wage erneut die These – kleine Klassen – keine Schulschließungen wegen Corona.

    Abstandsregeln kein Problem. Dikussion um Distanz-Wechsel-Präsenz-Unterricht hinfällig, da kleine Lerngruppen.

    Luftfilter – keine Schulschließungen, aber das Problem der bildungsfernen Gemeinschaft.

    Also – Hilfe ja, sinnvolle Hilfe besser!

    Ehrlich, soooo schwer ist das nicht (zu verstehen).

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