Chemnitz: Inzidenz unter Schülern bei 700 – Lehrerverband versteht Schulschließungen nicht

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DRESDEN. Der Sächsische Lehrerverband (SLV) zeigt sich nach eigenen Worten „enttäuscht“ darüber, dass die Notbremse des Bundes nun Schulschließungen im Freistaat erzwingt. „Viele Lehrerinnen und Lehrer äußerten ihr Unverständnis darüber, dass die großen Anstrengungen, die wir in Sachsen für die Sicherheit in den Schulen und die Gewährleistung des Präsenzunterrichtes unternommen haben, bei der Gesetzgebung des Bundes keine Beachtung fanden.“ Sachsen hat bei Kindern und Jugendlichen die höchsten Corona-Infektionsraten in Deutschland, wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet. 

In Sachsens Grundschulen fand der Unterricht bislang ohne Abstand und ohne Maskenpflicht statt. (Symbolbild) Foto: Shutterstock

Das Verbot von Präsenzunterricht betrifft mit Stand vom 23. April neun der 13 Gebietskörperschaften im Freistaat. In vier weiteren Kommunen, darunter den Städten Dresden und Leipzig, wo die Inzidenz über 100, aber unter 165 liegt, wird Wechselunterricht verpflichtend, auch an den Grundschulen. In der Primarstufe waren bislang in Sachsen die Klassen in voller Stärke präsent – ohne Abstandsregel oder Maskenpflicht.

„Für den Sächsischen Lehrerverband hat der Gesundheitsschutz in den Schulen hohe Priorität“

Damit wurden in Sachsens Grundschulen die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb ignoriert. Die Landesregierung hatte zudem erklärt, die Schulen unabhängig von allen Inzidenzwerten offenzuhalten – offenbar mit Zustimmung des SLV.

Der erklärt nun: „Für den SLV hat der Gesundheitsschutz in den Schulen hohe Priorität. Mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes an den sächsischen Schulen hat der Freistaat Sachsen umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Mit dem Mund-Nasen-Schutz, Impfangeboten für Lehrkräfte und das weitere Schulpersonal sowie der Testpflicht an den Schulen ist der Unterricht unter Pandemiebedingungen sicherer geworden.“ Seit vergangener Woche können sich in Sachsen Lehrer aller Schulformen impfen lassen, nachdem zuvor nur Grund- und Förderschullehrer priorisiert waren.

Weiter sagt Vorsitzender Jens Weichelt: „Es herrscht auch bei den Lehrerinnen und Lehrern überwiegend Enttäuschung, dass die Bemühungen des Freistaates für eine langfristige Sicherstellung des Schulbetriebes unter Pandemiebedingungen bei der Gesetzgebung auf Bundesebene keine Berücksichtigung gefunden haben. Andererseits sind Lehrkräfte keine Virologen. Wir müssen uns auf die Erkenntnisse von Experten und wissenschaftlichen Studien zum Pandemiegeschehen verlassen können, denn der Schutz der Gesundheit muss hohe Priorität haben.“

Innerhalb von knapp sechs Wochen haben sich die Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen in Sachsen verachtfacht

Hatte er in Sachsen offenbar nicht genügend: Wie der MDR unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut berichtet, liegt die 7-Tage-Inzidenz bei den 15- bis 19-Jährigen im Freistaat bei über 367 – ein Rekordwert in Deutschland. Auch bei den Altersklassen von 5 bis 9 Jahren sowie von 10 bis 14 Jahren hat Sachsen bundesweit die höchsten Inzidenzwerte. Insgesamt waren Mitte April mehr als 1.600 Kinder und Jugendliche in Sachsen mit Corona infiziert. Innerhalb von knapp sechs Wochen hätten sich die Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen in Sachsen verachtfacht.

Regionale Spitzenwerte sind abenteuerlich: So liegen die Inzidenzen in der Altersklasse der 15- bis 19-Jährigen im Landkreis Zwickau mit 579 am höchsten. In der Gruppe der 10- bis 14-Jährigen fällt vor allem die Inzidenz in Chemnitz auf, die dort bald 700 erreicht. Bei den 5- bis 9-Jährigen ist die Inzidenz im Landkreis Nordsachsen mit fast 500 die höchste im Freistaat.

In einer weiteren Statistik liegt Sachsen bundesweit an der traurigen Spitze: Dort kamen bislang 217 Todesfälle auf 100.000 Einwohner – so viele wie in einem anderen Bundesland. News4teachers

Merkel zeigt den Länderfürsten die Grenze auf. Die haben uns tief in die Corona-Krise geführt – mit ihrem Nichtstun für Kitas und Schulen !

 

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70 KOMMENTARE

  1. Da fragt man sich , was die Mitglieder des SLV genommen haben müssen . Wie kann man so einen unvorstellbaren Unsinn von sich geben ? Wie man sieht , hatten die “ umfangreichen Maßnahmen “ keinerlei Wirkung . Anders sind die gigantischen Inzidenzen nicht so erklären . Beim Gedanken an die Parteigenossen Kretschmer und Piwarz dürfte die Kanzlerin aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommen . Bei den beiden müsste es ein Impeachment geben .

    • Man fragt sich, was hier in Sachsen sämtliche Schulleiter und Lehrer/innen genommen haben. An meiner Schule sind alle so drauf und fiebern schon eifrig wieder dem vollen Präsenzunterricht (nach ihren Planungen in nur 1-2 Wochen!)entgegen. Komme mir hier vor wie ein Marsmännchen…

      Aber vielleicht wissen die ja alle schon, was wir noch nicht wissen: Sachsen ist Deutschland mal wieder weit voraus. Hier ist Corona nämlich längst vorbei! Eine Schande, dass die anderen das noch nicht gemerkt haben und so böse Zahlen erfinden und gemeine neue Gesetze erlassen. (Ironie off)

      • Nö, sie bestätigen das Klischee vom „dummen Sachsen“! Wobei man sich langsam fragt, ob nicht doch etwas dran ist…

        • In Sachsen stinkt der Fisch vom Kopf her … Mal gucken , wie lange es dauert , bis der Ministerpräsident in Talkshows wieder den Reumütigen bis zum Boden raushängen lässt . Um dann einen Tag später den nächsten Bockmist zu machen . Und dann wieder den Reumütigen . Und dann wieder Bockmist . Und immer so weiter …

          • Ja das verstehe ich auch nicht. Immer kommt er dann mit „zu früh geöffnet“ usw. Ich bin sehr enttäuscht von Herrn Piwarz, Kretschmer und auch von Fr Köpping.

    • Die Zahlen sind doch nur wegen der Tests so hoch! Schulen sind nach wie vor sichere Orte und die Hygienekonzepte, die man vor einem Jahr entwickelt hat, funktionieren. Deswegen musste man sie auch nicht an B.1.1.7 anpassen.

      Ich werde wirklich krank von dieser ganzen Ignoranz.

      • Alleine die Aussage zu den Tests zeugt von Ignoranz, Dummheit oder gleich beidem. Dank der Tests entdecken wir wenigstens positive Personen und können reagieren. Wenn Schule sichere Orte wären, dann gäbe es doch gar keine Positivfälle? Es wird nicht mal täglich getestet und trotzdem erwischt man immer irgendwen. Sicherheit ist eine Illusion.d es zeigen die Ergebnisse. Nicht zu vergessen die Testverweigerer. Die gibt es bei uns auch zu genüge. Denn Corona ist ja harmlos oder existiert nicht…

        Ich werde wirklich krank von dieser ganzen Ignoranz.

      • @Vater

        Das ist hoffentlich ironisch, was Sie da von sich geben!

        Ansonsten muss ich leider widersprechen.

        In SH Maskenpflicht, auch für GS. Tests und Lüften und natürlich Abstand halten. Kohortenregelung.

        Bei uns war relativ lange relativ wenig los – nun über 100 im Kreis.
        Lachhaft? Vielleicht. Aber es zeigt deutlich, dass die ergriffenen Maßnahmen NICHT reichen.

        Die Zahlen steigen. Auch hier. Trotz der Maßnahmen, die wir schon lange haben.

        HUHU, aufwachen – die Schulen sind nicht sicher, was das Virus und dessen Verbreitung betrifft. Waren sie noch nie, sind sie jetzt auch nicht. Wieso auch?!

      • Ups, das hat jetzt niemand als Ironie erkannt, da diesen Schwachsinn tatsächlich Leute von sich geben, die in in der Verantwortung sind.

    • Nicht alle Mitglieder! Ich habe soeben meine Kündigung geschrieben und abgeschickt. Da bleibt einem doch die Spucke weg!

  2. Was ist denn da los? Da verfällt man ja schon zwangsläufig in stereotypische Denkweisen….. Sachsen=Osten=politisch irgendwie so gar nicht links=“Querdenker“=viel Corona??? Sorry, ich weiß, dass die nicht für die Mehrheit der Bevölkerung in Sachsen sprechen. Aber warum schaffen die das immer???? Und gibt es da keinen Zusammenhang zu den hohen Zahlen, die einen stutzig machen sollten? Und geil: Impfangebot macht Schulen sicherer?? Ein Angebot?! Man ey…. Das Virus so: Hui…. Die Lehrkräfte haben ein Impfangebot bekommen- hier wird mir der Boden zu heiß….. Schnell weg…

  3. „„Viele Lehrerinnen und Lehrer äußerten ihr Unverständnis darüber, dass die großen Anstrengungen, die wir in Sachsen für die Sicherheit in den Schulen und die Gewährleistung des Präsenzunterrichtes unternommen haben, bei der Gesetzgebung des Bundes keine Beachtung fanden.“

    Das ist mal interessant. Liest man bei n4t, bekommt man ja den Eindruck, „alle“ Lehrer wollen Schulschließungen. Ist ja eben doch nicht so. Lange nicht alle!

    • Ganz falscher Eindruck! ALLE Lehrer wollen Präsenzunterricht.
      Aber es wollen eben nicht alle ihr Leben und ihre Gesundheit , das ihrer Schüler und aller Angehörigen riskieren.

    • @Tsundoku3

      Hm, vielleicht ist das ja auch so zu verstehen, dass die Maßnahmen nicht der Rede wert sind und deswegen keine Beachtung finden.

      Diese Maßnahmen haben zu nichts anderem als hohen Fallzahlen geführt.

      Luftfiltermaßnahmen hätten andere Ergebnisse gebracht.

      Dann wäre der arme Vater auch nicht krank – gäbe keinen Grund.

  4. Schade, dass vielerorts der Kaffeklatsch in einigen Lehrerzimmern entfallen muss…
    Hat eben auch leider einige Kollegen nicht „abgehoben“ , sich an Regeln zu halten…
    Nun ist ein Riegel davor, um die Unbelehrbaren zu belehren…Ein Glück…

    • Stimmt, das beobachte ich auch. Manchen Lehrern ist es wichtiger, in der Schule – selbst noch lange nach dem Unterricht – herumzulungern, und das angesichts einer Anordnung des Chefs, Klausuren bitte nicht gemeinsam im Lehrerzimmer zu korrigieren, sondern zu Hause. Ich frage mich, was da los ist? Manche mögen wohl ihre Wohnung/Familie/Kinder nicht und sehen in der Schule eine Ersatzfamilie. Oder man will zeigen, wie wichtig man ist…

      • @Thusnelda

        Ich bin ebenfalls schockiert, aber…. ich kann das gut nachempfinden (nicht tolerieren oder gutheißen!).

        Lehrkräfte sind in der Regel immer mitten im Trubel – viele Menschen um sie herum. Laut, lachen, kreischen, lustig (oder nicht), immer Kommunikation.

        Das fehlt. Geht mir auch so. Am liebsten wieder Präsenz mit allen.

        Aber nicht jetzt. Nicht zu den Bedingungen. Nicht mit diesen Risiken (für alle).

  5. Eine typische Aussage für einen Interessenverband der Lehrer.
    In der Krise hat sich gezeigt, wer Interessenvertreter wie SLV, GEW usw. Hat braucht keine Feinde mehr.

    Sachsen ist natürlich ein Ausnahmefall. Da kann man eine solche Aussage verstehen!
    In einem solchen Bundesland muss man förmlich mit Fug und Recht gegen die Notbremse des Bundes einschreiten.

    Die sächsische Politik in der Pandemie hat immerhin die höchsten Infektionszahlen und Sterberaten in Deutschland hervor gebracht.
    Solche Erfolge muss man verteidigen.
    Endlich ist Sachsen mal Spitze. Das will man sich nicht nehmen lassen. Wenn man immer hinten ist, ist man nicht wählerisch wenn man endlich mal bei was der Vorreiter ist.

    Ein weiteres wichtiges Argument zur Schulöffnung in Sachsen ist ebenfalls unübersehbar. Wenn man normalerweise Bilder sächsischer Jugendlicher in Fernsehen sieht, sind dies junge Männer mit Glatze und klobigen Stiefeln.
    Solche armen Jugendlichen brauchen natürlich auch in der Pandemie durchgehend fachliche Erziehung, Unterstützung und Förderung. Das Leben hat sie schlimm genug getroffen.
    Zuerst eine Chemo-Therapie und jetzt müssen sie auch noch orthopädische Schuhe tragen. Schrecklich!

    Natürlich hat der SLV da das Bedürfnis diese Leute intensiv zu betreuen.

    • …nicht hibbsch, aber absolut zutreffend mal wieder…ich stehe nach wie vor auf Ironie und Sarkasmus-und Komödie! Dürrenmatt hätte seine helle Freude an all dem Irrsinn, der seit Monaten in Deutschland (und überall sonst eigentlich auch) grassiert und könnte daraus ein prima Stück daraus ersinnen…Angucken könnte man sich die Dramödie aber nur im Live-Stream 😉

    • Hammer! Den Kommentar mit der Chemo und orthopädischen Schuhen habe ich mir gleich abgespeichert und für einen guten Moment mal aufgehoben.

    • Es scheint wirklich Menschen zu geben, die dieses Bild von sächsischen Jugendlichen haben.

      1. du solltest über dein Stereotypdenken hinweg kommen. Rechtsradikale Eltern die ihre Kinder genauso sozialisieren gibt es in jedem Bundesland.

      2. du hast Recht, genauso solche Jugendliche brauchen die Chance, mit Hilfe von Bildung aus ihrem vorgefertigten Weg zu entfliehen.

      3. die Schulen zu schließen hat dramatischen Auswirkungen auf die Kinder aus prekären Lebenssituationen. Demnach ist es nachvollziehbar, dass Schulschließungen nicht von allen Menschen als toll erachtet werden.

  6. Wieder einmal frage ich mich: Was läuft falsch bei euch in Sachsen?

    „Och menno, ich wollte doch noch bis zur Inzidenz 5798 an den geilen Superspreader-Events in der Schule teilnehmen, nichts darf man mehr, das waren doch wieder diese Altparteien!“

    Tal der Ahnungslosen 2.0

  7. Es ist mir echt grad unangenehm aus Sachsen zu sein.
    In meinem näheren Umfeld seh ich zum Glück immer mehr Leute, die ihre Kinder doch zu Hause lassen, weil sie keine Lust haben zum xten mal in Quarantäne zu sein, die Inzidenzen zu hoch sind oder das Kind offen sagt, dass es Distanzunterricht besser findet… Aber es sind leider nur meist 1-2 Leute pro Klasse 🙁
    Ein Nachbarsjunge meinte letztens, ihm gefällt eigentlich Distanzunterricht besser… Aber dann sagte er, er will ja nicht der einzige aus der Klasse sein, der nicht mehr kommt…
    Solange sie keinen direkten ernsten Fall in ihrem Umfeld hatten, nehmen es viele Leute leider nicht ernst hier.

    • Mir ist es auch unangenehm und ich fühle mich oft, als wäre ich im falschen Film.

      In meinem Umfeld habe ich in der letzten Zeit folgende Aussagen gehört:
      „Präsenzunterricht ist alternatives.“
      „Ich vertraue darauf, dass die Teenies verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen. Mein Kind hängt nach der Schule mit niemandem rum.“
      „Wir sind ja nicht ganz so abgeschottet, wie ihr. Haben also auch so schon ein höheres Risiko.“

      Ich bin so froh, dass es die Notbremse jetzt gibt und wir zumindest ein paar Wochen nicht um unsere Gesundheit fürchten müssen.

  8. Na, das ist auch so ein Bundelsand, für das die (doch in Schulen und Kitas zu spät greifende) Bundesnotbremse ein Segen ist. Danke Frau Merkel!

    Auch aus der Verantwortung für Gesamtdeutschland heraus, steigen somit die Chancen, dass Sachsen in dieser 3. Welle nicht wieder Covid-Patienten in andere Bundesländer ausfliegen muss. Die haben sich dort mit der Auslastung der Krankenhäuser ja schon mal verkalkuliert. Soweit ich weiß, schaut man da auf die Auslastung der Normalbetten. 1300 Normalbetten belegt, dann würde man in den Lockdown gehen. Wie gut, dass dieses Experiment nun nicht fortgesetzt wird!

    Ich persönlich mag „das Sächsische“ gern (Land und Leute) und bin nun froh, dass dort nun mehr Sinnvolles in Sachen Pandemieeindämmung passieren muss. Irgendwann vielleicht wird man „den Eingriff“ auch dort zu schätzen wissen und auch verstehen, dass man gerade durch diese eigensinnige Umgangsweise mit der Pandemie dazu beigetragen hat, dass überhaupt „ein Eingriff“ in die Vernunft der Menschen und in die gar nicht vernünftig agierende Kulturhoheit nötig wurde.

  9. SLV und Sachsens Politiker tun nur das, was ihnen die Evolutionslehre aufzwingt: Nur die Stärksten übeleben. „Sachsen wirrrd errstarrken!“ – also menschgewollte Selektion at it’s findest.
    Über Herkunft und Gründe solch fatalen Gedankenguts mag ich hier nicht spekulieren.

  10. Neuerlich wurde der Maßnahmenkatalog auch dahingehend erweitert, dass in sächsischen Lernförderschulen keine Quarantänepflicht mehr bei Auftreten eines positiven Schnelltestergebnisses innerhalb einer Klasse herrscht, solange bis zum Abschluss der Testung Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden, die danach natürlich abgesetzt werden dürfen, da im Unterrichtsraum ja keine Maskenpflicht herrscht. Zum Glück dürfen Klassen nun geteilt werden, wenn die Klassenstärke 14 Schüler übersteigt. In einigen Klassen saßen so bislang z.T. noch 18 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren plus Lehrkraft und vielleicht sogar einem Schulbegleiter. Und es scheint keinen zu interessieren, weshalb die Inzidenz in dieser Altersgruppe hier so hoch ist.

    • Vorerkrankte Kinder, die nicht vor einer Infektion geschützt werden? Himmel, was mir dazu einfällt traue ich mich gar nicht in Worte zu fassen…

      • @Mary

        Das hat Alter Pauker 24. April 2021 um 08:53 schon gemacht.

        Vielleicht doch eine Mauer um Sachsen? Damit niemand das Virus reinbringt…..

      • Aber die Eltern dürfen und durften die Schüler von der Schulbesuchspflicht befreien. Insofern könnte man sein vorerkranktes Kind schützen, allerdings darf man keinen adäquaten Ersatzunterricht für zu Hause erwarten. Aber in der Schule gibt es über eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände und im Schulhaus hinaus keine Schutzmaßnahmen.

        • Hallo :-),
          wo konkret finde ich denn diesen Maßnahmenkatalog, speziell die Teilung ab 14 Schülern?
          Ist es eine „Kann-Bestimmung“ oder muss die Teilung vollzogen werden?
          Würde mich über die Angabe der Quelle sehr freuen.

          • Im Blog des Sächsischen Kultusministeriums sollte die Information wahrscheinlich am schnellsten zu finden sein. Sie gilt meines Wissens nach ab heute.

    • Vorige Woche hatte ich die Zahl 14 zur Teilung von Förderschulklassen im SMK Blog auch gelesen. Dann wurde der Beitrag gelöscht. Heute finde ich ihn mit umformulierter Antwort wieder. „Bei Förderschulen gelten die bestehenden Klassengrößen als mit dem infektionsschutzrechtlichen Ziel des Wechselunterrichts vereinbar.“ Sehr seltsam! Deshalb meine Anfrage. Vielen Dank!

  11. Wann wird es endlich transparenter?
    Beispiel KÖLN: Die Inzidenzzahl liegt bei 239,7 (Vortag 235,7- nach LZG Korrektur 245,9 )

    Indexfälle an Kölner Schulen und Kitas
    „Mit Stand vom 23. April 2021 gibt es 901 Indexfälle an Schulen und Kitas. Diese teilen sich wie folgt auf: 90 Mitarbeitende in Schulen, 615 Schüler*innen, 72 Kita-Mitarbeitende und 124 Kita-Kinder.
    In Köln gibt es insgesamt 297 Schulen mit 152.049 Schüler*innen, 685 Kitas mit 41.986 Kita-Kindern und 918 Tagespflegepersonen beziehungsweise Großtagespflegestellen, die 3.397 Kinder betreuen.“

    Die Inzidenzwerte an Schule und KiTa am beispiel Köln kann sich jeder ausrechnen. In kaum einer Stadt gibt es Veröffentlichungen zu genauen Zahlen zu Schule und KiTa.

    • Übrigens: Bielefeld: heute
      – Kitas: 372 in Quarantäne
      – Schulen: 45 in Quarantäne, davon 22 am Ceciliengymnasium
      I-Wert bei 10 bis 19jährigen: 320
      ITS: 27 Fälle
      davon beatmet: 18

      Tagesinzidenz: 199,6

      • Nachtrag:
        59 Quarantänefälle am RatsGymnasium (konservative Vorzeigelehranstalt 😉 ) seit letztem Donnerstag… spannend ist, dass die nirgendwo in den öffentlich zugänglichen Statistiken auftauchen.

    • Wenn man dann noch bedenkt, dass die Schulen erst am 19.4. im Wechselunterricht wieder geöffnet haben, wird einem ganz anders.

  12. „Bemühungen des Freistaates für eine langfristige Sicherstellung des Schulbetriebes unter Pandemiebedingungen “

    Diese „Bemühungen“ haben anscheinend zu Rekordwerten bei Inzidenzen und Todesfällen geführt.

    Also waren die „Bemühungen“ nicht ausreichend und die Verantwortlichen sollten abgelöst werden.

  13. „Für den SLV hat der Gesundheitsschutz in den Schulen hohe Priorität. Mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes an den sächsischen Schulen hat der Freistaat Sachsen umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten….“

    Bei den ergriffenen Maßnahmen ist nicht die Tatsache ausschlaggebend, dass man sie ergriffen hat. Einzig und allein relevant ist, ob sie Wirkung zeigen.
    Wenn man schon so traurig hohe Werte im Land produziert hat, kann man nicht mehr unbedingt erwarten, dass das widerwillige Herumgekurbel an vergleichsweise kleinen Stellschrauben in einem von vielen Lebensbereichen dann sofortige und auch noch große Durchschkagskraft hat.
    Das ist, als wenn man versuche, einen Leck geschlagenen Kutter mit dem Teelöffel auszuschöpfen.

    Gesundheitsschutz an Schulen sollte in Sachsen nicht hohe, sondern höchste Priorität haben.
    Fragt sich in dort eigentlich niemand, warum die Zahlen so hoch sind? Sieht man die Korrelation zum eigenen (Nicht-)Handeln denn nicht?
    Mir tun alle leid, die dieser Blindheit ausgeliefert sind.

  14. Nachtrag zu Köln
    Wie passen die Kölner Zahlen mit Frau Gebauers Verständnis zu Zahlen zusammen?

    Ministerin Gebauer: „Die Ergebnisse der vergangenen Wochen und Monate zeigen, dass es richtig war, den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Seit Beginn des Schuljahres lag der Wert der Schülerinnen und Schüler, die in der Schule lernen konnten, zwischen 95,2 und 99,3 Prozent. Die Schule ist und bleibt der beste Lernort für unsere Schülerinnen und Schüler. „(22.04.2021 Pressemitteilung)

    Beim Verweis auf Ergebnisse der wöchentlichen Schulabfrage am Ende wird dann nur Zahlenmaterial bis 12. KW (28. März 2021) verarbeitet.
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    • Die Gebauer hat halt festgestellt, dass Bildung wichtiger ist, als verstorbene Omas und Opas. Oder Long Covid Eltern. Alles Fälle aus unserer Schule. Bestimmt sind die SuS überglücklich zu dem 95% der Präsenzler gehört zu haben.

  15. Wenn man Sorge hat, dass man eins auf den Deckel kriegt, weil man nicht alles schaffen (z.B. Klassenarbeiten schreiben) kann, wenn die S*S zuhause sind, wenn man nicht so fit darin ist, Online-Unterricht zugeben, wenn man sich überfordert fühlt, weil Distanzunterricht viel aufwendiger ist, als Präsenzunterricht, ja, dann führt das zu solch seltsamen Sichtweisen auch bei Lehrkräften.
    Das darf man dabei nicht vergessen. Einige solcher Kolleg*innen habe ich auch. Zum Glück ist die Mehrheit offener gegenüber Neuerungen und bereit, sich einzufuchsen.
    Wenn der I-Wert bei S*S bei 700 liegt, dann haben Einige aber wirklich den Schuss nicht gehört, wie man so schön sagt, wenn die offene Schulen fordern.

  16. „dass die großen Anstrengungen, die wir in Sachsen für die Sicherheit in den Schulen und die Gewährleistung des Präsenzunterrichtes unternommen haben, bei der Gesetzgebung des Bundes keine Beachtung fanden.“

    Echt jetzt?
    Welche denn?
    Die völlig untauglichen Selbsttests zweimal die Woche?
    Unsere Querdenker und Querulanten – Fraktion, die grinsend einen von den Eltern bescheinigte Testbestätigung vorlegen?
    Die klaglos zu akzeptierenden Masken – Befreiungsatteste vom Zahnarzt oder Orthopäden?
    Die nahezu lächerlichen CO2 Ampeln, natürlich für teuer Geld geordert?
    Habe mich selbst im Schulbetrieb infiziert ( britische Mutante) – aber die Schulen sind ja sicher.

  17. Ich bin heilfroh, dass es die Notbremse in Sachsen endlich gibt. In Sachsen ist es wirklich eine Notbremse, die mehr als nötig war: eine von auf demokratischem Weg gewählten Parteien verordnete Bremse zum Schutz der Gesundheit.

    Nun sollten alle Einwohner in Sachsen an einem Strang ziehen: AHA-Regel einhalten, Maske tragen und Rücksicht nehmen. Je konsequenter wir das tun, umso eher können wir die Kinder wieder zumind. etwas sicherer in die Schule und Kitas gehen lassen!

    Wenn wir uns nicht daran halten, weil mancher glaubt, die Kinder sollen trotzdem mgl. viele soziale Kontakte in der Freizeit leben, wenn sich dem Maskentragen verweigert wird, wenn mancher glaubt durch kollektiven Kuschelkurs (wortwörtlich zu nehmen) auf Anticorona-Demos oder bei Grillfesten im Garten Protest gegen sie vermeintlich bevormundende Politiker zeigen zu müssen, tun wir für unsere Kinder und Mitmenschen nur das Schlechteste! Keiner sollte sich von rechtsgesinnten Rädelsführern vor den Karren spannen lassen, nur weil diese behaupten, sie wollen das Beste für Sachsens Kinder! Das wollen sie nicht!

    Herr Piwarz und Herr Kretzschmer: Wenn sie wirklich zeigen wollen, dass Ihnen die Kinder in Sachsen am Herzen liegen (und darum geht es – auf diesen Zug springen derzeit leider ziemlich erfolgreich die Falschen auf), statten sie jetzt in der langen Schließzeit (der Bremsweg wird durch die überaus hohen Inzidenzzahlen lang) ganz schnell mit Luftfiltern aus. Organisieren Sie den Wechselunterricht aktiv mit, lassen Sie die Schulen nicht alleine! Zeigen Sie öffentlichkeitswirksam allen Eltern, wie gut Sie sich um die Kinder in Sachsen kümmern! Sie regieren, lassen Sie sich das Ruder nicht über diesen Weg aus der Hand nehmen! Dieser Weg über die Kinder, den gerade Andere gehen, trifft mitten ins Herz! Von Ihnen braucht es jetzt Taten, Digitalisierungsinitiativen, Aufrufe, zusätzliche Räumlichkeiten (Vereinsheime…) für den Wechselunterricht zu nutzen, aktive Rekrutierung bsw. von Lehramtsstudenten für die Notbetreuung, Hilfe (Online(nach)hilfe von Lehramtsstudenten bspw.) für benachteiligte Kinder. Organisieren Sie aktiv mit, zeigen Sie das den Bürger! Ansonsten wird anderweitig immer weiter Protest geschürt, der die Kinder instrumentalisiert. Liebe Eltern, machen Sie das bitte nicht mit!

    Liebe Eltern, lassen Sie sich nicht verblenden von Menschen, die Ihnen erzählen, ihre Kinder schützen zu wollen, eigentlich jedoch ganz andere Interessen verfolgen. Denken Sie an die Gesundheit Ihrer Kinder, Ihrer Eltern und an Ihre eigene! Lassen Sie sich nicht von Menschen vor den Karren spannen, die nach Freiheit und Schutz der Kinder schreien, gleichzeitg aber nationalsozialistische Symbolik verwenden (leere Kinderschuhe, Anne-Frank-Zitate…). Übersehen Sie das nicht, nur weil diese Personen Ihnen erzählen, sie wollen das Beste für Ihre Kinder oder Ihre persönliche Freiheit. Diese dürfen sie in unserer Demokratie leben, die Maßnahmen dienen dem Schutz Ihrer Familien!

    Damit will ich keineswegs sagen, dass man nicht den Sinn einzelner Maßnahmen kritisch hinterfragen kann (ob diese ausreichend sind…). Das gehört zur Demokratie dazu! Aber wir müssen verhindern, dass die Demokratie unterwandert wird!

    Ich weiß, dass sich in diesem Forum vor allem Menschen austauschen, die Corona sehr ernst nehmen. Insofern gilt meine hier geäußerte Bitte und meine persönlich Wahrnehmung natürlich nicht in erster Linie ihnen. Mich würde aber interessieren, ob ich mit meiner Befürchtung alleine bin, das wäre beruhigend.

    • Ich bin da ganz bei Ihnen. Ich hoffe wirklich sehr, dass starke demokratische Parteien alsbald den Menschen vor Ort ein Zuhause geben können, sodass sich die ehemalige politische Protestbewegung endlich, endlich verpufft! Ist wirklich schwierig dort. Und ein Stück Arbeit, die offensichtlich gescheut wird. Man gebe den Menschen dort reale Hoffnung und sichere Lebensperspektiven, dann bleibt ‘s auch nicht bei so einem hohen Anteil an hässlicher Farbe. Wenn sich in einem Bundesland so extreme Tiefen auftun, braucht‘s auch einen tiefen Blick in die (Ab-)Gründe. Ein „psst, psst, psst“ bringt keine Alternativen, die dringend benötigt werden! Das stärkt nur die, die sich die Allerallermeisten bundesweit von der politischen Bühne wegwünschen. Am besten wieder ganz weg.

    • @Denkt nach,

      reichlich plakativ, Ihr „Artikel“. Wirkt so, wie wenn jemand besser als alle anderen weiß, was richtig ist und nicht verstehen kann, dass man nicht auf ihn/sie hört.

  18. Einfach mal rechnen, liebe Kultusminister.

    Inzidenz bei Schülern 500, 25 Kinder in einer Klasse, Faktor Dunkelziffer 4 (Drosten-Podcast letzte Woche, könnte auch 6 sein, bei hohen Inzidenzen ist die Dunkelziffer höher als bei niedrigen, bei Mutanten höher als bei der Wildform – egal):
    100000:25=4000 Klassen
    500×4=2000 infizierte Kinder in der letzten Woche
    Durchschnittlich in jeder zweiten Klasse sitzt ein infiziertes Kind.

    Vorausgesetzt, dass durchgehend gut sitzende medizinische Masken getragen werden, steckt in einem zu 50% besetzten, vorschriftsmäßig gelüfteten Klassenraum ein Infizierter drei weitere Personen an. (Man kann natürlich auch mehr Kinder kommen lassen. Und/oder sie ohne Maken kommen lassen. Und/oder die Masken zum Testnieskonzert im Klassenraum absetzen lassen. Von Schulhof und Schulweg reden wir mal nicht.)

    Wie hoch, liebe Kultusminister, ist die Inzidenz der Kinder dann in der nächsten Woche? Und wie hoch ist die der Eltern in der übernächsten Woche?

    Ach, stimmt ja, Sie haben keine Glaskugel. Tja dann …

  19. Sachsen… es hat Gründe, warum Verschwörungstheoretiker und AfD in Sachsen so gut „andocken“ können. Die Sachsen „ticken“ etwas anders, als die restlichen BL. Wer mal in Sachsen gelebt hat, weiß das. Mit dieser Mentalität kommt nicht jeder klar.

  20. hallo zusammen,

    was haltet ihr hiervon?

    https://www.mannheim24.de/mannheim/mannheim-corona-inzidenz-stadtteile-unterschied-infektion-zahlen-kurz-90473608.html

    Ich finde es gut, dass mannheim jetzt die zahlen wöchentlich rausgeben wird, wo und in welchen stadtteilen sich die altersklassen anstecken.

    aber dass die schulen keine treiber sind

    mir fehlen die worte…

    na ja, dass sachsen das so macht, dafür habe ich kein verständnis aber ich würde nicht alle über einen kamm scheren… da ich nichts von vorurteilen halte.

    bleibt gesund!

    • Das ist ja mal wieder genial zurechtgebogen (Mannheim): absolute Zahlen vergleichen, um die überdurchschnittlich hohen Zahlen bei Kindern und Jugendlichen zu relativieren …

      „2 x 3 macht 4
      Widdewiddewitt
      und Drei macht Neune !!
      Ich mach‘ mir die Welt
      Widdewidde wie sie mir gefällt ….“

  21. Also ich habe meine persönliche Notbremse vor 14 Tagen gezogen. Habe mein Kind vom Präsenzunterricht in Sachsen abgemeldet. Ansonsten ist die Klasse bis auf ein weiteres Kind vollzählig vor Ort. Ab nächste Woche Wechselunterricht, da die vierten Klassen zu Abschlussklassen erklärt wurden. In der Freizeit wird sich klassen- und gruppenübergreifend beim Fussball getroffen und wer weiß, wo noch. Die Eltern sind begeistert und erleichtert. Es ist nicht einfach, Schulstoff zu vermitteln, wenn beide Eltern in Vollzeit und Präsenz arbeiten sind und die Lehrerin ist auch nicht amused, für zwei Kinder Material vorbereiten zu müssen. Aber wir kriegen das irgendwie hin. Auch wenn es anstrengend ist, die Entscheidung habe ich bisher nicht bereut. Ich hoffe, mein Sohn sieht das ebenso. Er will im Moment nicht zum Virus Wichteln in die Schule. Sollte er irgendwann anders darüber denken, müssen wir weiter sehen.

  22. Wenn die Lehrer geimpft sind, können die Schulen offenbleiben. Natürlich müssen die Hygienevorschriften weiterhin beachtet werden.

    Hier denkt anscheinend niemand darüber nach, woher die finanziellen Mittel denn kommen sollen, wenn niemand mehr Steuern zahlt, weil niemand mehr arbeitet. Wären die Lehrer bereit, wegen der Pandemie auf Gehalt teilweise zu verzichten? Nicht, weil sie nichts tun, sondern weil immer weniger Mittel dafür da sind! Ich glaube, nein!

  23. Das hier hochgelobte Hygienekonzept an den Schulen in Sachsen VERSAGT AUF GANZER LINIE!!!, die Infektionszahlen beweisen es!!!

    Es ist absolut IRRE, bei diesen Zahlen die Schulen GEZWUNGEN offen zu halten!!!

    Diese Persoenlichkeiten, die dies anordnen, sollten SOFORT ihres Amtes enthoben werden und sich aerztlich untersuchen lassen.
    Sie schicken die Kinder und Lehrkraefte mit ihren Anordnungen absichtlich!!! in die Gesundheitsgefahr, die toedlich enden kann.

    Ich glaube nicht, das alle Lehrkraefte in Sachsen unter diesen Bedingungen den Praesensunterricht fordern, zumindest nicht die, die noch Verantwortungsgefuehl fuer ihre Schueler besitzen und an ihre eigene Gesundheit denken.

    Gerade Sachsen sollte ALLES dafuer tun, um die Infektionen in den Griff zu bekommen, damit es wieder ein „normales“ Leben fuer Alle geben kann.

  24. https://dgpi.de/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021/?fbclid=IwAR2jsm8BTxjx6VKFIBfiGunPmfoEXEOU9pDMmQoWInPXXWb2t44CqAWUjyE

    Ich mag die einseitige Sicht einiger Menschen hier nicht. Ich bin Lehrerin einer Oberschule in Sachsen und Mutter eines Grundschulkindes. Es tut mir leid, aber wir geben uns in den Schulen alle Mühe Infektionsgefahren klein zu halten und ich bin mir der Gefahr der Krankheit bewusst. Sehe aber auch bei etwa 2/3 der Kindern keine Motivation mehr zu Hause, halb allein gelassen, zu lernen oder Interesse für die Schule zu entwickeln. Ich sehe weinende Grundschulkinder, die in die Schule wollen und Eltern die die Beziehung zu ihren Kindern verlieren, weil der tägliche Streit um die Schule alle kaputt macht. Dazu die hier verlinkte Meinung der Kinderärzte…Ich hatte bisher wirklich viel Verständnis für alle politischen Entscheidungen. Leider ist die jetzt weg. Die Entscheidungen Schulen erneut zu schließen ist für die Kinder eine Katastrophe. Hier im östlichen Sachsen sehen das auch ein Großteil der Eltern so, denn sonst würden sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Wieviele Eltern, Lehrer/innen und Kinder wurden eigentlich nach ihren Meinungen gefragt…Bevor hier gesagt wird der „dumme Sachse“, sollte man auch mal die andere Seite betrachten.

    • Tja, das Ergebnis Ihrer Mühen zur Infektionskleinhaltung kann man an den Inzidenzzahlen hervorragend erkennen. Ja, Kinder wollen in die Schule. Fragt man sie aber, warum, heißt es als erstes meist, weil sie ihre Freunde treffen wollen. DAS kann man aber auch verantwortungsvoll im ganz kleinen Familienkreis handhaben, dafür muss man nicht viele andere dem stetig zunehmenden Infektionsrisiko aussetzen.

    • Ich bin fassungslos
      …weinenden Grundschulkinder, weil die Schulen zu sind, Eltern, die die Beziehung zu ihren Kindern verlieren weil sie wegen Schule streiten?????
      Hääää???
      Ist das ihr Ernst? Oder ist das „sachsentypisch“?
      Ich bin niemand der Vorurteile hat oder Menschen wegen ihrer Bundeslandherkunft stigmatisiert.
      Aber was soll das ??
      Klar gibt es viele SuS denen ein geregelter Schulbesuch, so wie früher, mit allen Freiheiten, lieber wäre.
      LuL übrigens auch! Ebenso wie es für viele SuS besser wäre als das hin und her.
      Aber ihre Darstellung ist schon abstrus. Sorry

      • Liebe „Darfdaswahrsein“,
        (ein richtiger Name wäre übrigens nett). Ich schildere lediglich einen Ausschnitt meiner Erfahrungen aus einem Jahr Schulbetrieb als Lehrerin und Mutter. Anderer Meinung darf man immer sein.Aber meine Schilderung ist nicht abstrus, sondern meine persönliche Erfahrung.. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Vielleicht sind die ja anders.Arbeiten Sie an einer Schule oder sind Sie Mutter? Kennen Sie meinen Alltag…Was ist passiert, das alle „Erfahrungsbericht/reale Beschreibungen“ gleich diffamiert werden. Als ob man sich das ausdenken würde…Da bin ich fassungslos.

  25. Ich bin wirklich fassungslos. Vielleicht nimmt der SLV zur Kenntnis: Schulen inzidenzunabhängig offenzulassen, ist augenscheinlich nicht das beste Rezept zur Bekämpfung der Pandemie. Der sog. eingeschränkte Regelbetrieb in sächsischen Grundschulen bedeutete, dass die Kinder einer ganzen Klassen in der Schule in einer Gruppe zusammengefasst wurden und im Hort oft mit Schüler*innen anderer Schularten in einer neu zusammengesetzten Gruppe betreut wurden. Ohne irgendwelchen Abstände. Und in Bussen und Bahnen saßen ohnehin alle fröhlich zusammen. Die Infektionen bei Grundschülern steigen seit Wiederöffnung und- nur der Vollständigkeit halber- bereits vor den Testungen. Dass Lehrer*innen ein Impfangebot erhalten ist gut. Noch sind allerdings nicht alle geimpft und für Schüler*innen und ihre Familien ist damit noch lange nicht alles gut. Seit Beginn der Pandemie hat sich der SLV bedeckt gehalten und die Position eines Ministeriums weiterverbreitet, dass mit Prozentzahlen die tatsächlichen Infektionen verharmlost. Sehr praktisch, wenn man den Gegenwind in Sachsen vermeiden will. Als Interessenvertretung hat sich der SLV allerdings vollständig erledigt.

    • Caroline
      Ich arbeite an einer Grundschule.
      Meine Erfahrungen sind komplett konträr zu denen von Ihnen geschilderten.
      Kein einziges Kind weint wegen Masken, Tests, oder den besonderen Umständen in dieser Zeit. Wir haben auch Eltern die am Limit gehen , logisch, so wie viele. Aber doch nicht, dass man den Bezug zum Kind verliert. Da muss dann vorher schon was im Argen gelegen haben.
      Sicher ghaben wir Eltern und Kinder die prima mit allem zurecht kommen und benso Familien wo es schwer ist. Aber auch da kann man kommunizieren.
      Zur Zeit arbeiten wir im Fernunterricht und mit Notbetreuung. Mit täglichen Tests der Kinder und LuL und päd Personal. Und Maskenpflicht. Ich kann Ihnen versichern, dass wir fröhliche Kinder betreuen!
      Weinende Kinder in diesem Zusammenhang kenne ich nicht. Mal genervt, wie alle, mal mit der Aussage hoffentlich ist bald alles weder normal. Ja sicher! Aber nichts , so wie von Ihnen beschrieben.
      Ich möchte nicht Ihre persönliche Erfahrung in Frage stellen, oder als unwahr deklarieren. Mir erschien Ihr Bericht aber sehr dramatisch.
      Vielleicht war abstrus falsch ausgedrückt.
      Eine meiner Töchter ist auch auf Dauer im Onlineunterricht , nicht toll, da das persönliche Treffen fehlt. Klappt aber sehr gut und strukturiert.
      Schade, dass Sie andere Erfahrungen machen, Sie sehen aber es kann auch gut laufen.

  26. Es ist jetzt schon ein sehr, sehr langer Zeitraum, in dem Schülern, Lehrern, Erziehern und Eltern Perspektiven vorenthalten werden. Einige Lehrer und Eltern können die Impfung als Perspektive betrachten. Für Kinder und die, großteils noch ungeimpften, Eltern, kann die Schulöffnung keine wirkliche Perspektive, hinsichtlich eines sinnvollen Infektionsschutzes, sein. Es entsteht bei mir der Eindruck, dass es bei vielen Leuten auch gar nicht mehr darum geht, sondern in erster Linie darum, dass man hofft, es wird schon irgendwie gutgehen, weil die Menschen durch die dauerhafte Perspektivlosigkeit mürbe gemacht worden sind.
    Dabei wird außer Acht gelassen, dass es eine Alternative zu dem aktuellen Szenario gegeben hätte, nämlich einen konsequenten Lockdown, ohne Schonung bestimmter Wirtschaftszweige, die, dank guter Lobbyarbeit, seit Monaten zu Lasten der Allgemeinbevölkerung, geschont wurden.
    Statt den schwarzen Peter für diesen Unwillen und all seinen immer unerträglicher werdenden Folgen, den Regierungen in Bund und Ländern anzulasten, behackt sich die Bevölkerung in ihrem Frust und Hilflosigkeit untereinander. (Öffnungsbefürworter vs. „Team Vorsicht „, Bildungsprioisierung vs. Gesundheitsschutz…). Die Diskussion über die Maßnahmen täuscht weiterhin über den Unwillen der politisch Verantwortlichen hinweg, beizeiten für einen effektiven Infektionsschutz der Bevölkerung zu sorgen.
    Jetzt ist der Karren festgefahren und die Notbremse ist eher eine Scheinhandlung. Wollen wir denn wirklich dauerhaft mit diesen hohen Infektionszahlen leben und akzeptieren, dass dieses Virus weiterhin unter unseren Kindern zurkuliert, während wir Erwachsenen geimpft sind? Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem wir das nicht mehr ignorieren können. Spätestens, wenn sich im privaten Umfeld zeigt, , dass sich Corona auch bei Kindern schädlicher auswirkt, als ein kleiner Schnupfen.
    Schul- und Kitaöffnungen bekämpfen nicht die Ursache für unser Problem, sondern befeuern es aktuell. Sie kaschieren lediglich die Symptome des politisch verantwortungslosen und unfähigen Handelns, welches Hand in Hand geht mit einer geringen Wertschätzung für das physische und psychische Wohl der Kinder, sonst hätte man doch schon längst in Luftfilter, Plexiglasschutzwände, mehr Schülerbusse etc. investiert.
    Wir werden hier abgespeist und das seit viele,vielen Jahren. Es ist so traurig.
    Geld für die “ Bildungs'“einrichtungen gibt es nur, wenn es um ausgeweitetes Wegbetreuen der Kinder geht. Dafür gibt es ja wirtschaftliche Interessen, die bedient werden.
    Für den Gesundheitsschutz underer Kinder reicht Fensteröffnen.

  27. Nun gilt auch in Sachsen seit dieser Woche die Bundesnotbremse und Schulen mussten schließen. Aber nicht alle. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich lachen. Förderschulen bleiben in Sachsen inzidenzunabhängig geöffnet. Der Grund erschließt sich mir nicht. Vielleicht macht das Virus ja um sächsische Förderschulen einen großen Bogen.

    „…dass die großen Anstrengungen, die wir in Sachsen für die Sicherheit in den Schulen und die Gewährleistung des Präsenzunterrichtes unternommen haben, bei der Gesetzgebung des Bundes keine Beachtung fanden.“ -welche ´großen´Abstrengungen bitte???? Nicht größer, als an anderer Stelle, meine ich. Ich arbeite als Lehrerin an einem Förderzentrum. Das heißt, Schüler aus einem viel größeren Einzugsgebiet besuchen diese Schule. Wir haben 4 Schulteile, welche im täglichen Schulbetrieb während des Unterrichts, während der Pausen und während des Mittagessens strikt getrennt werden. Es gilt eine Maskenpflicht im Schulhaus, während des Unterrichts nur in den höheren Klassen. Soweit so gut. Allerdings werden fast alle Schüler mit dem Fahrdienst morgens und nachmittags zur und von der Schule transportiert. Im Taxi mischen sich alle Schulteile wieder, weil die Touren auch jetzt nicht anders fahren als vorher. Manche Schüler haben eine Fahrtweg von einer Stunde (pro Fahrt). Zwar gilt Maskenpflicht im Taxi, aber alle (samt Taxifahrer und Begleitperson) sitzen auf engstem Raum zusammen. Und wir wissen auch, dass die Maskenpflicht nicht von allen ernst genommen wird – machen haben auch eine Maskenbefreiung.
    Der Unterricht findet außerdem wieder mit Lehrerwechsel für eingeschränkten Fachunterricht statt. Wir haben Schüler mit hohem Förderbedarf im körperlichen und motorischen Bereich. Wir begleiten Schüler zur Toilette, wir reichen unseren Schülern die Mahlzeiten, wir putzen ständig Nasen. Wir haben einen erhöhten Pflegebedarf. Abstand halten? Nicht machbar!!!!
    Das sind alles Punkte, die mich nicht beruhigt meine Arbeit machen lassen.
    Ja – ich favorisiere auch Präsenzunterricht.
    Ja – Distanzunterricht ist sehr aufwändig – gerade in den unteren Klassen.
    Ja – ich hatte schon meine erste Impfung.
    Aber wir müssen auch an unsere Schüler und deren Familien denken, welche noch nicht impfpriorisiert sind. Ich habe Schüler mit verschiedenen, auch schweren, Vorerkrankungen in meiner Klasse. Chronische Erkrankungen. Sicherlich steht den Eltern frei, ihre Kinder vom Präsenzunterricht abzumelden – aber sie machen es nicht. Aus nachvollziehbaren Gründen.
    Woran macht unser KM fest, dass Förderschulen offen bleiben können??? Wahlkampf???
    Anders kann ich es mir nicht erklären.
    Man kann nur hoffen, dass das für einige nicht in der Katastrophe endet.

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