Söder setzt bei Schulen weiter auf Sicherheit: Distanzunterricht schon ab Inzidenz 100 – und Impfungen für ältere Schüler ab Juni

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MÜNCHEN. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag mit 167 noch immer viel zu hoch, die Intensivstationen der Krankenhäuser werden immer voller: Die Corona-Krise hat Bayern auch in einer Zeit weiter fest im Griff. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte trotzdem den Spielraum der neuen Bundes-Notbremse nutzen und den Schulbetrieb entsprechend öffnen wollen – er wurde jetzt von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ausgebremst.

Setzt bei Schulen auf Nummer Sicherheit: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Foto: photocosmos1 / Shutterstock

Was heute von der Staatsregierung beschlossen wurde:

IMPFTEMPO: Bayern macht Druck beim Impfen. 24,6 Prozent der Bevölkerung haben eine Erstimpfung erhalten, mehr als vier Millionen Dosen wurden verabreicht. In Zukunft soll es deutlich schneller gehen. «Impfen ist die entscheidende Perspektive», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und gab das Motto vor: «Vollgas beim Impfen!» Mit dem Hinzuziehen der Hausärzte habe sich das Thema Möglichst bereits Mitte Mai will der Freistaat ohne Priorisierung auskommen und vor allem auf breiter Basis Betriebsärzte mitimpfen lassen – obwohl der Bund erst Ende Mai über eine Aufhebung der Priorisierung im Juni entscheiden will.

Schon im Juni soll es auch ein Impfangebot für junge Leute geben, sagte Söder. Vor allem Schülerinnen und Schüler von Abschlussklassen sollen zum Zuge kommen. «Uns geht es auch darum, zu zeigen, dass dieser Staat seine Angebote nicht ausschließlich den Jungen vorenthält, ich glaube, wir haben auch eine Bringschuld gegenüber der jüngeren Generation», sagte der Ministerpräsident. Ein Konzept sollen Kultus- und Gesundheitsministerium gemeinsam erarbeiten.

Die Teenager gelten inzwischen als die Altersgruppe mit den meisten Infektionen im Freistaat. Auch für Kinder im Alter unter 16 Jahren – die mit den derzeit zur Verfügung stehenden Impfstoffen noch nicht geimpft werden können – will Söder möglichst bald eine Perspektive entwickeln. «Das wäre eine der ganz großen Durchbruchsmöglichkeiten.» «Es wäre super, wenn es im Herbst käme», sagte Söder. Prognosen seien aber derzeit nicht möglich.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mahnte, die Pandemiebekämpfung verlange nach pragmatischen Lösungen. «Ich schaue nicht auf die Verordnung, ich schaue auf die Realität», sagte er. Schon in den nächsten Tagen soll in zehn Modellprojekten in Hochinzidenzgebieten aller Regierungsbezirke in ausgewählten Betrieben geimpft werden können. Söder geht indes davon aus, dass Impfungen noch über die nächsten Jahre nötig sein werden. «Wir müssen mindestens drei Jahre immer wieder impfen.» Man müsse von weiteren Mutationen ausgehen und es brauche eine dauerhafte Immunität.

VORTEILE FÜR GEIMPFTE: Vollständig Geimpfte werden den negativ getesteten Personen gleichgestellt und genießen entsprechende Vorteile. Der Freistaat setzt damit diesen Punkt früher um als der Bund. In der Praxis bedeutet dies, dass etwa Geimpfte mit einem vollständigen Impfschutz bei einem Friseurbesuch keinen negativen Coronatest vorweisen müssen. Privilegien wie der Zugang zu derzeit geschlossenen Einrichtungen, wie Schwimmbädern, sind aber nicht vorgesehen. Wer zweimal geimpft sei und «nahezu ein Nullrisiko hat, muss wieder in seine zentralen Grundrechte zurückversetzt werden», sagte Söder. Auch von Corona Genesene sollen – gegebenenfalls mit einer Auffrischungsimpfung – gleichgestellt werden. «Bei den Genesenen gibt es noch keine klare Auffassung», sagte Söder.

LOCKERUNGEN: Ladengeschäfte von Handwerkern dürfen inzidenzunabhängig wieder öffnen. Gartenmärkte, Blumenhändler und Buchhandlungen dürfen ihre Türen für Kunden ebenfalls wieder aufsperren. Auch Zoos und botanische Gärten können unter freiem Himmel wieder – vorher getestete – Besucher empfangen, in Autokinos dürfen unabhängig von der Inzidenz wieder Filme laufen. Voraussetzung ist ein entsprechendes Infektionsschutzkonzept. Kinder unter 14 Jahren dürfen in Fünfergruppen auch wieder kontaktlosen Sport machen – wenn ein Trainer dabei ist, braucht der einen Test. «Das gilt dann ab morgen bereits alles, für die Zeitdauer der Infektionsschutzverordnung», sage Söder. Diese ist in Bayern zurzeit bis zum 9. Mai gültig.

NOTBREMSE: Die Ausgangssperre in Bayern bleibt. «Wir haben nicht das Hamburger Modell gewählt, wo man zwischen 22 und 24 Uhr Spazieren gehen oder Sport machen kann», sagte Söder. Die Kontrolle sei dann überhaupt nicht möglich. «Das macht keinen Sinn.» Angesichts der hohen Inzidenz bei jungen Leuten – 330 bei den 15 bis 19-Jährigen und fast 300 bei den 10 bis 14-Jährigen – habe sich Bayern auch entschlossen, Distanzunterricht weiter ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vorzugeben – und nicht erst bei 165, wie es die bundeseinheitliche Notbremse vorsieht (und Kultusminister Michael Piazolo, Freie Wähler, wollte). Die Zahl von 165 nannte Söder einen «Formelkompromiss».

LAGE DER KOALITION: Auch nach den jüngsten Änderungen gilt die bayerische Corona-Verordnung – die ja bei den Schulen und den Ausgangsbeschränkungen strenger ist als die Bundesnotbremse – zunächst nur noch bis zum 9. Mai. Wie es dann weitergeht, ist offen, denn in der Koalition gibt es zwischen CSU und Freien Wählern große Meinungsunterschiede. In den kommenden Tagen wollen beide Seiten weiter verhandeln.

«Ich habe eigentlich keine große Lust, über den 9. Mai hinaus die bayerische Lösung zu verlängern», sagte Freie-Wähler-Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Dienstag. Vor einigen Tagen hatte er bereits erklärt, er werde eine Verlängerung nur mittragen, wenn auch die lockereren Bundesregeln bei Schulen und Ausgangsbeschränkungen in Bayern Anwendung finden.

Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder betonte, dass er fest auf die Kompromissbereitschaft von beiden Seiten setze. «Blockaden sind ja für eine Staatsregierung völlig undenkbar.» Für die Regierung bleibe es dabei, dass oberster Maßstab nicht Bequemlichkeit sei, sondern die Bekämpfung der Pandemie. Zugleich habe die Vergangenheit aber auch gezeigt, dass zu frühe Lockerungen wegen fehlender Geduld immer zu Rückschlägen führten. «Ich hoffe einfach sehr, dass wir diese kollektiven Lerneffekte einmal zumindest in unsere Festplatten brennen.» Weiter: «Ich glaube, dass uns jetzt trotz der aufziehenden Bundestagswahl vor einem hüten müssen, das gilt für alle, wir dürfen nicht in eine ideologisierte Corona-Bekämpfung verfallen.» News4teachers / mit Material der dpa

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42 KOMMENTARE

  1. Na also. Geht doch. Das wird doch noch was mit der Kanzlerschaft.
    Wenn Söder jetzt noch pflegende Angehörige als das einordnet, was sie sind, nämlich der größte und günstigste Pflegedienst dieses Landes und Lehrkräfte, die pflegende Angehörige sind, so behandelt wie Schwangere in dieser Pandemie, haben wir einen Deal und ich bleibe in der CSU:-)

    • War auch eine Entscheidung, die ich nie verstanden habe. Entspricht aber dem üblichen Narrativ: Schwangere seien im Grunde per se alle schwer krank und risikobehaftet.

      Ich kenn noch Zeiten, da war das im Regelfall ein völlig normaler, biologischer Vorgang ohne nennenswerte Risiken – Arbeit bis zum Tag der Entbindung und dann nach ein paar Wochen geht’s wieder weiter (jedenfalls wenn man will). Aber was weiß ich schon.

      • @Mona:
        Wegen derartiger Ansichten habe ich mein Kind in der 20. Woche fast verloren! Wehen, die ich nicht gespürt habe und die nur aufgrund eines Routine Arzttermins bemerkt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich voll gearbeitet und dachte „das geht schon alles“ und „ich kenne ja meinen Körper und merke, wenn was ist“. Nein, eben nicht! Nach 6 Wochen strikter Bettruhe hatte es sich halbwegs beruhigt – er ist dann „nur“ 4 Wochen zu früh gekommen. Schön, wenn Sie bis zum erbitterten Ende arbeiten konnten – hätte ich auch gemacht, doch dann hätte ich vermutlich meinen Großen heute nicht. Es war reiner Zufall und Glück, dass ich diesen Routine-Termin hatte. Sehr abwertend und verletzten Ihre Aussage!!!! „Arbeit bis zum Tag der Entbindung und dann nach ein paar Wochen geht’s weiter (jedenfalls wenn man will)“.

        Ach ja, da hätte passend dazu noch was:
        https://www.nordbayern.de/panorama/junge-mutter-stirbt-an-corona-und-lasst-mann-und-fruhchen-zuruck-kollegen-kummern-sich-ruhrend-1.11015290?searched=true

        • Ich bin der Meinung, dass beide Gruppen Risikogruppen sind. Es ist allerdings äußerst fragwürdig, dass pflegende Angehörige diesen Status während der Pandemie nicht hatten. Hier muss nachgebessert werden und es muss auch nach der Pandemie eine Gleichbehandlung geben. Pflegende Angehörige werden im Beamtentum diskriminiert. Während Elternzeit selbst zu den ungünstigsten Terminen kein Problem ist, müssen sich pflegende Angehörige rechtfertigen. In diesem Bereich versagen auch alle Lehrerverbände kläglich, obwohl die demografische Entwicklung auch vor Lehrkräften nicht Halt machen wird.
          Wir sind als Familie, die seit Jahren pflegt, tief enttäuscht über den Umgang mit pflegenden Angehörigen.

        • Das hätte genauso auch ohne Arbeit passieren können, eine Kausalität wird wohl kein Arzt gesichert herleiten können.
          Insofern ist die Aussage von Mona nicht abwertend, sondern beschreibt das bis vor einiger Zeit Normale und in den meisten Fällen auch nicht Komplikationsbehaftete.
          Besondere Situationen kann es immer geben, es gibt Schwangere, die die letzten Monate liegen müssen, aber deshalb wird man nicht allen Schwangeren monatelange Bettruhe verordnen.
          Generell ist Schwangerschaft keine Krankheit.
          Man muss ja nicht unbedingt im 8. Monat Inlinescaten und kann sich bei Bedarf auch jederzeit krankschreiben lassen, dafür wird wohl jeder Arbeitgeber Verständnis haben (müssen).

  2. Und gleichzeitig denkt Herr Laschet über Lockerungen nach.
    Auch schön: in NRW haben einige Städte angefangen, die Priorität zu lockern, sodass auch Lehrer an weiterführenden Schulen geimpft werden können.
    Dortmund zählt leider nicht dazu. Chaos und Unübersichtlichkeit pur!
    Der Wahlkampf bestimmt definitiv die Coronapolitik.
    Wer gewährt mir NRW-Lehrkraft Asyl in Bayern…;-)

    • Als NRW-Lehrkraft sind Sie sicher Kummer gewohnt 🙂 Aber glauben Sie bloß nicht, dass Söder besser ist als Laschet, er labert halt mehr und stellt sich besser dar. Gibt den harten Hund – und wie sind die Coronazahlen in Bayern – völlig desolat.

  3. Richtig, anders geht es nicht. Vermute, 100 ist noch zu hoch – aber immerhin.
    Alles andere ist auch zynisch: Wir warten bis genug Leute krank sind, machen dann nach Tagen die Schulen zu, oder fangen wieder neu an zu zählen, wenn mal ein Tag weniger dabei ist, und wenn dann mal weniger krank werden, machen wir wieder auf…
    Jedes Mal werden Leben riskiert – und das nicht nur für die „paar“ Leute, die in diesen entscheidenden Tagen erkranken, sondern viele, viele mehr, falls in dieser Zeit Mutationen auftauchen, die ohne Massenveranstaltung Schule nicht hätten entstehen können!

    Ich wünschte mir, dass die MP endlich möglichst niedrige Inzidenzen als Ziel ausrufen würden – darum dürfen sie dann gerne einen Wettlauf machen, wer es am besten und schnellsten hinkriegt.
    Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer mit dem Wissen, dass der Feuerlöscher leer ist.

  4. Sehr vernünftig , weiterhin bei 100 in den Distanzunterricht zu gehen . Daran könnte Armin Laschet sich mal ein Beispiel nehmen . Und an vielem Anderen auch .

    • Wie doch Söder alle blendet. Ich fasse es nicht.
      Schauen Sie sich doch die Inzidenzen in Bayern an. Was ist dort besser?
      Kleine Kinder dürfen im Freien keinen Sport treiben – nicht mal in Kleingruppen. Alle wegsperren – das ist Söder und dann auf die grüne „Verbotspartei“ schimpfen.

  5. Verstehe nicht, warum das so hochgelobt wird? Diese 100er Regelung gibt es in Bayern seit langem. Und? Bringt es was? Klar, die Lehrer und Schüler müssen/dürfen (je nachdem wie man das sieht) auch bei Inzidenzen zwischen 100 und 165 nicht in die Schule und sind somit besser geschützt. Aber ist ein Ansteckungsrisiko bei 99 denn nicht mehr groß? Also das sind alles Zahlen, die viel zu hoch sind.
    Und Auswirkungen auf die Inzidenz und das Infektionsgeschehen hat diese Regelung definitiv nicht, ansonsten müssten gerade in Nord/Ostbayern (Beispiel Stadt und Lkr. Hof) die Zahlen fallen. Dort sind die Schulen inkl. Grundschulen seit Mitte Dezember geschlossen (ausgenommen Abschlussjahrgänge). Irgendwie tut sich da nix! In ganz Bayern tut sich nix – genauso wie in den anderen Bundesländern.

    • Klar, besser wäre, man hätte auf die Empfehlungen des RKI gehört und als Orientierung 50 genommen – für meinen Begriff noch niedriger; je weniger Menschen Viren unter die Leute bringen können, umso leichter lassen sich Einzelfälle auch in Schulen dann nachverfolgen.
      Wir hätten viel gewonnen, sicher auch viele Wochen mit offenen Schulen – und zwar, ohne dass jemand Angst haben muss!
      Leider freut man sich inzwischen schon über wenig. Und weiß derweil, dass das Wenige vermutlich nciht mal aus wirklicher Erzeugung, sondern eher aus Wahlkampftaktik beruht, damit auch jederzeit zurückgenommen werden kann.

      Einziger Weg raus wäre: ALLE nehmen das Problem endlich ernst und handeln. Jeder. Egal ob verantwortlicher MP, KM, der für Luftfilteranschaffung in Schulen verantwortliche Sachbearbeiter des Schulträgers, Opa Müller von der Ecke oder Hans-Heiner in Klasse 7e…
      Dann kann auch die Impfkampagne längerfristig Wirkung zeigen.

    • Söder hat es geschafft – er blendet die gesamte Republik. Labert und labert und labert, macht aber nix vernünftiges.
      Was die Notbremse bringen soll, verstehe ich auch nicht. In Bayern gelten diese Regelungen (mit Ausnahme der zwei Wochen vor den Landtagswahlen in BW und RP – warum wohl diese Ausnahme :-)) seit November. Und? Hats was gebracht? Nein. Kinder werden weggesperrt, dürfen nicht mal im Freien zusammen Sport treiben.

  6. Das ist schön für Bayern, Germersheim (RLP) ist seit Wochen um die 140, 150 und bis Freitag waren die Kitas im Regelbetrieb bei dringendem Bedarf. Seit Montag (knapp über 150) tritt das neue Gesetz in Kraft und schon gibt es keine Einschränkungen mehr, der Regelbetrieb läuft nun für alle Kigakinder. Muss ich das verstehen??? Muss man bei so hohen Zahlen für alle aufmachen, um dann in eventuell einer Woche alles zu zu machen? Ich weiß nicht, wer sich die 165 ausgedacht hat, aber warum gibt es nicht eine Zwischenlösung für Werte z.B. zwischen 100 und 165, wie eventuell halbierte Gruppenstärke ? So würden sich nicht 25 Kindern auf engstem Raum in einer Gruppe tummeln und trotzdem könnten alle mal wieder in die Kita kommen. Noch dazu müssen diese 25 Kinder in ihrem Gruppenraum bleiben und können z.B. den Flur nicht zum Spielen mitnutzen, da sie strikt getrennt bleiben sollen. Das gleiche gilt für den Garten, es nützt also nicht einmal das bessere Wetter etwas.

    • RLP verfährt da sehr, sehr fahrlässig und leider, leider glauben die meisten Eltern Hubigs Märchen von den nicht-ansteckenden Kindern. Sie hat so häufig wiederholt.

  7. Söder ist leider ein Blender. Digitalisierung der Schulen? Fehlanzeige (auch wenn jetzt die freien Wähler das Kultusministerium innehaben – die CSU hatte es vorher über 50 Jahre inne). Digitalisierung der Gesundheitsämter – Fehlanzeige. Niedrige Inzidenzwerte trotz „harter Coronamaßnahmen“ – Fehlanzeige, im Gegenteil, lange Zeit lagen die Hotspots der Republik in Bayern? Warum steht Söder so gut da???

  8. Doch! Es hat Auswirkungen. Auf das Risiko jedes Betroffenen – Lehrer, Kinder und deren Angehörige. Das ist auf jeden Fall der richtige und vernünftigere Weg – Sehr schade nur, dass er bisher die Ausnahme stellt!

    • Sie können sich kaum vorstellen, wie böse die Eltern hier darüber schimpfen, dass Bayern hier einen Sonderweg geht. Es wird gemeckert ohne Ende, dass BY die 165-Regelung der Bundesnotbremse für die Schulen nicht übernimmt. Insbesondere auch deshalb, weil die Freien Wähler (KM Piazolo) sich für die 165 ausgesprochen haben und die CSU dagegen. Aber auch diese Regelung gilt erstmal nur bis 9.5., danach kann es sein, dass BY nachzieht, mit der Begründung, es seien ja mehr Menschen geimpft und man müsse nicht mehr so streng sein bei den Schulen. Also bleibt es wie immer spannend…

    • Ja, wie auch immer, danke Herr Söder, momentan egal welche persönliche Grunde ihn genau vorantreiben, obwohl 100 immer noch zu hoch ist.

      Es ist schon längst klar, dass Inzidenz eigentlich immer höher ist, als offizielle Zahl.

    • Das hängt stark von den Eltern ab.

      Meine Kinder sind nicht weggespert. Eigentlich waren sie das eher währed der Präsenz in der Schule. Und in höheren Klassen kaum Freizeit soweiso.Gebeudekinder.

      Versuchen sie mal etwas positives daraus machen! – damit kann mann Leben retten.

      Das leben ist viel mehr als nur die Institution Schule.

      Ist Lockdown tatsächlich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann?

      Rund um den Globus:
      – fast eine Milliarde Menschen leben in extremer Armut
      – 25 Länder sind im Krieg
      – alle 10 Sekunden stirb eine Kind weltweit an Hunger
      – 2,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser
      – 785 Millionen Menschen haben noch nicht einmal eine Grundversorgung mit Trinkwasser…
      usw..

      • Zitat:
        „Ist Lockdown tatsächlich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann?“
        Das kommt sehr auf die Lebensumstände der Kinder an. Wenn Kinder zu Hause misshandelt werden, ist Schule vielleicht ein Lichtblick.

        Zitat:
        „Ist Lockdown tatsächlich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann?“
        Nein, sicher nicht. Aber Ihre Argumente sind Totschlag-Argumente, also keine.
        So kann ich die Kritik an allem sofort niederschmettern. Ausbeutung von Menschen in Minijobs. Die sollen doch froh sein, dass bei uns kein Krieg ist. Die sollen froh sein, dass sie sauberes Wasser haben.

        Der Lockdown ist nicht das Schlimmste. Aber die Phantasielosigkeit und die Tatenlosigkeit der Verantwortlichen macht mich fassungslos. Insofern ist der Lockdown schlimm, da er wegen dieser Phantasie- und Tatenlosigkeit der Verantwortlichen zurück geht.
        Die wenigsten Menschen haben der ersten Lockdown kritisiert. Aber wenn ich alle drei Wochen gesagt bekomme, „die nächsten drei Wochen Lockdown noch, dann …. “ und das seit 5 Monaten dann nervt es nur noch.
        Keine Luftfilter in den Klassen, keine ausreichende Digitalisierung der Gesundheitsämter und der Schulen (obwohl jetzt 1 Jahr vergangen ist), kein Wissen darüber, welche Berufsgruppen von Corona mehr betroffen sind als andere, kein Wissen darüber, wo sich die Leute anstecken. Wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Ansteckungsgefahr im Freien viel geringer ist als in Räumen, werden in keinster Weise in die Überlegungen mit einbezogen.

  9. Ja das stimmt! Aber es hat, wie sie richtig sagen, nur Auswirkungen auf das Risiko der Betroffenen. Ist ja schon mal grundsätzlich gut! Allerdings ändert sich mit dieser Strategie überhaupt nichts. Und das sollte doch das Ziel sein: die Zahlen auf ein vertretbares Maß nach unten zu bekommen, um dann verantwortlich mit Schutzmaßnahmen öffnen zu können. Mit dem Grenzwert 100 kommen wir doch nie dahin! Und es müssen endlich mal ALLE mitmachen. Selbst wenn die Schulen und Kitas komplett geschlossen werden, wird man das nicht schaffen.

    • Es gilt weiterhin, bestimmte Wirtschaftszweige zu schonen. Die Allgemeinbevölkerung hat halt die Konsequenzen zu tragen. Schul- und Kitaöffnungen dienen als kleine Beruhigungspillen und Versuch wenigstens noch ein wenig vom großen Versagen abzulenken.
      Es gibt schon lange die Alternative des harten Lockdown, doch das Eisen ist der Politik zu heiß. Wie schon oft erwähnt, die Lobbyarbeit in Deutschland funktioniert sehr gut. Arbeitnehmer sind nur Mittel zum Zweck, halt Humankapital. Mit Solidarität der Großkonzerne brauchen wir nicht rechnen.
      Politik und Wirtschaft. Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Würde es ehrlich um das Wohl der Menschen gehen, wären wir tatsächlich schon weiter.

  10. Unsere Grundschule geht ab morgen wieder in den Distanzunterricht (NRW). Doch von der Schulleitung wurde angeordnet, dass alle Kollegen stundenplanmäßig in der Schule zu erscheinen haben – trotz Distanz Unterricht – um Aufräumarbeiten etc. zu erledigen. Vielleicht gibt es unter euch jemanden, der sich auskennt mit solchen AnordnungenDie in meinen Augen unmöglich sind in so einer heftigen Lage, wie wir sie gerade wieder erleben müssen.

    • Dann würde ich der Schulleitung erklären, dass ich leider keinen Distanzunterricht machen kann, da ich in meiner Unterrichtszeit aufräumen muss. Somit hätte meine Klasse dann unterrichtsfrei. Sollen sich die Eltern halt beschweren, darauf würde ich es wohl ankommen lassen.
      PS: Was sagt denn der Lehrerrat und der/die Gesundheitsbeauftragte dazu?

    • @Adiemus:
      Was spricht denn dagegen, in die Schule zu gehen? Vielleicht verstehe ich da auch etwas falsch? Die Lehrer meines Grundschulkindes sind seit Wochen/Monaten während des Distanzunterrichts in der Schule. Vormittags gibt es 1 1/2 Stunden Videokonferenz. Danach erledigt die Lehrerin ihre sonstigen Aufgaben (Vorbereitung, Korrekturen, und vieles mehr) auch in der Schule. Wo liegt da das Problem? Man ist ja dann alleine im Klassenzimmer und ist somit keinem Infektionsrisiko ausgeliefert. Ob man die Sachen nun im leeren Klassenraum oder zu Hause im Wohnzimmer/Büro erledigt ist doch eigentlich egal? Warum ist diese Anordnung heftig? Ich darf auch nur ins Homeoffice gehen, wenn ansonsten zu viele in der Arbeit wären und nicht jeder ein Büro für sich alleine bekommt. Habe ich eines alleine, muss ich kommen. Und nichts anderes ist das doch auch?

      • Wenn ich Adiemus richtig verstanden habe, ist eben DU wie von Ihnen beschrieben nicht vorgesehen, sondern die LK sollen während der Unterrichtszeit aufräumen. Ganz abgesehen davon: wenn die Schule aus Infektionsschutzgründen geschlossen wird, haben auch Lehrer dort ein Zutrittsverbot, es sei denn, sie müssen in die Notbetreuung.

        • @Marie:
          Also Aufräumen ist ja nun wirklich keine Aufgabe für Lehrkräfte. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das genauso mit diesem Wortlaut angeordnet wurde und die Lehrkräfte dort nur Aufräumen sollen. Würde ja bedeuten, dass die Lehrkraft ca. 6 Stunden in der Schule anwesend sein muss zum Aufräumen oder Däumchen drehen. Und Nachmittags zu Hause dann die eigentlich Arbeit erledigen muss!? Also das ist doch Quatsch. Ich denke, dass eine Lehrkraft in den 6/7 Unterrichtsstunden, wo sie in der Schule ist, durchaus genug mit Vorbereitungen, Korrekturen usw. beschäftigt ist, sodass keine Zeit mehr zum Aufräumen bleibt (selbst wenn kein Digitalunterricht gehalten wird). Also was spricht dagegen, diese Sachen im leeren Klassenraum zu erledigen, wo es keinerlei Infektionsrisiko gibt? Natürlich ist es angenehmer, zu Hause zu arbeiten… und wenn eine Lehrkraft eigene Kinder betreuen muss, dann ist das auch wieder etwas anderes. Aber alle andere? Entschuldigung, aber das muss jeder andere Arbeitnehmer auch, wenn der Chef das anordnet. Und übrigens auch in Behörden. Also wenn es bezüglich des Ansteckungsrisikos eine Zumutung sein sollte, dass ein Lehrer im leeren Klassenzimmer seine Aufgaben erledigen soll, dann müsste ich in meiner Arbeitsstelle schon längst auf die Barrikaden springen. Meine Arbeitsstelle ist auch aus Infektiinsschutzgründen geschlossen und es findet kein „Normalbetrieb“ statt. Die Mitarbeiter müssen aber trotzdem kommen, sofern sie kein Büro alleine für sich haben… Ist dem nicht der Fall, muss einer der Kollegen abwechselnd ins Homeoffice.

    • Das ist ganz einfach : Herr Avenarius , der Justitiar des Phililogen – Verbands NRW , hat mich in einer vergleichbaren Situation darauf hingewiesen , dass es keine allgemeine Anwesenheitsverpflichtung in der Schule gibt . So steht es auch in der Allgemeinen Dienstordnung . Man kann ˋ im Einzelfall ´ zum Erscheinen verpflichtet werden , wenn ˋ dringende dienstliche Belange ´ dies erfordern . Ausdrücklich genannt wird hier ad hoc zu erteilender Vertretungsunterricht . Ich glaube nicht , dass Aufräumarbeiten zu den ˋ zumutbaren Tätigkeiten ´ gehören . Darüberhinaus fällt das Land NRW als Arbeitgeber unter die seit dem 27.01.21 geltende ˋ Corona – Arbeitsschutzverordnung ´ , die Home Office ausdrücklich vorsieht . Die Anordnung der Schulleitung zur Anwesenheit gemäß Stundenplan dürfte rechtlich sehr zweifelhaft sein . Hier ließe sich eine Remonstration denken , dann müsste die Schulaufsicht die Anordnung prüfen . Die Rechtsabteilung des PhV war der Auffassung , dass sie einer juristischen Überprüfung nicht standhält .

    • Der Aufenthalt im Schulgebäude ist momentan ganz stark reglementiert in NRW. Nur in dringenden Fällen darf man als Lehrkraft die Schule betreten. Aufräumen gehört ganz klar nicht dazu. Sie scheint mir dem Kontrollwahn oder den Allmachtsphantasien einer inkompetenten Schulleitung entsprungen.
      Ich würde sofort den Lehrer- und den örtlichen Personalrat einschalten!

      • @Kathrin:
        Ja, ok… also wenn es so geregelt ist, dass das Schulgebäude nur in Ausnahmesituationen betreten werden darf, verstehe ich den „Aufschrei“. Aufräumen gehört weder zu den Aufgaben der Lehrkräfte noch ist es eine Ausnahmesituation. Allerdings frage ich mich, warum eine Schulleitung wissend über diese Umstände sowas anordnet. Kontrollwahn? Aber wenn ich doch schwarz auf weiß belegen kann, dass Lehrkräfte nur in Ausnahmesituationen ins Schulgebäude gehen dürfen, dann würde ich dieses der Schulleitung vorzeigen und sie fragen, warum sie sich darüber hinwegsetzt. Das muss sie doch dann begründen. Aufräumen ist keine Begründung.
        Also, entsprechende Anordnung/Regelung über dieses Betretungsverbot (falls vorhanden) vorzeigen und gut ist. Falls es diese Regelung nicht geben sollte, dann spricht meiner Meinung nach der Anordnung der Schulleitung nichts entgegen!? Vorausgesetzt, jede Lehrkraft hat ein Zimmer für sich…

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