Baden-Württembergs neue Kultusministerin Schopper ist gegen kürzere Sommerferien

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STUTTGART. Die neue baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) ist gegen kürzere Sommerferien, um pandemiebedingte Wissenslücken im Unterricht aufzuholen. «Die Schulzeit war jetzt nicht so, dass man digital zu Hause war und hat da entspannt die Füße aufs Sofa gelegt», sagte sie am Mittwoch dem Südwestrundfunk. Ihr Chef hatte den Vorschlag gemacht.

Die Zeit des Online- und Wechselunterrichts sei sogar sehr anstrengend für alle Beteiligten gewesen. Deshalb bräuchten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer und Eltern eine Zeit der Erholung. Auch Unterricht an Samstagen erteilte sie eine Absage: «Es ist so, dass die Leute mehr oder weniger am Rande ihrer Kräfte sind», sagte Schopper, die zuletzt Staatsministerin und zuvor bayerische Grünen-Chefin war. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten den Vorschlag ebenfalls kritisiert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte eine Verkürzung dagegen Anfang März für durchaus denkbar gehalten. «Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen», hatte der Grünen-Regierungschef gesagt.

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8 KOMMENTARE

  1. Im europäischen Vergleich ist Deutschland mit 6 – 7 Wochen ohnehin bei denen mit den kürzesten Sommerferien. Etliche Länder haben 8-12 Wochen: Estland 11 Wochen, Spanien 12 Wochen, Italien 3 Monate, auch Schweden über 2 Monate, Finnland 10 Wochen, Russland sogar 14 Wochen. Kann man überprüfen durch Stichworte „Schulferien *Land*“, aber offenbar nur einzeln für jedes Land.
    Das Jammern über zu lange Sommerferien halte ich daher für unangemessen.

  2. Auch nicht zu vergessen ist, dass es im Sommer extrem warm im Klassenzimmer sein kann, was wirksames Lernen und Unterrichten (!) schwierig macht.

  3. Und dann gibt es auch noch folgende Aussage im Hinblick darauf, warum Schüler möglichst schnell geimpft werden müssen: „“Es ist wichtig, dass sie auch mal wieder Party machen und rumknutschen können. […]“. Das ist doch nicht Priorität 1!
    Obwohl – da können wir’s dann doch so machen: Nur wer geimpft und getestet ist, darf knutschen – mindestens 2x wöchentlich und unter Aufsicht.
    Welch Niveau! Wir leben in Absurdistan…

    • So absurd find ich das gar nicht. Sollen unsere Kinder denn nicht auch mal wieder leben können? Wie normale Menschen leben. Und nicht nur als Schüler funktionieren. Und wenn sie an ihre eigene Jugend zurückdenken, was ist ihnen länger im Gedächtnis geblieben. Der tägliche Schulbesuch oder der erste Kuss? Ein soziales Miteinander ist lebensnotwendig, und der besteht nicht nur aus Schulbesuch. Als ich von der Impfung von Kindern hörte, hatte ich lauter schöne Bilder im Kopf. Alltägliche Dinge , die ihnen jetzt über ein Jahr verwehrt waren und keines davon hatte mit Schule zu tun. Ich pfeif auf die Priorität Schule, auf die Priorität Lernlücken beheben und auf die Priorität Schulpräsenz. Es lebe das Leben!!!!!!

      • @mm, Sie haben absolut recht, leider zeigt uns der Schulalltag auch die andere Seite. Was Sie schreiben, werden jene Eltern (und das sind nicht wenige!), die „über Leichen gehen“ damit ihr Kind unbedingt ins Gymnasium kommt, oder jene, die lieber v.a. die jungen Lehrer und Lehrerinnen im Gymnasium „zur Sau machen, anstatt zu erkennen, dass der Sprössling in Klasse 11 heillos überfordert ist und besser den Bildungsweg wechseln sollte.
        Lieber den Rechtsanwalt einschalten, lieber endlos Nachhilfeunterricht, lieber gar keine Ferien, als das Kind LEBEN zu lassen-Hauptsache man blamiert sich nicht vor den Nachbarn und dem Erbonkel.

  4. https://www.pressreader.com/germany/bietigheimer-zeitung/20210528/281702617628761

    >>Daniel Hager-Mann ist seit einigen Tagen Ministerialdirektor und Amtschef des Ministeriums

    Damals betreute er unter anderem das Projekt „Ella“, den gescheiterten Versuch, eine landesweite digitale Bildungsplattform für Schulen einzuführen. „Ella“ wurde von Eisenmann wegen technischer Probleme abgebrochen und endete in einem mehrere Millionen Euro teuren Vergleich mit dem IT-Dienstleister. Als der Rechnungshof später die Umstände prüfte, diagnostizierte er „wesentliche Probleme in der Projektsteuerung“.<<

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